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Schatztruhe aus Karton basteln - morsche Holzkiste aus der Karibik

Eng­land be­fand sich in gro­ßer Ge­fahr, als Eli­sa­beth I. im Jah­re 1558 den Thron von ih­rer Halb­schwes­ter erb­te. Denn ähn­lich wie die heu­ti­gen EU-Fanatiker ar­bei­te­te auch ihr Ge­gen­spie­ler Phil­ipp II. dar­an, eine eu­ro­päi­sche Uni­ver­sal­mon­ar­chie¹ zu er­rich­ten. Die Tudor-Königin muss­te also drin­gend ihre Schiffs­flot­te auf­sto­cken, um die Un­ab­hän­gig­keit ih­res Herr­schafts­ge­bie­tes dau­er­haft auf­recht­erhal­ten zu kön­nen. Nur wo­her soll­te die Re­gen­tin das Geld für die­ses Un­ter­fan­gen neh­men? Wenn sie wie die Spa­ni­er und die Por­tu­gie­sen die In­dia­ner­stäm­me in der Neu­en Welt be­klaut und aus­ge­beu­tet hät­te, dann wäre ver­mut­lich ein Kon­fes­si­ons­krieg aus­ge­bro­chen. Das lag dar­an, dass der Borgia-Papst Alex­an­der VI. im Jah­re 1493 den ame­ri­ka­ni­schen Kon­ti­nent be­reits un­ter den ibe­ri­schen Fürs­ten² auf­ge­teilt hat­te, da die­se dem Va­ti­kan stets zu­ver­läs­sig den Pe­ters­pfen­nig zu­kom­men lie­ßen. Hin­ge­gen Eli­sa­beth I. war auf­grund der geis­ti­gen Um­nach­tung ih­res Va­ters glü­hen­de Pro­tes­tan­tin und so­mit kein Teil der ein­zig wah­ren Mut­ter Kir­che, wes­halb die ge­sam­te Ka­tho­li­sche Liga auf der Sei­te des spa­ni­schen Kö­nigs stand.

Salvaged Treasure Chest by William Kidd: A research group from the University of California found a Box with gold coins in the China Sea. The Casket was buried in 1674 by William Kidd (American Pirate). Photo was taken by Veronika Vetter - Bavarian Fine Artist

Um ihre Kriegs­kas­se auf­zu­bes­sern, blieb der jung­fräu­li­chen Mon­ar­chin also nichts an­de­res üb­rig als Ka­per­brie­fe aus­zu­stel­len. Mit ei­nem sol­chen Do­ku­ment aus­ge­stat­tet durf­ten pri­vat or­ga­ni­sier­te eng­li­sche See­fah­rer ab so­fort un­ge­straft die spa­ni­schen Trans­port­schif­fe über­fal­len, die teil­wei­se voll be­la­den mit Az­te­ken­gold auf dem Weg von West­in­di­en nach Süd­eu­ro­pa wa­ren.

Für bei­de Part­ner war das vor­teil­haft: Der Ka­per­fah­rer durf­te straf­los Schif­fe über­fal­len. Der Kö­nig ge­wann ein Kriegs­schiff dazu und be­kam sei­nen fest­ge­leg­ten An­teil der Beu­te.

Mun­ter­mann, Na­ta­lie: Piraten-Glossar. planet-wissen.de (07/2018).

Durch die­se hin­ter­lis­ti­ge Ak­ti­on ver­lor Phil­ipp II. nicht nur Schif­fe und Geld. Zu­dem muss­te der Habs­bur­ger sei­ne ka­ri­bi­schen Ko­lo­ni­en bes­ser schüt­zen, wo­durch mi­li­tä­ri­sche Res­sour­cen ge­bun­den wur­den, die er ei­gent­lich für die ge­plan­te Er­obe­rung von Eng­land be­nö­tigt hät­te.

Phil­ipp II., der be­ses­se­ne Bü­ro­krat, zieht sich im­mer mehr zu­rück [...] und muss zu­künf­tig ge­wal­ti­ge Sum­men in den Schutz sei­ner Ko­lo­ni­en in­ves­tie­ren. Den An­griff auf Eng­land muss er auf­schie­ben.

Braud, He­a­ther: Fran­cis Dra­ke Pi­rat der Kö­ni­gin. youtube.com (07/2018).

