GWS2.de: Kunst, Papier und Vordrucke seit 2011 A. D.

Papiergans im Kindergarten basteln - St. Martin gefällt das

Ge­nau be­trach­tet ist der Auf­ga­ben­be­reich ei­ner Kin­der­gärt­ne­rin recht über­schau­bar: Nach­dem die päd­ago­gi­sche Fach­kraft wäh­rend der Frei­spiel­zeit die Ent­wick­lung spon­ta­ner kind­li­cher Ak­ti­vi­tä­ten¹ er­mög­licht hat, soll sie an die Tä­tig­keits­in­ter­es­sen ih­rer Schütz­lin­ge in Form von Qua­li­täts­ar­beit an­knüp­fen. Trotz des eng ge­steck­ten Be­tä­ti­gungs­fel­des sam­meln Er­zie­he­rin­nen im Jah­res­durch­schnitt 26 Kran­ken­ta­ge² und wech­seln be­son­ders häu­fig in an­de­re Be­ru­fe. Mitt­ler­wei­le klagt jede zwei­te Ki­ta³ über zu we­nig Per­so­nal, wes­halb sich man­che Bil­dungs­ein­rich­tun­gen re­gel­mä­ßig im Not­be­trieb be­fin­den oder tem­po­rär schlie­ßen müs­sen, wenn sie ihre ge­setz­li­che Auf­sichts­pflicht nicht er­fül­len kön­nen.

In Re­gens­burg muss­ten meh­re­re Ki­ta­grup­pen pri­va­ter Be­trei­ber schlie­ßen, weil es schlicht an Er­zie­he­rin­nen fehlt. Für Kin­der und de­ren El­tern ein Rie­sen­pro­blem, das sich in den nächs­ten Jah­ren so­gar noch ver­schlim­mern wird.

Betz, An­net­te: Per­so­nal­not in Ki­tas. Abend­schau - Der Sü­den | BR (2022).

Eine aus­ge­bil­de­te Vollzeit-Erzieherin be­zieht ein Brutto-Einstiegsgehalt von über 3000,00 Euro, was ob­jek­tiv be­trach­tet eine durch­aus an­ge­mes­se­ne Ver­gü­tung ist. Des­sen un­ge­ach­tet möch­ten im­mer we­ni­ger Men­schen lang­fris­tig in der Kin­der­ta­ges­be­treu­ung ar­bei­ten. Viel­leicht liegt das dar­an, dass 72,2%⁴ der Kita-Kinder⁵ nicht mit dem op­ti­ma­len Per­so­nal­schlüs­sel be­treut wer­den, wo­durch sich man­cher­orts zwei Fach­kräf­te mit 21 Quäl­geis­tern⁶ her­um­schla­gen müs­sen.

Der islamophile Stadtpastor Johannes Ahrens (Flensburg) sucht eine Kirchenkulisse für Sankt Martin. Dementsprechend hat Veronika Helga Vetter eine Wandtapete mit Gänsen, Mönchen und Kreuzen entworfen. Vor dem religiösen Bühnenbild sitzen zwei Kindergartenganter, die eine weiche Fellmütze auf ihren Köpfen tragen. Die Herbstszenerie ist zuerst auf GWS2.de erschienen - ein bayerisch/österreichischer Kunstblog

Der zu Be­ginn de­fi­nier­te Auf­ga­ben­be­reich lässt sich mit ei­ner solch ho­hen Kli­en­ten­zahl na­tür­lich nicht zu­frie­den­stel­lend be­werk­stel­li­gen, zu­mal sich Er­zie­he­rin­nen in Deutsch­land zu­sätz­lich um Verwaltungs-, Hygiene- so­wie Haus­halts­tä­tig­kei­ten⁷ küm­mern müs­sen. Durch un­päss­li­che Kol­le­gin­nen, zu vie­le Kin­der und fach­frem­de Ar­bei­ten lei­den die Päd­ago­gin­nen stän­dig un­ter Zeit­druck, der rasch zur kör­per­li­chen und geis­ti­gen Er­schöp­fung führt.

Der Zeit­druck be­las­tet 69% der Er­zie­hen­den [sic], 81% lei­den un­ter zu we­nig Ge­halt, 32% wür­den ihre Ar­beits­zeit ger­ne ver­rin­gern.

Aver­esch, So­phia: Kita - come in and burn out? (3/5). hes­sen­schau | hr-fernsehen (2022).

Doch zum Glück wird bald al­les an­ders. Füh­ren­de Lan­des­po­li­ti­ker ha­ben näm­lich be­reits im Jah­re 2021 den Zu­gang zum Er­zie­her­be­ruf er­leich­tert. So soll eine Kom­bi­na­ti­on aus kür­ze­rer Aus­bil­dungs­zeit ge­paart mit rück­zah­lungs­frei­em BAföG mehr jun­ge Men­schen in die Kin­der­ta­ges­be­treu­ung lot­sen.

Schnelle Gans für St. Martin basteln - Anleitung mit Schablonen. Veronika Helga Vetter hat für katholische Kindergärten zwei braune Martinsgänse interpretiert, die schnatternd auf dem Hamburger Gänsemarkt sitzen. Die kegelförmigen Papiervögel wurden mit selbstklebenden Wackelaugen (folia 7519) verziert und treiben zwischen FIMO Gemüse ihr Unwesen. Ein Kunsterzeugnis von GWS2.de - Susanne Zeller-Hirzel gewidmet (Weiße Rose)

Grund­sätz­lich hat der Kita-Kosmos kei­ne Nach­wuchs­pro­ble­me zu be­kla­gen. Die Per­so­nal­not kommt le­dig­lich da­durch zu­stan­de, dass aus­ge­bil­de­te Er­zie­he­rin­nen mit ih­ren Ar­beits­be­din­gun­gen un­zu­frie­den sind und des­halb nach nur we­ni­gen Be­rufs­jah­ren die Bran­che wech­seln. Für der­art ver­zwick­te Sach­ver­hal­te ken­nen deut­sche Volks­ver­tre­ter vor al­lem eine Lö­sung: Mi­gra­ti­on. Wer auf der Welt schon mal ein Kind ge­se­hen hat und sich non­ver­bal aus­drü­cken kann, der darf in der Bun­des­re­pu­blik die in­sti­tu­tio­nel­le Be­treu­ung von Schutz­be­foh­le­nen über­neh­men.

An­ge­li­ne Os­ler: Die Mehr­zahl der Quer­ein­stei­ger kom­men aus dem Aus­land mit An­er­ken­nun­gen. Die müs­sen hier nicht mal eine Aus­bil­dung durch­lau­fen oder eine Ab­schluss­prü­fung  ma­chen. Wenn die dann in der Pra­xis sind, merkt man, dass die bspw. von Par­ti­zi­pa­ti­on gar nichts ge­hört ha­ben.

Krue­ger, Chris­ti­ne: Per­so­nal­man­gel in Ki­tas: Lö­sen Quer­ein­stei­ger und grö­ße­re Grup­pen das Pro­blem? Ta­ges­ge­spräch | ARD al­pha (2022).

Zwar sind die Re­form­be­mü­hun­gen der Lan­des­re­gie­run­gen durch­aus an­er­ken­nungs­wür­dig, am Ende bleibt trotz­dem die Ge­wiss­heit, dass die Bil­dungs­qua­li­tät in der Kin­der­ta­ges­be­treu­ung wei­ter ab­neh­men wird.

Handicraft instructions for Christian institutions: Make a Paper Goose for Saint Martin (Kindergarten). The free Templates are in PDF format and not only educators can download them. According to religious tradition, Geese betrayed Saint Martin when he was hiding. So if you belong to the Christian faith, you have to make a Paper Goose on November 11th. This is especially true for preschool children

Da­mit die Ki­tas nicht zu rei­nen Ver­wahr­an­stal­ten⁸ ab­fal­len, die le­dig­lich den Be­treu­ungs­be­darf de­cken, müs­sen wir El­tern wie­der mehr mit­ma­chen. So er­reich­te mich ein Hil­fe­ruf ei­ner Kindergarten-Leiterin, wel­che zu­min­dest die sie­ben Haupt­fes­te⁹ für die ge­ziel­te Be­schäf­ti­gun­g¹⁰ nut­zen möch­te.

[...] Im Ok­to­ber ver­lie­re ich 1,5 Erzieherinnen-Stellen, die ich die­ses Jahr wahr­schein­lich nicht mehr be­setzt be­kom­me. Be­rück­sich­ti­ge ich vor­aus­sicht­li­che Krank­heits­ta­ge und Fort­bil­dun­gen, wer­de ich Grup­pen zu­sam­men­le­gen und das of­fe­ne Spiel­kon­zept aus­set­zen müs­sen. Und selbst dann wür­de uns die Vor­be­rei­tungs­zeit feh­len, um mit al­len Kin­dern zu bas­teln. Ob­wohl Kita ein fa­mi­li­en­er­gän­zen­des An­ge­bot sein soll, las­sen uns die El­tern im Stich. Wenn ich Ein­la­dun­gen zum La­ter­nen­bas­teln ver­schi­cke, ern­te ich nur Spott und Häme. Nun wäre es aber un­heim­lich wich­tig, dass we­nigs­tens die Äl­te­ren im Zuge des Mar­tins­fes­tes äs­the­ti­sche Bil­dung er­hal­ten. Des­halb mei­ne Bit­te: Wir be­nö­ti­gen eine lus­ti­ge Pa­pier­gans, die ein Fünf- oder Sechs­jäh­ri­ger in zwei 30-Minuten-Einheiten nach­ma­chen kann. Als Aus­gleich für eine An­lei­tung gebe ich Dir ger­ne ein paar Ein­bli­cke in un­se­re aus­sichts­lo­se Per­so­nal­si­tua­ti­on.

Siller-Baldini, Ales­sia: Mar­tins­gans - Kita be­nö­tigt Hil­fe. E-Mail vom 17.09.2022.

Um den ers­ten Stein zu wer­fen, habe ich eine auf­recht sit­zen­de Pa­pier­gans für blu­ti­ge Bas­te­l­an­fän­ger ent­wor­fen. Mit­hil­fe der nach­ste­hen­den Bild­an­lei­tung, die von mei­nen Schnitt­mus­tern un­ter­stützt wird, soll­ten Kin­der­gar­ten­kin­der den zwölf Zen­ti­me­ter gro­ßen Vo­gel in Win­des­ei­le nach­ma­chen kön­nen.

Die Kiga-Gans

Für die Her­stel­lung des drol­li­gen Fe­der­viehs ver­wen­de­te ich ver­schie­den­far­bi­ge Fo­to­kar­ton­bö­gen, die eine Gram­ma­tur von 300 g/m² be­sa­ßen. Dar­über hin­aus stell­te ich das Ge­fie­der mit Acryl­far­ben dar, wel­che ich mit ei­nem Make-up-Schwämmchen zu Pa­pier brach­te. Zu­dem soll­ten zwei Wa­ckelau­gen dem Gan­ter ein lus­ti­ges Ant­litz ver­lei­hen. Hin­ge­gen als Werk­zeu­ge nahm ich eine Sche­re, eine Wä­sche­klam­mer, ei­nen flüs­si­gen Kle­ber, ein Falz­bein samt ei­nes Li­ne­als so­wie mei­ne PDF-Scha­blo­nen zur Hil­fe.

