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Edle Schachtel für Plätzchen basteln - Nikolaus im Schornstein

Wer in die USA ein­wan­dern möch­te, der muss der Wirt­schaft des Lan­des die­nen. Da sind die Amis seit­her ri­go­ros und mach­ten einst selbst für den Hei­li­gen Ni­ko­laus kei­ne Aus­nah­me. Die mehr­heit­lich pro­tes­tan­ti­schen US-Bürger wuss­ten oh­ne­hin lan­ge Zeit nicht, was sie mit dem Ober­hir­ten aus dem Na­hen Os­ten an­stel­len soll­ten. Erst im Jah­re 1822 ent­wi­ckel­te ein New Yor­ker na­mens Cle­ment Clar­ke Moo­re¹ eine Idee, wie Sankt Ni­ko­laus der Neu­en Welt doch noch nüt­zen könn­te. Da­für bau­te der phan­ta­sie­volle Li­te­ra­tur­pro­fes­sor ein Sze­na­rio, in dem der Bi­schof von Myra je­des Jahr am 25. De­zem­ber die Weih­nachts­ge­schen­ke der Nord­ame­ri­ka­ner aus­lie­fert. Da­bei klin­gelt der Hei­li­ge je­doch nicht an den Tü­ren, son­dern dringt un­be­merkt über die Schorn­stei­ne in die Häu­ser ein. Au­ßer­dem schlug Mr. Moo­re in sei­nem Ma­ni­fest vor, dass Ni­ko­laus ei­nen Ren­tier­schlit­ten² vom Po­lar­kreis als Aus­lie­fe­rungs­fahr­zeug ver­wen­den soll, um eine pünkt­li­che Ge­schenk­zu­stel­lung zu ga­ran­tie­ren. Als die Uto­pien des Pro­fes­sors am 23. De­zem­ber 1823³ ver­öf­fent­licht wur­den, war sich die US-Bevölkerung so­fort ei­nig: Ni­ko­laus von Myra be­nö­tigt un­be­dingt eine Green Card.

Picture of Santa Claus in the Chimney. DIY: Christmas Cookie Box. Free Templates published by Veronika Vetter Bavarian Fine ArtistWahr­schein­lich ließ sich der gut­mü­ti­ge Sankt Ni­ko­laus nur auf die­se Kin­ker­litz­chen ein, da er be­reits ein über­aus er­fah­re­ner Ein­bre­cher war. Im­mer­hin hat­te es der cle­ve­re Bi­schof schon im 4. Jahr­hun­dert mehr­fach ge­schafft bei ei­nem ver­arm­ten Ade­li­gen ein­zu­stei­gen. Die­ser kum­mer­vol­le Wit­wer stand da­mals näm­lich kurz da­vor sei­ne drei hei­rats­fä­hi­gen Töch­ter als Skla­vin­nen⁴ zu ver­kau­fen, da er kein Geld für die Mit­gif­ten auf­brin­gen konn­te. Als der Hei­li­ge Ni­ko­laus von die­ser Tra­gö­die er­fuhr, brach er an drei auf­ein­an­der­fol­gen­den Ta­gen in das Haus des Va­ters ein und hin­ter­ließ je­weils ein Säck­lein voll mit Gold­mün­zen, so­dass alle Töch­ter schon bald dar­auf Hoch­zeit fei­ern durf­ten.

We­nigs­tens muss­te sich der Wohl­tä­ter sei­ner­zeit nicht erst durch ei­nen Schorn­stein zwän­gen, be­vor er sei­ne Klin­gel­beu­tel ab­le­gen konn­te. Viel­mehr mach­te es sich der Schutz­pa­tron der Räu­ber leicht, in­dem er je­des Mal durch das Stu­ben­fens­ter ein­stieg.

Ein Fens­ter öff­ne­te sich lei­se. Ein Schlag, ein Klir­ren! Dann war es wie­der mäus­chen­still. [...] Aber, was liegt denn da auf dem Fuss­bo­den? Schnell hob das Mäd­chen das Säck­lein auf und öff­ne­te es rasch. - Gold? Vie­le Gold­mün­zen!

Euw, Aloys von: Sankt Ni­ko­laus be­geg­nen. Lu­zern; Stutt­gart: Rex Ver­lag 1994.

Christmas Picture Collage for Children: Santa Claus and his Gnome are spreading out Gingerbread. Scenery by native Bavarian Fine Artist Veronika Vetter

Ja un­ser Ni­ko­laus ist stets ein ech­ter Phil­an­throp ge­we­sen. Wo wahr­schein­lich je­der an­de­re Hei­li­ge an­ge­sichts die­ser Ein­wan­de­rungs­be­din­gun­gen den Ame­ri­ka­nern den Stin­ke­fin­ger ge­zeigt hät­te, ak­zep­tier­te der bär­ti­ge Wun­der­hei­ler so­gar laut­los sei­nen neu­en an­gel­säch­si­schen Na­men. Dar­an wa­ren al­ler­dings aus­ge­wan­der­te Nie­der­län­der schuld, die ih­ren Sin­ter­klaas in die Neue Welt mit­nah­men. Denn aus die­sem wit­zi­gen Wort er­schu­fen die US-amerikanischen Print­me­di­en spä­tes­tens im Jah­re 1863⁵ den Neo­lo­gis­mus San­ta Claus.

[Die Nie­der­län­der] ha­ben bis heu­te ih­ren Sin­ter­klaas be­hal­ten [...]. Sie ex­por­tier­ten ihn auch in ihre di­ver­sen Ko­lo­nien nach Über­see. Und vor dort aus kam er als San­ta Claus wie­der zu uns nach Eu­ro­pa zu­rück.

Beckers-Dohlen, Clau­dia: Das Christ­kind, der Ni­ko­laus und der Weih­nachts­mann. In: Kar­fun­kel Nr. 121 (2015). S. 16.

Give-away für die Weihnachtsfeier: Nikolausschachtel mit Plätzchen. Kostenlose Schablonen von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Der Ni­ko­laus auf mei­ner selbst ge­bas­tel­ten Plätz­chen­schach­tel steckt im Schorn­stein fest. War­um soll­te das nicht hin und wie­der vor­kom­men? Schließ­lich be­dan­ken sich vie­le Kin­der bei dem Weiß­bart, in­dem sie ihm ein Gläs­chen Milch und et­was Kon­fekt zu­recht­le­gen. Der fest­sit­zen­de Ni­ko­laus sieht aber nicht nur to­tal süß aus. Viel­mehr hilft die char­man­te Fi­gur da­bei, den De­ckel leich­ter von der wie­der­ver­schließ­ba­ren Food-Verpackung ab­zu­neh­men.

Facebook Bild von Veronika Vetter aus Bayern: Die Künstlerin trägt zwei selbst gebastelte Plätzchenschachteln für den Nikolaustag. Beste Geschenkidee für Weihnachtsfeiern

Hin­ge­gen die le­ben­di­gen Schorn­stein­back­stei­ne stell­te ich mit­hil­fe von Mo­del­lier­pas­te dar. Die­ses viel­sei­ti­ge Ma­te­ri­al sorgt nicht nur für eine span­nen­de Hap­tik, son­dern macht die Plätz­chen­box auch schwe­rer und so­mit sta­bi­ler.

Weihnachtsbild mit Knecht Ruprecht und Nikolaus, die in Schornsteinen festsitzen. Kleinkunst im Advent von Veronika Vetter, der reptiloiden Schwester von Angela Merkel

Mei­ne qua­dra­ti­sche Keks­schach­tel ist ge­räu­mi­ge 16 Zen­ti­me­ter breit und ver­fügt im In­ne­ren über drei un­ter­schied­lich gro­ße Fä­cher. Zu­sam­men mit dem Ni­ko­laus­de­ckel er­reicht der ori­gi­nel­le Nasch­kar­ton eine Höhe von eben­falls 16 Zen­ti­me­tern. Falls Sie also Ihr Weih­nachts­ge­bäck in die­sem Jahr in ei­ner auf­se­hen­er­re­gen­den Ver­pa­ckung ver­schen­ken möch­ten, dann er­fah­ren Sie nun, wie ich mei­ne süße Plätz­chen­schach­tel zu­sam­men­ge­baut habe.

