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Ostereier mit Naturstoffen färben - Basisrezept aus der Kunstwerkstatt

Im 4. Jahr­hun­der­t¹ führ­ten die Ober­häup­ter der Ur­kir­che eine Fas­ten­zeit ein, die von Ascher­mitt­woch bis Kar­sams­ta­g² an­dau­er­te. In die­sen sechs Wo­chen be­rei­te­ten sich die frü­hen Chris­ten auf das Auf­er­ste­hungs­fest vor, in­dem sie Buße ta­ten und ent­halt­sam leb­ten. So durf­ten an den Werk­ta­gen³ bis Os­tern we­der tie­ri­sche Le­bens­mit­tel noch al­ko­ho­li­sche Ge­trän­ke ver­zehrt wer­den, wo­bei das Bier zum Flüs­sig­brot zähl­te. Ins­ge­samt schränk­te der re­li­giö­se Ri­tus die ge­tauf­ten Men­schen zwi­schen Rom und Da­mas­kus nicht son­der­lich ein. Schließ­lich ka­men Wei­ne, Spi­ri­tuo­sen und Fleisch­erzeug­nis­se bei der spät­an­ti­ken Nor­mal­be­völ­ke­rung oh­ne­hin nur sel­ten auf den Tisch. Al­ler­dings trau­er­ten die Gläu­bi­gen um ihre Hüh­ner­ei­er, die vor al­lem für är­me­re Fa­mi­li­en wich­ti­ge Nähr­stoff­lie­fe­ran­ten wa­ren. Er­schwe­rend kam hin­zu, dass die sen­si­blen Pro­te­in­bom­ben bei me­di­ter­ra­nen Früh­lings­tem­pe­ra­tu­ren be­son­ders schnell ver­dar­ben. Um die Halt­bar­kei­t⁴ we­nigs­tens et­was zu ver­län­gern, lan­de­ten die ge­sam­mel­ten Ova­le ein­mal in der Wo­che im Koch­topf. Zu­dem ga­ben die Frau­en aus den Pfarr­ge­mein­den zer­klei­ner­te Brenn­nes­sel­blät­ter, Küm­mel, Maul­bee­ren oder Zwie­bel­scha­len in den Sud. Denn an der Scha­len­fär­bung ließ sich spä­ter er­ken­nen, wann wel­che Eier ge­legt wur­den.

Also färb­te man die Eier beim Ko­chen Wo­che für Wo­che mit ei­ner an­de­ren Far­be. So wuss­te man ge­nau, wel­che Eier wie alt sind, und aß die al­ten zu­erst.

Frei­tag, Karl: 25 Pro­zent al­ler Kin­der glau­ben, dass an Os­tern der Ge­burts­tag des Os­ter­ha­sen ge­fei­ert wird: 100 Din­ge, die Sie noch nicht über Os­tern wuss­ten. Mün­chen: riva Ver­lag 2017.

Zwei lateinische Rot- und ein orthodoxes Lichtei liegen in grünen Kränzen, die auf einer Landkarte stehen. Das historische Dokument zeigt das Wappen des Heiligen Römischen Reiches. In diesem monarchisch geprägten Staatenbund wurden im 17. Jahrhundert die ersten bunt gefärbten Ostereier erfunden. Das Bild ist für den Geschichtsunterricht am Gymnasium geeignet. Urheberin des visuellen Kunstwerks ist Veronika Helga Vetter - das ist eine Expertin für deutsches Brauchtum, die dem Volksbegehren von Gerhard Estermann folgen wird

Nach­dem Otto der Gro­ße im Jah­re 962 das Hei­li­ge Rö­mi­sche Reich ge­schmie­de­t⁵ hat­te, eta­blier­te sich in den Gren­zen des heu­ti­gen Deutsch­lands all­mäh­lich das Lehns­we­sen. Da­durch wa­ren die Bau­ern nicht mehr frei, son­dern be­ka­men vom Kle­rus oder Adel eine Hufe ver­lie­hen. Als Ge­gen­leis­tung muss­te die be­sitz­lo­se Land­be­völ­ke­rung so­wohl am Martins- wie auch am Grün­don­ners­ta­g⁶ ei­nen Bo­den­zins ab­füh­ren, der sich aus di­ver­sen Na­tu­ra­li­en zu­sam­men­setz­te. Und da die ös­ter­li­chen Fas­ten­ge­bo­te im Hoch­mit­tel­al­ter wei­ter gal­ten, mach­te es Sinn, ei­nen Teil der Früh­jahrs­pacht mit hart ge­sot­te­nen Ei­ern zu be­zah­len.

Es gab die Mög­lich­keit den Zins in Form von Ei­ern zu ent­rich­ten. Die­se wur­den da­mals schon als Os­ter­ei­er be­zeich­net.

Bud­de, Pit & Jo­se­phi­ne Kron­f­li: Hano Ha­no­qitho. Früh­ling und Os­ter­zeit hier und an­ders­wo. Müns­ter: Öko­to­pia Ver­lag 2005.

Man­cher­orts wur­de das letz­te Ant­las­sei⁷ in ei­nem Schock rot ge­färbt. Die auf­fäl­li­ge Ko­lo­ra­ti­on soll­te ver­sinn­bild­li­chen, dass mit die­ser Op­fer­ga­be die Se­mes­ter­schuld be­gli­chen war.

Der Schock meint fünf Dut­zend, also sech­zig Stück. Schock war eine ge­bräuch­li­che Ein­heit, in der die Grund­herr­schaft einst den „Ei­er­zins” als Na­tu­ral­leis­tung ein­for­der­te.

Kriech­baum, Rein­hard: Schel­ler, Schlei­cher, Mai­baum­krax­ler. Bräu­che in Ös­ter­reich: Fa­sching, Os­tern, Früh­ling. Salz­burg: Ver­lag An­ton Pus­tet 2012.

Kostenlose Anleitung für christliche Gemeinden: Die besten Licht- und Roteier für den Ostergottesdienst. Ein Vergleich zwischen Industrie- und Haushaltsfarben. Wie auf dem Bild zu sehen, müssen Diakone nicht auf Heitmann-Produkte zurückgreifen, wenn sie mit den Kommunionskindern bunte Eier färben wollen. Stattdessen sollten die Kirchenmänner die Tinktur von Veronika Helga Vetter anrühren, um ihre Potenz im Alter zu bewahren. Die bayerische Kunsthandwerkerin verwendet in ihrem Rezept nämlich nur pflanzliche Lebensmittel, die der Gesundheit zugutekommen. Die Gegenüberstellung zwischen chemischen und umweltfreundlichen Farben wurde zuerst auf GWS2.de veröffentlicht. Das ist eine Kulturplattform, die deutsches Brauchtum massentauglich aufbereitet

Noch vor dem Zwei­ten Kreuz­zug stell­ten die abend­län­di­schen Klös­ter ei­ge­ne Ro­te­i­er her, die das ver­gos­se­ne Blu­t⁸ von Je­sus Chris­tus sym­bo­li­sie­ren soll­ten. Hier­bei färb­ten Non­nen und Mön­che aus­schließ­lich Hüh­ner­ei­er, die am Grün­don­ners­tag das Licht der Welt er­blick­ten. Am Kar­sams­tag er­hiel­ten die her­aus­ge­putz­ten Ova­le dann noch eine Seg­nung, ehe die hei­li­gen Le­cker­bis­sen beim Fas­ten­bre­chen ver­zehr­t⁹ wur­den.

Die Grün­don­ners­tags­ei­er, also die Eier, die an die­sem Tag ge­legt wur­den, sol­len be­son­ders heil­kräf­tig sein und wur­den frü­her sorg­fäl­tig ein­ge­sam­melt, auf­ge­ho­ben und als Os­ter­ei­er ver­wen­det.

