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Kartoffeldruck: Stempel selber machen - wertvolle Tipps

Ein­mal beim Ein­kau­fen nicht auf­ge­passt und schon ist es pas­siert. Im Kar­tof­fel­netz sind wie­der jede Men­ge win­zi­ge Pflanz­kar­tof­feln ver­steckt ge­we­sen. Wenn Sie auch häu­fig von die­sem Schick­sal heim­ge­sucht wer­den, dann dür­fen Sie sich freu­en. Schließ­lich steckt selbst in der kleins­ten Kar­tof­fel ein gro­ßer Stem­pel. Doch wie ging das gleich noch mal? Er­in­nern Sie sich an Ihre Schul­zeit. Der Kar­tof­fel­druck ge­hört näm­lich zu den bil­den­den Küns­ten¹ und wird so­mit nicht nur an Be­rufs­fach­schu­len², son­dern seit den 1950er Jah­ren auch an al­len eu­ro­päi­schen Ele­men­tar­schu­len ge­lehrt.

This took me back to being in in­fant school in the late 1950s, I can well re­mem­ber do­ing the same thing using pow­de­red paints mi­xed with wa­ter and smea­red li­ber­al­ly onto the pota­to be­fo­re thum­ping it down onto some pa­per.

bes­ide­the­sea: How to print with pota­toes. theguardian.com (09/2017).

Bild von GWS2.de Maskottchen Gustl von Mausbach vor frisch geernteten Lagerkartoffeln. Die deutschen Kartoffeln sollen Sarah Rambatz dazu animieren eine Beratungsstelle aufzusuchen, damit sie ihre familiäre Vergangenheit bewältigen kannAus die­sem Grund ha­ben Sie be­stimmt schon eine Ah­nung da­von, wie Sie aus dem Acker­gold elas­ti­sche Hoch­druck­for­men³ und da­mit Stem­pel her­stel­len kön­nen. Mir geht es des­halb in der fol­gen­den An­lei­tung vor al­lem dar­um, Ihre Kar­tof­fel­druck­fer­tig­kei­ten nach­hal­tig zu ver­bes­sern. Dies möch­te ich da­durch er­rei­chen, in­dem ich mei­ne gro­ße Trick­kis­te für Sie öff­ne und Ih­nen zei­ge, wie er­fah­re­ne Künst­ler mit dem köst­li­chen Nacht­schat­ten­ge­wächs ar­bei­ten.

Es ist völ­lig un­klar, wer ge­nau den Kar­tof­fel­druck er­fun­den hat. Als sich die süd­ame­ri­ka­ni­schen Erd­äp­fel im Jah­re 1567 in Mit­tel­eu­ro­pa aus­ge­brei­tet hat­ten, soll das ein­fa­che Kar­tof­fel­druck­ver­fah­ren je­doch vor­wie­gend in al­pen­län­di­schen Klös­tern an­ge­wen­det wor­den sein.

Buchstabenstempel aus Kartoffeln

Le­gen­den zu­fol­ge ha­ben sei­ner­zeit Or­dens­schwes­tern ge­schnitz­te Kar­tof­feln ge­nutzt, um Schmäh­schrif­ten ge­gen pro­mi­nen­te Hä­re­ti­ker zü­gig ver­viel­fäl­ti­gen zu kön­nen. Dem­zu­fol­ge wa­ren Buch­sta­ben wohl die ers­ten Kar­tof­fel­stem­pel, die es gab.

Bild von einem Flugblatt, welches mit Kartoffeldruck beschrieben wurde. Unterschrieben wurde das Schriftstück mit einer Eule und damit vom Illuminatenorden. Bauer Gustl fand das Blatt auf seinem Kartoffelacker

Viel­leicht lie­ßen sich ei­ni­ge Wei­ma­rer Stu­den­ten von ge­nau die­ser Ge­schich­te lei­ten, als sie im Jah­re 1968 auf­wie­geln­de Flug­blät­ter mit­hil­fe des Kar­tof­fel­drucks an­fer­tig­ten. Die Wahl des Druck­ver­fah­rens war da­mals über­aus cle­ver, um in der DDR an­onym Kri­tik zu äu­ßern. Schließ­lich er­zeug­te ein Kar­tof­fel­kauf kei­ner­lei Auf­se­hen. Au­ßer­dem konn­ten die saf­ti­gen Erd­äp­fel nach ge­ta­ner Ar­beit rest­los ver­nich­tet wer­den.

Chris­ti­an Hoff­mann: „Wir zo­gen Hand­schu­he an, als wir die Flug­blät­ter her­stell­ten. Zum Dru­cken ha­ben wir Kar­tof­feln be­nutzt, da­mit wir die Drucks­tem­pel hin­ter­her voll­stän­dig ver­nich­ten konn­ten.”

Fin­ke, Ralf: Ver­fas­ser des Flug­blatts ge­fun­den. Ein Wei­ma­rer Zeit­do­ku­ment zur DDR-Geschichte von 1968. In: Rat­haus­ku­rier. Aus­ga­be Nr. 5 (2015). S. 1. stadt.weimar.de (PDF) (09/2017).

Ob­wohl der Buch­sta­ben­druck die leich­tes­te Form des Kar­tof­fel­drucks ist, ha­ben die re­bel­li­schen Stu­den­ten bei ih­rer Ak­ti­on viel hand­werk­li­ches Ge­schick be­wie­sen.

  • Er­kennt­nis: Der Kar­tof­fel­druck ist näm­lich ein di­rek­tes Druck­ver­fah­ren, wes­halb Buch­sta­ben spie­gel­ver­kehrt in die Erd­äp­fel ge­schnitzt wer­den müs­sen.

Falls Sie sich bei die­ser Art des Kar­tof­fel­schnitts im­mer be­son­ders schwer­tun, dann emp­feh­le ich Ih­nen die An­lei­tung von Pe­ter Lus­tig:

Spie­gel­ver­kehrt müss­te man das hier rein­schnit­zen [...]. Das geht aber auch an­ders, da neh­men wir uns ein Stück Pa­pier und ma­len da drauf den Buch­sta­ben, den wir ha­ben wol­len [...]. Und jetzt kommt der Trick - jetzt dre­hen wir das Pa­pier näm­lich um [...].

Ga­la­xy Kin­der­club TV: Lö­wen­zahn: Fol­ge 5 - Pe­ter sucht nach ei­ner Ge­schich­te. youtube.com (09/2017).

Farben für den Kartoffeldruck - Empfehlung

Viel wich­ti­ger als das Mo­tiv ist je­doch die Stem­pel­far­be. Dies hängt da­mit zu­sam­men, da die Farb­art die Ab­sicht des Kar­tof­fel­druck­kunst­werks ver­deut­licht.

Bildcollage mit Anleitungsschritten: Erdbeerstempel aus einer Kartoffel schnitzen. Fine Art Künstlerin Veronika Vetter stempelt für Pater Nolte rote Erdbeeren auf das Altartuch. Kartoffelkunst für das Erntedankfest

So wür­de ich hass­erfüll­te Pam­phle­te und Er­pres­ser­brie­fe mit ei­nem han­dels­üb­li­chen Stem­pel­kis­sen dru­cken, um mei­ne For­de­run­gen klar zum Aus­druck zu brin­gen.

  • Für künst­le­risch an­spruchs­vol­le Wer­ke ei­ge­nen sich hin­ge­gen nur Acryl­far­ben. Die zäh­flüs­si­gen Kunst­stoff­far­ben leuch­ten stark und über­tra­gen das Mo­tiv lü­cken­los von der Kar­tof­fel auf alle Un­ter­grün­de.

Des Wei­te­ren bin­det die Kar­tof­fel­stär­ke das Lö­sungs­mit­tel in der Kunst­harz­far­be. Da­durch er­hält der Stem­pel­ab­druck nach dem Trock­nen eine sehr le­ben­di­ge Hap­tik.