Nikolausschachtel für Plätzchen basteln

Zum An­fer­ti­gen ei­ner Food-Verpackung ver­wen­de­te ich vor al­lem Ton­pa­pier in vie­len ver­schie­de­nen Far­ben. Au­ßer­dem kam eine schwar­ze Pa­pier­ser­vi­et­te, et­was Wat­te und ein Stück wei­ßer Moos­gum­mi zum Ein­satz. Fer­ner stell­te ich die Bom­mel­müt­ze aus wei­ßem und ro­tem Krepp­pa­pier her. Hin­ge­gen das ma­kel­lo­se Zie­gel­stein­mus­ter er­zeug­te ich mit­hil­fe von AQUATEC Mo­del­lier­pas­te und han­dels­üb­li­chem Ma­ler­krepp. Des Wei­te­ren nahm ich für die Schorn­stein­be­ma­lung rote, schwar­ze und brau­ne Acryl­far­be zur Hil­fe. Als Werk­zeu­ge soll­ten Sie sich zu­dem eine Sche­re, ein schar­fes Bas­tel­mes­ser, viel flüs­si­gen Kle­ber, ein brei­tes Holz­stäb­chen, ein Falz­bein samt Li­ne­al und mei­ne DIN A4 Bas­tel­scha­blo­nen (#1 /#2 /#3 /#4 /#5 /#6 /#7) zu­recht­le­gen.

Hin­weis: Auf den Scha­blo­nen se­hen Sie, dass ich die meis­ten Ton­pa­pier­ele­men­te gleich zwei­mal an­ge­fer­tigt habe. Die­se iden­ti­schen Bau­tei­le kleb­te ich di­rekt nach dem Aus­schnei­den sym­me­trisch auf­ein­an­der. Da­durch er­hielt mei­ne Plätz­chen­schach­tel an re­le­van­ten Stel­len stets eine sta­bi­le Gram­ma­tur von 260 g/m².

Collage mit Anleitungsschritten: Raumteiler für eine Papierplätzchenschachtel basteln. Die zweiteilige Trennwand erzeugt in der Nikolausbox drei Fächer. Idee von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Im ers­ten Schritt bas­tel­te ich den Raum­tei­ler. Dazu schnitt ich mir zu­nächst alle Ton­pa­pier­ele­men­te von Scha­blo­ne #1 zu­recht.

  • Dar­auf­hin nahm ich ein Tef­lon­falz­bein und ein Li­ne­al zur Hand, um da­mit die ge­stri­chel­ten Knick­li­ni­en zu fal­zen.
  • Im An­schluss dar­an kleb­te ich nur die län­ge­ren Ele­men­te mit den Kle­be­la­schen zur Ver­stär­kung sau­ber auf­ein­an­der. Wich­tig: Die 12 ge­falz­ten Pa­pier­la­schen be­strich ich al­ler­dings nicht mit Kleb­stoff, son­dern ließ die­se wei­ter­hin frei von­ein­an­der weg­ste­hen.
  • Als Nächs­tes pack­te ich die­se ver­stärk­ten Strei­fen, wie ein Sand­wich mit den et­was kür­ze­ren Ton­pa­pier­stü­cken ein.
  • Nach die­sen Vor­be­rei­tungs­schrit­ten konn­te ich end­lich das klei­ne­re Recht­eck mit­tig an ei­ner Sei­te des lan­gen Haupt­strei­fens fest­kle­ben.

Zu gu­ter Letzt ver­klei­de­te ich den Raum­tei­ler noch mit ei­ner hoch­wer­ti­gen Dunisoft-Serviette. Da­für nahm ich die bei­den Schnitt­mus­ter von Scha­blo­ne #1 zur Hil­fe.

Gleich nach­dem die ro­bus­te Trenn­wand ein­satz­be­reit war, fer­tig­te ich mir den in­ne­ren Schach­tel­bo­den von Scha­blo­ne #2 ein­mal aus Ton­pa­pier an. Bei die­sem Ein­zel­teil schnitt ich dann zu­nächst die Ver­an­ke­rungs­stel­len mit­hil­fe ei­nes Bas­tel­mes­sers frei, so­dass ich den Raum­tei­ler dar­auf­hin in der Bo­den­plat­te ver­sen­ken konn­te.

Bildanleitung: Die Wände für eine selbst gebastelte Plätzchenschachtel aus zwei Farben basteln. Schablonen von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Im nächs­ten Bas­tel­schritt küm­mer­te ich mich um die vier Wän­de der Schach­tel. Aus die­sem Grund schnitt ich mir nun die Ele­men­te von Scha­blo­ne #3 aus Ton­pa­pier zu­recht. Hin­weis: Falls Sie wie ich mit un­ter­schied­li­chen Far­ben ar­bei­ten, dann soll­ten Sie wis­sen, dass die Au­ßen­wand­far­be zu­gleich die Fu­gen­far­be im Zie­gel­stein­mus­ter be­stimmt. Dem­entspre­chend habe ich mir ei­nen hel­len Grau­ton für mei­ne äu­ße­re Schach­tel­wand aus­ge­sucht.

  • Nach­dem ich mei­ne Wand­ele­men­te ver­stärkt hat­te, falz­te ich zu­erst wie­der die ge­stri­chel­ten Knick­li­ni­en.
  • Gleich da­nach nahm ich eine Wand zur Hand. Die­ses Bau­teil be­fes­tig­te ich dann über die lan­ge Kle­be­la­sche an der Un­ter­sei­te des Schach­tel­bo­dens. Hin­ge­gen die drei an­de­ren Stü­cke fi­xier­te ich nicht nur am Un­ter­bau, son­dern auch an den be­reits fest­ge­kleb­ten Sei­ten­wän­den.

Ab­schlie­ßend per­fek­tio­nier­te ich mei­nen Keks­kar­ton noch, in­dem ich die un­schö­nen Kle­be­la­schen am äu­ße­ren Bo­den mit dem Qua­drat von Scha­blo­ne #3 ver­klei­de­te.

Realistisches Backsteinmuster auf Papier

Be­vor ich mit dem Auf­tra­gen der Mo­del­lier­pas­te be­gann, ver­setz­te ich mich zu­nächst in die Rol­le ei­nes er­schöpf­ten Ma­ler­lehr­lings. Schließ­lich muss­te ich die Au­ßen­wän­de mei­ner Ni­ko­laus­box erst ein­mal mü­he­voll ab­kle­ben.

Bild von Malerausbildung: Abkleben eines Mauermusters mit Malerkrepp. Malerlehrling Veronika Vetter liefert eine akkurate Arbeit abAlso nahm ich eine Rol­le Ma­ler­krepp zur Hand und kleb­te da­mit ein Mau­er­werk ab. Den obe­ren Schach­tel­rand ver­klei­de­te ich mit ei­nem sie­ben Mil­li­me­ter brei­ten Strei­fen. Hin­ge­gen die Fu­gen zwi­schen den ein­zel­nen Zie­gel­stei­nen wa­ren un­ge­fähr zwei Mil­li­me­ter breit. Tipp: Ich nahm für die­ses Un­ter­fan­gen des­halb ge­krepp­tes Pa­pier­ab­deck­band zur Hil­fe, da das Ton­pa­pier beim Ab­zie­hen die­ser Kle­be­band­art nicht be­schä­digt wird.

Als Nächs­tes trug ich mat­te AQUATEC Mo­del­lier­pas­te mit­hil­fe ei­nes Holz­stäb­chens auf das ge­sam­te Mau­er­werk auf.

Picture Collage: New York Brick Wall out of Paper. DIY Tutorial by Veronika Vetter - Leader of Almighty Saints (Chicago)

Hin­weis: Beim Auf­tra­gen ach­te­te ich pe­ni­bel dar­auf, dass ich die Pas­te gleich­mä­ßig ver­teil­te. Die Schicht war da­bei le­dig­lich ei­nen Mil­li­me­ter dick.

  • Di­rekt im An­schluss ließ ich das Gan­ze für 30 Mi­nu­ten bei Zim­mer­tem­pe­ra­tur trock­nen.
  • Nun stieg ich zum Ma­ler­ge­sel­len auf. Denn gleich nach dem Trock­nen grun­dier­te ich alle Schach­tel­wän­de groß­zü­gig mit ro­ter Acryl­far­be.
  • Als die­se Ar­beit er­le­digt war, be­netz­te ich mei­nen Ma­ler­pin­sel mit schwar­zer und hell­brau­ner Acryl­far­be. Mit die­ser Farb­kom­po­si­ti­on füg­te ich dann ab­schlie­ßend sanf­te Ak­zen­te in die rote Grun­die­rung ein.

Dar­auf­hin leg­te ich mei­nen Pa­pier­schorn­stein er­neut für 30 Mi­nu­ten zum Trock­nen.