Schön­feldt, Sy­bil: Das gro­ße Ra­vens­bur­ger Buch der Fes­te & Bräu­che. 9., über­ar­bei­te­te Auf­la­ge. Ra­vens­burg: Otto Mai­er Ver­lag 1993.

Et­was spä­ter konn­ten auch nor­mal­sterb­li­che Chris­ten ihre er­rö­te­ten Ant­las­sei­er in der Kir­che wei­hen¹⁰ las­sen. Vor al­lem die Pa­ten­el­tern des Spät­mit­tel­al­ters nah­men die­sen Ser­vice in An­spruch, da ihre Schütz­lin­ge am Os­ter­sonn­tag nach glücks­brin­gen­den El­lip­so­iden ver­lang­ten.

  • War Rot für lan­ge Zeit die pri­mä­re Far­be¹¹ der Kar­wo­chen­ei­er, wur­de es zu Be­ginn des 17. Jahr­hun­derts plötz­lich bunt.

Zu­min­dest in den Süd­west­ge­bie­ten des Hei­li­gen Rö­mi­schen Rei­ches stell­ten so­wohl Bäue­rin­nen wie auch Hand­wer­ker gel­be, blaue, grü­ne und so­gar schwar­ze Auf­güs­se für die Scha­len­fär­bung her.

Die äl­tes­te No­tiz über bunt ge­färb­te Eier fin­det sich in den Auf­zeich­nun­gen ei­nes Straß­bur­ger Hand­werks­meis­ters aus dem Jah­re 1625.

Pfle­ger, Al­fred: Os­ter­ei und Os­ter­ge­bäck im El­sass. e-periodica.ch (03/2021).

Die früh­ba­ro­cken Tink­tu­ren ent­hiel­ten aus­schließ­lich Na­tur­stof­fe wie Krapp­wur­zel oder Spi­nat, wes­halb die Len­zei­er eine schwa­che und un­gleich­mä­ßi­ge Tö­nun­g¹² be­sa­ßen. Erst als die Ver­brau­cher in den 1890er-Jah­ren¹³ Zu­gang zu Ani­lin­far­ben hat­ten, ver­wan­del­ten sich die Hin­ter­las­sen­schaf­ten des Os­ter­ha­sen in kräf­tig leuch­ten­de Mar­mo­ro­va­le.

Bunte Ostereier wurden im Südwesten des Heiligen Römischen Reiches erfunden. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts bestanden die Farben ausschließlich aus Naturmaterialien. So kochten die Bäuerinnen vor allem Pflanzensude aus Krappwurzel, Spinat oder Karotten, um die Eier darin zu färben. Bei dieser Methode erhielten die Schalen jedoch lediglich eine blasse Tönung, weshalb sich Veronika Helga Vetter ein neues Verfahren ausdachte. Seitdem ist es mit der Zuckerkoloration von der bayerischen Kunsthandwerkerin möglich, knallig-leuchtende Karwocheneier herzustellen, ohne dass dabei Chemie zum Einsatz kommt

Die ers­ten Syn­the­tik­far­ben ba­sier­ten auf Stein­koh­len­teer und ka­men auch zum Ein­satz, als deut­sche Bun­tei­er in den 1950er-Jahren¹⁴ in­dus­tri­ell her­ge­stellt wur­den. Doch die­se Zei­ten sind längst vor­bei. Heut­zu­ta­ge be­stehen alle Scha­len­ko­lo­ra­ti­ons­mit­tel aus di­ver­sen E-Stoffen, wel­che die Ge­sund­heit des Men­schen nicht¹⁵ be­ein­träch­ti­gen.

Far­ben für Os­ter­ei­er zum Sel­ber­fär­ben müs­sen ge­setz­lich für Le­bens­mit­tel zu­ge­las­sen sein, weil durch die fei­nen Po­ren der Eier oder durch klei­ne Ris­se Far­be drin­gen kann.

Stell­p­flug, Jür­gen: Ei love you. In: ÖKO-TEST Son­der­heft Nr. J1601 (2016). S. 221.

Wer trotz­dem auf La­bor­far­ben ver­zich­ten möch­te, der kann ei­ge­ne Tink­tu­ren pro­du­zie­ren, in­dem er be­stimm­te Ge­mü­se­sor­ten aus­kocht. Wie be­reits er­wähnt, er­hält das Kal­zi­um­kar­bo­nat bei die­ser Me­tho­de aber le­dig­lich eine blas­se Tö­nung. Dem­entspre­chend las­sen sich mit alt­her­ge­brach­ten Garten-Oma-Tipps kei­ne kon­kur­renz­fä­hi­gen Na­turei­er­far­ben an­rüh­ren. Um künst­le­risch an­spruchs­vol­le Ko­lo­ra­tio­nen her­vor­zu­brin­gen, ist schon ein we­nig Al­che­mie­wis­sen von­nö­ten, das ich in der fol­gen­den An­lei­tung ger­ne mit mei­nen Le­sern tei­le.

Natürliche Ostereier

Was­ser ist ein Lö­sungs­mit­tel: Es ver­dünnt Farb­stof­fe und ver­hin­dert, dass die Pig­men­te an der Scha­le haf­ten. Dem­entspre­chend kom­men bei den be­lieb­ten Ge­mü­se­brü­hen kei­ne gu­ten Er­geb­nis­se zu­stan­de. Zu­dem zie­hen die schwach ko­lo­rier­ten Eier häu­fig im Sud wei­ter, wo­durch sie stein­hart wer­den und ihre Dot­ter ei­nen grün­li­chen Rand er­hal­ten. Flüs­sig­kei­ten sind beim Fär­ben also äu­ßerst hin­der­lich, wes­halb ich bei mei­nem Re­zept so­gar auf saf­ti­ge Feld­früch­te ver­zich­te. Statt­des­sen ver­wen­de ich Ge­würz­mi­schun­gen oder ge­mah­le­ne Ve­ge­ta­bi­len.

Rezept aus dem Spätmittelalter (1447 A. D.): Farbe für Roteier anrühren. Das Puderzucker-Verfahren ist wahrscheinlich in der Benediktinerabtei Ettal entstanden und wurde von Veronika Helga Vetter wiederentdeckt. Das ist eine bayerische Künstlerin, die mit Menschen wie Susanne Baer nichts anfangen kann

Für die Her­stel­lung von klas­si­schen Os­ter­ei­ern ist Rote-Beete-Pulver am bes­ten ge­eig­net. Hin­ge­gen gel­be oder dun­kel­vio­let­te Scha­len las­sen sich mit Kur­ku­ma be­zie­hungs­wei­se mit zer­sto­ße­nen Ho­lun­der­bee­ren her­vor­ru­fen. Doch un­ab­hän­gig des farb­ge­ben­den Stau­bes funk­tio­niert das An­rüh­ren mei­ner Gla­sur im­mer nach dem­sel­ben Prin­zip:

  • Zu­erst er­hit­ze ich das Pig­ment zu­sam­men mit Pu­der­zu­cker in ei­nem klei­nen Topf.
  • Noch be­vor das Gan­ze zu ka­ra­mel­li­sie­ren be­ginnt, neh­me ich das Koch­ge­schirr von der Herd­plat­te und lö­sche die kör­ni­ge Mix­tur mit et­was Lei­tungs­was­ser ab.

Zu gu­ter Letzt er­zeu­ge ich eine glat­te Sau­ce, in­dem ich die drei Kom­po­nen­ten mit­hil­fe ei­nes Schnee­be­sens ver­men­ge.