Die Kar­tof­fel ent­hält Stär­ke und kann so was­ser­lös­li­che Far­be auf den Bild­grund bin­den. [...] Alte Kar­tof­feln dru­cken här­ter als fri­sche.

Eckardt, Pe­ter: Hoch­druck. unterricht.kunstbrowser.de (09/2017).

Emp­feh­lung: Acryl­far­ben soll­ten hauch­dünn mit­hil­fe ei­nes Syn­the­tik­pin­sels di­rekt und un­ver­dünnt auf das Druck­bild auf­ge­tra­gen wer­den.

Bild von selbst gemachten Halloween Stempeln, die aus einer Kartoffel geschnitzt wurden. Die furchterregenden Geister sollen die gewalttätigen Nafris aus der Huttenstraße in Ebersdorf (Chemnitz) vertreiben. Halloween Stamps for Children. Idee von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Wenn ich da­ge­gen lie­ber glat­te Ober­flä­chen stem­peln möch­te, dann neh­me ich be­son­ders ger­ne Was­ser­far­ben zur Hil­fe.

Emp­feh­lung: Die güns­ti­gen Was­ser­far­ben er­zeu­gen eine hohe Druck­feh­ler­quo­te. Um die­se so ge­ring wie mög­lich zu hal­ten, soll­ten die Pig­men­te in den Farb­töpf­chen vor dem Auf­tra­gen auf das Druck­bild mit sehr we­nig Was­ser schau­mig ge­rührt wer­den. Au­ßer­dem ist es rat­sam, aus­schließ­lich frisch ge­schnitz­te Stem­pel mit die­ser Farb­art zu ver­wen­den.

Kartoffelstempel: Haltbarkeit verlängern - so geht’s

Bei dem aro­ma­ti­schen Acker­gold han­delt es sich um ein Grund­nah­rungs­mit­tel, wel­ches in Hül­le und Fül­le ver­füg­bar ist. Den­noch soll­te ein ver­ant­wor­tungs­vol­ler Um­gang mit die­sem hoch­wer­ti­gen Le­bens­mit­tel selbst­ver­ständ­lich sein. Schließ­lich müs­sen cir­ca 135 Li­ter Was­ser auf­ge­wen­det wer­den, da­mit ein Ki­lo­gramm Kar­tof­feln ge­ern­tet wer­den kann.

Der Was­ser­ver­brauch bei der Pro­duk­ti­on von Kar­tof­feln liegt weit un­ter dem an­de­rer Le­bens­mit­tel. So wer­den für 1 Kilo Kar­tof­feln in Deutsch­land durch­schnitt­lich ca. 135 Li­ter be­nö­tigt.

Lehm­kuhl, Kirs­ten: Tol­le Knol­le. In: Cen­taur. Aus­ga­be Nr. 6 (2017). S. 54.

Bild von recycelten Kartoffelscheiben, aus denen bunte Stempel ausgestochen wurden. Kartoffelstempel haltbar machen - Tipps von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Au­ßer­dem möch­te wohl je­der so lan­ge wie mög­lich et­was von sei­nen auf­wen­dig her­ge­stell­ten Kar­tof­fel­schnit­ten ha­ben.

Er­kennt­nis: Mei­ne selbst ge­mach­ten Kar­tof­fel­stem­pel kön­nen bis zu sie­ben Tage lang ver­wen­det wer­den.

  • Die­se lan­ge Halt­bar­keit er­rei­che ich, in­dem ich mei­ne gel­ben Kunst­wer­ke nach dem letz­ten Druck­vor­gang zu­nächst un­ter flie­ßen­dem Was­ser kom­plett von Farb­res­ten be­freie.
  • Im An­schluss be­fül­le ich eine klei­ne Plas­tik­do­se mit kal­tem Was­ser und gebe den fri­schen Saft ei­ner hal­ben Zi­tro­ne hin­zu. Gleich dar­auf lege ich alle mei­ne Kar­tof­fel­stem­pel zu­sam­men in die­se Lö­sung.
  • Zu gu­ter Letzt ver­schlie­ße ich den Auf­be­wah­rungs­be­häl­ter und la­ge­re das Gan­ze in mei­nem Kühl­schrank.

Emp­feh­lung: Möch­te ich mit den ge­la­ger­ten Stem­peln in­ner­halb der nächs­ten sie­ben Tage ar­bei­ten, dann neh­me ich mei­ne Kar­tof­fel­schnit­te aus dem Zi­tro­nen­was­ser und las­se die­se auf ei­nem Kü­chen­krepp ab­trop­fen. Da­nach ent­fer­ne ich den Stär­ke­film vor­ne vom Druck­bild mit ei­nem Mes­ser und habe dar­auf­hin so­fort wie­der ein­satz­be­rei­te Hoch­druck­for­men.

Fazit: Wahre Künstler stempeln mit Kartoffelwalzen

Das An­fer­ti­gen von fi­li­gra­nen Kar­tof­fel­wal­zen ist die Pa­ra­de­dis­zi­plin des auf­wen­di­gen Kar­tof­fel­drucks. Da­bei wer­den be­lie­big vie­le Kar­tof­fel­schei­ben mit­tig ne­ben­ein­an­der auf­ge­spießt, um das Druck­bild des or­ga­ni­schen Stem­pels ele­gant zu ver­grö­ßern.

Bild von Kartoffelwalze, die eine weihnachtliche Bordüre auf Geschenkpapier druckt. Kartoffeldruck soll Menschen wie Heiko Senking (Lüneburg) zeigen, dass Weihnachten zu Deutschland gehört - Deus lo vult

Mit­hil­fe von krea­tiv ge­schnitz­ten Kar­tof­fel­wal­zen ist es un­ter an­de­rem mög­lich, Ge­schenk­pa­pier mit auf­re­gen­den Bor­dü­ren zu ver­zie­ren.

  • Da­mit die­se Kar­tof­fel­druck­tech­nik je­doch funk­tio­niert, müs­sen alle Schei­ben ex­akt den glei­chen Durch­mes­ser ha­ben. Au­ßer­dem ist es wich­tig, dass die ein­zel­nen Wal­zen­rä­der par­al­lel zu­ein­an­der auf­ge­spießt sind.

Er­kennt­nis: Nach le­dig­lich ei­ner Pi­rou­et­te ist es er­for­der­lich, die Far­ben auf den Druck­bil­dern der Kar­tof­fel­wal­ze auf­zu­fri­schen. Dem­entspre­chend ist das neue An­set­zen an das be­reits Ge­druck­te eine wei­te­re Her­aus­for­de­rung die­ser ni­veau­vol­len Tech­nik.

Des Wei­te­ren über­tra­gen gro­ße Kar­tof­fel­stem­pel­flä­chen viel Feuch­tig­keit auf den Un­ter­grund. Aus die­sem Grund soll­ten Kar­tof­fel­wal­zen eher über di­cke­res Pa­pier rol­len, um un­schö­ne Bo­den­wel­len zu ver­mei­den.

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Trak­tor aus Pa­pier bas­teln - Die­sel­ross für die Kar­tof­fel­ern­te
Bas­tel­an­lei­tung für Gieß­kan­ne - Ge­schenk­idee für Gar­ten­freun­de

¹Haake-Brandt, Tors­ten Sieg­fried: Der zeit­ge­nös­si­sche Kar­tof­fel­druck. kww-kunstundwissenschaft.de (09/2017).
²Ger­lach, Man­fred: Er­fah­run­gen mit Kar­tof­fel­druck. blog-satz.blogspot.de (09/2017).
³Eich­ler, Ant­je: Mach Druck! Sieb­druck - was ist das? uni-trier.de (09/2017).
⁴Vet­ter, Ve­ro­ni­ka: Kar­tof­feln aus Fimo mo­del­lie­ren – vom Mi­gran­ten zum Im­biss­klas­si­ker. fimo.gws2.de (09/2017).