Tipps für Er­zie­he­rin­nen:

Fo­to­kar­ton gibt es auch im DIN-A4-Format zu kau­fen. Der­ar­ti­ge Bö­gen las­sen sich in das Pa­pier­fach ei­nes Dru­ckers ein­le­gen, was es wie­der­um er­mög­licht, mei­ne Vor­la­gen di­rekt auf den Bas­tel­un­ter­grund zu dru­cken. Des Wei­te­ren er­zeug­te ich die flau­schi­gen Gän­sehau­ben aus Kunst­fell-Band, wel­ches von der Fir­ma Hob­by­fun pro­du­ziert wird. Wer die­se op­tio­na­le De­ko­ra­ti­on in sein Kita-Projekt ein­bau­en möch­te, der muss die drei­ecki­gen Mütz­chen auf je­den Fall vor­be­rei­ten, da die­se Ar­beit fünf­jäh­ri­ge Kin­der über­for­dert.

Auf dem Bild ist ein grünes Bastelpapier zu sehen. Der Schnitt des Musterstücks erinnert an eine Pyramide, die auf dem Kopf steht und anstelle einer Spitze eine Kugel auf dem Kopf trägt. Aus diesem Bauteil lässt sich eine sitzende Gans herstellen

Nach­dem ich mei­ne Schnitt­mus­ter aus­ge­druckt und frei­ge­stellt hat­te, über­trug ich den Gän­se­kör­per von der ers­ten Sei­te auf Bas­tel­kar­ton. Grund­sätz­lich wäre das Ab­pau­sen der ge­stri­chel­ten Hilfs­li­ni­en nicht nö­tig, da ich die bei­den ge­gen­über­lie­gen­den Spit­zen des Ba­sis­ele­ments le­dig­lich in zwei gleich­schenk­li­ge Drei­ecke um­for­mier­te.

How to fold Paper Goose. Origami instructions. Collage with four pictures. Target group: Children aged five to six. Developed for Kindergarten Teachers

Als dar­auf­hin ein Qua­drat in Ka­rostel­lung vor mir lag, be­strich ich die rech­te Sei­te des Vier­ecks zu zwei Drit­teln mit Kle­ber.

  • Gleich da­nach nahm ich das Bau­teil so auf, dass die bei­den mitt­le­ren Spit­zen zwi­schen mei­nen Dau­men und Zei­ge­fin­gern ein­ge­klemmt wa­ren.
  • Mit die­ser Hand­stel­lung schob ich die bei­den Flü­gel dann gleich­mä­ßig über­ein­an­der, wo­bei die kleb­ri­ge Fas­sa­de na­tür­lich un­ten lie­gen muss­te.

Wäh­rend­des­sen die Vor­hän­ge zu­sam­men­lie­fen, wölb­te sich auf der Rück­sei­te au­to­ma­tisch ein Gänse­po­po her­aus, den ich ab­schlie­ßend noch in eine wohl­pro­por­tio­nier­te Form brach­te, ehe ich das Gan­ze end­gül­tig fi­xier­te.

Paddel und Flügel

So­bald der Pa­pier­trich­ter ge­trock­net war, brach­te ich die Wat­schel­fü­ße an den spit­zen Bei­nen an, wor­auf­hin der Gän­se­kör­per von al­lei­ne sit­zen konn­te.

Die Martinsgans hat die Form eines Eishörnchens, das auf einer Seite zwei Spitzohren besitzt. Wird diese Figur umgedreht, sieht das Ganze wie ein sitzender Vogel aus, an dessen Beine zwei Watschelfüße geklebt werden können. Urheberin: Veronika Helga Vetter - Vorsitzende des Sozialpädagogenbundes

Ei­nen so­li­den Stand be­kam der Vo­gel je­doch erst, nach­dem ich die Schwanz­fe­dern­plat­te an­ge­bracht hat­te. Wäh­rend­des­sen sich die an­de­ren Ex­tre­mi­tä­ten von der zwei­ten Scha­blo­ne ein­fach auf­kle­ben lie­ßen, muss­te ich den Sta­bi­li­sa­tor zu­nächst vor­kni­cken und mit­tig ein­schnei­den. Schließ­lich war es erst nach die­sen Maß­nah­men mög­lich, das Stum­mel­schwänz­chen im In­ne­ren des rund­li­chen Gänse­po­pos zu be­fes­ti­gen.

GuteFrage.net: Wie kann ich eine Papiergans basteln? Ich suche ein Motiv für einen Kindergarten. Antwort: Schaue mal auf GWS2.de, da wird ein Ganter mit Wackelaugen, Watschelfüßen und einem Schnabel verziert. Außerdem arbeitet die Künstlerin mit Acrylfarben, um die Extremitäten zu akzentuieren. Bastelschablonen gibt’s da auch. Ideal für den 11. November (Martinstag)

Doch auf­ge­passt: Ab­schlie­ßend lohnt es sich, die Kon­tu­ren der Schwanz­fe­der und der Flü­gel her­vor­zu­he­ben. Aus die­sem Grund hol­te ich vor dem An­kle­ben die­ser Ele­men­te noch mei­ne Make-up-Schwämmchen mit ei­ni­gen Acryl­far­ben her­vor, um der Mar­tins­gans ei­nen Rah­men zu ver­lei­hen.

Ver­wand­te The­men:

Steck­brie­fe für Kiga-Erzieherinnen - zwei Vor­la­gen
Wer war Sankt Mar­tin? Drei Rät­sel­spie­le für Kin­der

¹Mer­ker, Hel­ga: Me­tho­den­pro­ble­me der Kin­der­gar­ten­ar­beit. In: Di­dak­tik des Kin­der­gar­tens. Hrsg. von El­se­gret Pflug u. a. 3. Auf­la­ge. Frei­burg im Breis­gau: Her­der Ver­lag 1991 (= Der Kin­der­gar­ten - Hand­buch für die Pra­xis in drei Bän­den.) S. 185.
²Mat­thes, Oli­ver: In Thü­rin­ger Ki­tas fehlt Per­so­nal. Ex­akt | MDR (2022).
³Ot­to, Jea­net­te & Jo­han­na Schoe­ner: Wie geht es ei­gent­lich den Kin­der­gär­ten? In: Deutsch per­fekt Nr. 2 (2020). S. 69.
⁴Op­per­mann, Hans: Zahl des Mo­nats - 72,2 Pro­zent. In: ÖKO-TEST Nr. 11 (2021). S. 122.
⁵Der Be­griff Kita fasst in Deutsch­land die Kin­der­krip­pe und den Kin­der­gar­ten zu­sam­men. Ge­meint sind fremd­be­treu­te Kin­der zwi­schen null und sechs Jah­ren.

⁶A­ver­esch, So­phia: Kita - come in and burn out? (3/5). hes­sen­schau | hr-fernsehen (2022).
⁷Rop­pert, Ma­nue­la: Per­so­nal­man­gel in der Kita: Kin­der­be­treu­ung in Ge­fahr? mehr/wert | BR (2022).
⁸Hart­mann, Wal­traut, Mar­ti­na Stoll u. a.: Bil­dungs­qua­li­tät im Kin­der­gar­ten. Wien: öbv&hpt Ver­lags­gmbH 2000 (= Band 2 der Schrif­ten­rei­he des Char­lot­te Bühler-Instituts).
⁹Pert­ler, Cor­du­la & Eva Reuys: Die 7 schöns­ten Fes­te im Kin­der­gar­ten. Ern­te­dank, St. Mar­tin, Ni­ko­laus, Ad­vent, Fa­sching, Os­tern, Mut­ter­tag. Mün­chen: Don Bosco 2010.
¹⁰­Thie­sen, Pe­ter: Die ge­ziel­te Be­schäf­ti­gung im Kin­der­gar­ten. Bil­dungs­an­ge­bo­te vor­be­rei­ten, durch­füh­ren und aus­wer­ten. 16. über­ar­bei­te­te und er­wei­ter­te Auf­la­ge. Frei­burg im Breis­gau: Lambertus-Verlag 2022.

Bierkrug aus Papier basteln - die bayerische Maß

Nach­dem sein se­li­ger Va­ter das Rein­heits­ge­bot er­las­sen hat­te, setz­te Bay­ern­her­zog Al­brecht V. im Jah­re 1553¹ das Som­mer­brau­ver­bot für Braun­bie­re durch. Mit die­ser Maß­nah­me woll­te der Re­nais­sance­fürst die Qua­li­tät un­ter­gä­ri­ger Hop­fen­ge­trän­ke in sei­nem Reich hoch­hal­ten, da der­ar­ti­ge Sor­ten nur bei küh­len Tem­pe­ra­tu­ren bis neun Grad Cel­si­us² op­ti­mal rei­fen. Un­be­nutz­te Sud­kes­sel zwi­schen April und Sep­tem­ber führ­ten un­ter­halb des Weiß­wur­st­äqua­tors aber in­ter­es­san­ter­wei­se nicht zu Auf­stän­den, was zum ei­nen dar­an lag, dass die Ba­ju­wa­ren zu je­ner Zeit noch Wein­trin­ker³ wa­ren. Zum an­de­ren stell­te jede Haus­frau das gan­ze Jahr über ein Dünn­bier für pri­va­te Zwecke⁴ her, was täg­lich von der gan­zen Fa­mi­lie kon­su­miert wur­de.

Gleich­zei­tig stamm­te Bier tra­di­tio­nell aus Frauen­hand. Bis ins 19. Jahr­hun­dert hin­ein ge­hör­te ein Brau­kes­sel zur Aus­steu­er.

Im­grund, Bernd: Das Glück am Tre­sen. In: G/Geschichte Nr. 2 (2021). S. 73.

Dar­über hin­aus muss­te trotz der lan­des­herr­li­chen Ein­schrän­kung nie­mand auf ein kräf­ti­ges Münch­ner Hel­les ver­zich­ten. So­wohl Bürger- wie auch Klos­ter­braue­rei­en la­ger­ten ihr März­en­bier näm­lich den Som­mer über in tie­fen Fel­sen­kel­lern ein, die sich oft­mals au­ßer­halb der Stadt­mau­ern be­fan­den und in de­nen be­vor­ra­te­tes Na­tur­eis für die rich­ti­ge Tem­pe­ra­tur sorg­te. Zu­dem wa­ren die Ka­ta­kom­ben so­wohl un­ter Kies wie auch un­ter Kas­ta­ni­en­bäu­me ver­steckt, wel­che die Son­nen­strah­len vom Bo­den fern­hiel­ten.

Haus der Bayerischen Geschichte: Historisches Dokument von Herzog Albrecht V. Sommerliches Brauverbot aus dem Jahre 1553. Die weiß-blau-goldenen Wachssiegel am Pergament weisen das Zunftzeichen der Brauer auf und legitimieren die Echtheit des Adelsbriefes. Kurz nach der Veröffentlichung des Erlasses tauchten Steinzeug-Bierkrüge aus dem Westerwald auf, die für untergärige Sorten gemacht worden waren. Das Schaubild ist im Juli 2022 zuerst auf GWS2.de erschienen - von führenden Wittelsbacher Dynastie-Mitgliedern empfohlen

Grund­sätz­lich wur­de aus den Eis­kel­lern die um­lie­gen­de Gas­tro­no­mie be­lie­fert, da die Braue­rei­en ei­gent­lich kein Bier aus­schen­ken durf­ten. Wer aber mit ei­ge­nem Trink­ge­schirr vor­bei­kam, der konn­te ei­nen Ril­len­krug ge­füllt mit 1069 Mil­li­li­tern⁵ Gers­ten­saft für zwei Pfen­ni­ge er­wer­ben.