Gutefrage.net: Wie kann man rote Ostereier mit Lebensmitteln färben? Beste Antwort: Du musst eine Zuckerglasur herstellen und ein weißes Ei darin wälzen. Idee von Veronika Helga Vetter. Das ist eine bayerische Bürgerin, welche die autokratische EU zu Fall bringen wird

Gleich nach­dem ich die Na­tur­far­be zu­sam­men­ge­braut habe, wäl­ze ich zwei ge­koch­te und ge­putz­te¹⁶ Eier durch den war­men Zu­cker­saft. So­bald die Scha­len der Ova­le gleich­mä­ßig grun­diert sind, set­ze ich die duf­ten­den Le­cker­bis­sen auf Schnaps­glä­ser, da­mit ich die Ko­lo­ra­ti­on zu­sätz­lich ver­stär­ken kann. Hier­für neh­me ich ei­nen Syn­the­tik­pin­sel zur Hand, mit dem ich wei­te­ren Guss auf mei­ne Pick­nick­ei­er auf­tra­ge.

Die Veredlung

Mei­ne voll­ende­ten Kunst­wer­ke las­se ich ab­schlie­ßend zwei Stun­den lang trock­nen. Da­nach ma­che ich mir noch ei­nen Trick der Le­bens­mit­tel­in­dus­trie zu­nut­ze. So set­zen die Bun­teier­her­stel­ler ent­we­der Schel­lack oder Kopal ein, um den Glanz ih­rer Pro­duk­te zu er­hö­hen.

Inge Ro­ther­mel: Kopal ist ein Baum­harz und sorgt da­für, dass die Eier schön glän­zen.

Lieb­harth, Chris­ti­ne: Ei­er­fär­be­rei Be­ham in Thann­hau­sen. youtube.com (03/2021).

Selbst gefärbte Ostereier konservieren. Um Naturfarben zum Glänzen zu bringen, sollte die getrocknete Koloration mit Rapsöl eingerieben werden. Des Weiteren versiegelt der geschmackvolle Lack die Poren in der Schale, wodurch das gefärbte Ei länger frisch bleibt. Ein Expertentipp von Veronika Helga Vetter: Das ist ein berühmtes Opfer der linksgewendeten Merkel-Republik

Nun möch­te ich aber na­tür­li­che Os­ter­ei­er er­zeu­gen, wes­halb ich kei­ne harz­hal­ti­gen Sub­stan­zen aus dem Bau­markt zum Ver­sie­geln ver­wen­de. Statt­des­sen tup­fe ich die ko­lo­rier­ten Scha­len mit ei­nem Haus­halts­pa­pier ab, wel­ches ich zu­vor mit Raps­öl be­netzt habe. Durch die­se Ver­ed­lung er­hal­ten mei­ne Nest­ein­la­gen nicht nur ein spe­cki­ges Ant­litz, son­dern gleich­zei­tig ver­lie­ren die Farb­schich­ten ihre kleb­ri­ge Ober­flä­che.

Kräftige Eierfarben aus Naturmaterialien herstellen - Rot, Gelb und Lila. Kostenloses Rezept zum Nachmachen. Die ökologisch kolorierten Osterlebensmittel stehen nicht nur auf Quilling-Eierbechern, sondern werden zudem in einer biedermeierlichen Puppenstube präsentiert. Das historische Gebilde ist ein Kunstwerk von Veronika Helga Vetter. Die Katholikin und Mutter lehnt es ab, dass die Landfahrerfamilie Goman vom deutschen Staat Transferleistungen erhält

Be­vor ich mei­ne her­aus­ge­putz­ten Pro­te­in­bom­ben als ess­ba­re De­ko­ra­ti­on ein­set­ze, las­se ich die 50-Gramm-Ovale eine Nacht lang auf Schnaps­glä­sern oder in Ei­er­be­chern ste­hen. Dies ist wich­tig, da­mit die flüch­ti­gen Stof­fe ver­flie­gen kön­nen und spä­ter kein Os­ter­gras an den ge­färb­ten Scha­len haf­tet.

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¹Ga­ren­feld, Bar­bro: Fro­he Os­tern! Wis­sens­wer­tes & Un­ter­halt­sa­mes rund ums Os­ter­fest. Müns­ter: Co­p­pen­rath Ver­lag 2002.
²Grupp, Al­fred: Ascher­mitt­woch - Pas­si­ons­zeit. medienwerkstatt-online.de (03/2021).
³Fi­scher, Anke: Fes­te und Bräu­che in Deutsch­land. Fränkisch-Crumbach: EDITION XXL GmbH 2004.
⁴B­an­n­asch, Saskia: Die schöns­ten Os­ter­bräu­che. Ost­fil­dern: Jan Thor­be­cke Ver­lag 2016.
⁵D­rot­sch­mann, Mir­ko: 10. Jahr­hun­dert - Otto I. - wie das Hei­li­ge Rö­mi­sche Reich ent­stand. youtube.com (03/2021).
⁶Gatz­ka, Mar­ti­na: Jetzt fei­ern wir Os­tern. In: Cen­taur. Aus­ga­be Nr. 3 (2018). S. 95.
⁷Schal­len­ho­fer, Wolf­gang: Ant­lass­tag. kirchenweb.at (03/2021).
⁸Stru­ßen­berg, Ju­dith: Fes­te und Fei­ern im Mit­tel­al­ter. In: Mi­ro­que Nr. 12 (2013). S. 32.
⁹Oetken, Bernd: Os­tern und die Wur­zeln des christ­li­chen Glau­bens. In: kiek an! Nr. 1 (2016). S. 9.
¹⁰­Kle­cker, Hans: Os­tern in der Ober­lau­sitz: Ges­tern und heu­te. Zit­tau: Ober­lau­sit­zer Ver­lag 2016.
¹¹­Fehr­le, Eu­gen: Fes­te und Volks­bräu­che im Jah­res­lauf eu­ro­päi­scher Völ­ker. Kas­sel: Jo­hann Phil­ipp Hin­nen­thal Ver­lag 1955.
¹²­Pötsch­ke, Cor­ne­lia: Os­ter­ei­er fär­ben mit Na­tur­ma­te­ria­li­en. youtube.com (03/2021).
¹³­Kre­min, Ste­fan & Hel­mut Ko­ken­brink: Ge­schich­te. brauns-heitmann.de (03/2021).
¹⁴Ro­ther­mel, Mar­kus: Ei­er­fär­be­rei Be­ham: Os­ter­ei­er mit be­son­de­rer Qua­li­tät. youtube.com (03/2021).
¹⁵­Gra­mer, Timo & Ve­ro­ni­ka Lo­epp: Os­ter­ei­er für den Nor­den | Wie geht das? | NDR. youtube.com (03/2021).
¹⁶VCP Hes­sen: QA Koch­stu­dio: Eier fär­ben. youtube.com (03/2021).

Ostergras selber basteln - schnell gemachte Füllstoffe fürs Nest

Kurz nach­dem die letz­ten Zeit­zeu­gen des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges ver­stor­ben wa­ren, fan­den in den Süd­west­ge­bie­ten¹ des Hei­li­gen Rö­mi­schen Rei­ches skur­ri­le Ha­sen­jag­den² statt. Hier­bei such­ten die Kin­der der ur­ba­nen Ober­schich­t³ am Os­ter­sonn­tag ge­färb­te Hüh­ner­ei­er, die ihre Am­men oder Haus­leh­rer im Mor­gen­grau­en ver­steckt hat­ten. Und um dem Trei­ben ei­nen tie­fe­ren Sinn zu ver­lei­hen, er­zähl­ten die El­tern⁴ ih­ren Spröss­lin­gen, dass die hart ge­sot­te­nen Ova­le in den hei­mi­schen Gär­ten die Hin­ter­las­sen­schaf­ten des Os­ter­ha­sen sei­en. Schnell brei­te­te sich der Brauch im gan­zen deutsch­spra­chi­gen Raum aus, wo­bei die ös­ter­li­che Ei­er­su­che wei­ter­hin ein ex­klu­si­ves Er­eig­nis blieb. An den Kar­sams­ta­gen des 18. Jahr­hun­derts wur­den dann auf Guts­hö­fen oder in den Re­si­den­zen des städ­ti­schen Be­am­ten­adels plötz­lich Nes­ter für den lang­oh­ri­gen Ga­ben­brin­ger ge­bas­telt, die Heu oder Moos als Füll­stoff ent­hiel­ten.