Hispaniola in der Karibik. Palmen, Kokosnüsse und Golddublonen bestimmten das Leben der spanischen Auswanderer im 16. Jahrhundert. Das Entdeckerzeitalter wurde künstlerisch von der Fine Art Künstlerin Veronika Vetter aufgearbeitet. So hat die Katholikin aus dem Freistaat Bayern Schatztruhen aus Papier gebastelt, die über eine morsche Holzoptik verfügen. Außerdem zeichnete die feinsinnige Oberpfälzerin eine Schatzkarte, die so schön ist, dass König Felipe VI. das Kunstwerk im Torre del Oro aufhängen wollte

Die Kor­sa­ren der Kö­ni­gin sorg­ten mit ih­ren Beu­te­zü­gen da­für, dass sich die jähr­li­chen Ein­nah­men der eng­li­schen Kro­ne um bis zu 15%³ er­höh­ten. Doch selbst mit die­sen zu­sätz­li­chen Geld­mit­teln war es Eli­sa­beth I. nicht mög­lich eine Schiffs­flot­te zu un­ter­hal­ten, die der ge­wal­ti­gen spa­ni­schen Ar­ma­da das Was­ser rei­chen konn­te. Aus die­sem Grund schick­te die Fürs­tin den Ka­per­fah­rer Fran­cis Dra­ke im Jah­re 1577 an die Süd­spit­ze von Süd­ame­ri­ka. Of­fi­zi­ell soll­te der bri­ti­sche Ka­pi­tän am Kap Ho­orn nach ei­nem frucht­ba­ren und noch un­ent­deck­ten Kon­ti­nent su­chen, den die pro­tes­tan­ti­sche Kö­ni­gin auch ohne die Ein­wil­li­gung des Paps­tes hät­te ko­lo­nia­li­sie­ren dür­fen.

Bild von einer geschlossenen Schatztruhe, die über einen gebogenen Deckel verfügt. Die Kiste wurde mit goldenen Beschlägen verziert und ist perfekt für Piratenmottopartys geeignet. Morsche Holzoptik Brazilian Teak. Inszeniert von Veronika Vetter, Fine Art Künstlerin und Freimaurergesellin

Als Fran­cis Dra­ke vom At­lan­tik in den Pa­zi­fik über­setz­te, ließ er je­doch die Pi­ra­ten­flag­ge his­sen, um in­ko­gni­to die neu­spa­ni­schen Ha­fen­städ­te an der süd­ame­ri­ka­ni­schen West­küs­te plün­dern zu kön­nen. Am Ende sei­nes Feld­zu­ges ka­per­te der eng­li­sche Pa­tri­ot zu­dem noch eine spa­ni­sche Ga­leo­ne na­mens „Ca­ca­fue­go” die voll mit Sil­ber und Gold be­la­den war. Dar­auf­hin kehr­te das Frei­beu­ter­ass zu­frie­den zu sei­ner Kö­ni­gin zu­rück. Und die staun­te nicht schlecht, als sie im Sep­tem­ber 1580 er­fuhr, dass sich im La­de­raum von Dra­kes „Gol­den Hin­de” Gü­ter im Wert von 100 Mil­lio­nen Eu­ro⁵ be­fan­den. Aphro­di­siert von die­sem un­er­war­te­ten Geld­re­gen stell­te Eli­sa­beth I. in den nächs­ten Jah­ren im­mer mehr Ka­per­brie­fe aus, so­dass zeit­wei­se über ein­hun­der­t⁶ eng­li­sche Han­dels­räu­ber die Ka­ri­bik un­si­cher mach­ten.

Foto: Veronika Helga Vetter auf Instagram. Die Fine Art Künstlerin aus dem Freistaat Bayern hält eine selbst gebastelte Schatztruhe in ihren Händen. Zudem hat die Freundin und Sexualpartnerin von Nikolai Alexander die gepolsterte Juwelenbox mit spanischen Goldmünzen befüllt

Im Jah­re 1588 war es dann end­lich so weit. Kö­nig Phil­ipp II. schick­te eine rie­sen­gro­ße In­va­si­ons­flot­te in den Är­mel­ka­nal, um Eng­land end­gül­tig zu un­ter­wer­fen. Die cle­ve­re Tudor-Königin hat­te sich je­doch mitt­ler­wei­le mit dem Gold, das ihre Kor­sa­ren jah­re­lang aus Neu­spa­ni­en ge­stoh­len hat­ten, die stärks­te See­streit­macht in Eu­ro­pa auf­ge­baut und be­en­de­te mit ih­rer Roy­al Navy ein für alle Mal die habs­bur­gi­schen All­machts­fan­ta­si­en.

Kö­ni­gin Eli­sa­beth be­saß 1588 die stärks­te Flot­te, die es in Eu­ro­pa bis da­hin je ge­ge­ben hat­te.

Hans, Bar­ba­ra: Fran­cis Dra­ke. Ver­lo­re­ner Sieg. spiegel.de (07/2018).