Picture of red New York Brick Wall. Some Brothers are selling Rocks. Street Art by Veronika Vetter German Fine ArtistIm nächs­ten Bas­tel­schritt zog ich das raue Kle­be­band vor­sich­tig ab. Schon war mei­ne Schach­tel voll­kom­men ein­ge­mau­ert. Um die rote Box nun wei­ter zu ver­edeln, ver­klei­de­te ich die vier obe­ren Kan­ten eben­falls mit ei­ner schwar­zen Ser­vi­et­te. Dazu schnitt ich mir ein­fach ein Zen­ti­me­ter brei­te Strei­fen aus dem Ma­te­ri­al zu­recht. Die­se kleb­te ich dann mit­tig über die Rän­der der Schach­te­l­öff­nung, so­dass die Pa­pier­ser­vi­et­te 0,5 Zen­ti­me­ter der Innen- und Au­ßen­sei­ten be­deck­te.

Schornstein erhält einen Deckel mit Schneehaube

Im nächs­ten Schritt küm­mer­te ich mich um den Plätz­chen­schach­tel­ver­schluss. Dazu fer­tig­te ich zu­nächst ein­mal alle Ele­men­te von Scha­blo­ne #4 aus Ton­pa­pier an.

Anleitungscollage: Deckel für Plätzchenschachtel basteln, der mit Kunstschnee bedeckt ist. Idee von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Gleich da­nach falz­te ich die ge­stri­chel­ten Knick­li­ni­en der acht wel­len­för­mi­gen Bau­tei­le. Dar­auf­hin kleb­te ich dann im­mer zwei die­ser Ele­men­te sym­me­trisch auf­ein­an­der, so­dass ich im An­schluss nur noch vier ver­stärk­te Pa­pier­stü­cke vor mir lie­gen hat­te.

  • Als Nächs­tes be­fes­tig­te ich die vier Ein­zel­tei­le wie ei­nen Bil­der­rah­men um ei­nes mei­ner be­reits zu­recht­ge­schnit­te­nen Qua­dra­te von Scha­blo­ne #4.
  • Hin­ge­gen das zwei­te Vier­eck fi­xier­te ich oben auf den brei­ten Kle­be­la­schen der Rah­men­ele­men­te.

Mein Schorn­stein soll­te am Ende mit Schnee be­deckt sein. Aus die­sem Grund strich ich die kom­plet­te De­ckel­au­ßen­sei­te zum Schluss noch mit ei­ner zwei Mil­li­me­ter di­cken Mo­del­lier­pas­ten­schicht ein.

Hilfe! Der Nikolaus steckt im Schornstein fest

Wäh­rend­des­sen mein Schorn­stein­de­ckel für 30 Mi­nu­ten trock­ne­te, bas­tel­te ich den gol­di­gen Ni­ko­laus. Die­ser be­steht im Prin­zip aus zwei Wür­feln und sieht des­halb ein we­nig wie eine Minecraft-Figur aus.

Bildanleitung: Minecraft Nikolaus aus Papier basteln. Kostenlose Schablone von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Zu­al­ler­erst fer­tig­te ich die bei­den Kör­per­ele­men­te von Scha­blo­ne #5 aus Ton­pa­pier an. Gleich da­nach kleb­te ich die iden­ti­schen Ein­zel­tei­le zur Ver­stär­kung auf­ein­an­der.

  • Nach­dem ich die vie­len Knick­li­ni­en des grö­ße­ren Bau­teils ge­falzt hat­te, ver­kleb­te ich das Pa­pier­stück mit sich selbst zu ei­ner ecki­gen Vase.
  • Di­rekt im An­schluss ver­schloss ich das Ge­fäß, in­dem ich das klei­ne Acht­eck von Scha­blo­ne #5 oben über die Öff­nung kleb­te.

Die­se simp­len Bas­tel­schrit­te wie­der­hol­te ich dann auch mit dem Ni­ko­laus­kopf, der sich auf Scha­blo­ne #6 be­fin­det. Als ich den haut­far­be­nen Qua­drat­schä­del dar­auf­hin zu­sam­men­ge­baut hat­te, fi­xier­te ich die­sen ge­ra­de auf dem drei­di­men­sio­na­len Kör­per.

Der Heilige Nikolaus trägt keinen Vollbart

Be­vor ich mit der Ge­sichts­ver­zie­rung be­gann, be­strich ich erst ein­mal die Un­ter­sei­te mei­ner statt­li­chen Ni­ko­laus­fi­gur mit viel flüs­si­gem Kle­ber. Gleich da­nach press­te ich mei­nen Bi­schof auf die Ober­sei­te mei­nes ver­schnei­ten Schach­tel­de­ckels.

Collage mit Anleitungsschritten: Nikolausmütze aus Papier basteln. Idee von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Di­rekt im An­schluss ver­pass­te ich dem Hei­li­gen ein Ge­sicht, in­dem ich die Ein­zel­tei­le von Scha­blo­ne #7 vor­ne auf den Kopf­wür­fel auf­kleb­te.

Als Mann aus dem Na­hen Os­ten ist Ni­ko­laus von Myra na­tür­lich auch Bart­trä­ger. Da­bei trägt der Schutz­pa­tron der See­fah­rer aber we­der ei­nen Voll­bart noch eine is­la­mi­sche Schif­fer­krau­se. Viel­mehr hat sich der schlaue Fuchs ei­nen so­ge­nann­ten ZZ wach­sen las­sen, der sei­ne Cha­rak­ter­ei­gen­schaf­ten de­zent zur Gel­tung bringt.

Der ZZ steht für Weis­heit, Ge­duld und lässt ei­nen Mann auch in ei­ner be­stimm­ten Art ge­heim­nis­voll aus­se­hen.

See­bau­er, Mi­cha­el: Bart­sti­le: Le­xi­kon der Bart­sti­le in­klu­si­ve Rat­ge­ber. blackbeards.de (12/2017).

Nach­dem ich den wei­ßen Wat­te­bart auf­ge­klebt hat­te, be­fes­tig­te ich au­ßer­dem noch zwei gol­de­ne Knöpf­chen aus Fimo am Man­tel des Ni­ko­laus. Und ganz zum Schluss ver­zier­te ich mei­ne süße Schach­tel­fi­gur selbst­ver­ständ­lich noch mit ei­ner klas­si­schen Zip­fel­müt­ze.

Christmas Food-Box with German Cookies and Gingerbread. European Santa Claus. American Gift-Box for Trump Voters. Idea by Veronika Vetter Bavarian Fine Artist

Da­für schnitt ich mir ro­tes Krepp­pa­pier zu­recht, wel­ches 25 Zen­ti­me­ter lang und 12 Zen­ti­me­ter breit war. Die­ses kleb­te ich dann erst ein­mal lo­cker um die Stirn der Fi­gur. Dar­auf­hin stopf­te ich den nach oben­hin weg­ste­hen­den Pa­pier­zy­lin­der mit wei­te­ren Krepp­pa­pier­res­ten aus.

  • Im An­schluss dar­an kleb­te ich ein wei­ßes Müt­zen­band, wel­ches aus ei­nem 1,5 Zen­ti­me­ter brei­ten Krepp­pa­pier­strei­fen be­stand ein­mal rings­um die Stirn.
  • Gleich da­nach dreh­te ich das Gan­ze wie ei­nen Spritz­beu­tel zu, so­dass ich den da­durch ent­stan­de­nen Zopf zur Sei­te um­le­gen konn­te.

Nach­dem ich den Zip­fel dann noch mit ei­nem wei­ßen Krepp­pa­pier­bom­mel gar­niert hat­te, kleb­te ich die Müt­ze ab­schlie­ßend seit­lich am Ni­ko­laus­kopf fest. Dar­auf­hin war mei­ne au­ßer­ge­wöhn­li­che Plätz­chen­schach­tel be­reit, um mit ed­lem Weih­nachts­ge­bäck be­füllt zu wer­den.

Ver­wand­te The­men:

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Tra­di­tio­nel­ler Ad­vents­kranz aus Pa­pier - Bas­tel­an­lei­tung

¹Kes­his­hi­an, Ar­men: Histo­ry Chan­nel - The Real Sto­ry of Christ­mas - Do­cu­men­ta­ry. youtube.com (12/2017).
²Ernst, Eu­gen: Weih­nach­ten im Wan­del der Zei­ten. Ein Haus­buch für die Zeit vom 1. Ad­vent bis zum Drei­kö­nigs­tag. Stutt­gart: Theiss 1998.
³Maz­za, Ed: Twas The Night Be­fo­re Christ­mas Poem. huffingtonpost.com (12/2017).
⁴Su­per­Me­ga­Ch­rist­mas: The True Sto­ry of San­ta Claus. youtube.com (12/2017).
⁵Ken­ne­dy, Ro­bert C.: San­ta Claus and His Works. nytimes.com (12/2017).