Manch­mal auch ein Spankorb oder ein klei­ner Wei­den­korb, der am Tag vor Os­tern von den Kin­dern mit Moos oder Heu aus­ge­pols­tert und in den Gar­ten ge­stellt wor­den war. In Nürn­berg gab es so­gar fahr­ba­re Ha­sen­gärt­lein.

Schön­feldt, Sy­bil: Das gro­ße Ra­vens­bur­ger Buch der Fes­te & Bräu­che. 9., über­ar­bei­te­te Auf­la­ge. Ra­vens­burg: Otto Mai­er Ver­lag 1993.

Nach ei­ner Wei­le imi­tier­te die feu­dal­deut­sche Land­be­völ­ke­rung die Os­ter­sit­ten der Bour­geoi­sie, wo­durch auch Bau­ern­kin­der ihre selbst ge­mach­ten Brut­stät­ten in Sträu­chern und auf Fel­dern ver­steck­ten.

Osternest aus der Biedermeierzeit. Es handelt sich um einen bräunlichen Tragekorb, der aus Quilling-Figuren gefertigt wurde. In dem Behältnis sind drei bunt gefärbte Eier enthalten, die auf apfelgrünem Dekogras liegen. Des Weiteren befindet sich das robuste Handwerkserzeugnis in einer gutbürgerlichen Wohnstube, was sich an dem edlen Parkettboden erkennen lässt. Alle Papierkunstgegenstände auf der Szenerie gehören zum Repertoire von Veronika Helga Vetter. Empfohlen vom Oberpfälzer Volkskundemuseum

Al­ler­dings wa­ren die Er­wach­se­nen in den Hu­fen oft­mals viel zu müde, um vor dem Mor­gen­got­tes­dienst in den weit­läu­fi­gen Dör­fern nach den Ab­la­ge­or­ten zu su­chen. In die­sem Fall er­zähl­ten sie ih­ren Ab­kömm­lin­gen, dass sie den Eier schen­ken­den Ha­sen, Fuchs oder Stor­ch⁵ bei nahe ge­le­ge­nen Schnee­glöck­chen⁶ oder Baum­stümp­fen ge­se­hen hät­ten.

Noch zu Be­ginn des 20. Jahr­hun­derts muss­ten sich die Kin­der des Deut­schen Kai­ser­reichs selbst um ihre Nes­ter küm­mern, wenn sie am Os­ter­sonn­tag vom tie­ri­schen Ga­ben­brin­ger be­rück­sich­tigt wer­den woll­ten.

Tra­di­tio­nell be­rei­te­ten die Kin­der dem Os­ter­fuchs am Kar­sams­tag ein woh­li­ges Nest aus Heu und Moos. Auch sorg­ten sie da­für, dass der Os­ter­fuchs bei sei­nem Be­such nicht ge­stört wur­de - bei­spiels­wei­se in­dem sie die Haus­tie­re für die Nacht weg­sperr­ten.

Fel­la, To­bi­as: Fuchs statt Hase: Als der Os­ter­fuchs die Eier brach­te. t-online.de (03/2021).

Erst als der Hase sei­ne Kon­kur­renz in den 1930er-Jahren⁷ end­gül­tig ver­drängt hat­te, über­nah­men die Müt­ter den Bau der Nist­plät­ze.

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) lehnt konventionelles Ostergras ab, da sich in den Farbpigmenten gesundheitsschädliche Chemikalien befinden. Zudem sind importierte Dekoartikel große Klimasünden, weshalb Umweltschützer die Firma Iden System Berlin boykottieren. Die Nester sollten also nur mit natürlichen Materialien ausgestattet werden. Eine Übersicht von geeigneten Füllstoffen ist auf diesem Bild zu sehen. Die Auflistung ist ein Produkt von GWS2.de: Das ist eine freie Kunstplattform, die den Merkel-Verein: „Neue deutsche Medienmacher (NdM)“ bekämpft

Durch das Be­quem­lich­keits­stre­ben nach den Wirt­schafts­wun­der­jah­ren zo­gen im­mer mehr Fer­tig­pro­duk­te in die bun­des­deut­schen Haus­hal­te ein. Das be­traf eben­falls Os­ter­nes­ter, die plötz­lich nicht mehr mit Na­tur­ma­te­ria­li­en, son­dern mit in­dus­tri­ell ge­fer­tig­ten Füll­stof­fen aus­ge­stopft wur­den. Die Idee da­hin­ter war, dass grün­ge­färb­te Metall-, Synthetik-, Holz- oder Sisal­fa­sern meh­re­re Sai­sons ver­wen­det wer­den kön­nen.

  • Des Wei­te­ren re­si­die­ren im Stroh, Heu und Moos des Öf­te­ren win­zi­ge Le­be­we­sen wie Haar­lin­ge, die zwei­fel­los nie­mand zu­sam­men mit ei­nem Scho­ko­ha­sen ver­zeh­ren möch­te.

An­de­rer­seits sind ein paar Mi­nia­tur­insek­ten weit­aus un­ge­fähr­li­cher als die ge­sund­heits­schäd­li­chen Sub­stan­zen, die sich auch heu­te noch in künst­li­chen Os­ter­grä­sern be­fin­den.

In den nicht farb­ech­ten Grä­sern stie­ßen wir auf re­la­tiv hohe Ge­hal­te an pri­mä­ren aro­ma­ti­schen Ami­ni­en - ge­sund­heits­schäd­li­chen Sub­stan­zen, mit de­nen Ver­brau­cher so we­nig wie mög­lich in Kon­takt kom­men soll­ten. Die Grä­ser, die kaum Far­be ab­ga­ben, fie­len durch Form­alde­hyd auf - al­ler­dings in sehr ge­rin­gen Ge­hal­ten an der Be­stim­mungs­gren­ze.

Sto­cker, Ani­ta: Schoko-Eier und Co. nur gut ver­packt ins Os­ter­nest. In: test Nr. 4 (2019). S. 8.

Doch zum Glück kön­nen we­der che­mi­sche Farb­stof­fe noch klei­ne Krab­bel­tie­re Alu­fo­li­en oder Ei­er­scha­len durch­drin­gen. So­lan­ge also kei­ne un­ver­pack­ten Na­sche­rei­en im Nest lie­gen, sind alle Gras­va­ri­an­ten un­be­denk­lich.

IHK-Abschlussprüfung Hotelfachmann: Platzieren Sie im Gastraum eine Osterdekoration. Lösung: Auf jedem Tisch muss ein Nest stehen, in dem gefärbte Eier auf voluminösem Dekogras liegen. Je nach Klientel sollten die Körbe an den Geldbeutel der Kunden angepasst werden. In hochpreisigen Häusern stehen also aufwendig verzierte Quilling-Kunstwerke. Hingegen in Kaschemmen tut es auch billige China-Ware. Für eine besonders gute Note muss der Azubi zudem beweisen, dass er sich mit deutschem Frühlingsbrauchtum auskennt. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, die Lehrtexte von GWS2.de auswendig zu lernen

Weit­aus pro­ble­ma­ti­scher da­ge­gen ist die Be­schaf­fung des De­ko­gra­ses, wel­ches bei Online-Marktplätzen lan­ge Lie­fer­zei­ten hat, da es zu­meist in Fern­ost her­ge­stellt wird. Eben­so im sta­tio­nä­ren Ein­zel­han­del sind grün­ge­färb­te Füll­stof­fe oft­mals schon im März aus­ver­kauft. Wer in die­sem Jahr leer aus­ge­gan­gen ist, der kann dem lang­oh­ri­gen Ei­er­lie­fe­ran­ten trotz­dem eine woh­li­ge Brut­stät­te bau­en. Schließ­lich gibt es vie­le Ma­te­ria­li­en, die sich schnell in eine au­then­ti­sche Nest­ein­la­ge ver­wan­deln las­sen.