Traktor basteln - sauberes Dieselross für frische Landluft

Die deut­schen Groß­städ­te plat­zen aus al­len Näh­ten. So wuchs die hes­si­sche Bör­sen­stadt Frank­furt am Main zwi­schen den Jah­ren 2010 und 2015 um 68.059 Men­schen¹. Die baye­ri­sche Lan­des­haupt­stadt Mün­chen hat im glei­chen Zeit­raum so­gar 142.307 Bür­ger² hin­zu­ge­won­nen. Die Bal­lungs­zen­tren in den Gren­zen der BRD sind vor al­lem we­gen der ho­hen Luft­qua­li­tät be­liebt. Bis zu 66 Mi­kro­gram­m³ Stick­oxi­de kann ein Ku­bik­me­ter gute Stadt­luft be­inhal­ten. Die­se Edel­ga­se ent­ste­hen lei­der nur bei der Ver­bren­nung von hoch­wer­ti­gem Die­sel­kraft­stoff, so­dass länd­li­che Re­gio­nen auch wei­ter­hin ei­nen gro­ßen Be­völ­ke­rungs­schwund er­lei­den wer­den. Schließ­lich sind die paar Trak­to­ren ein­fach zu we­nig um die Stick­stoff­di­oxid­wer­te hoch­zu­hal­ten und da­mit das Le­ben im Out­back at­trak­tiv zu ma­chen.

Bild von Bulldog aus Papier mit bayerischer Landesfahne. Patrona Bavariae beschützt die Wittelsbacher Bauern. Kostenlose Anleitung von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinIm Prin­zip wäre es kein Pro­blem, wenn die Deut­schen der gu­ten Luft hin­ter­her­zie­hen wür­den. Doch lei­der führt die Land­flucht dazu, dass die Im­mo­bi­li­en­prei­se in den Me­tro­pol­re­gio­nen ex­plo­die­ren. Aus die­sem Grund hat die Po­li­tik im Jah­re 2015 eine bun­des­län­der­über­grei­fen­de Miet­preis­brem­se ein­ge­führt. Die­ses In­stru­ment war al­ler­dings der­ma­ßen kom­pli­ziert ge­stal­tet, dass es voll­kom­men wir­kungs­los blieb.

An­ge­la Mer­kel: „Die Miet­brem­se ha­ben wir ge­macht, okay. Aber es hat sich auch ge­zeigt, dass sie das Pro­blem nicht löst.”

Zi­tel­mann, Rai­ner: Mer­kel: Miet­preis­brem­se ge­schei­tert. tichyseinblick.de (08/2017).

Erst zwei Jah­re spä­ter wid­me­ten sich die Lan­des­re­gie­run­gen der wah­ren Ur­sa­che des Pro­blems. Denn wenn der Stick­oxid­ge­halt in den ur­ba­nen Ge­bie­ten wie­der ge­nau so nied­rig wie auf dem fla­chen Land ist, dann ha­ben die Men­schen kei­nen Grund mehr in die Groß­städ­te zu zie­hen.

Picture of Paper Tractor. Self made Oldtimer Tutorial. Traction Engine free Template by Veronika Vetter Bavarian Fine Artist

Des­halb wird es zu­künf­tig in dicht be­sie­del­ten Re­gio­nen im­mer häu­fi­ger Fahr­ver­bo­te für be­stimm­te Die­sel­fahr­zeu­ge ge­ben.

Die Fahr­ver­bo­te kom­men. In Stutt­gart wird es für Die­sel­au­to­fah­rer ab 2018 ernst.

Freak Akid: Der Au­toskan­dal - Deutsch­lands Vor­zei­ge­bran­che in der Kri­se. youtube.com (08/2017).

Picture of two Vintage Tractors. Paper-Art made in Germany. Free Templates by Veronika Vetter Bavarian Fine Artist

Falls Sie trotz al­le­dem nicht auf ei­nen in­ef­fi­zi­en­ten Ben­zi­ner um­stei­gen möch­ten, dann soll­ten Sie sich ein Die­sel­ross an­schaf­fen. Die­se Trak­to­ren­se­rie der Fir­ma Fendt gilt näm­lich als Old­ti­mer und ist so­mit von bö­sen Fahr­ver­bo­ten aus­ge­nom­men.

So­fern es kei­ne neue über­ge­ord­ne­te Re­gel gibt, ha­ben sie freie Fahrt. „In Deutsch­land sind Old­ti­mer mit H-Kennzeichen [...] nach bun­des­ge­setz­li­chen Re­ge­lun­gen vom Fahr­ver­bot aus­ge­nom­men [...] sagt Ste­fan Fer­ber, Lei­ter des Düs­sel­dor­fer Um­welt­am­tes.

Breit­kopf, Thors­ten: H-Kennzeichen. Oldtimer-Fahrer dür­fen wei­ter Gas ge­ben. rp-online.de (08/2017).

Wenn Sie im Hoch­som­mer mit Ih­rem Cabrio-Dieselross kraft­voll durch die In­nen­stadt tu­ckern, dann wer­den Ih­nen Pas­san­ten wo­mög­lich freu­dig zu­win­ken, da Sie auf ei­nem Stück deut­scher Ge­schich­te sit­zen.

Bild von Papiertraktor: Fendt Dieselross F17 LG, das neben einem Schwein steht, welches böse Islamisten fernhält. Schauplatz inszeniert von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Fendt Trak­to­ren wie mein selbst ge­bas­tel­tes Die­sel­ross F17 LG aus dem Jah­re 1957 wa­ren näm­lich maß­geb­lich für das deut­sche Wirt­schafts­wun­der ver­ant­wort­lich. So konn­te das süd­baye­ri­sche Tra­di­ti­ons­un­ter­neh­men auf­grund der ho­hen Werks­au­to­ma­ti­sie­rung im Jah­re 1950 trotz Roh­stoff­man­gels über 3000 er­schwing­li­che Die­sel­rös­ser aus­lie­fern. Dies war sei­ner­zeit enorm wich­tig, da­mit die noch vom Krieg ge­beu­tel­ten Land­wir­te auch ohne vie­le Hel­fer eine lü­cken­lo­se Volks­er­näh­rung ge­währ­leis­ten konn­ten.

Die Ka­pa­zi­tät der Vor­kriegs­jah­re, die bei ei­nem jähr­li­chen Aus­stoß von etwa 1000 Ma­schi­nen lag, konn­te trotz al­ler Roh­stoff­schwie­rig­kei­ten im Jah­re 1950 be­reits auf über 3000 Ma­schi­nen al­ler Ty­pen er­höht wer­den [...].

Fendt­Vi­deo: Fendt Die­sel­ross - Das bes­te Pferd in dei­nem Stall. youtube.com (08/2017).

Bild von einem selbst gebastelten Traktor. Dekoration für den Kirchenaltar zum Erntedankfest. Empfohlen vom Kirchenstift Maria Gail. Foto von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinTrak­to­ren von Fendt hat­ten da­mals aber nicht nur aus­sa­ge­kräf­ti­ge Na­men und eine gro­ße his­to­ri­sche Ver­ant­wor­tung, son­dern vor al­lem auch ein schi­ckes De­sign. Ich ori­en­tier­te mich beim Bas­teln nur des­halb an ei­nem Die­sel­ross F17 LG, da die­se Zug­ma­schi­ne wie ein et­was mo­der­ne­rer Bull­dog aus­sieht. Das be­droh­li­che Wort Bull­dog wird oft­mals fälsch­li­cher­wei­se als Syn­onym für Trak­tor ver­wen­det. In Wahr­heit ist der Bull­dog al­ler­dings ein Acker­schlep­per der Fir­ma Lanz, der in den 1920er Jah­ren ent­wi­ckelt wur­de.