Bis in die 1590er-Jahre war es üb­lich, den ge­halt­vol­len Gers­ten­saft in Ka­raf­fen zu ser­vie­ren, aus de­nen sich die Gäs­te selbst in rö­mer­glas­ähn­li­che Ton­ge­fä­ße ein­schenk­ten. Man­cher­orts teil­ten sich froh­sin­ni­ge Sauf­kum­pa­nen auch ei­nen vo­lu­mi­nö­sen Vier­pass­be­cher, der di­rekt zum Mund ge­führt wur­de.

  • Ei­nen hand­li­chen Bier­krug be­kam je­der Wirts­haus­be­su­cher je­doch erst, als das grau-blaue Wes­ter­wäl­der Stein­zeug das Hei­li­ge Rö­mi­sche Reich er­obert hat­te.
  • Da­bei wirk­ten die da­mals neu­ar­ti­gen Ke­ra­mik­ge­fä­ße iso­lie­rend, wo­durch das Ge­bräu län­ger kühl blieb. Au­ßer­dem konn­te die Koh­len­säu­re schlech­ter aus der­ar­ti­gen Be­hält­nis­sen ent­wei­chen, was wohl am ho­hen Salz­ge­halt der Ir­den­wa­re lag.

Fer­ner be­ka­men Zunft­mit­glie­der, Be­am­te oder geist­li­che Wür­den­trä­ger reich ver­zier­te Stein­krü­ge mit Zinn­de­ckeln von den Gas­tro­no­men ver­lie­hen, die gleich­zei­tig als Tre­sen­de­ko­ra­ti­on dien­ten, so­lan­ge sie auf ihre Be­sit­zer war­te­ten.

Wo der Krug heu­te Mas­sen­wa­re ist, galt er da­mals als in­di­vi­du­el­les Sta­tus­sym­bol, das von der Per­sön­lich­keit des Be­sit­zers zeug­te.

Scholz, Ju­lia & Max Böhm: Der Bier­krug. ingolstadt.de (07/2022).

Drei Bierkrüge im Himmel. Jeder Keferloher besitzt ein grau-beiges Steinzeug-Design und eine individuelle Schaumkrone. Die ästhetischen Papiergefäße stehen vor einem Adelsbrief, den Bayernherzog Albrecht V. im Jahre 1553 verfasst hat. Die weiß-blaue Produktpräsentation wurde von Veronika Helga Vetter erstellt: Das ist eine bajuwarische Kunsthandwerkerin, die am liebsten Münchner Helles trinkt

Nach­dem Na­po­le­on Bo­na­par­te das Kur­fürs­ten­tum Bay­ern zum Kö­nig­reich er­ho­ben hat­te, herrsch­te in der Isar­me­tro­po­le gro­ßer Re­form­ei­fer. So schaff­te Max I. Jo­seph am 28. Fe­bru­ar 1809⁶ die 93 gül­ti­gen Hohl­ma­ße für Flüs­sig­kei­ten ab. Gleich­zei­tig soll­te für den Aus­schank und die staat­li­che Bier­preis­fest­set­zung nur noch die Münch­ner Maß­kan­ne eine Rol­le spie­len, die 1,069 Li­ter fass­te.

Den Be­hör­den stan­den ge­eich­te Maß­ge­fä­ße mit der Auf­schrift „BAIER.MAAS” zur Ver­fü­gung, mit de­nen un­ter an­de­rem die Schank­ge­fä­ße kon­trol­liert wur­den. Die­se Maß­ge­fä­ße wa­ren so häu­fig im Ein­satz, dass sich der Be­griff auf die Maß Bier und den Maß­krug über­trug.

Bier. Macht. Mün­chen. 500 Jah­re Münch­ner Rein­heits­ge­bot in Bay­ern. Hrsg. von Ur­su­la Ey­mold. Mün­chen: Süd­deut­sche Zei­tung Edi­ti­on 2015.

Drei Jah­re spä­ter le­ga­li­sier­te⁷ der Bay­ern­kö­nig auch die Bier­gär­ten, die sich längst über den Eis­kel­lern eta­bliert hat­ten. Wer un­ter frei­em Him­mel „Bringst mia oane!” mur­mel­te, der be­kam von der of­fen­blu­si­gen Kell­ne­rin ei­nen Ke­fer­lo­her vor sich hin­ge­knallt. Das war ein preis­wer­ter Steinzeug-Bierkrug mit Salz­gla­sur, der seit dem Jah­re 1800 von Wes­ter­wäl­der Aus­wan­de­rern in Ober­bay­ern her­ge­stellt wur­de.

So ent­wi­ckel­te sich im Kö­nig­reich aus dem Wes­ter­wäl­der Hum­pen der baye­ri­sche Steinzeug-Maßkrug. Und die­ser hat­te deut­li­che Un­ter­schie­de. Die Krug­wand zieht kurz vor dem Rand nach In­nen ein und die im Wes­ter­wald häu­fig auf­ge­brach­ten Kniebis- und Red­ver­zie­run­gen fal­len weg.

De­cker, Ju­li­an: Zum Tag des Bie­res: Wo­her kommt ei­gent­lich der Maß­krug? itv-grabungen.de (07/2022).

Mit der Grün­dung des Deut­schen Kai­ser­reichs beug­te sich der Mär­chen­kö­nig den Wün­schen Ber­lins und re­du­zier­te die baye­ri­sche Maß auf den preu­ßi­schen Li­ter, der ein Vo­lu­men von 1000 Ku­bik­zen­ti­me­tern fass­te. Die Um­stel­lung be­deu­te­te das En­de⁸ des hei­mi­schen Ke­fer­lo­hers, da die neu ge­norm­ten Bier­krü­ge durch die In­dus­tria­li­sie­rung kos­ten­güns­tig aus dem Kan­nen­bä­cker­land im­por­tiert wer­den konn­ten.

A real Bavarian Fräulein answers cultural questions: What characterizes an original Beer garden? In which drinking vessels do people in Munich consume their Beer? What is an Obazda cheese? Is Bavaria part of Germany? These secrets are revealed with the help of the picture collage. Teaching material by PhD Veronika Helga Vetter - New York University

An­fangs führ­te der Ein-Liter-Maßkrug in der ba­ju­wa­ri­schen Be­völ­ke­rung zu gro­ßen Ir­ri­ta­tio­nen. Denn ob­wohl das Tönn­chen we­ni­ger Flüs­sig­keit ent­hielt, war es auf­grund ei­ner drei Zen­ti­me­ter ho­hen Schaum­brem­se vo­lu­mi­nö­ser als sein Vor­gän­ger.

  • Des Wei­te­ren wur­den die baye­ri­schen Ge­hir­ne jahr­hun­der­te­lang auf 1069 Mil­li­li­ter kon­di­tio­niert, wes­halb nun das Un­ken über schlech­tes Ein­schen­ken⁹ be­gann.
  • Doch be­reits im Jah­re 1892 beug­ten man­che Ok­to­ber­fest­wir­te dem Ge­re­de vor, in­dem sie suk­zes­si­ve Glas­krü­ge ein­führ­ten.

Da­bei stell­te sich durch den Wech­sel auf trans­pa­ren­te Trink­ge­fä­ße eine Win-win-Situation ein. Für die Gäs­te bo­ten die durch­sich­ti­gen Be­hält­nis­se eine Kon­troll­mög­lich­keit und den Gas­tro­no­men brach­ten sie wirt­schaft­li­che Vor­tei­le. Schließ­lich sa­hen die Kell­ne­rin­nen plötz­lich, wann eine Maß Bier zur Nei­ge ging, wo­durch die voll­bu­si­gen Schank­mai­den schnel­ler zum Wei­ter­trin­ken ani­mie­ren konn­ten.

Flo­ri­an De­ring: Der Nach­teil beim Ke­fer­lo­her ist, dass der Gast sel­ber nicht weiß, wie viel Bier drin ist und die Kell­ne­rin nicht sieht, wann der Maß­krug leer ist.

All­mei­er, Ro­bert: Oide Wiesn - Ge­schich­te des Ke­fer­lo­her Maß­kru­ges. youtube.com (07/2022).

Doch der weiß-blaue Frei­staat wür­de nicht als religiös-konservativ gel­ten, wenn es nicht noch meh­re­re Ge­nera­tio­nen ge­dau­ert hät­te, ehe der Steinzeug-Bierkrug end­gül­ti­g¹⁰ aus den Wirts­häu­sern ver­schwand. Zu­dem war es bis in die 1960er-Jahre hin­ein zwi­schen Main und Inn noch üb­lich, dass der Bub mit ei­nem ke­ra­mi­schen Erb­stück zum Gas­sen­aus­schank­¹¹ ging und sei­nem Va­ter eine frisch ge­zapf­te Maß nach Hau­se brach­te.

Ausbildung Restaurantfachfrau: Eindecken für einen bayerischen Mittagstisch. Tipp: Steinzeug-Bierkrüge mit Grissini befüllen und als kostenlose Appetithäppchen anbieten. Die Tongefäße vorher mit blauen Servietten auskleiden, um das Thema weiter zu unterstreichen. Weitere Accessoires wie kleine Filzhüte sollten zudem für eine lockere Biergarten-Atmosphäre sorgen. Eine Lehrbuchempfehlung der IHK Berlin, Ludwig Erhard Haus

Heu­te sieht es so aus, als woll­ten die Deut­schen ewig le­ben und ar­bei­ten. Denn ob­wohl die Bay­ern ein kon­stant ho­hes Ni­veau hal­ten, geht der Bier­kon­sum in der Bun­des­re­pu­blik seit Jah­ren zu­rück. Trau­rig aber wahr: Selbst die Men­schen in mei­ner ös­ter­rei­chi­schen Wahl­hei­mat trin­ken mitt­ler­wei­le mehr Gers­ten­saft als ihr west­li­cher Nach­bar. Und hier­zu­lan­de sind die Hop­fen­brau­sen wi­der­lich süß, be­sit­zen zu we­nig Koh­len­säu­re und wer­den vor­wie­gend in pfand­freie Do­sen ab­ge­füllt.

Den­noch ran­giert Deutsch­land eu­ro­pa­weit noch auf Platz drei. Nur die bei­den Nach­bar­län­der Tsche­chi­en und Ös­ter­reich ha­ben ei­nen hö­he­ren Pro-Kopf-Konsum.

Schei­de­cker, Kers­tin: Bier in Zah­len. In: ÖKO-TEST Nr. 6 (2022). S. 26.

Um den gu­ten al­ten Zei­ten zu ge­den­ken, als jähr­lich noch 130 Li­ter Hel­les in den Durch­schnitts­bay­ern flos­sen, habe ich ei­nen Steinzeug-Humpen aus Pa­pier ent­wi­ckelt.

  • Da­bei ver­kör­pert mein Ri­tu­al­ge­fäß ei­nen hal­ben Maß­krug, wel­cher eine Höhe von 15,5 Zen­ti­me­tern so­wie ei­nen Durch­mes­ser von 75 Mil­li­me­tern auf­weist.
  • Des Wei­te­ren be­sitzt der Ke­fer­lo­her nicht nur ei­nen hand­li­chen Hen­kel, son­dern am obe­ren Ende so­gar ei­nen nach in­nen ge­wölb­ten Rand.
  • Die größ­te Be­son­der­heit des Tönn­chens ist je­doch eine Schaum­kro­ne, die zu­gleich als De­ckel fun­giert.