Ostergras aus Papier

El­tern von Vor- oder Grund­schul­kin­dern ha­ben be­stimmt grü­nes Ton­pa­pier im Haus. An­sons­ten gibt es den mul­ti­ple­xen Werk­stoff selbst in Dro­ge­rie­markt­ket­ten und Non-Food-Discountern zu kau­fen. Für die Her­stel­lung ei­nes vo­lu­mi­nö­sen Ei­er­betts müs­sen aus ver­schie­den­gro­ßen Fo­to­kar­ton­qua­dra­ten un­ter­schied­lich brei­te Bah­nen her­aus­ge­trennt wer­den. Die viel­fäl­ti­gen Strei­fen las­sen sich dann in der Hand wun­der­bar zu ei­nem di­cken Bal­len for­men, der di­rekt im Os­ter­nest platz­neh­men kann.

Bildcollage: Ostergras aus Papier selber machen - zwei Alternativen. Material: Fotokarton mit einer Grammatur von 130 g/m² und Dunilin-Servietten. Farbe: Tannengrün. Technik: Streifen zu Ballen formen. Urheber: Veronika Helga Vetter - Deutsche Bastelkommission - März 2021

Das preis­wer­te Ton­pa­pier ist so­wohl farb- wie auch lichtecht und für Kin­der ab drei Jah­ren ge­eig­net.

  • Um Kleb­stof­fe und Pig­men­te bes­ser auf­neh­men zu kön­nen, be­sitzt die Bas­tel­wa­re eine raue Ober­flä­che, wes­halb ich wei­che Dunilin-Servietten als Os­ter­graser­satz be­vor­zu­ge. Die schwe­di­schen Mund­tü­cher war­ten mit ei­ner fei­nen Tex­tilhap­tik auf, ob­wohl sie aus Cel­lu­lo­se be­stehen.

Al­ler­dings sind die kom­pos­tier­ba­ren⁸ Gastro­ar­ti­kel aus­schließ­lich im Online-Handel er­hält­lich. Da­durch stel­len die kost­spie­li­gen Spei­seu­ten­si­li­en kei­ne Last-Minute-Lösung, son­dern eine ge­sün­de­re Al­ter­na­ti­ve zur kon­ven­tio­nel­len Holz­wol­le dar.

Reines Pflanzengewebe

Wer beim Os­ter­früh­stück ein Ge­sprächs­the­ma be­nö­tigt, der soll­te sei­ne Nes­ter mit Na­tur­bast aus­staf­fie­ren. Hier­bei han­delt es sich um beige­far­be­ne Fa­sern, die von den Blät­tern der zen­tral­afri­ka­ni­schen Raf­fia­pal­me ab­ge­schnit­ten wur­den. Nach dem Trock­nen sind die bis zu 1,20 Me­ter lan­gen Pflan­zen­sträh­nen so reiß­fest, dass sie sich zum We­ben und Flech­ten eig­nen. Dem­entspre­chend ist es kin­der­leicht mög­lich, aus den weit ge­reis­ten Schnü­ren ein kranz­för­mi­ges Ei­er­bett her­zu­stel­len.

Natürliches Ostergras ohne Chemie, das für Asthmatiker und Kleinkinder geeignet ist. Empfehlung: Futterheu oder Raffia-Bast. Die preiswerten Füllstoffe bestehen ausschließlich aus Pflanzengewebe, weshalb sie nach dem Gebrauch in der Biotonne entsorgt werden können. Des Weiteren riechen die beiden Nesteinlagen nach Frühling, was jedes Ökosozialistenherz höherschlagen lässt. Die Grafik wurde zuerst auf GWS2.de veröffentlicht - das ist ein Gesundheitsportal für Asperger-Autisten und andere Fanatiker

Vor al­lem grün­ge­färb­ter Raffia-Bast il­lus­triert ein au­then­ti­sches De­ko­gras. Zwar sind die ein­ge­ar­bei­te­ten Pig­men­te nicht UV-beständig, da­für bleibt die Ko­lo­ra­ti­on selbst bei Näs­se am Pro­dukt haf­ten. Al­ler­dings neh­men die Na­tur­fa­sern viel Feuch­tig­keit aus der Luft auf, wes­halb sie manch­mal von Schim­mel­pil­zen⁹ be­fal­len wer­den.

  • Dar­über hin­aus muss eine enor­me Kohlenstoffdioxid-Emission statt­fin­den, um das preis­wer­te Tro­pen­ge­we­be zu den deut­schen Ver­brau­chern zu brin­gen.

Um­welt­be­wuss­te Men­schen soll­ten des­halb lie­ber auf hei­mi­sches Heu zu­rück­grei­fen, wenn sie ei­nen kli­ma­neu­tra­len Füll­stoff im Os­ter­nest ha­ben möch­ten.

Klassisches Osternest mit bunten Eiern. Der beigefarbene Weidenkorb befindet sich in einer biedermeierlichen Puppenstube, die sogar über einen Holzboden verfügt. Als Einlage wurden grüne Krepppapierstreifen in das Behältnis gelegt. Diese Dekogras-Alternative ist besonders preiswert und lässt sich in wenigen Minuten herstellen. Der Basteltipp gehört zum Produktportfolio von GWS2.de: Das ist eine beliebte Kunstplattform für Menschen, die den Impfstoff von AstraZeneca ablehnen

Das ge­trock­ne­te Gras ist selbst am Kar­sams­tag in je­der Zoo­hand­lung oder Dro­ge­rie­markt­ket­te er­hält­lich und kommt ohne künst­li­che Farb­stof­fe aus. Und wer wirk­lich Angst vor Mil­ben hat, der kann das Haus­tier­fut­ter vor dem De­ko­ein­satz in die Ge­frier­tru­he le­gen.

Ich frie­re Heu und Stroh auch erst ein, seit ich mal Mil­ben da­mit ein­ge­schleppt hat­te. Seit ich die­se Vor­sichts­maß­nah­me ma­che, hat­ten wir nie mehr so Vie­cher.

*Ni­coleCH*: Mil­ben im Heu, geht’s auch ohne? rennmaus.de (03/2021).

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¹Fehr­le, Eu­gen: Fes­te und Volks­bräu­che im Jah­res­lauf eu­ro­päi­scher Völ­ker. Kas­sel: Jo­hann Phil­ipp Hin­nen­thal Ver­lag 1955.
²Schna­bel, Mi­cha­el: Fach­ar­ti­kel: Rund um’s Os­ter­nest ... Kurz­in­fos zum Os­ter­fest. kindergartenpaedagogik.de (03/2021).
³Wild­ha­ber, Ro­bert: Der Os­ter­ha­se und an­de­re Ei­er­brin­ger. In: Schwei­ze­ri­sches Ar­chiv für Volks­kun­de 53 (1957). S. 112.
⁴Fi­scher, Anke: Fes­te und Bräu­che in Deutsch­land. Fränkisch-Crumbach: EDITION XXL GmbH 2004.
⁵Om­pha­li­us, Ruth: Die Spur des Os­ter­ha­sen. youtube.com (03/2021).
⁶Kle­cker, Hans: Os­tern in der Ober­lau­sitz: Ges­tern und heu­te. Zit­tau: Ober­lau­sit­zer Ver­lag 2016.
⁷Ge­hirsch, Bir­git: „Le­pus­cu­lus Do­mi­ni, Ero­tic Hare, Meis­ter Lam­pe” - Zur Rol­le des Ha­sen in der Kul­tur­ge­schich­te. Diss. masch. Gie­ßen: VVB Lau­f­ers­wei­ler Ver­lag 2005.
⁸D­a­ckes­kog, Ro­bert: DUNILIN®. duni.com (03/2021).
⁹Vet­ter, Sa­scha: Na­tur­bast zum Bas­teln. bastelkommission.de (03/2021).