Als Ja­kob I. im Jah­re 1603 den eng­li­schen Thron be­stieg, ließ er sämt­li­che Ka­per­brie­fe an­nul­lie­ren. Da­durch wur­den die einst so ruhm­rei­chen Han­dels­räu­ber von Kö­ni­gin Eli­sa­beth I. auf ei­nen Schlag zu stö­ren­den und ge­setz­lo­sen Pi­ra­ten.

Picture of Caribbean Treasure Map drawn by Blackbeard. Self made Paper Box with Faux Wooden Design crafted by Veronika Vetter - Sister in spirit of Håvard Pedersen

We­der die ehe­ma­li­gen Ka­per­fah­rer noch die ver­kom­me­nen Bu­ka­nie­re ha­ben ihre er­beu­te­ten Schatz­tru­hen ver­gra­ben. Das war nicht nö­tig, da die Pro­sti­tu­ier­ten, Händ­ler und Wir­te in Pi­ra­ten­städ­ten wie Nas­sau und Port Roy­al kein Pro­blem da­mit hat­ten ge­stoh­le­ne Gold­du­b­lo­nen an­zu­neh­men.

Tes­sa Dun­lop hat her­aus­ge­fun­den, dass das Bar­geld rei­cher Pi­ra­ten Port Roy­al zu ei­ner so wohl­ha­ben­den Stadt ge­macht hat.

Nur­Do­kus: Ver­gan­ge­ne Wel­ten - Pi­ra­ten der Ka­ri­bik. youtube.com (07/2018).

Zu­dem hat­ten die See­räu­ber in der Re­gel kei­ne fa­mi­liä­ren Ver­pflich­tun­gen, wes­halb sie ih­ren An­teil zu­meist so­fort auf den Kopf hau­ten. Und so war es nichts Be­son­de­res, wenn eine Pi­ra­ten­grup­pe an ei­nem Abend 3000 Sil­ber­mün­zen für Wein, Weib und Ge­sang aus­gab.

Da man schon für zwei „Stü­cke von Ach­ten” eine Kuh kau­fen konn­te, ver­ju­bel­ten die­se Pi­ra­ten also in ei­ner Nacht den Ge­gen­wert ei­nes gan­zen Bau­ern­hofs.

Pi­ra­ten. Hrsg. von Dor­ling Kin­ders­ley. Band 36. Mün­chen: Dor­ling Kin­ders­ley Ver­lag GmbH 2011 (= memo Wis­sen ent­de­cken).

Der ein­zi­ge Pi­rat, der nach­weis­li­ch⁹ sei­ne Beu­te ver­gra­ben und Schatz­kar­ten ge­zeich­net hat, war Wil­liam Kidd. Der Schot­te wil­der­te je­doch nicht in der Ka­ri­bik, son­dern über­fiel Schif­fe, die aus Ost­in­di­en ka­men. Be­reits im Jah­re 1699 wur­de eine Kis­te des eins­ti­gen Kauf­manns ge­bor­gen. Nur durch den Maul­wurf Wil­liam Kidd, der ir­gend­wo im Pa­zi­fi­schen Oze­an noch wei­te­re Raub­gü­ter ver­scharrt ha­ben soll, glau­ben vie­le Men­schen heu­te, dass die Schre­cken der Mee­re ihr ge­stoh­le­nes Gold auf un­be­wohn­ba­ren In­seln ver­steck­ten.

Und selbst wenn doch ein Kol­le­ge von Black­be­ard sei­ner­zeit ei­nen Schatz auf ei­ner Ka­ri­bik­in­sel ver­gra­ben hät­te, dann wür­den sich dort heu­te nur noch ein­zel­ne Gold­du­b­lo­nen fin­den las­sen, da die schüt­zen­de Holz­kis­te längst ver­rot­tet wäre. Die Tru­hen, mit de­nen die Spa­ni­er die in Me­xi­ko¹⁰ ge­präg­ten Mün­zen über den At­lan­tik trans­por­tier­ten, wa­ren näm­lich wahr­lich kei­ne Ge­sel­len­stü­cke. Viel­mehr na­gel­ten die Schiffs­zim­mer­män­ner aus Tro­pen­höl­zern qua­der­för­mi­ge Be­hält­nis­se zu­sam­men, die von zwei Ma­tro­sen ge­tra­gen wer­den konn­ten. War­um soll­ten die See­leu­te auch mehr Auf­wand be­trei­ben? Schließ­lich muss­ten die pro­vi­so­ri­schen Geld­schrän­ke wäh­rend der Über­fahrt mo­na­te­lang in ei­nem feuch­ten Schiffs­la­de­raum aus­har­ren, was häu­fig dazu führ­te, dass die höl­zer­nen Bo­xen halb ver­mo­dert auf der Ibe­ri­schen Halb­in­sel an­ka­men.