Klassischer Adventskranz aus Papier - Bastelanleitung mit Schablonen

Ein klas­si­scher Ad­vents­kranz ist rund. Das geht auf Jo­hann Hin­rich Wi­chern zu­rück, der im De­zem­ber 1839 ein gro­ßes Wa­gen­ra­d¹ an die Zim­mer­de­cke ei­nes Ge­bets­aa­les häng­te. Da­bei war der Er­fin­der des Ad­vents­kran­zes we­der ein Kir­chen­de­ko­ra­teur noch ein römisch-katholischer Abt ei­nes al­pen­län­di­schen Ka­pu­zi­ner­klos­ters. Viel­mehr lei­te­te der gnä­di­ge Ober­leh­rer Wi­chern sei­ner­zeit eine heil­päd­ago­gi­sche Ein­rich­tung, die heu­te als das Rau­he Haus² be­kannt ist. In die­sem Ret­tungs­haus wa­ren da­mals vor al­lem die Kin­der des aus­ge­beu­te­ten Ham­bur­ger Stadt­pro­le­ta­ri­ats un­ter­ge­bracht. Um sei­nen kum­mer­vol­len Schütz­lin­gen die Vor­freu­de auf das Weih­nachts­fest zu ver­sü­ßen, steck­te der gü­ti­ge Heim­chef vier wei­ße Ker­zen für die Ad­vents­sonn­ta­ge auf ein al­tes Wa­gen­rad. Au­ßer­dem schmück­te er sei­nen im­pro­vi­sier­ten Kron­leuch­ter mit klei­ne­ren ro­ten Ker­zen für die Wo­chen­ta­ge. Als der So­zi­al­päd­ago­ge dar­auf­hin den ers­ten Ad­vents­kranz der Welt an der De­cke des haus­ei­ge­nen Ge­bets­aa­les mon­tiert hat­te, durf­ten die Her­an­wach­sen­den je­den Tag im Ad­vent ein neu­es Licht an­zün­den. So­mit konn­ten alle Be­woh­ner des Rau­hen Hau­ses im­mer gleich se­hen, wie lan­ge sie noch brav sein muss­ten, um vom Christ­kind reich be­schenkt zu wer­den.

Er nahm ein gro­ßes Wa­gen­rad, steck­te 19 klei­ne Ker­zen und 4 gro­ße Ker­zen dar­auf. Die klei­nen Ker­zen stan­den für die Wo­chen­ta­ge [und] die gro­ßen für Ad­vents­sonn­ta­ge. Und je­den Tag wur­de eine wei­te­re Ker­ze ent­zün­det.

Lin­gen von, Jan: Das Kir­chen­le­xi­kon - A wie Ad­vents­kranz. ndr.de (11/2017).

Foto: Traditioneller Adventskranz aus dem Bayerischen Heimatmuseum. Kunst & Kultur aus dem 19. Jahrhundert bereitgestellt von Veronika VetterOb­wohl das Ori­gi­nal alle Tage des Ad­vents ab­bil­de­te, setz­ten sich Ad­vents­krän­ze mit nur vier Ker­zen durch. Das hat­te vor al­lem fi­nan­zi­el­le Hin­ter­grün­de, da Wachs­ker­zen im 19. Jahr­hun­dert noch so teu­er³ wa­ren, dass die­se von der Nor­mal­be­völ­ke­rung nur sehr spar­sam ein­ge­setzt wur­den. In den 1920er⁴ Jah­ren brach­ten deutsch-christliche Jugend-bewegungen den Ad­vents­kranz dann in so gut wie alle Haus­hal­te der Wei­ma­rer Re­pu­blik. Zu die­ser Zeit zo­gen die Tan­nen­krän­ze auch in die Kir­chen ein. Da­bei war der Köl­ner Dom im Jah­re 1925 das ers­te römisch-katholische Got­tes­haus, wel­ches mit ei­nem Ad­vents­kranz ge­schmückt wur­de.

Heut­zu­ta­ge be­steht ein kon­ven­tio­nel­ler Ad­vents­kranz aus ei­nem Strohrö­mer, um den so­ge­nann­tes Im­mer­grün ge­bun­den ist. Auch die­ser Brauch ist im Ham­bur­ger Rau­hen Haus ent­stan­den.

Bildcollage: Selbst gebastelter Adventskranz aus Papier in der Farbe Rot. Nadelfreie Transgender Weihnachtsdeko für grüne Ideologen aus Norddeutschland. Idee und Umsetzung von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Denn im Jah­re 1860 war den Ju­gend­li­chen ihr alt­ba­cke­nes Wa­gen­rad zu lang­wei­lig ge­wor­den. Das könn­te dar­an ge­le­gen ha­ben, dass die his­to­ri­sche Er­zie­hungs­an­stalt zwi­schen­zeit­lich auch von Mäd­chen be­wohnt wur­de. Auf je­den Fall ver­pass­ten die „Rauh­häus­ler” ih­rem ver­gilb­ten Holz­rad im be­sag­ten Jahr ei­nen stil­vol­len Über­zug, der aus grü­nen Tan­nen­zwei­gen und wei­ßen Bän­dern be­stand.

Erst 1860 ver­zier­ten die „Rauh­häus­ler” auch ih­ren Ad­vents­kranz mit Tan­nen­grün und wei­ßen Bän­dern.

Wöl­fel, Chris­ti­an: Ad­vents­kranz. katholisch.de (11/2017).

Picture of hot German Christmas Maid with Advent wreath. The wife of Santa Clause carries gifts for her Sugar Daddy

Alle wei­te­ren Ad­vents­kranz­de­ko­ra­tio­nen ba­sie­ren auf Trends, die sich erst nach dem Zwei­ten Welt­krieg ent­wi­ckelt ha­ben. In der mo­der­nen Fach­li­te­ra­tur⁵ sind klas­si­sche Krän­ze oft­mals mit Kie­fern­zap­fen oder mit künst­li­chen Früch­ten dar­ge­stellt. Auch im Aus­land wird die deut­sche Ad­vents­de­ko ger­ne mit die­sen In­gre­di­en­zi­en an­ge­prie­sen.

Dann schmückt man [den Ad­vents­kranz] zu­sätz­lich mit künst­li­chen ro­ten Bee­ren, Tan­nen­zap­fen und so wei­ter.

Dou­triaux, Clai­re: der Ge­gen­stand: der Ad­vents­kranz - Ka­ram­bo­la­ge - ARTE. youtube.com (11/2017).

In­so­fern gehe ich da­von aus, dass die sitt­sa­men deut­schen Haus­frau­en be­reits in den 1940er Jah­ren da­mit be­gan­nen, ihre Ad­vents­krän­ze zu­sätz­lich mit Win­ter­obst und brau­nen Zap­fen zu ver­zie­ren.

Die Identitäre Bewegung feiert in Rostock Weihnachten mit weißem Adventskranz. Die liturgische Farbe Weiß auf der Adventsdekoration steht für Reinheit, Unschuld und die Entislamisierung des christlichen Abendlandes

Wenn ich nun alle In­di­zi­en zu­sam­men­zäh­le, dann ist ein tra­di­tio­nel­ler Ad­vents­kranz fol­gen­der­ma­ßen auf­ge­baut:

  • Die Ba­sis bil­det ein Do­nut ähn­li­cher Ring, der mit den grü­nen Zwei­gen ei­nes Na­del­baums ver­klei­det ist.
  • Auf der Ober­sei­te des Kran­zes sind vier iden­ti­sche Ker­zen be­fes­tigt, die im glei­chen Ab­stand zu­ein­an­der­ste­hen. Die Lü­cken füllt ein ed­les Zier­band, wel­ches auch zu klei­nen Schlei­fen ge­bun­den wer­den kann.
  • Die lit­ur­gi­sche⁶ Far­be Weiß soll­te auf der Ad­vents­de­ko do­mi­nie­ren. Eine rote Ver­zie­rung ist mit Be­zug auf das Rau­he Haus im Jah­re 1839 al­ler­dings eben­falls zu­läs­sig.
  • Au­ßer­dem darf selbst ein klas­si­scher Ad­vents­kranz mit brau­nen Kie­fern­zap­fen und ein­hei­mi­schen Früch­ten de­ko­riert wer­den.