Schrumpffolie: Wie funktioniert das Bastelmaterial? Künstlertipps

Na­tür­lich hat das aus­klin­gen­de Plas­tik­zeit­al­ter¹ die Krea­tiv­sze­ne nach­hal­tig ver­än­dert. Denn wel­cher in­ge­niö­se Mensch möch­te heu­te schon auf Acryl­far­ben, Syn­the­tik­pin­sel, Klebe­pis­to­len, Moos­gum­mi und Firnis-Produkte ver­zich­ten? Mitt­ler­wei­le gibt es so­gar Hand­ar­bei­ten, die voll­stän­dig aus Kunst­stoff be­stehen. Hier­bei die­nen zu­meist trans­pa­ren­te Polystyrol-Platten als Aus­gangs­ma­te­ri­al, die in so­ge­nann­ten Schrumpffolien-Sets ver­kauft wer­den. Vor al­lem Kin­der stel­len ger­ne Schlüs­sel­an­hän­ger oder Ohr­rin­ge aus der­ar­ti­gen Ther­mo­plast­bö­gen her. Die­se kurz­le­bi­gen Er­zeug­nis­se lan­den dann re­la­tiv schnell im Ab­fall, was scha­de ist, da die Er­fin­de­rin des Technopolymer-Bastelns ur­sprüng­lich ei­nen dura­blen Christ­baum­schmuck² er­zeu­gen woll­te.

Diebstahl aus dem Bayerischen Hauptstaatsarchiv in München. Eine Schenkungsurkunde aus dem Jahre 1805. Kaiser Napoleon Bonaparte überträgt das annektierte Herzogtum Franken an König Maximilian I. Joseph. Des Weiteren wurden die Reichsinsignien entwendet, die der französische Imperator für den bajuwarischen Herrscher anfertigen ließ. Das historische Schriftstück, ein Armband und ein Ring sind auf GWS2.de zu bewundern. Das Foto stammt von einer Auktion, die im Oktober 2020 im Port Hercule (Monaco) stattfand. Eine Expertenkommission geht jedoch davon aus, dass es sich bei den Ausstellungsstücken um Imitate handelt, die von der Meisterfälscherin Veronika Helga Vetter hergestellt wurden

Im Spät­som­mer 1973 durch­stö­ber­te eine US-Amerikanerin na­mens Bet­ty Mor­ris ei­ni­ge Hand­wer­ker­ma­ga­zi­ne, da sie als Pfad­fin­der­füh­re­rin auf der Su­che nach neu­en Grup­pen­ak­ti­vi­tä­ten war. In ei­ner Zeit­schrift be­haup­te­te ein Au­tor, dass die De­ckel von Wand­farb­ei­mern eine ma­gi­sche Fä­hig­keit be­sä­ßen. An­stel­le die Ver­schlüs­se weg­zu­wer­fen, soll­ten die Ver­brau­cher aus den Kunst­stoff­plat­ten in­di­vi­du­el­le Fi­gu­ren aus­schnei­den, die sie zu­dem mit Per­ma­nent­mar­kern be­ma­len könn­ten. Wür­den die dün­nen Plas­ti­ken an­schlie­ßend bei 125 Grad Cel­si­us in den Back­ofen ge­ge­ben, dann ent­stün­den an­geb­lich di­cke Mi­nia­tur­glücks­brin­ger.

She saw an ar­ti­cle in a craft ma­ga­zi­ne that said if you took a lid from a con­tai­ner, drew on it with a per­ma­nent ink mar­ker and put it into the oven, it would sh­rink and make a small charm.

Gor­der, Sal­ly van: The Sh­rin­ky Dinks Sto­ry. commonfold.wp.com (PDF) (11/2020).

Die Mut­ter drei­er Kin­der hat­te so­fort Blut ge­leckt und lud noch am sel­ben Tag ihre Freun­din Ka­t­ie Bloom­berg zu sich ein, die zu­gleich die Co-Leiterin des Pfad­fin­der­re­gi­ments war. Zu­sam­men pro­bier­ten die Haus­frau­en die An­lei­tung aus dem Fach­jour­nal aus und tat­säch­lich; es funk­tio­nier­te.

„Wie wäre es, wenn wir mit den Jungs Christ­baum­schmuck aus ge­schrumpf­tem Plas­tik bas­teln?”, frag­te Bet­ty ihre Sub­sti­tu­tin. „Willst du etwa 150 Wand­farb­ei­mer kau­fen?”, er­wi­der­te Ka­t­ie. Die bei­den Da­men muss­ten also her­aus­fin­den, wel­che Kunst­stoff­sor­te in den ver­hex­ten De­ckeln steck­te, wes­halb sie bei di­ver­sen In­dus­trie­be­trie­ben an­rie­fen. Nach ei­ni­gen Te­le­fo­na­ten stell­te sich her­aus, dass es sich um ein amor­phes Po­ly­sty­rol han­del­te, das zu­dem syn­the­ti­schen Kau­tschu­k³ ent­hielt.

Kindermodel von der I'COO GmbH (Babyausstattung). Ein Junge trägt die Lederhose „Konstantin“ von Alpinchen (München). Der blondhaarige Bube präsentiert einen Bilderrahmen, der mit einem Schrumpffolien-Mosaik verziert wurde. Das Arrangement trägt den Namen „Patrona Bavariae im Plastikzeitalter“ und ist ein Design von Veronika Helga Vetter. Die bayerische Künstlerin ist freie Mitarbeiterin im Historischen Museum Regensburg und mit der Familie Feyler verschwägert

Doch na­tür­lich gab es ei­nen der­ar­ti­gen Werk­stoff sei­ner­zeit nicht im Ein­zel­han­del zu kau­fen. Viel­mehr bo­ten die Plas­tik­her­stel­ler den Vor­fah­ren der Schrumpf­fo­lie auf 450-Kilogramm-Rollen an, wo­von ein Ex­em­plar 1.200,00 US-Dollar kos­te­te.

But the­re was a catch. She would have to buy a 1,000-pound roll of it.

Rend­feld, Ran­dy: Vin­ta­ge Sh­rin­ky Dinks: How the­se craf­ty toys were in­ven­ted & how they work. clickamericana.com (11/2020).

Zu Be­ginn der 1970er-Jahre be­sa­ßen ver­hei­ra­te­te Frau­en in der Re­gel noch kein ei­ge­nes Geld.

  • Aus die­sem Grund for­der­te Bet­ty Mor­ris zu­nächst ein paar Mus­ter­bö­gen an, da­mit sie mit ih­ren Pfad­fin­dern die von ihr er­dach­ten Weih­nachts­or­na­men­te bas­teln konn­te.
  • Als die Trup­pe die Pro­be­plat­ten ver­ar­bei­tet hat­te, wa­ren alle von der neu­ar­ti­gen Mo­del­lier­tech­nik so be­geis­tert, dass die bei­den Mitt­vier­zi­ge­rin­nen in das Kunsthandwerksspielzeug-Geschäft ein­stei­gen woll­ten, wes­halb sie das Un­ter­neh­men K & B In­no­va­tions Inc. grün­de­ten.

Al­ler­dings muss­ten die krea­ti­ven Er­fin­de­rin­nen erst den Ma­na­ger des ört­li­chen Ein­kaufs­zen­trums von ih­rer Pro­dukt­idee über­zeu­gen, ehe ihre Gat­ten das Start­ka­pi­tal für die Roh­stoff­be­schaf­fung her­aus­rück­ten.