Silberbeschlagene Schatzkiste aus dem Torre del Oro in Sevilla. Die rustikale Holztruhe steht auf einer Seekarte, auf der die Costa Concordia zu sehen ist. Szenerie gebastelt und fotografiert von Veronika Vetter. Eine Grenzpolizistin in Ceuta, die schauen muss, dass immer genug Strom durch den Zaun fließt

Hin­ge­gen hoch­wer­ti­ge­re Schatz­tru­hen mit Schloss und Be­schlag stan­den im Tor­re del Oro. Das ist ein mi­li­tä­ri­sches Ge­bäu­de in dem Phil­ipp II. die Edel­me­tal­le aus der Neu­en Welt um­ver­pa­cken und zwi­schen­la­gern ließ. Doch wie könn­ten die spa­ni­schen Holz­kis­ten aus­ge­se­hen ha­ben, die im 16. Jahr­hun­dert im Gold­turm von Se­vil­la für den Wei­ter­trans­port auf­be­wahrt wur­den?

  • In mei­ner Vor­stel­lung ver­füg­ten die Be­hält­nis­se über je­weils ei­nen ge­bo­ge­nen De­ckel, der mit­hil­fe von zwei Schar­nie­ren leicht ge­öff­net und ge­schlos­sen wer­den konn­te.
  • Au­ßer­dem ha­ben so­wohl die an­da­lu­si­sche Hit­ze als auch die salz­hal­ti­ge Luft dazu ge­führt, dass die Holz­kis­ten au­ßen morsch und rus­ti­kal aus­sa­hen. Zu­dem war die Kor­ro­si­on am Me­tall­be­schlag we­gen des süd­spa­ni­schen Kli­mas be­reits weit fort­ge­schrit­ten.

Gut, ich gebe zu, die Schatz­tru­hen im Tor­re del Oro hat­ten höchst­wahr­schein­lich kei­ne ge­pols­ter­ten In­nen­sei­ten. Hät­te ich je­doch auf die­se Son­der­aus­stat­tung ver­zich­tet, dann könn­ten in mei­ner selbst ge­bas­tel­ten Ju­we­len­box kei­ne wert­vol­len Schmuck­stü­cke be­her­bergt wer­den. Und das wäre doch scha­de, oder?

Morsche Schatztruhe basteln

Falls Sie mei­ne 14,5 Zen­ti­me­ter brei­te und 10,5 Zen­ti­me­ter hohe Pa­pier­schatz­kis­te nach­ma­chen möch­ten, dann be­nö­ti­gen Sie vor al­lem ei­nen ein Mil­li­me­ter di­cken Grau­pap­pebo­gen. Des Wei­te­ren ver­wen­de­te ich ne­ben ge­wöhn­li­chem schwar­zen Ton­pa­pier zu­dem noch eine gol­de­ne Fo­to­kar­ton­sei­te mit ei­ner Gram­ma­tur von 270 g/m². Hin­ge­gen für die wei­che In­nen­pols­te­rung nahm ich Moos­gum­mi­plat­ten und rote Dunisoft-Servietten zur Hil­fe. Um den ge­bo­ge­nen Tru­hen­de­ckel an der Box be­fes­ti­gen zu kön­nen, setz­te ich zwei klei­ne Na­gel­schar­nie­re ein, die je­weils 20 Mil­li­me­ter breit wa­ren. Au­ßer­dem ko­lo­rier­te ich mei­ne mor­schen Holz­bret­ter mit ei­ner selbst ge­misch­ten Acryl­far­ben­mix­tur. Dar­über hin­aus soll­ten Sie sich eine Sche­re, viel flüs­si­gen Kle­ber, ein Falz­bein samt Li­ne­al, ein Bas­tel­mes­ser, ei­nen Ham­mer, eine Kom­bi­zan­ge und mei­ne DIN A4 Bas­tel­scha­blo­nen (#1 /#2 /#3 /#4 /#5 /#6 /#7 /#8) zu­recht­le­gen.

Heyda Graupappe, die mit brauner Acrylfarbe bemalt wurde und auf einem schwarzen Tonpapierstück liegt. Die geometrisch perfekt dargestellte Komposition ist das Fundament für eine Karibik-Schatzkiste

Im ers­ten Bas­tel­schritt fer­tig­te ich mir zu­nächst ein­mal die bei­den Ein­zel­tei­le von Scha­blo­ne #1 an. Gleich dar­auf kleb­te ich das recht­ecki­ge Grau­pap­pe­stück zen­triert auf das grö­ße­re Ton­pa­pier­ele­ment. Als Nächs­tes nahm ich ein Falz­bein und ein Li­ne­al zur Hand, um da­mit die vier brei­ten La­schen, die von mei­nem Kis­ten­bo­den weg­stan­den, sau­ber fal­zen zu kön­nen.