Wer also eine au­ßer­ge­wöhn­li­che Ge­schenk­ver­pa­ckung für ech­te Män­ner sucht, die sich oben­drein noch ver­schlie­ßen lässt, der soll­te mei­nen his­to­ri­schen Bier­krug nach­bas­teln. Hier­für sind le­dig­lich mei­ne Schnitt­mus­ter von­nö­ten, die ich in der fol­gen­den Bild­an­lei­tung kos­ten­los zur Ver­fü­gung stel­le.

Die Vorbereitung

Für die Her­stel­lung des Trink­be­chers nahm ich ei­nen Fo­to­kar­ton mit ei­ner Gram­ma­tur von 300 g/m² zur Hil­fe, der auf der In­nen­sei­te mit Dunilin-Servietten aus­staf­fiert wur­de. Hin­ge­gen die Hen­kel­ba­sis stell­te ich aus ei­nem sta­bi­len Ver­sand­kar­ton her, den ich von ei­ner Online-Bestellung üb­rig hat­te. Des Wei­te­ren bau­te ich nicht nur die Um­man­te­lung des Bier­krugs, son­dern eben­falls die Schaum­kro­ne aus han­dels­üb­li­chem Ton­pa­pier zu­sam­men. Dar­über hin­aus er­zeug­te ich eine raue Stein­op­tik, in­dem ich die Au­ßen­fas­sa­de kom­plett mit Bims­mör­tel¹² ver­klei­de­te. Fer­ner ka­men als Werk­zeu­ge eine Sche­re, ein Flüs­sig­kle­ber, ein Holz­spach­tel, ein Falz­bein samt Li­ne­al so­wie mei­ne PDF-Schnitt­mus­ter zum Ein­satz.

Schablonen für einen Papierbierkrug. Kostenlose PDF-Datei mit Schnittmustern, die zum Basteln eines bayerischen Keferlohers verwendet werden können. Vordrucke erstellt von Veronika Helga Vetter: Schankmaid aus dem Münchner Paulanergarten. Die authentische Maßkrug-Vorlage gehört zum Schatz von GWS2.de - Kunstblog für selbst gemachte Männergeschenke

Nach­dem ich alle sechs Scha­blo­nen aus­ge­druckt hat­te, stell­te ich die Vor­dru­cke auf den ers­ten bei­den DIN-A4-Seiten frei. Di­rekt im An­schluss kleb­te ich die kas­ten­för­mi­gen Ein­zel­tei­le mit­hil­fe von Ma­ler­krepp an der Mar­kie­rung A an­ein­an­der, wo­durch eine läng­li­che Bas­tel­vor­la­ge ent­stand, von der ich wie­der­um Ko­pien aus den fol­gen­den drei Ma­te­ria­li­en an­fer­tig­te:

  • 1x Ton­pa­pier (130 g/m²).
  • 1x Fo­to­kar­ton (300 g/m²).
  • 1x Dunilin-Serviette.

Aus den iden­ti­schen Mo­du­len bau­te ich dann ein mehr­la­gi­ges Zell­stoff­sand­wich, in des­sen Mit­te die di­cke Kar­to­na­ge thron­te. Un­mit­tel­bar da­nach roll­te ich das stram­me Werk­stück zu ei­ner Röh­re, bei der die Ton­pa­pier­sei­te nach Au­ßen zeig­te.

Das Gefäß des Papierkrugs besteht aus unterschiedlichen Materialien. Durch diese Maßnahme erhält die Geschenkverpackung eine außergewöhnliche Haptik und eine hohe Stabilität. Die drei Werkstücke sind aus der verlängerten Schablone entstanden und werden nach dem Aufeinanderkleben zu einem Zylinder gerollt. Konstruktion von Veronika Helga Vetter - Juni 2022 (Linz/Österreich)

Den Zy­lin­der muss­te ich dann nur noch mit Wä­sche­klam­mern fi­xie­ren, ehe ich mit den Bo­den­plat­ten wei­ter­ma­chen konn­te.

Das Trinkgefäß

Die Pro­duk­ti­on des Un­ter­baus star­te­te da­mit, dass ich als Ers­tes die bei­den Krei­se von der drit­ten Scha­blo­ne frei­stell­te. Im nächs­ten Schritt bas­tel­te ich mit­hil­fe der Vor­la­gen zwei Ob­la­ten, die sich fol­gen­der­ma­ßen zu­sam­men­setz­ten:

  • 1x Dunilin-Serviette + 1x Fo­to­kar­ton (300 g/m²).
  • 1x Ton­pa­pier (130 g/m²).

Im An­schluss dar­an öff­ne­te ich die vor­ge­form­te Röh­re wie­der. Nun muss­te ich die drei­la­gi­ge Ge­fäß­wand mit der di­cke­ren Bo­den­plat­te ver­bin­den. Hier­für um­schloss ich den Dop­pel­kreis mit den Za­cken, die ich zu­vor mit Flüs­sig­kle­ber be­netzt hat­te. Bei die­ser müh­se­li­gen Ar­beit ach­te­te ich na­tür­lich dar­auf, dass die wei­chen Sei­ten alle in den In­nen­raum zeig­ten.

Die provisorische Röhre wird ein feststehender Zylinder. Hierzu müssen die beiden Kreise von der dritten Schablone aus den drei Kernmaterialien angefertigt werden. Der doppellagige Deckel gilt als Ankerpunkt für die Krugwand, währenddessen die zweite Oblate als äußere Wandverzierung fungiert

Zu gu­ter Letzt ka­schier­te ich die un­schö­nen Ver­schluss­spit­zen, in­dem ich die Au­ßen­fas­sa­de des Ton­nen­bo­dens mit der üb­rig ge­blie­be­nen Ton­pa­pier­plat­te ver­klei­de­te.

Wie in der Ein­lei­tung be­reits er­wähnt, wird der baye­ri­sche Ke­fer­lo­her nach oben hin schmä­ler. Um die­se Ver­en­gung nach­zu­bil­den, be­strich ich die rech­te Sei­te ei­ner frei­ge­schnit­te­nen Kopfla­sche mit Kle­ber. Da­nach zog ich das Nach­bar­ele­ment auf die feuch­te Stel­le und fi­xier­te die Über­lap­pung mit ei­ner Wä­sche­klam­mer.

Was ist ein Keferloher? Es handelt sich um einen bayerischen Steinzeug-Bierkrug, der nach oben hin enger wird. Veronika Helga Vetter beweist, dass sich diese Besonderheit auch bei einem Papiergefäß hervorrufen lässt. Die vierteilige Bildcollage gehört zum Schatz von GWS2.de - das ist ein Kunstblog für Bildungsbürger, die Merkel-Orks wie Naiem Alnmrini oder Hussein Khavari nicht willkommen heißen

Dann wie­der­hol­te ich die vor­an­ge­gan­ge­nen Schrit­te so lan­ge, bis die ge­sam­te Bier­krug­öff­nung gleich­mä­ßig nach in­nen ge­wölbt war.

Der Henkel und die Steinoptik

Als Nächs­tes bas­tel­te ich mit­hil­fe der vier­ten Scha­blo­ne den Griff des Be­hält­nis­ses. Dazu stell­te ich zu­nächst ein­mal fünf huf­ei­sen­för­mi­ge Kar­to­na­gen her, die ich sym­me­trisch auf­ein­an­der­kleb­te. Di­rekt im An­schluss pack­te ich den Trick­film­ma­gne­ten mit den vier rest­li­chen Fo­to­kar­ton­ele­men­ten ein.

Gutefrage.net: Hallo liebe Kreativ-Freunde, wie kann ich einen Henkel aus Papier basteln? Der Griff soll für einen selbst gemachten Bierkrug sein. Antwort von Layla_1337: Hey du, schau mal auf GWS2.de. Da gibt es eine Bildcollage mit Anleitungsschritten für dein Problem. Die Bastelgöttin Veronika Helga Vetter macht Henkel immer aus Kartonagen, die von Online-Bestellungen übrig geblieben sind

Nun brach­te ich den Hen­kel so an, dass des­sen Un­ter­sei­te ei­nen Ab­stand von cir­ca 1,5 Zen­ti­me­ter zum Bo­den auf­wies. Hier­für hat­te ich zwei Op­tio­nen:

  1. Im Prin­zip wür­de es aus­rei­chen, den Hal­ter ein­fach über die Kle­be­laschen an der Au­ßen­fas­sa­de zu be­fes­ti­gen, da das Ge­fäß oh­ne­hin eine Bims­mör­tel­ver­klei­dung er­hält.
  2. Um das künst­le­ri­sche Ni­veau hoch­zu­hal­ten, ent­schied ich mich je­doch dazu, das Tönn­chen nach die­ser Skiz­ze mit ei­nem Hob­byskal­pell ein­zu­schnei­den, da­mit ich den Griff im Be­hält­nis ver­an­kern konn­te.

Der Hen­kel­krug war dann auch das ers­te, das ich mit der Struk­tur­pas­te ver­spach­tel­te. Im An­schluss dar­an trug ich die Mas­se gleich­mä­ßig auf die rest­li­che Kan­nen­ober­flä­che auf, wo­bei ich die Bo­den­plat­te aus­spar­te.

Auf der viergeteilten Bildcollage ist zu sehen, wie Bimsmörtel mit einem Holzspachtel auf einen Papierkrug aufgetragen wird. Die hochpreise Strukturpaste verwandelt das Trinkgefäß in einen historischen Keferloher, was ein bayerischer Maßkrug ist. Anleitung von Veronika Helga Vetter: Das ist eine Auswanderin, die sich freut, dass sie in Österreich gefahrlos oben ohne zum Baden gehen kann

Nach­dem der Bims­mör­tel die Ge­schenk­ver­pa­ckung um­man­tel­te, stell­te ich das Gan­ze für 30 Mi­nu­ten zum Trock­nen, ehe ich den Au­ßen­putz mit ei­nem Schleif­pa­pier wei­ter in Form brach­te.

Wiederverschließbares Männergeschenk

Im nächs­ten Ar­beits­schritt be­gann ich da­mit, den her­un­ter­lau­fen­den Schaum zu bas­teln, in­dem ich das Schnitt­mus­ter von der fünf­ten Scha­blo­ne so­wohl auf Fo­to­kar­ton wie auch auf Ton­pa­pier über­trug. Be­vor ich dar­auf­hin im­mer zwei ma­te­ri­al­frem­de Mo­du­le auf­ein­an­der­kleb­te, präg­te ich Krei­se auf die dün­ne­ren Au­ßen­fas­sa­den, die gas­för­mi­ge Bläs­chen sym­bo­li­sie­ren soll­ten. Hier­für nahm ich mei­ne Siz­zix Big Shot Ma­schi­ne zur Hil­fe.

Nach­dem ich dann sämt­li­che Knick­li­ni­en mit ei­nem Falz­bein vor­ge­fal­tet hat­te, ging ich wie bei der Ver­en­gung des Ge­fäß­ran­des vor. Das heißt, dass ich die be­weg­li­chen Ab­stän­de zwi­schen den burg­mau­er­ähn­li­chen Za­cken durch Zu­sam­men­raf­fen eli­mi­nier­te, wo­durch selbst­ste­hen­de Halb­krei­se ent­stan­den.

Der Deckel des Bierkrugs ist wie eine Schaumkrone geformt. Verstärkt wird dieser Eindruck durch die Oberflächenstruktur des Verschlusses, die mit einer Sizzix Big Shot Maschine aufgeprägt wurde und die gasförmige Bläschen darstellen soll. (Darice Embossing-Prägeschablone Kreise). Eine Idee von Veronika Helga Vetter - das ist eine Auswanderin, die sich freut, nicht mehr von Emilia Fester vertreten zu werden

Di­rekt im An­schluss ver­wan­del­te ich die bei­den dop­pel­la­gi­gen Ein­zel­tei­le in eine run­de Kro­ne, de­ren in­ne­re Öff­nung ich mit ei­ner Plat­te ver­schloss, die ich zu­vor mit­hil­fe der sechs­ten Scha­blo­ne an­ge­fer­tigt hat­te.