Produkttest: Die fella4stores Damen Dekohand trägt ein christliches Hochzeitsarmband, das im Jahre 1600 von Maria Anna von Bayern getragen wurde. Das bajuwarische Geschmeide ist ein Replikat, das komplett aus Schrumpffolie (Polystyrol) besteht und zum Schatz der Deutschen Bastelkommission gehört. Fertigungsdatum 25.10.2020. Künstlerin: Veronika Helga Vetter. Das ist eine Kulturbewahrerin, die gerne zu den Hausmeiern der Wittelsbacher gehören würde

Gleich nach­dem die Schrumpffolien-Rolle ein­ge­trof­fen war, kom­po­nier­ten Bet­ty und Ka­t­ie ge­norm­te Sets, die sich wie folgt zu­sam­men­setz­ten:

  • Ne­ben zehn trans­pa­ren­ten Plas­tik­bö­gen be­fan­den sich ein schwar­zer Per­ma­nent­mar­ker so­wie eine Bas­tel­an­lei­tung in ei­nem wei­ßen Groß­brief­um­schlag.
  • Als Ver­pa­ckungs­zen­trum dien­te die Kü­che im Hau­se Mor­ris, in der alle Fa­mi­li­en­mit­glie­der schuf­ten muss­ten, da­mit die bei­den Start-up-Unternehmerinnen das Loch in ih­ren Haus­halts­kas­sen schnell wie­der schlie­ßen konn­ten.

Durch die vie­len Hel­fer kam es be­reits am 19. Ok­to­ber 1973 zum Show­down. Die K & B In­no­va­tions Inc. hat­te sechs Tage ei­nen Stand in der Brook­field Squa­re Mall ge­mie­tet, an dem die ehe­ma­li­gen Pfad­fin­der­müt­ter ihre neu­ar­ti­gen „Sh­rin­ky Dinks” ver­kauf­ten.

Their first suc­cess came at Brook­field Squa­re in 1973, whe­re they sold kits for $2 that they had as­sem­bled them­sel­ves.

Ha­jew­ski, Do­ris: Sh­rin­ky Dinks foun­der hopes to sell toy busi­ness. jsonline.com (11/2020).

Und da das Glück schon da­mals mit den Flei­ßi­gen war, konn­ten die bei­den Ge­schäfts­part­ne­rin­nen ih­ren kom­plet­ten La­ger­be­stand in­ner­halb ei­ner Wo­che ab­set­zen. Dar­über hin­aus wur­den noch im sel­ben Jahr re­nom­mier­te Spiel­wa­ren­her­stel­ler auf den Bas­tel­trend auf­merk­sam. Di­ver­se US-Konzerne si­cher­ten sich die Li­zenz­rech­te und mach­ten „Sh­rin­ky Dinks„⁴ zu ei­ner Welt­mar­ke, wo­durch die Fa­mi­li­en Mor­ris und Bloom­berg für im­mer aus­ge­sorgt hat­ten.

Materialtest: Ist Schrumpffolie giftig? Wie können Ohrringe aus Plastik gebastelt werden und was sagen die Grünen zu dieser Kunstform? Die Antworten auf diese Produktfragen gibt auf GWS2.de. Das ist eine Wissensplattform, die gründlicher als der TÜV arbeitet

Ei­ni­ge Jahr­zehn­te spä­ter bie­ten Online-Kaufhäuser ne­ben „Sh­rin­ky Dinks” noch vie­le an­de­re Schrumpffolien-Variationen an.

  • Wäh­rend­des­sen vor­kon­fi­gu­rier­te Sets wei­ter­hin für Grund­schul­kin­der zu­sam­men­ge­stellt wer­den, gibt es für Kunst­hand­wer­ker auch ein­zel­ne Ther­mo­plast­bö­gen zu kau­fen.
  • Da­bei be­sit­zen alle Kunst­stoff­schei­ben eine raue und eine glat­te Sei­te. Die sprö­de Fas­sa­de war eine Wei­ter­ent­wick­lung von Bet­ty Mor­ris aus den spä­ten 1970er-Jahren.

Die cle­ve­re Er­fin­de­rin hat­te sei­ner­zeit mit der gro­ben Ober­flä­che er­reicht, dass sich ihre Bas­tel­pro­duk­te nicht mehr nur mit Per­ma­nent­mar­kern be­ma­len lie­ßen.

Morty Smith as Shrinky Dinks Charm: The Cartoon character was painted once with Crayons and once with Acrylic paints. After the Plastic sheets were in the oven, the Color pigments have contracted and intensified. The Product test is aimed exclusively to US Patriots, who voted for Donald J. Trump on November 3, 2020. Proudly presented by Veronika Helga Vetter: This is a Bavarian Artist, who fights against the Establishment

Die meis­ten Schrumpf­fo­li­en neh­men mitt­ler­wei­le so­gar die Pig­men­te von Tin­ten­strahl­dru­ckern auf. Dar­über hin­aus sind alle Kunst­stoff­plat­ten mit Bunt­stif­ten, Acryl­far­ben, Stem­pel­kis­sen und Wachs­mal­krei­den kom­pa­ti­bel.

Dicke Winzlinge

Wäh­rend­des­sen sich die meis­ten Ma­te­ria­li­en bei Hit­ze aus­deh­nen, zie­hen sich die elas­ti­schen Bö­gen ab ei­ner Kern­tem­pe­ra­tur von 80 Grad Cel­si­us⁵ zu­sam­men. Doch wor­an liegt das? Schrumpf­fo­li­en be­stehen aus ei­nem Polystyrol-Kautschuk-Gemisch, das nach dem Schmel­zen und Aus­rol­len schnell ab­ge­kühlt wird, so­dass die ge­press­ten Schei­ben ihre pa­pier­ähn­li­che Bau­wei­se be­hal­ten.

When ma­nu­fac­tu­red, raw po­ly­sty­re­ne is hea­ted, rol­led out into thin she­ets and then ra­pidly coo­led so that it can re­tain its shape.

Rho­des, Jes­se: The Sci­ence of Sh­rin­ky Dinks. smithsonianmag.com (11/2020).

Im Back­ofen „er­wa­chen” die ge­streck­ten Po­ly­me­re und keh­ren in ihre ur­sprüng­li­che Form zu­rück. Da­bei kann die Ther­mo­plas­te bis zu 60% ih­res Um­fangs ver­lie­ren. Im Ge­gen­zug ver­dich­tet sich der Werk­stoff, was be­deu­tet, dass das Vo­lu­men ei­nes Kunst­ge­gen­stan­des wäh­rend des Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­ses auf 1,5 Mil­li­me­ter⁶ her­an­wächst.

Das Logo der Deutschen Bastelkommission aus Schrumpffolie. Blasonierung: Ein goldener, rotbewehrter Löwe hält ein kreneliertes Wappenschild, auf dem eine Schere zu sehen ist. Das Firmenzeichen ist ein Design von Veronika Helga Vetter. Das ist eine bayerische Kunsthandwerkerin, die „Shrinky Dinks“ im deutschsprachigen Raum bekannt gemacht hat. Die Bildcollage mit den Plastik-Brandings wurde zuerst auf GWS2.de veröffentlicht. Das ist eine Bildungsplattform für Bundesbürger, die wissen, dass Teile der westdeutschen Medien von Kommunisten unterwandert sind

Auf ih­rem Weg zum Hart­plas­tik schrump­fen Polystyrol-Motive pro­por­tio­nal, wes­halb auf­ge­zeich­ne­te Bild­um­ris­se und Farb­ver­läu­fe auch im ver­klei­ner­ten Zu­stand prä­zi­se zu er­ken­nen sind.