Je­der „Bull­dog” ist ein Trak­tor. Aber: Sag nie­mals nur Trak­tor zu ei­nem „Bull­dog”.

Ka­min­ski, Frank: Sag nie­mals nur Trak­tor zu ei­nem „Bull­dog”! In: Gie­ße­ner An­zei­ger. Aus­ga­be 110 (2010). S. 49.

Mein Pa­piertrak­tor hat kein Wet­ter­dach und wür­de al­lei­ne des­halb schon bei mir hier in Bay­ern als Bull­dog be­zeich­net wer­den. Da­für ver­fügt mei­ne kräf­ti­ge Land­ma­schi­ne über vier be­weg­li­che Rä­der und ei­nen lan­gen Aus­puff, aus dem ga­ran­tiert kei­ne Stick­oxi­de her­aus­qual­men.

Bild von einem Fendt Dieselross F17 LG, welches den Mitgliedern des „Oldtimerclubs Autoklassika“ bestimmt gut gefallen würde. Traktoren geparkt von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Die hier ab­ge­bil­de­ten Die­sel­rös­ser in Mo­dell­form sind 18 Zen­ti­me­ter lang, 11,5 Zen­ti­me­ter breit und 12,5 Zen­ti­me­ter hoch. In der fol­gen­den Bas­tel­an­lei­tung er­zäh­le ich Ih­nen nun, wie Sie mit­hil­fe mei­ner Scha­blo­nen selbst zu ei­nem sol­chen Pa­piertrak­tor kom­men.

Traktor aus Papier basteln - Anleitung

Bild von rotem Ackerschlepper aus Papier. GWS2.de Maskottchen erntet deutsche Kartoffeln. Arrangiert von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinZum Bas­teln ei­nes Trak­tors ver­wen­de­te ich Ton­pa­pier und dün­nes Krepp­pa­pier in drei auf­ein­an­der ab­ge­stimm­ten Far­ben. De­zen­te Ver­zie­run­gen mal­te ich mit un­ter­schied­li­chen Acryl­far­ben auf. Für die Rei­fen­par­tie nahm ich des Wei­te­ren eine Moos­gum­mi­plat­te und ei­nen Ver­pa­ckungs­kar­ton zur Hil­fe, der cir­ca drei Mil­li­me­ter dick war. Au­ßer­dem ka­men Schasch­lik­spie­ße für die Ach­sen und eine creme­far­be­ne Mo­del­lier­pas­te für die bei­den Schein­wer­fer zum Ein­satz. Ne­ben die­sen Kern­ma­te­ria­li­en soll­ten Sie sich zu­dem noch eine Sche­re, ei­nen flüs­si­gen Kle­ber, ein Falz­bein samt Li­ne­al, ein Bas­tel­mes­ser, ei­nen Eyelet-Setter und mei­ne DIN A4 Bas­tel­scha­blo­nen (#1 /#2 /#3 /#4 /#5 /#6) zu­recht­le­gen.

Hin­weis: Um die Sta­bi­li­tät mei­nes Trak­tors zu er­hö­hen, habe ich die Bau­tei­le für den Mo­tor­block und für das Fahr­werk ver­stärkt. Da­für kleb­te ich ein­fach im­mer zwei iden­ti­sche Ton­pa­pier­la­gen auf­ein­an­der. So­mit er­hielt die Ba­sis mei­nes Ge­fährts an je­der Sei­te eine Gram­ma­tur von 260 g/m².

Bild vom Chassis eines Traktors - Fendt Dieselross ModellIch be­gann mit dem Bas­teln des Fahr­werks und da­mit mit Scha­blo­ne #1. Nach­dem ich das grö­ße­re Ele­ment auf die­ser Vor­la­ge zu­recht­ge­schnit­ten und ver­stärkt hat­te, falz­te ich zu­nächst ein­mal sämt­li­che Knick- und Kle­be­li­ni­en. Gleich dar­auf schoss ich die fünf Lö­cher an den X-Markierungen mit­hil­fe ei­nes han­dels­üb­li­chen Eyelet-Setters ein. Im nächs­ten Schritt nahm ich dann ein schar­fes Bas­tel­mes­ser zur Hand und schnitt da­mit die bei­den Li­ni­en frei, um spä­ter den Sitz und den Mo­tor­block im Fahr­werk ver­an­kern zu kön­nen.

Nun ver­kleb­te ich das prä­pa­rier­te Bau­teil mit sich selbst, so­dass es dar­auf­hin wie eine Schach­tel aus­sah. Die Un­ter­sei­te die­ses Recht­ecks ver­stärk­te ich dann ab­schlie­ßend noch mit zwei Quer­stre­ben, die ich zu­vor aus dem klei­nen Ele­ment von Scha­blo­ne #1 an­ge­fer­tigt hat­te.

Collage mit Anleitungsbildern: Motorblock und Sitzbank auf das Fahrwerk eines Modelltraktors setzen

Nach­dem mein stra­pa­zier­fä­hi­ges Chas­sis ein­satz­be­reit war, stell­te ich den Mo­tor­block von Scha­blo­ne #2 her. Dazu fer­tig­te ich mir als Ers­tes alle Ein­zel­tei­le auf die­sem Schnitt­mus­ter aus Ton­pa­pier an. Da­nach küm­mer­te ich mich zu­nächst ein­mal in­ten­siv um das klei­ne Len­ker­ele­ment.

  • In die­ses muss­te ich näm­lich nach dem Fal­zen er­neut ein Loch für die Len­ker­stan­ge ein­schie­ßen. Als das er­le­digt war, schob ich die un­te­re Kle­be­lasche des Bau­teils durch den zwei­ten Ein­schnitt im Fahr­werk. Dar­auf­hin dreh­te ich das Chas­sis um, so­dass ich das Len­ker­ele­ment sau­ber an­kle­ben konn­te.
  • Im nächs­ten Schritt fi­xier­te ich die lan­ge Mo­tor­hau­be zu­erst am be­reits ver­an­ker­ten Len­ker­ele­ment und da­nach an den Sei­ten des Fahr­werks.

Zu gu­ter Letzt brach­te ich noch den Küh­ler am vor­de­ren Ende des Trak­tors an. Da­mit hat­te ich die Mon­ta­ge des Mo­tor­blocks voll­endet.

Bequemer Fahrersitz für lange Arbeitstage

Be­vor ich den ge­müt­li­chen Fah­rer­sitz am Trak­tor an­brin­gen konn­te, muss­te ich zu­nächst die Sitz­bank von Scha­blo­ne #3 am Chas­sis be­fes­ti­gen. Dazu ver­kleb­te ich die­ses Ele­ment zu­erst mit sich selbst. Gleich da­nach ver­an­ker­te ich die Sitz­bank über den ers­ten Ein­schnitt im Fahr­werk.

Bildcollage: Vier Anleitungsschritte zum Basteln eines luxuriösen Fahrersitzes für einen Modelltraktor

Di­rekt im An­schluss bau­te ich den äu­ßerst be­que­men Sitz aus zwei ver­schie­de­nen Moos­gum­mi­ele­men­ten zu­sam­men.

  • Nun nahm ich dün­ne Krepp­pa­pier­strei­fen zur Hand und ka­schier­te da­mit die un­schö­nen Kle­be­kan­ten. Hin­ge­gen die wei­ten Flä­chen des Sit­zes ver­klei­de­te ich mit ei­nem ge­präg­ten Ton­pa­pier. Au­ßer­dem be­mal­te ich das Gan­ze ab­schlie­ßend noch mit gel­ber Acryl­far­be.