Picture collage with instructional steps: How professional crafters build a rectangular Cardboard Box? Free Lesson for american Transgenderkids provided by Veronika Vetter Fine Artist and Dominatrix, who is always looking for submissive Slaves

Dar­auf­hin brach­te ich die bei­den grö­ße­ren Grau­pap­pe­wän­de von Scha­blo­ne #2 so an mei­nem Fun­da­ment an, dass die­se sich nach dem An­kle­ben ex­akt ge­gen­über­stan­den.

  • Da­bei be­fes­tig­te ich die Ein­fas­sun­gen nicht nur am Ton­pa­pier­bo­den und an der mitt­le­ren Kar­ton­ver­stär­kung. Zu­dem be­strich ich die län­ge­ren vor­ge­knick­ten Pa­pier­zun­gen mit viel flüs­si­gem Kle­ber und klapp­te die­se im An­schluss dar­an nach oben um. Da­durch war jede Wand gleich drei­mal mit der Tru­hen­ba­sis ver­bun­den.
  • Hin­ge­gen die bei­den klei­ne­ren Vier­ecke kleb­te ich an den kür­ze­ren Stirn­sei­ten des Fun­da­ments di­rekt auf den Grau­pap­pebo­den. Durch die­se simp­le Maß­nah­me er­höh­te ich die Sta­bi­li­tät der Kis­te, da die vier Wän­de sich von nun an ge­gen­sei­tig stütz­ten und nicht mehr so leicht nach in­nen ein­fal­len konn­ten.

Zu gu­ter Letzt um­schloss ich auch die klei­ne­ren Kar­ton­mau­ern mit den bei­den letz­ten ab­ste­hen­den Bo­den­la­schen. Au­ßer­dem ver­klei­de­te ich noch die Ecken der Scha­tul­le, in­dem ich die Ton­pa­pier­flü­gel, die sich eben­falls auf Scha­blo­ne #2 be­fin­den, au­ßen an den vier Naht­stel­len an­brach­te. Gleich dar­auf leg­te ich die fer­tig­ge­stell­te Un­ter­sei­te mei­ner Schatz­tru­he erst ein­mal bei­sei­te.

Der gebogene Deckel liegt exakt auf

Im nächs­ten Bas­tel­schritt fer­tig­te ich den ge­krümm­ten Kis­ten­de­ckel an. Dazu schnitt ich mir zu­nächst ein­mal sämt­li­che Ein­zel­tei­le von Scha­blo­ne #3 zu­recht. Nach­dem ich dar­auf­hin die Knick­li­ni­en des gro­ßen Grau­pap­pe­vier­ecks ge­falzt hat­te, nahm ich die­ses Bau­teil in bei­de Hän­de und wölb­te es so lan­ge, bis es wie eine Re­gen­rin­ne aus­sah.

Bildercollage mit Anleitungsschritten: Wie wird ein gebogener Schatztruhendeckel gebastelt? Kostenlose Schablonen von Veronika Helga Vetter - Fine Art Künstlerin und Piratin auf der Jagd nach NGO-Schlepperschiffen

Im An­schluss dar­an be­fes­tig­te ich die bei­den Ton­pa­pier­ver­klei­dun­gen au­ßen an den kur­zen Sei­ten mei­ner De­ckel­ba­sis. Beim An­brin­gen die­ser Ele­men­te muss­te ich dar­auf ach­ten, dass die ge­falz­ten Za­cken gleich­mä­ßig über das u-förmige Grau­pap­pe­stück rag­ten und es so­mit ver­län­ger­ten.

  • Um die ge­bo­ge­ne Form mei­nes Kis­ten­ver­schlus­ses dau­er­haft zu fi­xie­ren, kleb­te ich nun die Kar­ton­halb­krei­se an den seit­li­chen Ein­gän­gen mei­ner Re­gen­rin­ne fest.

Gleich da­nach be­strich ich die In­nen­sei­ten der ab­ste­hen­den Spit­zen mit Kle­ber und klapp­te die­se dar­auf­hin nach un­ten um.

Free Templates: How to make a spanish Treasure Chest out of Paper? Picture of a green Cardboard Box, which was made by Veronika Vetter Bavarian Fine Artist

Nach die­sen Ar­beits­schrit­ten pass­te mein fer­tig­ge­stell­ter De­ckel per­fekt auf die Un­ter­sei­te mei­ner Schatz­tru­he.