Dem­zu­fol­ge ist mein selbst ge­bas­tel­ter Ad­vents­kranz aus Pa­pier nicht tra­di­tio­nell, was an der ex­tra­va­gan­ten De­ko­ra­ti­on liegt. Schließ­lich bin ich eine de­ka­den­te Künst­le­rin, die Leb­ku­chen isst, wenn sie kein Brot mehr im Haus hat. Des­halb ließ ich es mir auch nicht neh­men, mei­ne weih­nacht­li­che Tisch­de­ko­ra­ti­on zu­sätz­lich mit Oran­gen­schei­ben, Zimt­stan­gen und klei­nen Ge­schen­ken zu gar­nie­ren.

Foto vom Adventskranz im Kölner Dom. Die Kerzen wurden im Jahre 499 von Chlodwigs Seifenzieher Gilde angefertigt und waren bis vor Kurzem im Folterkeller von George Soros versteckt. Illuminati-Kranz von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Mein prunk­vol­ler Pa­pier­kranz hat ei­nen Durch­mes­ser von 30 Zen­ti­me­tern und be­steht aus zehn iden­ti­schen Ein­zel­tei­len. Ein wei­te­res High­light mei­ner Ad­vents­de­ko sind die Tan­nen­zwei­ge, die ich eben­falls aus Pa­pier nach­ge­stellt habe. Ge­fällt Ih­nen mei­ne Krea­ti­on? Dann er­fah­ren Sie in der fol­gen­den An­lei­tung, wie Sie im Hand­um­dre­hen selbst zu ei­nem nach­hal­ti­gen und na­del­frei­en Ad­vents­kranz kom­men.

Adventskranz aus Papier basteln

Bild von kostenloser Adventskranzschablone für Floristen und Erzieherinnen. Idee von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinZum An­fer­ti­gen der ring­för­mi­gen Kranz­ba­sis ver­wen­de­te ich Ton­kar­ton­res­te mit ei­ner stram­men Gram­ma­tur von 300 g/m². Das Gan­ze wi­ckel­te ich mit ei­nem dun­kel­grü­nen Krepp­pa­pier ein, wel­ches über eine vierzig-prozentige Cre­page ver­füg­te. Hin­ge­gen die Tan­nen­zwei­ge stell­te ich aus ge­wöhn­li­chem Ton­pa­pier her. Da­bei nahm ich zwei schi­cke Grün­tö­ne zur Hil­fe, da­mit der Ad­vents­kranz am Ende le­ben­di­ger wirkt. Für das äu­ße­re Fi­nish ka­men au­ßer­dem noch eine grü­ne Acryl­far­be und ein mat­ter Acryl­lack zum Ein­satz. Des Wei­te­ren soll­ten Sie sich als Werk­zeu­ge eine schar­fe Sche­re, ei­nen flüs­si­gen Kle­ber, ein Falz­bein samt Li­ne­al und mei­ne bei­den DIN A4 Bas­tel­scha­blo­nen (#1 / #2) zu­recht­le­gen.

Be­vor ich mit dem Bas­teln los­leg­te, druck­te ich Scha­blo­ne #1 erst ein­mal auf ei­nen di­cken DIN A4 Ton­pa­pier­bo­gen. Gleich da­nach schnitt ich die Vor­la­ge frei, so­dass ich ei­nen Ke­gel­pin mit drei Kle­be­la­schen vor mir lie­gen hat­te.

Bildanleitung: Donut aus Papier basteln. Free Template: Christmas Doughnut out of Papier. Free Tutorial by Veronika Vetter Bavarian Fine Artist

Die­ses Schnitt­mus­ter fer­tig­te ich mir dann wie­der­um zehn­mal aus mei­nen sta­bi­len Ton­kar­ton­res­ten an.

  • Di­rekt im An­schluss falz­te ich sämt­li­che Knick­li­ni­en und Kle­be­la­schen mit­hil­fe ei­nes Falz­beins und ei­nes Li­ne­als.
  • Gleich da­nach ver­kleb­te ich die zehn Ke­gel­pins mit sich selbst zu iden­ti­schen Ku­chen­stü­cken. Die drei un­ter­schied­lich gro­ßen La­schen ließ ich bei je­dem Bau­stein al­ler­dings wei­ter­hin weg­ste­hen.
  • Nach die­sen kräf­te­zeh­ren­den Vor­be­rei­tungs­schrit­ten leg­te ich alle Ein­zel­tei­le flach vor mich hin. Als Nächs­tes be­strich ich die brei­tes­te Kle­be­la­sche ei­nes Ele­ments mit viel flüs­si­gem Kle­ber.
  • Dar­auf­hin nahm ich ein wei­te­res Ku­chen­stück und drück­te die­ses auf den glit­schi­gen Kle­be­strei­fen. Da­bei muss­te die glat­te Sei­te na­tür­lich nach in­nen zei­gen, so­dass die bei­den Bau­tei­le so aus­sa­hen, als sei­en die­se in­ein­an­der ge­steckt wor­den.

Zu gu­ter Letzt be­fes­tig­te ich dann auch die bei­den noch weg­ste­hen­den Kle­be­la­schen des Mut­ter­ele­ments an der Au­ßen­sei­te des eben an­ge­steck­ten Ku­chen­stücks.

Bild von buntem Hämorrhoiden Kissen aus Papier für die starken Tage

Um nun ei­nen wohl­pro­por­tio­nier­ten Ton­kar­ton­kranz zu er­zeu­gen, wie­der­hol­te ich die vor­an­ge­gan­ge­nen Bas­tel­schrit­te mit den rest­li­chen Stü­cken. Hin­weis: Das letz­te Bau­teil funk­tio­niert da­bei ge­nau­so wie der Schluss­stein bei ei­ner alt­rö­mi­schen Brü­cke. Da­durch wur­de mein fer­ti­ges Ad­vents­kranz­fun­da­ment auch so sta­bil, dass ich es so­gar als Fris­bee ver­wen­den könn­te.

Grüntöne entschleunigen die stressige Adventszeit

Als Nächs­tes woll­te ich die sche­cki­gen Ton­kar­ton­res­te und die fie­sen Kle­be­la­schen ver­schwin­den las­sen. Aus die­sem Grund nahm ich nun eine grü­ne Krepp­pa­pier­rol­le zur Hand und wi­ckel­te da­mit mei­nen Pa­pier­do­nut ein­mal kom­plett ein.

Bild von Papieradventskranz, der mit grünem Krepppapier eingewickelt wird. Kostenlose Bastelanleitung für Weihnachten von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Dar­auf­hin hat­te ich die ro­bus­te Ad­vents­kranz­ba­sis auch schon fer­tig­ge­stellt. Hin­weis: Ein Strohrö­mer in die­ser Grö­ße kos­tet lo­cker 8,00 Euro. Wie Sie se­hen, lässt sich mit selbst ge­bas­tel­ter Ad­vents­de­ko rich­tig Geld spa­ren.

Im nächs­ten Bas­tel­schritt küm­mer­te ich mich um mei­ne Tan­nen­zweig­i­mi­ta­te. Dazu leg­te ich mir zu­nächst ein­mal Ton­pa­pier in zwei un­ter­schied­li­chen Grün­tö­nen be­reit.

  • An­schlie­ßend schnitt ich mir aus je­der Far­be 20 Strei­fen zu­recht, die je­weils 70 Zen­ti­me­ter lang und drei Zen­ti­me­ter breit wa­ren.
  • Gleich da­nach ver­pass­te ich mei­nen Ton­pa­pier­strei­fen dün­ne Fran­sen. Dazu setz­te ich waa­ge­rech­te Ein­schnit­te, die cir­ca zwei Zen­ti­me­ter tief wa­ren, so­dass stets eine ein Zen­ti­me­ter brei­te Kle­be­la­sche un­ver­sehrt blieb.

Tipp: Um gleich­mä­ßi­ge Zwei­ge zu be­kom­men und Zeit zu spa­ren, leg­te ich im­mer fünf Pa­pier­strei­fen auf­ein­an­der, be­vor ich mit dem Fran­sen­schnei­den be­gann.

Künstliche Tannenzweige aus Papier basteln

Nach der Vor­be­rei­tung leg­te ich ei­nen der Strei­fen vor mich hin. Dar­auf­hin be­strich ich die ein Zen­ti­me­ter brei­te La­sche hin­ter den Fran­sen kom­plett mit flüs­si­gem Kle­ber.