Bild vom Grundgerüst eines Papiertraktors, auf dem ein gelber Fahrersitz throntWäh­rend­des­sen mein Fah­rer­sitz trock­ne­te, be­rei­te­te ich eine lu­xu­riö­se Luft­fe­de­rung für die Sitz­bank vor. Dazu fer­tig­te ich zwei schwar­ze Moos­gum­mi­plat­ten mit­hil­fe von Scha­blo­ne #3 an, die ich di­rekt im An­schluss ak­ku­rat auf­ein­an­der­kleb­te. Gleich da­nach be­fes­tig­te ich die wei­che Fe­de­rung auf der Sitz­bank. Dar­auf­hin nahm ich den Sitz und fi­xier­te die­sen wie­der­um mit­tig auf der Luft­fe­de­rung. Da­mit ver­fügt der Pa­piertrak­tor über eine hoch­wer­ti­ge Sitz­kon­struk­ti­on, die es dem Land­wirt er­laubt, auch lan­ge Ar­beits­ta­ge auf dem Feld ohne gro­ße Wir­bel­säu­len­schä­den zu über­ste­hen.

Große Traktorreifen mit mächtigem Stollenprofil

Na­tür­lich möch­te der Bau­er beim Trak­tor­fah­ren nicht nur ge­sund, son­dern vor al­lem auch sau­ber blei­ben. Aus die­sem Grund brach­te ich mit­hil­fe von Scha­blo­ne #4 vier Rad­käs­ten an mei­nem Die­sel­ross an.

Bilder vom Befestigen eines Radkastens an einem Fendt Dieselross. Fotos von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Dazu fer­tig­te ich zu­nächst zwei gro­ße und zwei klei­ne ge­zack­te Hal­te­run­gen aus Ton­pa­pier an. Als ich die­se Bau­tei­le dann ge­falzt und ge­locht hat­te, fi­xier­te ich die Rad­kas­ten­stüt­zen an den Sei­ten des Fahr­werks. Da­bei ach­te­te ich dar­auf, dass die Lö­cher in den Hal­te­run­gen ge­nau über den Lö­chern in der Ka­ros­se­rie la­gen.

  • Di­rekt im An­schluss kleb­te ich die Rad­kas­ten­ble­che über die ge­falz­ten Za­cken. Je­des Blech be­stand da­bei aus zwei Moos­gum­mi­la­gen, die oben und un­ten von je­weils zwei Ton­pa­pier­la­gen um­man­telt wur­den.

Wie schon beim Fah­rer­sitz ver­klei­de­te ich auch die Kle­be­stel­len der Rad­käs­ten ab­schlie­ßend noch mit dün­nen Krepp­pa­pier­strei­fen. Au­ßer­dem ver­edel­te ich die mas­si­ven Ble­che, in­dem ich die­se mit ro­ter Acryl­far­be be­mal­te.

Anleitungsschritte zum Basteln eines Traktorreifens. Der Reifen besteht aus acht Scheiben, die aus einem Juwel Primo Aquariumkarton vom Dehner ausgeschnitten wurden. Idee von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Nach den vor­an­ge­gan­ge­nen Schrit­ten sah mein Die­sel­ross so aus, als hät­te es eine Nacht in Duisburg-Marxloh ver­bracht. Um dies zu än­dern, bas­tel­te ich nun die vier ty­pi­schen Trak­tor­rei­fen. Da­für leg­te ich mir zu­nächst ei­nen drei Mil­li­me­ter di­cken Ver­pa­ckungs­kar­ton zu­recht, den ich noch vom On­line­shop­ping üb­rig hat­te.

  • Da­nach schnitt ich aus dem Kar­ton mit­hil­fe von Scha­blo­ne #5 acht klei­ne und 16 gro­ße Krei­se aus. Gleich dar­auf schoss ich in die Mit­te je­der Schei­be ein Loch, das vom Um­fang so groß war, dass ein ge­wöhn­li­cher Schasch­lik­spieß ge­ra­de so hin­durch­pass­te.

Im nächs­ten Bas­tel­schritt kleb­te ich dann zwei­mal acht gro­ße und zwei­mal vier klei­ne Kar­ton­schei­ben sym­me­trisch auf­ein­an­der. Da­mit hat­te ich die vier run­den Rei­fen­ge­rüs­te fer­tig­ge­stellt, die ich nun noch mit schwar­zen Lauf­flä­chen und gel­ben Ton­pa­pier­rad­kap­pen ver­zier­te. Au­ßer­dem stat­te­te ich die brei­ten Lauf­flä­chen der bei­den gro­ßen Hin­ter­rä­der zu­sätz­lich mit je­weils 15 v-förmigen Moos­gum­mi­stol­len aus. Die Vor­la­ge da­für be­fin­det sich eben­falls auf Scha­blo­ne #5.

Dieselross für das Oldtimertreffen aufpolieren

Die vier Trak­tor­rä­der be­fes­tig­te ich an zwei Schasch­lik­spie­ßen, die als Ach­sen aus den Lö­chern der Rad­käs­ten rag­ten. Dar­auf­hin ver­schö­ner­te ich mei­ne Zug­ma­schi­ne noch, in­dem ich eine schma­le Zier­leis­te mit gol­de­ner Acryl­far­be auf die Ka­ros­se­rie mal­te. Au­ßer­dem stat­te­te ich mei­nen Schlep­per mit zwei Rück­lich­tern und ei­nem schlich­ten Lenk­rad von Scha­blo­ne #6 aus.

Bildanleitung: Quilling-Figur Tight Coil, die zu einem Frontscheinwerfer von einem Papiertraktor wird. Idee von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Bei den Front­schein­wer­fern woll­te ich es mir al­ler­dings nicht ganz so leicht ma­chen, wes­halb ich die­se aus der Quilling-Figur Tight Coil an­ge­fer­tigt habe.

  • Dazu schnitt ich mir zwei Ton­pa­pier­strei­fen zu­recht, die je­weils 75 Zen­ti­me­ter lang und 0,7 Zen­ti­me­ter breit wa­ren.
  • Da­nach dreh­te ich je­den Pa­pier­strei­fen mit­hil­fe ei­nes ein­ge­schnit­te­nen Schasch­lik­spieß­chens so auf, dass da­durch di­cke Schne­cken ent­stan­den, die je­weils ei­nen Durch­mes­ser von 1,5 Zen­ti­me­tern hat­ten.
  • Nach dem Auf­dre­hen drück­te ich das In­ne­re mei­ner Schne­cken nach hin­ten. Da­mit das Gan­ze dau­er­haft sei­ne Schein­wer­fer­form be­hielt, tröp­fel­te ich ei­nen wei­ßen Kle­ber auf Was­ser­ba­sis in die Hohl­räu­me mei­ner Fi­gu­ren.
  • Als die­ser be­son­de­re Kleb­stoff dann ge­trock­net war, füll­te ich bei­de Hohl­räu­me mit Moos­gum­mi auf, den ich dar­auf­hin wie­der­um mit ei­ner creme­far­be­nen Mo­del­lier­pas­te be­strich.

So­bald die gel­ar­ti­ge Pas­te ge­trock­net war, kleb­te ich mei­ne au­ßer­ge­wöhn­li­chen Trak­tor­schein­wer­fer sym­me­trisch zu­ein­an­der vor­ne am Mo­tor­block fest.

Anleitungsbilder zum Basteln eines Auspuffs: Quilling-Figuren lassen das Dieselross von Fendt schnurren. Idee von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Ein wei­te­res High­light mei­nes Trak­tors ist der gro­ße Aus­puff. Auch beim An­fer­ti­gen die­ses Ac­ces­soires mach­te ich mir die Quilling-Technik zu­nut­ze. Des­halb schnitt ich mir zu­nächst ein­mal fol­gen­de Ton­pa­pier­strei­fen zu­recht:

  • So­ckel: 2x 75 Zen­ti­me­ter lang und 0,7 Zen­ti­me­ter breit.
  • Aus­puff­rohr: 1x 25 Zen­ti­me­ter lang und 3,5 Zen­ti­me­ter breit.
  • Aus­puf­f­ab­de­ckung: 1x 60 Zen­ti­me­ter lang und 0,5 Zen­ti­me­ter breit.