Gutefrage.net: Hey Leute, mein Vater wird nächste Woche 70 Jahre alt und ich möchte ihm etwas ganz Besonderes basteln. Wir kommen aus dem hohen Norden, aber er hat immer in Bayern Urlaub gemacht - vielleicht etwas mit Bezug zum Alpenvorland? Antwort: Hi du! Wie wäre es mit einem selbst gemachten Bierkrug aus Papier? Auf GWS2.de gibt es eine kostenlose Anleitung mit den Schablonen dazu. Das ist sogar ein Steinkrug, also ein Gefäß, dass so aussieht, als sei es aus Ton. Die Künstlerin hinter dem Produkt heißt Veronika Helga Vetter und ist für ausgefeilte Geschenkverpackungen bekannt

Um die Ge­schenk­ver­pa­ckung dann end­gül­tig fer­tig­zu­stel­len, muss­te ich den De­ckel nur noch auf den Maß­krug set­zen und die Ober­sei­te des Ver­schlus­ses mit dem üb­rig ge­blie­be­nen Kreis ver­klei­den.

Ver­wand­te The­men:

Bier­fass bas­teln - Ge­schenk­ver­pa­ckung oder Pa­pier­korb
Was ist ein Pils­deck­chen? Lätz­chen für Glä­ser sel­ber ma­chen

¹Beh­mer, Ka­tha­ri­na: Un­ter Kas­ta­ni­en - Der Bier­gar­ten. In: G/Geschichte Por­trät Nr. 4 (2020) S. 56.
²D­adel­sen, Bern­hard von: Bier - Eine Welt­ge­schich­te. Ter­ra X | ZDF (2016).
³Gat­tin­ger, Karl: Vom Wein­land zum Bier­land. Zur wirt­schaft­li­chen Be­deu­tung des Biers in Bay­ern. In: Bier in Bay­ern. Hrsg. von Rain­hard Rie­per­tin­ger, Eva­ma­ria Brock­hoff u. a. Re­gens­burg: Ver­lag Fried­rich Pus­tet 2016. S. 67.
⁴Pac­zen­sky, Gert von & Anna Dün­ne­bier: Lee­re Töp­fe, vol­le Töp­fe. Die Kul­tur­ge­schich­te des Es­sens und Trin­kens. Mün­chen: Al­brecht Knaus Ver­lag GmbH 1994.
⁵Hirsch­fel­der, Gun­ther & Ma­nu­el Trummer: Bier. Eine Ge­schich­te von der Stein­zeit bis heu­te. Darm­stadt: Kon­rad Theiss Ver­lag 2016.
⁶Wal­le­rus, Heinz: Maß­krü­ge - Zei­chen der Ver­ein­heit­li­chung der Maß- und Ge­wichts­ein­hei­ten im 19. Jahr­hun­dert. hdbg.eu (07/2022).
⁷Clavius-Gymnasium Bam­berg: Vor dem Bier sind alle gleich. Wir sind Bay­ern | BR (2018).
⁸Buß­jä­ger, Jo­han­nes: Der Ke­fer­lo­her - der Ur­krug der Bay­ern. keferloher-montag.de (07/2022).
⁹Veiz, Bri­git­te: Das Ok­to­ber­fest - Mas­se, Rausch und Ri­tu­al. So­zi­al­psy­cho­lo­gi­sche Be­trach­tun­gen ei­nes Phä­no­mens. Gie­ßen: Psychosozial-Verlag 2006.
¹⁰­Schu­bert, An­dre­as: Bierkrug-Ausstellung - Weg­werf­wa­re wird Kul­tur­gut. sz.de (07/2022).
¹¹­Krafft, Sy­bil­le: Da­mals: Rund ums Bier. Un­ter un­se­rem Him­mel | BR (2016).
¹²LUKAS Struk­tur­pas­te Bims­mör­tel (grau-beige).

Bierfass basteln - Papierkorb für Tischabfälle

Bier hebt den Mut, macht das mensch­li­che Fleisch fet­t¹ und ver­leiht dem Ant­litz eine schö­ne Far­be. Die­se Er­kennt­nis­se ge­hen auf Hil­de­gard von Bin­gen zu­rück, die den Gers­ten­saft im Jah­re 1158 für ein äu­ßerst ge­sun­des² Nah­rungs­mit­tel hielt. Die For­schungs­er­geb­nis­se der Äb­tis­sin hat­ten al­ler­dings kei­ne Aus­wir­kun­gen auf das Kon­sum­ver­hal­ten der Bau­ern, die oh­ne­hin täg­lich al­ko­ho­li­sche Ge­trei­de­brü­hen zu sich nah­men. Der­ar­ti­ge Ge­trän­ke wa­ren näm­lich wich­ti­ge Mi­ne­ral­stoff­quel­len und der ein­zi­ge Lu­xus, den sich die ar­men Le­hens­knech­te leis­ten konn­ten. Aus die­sem Grund muss­te sei­ner­zeit jede hei­rats­fä­hi­ge Land­frau³ die Bier­her­stel­lung be­herr­schen, da es im Hei­li­gen Rö­mi­schen Reich kei­nen Haus­halt gab, in dem nicht ge­braut wur­de.

Ein Brau­kes­sel ge­hört zur Aus­steu­er der Braut, ist die ab­so­lu­te Grund­aus­stat­tung für die Ehe.

Dadel­sen, Bern­hard von: Ter­ra X: Bier - Eine Welt­ge­schich­te. youtube.com (08/2019).

Die Weibs­bil­der be­rei­te­ten das trü­be Haus­bräu ent­we­der mit Em­mer oder mit Gers­te zu, wo­bei sie mit dem Ge­trei­de stets spar­sam⁴ um­ge­hen muss­ten. Der ge­rin­ge Malz­an­teil führ­te wie­der­um dazu, dass ein hoch­mit­tel­al­ter­li­ches Dünn­bier we­ni­ger als zwei Vo­lu­men­pro­zent Al­ko­hol ent­hielt. Des Wei­te­ren ver­wen­de­ten die Bäue­rin­nen wil­den Ga­gel⁵ oder Sumpf­porst, um das Flüs­sig­brot halt­bar zu ma­chen. Der Hop­fen war zwar be­reits seit dem 9. Jahr­hun­der­t⁶ be­kannt, wuchs al­ler­dings nur in Klos­ter­gär­ten.

The picture shows two Beer barrels out of Paper. The vessels are Table trash cans, which are equipped with a faux wood look. The Bin design was developed by PhD Veronika Vetter. School of the Art Institute of Chicago

Ein Bot­tich voll Gers­ten­saft muss­te al­lei­ne schon des­halb in je­der Wohn­stät­te vor­han­den sein, da Most oder Mol­ke nicht im­mer ver­füg­bar wa­ren und das Brun­nen­was­ser kei­ne gute Qua­li­tät hat­te. Hin­ge­gen das ge­koch­te und ge­würz­te Bier ge­hör­te zu den rei­nen Ge­trän­ken, wes­halb so­wohl Schwan­ge­re⁷ als auch Kin­der die Kra­wall­brau­se ver­zeh­ren durf­ten.

Mit dem Dünn­bier, das man teil­wei­se schon den Kin­dern zu trin­ken gibt, hat man dem un­hy­gie­ni­schen Was­ser ein Schnipp­chen ge­schla­gen: Sämt­li­che Kei­me und Bak­te­ri­en sind ab­ge­tö­tet.

Hach­en­ba­cher, Ve­ro­ni­que: In den Ton­topf ge­schaut. Von Speis und Trank ab­seits des Schla­raf­fen­lan­des. In: Mi­ro­que Nr. 16 (2014). S. 30.

Am Ende des 12. Jahr­hun­derts ver­lie­hen Reichs­städ­te wie Bre­men und Gos­lar die ers­ten Brau­rech­te, wor­auf­hin Sud­stät­ten ent­stan­den, die häu­fig zu­sam­men mit ei­nem Aus­schank be­trie­ben wur­den. Vor al­lem im nörd­li­chen Teil des römisch-deutschen Kai­ser­reichs herrsch­te eine gro­ße Nach­fra­ge nach pro­fes­sio­nell her­ge­stell­ten Hop­fen­ge­trän­ken. Hin­ge­gen im Sü­den do­mi­nier­te zum ei­nen der Wein und zum an­de­ren sorg­ten die Klös­ter da­für, dass Pre­mi­um­bi­er stets in aus­rei­chen­dem Maße vor­han­den war.

Al­ler­dings fan­den sich die­se Braue­rei­en nicht, wie viel­leicht ver­mu­tet, im heu­ti­gen Bier­staat Bay­ern, der ja zum gro­ßen Teil von den Klos­ter­braue­rei­en ver­sorgt wur­de, son­dern ver­mehrt im Nor­den Deutsch­lands.

Gre­ve­ner, Anja: Nunc est bi­ben­dum! Be­lieb­te Ge­trän­ke des Mit­tel­al­ters. In: Kar­fun­kel Kü­che im Mit­tel­al­ter Nr. 1 (2008). S. 11.

Mottoparty von Cirkularium Catering Service Augsburg: Bayerische Schmankerl. Weißwurstsalat mit Kartoffeln und Radieschen. Dazu frische Brezn und Scherdel Premium Pilsner. Als passende Dekoration stehen selbst gebastelte Bierfässer bereit, die gleichzeitig als Tischabfalleimer genutzt werden können. Schaubild von Veronika Helga Vetter. Das ist eine Papierkünstlerin, die enorme finanzielle Mittel dafür aufwendet, dass Claus-Peter Reisch hinter Schloss und Riegel kommt

Auf­grund des Um­stan­des, dass ein hoch­mit­tel­al­ter­li­cher Zeit­ge­nos­se jähr­lich über 500 Li­ter⁸ Gers­ten­saft kon­su­mier­te, stie­gen die städ­ti­schen Braue­rei­be­sit­zer trotz der himm­li­schen Kon­kur­renz schnell in den Pa­tri­zi­er­stand auf. Aber auch der Fis­kus ver­dien­te bei je­dem Sauf­ge­la­ge mit, da jede ver­kauf­te Maß die Staats­kas­se um ei­nen Malz­pfen­nig rei­cher mach­te.

Und über­all ver­such­ten die Städ­te, et­was vom Ge­winn ab­zu­schöp­fen: „Bier­pfen­nig”, „Bier­geld”, „Malz­pfen­nig”, „Bier­zoll”, „Keuteak­zi­se”, „Bier­ak­zie­se”, „Zie­se” - die Lis­te der mög­li­chen Ab­ga­ben ist lang, und vie­ler­orts bil­de­ten sie die städ­ti­sche Haupt­ein­nah­me­quel­le.

Hirsch­fel­der, Gun­ther & Ma­nu­el Trummer: Bier. Eine Ge­schich­te von der Stein­zeit bis heu­te. Darm­stadt: Kon­rad Theiss Ver­lag 2016.