Image Collage: Fir branches made of Paper. Advent wreath Christmas Crafting Tutorial. Free Templates by Veronika Vetter Bavarian Fine Artist

Nun dreh­te ich das Gan­ze schräg auf, so­dass ich am Ende eine Stan­ge er­hielt, die kom­plett aus bu­schi­gen Pa­pier­tan­nen­na­deln be­stand. Das Auf­dre­hen wie­der­hol­te ich an­schlie­ßend auch mit den 39 rest­li­chen Pa­pier­strei­fen.

Bild von GERSTAECKER Acryllack, der die künstlichen Tannenzweige eines Papieradventskranzes versiegelt Tipp: Be­vor ich mei­ne zar­ten Zweig­i­mi­ta­te dar­auf­hin an der Kranz­ba­sis fi­xier­te, be­mal­te ich ein­zel­ne Na­deln noch mit dun­kel­grü­ner Acryl­far­be. Durch die­se simp­le Maß­nah­me ent­ste­hen vo­gel­wil­de Schat­tie­run­gen, die den Pa­pier­ad­vents­kranz dy­na­mi­scher aus­se­hen las­sen. Ab­schlie­ßend ver­sie­gel­te ich mei­nen na­del­frei­en Weih­nachts­kranz noch mit ei­nem mat­ten Acryl­lack. Die­ser sorgt nicht nur für ei­nen leich­ten Glanz, son­dern schützt die Tisch­de­ko auch dau­er­haft vor Feuch­tig­keit.

Wann ist es Zeit für den Adventskranz?

Picture of Classic German Advent wreath. Celebrate Christmas in Europe. Traditional Christian ritual. Issued by Veronika Vetter Bavarian Fine ArtistAls der mat­te Acryl­lack nach cir­ca sechs Stun­den ge­trock­net war, be­gann ich da­mit mein grü­nes Ad­vents­kränz­chen klas­sisch zu de­ko­rie­ren. Zu­dem kleb­te ich vier süße Ge­schen­ke an die Zwei­ge, die Sie mit­hil­fe von Scha­blo­ne #2 im Hand­um­dre­hen aus Ton­pa­pier zu­sam­men­bau­en kön­nen. Auch die eher un­tra­di­tio­nel­le Oran­gen­ver­zie­rung stell­te ich selbst her. Dazu ließ ich die 0,5 Zen­ti­me­ter di­cken Schei­ben ei­ner han­dels­üb­li­chen Oran­ge ein­fach zwei Tage lang auf ei­nem Stück Back­pa­pier trock­nen. Wie Sie se­hen, ist aus­rei­chend Vor­be­rei­tungs­zeit beim Bas­teln ei­nes schö­nen Ad­vents­kran­zes das Al­ler­wich­tigs­te.

Foto von Veronika Vetter mit Adventskranz. Die Fine Art Künstlerin liest im Dezember 2017 den Koran auf Facebook vor (Sure 9 / Vers 111)

Apro­pos, wann küm­mern Sie sich ei­gent­lich um Ih­ren Ad­vents­kranz? Fol­gen Sie der all­ge­mei­nen Emp­feh­lun­g⁷ und bas­teln oder kau­fen Sie die weih­nacht­li­che Deko auch erst Ende No­vem­ber? Also mir ist das ja viel zu spät. Manch­mal fällt der ers­te Ad­vent näm­lich schon auf den 27. No­vem­ber, wes­halb ich im­mer di­rekt nach dem Mar­tins­tag mit der jähr­li­chen Weih­nachts­bas­te­lei be­gin­ne.

Ver­wand­te The­men:

Ge­schenk­tü­ten für Weih­nach­ten bas­teln - so geht’s
Bas­tel­an­lei­tung für ei­nen be­leuch­te­ten Pa­pier­tan­nen­baum

¹Deutsch­mann, An­ton: Der ers­te Ad­vents­kranz. youtube.com (11/2017).
²Mann van Vel­zen, Uwe: Das Rau­he Haus und der Ad­vents­kranz. Jo­hann Hin­rich Wi­chern als Er­fin­der. rauheshaus.de (11/2017).

³Ernst, Eu­gen: Weih­nach­ten im Wan­del der Zei­ten. Ein Haus­buch für die Zeit vom 1. Ad­vent bis zum Drei­kö­nigs­tag. Stutt­gart: Theiss 1998.
⁴Cha­lup­ka, Mi­cha­el: Die Ge­schich­te des Ad­vents­kran­zes. youtube.com (11/2017).
⁵Braun, Sil­via: Ad­vents­krän­ze und Ge­ste­cke. Stutt­gart: Chris­to­pho­rus Ver­lag 2008.
⁶Gröneveld-Olthoff, An­ge­li­ka: Das Kir­chen­jahr. gymnasium-kusel.de (PDF) (11/2017).
⁷Fi­scher, Fer­dy: Ad­vent und Weih­nach­ten fei­ern mit Kin­dern. Ge­bun­de­ne Aus­ga­be. Ost­fil­dern: Pat­mos Ver­lag 1996.

Erntedankkorb basteln: Nachhaltige Herbstdeko - Upcycling

Rund ist ge­sund! Die Deut­schen lie­ben das gute Es­sen so sehr, dass be­reits zwei Drit­tel¹ der Män­ner hier­zu­lan­de über­ge­wich­tig sind. Da­bei ste­hen vor al­lem köst­li­che Fleisch- und Wurst­wa­ren hoch im Kurs. In­fol­ge­des­sen be­nö­tigt mitt­ler­wei­le je­der Bun­des­bür­ger durch­schnitt­lich 60 Ki­lo­gram­m² Fleisch im Jahr, um ei­ni­ger­ma­ßen satt zu wer­den. Be­son­ders Ärz­te und Um­welt­schüt­zer be­kom­men al­ler­dings im­mer die Kri­se, wenn sie die ewig lan­gen Schlan­gen vor den Wurst­the­ken se­hen. Denn an­geb­lich soll der hohe Fleisch­kon­sum di­ver­se Volks­krank­hei­ten för­dern. Au­ßer­dem ha­ben die Mast­hö­fe wohl ei­nen enor­men Trink­was­ser­ver­brauch. Doch was wä­ren denn die Al­ter­na­ti­ven zum Bier­schin­ken oder zur Woll­wurst? Sol­len wir viel­leicht nur noch schnö­des Obst und Ge­mü­se es­sen, wie es wo­mög­lich Got­tes Plan war?

Denn der HERR, dein Gott, führt dich in ein gu­tes Land [...] dar­in Wei­zen, Gers­te, Wein­stö­cke, Fei­gen­bäu­me und Gra­nat­äp­fel sind; ein Land dar­in Öl­bäu­me und Ho­nig wach­sen; ein Land, da du Brot ge­nug zu es­sen hast, da dir nichts man­gelt [...].

Deu­te­ro­no­mi­um 8,7-9: Er­mah­nung zur Dank­bar­keit ge­gen den HERRN. bibel-online.net (09/2017).

Bild von Erntedankkorb als Tischdekoration. Bastelidee für den Kindergarten. Anleitung von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinDass das nie­mals pas­sie­ren wird, hat selbst die römisch-katholische Kir­che ein­ge­se­hen und des­halb kur­zer­hand den eins­ti­gen Sinn des Ern­te­dank­fes­tes er­wei­tert. Sehr lan­ge Zeit dank­ten die Chris­ten am ers­ten Sonn­tag im Ok­to­ber ih­rem Her­ren le­dig­lich für den Er­trag in der Land­wirt­schaft. Des Wei­te­ren mach­ten sich die Gläu­bi­gen be­wusst, dass es nicht al­lei­ne in der Hand des Men­schen³ liegt, stets über aus­rei­chend Nah­rung zu ver­fü­gen. Seit Papst Fran­zis­kus wird das Ern­te­dank­fest al­ler­dings eben­falls mit dem Um­welt­schutz in Ver­bin­dung ge­bracht.

Des­halb for­dern die Got­tes­die­ner an die­sem Fest­tag ihre Schäf­chen dazu auf, mehr Re­spekt vor der Na­tur zu ha­ben und ein nach­hal­ti­ge­res Le­ben zu füh­ren.

Hier in Mem­min­gen aber auch in vie­len an­de­ren Ge­mein­den wird Ern­te­dank mitt­ler­wei­le auch mit dem The­ma Um­welt­schutz in Ver­bin­dung ge­bracht. Es geht um Nach­hal­tig­keit, um Re­spekt vor der Na­tur und um die Be­wah­rung der Schöp­fung [...].

katholisch1tv: Die Ern­te - ein gu­ter Grund „Dan­ke” zu sa­gen. youtube.com (09/2017).