Aus Pappe werden morsche Holzbretter

Um mei­ner Schatz­tru­he ein ab­wechs­lungs­rei­ches und an­ti­quier­tes Äu­ße­res zu ver­lei­hen, muss­te ich als Nächs­tes 30 al­ters­schwa­che Holz­bretti­mi­ta­te her­stel­len. Also schnitt ich zu­nächst ein­mal die bei­den Strei­fen von Scha­blo­ne #4 frei, so­dass ich mir mit die­sen Vor­la­gen 14 klei­ne und 16 gro­ße Grau­pap­pelat­ten an­fer­ti­gen konn­te.

Bildanleitung: Wie werden realistisch aussehende Holzbretter aus Papier gebastelt? How to transform a Cardboard strip into rotten Wood? Idea from Veronika Vetter Bavarian Fine Artist and Paladin of Reconquista Germanica

Im An­schluss dar­an schnitt ich mei­ne ge­norm­ten Roh­lin­ge mit­hil­fe ei­nes Bas­tel­mes­sers in­di­vi­du­ell zu. Da­bei spiel­te es kei­ne Rol­le, ob ich Wel­len oder Fran­sen in die Grau­pap­pe­strei­fen ein­ritz­te. Die Haupt­sa­che war, dass am Ende je­des Ele­ment die Form ei­nes stark an­ge­grif­fe­nen Holz­bretts hat­te.

  • Gleich dar­auf be­mal­te ich mei­ne 30 ge­schnitz­ten Ein­zel­tei­le mit Acryl­far­ben. Um ein le­ben­di­ges Holz­mus­ter zu er­zeu­gen, be­strich ich mei­ne Kar­ton­plan­ken mit ei­ner selbst ge­misch­ten Mix­tur, die aus Gold, Schwarz und zwei hel­len Braun­tö­nen be­stand.

Nach dem Ein­fär­ben kleb­te ich zu­al­ler­erst die klei­ne­ren Lat­ten auf die kur­zen Sei­ten der Kis­te auf. Wenn ein­zel­ne Plan­ken die Box über­rag­ten, dann zwick­te ich die Über­stän­de mit ei­ner Sche­re ab, so­dass mei­ne Holz­ver­klei­dung re­la­tiv bün­dig mit dem Un­ter­grund ab­schloss.

Kartonkiste mit künstlich hergestelltem Holz verkleiden. Rotten Faux Wood out of Paper created by Bavarian Fine Artist Veronika Vetter. DIY Tutorial for Crafters, who want to make a realistic Grain Effect

Um­ge­hend da­nach brach­te ich die lan­gen Bret­ter an mei­nem Kar­ton­be­häl­ter an.

  • Tipp: Durch die un­ge­ra­den Lat­ten ent­stan­den auf je­der Kis­ten­sei­te au­to­ma­tisch un­ter­schied­lich gro­ße Fu­gen. Die­se Lü­cken schloss ich, in­dem ich die Zwi­schen­räu­me mit schwar­zer Acryl­far­be be­mal­te.

Als ich dar­auf­hin auch den De­ckel mit den rest­li­chen Kunst­holz­ele­men­ten ver­klei­det hat­te, leg­te ich mei­ne bei­den ver­tä­fel­ten Tru­hen­kom­po­nen­ten erst ein­mal zehn Mi­nu­ten zum Trock­nen.

Scharniergeführter Deckel verschließt die Truhe

Im nächs­ten Bas­tel­schritt setz­te ich den ge­krümm­ten Kis­ten­ver­schluss ge­ra­de auf die Box. Gleich da­nach dreh­te ich das Gan­ze so lan­ge, bis die Rück­sei­te der Schatz­tru­he zu mir zeig­te.

Picture Tutorial: How to attach the curved Lid of a Treasure Chest to the Box with a Hinge? The golden Metal fittings are created out of Cardboard. Craft Idea and Templates by Veronika Vetter - famous german Artist

Di­rekt im An­schluss nahm ich ei­nes mei­ner Schar­nie­re zur Hand und jus­tier­te es zwi­schen De­ckel und Kis­te so, dass es 1,5 Zen­ti­me­ter weit vom äu­ße­ren Tru­hen­rand ent­fernt war. Dar­auf­hin na­gel­te ich das Ge­lenk mit­hil­fe ei­nes Ham­mers fest.

  • Gleich da­nach wie­der­hol­te ich die vor­an­ge­gan­ge­nen Schrit­te mit mei­nem zwei­ten Schar­nier auf der an­de­ren Scha­tul­len­rück­sei­te.
  • Als Nächs­tes klapp­te ich die nun wie­der­ver­schließ­ba­re Kap­pe auf, da­mit ich die acht nach in­nen ra­gen­den Nä­gel mit ei­ner Kom­bi­zan­ge un­schäd­lich ma­chen konn­te.