Zu Be­ginn des 13. Jahr­hun­derts er­kann­te die Deut­sche Han­se, dass sich mit al­ko­hol­hal­ti­gen Malz­brau­sen viel Geld ver­die­nen ließ. Aus die­sem Grund ko­ope­rier­te der Kauf­manns­ver­bund mit Brau­häu­sern, um hoch­wer­ti­ge Hop­fen­ge­trän­ke nach Flan­dern und nach Skan­di­na­vi­en ex­por­tie­ren zu kön­nen. Denn vor al­lem die Nord­eu­ro­pä­er lechz­ten sei­ner­zeit nach dem ale­man­ni­schen Flüs­sig­brot, da die­se nie ge­nug Ge­trei­de be­sa­ßen, um ih­ren Bier­be­darf zu de­cken.

Bier war der ein­zi­ge Han­dels­ar­ti­kel, der aus­schließ­lich aus dem Han­se­ge­biet selbst stamm­te. Der ers­te be­deu­ten­de Braue­rei­stand­ort war Bre­men, bis ihm Ham­burg den Rang ab­lief.

Weid­ner, Ca­ro­lin: Die Han­se: My­thos des Spät­mit­tel­al­ters. Gü­ters­loh: Wis­sen Me­dia Ver­lag 2011.

Der bayerische Hof in München im Jahre 1349. Herzog Otto V. importiert Hansebier aus Hamburg. Der Fernhändler Gustl von Mausbach lädt gerade große Holzfässer ab, die mit gehopftem Gerstensaft befüllt sind. Deutsche Geschichte bildlich dargestellt von Veronika Helga Vetter. Das ist die Kulturbeauftragte der Desiderius-Erasmus-Stiftung

Im Ver­lauf des Spät­mit­tel­al­ters ver­sorg­te die Han­se den gan­zen eu­ro­päi­schen Kon­ti­nent mit deut­schem Ex­port­bier. Al­lei­ne in Ham­burg stell­ten im Jah­re 1367 mehr als 500 Sud­stät­ten erst­klas­si­gen Bölk­stoff her. Die ge­hopf­ten Gers­ten­säf­te aus der Elb­me­tro­po­le wa­ren be­son­ders be­liebt, da die­se stets über eine hohe Qua­li­tät ver­füg­ten. Das lag wie­der­um an der Tat­sa­che, dass die nor­di­sche Ha­fen­stadt mit dem Kur­fürs­ten­tum Bran­den­burg ei­nen zu­ver­läs­si­gen Roh­stoff­lie­fe­ran­ten hat­te.

Das Ham­bur­ger Bier üb­ri­gens traf of­fen­sicht­lich den Kun­den­ge­schmack der Zeit - nicht um­sonst bil­de­te das Brau­ge­wer­be zwi­schen 1350 und 1500 den stärks­ten Wirt­schafts­zweig an der Elbe.

Hirsch­fel­der, Gun­ther & Ma­nu­el Trummer: Bier. Eine Ge­schich­te von der Stein­zeit bis heu­te. Darm­stadt: Kon­rad Theiss Ver­lag 2016.

Bis zur Hoch­re­nais­sance kon­su­mier­ten die Aris­to­kra­ten am baye­ri­schen Hof über­wie­gend im­por­tier­tes Han­se­bier. Al­ler­dings wur­de der nord­deut­sche Ar­bei­ter­sekt vor al­lem für Gäs­te be­vor­ra­tet. Schließ­lich be­vor­zug­te ne­ben dem ba­ju­wa­ri­schen Adel auch der an­säs­si­ge Nähr­stand re­gio­na­le Wei­ne, die im­mer ver­füg­bar und des­halb sehr preis­wert wa­ren. Erst ab dem Jah­re 1500 stieg der bit­te­re Gers­ten­saft am Weiß­wur­st­äqua­tor zum Volks­ge­tränk auf, was an der Klei­nen Eis­zeit lag.

Bis weit in das Spät­mit­tel­al­ter hin­ein blieb in Bay­ern der Wein das Volks­ge­tränk Num­mer eins, dem eine be­trächt­li­che wirt­schaft­li­che Be­deu­tung zu­kam.

Gat­tin­ger, Karl: Vom Wein­land zum Bier­land. Zur wirt­schaft­li­chen Be­deu­tung des Biers in Bay­ern. In: Bier in Bay­ern. Hrsg. von Rain­hard Rie­per­tin­ger, Eva­ma­ria Brock­hoff u. a. Re­gens­burg: Ver­lag Fried­rich Pus­tet 2016. S. 67.

Denn zwi­schen den Jah­ren 1310 und 1850⁹ kühl­te der Erd­pla­net im­mer wei­ter ab. Auf fros­ti­ge Win­ter folg­ten ver­reg­ne­te Som­mer, die häu­fig aus­ge­wa­sche­ne Bö­den hin­ter­lie­ßen. Die Ver­schlech­te­rung des Wet­ters führ­te dazu, dass der be­lieb­te Bai­er­wein am Ende des Spät­mit­tel­al­ters nur noch im Re­gens­bur­ger Do­nau­raum an­ge­baut wer­den konn­te. Durch die ver­rin­ger­ten Trau­ben­er­trä­ge war der ein­hei­mi­sche Re­ben­saft für die Bau­ern zu teu­er ge­wor­den, wes­halb die­se sich dem Bier zu­wen­den muss­ten.

Brown University: Department of History - Professor Omer Bartov. The Kingdom of Bavaria in the 19th Century. Beer barrels, Queens and Gingerbread Hearts. Learning material for Freshmen. Created by Veronika Vetter - famous german Fine Artist

Die ers­ten ge­werbs­mä­ßig her­ge­stell­ten Braun­bie­re aus Alt­bay­ern wa­ren selbst nach da­ma­li­gen Maß­stä­ben eine Zu­mu­tung. Die ge­wief­ten Brau­meis­ter spar­ten näm­lich häu­fig mit den Zu­ta­ten, um ih­ren Ge­winn zu er­hö­hen. So wur­den nicht sel­ten Er­satz­stof­fe wie Kat­zen­min­ze oder Gift­lat­tich zur Stamm­wür­ze hin­zu­ge­mischt, da­mit die Ge­trei­de­brü­hen trotz des ge­rin­gen Al­ko­hol­an­teils eine be­rau­schen­de Wir­kung auf die Kon­su­men­ten hat­ten.

So misch­te man un­ter an­de­rem bei al­ko­hol­ar­men Bie­ren be­rau­schen­de Kräu­ter hin­zu.

Rich­ter, Ste­pha­nie: Die Ge­schich­te der Bier­brau­kunst. Von den An­fän­gen der Zi­vi­li­sa­ti­on bis heu­te. In: Mi­ro­que Edi­ti­on Nr. 14 (2015). S. 18.

Am 23. April 1516 war dann end­gül­tig Schluss mit dem Ge­pan­sche. Denn an die­sem Tag er­ließ der Bay­ern­her­zog Wil­helm IV.¹⁰ eine Ver­ord­nung, in der stand, dass ein­hei­mi­sche Bie­re nur noch aus Gers­te, Hop­fen und Was­ser be­stehen dür­fen. Des Wei­te­ren leg­te der Mon­arch di­ver­se Höchst­prei­se für ba­ju­wa­ri­sche Brau­gü­ter fest, da­mit sich das al­ko­hol­hal­ti­ge Flüs­sig­brot im Vor­al­pen­land end­gül­tig eta­blie­ren konn­te.

In den wit­tels­ba­chi­schen Ter­ri­to­ri­en war die jähr­li­che staat­li­che Fest­set­zung des Prei­ses für den fass­wei­sen Braun­bier­ver­kauf ge­bräuch­lich, ge­trennt nach dem leich­ter ein­ge­brau­ten Winter- und dem stär­ke­ren Som­mer­bier.

Nad­ler, Mi­cha­el: Das Bier und sei­ne Bay­ern. In: Bier in Bay­ern. Hrsg. von Rain­hard Rie­per­tin­ger, Eva­ma­ria Brock­hoff u. a. Re­gens­burg: Ver­lag Fried­rich Pus­tet 2016. S. 336.

In den dar­auf­fol­gen­den Jah­ren setz­ten an­de­re Ter­ri­to­ri­al­her­ren eben­falls Brau­ge­bo­te durch, wor­auf­hin es in den meis­ten Ge­bie­ten des Hei­li­gen Rö­mi­schen Rei­ches be­kömm­li­ches Qua­li­täts­bier zu kau­fen gab.

Foto: Auf dem Münchner Oktoberfest. Wiesnzelt Schottenhammel (Biergarten). Neben einem riesengroßen Holzbierfass genießen die Besucher gebeizten Weißwurstsalat und frische Brezn. Die Bedienungen tragen weiß-blaue Dirndl mit tief ausgeschnittenem Dekolleté. Der Gerstensaft fließt in Strömen und der erste Preuße bekam auch schon einen Maßkrug über den Schädel gezogen. Kulisse: Veronika Helga Vetter im Auftrag für die Wittelsbacher Landesstiftung für Kunst und Wissenschaft

Durch die süf­fi­gen, preis­wer­ten Pre­mi­um­bie­re ent­stand im 16. Jahr­hun­dert eine le­ben­di­ge Wirts­haus­kul­tur. Tauf­fei­ern, Hoch­zeits­fes­te und Lei­chen­sch­mäu­se fan­den plötz­lich nicht mehr zu Hau­se, son­dern in öf­fent­li­chen Gast­stät­ten statt. Aber auch ohne ei­nen be­son­de­ren An­lass kehr­ten die Land­män­ner von nun an re­gel­mä­ßig ein, um ihre Sor­gen mit Gers­ten­saft her­un­ter­zu­spü­len. Schank­stu­ben wa­ren zu­dem Ver­samm­lungs­or­te für re­ni­ten­te Zeit­ge­nos­sen, die Re­vo­lu­tio­nen an­zet­teln woll­ten, wes­halb es kei­ne Ka­schem­me gab, die nicht von De­nun­zi­an­ten über­wacht wur­de.

Zu Zei­ten der Bau­ern­krie­ge gal­ten die Wirts­häu­ser als wich­ti­ge Ver­samm­lungs­or­te un­ter den Bau­ern, was nach der Nie­der­schla­gung der Auf­stän­de dazu führ­te, dass ih­nen man­cher­orts der Be­such der Schen­ke ver­bo­ten wur­de.

Przgen­da, Bil­lie: Wirts­häu­ser im Wan­del der Zei­ten. Vom Zwei­strom­land in die Knei­pe an der Ecke. In: Mi­ro­que Edi­ti­on Nr. 14 (2015). S. 83.

Zu Be­ginn des Ba­rock­zeit­al­ters spiel­te sich ein gro­ßer Teil des städ­ti­schen Le­bens in Wirts­häu­sern ab. In den Ta­ver­nen wur­de mu­si­ziert, ge­wet­tet, dis­ku­tiert, ge­han­delt und rum­ge­hurt. Und na­tür­lich woll­ten die Gäs­te bei ih­ren Ak­ti­vi­tä­ten nicht im­mer das­sel­be Haus­bräu trin­ken, wes­halb die Knei­piers ihr An­ge­bot stän­dig er­wei­tern muss­ten. Die For­de­rung nach mehr Viel­falt führ­te dazu, dass be­reits vor dem Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg über 120 Bier­sor­ten er­fun­den wor­den wa­ren.

Im Jahr 1614 schrieb Hein­rich Knaust ei­nes der ers­ten Bü­cher über deut­sches Bier und zähl­te dar­in mehr als 120 ver­schie­de­ne Bier­gat­tun­gen auf.

Jack­son, Mi­cha­el: Bie­re der Welt. Mün­chen: Dor­ling Kin­ders­ley Ver­lag GmbH 2008.