Picture of Thanksgiving Basket: Upcycling Art Tutorial. Free Template by Bavarian Fine Artist Veronika Vetter

Als Ka­tho­li­kin muss ich mich na­tür­lich dem Wil­len des Va­ti­kans beu­gen. Aus die­sem Grund habe ich die­ses Jahr mei­nen Ern­te­dank­korb aus al­tem Zei­tungs­pa­pier ge­bas­telt. Denn was ist nach­hal­ti­ger als Up­cy­cling?

Durch Up­cy­cling wer­den All­tags­ge­gen­stän­de [...] zu Kunst­ob­jek­ten oder neu­en Ge­brauchs­ge­gen­stän­den. Up­cy­cling ist die Ver­ar­bei­tung un­ge­nutz­ter, wert­vol­ler Res­sour­cen zu hoch­wer­ti­gen Pro­duk­ten.

Ma­cKu­sick, Chris­ti­ne: Was ist Up­cy­cling? valentinelaverte.jimdo.com (09/2017).

Bild von Veronika Vetter im Dirndl mit Wiesn-Schmankerln und selbst gebasteltem Erntedankkorb. Bayerische Kunst zum Nachmachen

Mein Ga­ben­korb ist da­bei streng ge­nom­men eine Korb­scha­le, die ich aus ei­ner di­cken Brat­wurst­schne­cke ge­formt habe. Für die­ses run­de Grund­ele­ment muss­te ich 175 gleich­gro­ße Zei­tungs­pa­pier­röll­chen an­ein­an­der­rei­hen, wo­durch mei­ne Herbst­de­ko so form­sta­bil wie ein teu­rer Rat­tan­korb wur­de.

Bild von Erntedankfestfeier in Bayern: Erntedankkrone mit Früchten und Kastanien. Arrangiert von Veronika Vetter Bewahrerin des katholischen GlaubensWenn die Zei­tungs­pa­pier­schne­cke zu ei­ner Scha­le ge­formt wird, dann er­ge­ben sich vie­le zar­te Bah­nen. Die­se habe ich mit ei­nem herbst­li­chen Braun­ton be­malt, so­dass der Ern­te­dank­korb wie eine gro­ße Baum­schei­be aus­sieht, auf der sich die Jah­res­rin­ge zäh­len las­sen. Die un­auf­dring­li­che Na­tur­op­tik setzt wie­der­um nicht nur die Feld­früch­te in Sze­ne, son­dern har­mo­niert au­ßer­dem per­fekt mit der lit­ur­gi­schen Far­be Grün. Das war mir sehr wich­tig, da mei­ne Ga­ben­scha­le in mei­ner Ge­mein­de als Al­tar­schmuck die­nen soll. Schließ­lich liegt das Ern­te­dank­fest im Kir­chen­jahr in ei­ner un­ge­präg­ten Zeit, in der die christ­li­chen Got­tes­häu­ser in Grün­tö­nen ge­schmückt sind.

Grün: Un­ge­präg­te Zei­ten: Zeit zwi­schen Ende Epi­pha­ni­as und Be­ginn der Pas­si­ons­zeit; Tri­ni­ta­tis­zeit; auch am letz­ten Sonn­tag des Kir­chen­jah­res, wenn er als Ewig­keits­sonn­tag be­gan­gen wird.

Gröneveld-Olthoff, An­ge­li­ka: Das Kir­chen­jahr. gymnasium-kusel.de (PDF) (09/2017).

Bild von umweltfreundlichem Upcycling Erntedankkorb mit frischen Biofrüchten aus dem Garten von Karin Göring-Eckardt. Bastelanleitung für die Herbstdekoration von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Mei­ne Ern­te­dank­korb­in­ter­pre­ta­ti­on hat ei­nen Durch­mes­ser von 30 Zen­ti­me­tern und ist da­mit un­ge­fähr so groß wie eine Piz­za­schach­tel. Sie möch­ten die­se nach­hal­ti­ge Herbst­de­ko nach­bas­teln? Dann er­fah­ren Sie in der fol­gen­den An­lei­tung, wie ich mei­ne schi­cke Korb­scha­le zu­sam­men­ge­setzt habe und war­um das Up­cy­cling auch zum Aus­dau­er­sport ge­zählt wer­den kann.

Erntedankkorb basteln - Anleitung

Bild von Schawuot in Nürnberg: Geschmückte Synagoge mit Früchten und aschkenasischen Matzenknödeln. Sukkot Dekoration von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinBe­vor ich mit dem Zu­sam­men­bau ei­nes Ga­ben­korbs be­gin­nen konn­te, muss­te ich erst ein­mal jede Men­ge al­tes Zei­tungs­pa­pier or­ga­ni­sie­ren. Das kann pro­ble­ma­tisch sein, denn streng ge­nom­men ist es in der BRD nicht er­laubt, Alt­pa­pier aus Pa­pier­ton­nen zu ent­wen­den. Zu mei­nem Glück habe ich Nach­barn, die mir ihre Pres­se­er­zeug­nis­se ger­ne zur Ver­fü­gung stel­len. Auch bei der Wahl des Kleb­stoffs ach­te­te ich auf Nach­hal­tig­keit, wes­halb ich mich für ei­nen wei­ßen Bas­tel­kle­ber auf Was­ser­ba­sis ent­schied. Hin­ge­gen die Ko­lo­ra­ti­on mei­nes Korbs nahm ich mit Acryl­far­ben vor. Lei­der konn­te ich kei­ne um­welt­freund­li­chen Was­ser­far­ben ver­wen­den, da die Dru­cker­schwär­ze sonst nicht voll­stän­dig über­deckt wer­den wür­de. Als Bas­tel­werk­zeu­ge leg­te ich mir au­ßer­dem noch eine Sche­re und ei­ni­ge Wä­sche­klam­mern be­reit.

Im ers­ten Schritt schnitt ich mir aus den Zei­tungs­pa­pier­sei­ten 230 gleich­gro­ße Stü­cke zu­recht, die alle 25 Zen­ti­me­ter lang und 15 Zen­ti­me­ter breit wa­ren.

Bild von Zeitungsseite mit dem Wetterbericht für Oberfranken. Das Papierstück enthält fünf Faltlinien, damit es zu einem Stäbchen eingeschlagen werden kann

Di­rekt im An­schluss schlug ich je­des Zei­tungs­pa­pier­stück so oft ho­ri­zon­tal ein, bis es zu ei­nem 0,8 Zen­ti­me­ter di­cken Stäb­chen wur­de.

Tipp: Um mei­ne Haut vor der ag­gres­si­ven Zei­tungs­tin­te zu schüt­zen, habe ich bei die­sen müh­sa­men Falt­schrit­ten stets Vi­nyl­hand­schu­he ge­tra­gen.

Bildcollage mit Anleitungsschritten: Zeitungspapier zu Stäbchen falten und anschließend mit Acrylfarben bemalen. Fotos von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Als Nächs­tes nahm ich mei­ne Acryl­far­ben zur Hand und be­mal­te da­mit mei­ne ge­fal­te­ten Zei­tungs­stäb­chen fol­gen­der­ma­ßen:

  • 175x braun: Ba­sis des Ern­te­dank­korbs.
  • 40x rot: Schne­cken­för­mi­ge Rand­de­ko­ra­ti­on.
  • 15x braun: Zier­band für den Scha­len­rand.

Nach­dem die Far­ben ge­trock­net wa­ren, kürz­te ich mei­ne ro­ten Stäb­chen auf eine Län­ge von 18 Zen­ti­me­tern. Hin­ge­gen die brau­nen Zei­tungs­stan­gen ließ ich so, wie sie wa­ren. Da­mit hat­te ich die Vor­be­rei­tungs­schrit­te ab­ge­schlos­sen und konn­te mit dem Zu­sam­men­bau der Ga­ben­scha­le be­gin­nen.

Korbschale aus einer Altpapierschnecke formen

Zum An­fer­ti­gen der Ern­te­dank­korb­ba­sis nahm ich zu­al­ler­erst ein Stäb­chen und dreh­te die­ses zu ei­ner Schne­cke, die wie die Quilling-Figur Tight Coil aus­sah.