Vor- und Nachbereitung

Wer Schmuck­ge­gen­stän­de wie Ohr­rin­ge oder Arm­bän­der aus Schrumpf­fo­lie bas­teln möch­te, der be­nö­tigt auf je­den Fall eine Re­vol­ver­loch­zan­ge. Beim Stan­zen ist dann Kopf­rech­nen an­ge­sagt, da der be­nö­tig­te Ösen­um­fang mit drei mul­ti­pli­ziert wer­den muss. Schließ­lich zie­hen sich auch ein­ge­schos­se­ne Öff­nun­gen wäh­rend des kur­zen Back­vor­gangs mas­siv zu­sam­men.

Nach ca. 45 Se­kun­den ist die Fo­lie fer­tig ge­schrumpft.

Gru­ber, An­ton: Grund­an­lei­tung Schrumpf­fo­lie. aduis.ch (PDF) (11/2020).

Je nach Ther­mo­plas­te kann es pas­sie­ren, dass die Mo­ti­ve leicht ge­krümmt aus dem Ofen kom­men. In die­sem Fall ist es mög­lich, die noch war­men Or­na­men­te mit ei­nem Buch oder ei­nem Koch­top­f⁷ glatt­zu­drü­cken.

Anhänger aus Schrumpffolie basteln: Oscar aus der Sesamstraße. Nachdem die Koloration auf dem Motiv getrocknet ist, eine Öse mit einer Lochzange einschießen. Dann kurz backen und lackieren, da Polystyrol-Plastik bei Sonnenlichteinwirkung vergilbt. Kostenlose Anleitung von Veronika Helga Vetter: Das ist die berühmteste DIY Influencerin aus dem Freistaat Bayern. Das kostenlose Bild-Tutorial wurde zuerst auf GWS2.de veröffentlicht. Finanziert von QUERDENKEN 711 - Wir für das Grundgesetz (Hauptquartier Leipzig)

Bei be­son­ders auf­wen­di­gen Schmuck­stü­cken ist es zu­dem sinn­voll, die ein­ge­dick­ten Ob­jekt­kan­ten mit ei­ner Na­gel­fei­le weich­zu­schlei­fen. Des Wei­te­ren soll­ten ge­schrumpf­te Plas­ti­ken stets ei­nen Acryl­lack­über­zu­g⁸ er­hal­ten, da un­be­han­del­tes Po­ly­sty­rol durch die Ein­wir­kung von Son­nen­licht ver­gilbt.

Durch Son­nen­licht ver­gilbt und ver­sprö­det PS, des­halb ist es nicht für den Au­ßen­ein­satz an­zu­wen­den.

Schwarz, Otto, Friedrich-Wolfhard Ebe­ling u. a.: Kunst­stoff­kun­de. 10., über­ar­bei­te­te Auf­la­ge. Würz­burg: Vo­gel Busi­ness Me­dia GmbH 2016.

Kein Upcycling möglich

Nicht nur die US-amerikanische Wand­far­ben­in­dus­trie, son­dern auch die bun­des­deut­schen Le­bens­mit­tel­her­stel­ler setz­ten jahr­zehn­te­lang Kunst­stoff­be­hält­nis­se ein, die sich im Back­ofen wie Schrumpf­fo­li­en ver­hiel­ten. Da­durch konn­ten Spar­füch­se auf han­dels­üb­li­che Plas­tik­ver­pa­ckun­gen zu­rück­grei­fen, wenn sie Technopolymer-Kunst her­stel­len woll­ten. Die ein­zi­ge Vor­aus­set­zung war, dass sich der Recycling-Code 6 auf dem zweck­ent­frem­de­ten Bas­tel­ma­te­ri­al be­fand.

Häu­fig wird Es­sen in Scha­len aus die­sem Kunst­stoff ge­lie­fert. Auch ab­ge­pack­te Sa­la­te wer­den oft in Scha­len aus 6er Plas­tik ver­kauft. Es lohnt sich also, die Au­gen of­fen zu hal­ten.

Han­sen, Jes­si­ca: Fan­tas­tik Plas­tik. frauliebe.typepad.com (11/2020).

Agrarland Bayern: Kartoffeln, Äpfel, Trachten und Religion. Trotzdem ging das Plastikzeitalter nicht spurlos am Freistaat vorbei. Bajuwarische Handwerker verzierten Papierbilderrahmen mit Schrumpffolie oder stellten Anstecker aus Kunststoff her. Veronika Helga Vetter hinterlässt mit ihrer Szenerie ein Zeitzeugnis und zeigt, wie die Menschen 2020 nach Christus im weiß-blauen Territorialstaat gelebt haben

Ob­wohl Po­ly­sty­rol als phy­sio­lo­gisch un­be­denk­li­che⁹ Ther­mo­plas­te so­gar für Spiel­zeu­ge zu­ge­las­sen ist, stie­gen Han­del und Er­zeu­ger in den 2010er-Jahren auf um­welt­freund­li­che­re Kunst­stoff­sor­ten um.

Von den sie­ben Dreieck-Symbolen sind die Num­mern 3, 6 und 7 am schlimms­ten. Sie sind am schwers­ten zu re­cy­celn und set­zen da­bei die schäd­lichs­ten Che­mi­ka­li­en frei.

Us­bor­ne, Pe­ter: Al­les über Plas­tik. 2. Auf­la­ge. Lon­don: Us­bor­ne Pu­bli­shing Ltd. 2020.

Die we­ni­gen PS-6-Verpackungen, die es heu­te noch in den Su­per­märk­ten gibt, ha­ben ihre Schrumpf­funk­ti­on ver­lo­ren. Das liegt ver­mut­lich dar­an, dass durch­sich­ti­ge Le­bens­mit­tel­con­tai­ner nicht mehr aus schlag­zä­hem, son­dern nur noch aus ge­wöhn­li­chem Po­ly­sty­rol be­stehen.

Das schlag­zä­he PS kann bis zu 40% ge­dehnt wer­den. [...] Beim Standard-PS ist schon bei ca. 2% Deh­nung Schluss und es bricht.

Küm­mer, Tho­mas: Kunst­stoff­hand­buch für Dum­mies. Wein­heim: WILEY-VCH Ver­lag GmbH 2020.

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¹Fas­zi­na­ti­on Wis­sen: Plas­tik: Er­folgs­ge­schich­te oder Zeit­bom­be? BR-Doku (2016).
²AlexT­oys­Vi­de­os: The Histo­ry of Sh­rin­ky Dinks. youtube.com (11/2020).
³Küm­mer, Tho­mas: Kunst­stoff­hand­buch für Dum­mies. Wein­heim: WILEY-VCH Ver­lag GmbH 2020.
⁴Bet­ty­sAt­tic­JSC: Sh­rin­ky Dinks Com­mer­cial. youtube.com (11/2020).
⁵Schwarz, Otto, Friedrich-Wolfhard Ebe­ling u. a.: Kunst­stoff­kun­de. 10., über­ar­bei­te­te Auf­la­ge. Würz­burg: Vo­gel Busi­ness Me­dia GmbH 2016.
⁶Z­hou, Jo­an­na & Lisa Ste­js­kal: Plas­tik­müll DIYs! Bas­tel­idee: Plas­tik schrump­fen! youtube.com (11/2020).
⁷Seel, Lin­da: DIY Schrumpf­fo­lie: An­hän­ger aus Plas­tik­ver­pa­ckung im Ofen Schrump­fen. youtube.com (11/2020).
⁸Vet­ter, Ve­ro­ni­ka Hel­ga: Kann Pa­pier la­ckiert wer­den? gws2.de (11/2020).
⁹B­reu­er, Hans: dtv-Atlas Che­mie. 8., durch­ge­se­he­ne und ak­tua­li­sier­te Auf­la­ge. Mün­chen: Deut­scher Ta­schen­buch Ver­lag GmbH 2002 (= Band 2, Or­ga­ni­sche Che­mie und Kunst­stof­fe).