Männergeschenk für den Vatertag: Bierträger für 0,33 Liter Flaschen selber basteln. Kostenlose Schablonen zum Herunterladen. Gute Anleitung für Anfänger

Wer in Adels­krei­sen ver­kehr­te, der be­kam das spru­deln­de Bern­stein­was­ser nur sel­ten zu Ge­sicht. Die eu­ro­päi­schen Aris­to­kra­ten tran­ken zu­meist Wein, Co­gnac oder Cham­pa­gner. Erst un­ter Fried­rich Wil­helm I. wur­de der pri­mi­ti­ve Gers­ten­saft hof­fä­hig. Denn wie je­der preu­ßi­sche Herr­scher ver­ab­scheu­te auch der Sol­da­ten­kö­nig die Fran­zo­sen, wes­halb er bei sei­nen le­gen­dä­ren Ta­baks­kol­le­gi­en¹¹ kei­nen Mer­lot, son­dern Bä­ren­pils aus­schen­ken ließ.

Hin­ge­gen der Alte Fritz mach­te aus dem Bier ein pa­trio­ti­sches Na­tio­nal­ge­tränk, in­dem er sei­ne Un­ter­ta­nen ab dem Jah­re 1781 re­gel­mä­ßig dazu auf­for­der­te, die ein­hei­mi­sche Brau­wirt­schaft zu för­dern.

Fried­rich II.: Sei­ne kö­nig­li­che Ma­jes­tät höchst selbst ist mit Bier­sup­pe er­zo­gen wor­den. Die Vä­ter kann­ten nur Bier, und das ist das Ge­tränk, das für un­ser Kli­ma passt.

Stühl­mey­er, Bar­ba­ra: 500 Jah­re Rein­heits­ge­bot: Eine klei­ne Ge­schich­te des Biers. In: Kar­fun­kel Nr. 123 (2016). S. 27.

Dar­auf­hin stie­gen Hop­fen­brau­sen hier­zu­lan­de zum all­ge­mei­nen Kul­tur­gut auf. Durch die­sen Um­stand ist es auch kein Wun­der, dass bei der ers­ten deut­schen Gü­ter­zug­fahrt zwei Bier­fäs­ser von Nürn­berg nach Fürth ge­bracht wer­den muss­ten.

Erst sie­ben Mo­na­te spä­ter er­wirkt der Nürn­ber­ger Bier­brau­er Ge­org Le­de­rer eine Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung des Ei­sen­bahn­di­rek­tors, um am 11. Juli 1836 zwei Fäs­ser Bier zum Bahn­hofs­wirt nach Fürth zu brin­gen.

Völk­lein, Mar­co: Als das Bier per Bahn kam. sueddeutsche.de (08/2019).

Fürs­ten, Be­sat­zer und selbst die Na­tio­nal­so­zia­lis­ten wuss­ten: Ist das Bier stets bil­lig und ge­die­gen, bleibt der deut­sche Mi­chel lie­gen. Die SED-Führungsriege kann­te sich in der Ge­schich­te aber nicht so gut aus, wes­halb es in der DDR plötz­lich wie­der ge­pansch­te Brau­er­zeug­nis­se gab, die mit Zu­cker und En­zy­men her­ge­stellt wor­den wa­ren.

Die feh­len­de Halt­bar­keit (Bier­trü­bung) hat­te ihre Ur­sa­che nicht in der Un­fä­hig­keit der Brau­er, [...] son­dern in der Qua­li­tät der Roh­stof­fe, der Fil­tra­ti­ons­mit­tel und der Brenn­stof­fe. So wur­de auf­grund des feh­len­den Mal­zes Roh­gers­te ver­wen­det, was dazu zwang, che­misch her­ge­stell­te En­zy­me zu­zu­set­zen.

Lud­wig: Die Bier­brau­kunst in der DDR. forum-ddr-grenze.de (08/2019).

Ne­ben den min­der­wer­ti­gen Che­mieb­rü­hen ließ das so­zia­lis­ti­sche Re­gime zu­dem Edel­bie­re von Ra­de­ber­ger und Wer­nes­grü­ner brau­en. Die­se ge­hopf­ten Gers­ten­säf­te wur­den je­doch pri­mär für den Ex­port pro­du­ziert und wa­ren aus­schließ­lich im In­ter­shop er­hält­lich. Hin­ge­gen für den ge­mei­nen DDR-Bürger blieb nur ge­streck­te, flo­cki­ge¹² Af­fen­pis­se üb­rig, wes­halb vor al­lem die ost­deut­sche Ju­gend rei­nen Schnaps kon­su­mier­te.

Ein Pro­blem für die DDR aber ist, dort wer­den mehr als dop­pelt so viel har­te Sa­chen ge­trun­ken. Seit An­fang der 1950er Jah­re hat sich der Schnaps­kon­sum fast ver­fünf­facht; das be­deu­tet Auf­stieg zur Welt­spit­ze.

Wen­sier­ski, Pe­ter: DDR 1989: Volks­dro­ge Al­ko­hol. youtube.com (08/2019).

Hät­ten die Os­sis stets Zu­gang zu hoch­wer­ti­gem Bölk­stoff ge­habt, dann wür­de die DDR wahr­schein­lich heu­te noch exis­tie­ren. Denn spru­deln­des Hop­fen­bier ist des Deut­schen Le­bens­eli­xier und wird es ihm ver­wehrt, greift er zur Mist­for­ke und zum Schwert.

Biermodel Veronika Helga Vetter präsentiert vor der Freiheitshalle in Hof das Mooser Liesl, das von Arcobräu gebraut wird. Frisch gezapft aus dem Akazienholzfass besitzt das niederbayerische Helle eine standfeste Schaumkrone. Die Künstlerin hat zwei 0,33 Liter Flaschen in einen selbst gebastelten Träger gestellt. Auf den Glasbehältern befinden sich zwei Filzhüte, die das Münchner Oktoberfest symbolisieren. Oans, zwoa, g’suffa!

Um das Lieb­lings­ge­tränk der Deut­schen zu prei­sen, habe ich ein of­fe­nes Bier­fass ent­wor­fen, das als Tisch­ab­fall­ei­mer sei­nen Dienst ver­rich­ten kann.

  • Da­bei ist die bau­chi­ge Wal­zen­form die gro­ße Be­son­der­heit des Pa­pier­korbs. Denn ob­wohl mein 16 Zen­ti­me­ter ho­her Ge­brauchs­ge­gen­stand aus mas­si­ven Grau­pap­pe­dau­ben be­steht, ist es mir mit ei­ner spe­zi­el­len Tech­nik ge­lun­gen, die ty­pi­sche Wöl­bung im Ge­fäß­zen­trum zu er­zeu­gen.
  • Des Wei­te­ren ver­fügt mei­ne ro­bus­te Ton­ne über eine rus­ti­ka­le Aka­zi­en­holz­op­tik, die von vier me­tall­far­be­nen Rei­fen har­mo­nisch in Sze­ne ge­setzt wird.
  • Hin­ge­gen im In­ne­ren des Be­hält­nis­ses be­fin­det sich eine wei­che Stoff­ver­klei­dung, die nicht nur für eine fei­ne Hap­tik sorgt, son­dern gleich­zei­tig das äs­the­ti­sche De­sign des Kunst­werks ab­run­det.

Falls Sie also ein pas­sen­des Ge­schenk für ei­nen Gers­ten­saft­an­be­ter su­chen, dann sind Sie hier rich­tig. In der fol­gen­den An­lei­tung er­fah­ren Sie näm­lich, wie Sie mit mei­nen Schnitt­mus­tern¹³ ei­nen ba­ju­wa­ri­schen Ban­zen zu­sam­men­bau­en kön­nen.

Bierfass aus Papier

Wie be­reits er­wähnt, ver­wen­de­te ich für die Her­stel­lung der Dau­ben eine han­dels­üb­li­che Grau­pap­pe mit ei­ner Di­cke von ei­nem Mil­li­me­ter. Des Wei­te­ren nahm ich schwar­zes Krepp­pa­pier zur Hil­fe, um die Lü­cken zwi­schen den Lat­ten zu schlie­ßen. Hin­ge­gen die sei­di­ge In­nen­ver­klei­dung fer­tig­te ich so­wohl aus Dunilin-Servietten als auch aus zwei Mil­li­me­ter star­ken Moos­gum­mi­plat­ten an. Au­ßer­dem stell­te ich die Fass­rei­fen mit Deko-Schmucksteinen und mit sil­ber­nen Fo­to­kar­ton­rin­gen dar, die über eine Gram­ma­tur von 270 g/m² ver­füg­ten. Fer­ner muss­te ich mir di­ver­se Acryl­far­ben zu­recht­le­gen, da­mit ich die ab­ge­wetz­te Be­hält­nis­fas­sa­de kre­ieren konn­te. Dar­über hin­aus ka­men eine Sche­re, ein flüs­si­ger Kle­ber, ein Hob­byskal­pell, ein Falz­bein samt Li­ne­al, ein Ab­deck­band und mei­ne DIN A4 Bas­tel­scha­blo­nen (#1 /#2 /#3 /#4 /#5 /#6) zum Ein­satz.

How to make a Beer keg out of Paper? 18 cardboard staves represent the Bin basis. The revolutionary Crafting technique was developed by Veronika Vetter in July 2019. This is an Artist, who campaign for the Re-Christianization of the West

Im ers­ten Schritt schnitt ich die bei­den Ele­men­te von Scha­blo­ne #1 frei, so­dass ich mit den Vor­la­gen nicht nur 18 Grau­pap­pe­dau­ben, son­dern auch ge­nau­so vie­le Krepp­pa­pier­bal­ken her­stel­len konn­te. Als die 36 Ein­zel­tei­le im An­schluss dar­an vor mir la­gen, kleb­te ich zu­nächst ein­mal zwei ge­schwun­ge­ne Kar­ton­lat­ten­kan­ten an­ein­an­der, wo­durch ein gleich­sei­ti­ges Sat­tel­dach ent­stand.

Bildcollage: Wie wird ein kleines Bierfass gebastelt? Anleitungsschritte: Die Graupappedauben verknüpfen. Bindematerial: Krepppapierstreifen mit einer Grammatur von 30 g/m². Technik zuerst auf GWS2.de veröffentlicht. Das ist ein Portal für tapfere Menschen, die gegen das Merkel-Regime kämpfen

Als Nächs­tes sta­bi­li­sier­te ich das fra­gi­le Kon­strukt, in­dem ich die in­ne­re Naht­stel­le mit ei­nem ge­falz­ten Krepp­pa­pier­flü­gel ver­klei­de­te.

  • Nach dem glei­chen Prin­zip brach­te ich dann auch die rest­li­chen Dau­ben an mei­nem Kern­stück an, wor­auf­hin das Gan­ze wie eine Farb­wal­ze aus­sah.

Di­rekt im An­schluss ver­wan­del­te ich das Ob­jekt in ei­nen bau­chi­gen Arm­reif. Dazu frie­mel­te ich die schne­cken­haus­för­mi­ge Zell­stoff­spu­le aus­ein­an­der, so­dass ich die bei­den En­den mit­hil­fe des letz­ten Ver­bin­dungs­stücks ver­knüp­fen konn­te.