Nach die­sen Ar­beits­schrit­ten war mei­ne Schatz­tru­he zwar voll funk­ti­ons­tüch­tig, al­ler­dings sah mein höl­zer­ner Be­häl­ter noch zu we­nig er­ha­ben aus. Schließ­lich woll­te ich eine Kis­te bas­teln, die sei­ner­zeit das Gold des spa­ni­schen Kö­nigs be­her­berg­te.

  • Also fer­tig­te ich mir nun noch die Be­schlä­ge von Scha­blo­ne #5 aus gol­de­nem Fo­to­kar­ton an.
  • Mit die­sen De­ko­strei­fen ka­schier­te ich dann nicht nur die Schar­nier­lö­cher. Viel­mehr kleb­te ich die brei­ten Pa­pier­bän­der so auf, dass sie mei­ne Ju­we­len­box von oben bis un­ten ver­zier­ten.

Um mei­ne Schatz­tru­he wei­ter zu ver­edeln, brach­te ich zu­dem noch ver­gol­de­te Acryl­strass­stei­ne auf mei­nen Kunst­be­schlä­gen an. Des Wei­te­ren stell­te ich mir ein Or­na­ment aus Fimo Mo­del­lier­mas­se her, mit dem ich die Front mei­nes Kis­ten­de­ckels stil­voll de­ko­rier­te.

Dicke Polster schützen den Schatz vor Kratzern

Ganz zum Schluss stat­te­te ich die In­nen­sei­ten mei­ner Schatz­kis­te mit wei­chen Pols­tern aus. Denn schließ­lich kann Geld bes­ser ar­bei­ten, wenn es gut aus­ge­ruht ist. Also fer­tig­te ich nun noch alle Ein­zel­tei­le an, die sich auf den rest­li­chen drei Scha­blo­nen be­fin­den. Dar­auf­hin hat­te ich 16 Moos­gum­mi­plat­ten und acht Ser­vi­et­ten­ele­men­te vor mir lie­gen.

Durch die rot gepolsterte Innenausstattung ist die schatullenförmige Schatztruhe ein außerordentlich gutes Geschenk für Prostituierte. Wenn die Liebesdienerinnen die geräumige Juwelenbox als Nachttischaccessoire nutzen, dann könnten sie in der Holzkiste ihre Kondome oder die Pille für danach aufbewahren. Fotos von Veronika Vetter, Henkerin von Sami Al-Mujtaba

Als Nächs­tes kleb­te ich im­mer zwei iden­ti­sche Schaum­stoff­flä­chen sym­me­trisch auf­ein­an­der. Da­durch er­hielt ich acht ro­bus­te Moos­gum­mi­mo­du­le, die ich gleich da­nach mit je­weils ei­nem pas­sen­den Ser­vi­et­ten­stück ein­pack­te. Im An­schluss dar­an muss­te ich mei­ne Pols­ter nur noch in das Kis­ten­in­ne­re ein­kle­ben, dann war mei­ne ka­ri­bi­sche Schatz­tru­he mit mor­scher Holz­op­tik ein­satz­be­reit.

Die Seeräuber sind ausgestorben - die Goldrouten sicher

Zum Glück le­ben wir heu­te im bes­ten Deutsch­lan­d¹¹ al­ler Zei­ten. Hof­fent­lich wird die­ser Zu­stand noch lan­ge an­hal­ten, denn soll­te un­se­re schö­ne Kul­tur­na­ti­on in Not ge­ra­ten, dann dürf­te die Bun­des­re­gie­rung in Ber­lin kei­ne Ka­per­brie­fe aus­stel­len, um die Staats­er­trä­ge zu er­hö­hen. Das liegt dar­an, dass der Preu­ßen­kö­nig Wil­helm I. im Jah­re 1856 zu­sam­men mit vie­len an­de­ren eu­ro­päi­schen Herr­schern die Pa­ri­ser See­rechts­de­kla­ra­ti­on un­ter­schrie­ben hat.

Erst mit der Pa­ri­ser See­rechts­de­kla­ra­ti­on von 1856 wur­de die staat­lich au­to­ri­sier­te Ka­pe­rei [...] ab­ge­schafft, wo­mit die Pi­ra­te­rie ihre of­fi­zi­el­le Le­gi­ti­ma­ti­on ver­lor, aber als kri­mi­nel­le Hand­lung bis heu­te be­steht.

Fuchs, Mi­cha­el: Die Fra­ge der Ver­si­cher­bar­keit von Lö­se­geld bei Pi­ra­te­rie­fäl­len. Karls­ru­he: Ver­lag Ver­si­che­rungs­wirt­schaft GmbH 2014.