Als Ers­tes dreh­te ich mir für den So­ckel zwei­mal die Quilling-Figur Tight Coil mit je­weils ei­nem Durch­mes­ser von 1,5 Zen­ti­me­tern. Eine der Schne­cken spitz­te ich ähn­lich wie die Front­schein­wer­fer an, ehe ich die­se auf die zwei­te Fi­gur kleb­te. Das Gan­ze um­wi­ckel­te ich an­schlie­ßend mit ei­nem Ver­bin­dungs­stück, das zehn Zen­ti­me­ter lang und ei­nen Zen­ti­me­ter breit war. Als Nächs­tes kleb­te ich das schma­le Aus­puff­rohr un­ten am So­ckel fest.

  • Di­rekt im An­schluss fer­tig­te ich mir aus mei­nem letz­ten Pa­pier­strei­fen eine wei­te­re leicht an­ge­spitz­te Tight Coil Quilling-Figur mit ei­nem Durch­mes­ser von ei­nem Zen­ti­me­ter an. Die­se klei­ne Aus­puf­f­ab­de­ckung fi­xier­te ich dann an der noch frei­en Sei­te des Aus­puff­rohrs.

Nach­dem ich dar­auf­hin mei­ne hoch­wer­ti­ge Aus­puff­an­la­ge mit schwar­zer Acryl­far­be be­malt und seit­lich am Mo­tor­block an­ge­klebt hat­te, war mein Die­sel­ross end­lich be­reit für die Feld­ar­beit.

Der Traktor ist ein sauberes und sicheres Nutzfahrzeug

Bild von GWS2.de Maskottchen Gustl, der mit seinem Fendt Dieselross eine Straße sperrt, damit böse Nafris nicht mit einem Lieferwagen in eine Menschenmenge fahren können. Szenerie von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinMein nach­ah­mens­wer­ter Pa­piertrak­tor ist ein idea­les Bas­tel­mo­tiv für kal­te und ver­reg­ne­te Herbst­ta­ge. Die vie­len klei­nen De­tails und Tech­ni­ken er­for­dern näm­lich viel Aus­dau­er. Selbst mit vor­be­rei­te­ten Scha­blo­nen habe ich es nicht ge­schafft, ein Die­sel­ross in un­ter sie­ben Stun­den zu bas­teln. Doch die Mühe lohnt sich, da Sie am Ende ei­nen to­tal sü­ßen Old­ti­mer vor sich ste­hen ha­ben, der so man­chem Trak­tor­freund die Trä­nen in die Au­gen trei­ben wird.

Ge­ne­rell wäre es wohl bes­ser für die Welt, wenn die Men­schen nur noch Trak­to­ren an­stel­le von Au­tos fah­ren wür­den. Zu­min­dest gäbe es dann we­ni­ger Ver­kehrs­to­te. Denn auf­grund des­sen, dass die Land­ma­schi­nen sehr laut sind und re­la­tiv lang­sam fah­ren, käme wohl kein nord­afri­ka­ni­scher Mann auf die Idee, mit die­sen Fahr­zeu­gen ge­zielt eine Men­schen­men­ge um­zumä­hen.

Die Po­li­zei geht da­von aus, dass der Ma­rok­ka­ner am Don­ners­tag das Tat­fahr­zeug bei dem An­schlag in Bar­ce­lo­na ge­steu­ert hat. Er fuhr mit ei­nem Lie­fer­wa­gen in der Fla­nier­mei­le Las Ram­blas Pas­san­ten nie­der.

Nei­din­ger, Gui­do: Po­li­zei tö­tet Terror-Verdächtigen von Bar­ce­lo­na. verlagshaus-jaumann.de (08/2017).

Ver­wand­te The­men:

Lo­ko­mo­ti­ve aus Pa­pier bas­teln - mit Voll­gas in den Ru­he­stand
Bas­teln mit Laub - drei herbst­li­che Ide­en

¹Stadt Frank­furt am Main: Be­völ­ke­rung. frankfurt.de (08/2017).
²Lan­des­haupt­stadt Mün­chen: Re­fe­rat für Stadt­pla­nung und Bau­ord­nung. muenchen.de (PDF) (08/2017).
³Wur­nig, Do­mi­nik: Ber­li­ner Luft ist schlech­ter als ge­dacht. rbb24.de (08/2017).

Eule basteln - so geht’s

Wer eine Eule bas­teln möch­te, der muss sich erst ein­mal über­le­gen, wel­che Art es denn sein soll. Al­lei­ne in Eu­ro­pa gibt es 13 Eu­len­ar­ten, die alle eine ei­ge­ne spe­zi­el­le Cha­rak­te­ris­tik be­sit­zen. Da gibt es zum Bei­spiel die be­son­ders pos­sier­li­che Zwerg­ohr­eu­le, die ein­schüch­tern­de Sper­be­reu­le und den skep­ti­schen Stein­kauz. Wer wie ich je­doch - die Eule - bas­teln möch­te, der ent­schei­det sich zwangs­läu­fig für ei­nen mys­ti­schen und ma­jes­tä­ti­schen Uhu (eng­lisch Eu­ropean ea­gle owl). In der fol­gen­den Bild­an­lei­tung er­klä­re ich Ih­nen, war­um das so ist und wie ich mei­nen im­po­san­ten Uhu ge­bas­telt habe.

Bild von bayerischer Papiereule, die auf einem Ast sitztFürch­ten Sie sich vor Schlan­gen, Fle­der­mäu­sen und Krä­hen? Dann soll­ten Sie die Nähe von Uhus su­chen, denn al­les was in Hor­ror­fil­men Angst er­zeugt, wird von den Raub­vö­geln ge­jagt und rat­ze­putz auf­ge­fres­sen. Ge­ne­rell sind Uhus un­er­schro­cke­ne Eu­len, die we­der die Nacht noch den Men­schen fürch­ten und aus­ge­wach­sen kei­ne Fress­fein­de ha­ben. Be­son­ders fas­zi­niert mich an Uhus, dass die­se ech­te Fa­mi­li­en­vö­gel sind. So­bald sich ein Paar ge­fun­den hat, bleibt es ein Le­ben lang zu­sam­men.

Hat sich ein Uhu Paar wäh­rend der Balz ge­fun­den, blei­ben sie ein Le­ben lang zu­sam­men.

Bro­dow­ski, Ger­hard: Der Uhu. brodowski-fotografie.de (11/2016).

Bild von selbst gebastelter Eule, die auf einem braunen Papierast sitztZu­dem sind Jung­uhus nach dem Ver­las­sen des Nes­tes nicht gleich auf sich al­lei­ne ge­stellt. Rund drei Mo­na­te su­chen die Groß­vö­gel noch den re­gel­mä­ßi­gen Kon­takt zu ih­ren Ge­schwis­tern und El­tern. Bei die­sen Fa­mi­li­en­tref­fen plau­dern die Uhus dann über die ver­gan­ge­nen Ge­scheh­nis­se, wäh­rend sie ei­nen klei­nen Im­biss zu sich neh­men. Ge­ne­rell sind die­se Eu­len sehr ver­fres­sen und stän­dig auf der Su­che nach Beu­te. Eine vier­köp­fi­ge Uhu­fa­mi­lie be­stehend aus zwei El­tern und zwei Jung­vö­geln ver­schlingt im Jahr cir­ca 200 Ki­lo­gramm Fleisch.

So eine Uhu­fa­mi­lie frisst im­mer­hin rund 200 Ki­lo­gramm im Jahr.

Hinz, Joa­chim: Uhus - Neu­bür­ger ohne Le­bens­raum? youtube.com (11/2016).

Uhus sind bei der Jagd al­ler­dings nicht be­son­ders wäh­le­risch, selbst Igel und klei­ne­re Eu­len­ar­ten ge­hö­ren zu ih­rem Spei­se­plan.