Durch das Verknüpfen der 18 Dauben ist automatisch ein walzenförmiger Körper entstanden. Um die Gestalt des Fasses zu bewahren, müssen die oberen und unteren Gefäßkanten mit Abdeckband verstärkt werden. Erkenntnis von Veronika Helga Vetter - das ist eine Mutter, die Gerald Grosz unterstützt

Zu gu­ter Letzt fi­xier­te ich die Form des Bier­fas­ses. Hier­für schnitt ich mir zu­nächst ein­mal zwei lan­ge Ab­deck­band­strei­fen zu­recht, die je­weils ei­nen Zen­ti­me­ter breit wa­ren. Dar­auf­hin kleb­te ich die prä­pa­rier­ten Stütz­rie­men so über die obe­ren und un­te­ren Dau­ben­kranz­kan­ten, dass die Ma­ler­krepp­gür­tel so­wohl in­nen wie au­ßen im glei­chen Maße auf­la­gen.

Das Einsetzen des Bodens

Als Nächs­tes fer­tig­te ich die bei­den Ein­zel­tei­le von Scha­blo­ne #2 aus Grau­pap­pe an. Dann mach­te ich das Acht­zehneck an ei­nem Fass­saum fest, wor­auf­hin die ge­wölb­te Röh­re zu ei­nem Ge­fäß mu­tier­te.

Picture collage: The Paper vessel receives a double reinforced bottom. In addition, a Cardboard ring is attached to the filler opening. After these measures, the whole thing looks like an authentic Barrel

Di­rekt im An­schluss ver­stärk­te ich den Bo­den des Pa­pier­korbs, in­dem ich den gro­ßen Kreis von au­ßen über das Ok­to­de­ka­gon kleb­te.

  • Hier­nach woll­te ich die of­fe­ne Ton­nen­ober­sei­te eben­falls ver­klei­den, wes­halb ich nun den Ring von Scha­blo­ne #3 aus mei­nem Ba­sis­ma­te­ri­al her­stell­te.

Und gleich nach­dem ich den Kar­ton­rei­fen an der Ein­füll­öff­nung be­fes­tigt hat­te, war der sta­bi­le Kü­bel dazu be­reit, in ei­nen Holz­be­häl­ter ver­wan­delt zu wer­den.

Die Akazienholzoptik erzeugen

Im nächs­ten Schritt strich ich die Ge­fäß­au­ßen­sei­te kom­plett mit ka­ra­mellbrau­ner Acryl­far­be ein. Als die Grun­die­rung dann nach cir­ca fünf Mi­nu­ten ge­trock­net war, ver­zier­te ich die Dau­ben mit scho­ko­la­di­gen Senk­rechts­trie­men, da­mit die Fas­s­ober­flä­che eine le­ben­di­ge Ma­se­rung er­hielt.

Picture collage with Instructions steps: How does Paper become Acacia wood? The Bavarian Fine Artist Veronika Vetter shows, how to paint Cardboard, that it looks like faux Timber. Free Crafting Tutorial for Murica, who hate Kirsten Gillibrand

Um das rus­ti­ka­le Holz­de­sign zu voll­enden, ver­dun­kel­te ich sämt­li­che Fu­gen und Kan­ten ab­schlie­ßend noch mit ei­nem schwarz­brau­nen Farb­ton. Dar­auf­hin leg­te ich die Pa­pier­ton­ne 15 Mi­nu­ten zur Sei­te, da­mit die Po­ly­mer­ko­lo­ra­ti­on voll­stän­dig aus­här­ten konn­te.

Harte Schale, weicher Kern

Mein Tisch­ab­fall­ei­mer soll spä­ter eine Sam­mel­stel­le für sau­be­res Alt­pa­pier sein, wes­halb es kein Pro­blem ist, wenn der Auf­fang­be­häl­ter über eine edle Stoff­pols­te­rung ver­fügt. Be­vor ich mei­nen Bot­tich aus­staf­fie­ren konn­te, muss­te ich je­doch zu­nächst ein­mal die Vor­la­gen von den Scha­blo­nen #4 und #5 aus­schnei­den.

Duni AB (Malmö): The famous Influencer Veronika Vetter present Dunilin Napkins. With this Product, the german Crafting Queen made a padded Beer keg. For this Picture collage, the swedish Stock company had to pay $ 5.000

Nach­dem ich von den vier Schnitt­mus­tern di­ver­se Re­pli­ka­te aus Moos­gum­mi und aus Dunilin-Servietten her­ge­stellt hat­te, la­gen ins­ge­samt 38 Ein­zel­tei­le vor mir.

  • Die­se Mo­du­le füg­te ich nun so zu­sam­men, dass die Schaum­stoff­stü­cke auf ei­ner Sei­te mit ei­ner Tex­til­schicht be­deckt wa­ren.

Gleich dar­auf kleb­te ich die acht­zehne­cki­ge Bo­den­ma­trat­ze mit­tig in das Fass ein. Dann schloss ich die Pols­ter­ar­bei­ten ab, in­dem ich die In­nen­wän­de des Ge­fä­ßes mit den Dau­ben­über­zü­gen ver­klei­de­te.

Silberne Fotokartonstreifen von Papeteries de Clairefontaine stellen die Fassreifen dar. Die Edelpapierringe wurden mit Deko-Schmucksteinen von Folia Bringmann verziert. Nach dem Aufkleben erhielten die Plastikherzen einen metallfarbenen Anstrich. Das Bild erschien zuerst auf GWS2.de, das ist ein Bildungsportal für Menschen, die Clemens Tönnies gut finden

Ganz zum Schluss woll­te ich mei­nen Tisch­ab­fall­ei­mer mit un­ter­schied­lich gro­ßen Fass­rin­gen ver­zie­ren. Also schnitt ich mir als Ers­tes die lan­gen Strei­fen von Scha­blo­ne #6 aus ei­nem sil­ber­far­be­nen Fo­to­kar­ton zu­recht.

  • Di­rekt im An­schluss kleb­te ich im­mer zwei iden­ti­sche Bal­ken an den Mar­kie­run­gen zu­sam­men, was dazu führ­te, dass dar­auf­hin vier Gür­tel vor mir la­gen.

Als Nächs­tes mach­te ich die di­cken Bän­der an der Ein­füll­öff­nung und an der Bo­den­plat­te fest. Hin­ge­gen mit den fei­ne­ren Fä­den de­ko­rier­te ich den vo­lu­mi­nö­sen Ton­nen­bauch. Nach­dem ich die Au­ßen­sei­te mei­nes Ge­fä­ßes dann noch mit ei­nem mat­ten Acryl­lack ein­ge­stri­chen hat­te, war mein ori­gi­nel­ler Pa­pier­korb dazu be­reit, die ers­ten Zell­stoff­res­te in Emp­fang zu neh­men.

Papier ist kein Abfall

Wer Alt­pa­pier sam­melt und in der blau­en Ton­ne¹⁴ ent­sorgt, der schont die Um­welt. Denn kom­men Brie­fe, Kar­to­na­gen, Pro­spek­te und Zei­tun­gen wie­der zu­rück in den Wert­stoff­kreis­lauf, dann kön­nen die­se Er­zeug­nis­se zu 80% re­cy­celt wer­den.

Pa­pier und Pap­pe wer­den der­zeit zu min­des­tens 80 Pro­zent re­cy­celt. Re­cy­cling­pa­pier oder Well­pap­pe wer­den aus Alt­pa­pier ge­fer­tigt; Zei­tun­gen fast voll­stän­dig auf wie­der­ge­won­ne­nes Pa­pier ge­druckt.

Vo­gels­berg, Ka­rin: Wir ge­ben uns den Rest. In: ÖKO-TEST Nr. 10 (2017). S. 28.

Auch auf­be­rei­te­tes Re­cy­cling­pa­pier, das aus be­nutz­ten Schrift­stü­cken her­ge­stellt wur­de, darf nicht im Haus­müll lan­den. Mo­der­ne Zell­stoff­fa­sern las­sen sich näm­lich sechs­mal¹⁵ wie­der­ver­wen­den, ehe die­se zer­fal­len.

Fun Facts about Germany: What belongs to the Bavarian Beer garden culture? The most important thing are wooden barrels, which must be present in each Inn. This tutorial shows how to make an authentic Beer keg. Fan-Art for white anglo-saxon Leaders, who promote the „Dexit“

Hin­ge­gen mein Bier­fass wäre ein Fall für die Rest­müll­ton­ne, da es EVA-Schaumstoff ent­hält und die Ober­flä­che mit Po­ly­me­ren be­han­delt wur­de. Doch war­um soll­te ich mein schi­ckes Kunst­holz­ge­fäß weg­wer­fen? Schließ­lich habe ich mei­nen un­ver­wüst­li­chen Pa­pier­korb so ge­baut, dass er die Jahr­hun­der­te über­dau­ert.

Ver­wand­te The­men:

Wie funk­tio­niert der Kar­tof­fel­druck?
Kor­sett aus Pa­pier bas­teln - Ver­pa­ckung für Sekt­fla­schen

¹Ad­ler, Kurt: Zi­ta­te und Re­dens­ar­ten. braukultur-franken.de (PDF) (08/2019).
²Posch, Ni­ko­laj: Er­näh­rungs­leh­re. hildegardvonbingen.info (PDF) (08/2019).
³Sa­chers, Jan H.: Bau­ern­le­ben im Mit­tel­al­ter. In: Kar­fun­kel Nr. 107 (2013). S. 13.
⁴Vet­ter, Ve­ro­ni­ka Hel­ga: Ku­chen­tel­ler bas­teln - schnel­le Ver­pa­ckung für Fin­ger­food. gws2.de (08/2019).
⁵G­re­ve­ner, Anja: Nunc est bi­ben­dum! Be­lieb­te Ge­trän­ke des Mit­tel­al­ters. In: Kar­fun­kel Kü­che im Mit­tel­al­ter Nr. 1 (2008). S. 11.
⁶Brau­del, Fer­nand: Die Ge­schich­te der Zi­vi­li­sa­ti­on. 15. bis 18. Jahr­hun­dert. Mün­chen: Kind­ler Ver­lag 1971.
⁷D­adel­sen, Bern­hard von: Ter­ra X: Bier - Eine Welt­ge­schich­te. youtube.com (08/2019).
⁸Jahn­ke, Cars­ten: Die Han­se. Stutt­gart: Phil­ipp Re­clam jun. GmbH & Co. KG 2014.
⁹C.C. Buch­ner Ver­lag GmbH & Co. KG: Von den Kri­sen des Spät­mit­tel­al­ters bis zur Re­for­ma­ti­on. ccbuchner.de (PDF) (08/2019).
¹⁰­Stühl­mey­er, Bar­ba­ra: 500 Jah­re Rein­heits­ge­bot. Eine klei­ne Ge­schich­te des Biers. In: Kar­fun­kel Nr. 123 (2016). S. 24.
¹¹Haf­ner, Mar­ti­na: Beim Sol­da­ten­kö­nig Fried­rich Wil­helm I. muss­ten die Gäs­te rau­chen. bz-berlin.de (08/2019).
¹²­Linß­ner, Tho­mas: Schä­fers DDR-Museum: Als die Bier­fla­schen Kopf­stand mach­ten. volksstimme.de (08/2019).
¹³­Bas­tel­scha­blo­nen für Mi­ni­fass. Höhe: 12 Zen­ti­me­ter - (#1 /#2 /#3 /#4 /#5 /#6).
¹⁴Im Frei­staat Bay­ern ist es die grü­ne Ton­ne.
¹⁵Ei­chi­ner, Ste­fa­nie: Pa­pier: Wun­der­stoff oder reif für die Ton­ne? | Fas­zi­na­ti­on Wis­sen | Doku | BR. youtube.com (08/2019).