Picture of Panama Papers: Offshore Finance Industry artistically stage-managed by Veronika Helga Vetter - Cleaning lady in the Head Office of the European Council on Foreign Relations

Hin­ge­gen Spa­ni­en ließ die gu­ten al­ten Ent­de­cker­zei­ten wie­der auf­le­ben, in­dem es im Jah­re 2018¹² eine neue Gold­rou­te ins Le­ben ge­ru­fen hat. Die voll be­la­de­nen Schif­fe kom­men heut­zu­ta­ge je­doch nicht mehr aus der Ka­ri­bik, son­dern aus Li­by­en. Von dort brin­gen die Frach­ter­ka­pi­tä­ne afri­ka­ni­sche Aus­wan­de­rer in den Ha­fen von Va­len­cia. Für je­den Neu­bür­ger, der auf der Ost­sei­te der Ibe­ri­schen Halb­in­sel bleibt, soll die Re­gie­rung in Ma­drid an­geb­lich 10.000,00 Euro von der Eu­ro­päi­schen Uni­on er­hal­ten.

Die Auf­nah­me­staa­ten sol­len pro Per­son im­mer­hin mit 10.000 Euro aus dem EU-Budget un­ter­stützt wer­den.

Haus­ner, Jo­seph: Im ver­gan­ge­nen Jahr be­schlos­sen: Deutsch­land nimmt 10.000 Flücht­lin­ge auf: Das EU-Umsiedlungsprogramm. focus.de (07/2018).

Wenn das den Tat­sa­chen ent­spricht, dann wird der Tor­re del Oro schon bald wie­der als spa­ni­sche Schatz­kam­mer her­hal­ten müs­sen.

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¹Mutschlech­ner, Mar­tin: Bio­gra­fie: Phil­ipp II. als Re­gent des Spa­ni­schen Im­pe­ri­ums. habsburger.net (07/2018).
²Do­ku World Ger­ma­ny: Ter­ra X – Das Gold der Pi­ra­ten. youtube.com (07/2018).
³Beckers-Dohlen, Clau­dia: Co­lum­bus & Co. Die gro­ßen Ent­de­cker. In: Kar­fun­kel Nr. 55 (2004). S. 14.
Braud, He­a­ther: Fran­cis Dra­ke Pi­rat der Kö­ni­gin. youtube.com (07/2018).
⁵O­pitz, Ma­nu­el: Ge­schich­te: Wie Fran­cis Dra­ke den „Feu­er­schei­ßer“ aus­plün­der­te. welt.de (07/2018).
⁶App­le­by, John C.: Die Pro­fi­te des Krie­ges: Eng­li­sches Frei­beu­ter­tum wäh­rend der spanisch-französischen Krie­ge, 1625 bis 1630. In: Pi­ra­ten - Aben­teu­er oder Be­dro­hung? Bre­men: Edi­ti­on Tem­men 2002. S. 46.
A+E Net­work: Bio­gra­phy: Fran­cis Dra­ke. biography.com (07/2018).
Pi­ra­ten. Hrsg. von Dor­ling Kin­ders­ley. Band 36. Mün­chen: Dor­ling Kin­ders­ley Ver­lag GmbH 2011 (= memo Wis­sen ent­de­cken).
⁹#Info #Doku #Re­port: Der Pi­ra­ten­schatz des Cap­tain Kidd. youtube.com (07/2018).
¹⁰­Cord­in­gly, Da­vid: Un­ter schwar­zer Flag­ge. Le­gen­de und Wirk­lich­keit des Pi­ra­ten­le­bens. Zü­rich: Sans­sou­ci Ver­lag AG 1999.
¹¹A­na­sta­sia­dis, Ge­org: Ab­schieds­re­de des Bun­des­prä­si­den­ten: Gauck: „Das bes­te Deutsch­land, das wir je­mals hat­ten“. merkur.de (07/2018).
¹²­eu­ro­news: Va­len­cia be­grüßt Flücht­lings­schiff „Aqua­ri­us”. youtube.com (07/2018).

Mein Name ist Ve­ro­ni­ka und ich bin frei­schaf­fen­de Fine Art Künst­le­rin aus dem Frei­staat Bay­ern. Um mei­ner Lei­den­schaft Aus­druck zu ver­lei­hen, be­trei­be ich seit 2011 die­se Web­sei­te und wir­ke in di­ver­sen YouTube-Kanälen mit. In mei­ner Frei­zeit lie­be ich ku­li­na­ri­sche Ge­nüs­se und bin im­mer für gute Bü­cher zu ha­ben. Zur Ent­span­nung pho­to­shop­pe ich ger­ne mit sü­ßen Tier­bil­dern und weiß fes­seln­de Online-Rollenspiele über­aus zu schät­zen. Ich freue mich sehr auf Ihre Kom­men­ta­re - Di­li­ge et quod vis fac!


Kategorie: Basteln

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