Bild einer majestätischen Eule im WaldAuf­grund des selbst­be­wuss­ten Auf­tre­tens des Uhus und sei­ner im­po­san­ten Er­schei­nung hat­ten die Men­schen lan­ge Zeit gro­ße Angst vor die­sem toll­küh­nen Zeit­ge­nos­sen. Nach dem Mär­chen „Die Eule” fand das ers­te Auf­ein­an­der­tref­fen zwi­schen Uhu und Homo sa­pi­ens ein tra­gi­sches Ende. Der mys­te­riö­se Vo­gel er­schrak die Ein­woh­ner ei­ner klei­nen Stadt der­ma­ßen, dass sie ihn als Un­ge­heu­er be­zeich­ne­ten, ge­gen das selbst der tap­fers­te Mann nichts aus­rich­ten konn­te.

Nun war kei­ner mehr üb­rig, der sich in die Ge­fahr hät­te be­ge­ben wol­len. »Das Un­ge­heu­er,« sag­ten sie, »hat den stärks­ten Mann, der un­ter uns zu fin­den war, durch sein Gnap­pen und An­hau­chen al­lein ver­gif­tet und töd­lich ver­wun­det [...].

Grimm, Ja­cob und Wil­helm: Kinder- und Haus­mär­chen. Mün­chen: Wil­helm Hey­ne Ver­lag 1977.

Collage vom besonderen Gefieder des Uhus gebastelt von Veronika Vetter (DAoCFrEak) Fine Art Künstlerin

Am Ende der Ge­schich­te wuss­ten sich die Stadt­be­woh­ner nicht mehr an­ders zu hel­fen, als den Uhu in ei­ner Scheu­ne, in der er sich ver­steck­te, ein­zu­sper­ren und das Ge­bäu­de nie­der­zu­bren­nen.

Bild von den Augen eines UhusWohl aus die­sem Grund blieb dem Uhu nichts an­de­res üb­rig, als sich bei an­de­ren mensch­li­chen Au­ßen­sei­tern wie Zau­be­rern und He­xen auf­zu­hal­ten. Be­son­ders im Früh­mit­tel­al­ter wur­den Eu­len im­mer mit et­was Mys­ti­schem und Bö­sem ver­bun­den. Lan­ge Zeit dach­te man, dass Dä­mo­nen die Ge­stalt die­ser Vö­gel an­neh­men, um in der Nacht un­be­merkt He­xen auf­zu­su­chen. Die enge Ver­bin­dung zwi­schen Ma­gi­ern und Eu­len­vö­geln wur­de dem­nach auch des Öf­te­ren in Fil­men ge­zeigt. Be­kann­tes­tes Bei­spiel da­für ist die Eule Ar­chi­me­des aus dem Dis­ney­film „Mer­lin und Mim”.

The owl has al­ways been as­so­cia­ted with de­ath, sorce­ry and the dark side of life. In the Midd­le Ages, de­mons or fa­mi­li­ars in the forms of owls or crows [...].

Mas­tin, Luke: Witch­craft Terms and Tools - Ani­mals. witchcraftandwitches.com (11/2016).

Bild von der Rückseite eines Bubos aus Papier auf einem AstAuch heut­zu­ta­ge gibt es auf der Erde noch Re­gio­nen, in de­nen Eu­len kei­ne gern ge­se­he­nen Gäs­te sind. In Ma­la­wi bei­spiels­wei­se wer­den Eu­len als das Böse ge­äch­tet. Soll­te sich ein­mal ein Vo­gel in ei­ner Scheu­ne ein­nis­ten, muss der Be­sit­zer die­sen um­ge­hend los­wer­den, um nicht als He­xen­dok­tor aus der Dorf­ge­mein­schaft ver­bannt zu wer­den.

Any Ma­la­wi­an who is known to have Barn Owls li­ving in their quar­ters is con­si­de­red to be a Witch Doc­tor or prac­ticing witch­craft.

Born Free Foun­da­ti­on: Barn owls and witch­craft. bornfree.org.uk (11/2016).

Wie Sie se­hen, sind Eu­len un­heim­lich fa­cet­ten­reich. Dies habe ich ver­sucht, in mei­nem selbst ge­bas­tel­ten Uhu wi­der­zu­spie­geln.

Bild von selbst gebastelter Eule aus Papier von Veronika Vetter (DAoCFrEak) Fine Art Künstlerin

Mein gra­vi­tä­ti­sches Fe­der­vieh sitzt auf ei­nem Ast aus Papp­ma­ché und ist 27 Zen­ti­me­ter lang, 17 Zen­ti­me­ter breit und 26 Zen­ti­me­ter hoch.

Bastelanleitung für Eule

Bild von Element für die EulenaugenFür den an­mu­ti­gen Flat­ter­mann ver­wen­de­te ich Ton­pa­pier in den Far­ben Weiß und Schwarz. Au­ßer­dem ka­men drei un­ter­schied­li­che Braun­tö­ne so­wie zwei Grau­tö­ne die­ser Pa­pier­sor­te zum Ein­satz. Die bei­den gro­ßen Eu­len­au­gen mo­del­lier­te ich aus Fimo Mo­del­lier­mas­se. Zu­dem nahm ich für den Ast und die Füße den Kar­ton ei­ner lee­ren Kü­chen­rol­le, Zei­tungs­pa­pier, Kleis­ter und Was­ser zur Hil­fe.

Das Ca­mou­fla­ge­mus­ter der Flü­gel er­zeug­te ich mit Was­ser­mal­far­ben. Den dich­ten Fe­der­bauch be­mal­te ich hin­ge­gen mit schwar­zer, brau­ner und gol­de­ner Acryl­far­be. Als Werk­zeu­ge soll­ten Sie sich au­ßer­dem eine Sche­re, viel flüs­si­gen Kle­ber, ein Falz­beil samt Li­ne­al, ein Pin­sel­set und mei­ne DIN A4 Bas­tel­scha­blo­nen (#1 /#2 /#3 /#4 /#5 /#6) zu­recht­le­gen.

Bild von Grundgerüst von Eulenkopf aus PapierIch be­gann mit der Vor­der­sei­te des run­den Kop­fes und da­mit mit Scha­blo­ne #1. Hin­weis: Alle Ein­zel­tei­le der Scha­blo­nen habe ich im­mer zwei­mal an­ge­fer­tigt und auf­ein­an­der­ge­klebt. Die­se Tech­nik ga­ran­tiert, dass die Eule am Ende be­son­ders sta­bil ist. Nach­dem ich also alle Ele­men­te von Scha­blo­ne #1 dem­entspre­chend an­ge­fer­tigt hat­te, falz­te ich zu­nächst sämt­li­che Knick- und Kle­be­li­ni­en.

Bild von vier Bastelelemente für den EulenkörperIm An­schluss wölb­te ich die bei­den Au­gen­schei­ben leicht trich­ter­för­mig und fi­xier­te das Gan­ze mit Kle­ber. Dar­auf­hin kleb­te ich die­se bei­den Au­gen­höh­len an der ge­zack­ten Kle­be­li­nie des mitt­le­ren Keh­len­ele­ments fest. Da­nach brach­te ich zwi­schen den Au­gen den Hin­ter­kopf­strei­fen von Scha­blo­ne #2 an. Zu gu­ter Letzt kleb­te ich die rest­li­chen vier Halsele­men­te der bei­den Scha­blo­nen so­wie die gro­ßen Au­gen­brau­en an und hat­te da­mit das Grund­ge­rüst des Eu­len­kop­fes be­reits fer­tig­ge­stellt.