Bildanleitung: Mehrere Tight Coil Figuren aus Zeitungspapier zu einer großen Bratwurstschnecke von Meica drehen. Papiergaumenschmaus fotografiert von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Dar­auf­hin be­strich ich das Ende der Zei­tungs­pa­pier­schne­cke mit wei­ßem Bas­tel­kle­ber und füg­te dort ein wei­te­res brau­nes Ele­ment an.

  • Tipp: Da­mit sich die kor­pu­len­ten Zei­tungs­pa­pier­ele­men­te bes­ser mit­ein­an­der ver­bin­den konn­ten, setz­te ich eine Wä­sche­klam­mer für ei­ni­ge Mi­nu­ten auf die feuch­te Kle­be­stel­le.

Als der Kle­ber dann ge­trock­net war, wi­ckel­te ich das Stäb­chen um die Schne­cke, so­dass das Gan­ze wie eine straf­fe Kau­gum­mi­rol­le mit Co­la­ge­schmack aus­sah.

Bild von einer runden Scheibe, die wie ein Rattankorbdeckel aus Lichtenfels aussieht. Handwerkskunst aus Bayern von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Nach dem glei­chen Prin­zip be­fes­tig­te ich auch mei­ne rest­li­chen 173 Stäb­chen, bis die Schei­be wie ein gro­ßer Rat­tan­korb­de­ckel aus­sah.

  • Hin­weis: Das letz­te Ele­ment un­ter­schei­det sich von den zahl­rei­chen In­nen­bah­nen, die ich le­dig­lich über die Ver­bin­dungs­stel­len mit­ein­an­der ver­knüpft habe. Denn um ei­nen ge­schlos­se­nen Kreis­lauf zu er­zeu­gen, muss­te ich die­ses Stäb­chen ab­schlie­ßend voll­stän­dig am äu­ße­ren Rand fest­kle­ben.

Durch die­se auf­wen­di­ge aber ein­fa­che Wi­ckel­tech­nik war es mir im nächs­ten Schritt mög­lich, die be­weg­li­che Schei­be zu ei­ner Scha­le zu for­men.

Bild von eingewickelten Zeitungspapierstäbchen, die zu einer Schale geformt werden. Meisterhafte Erntedankkunst von Veronika Vetter Dorfstadionarchitektin

Dazu schob ich die ein­ge­wi­ckel­ten Stäb­chen sanft aus­ein­an­der. Ich be­gann da­bei am äu­ße­ren Rand und ar­bei­te­te mich lang­sam von au­ßen nach in­nen vor. Als mei­ne Schei­be dar­auf­hin auf ei­ner Sei­te wie eine Steh­platz­kur­ve in ei­nem Fuß­ball­sta­di­on aus­sah, dreh­te ich das Gan­ze rechts­her­um wei­ter und glich die noch fla­chen Stel­len an die Stei­gung an.

Ich zog so lan­ge an den Sei­ten, bis mei­ne Ern­te­dank­scha­le eine gleich­mä­ßi­ge Höhe von ex­akt fünf Zen­ti­me­tern er­reicht hat­te. Als mir mein klei­nes Kunst­werk dann so weit ge­fiel, schnapp­te ich mir mei­nen wei­ßen Bas­tel­kle­ber, um das Aus­se­hen mei­nes Ga­ben­korbs end­gül­tig zu fi­xie­ren. Dazu trug ich den Kleb­stoff groß­zü­gig mit ei­nem fei­nen Syn­the­tik­pin­sel in­nen und au­ßen auf alle Zei­tungs­pa­pier­bah­nen auf.

  • Hin­weis: Dank die­ser simp­len Kle­be­tech­nik wur­de mein Ern­te­dank­korb gleich im­prä­gniert und trotzt so­mit auch nass­kal­tem Herbst­wet­ter.

Herbstschale mit schicker Upcycling Bordüre

Zu gu­ter Letzt ver­pass­te ich mei­ner Korb­scha­le noch eine far­bi­ge Rand­de­ko. Da­für roll­te ich auch mei­ne 40 ro­ten Zei­tungs­pa­pier­stäb­chen zu klei­nen Schne­cken auf.

Bildanleitung: 40 rote Zeitungspapierschnecken an den Schalenrand als Dekoration kleben. Idee von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Dies­mal ver­kleb­te ich die Tight Coil Quilling-Figuren al­ler­dings mit sich selbst, so­dass ich vie­le rote Stroh­bal­len vor mir lie­gen hat­te.

  • Im An­schluss fi­xier­te ich alle 40 Schneck­chen ne­ben­ein­an­der am äu­ße­ren Scha­len­rand. Die­se schlich­te Korb­de­ko­ra­ti­on war je­doch noch sehr la­bil und wür­de viel zu leicht ab­fal­len.
  • Aus die­sem Grund muss­te ich die ro­ten Ku­geln wei­ter sta­bi­li­sie­ren. Des­halb fer­tig­te ich mir aus den rest­li­chen 15 brau­nen Pa­pier­stäb­chen ein drei­la­gi­ges Sta­bi­li­sie­rungs­band an. Dazu ver­län­ger­te ich im­mer fünf Ele­men­te zu ei­ner lan­gen Schnur. Nach­dem ich die drei brei­ten Zei­tungs­pa­pier­gur­te an­schlie­ßend auf­ein­an­der­ge­klebt hat­te, be­fes­tig­te ich die ro­bus­te Hal­te­rung au­ßen an der schö­nen Schne­cken­ver­zie­rung.

Wich­tig: Ganz zum Schluss im­prä­gnier­te ich die far­bi­ge Bor­dü­re ge­nau­so wie die fer­tig­ge­zo­ge­ne Ern­te­dank­korb­ba­sis oben und un­ten mit wei­ßem Bas­tel­kle­ber.

Fazit: Was machen die Deutschen am Erntedanksonntag?

Bild eines ökologisch wertvollen Erntedankkorbs aus Altpapier, bei dem selbst Anton Hofreiter ein feuchtes Höschen bekommt. Angefertigt von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinMein nach­hal­ti­ger Ern­te­dank­korb ist ein sehr leich­tes Mo­tiv, wel­ches je­doch jede Men­ge Bas­tel­zeit in An­spruch nimmt. Es dau­er­te gut und ger­ne sie­ben Stun­den, bis ich eine fer­ti­ge Korb­scha­le vor mir ste­hen hat­te. Au­ßer­dem war das Fal­ten der zahl­rei­chen Zei­tungs­pa­pier­stäb­chen äu­ßerst er­mü­dend. Da­für ver­fü­ge ich nun über eine hoch­wer­ti­ge Ga­ben­scha­le aus Alt­pa­pier, wel­che un­se­re hei­mi­schen Feld­früch­te stil­voll prä­sen­tiert. Mir ge­fällt an mei­nem Up­cy­cling Korb be­son­ders gut, dass die­ser völ­lig dicht ist und so­mit auch mit Stroh oder Heu aus­staf­fiert wer­den kann.

Ha­ben Sie sich schon ein­mal ge­fragt, war­um das Ern­te­dank­fest in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land so eine ge­rin­ge Be­deu­tung hat? Viel­leicht liegt es an der Tat­sa­che, dass das po­la­ri­sie­ren­de Münch­ner Ok­to­ber­fest am Ern­te­dank­sonn­tag oft­mals noch in vol­lem Gan­ge ist. Wo­mög­lich ist aber auch die dun­kel­deut­sche Ver­gan­gen­heit schuld, denn schließ­lich war das Reichs­ern­te­dank­fest ein rie­sen­gro­ßes Spek­ta­kel wäh­rend des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus.

Ern­te­dank­fest! Das gan­ze deut­sche Volk in al­len Gau­en des Va­ter­lan­des dankt heu­te dem All­mäch­ti­gen da­für, dass er die Saat hat wach­sen und rei­fen las­sen.

li­ne­satthc: 1.10.1933 Rund­funk­über­tra­gung Reichs­ern­te­dank­fest. youtube.com (09/2017).

Mei­ner Mei­nung nach kommt die Be­deu­tungs­lo­sig­keit da­her, da sich das schlich­te Ern­te­dank­fest von den kon­sum­ori­en­tier­ten Kir­chen­fes­ten ab­hebt und des­halb vom Ein­zel­han­del und von den Me­di­en re­la­tiv un­be­ach­tet bleibt.

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¹N­öll­ke, Clau­dia: Vie­le es­sen nicht so ge­sund, wie sie glau­ben. aponet.de (09/2017).
²Ben­se­mann, Mar­cus: Wie viel Fleisch ist ge­sund? ndr.de (09/2017).
³Echtzeit-TV: Ern­te­dank­fest. youtube.com (09/2017).