Bild vom Zusammenkleben der Einzelteile zu einem ZylinderDas Bas­teln des sechs­ecki­gen Eu­len­kör­pers war so­gar noch um ei­ni­ges ein­fa­cher. Dazu fer­tig­te ich mir alle Ele­men­te der Scha­blo­ne #3 und #4 in un­ter­schied­li­chen Braun­tö­nen an. Die sechs Ein­zel­tei­le kleb­te ich dar­auf­hin zu ei­nem dick­bau­chi­gen Zy­lin­der zu­sam­men. Da­nach war es end­lich so weit und ich konn­te Kopf und Kör­per mit­ein­an­der ver­bin­den.

Markantes Gefieder der Eule durch Schneidetechnik

Bild vom Bekleben der Augenpartie der Eule mit einem mehrfarbigen FransenmusterDa­mit mein Uhu le­ben­dig aus­sieht, ent­schied ich mich für ver­schie­de­ne Schnei­de­tech­ni­ken um das Ge­fie­der dar­zu­stel­len. Für die Au­gen­par­tie schnitt ich mir aus mei­nen Ton­pa­pier­far­ben zu­nächst Strei­fen zu­recht. Die meis­ten da­von wa­ren 2,5 Zen­ti­me­ter lang und un­ge­fähr 1,5 Zen­ti­me­ter breit. Mit­hil­fe ei­ner Sche­re schnitt ich mei­ne Pa­pier­strei­fen zur Hälf­te ein und er­zeug­te schma­le Fran­sen.

Einkleben der Fimo Augen in den Eulenkopf Mit den klei­nen Ele­men­ten be­kleb­te ich an­schlie­ßend von au­ßen nach in­nen die Au­gen­höh­len. Hin­weis: Die wei­ßen Pa­pier­strei­fen un­ter­halb des Schna­bels, den ich aus schwar­zem Ton­pa­pier an­fer­tig­te, wa­ren un­ge­fähr 4 Zen­ti­me­ter lang. Auch die Rück­sei­te mei­ner oran­ge­far­be­nen Fimo Au­gen be­kleb­te ich mit wei­ßen Fran­sen, ehe ich die­se mit viel flüs­si­gem Kle­ber in den Au­gen­höh­len be­fes­tig­te.

Bild von brauner Papiereule mit GefiederHin­ge­gen für den rest­li­chen Kopf und den ge­sam­ten Eu­len­kör­per schnitt ich mir klei­ne Schup­pen zu­recht. Ich ent­schied mich dazu die Kopf­schup­pen 0,5 Zen­ti­me­ter breit zu schnei­den, die Kör­per­schup­pen fer­tig­te ich in ei­ner Brei­te von 1,5 Zen­ti­me­tern an. Wich­tig: Be­son­ders am Kopf und am Hals ha­ben Uhus kein ein­heit­li­ches Ge­fie­der, ich ach­te­te des­halb dar­auf, im­mer wie­der an­ders­far­bi­ge Schup­pen ein­zu­mi­schen.

Einzigartige Eulenflügel in Tarnfarben

Bild von fünf rehbraunen Tonpapierteilen für die EulenflügelDie ge­mus­ter­ten Flü­gel der Eule be­stehen aus ins­ge­samt fünf ver­stärk­ten Ele­men­ten, die sich auf den Scha­blo­nen #5 und #6 be­fin­den. Sie be­de­cken so­wohl die Sei­ten als auch den Rü­cken des Vo­gels. Nach dem Fal­zen der Ein­zel­tei­le kleb­te ich die­se zu­nächst an den seit­li­chen Kle­be­laschen zu­sam­men, so­dass das Flü­gel­ge­rüst von al­lei­ne ste­hen konn­te.

Im An­schluss nahm ich ein schar­fes Bas­tel­mes­ser und schnitt den Kör­per der Eule fünf­mal ein (sie­he Scha­blo­ne #3 und #4). Dar­auf­hin nahm ich mein Ge­rüst und kleb­te es in die Ein­schnit­te. Im nächs­ten Schritt fer­tig­te ich das Fe­der­kleid der Flü­gel an. Dazu schnitt ich mir aus wei­ßem Ton­pa­pier un­ter­schied­lich gro­ße Fe­dern aus. Die Pa­pier­fe­dern be­mal­te ich mit brau­ner, beige­far­be­ner und schwar­zer Was­ser­far­be. Nach dem Trock­nen schnitt ich die­se mit der Sche­re fran­sig ein.

Bild vom Ankleben der Papierfedern an das Flügelgerüst der EuleAls Nächs­tes kleb­te ich mei­ne Fe­dern senk­recht auf das reh­brau­ne Flü­gel­ge­rüst. Hin­weis: Den Über­gang von Hals­par­tie zum Flü­gel be­deck­te ich mit vie­len klei­nen Fe­dern, die ich nach dem­sel­ben Prin­zip an­ge­fer­tigt hat­te. Mein Uhu war da­nach be­reit für Schön­heits­kor­rek­tu­ren. Zum ei­nen ver­stärk­te ich das Tarn­mus­ter der Flü­gel mit­hil­fe mei­ner Was­ser­far­ben, um die Über­gän­ge zwi­schen den ein­zel­nen Fe­dern zu ver­wi­schen. Zum an­de­ren ak­zen­tu­ier­te ich die Bauch­schup­pen mit gol­de­ner, schwar­zer und brau­ner Acryl­far­be.

Selbst gebastelte Eule sitzt auf Ast aus Pappmaché

Bild vom Bemalen eines Astes aus PappmachéBis­her war das Bas­teln mei­nes Uhus wahr­lich eine Si­sy­phus­ar­beit. Aus die­sem Grund ent­schied ich mich da­für, die Füße und den Ast et­was grö­ber aus Papp­ma­ché an­zu­fer­ti­gen. Dazu rühr­te ich mir zu­nächst Kleis­ter an und riss al­tes Zei­tungs­pa­pier in klei­ne Stü­cke. An­schlie­ßend nahm ich ei­nen Kar­ton ei­ner lee­ren Kü­chen­rol­le zur Hand und bau­te mir dar­aus ei­nen Ast aus dem mit Kleis­ter durch­tränk­ten Zei­tungs­pa­pier.

Bild von den Füßen eines Uhus, der auf einem Ast sitztZu­dem roll­te ich mir eben­so sechs Würs­te für die Eu­len­fü­ße, die ich di­rekt auf dem Ast be­fes­tig­te. Das Gan­ze ließ ich dar­auf­hin für 24 Stun­den gut aus­trock­nen. Am nächs­ten Tag be­mal­te ich den Ast mit mei­nen Acryl­far­ben und ließ ihn noch­mals für zwei Stun­den trock­nen. Zu gu­ter Letzt ritz­te ich die Füße mit­hil­fe ei­nes Bas­tel­mes­sers an, so­dass ich noch schwar­ze Ton­pa­pier­kral­len ein­kle­ben konn­te. Da­nach war die Un­ter­sei­te mei­nes Bas­tel­mo­tivs fer­tig­ge­stellt und ich kleb­te den Kör­per des Uhus so auf den Ast, dass er ge­nau auf den Fü­ßen saß.

Fazit zum flauschigen Uhu aus Papier

Bild von einer Eule im HerbstlaubVom Reiß­brett bis zum Uhu auf dem Ast habe ich cir­ca zwei Wo­chen be­nö­tigt, wo­bei die rei­ne Bas­tel­zeit un­ge­fähr drei Tage in An­spruch nahm. Mir ging es be­son­ders dar­um, das wahn­sin­nig tol­le Mus­ter des Ge­fie­ders nach­zu­bau­en, was mir an mei­ner Eule wirk­lich sehr gut ge­fällt. Ge­ne­rell war der Ent­ste­hungs­pro­zess die­ses tech­nisch an­spruchs­vol­len Bas­tel­mo­tivs sehr be­frie­di­gend für mich. Am An­fang war das fast nack­te Kü­ken, wel­ches schluss­end­lich durch in­ten­si­ve Für­sor­ge lang­sam zum präch­ti­gen Raub­vo­gel her­an­ge­wach­sen ist.

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