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Wappen zum Ausmalen: Rechenspiele für kleine Heraldiker

Par­don, für wen bre­chen Sie Ihre Lan­ze? Das könn­te vor vie­len Tau­send Jah­ren eine oft ge­stell­te Fra­ge auf Schlacht­fel­dern ge­we­sen sein. Denn be­vor es Wap­pen und Uni­for­men gab, sa­hen die Sol­da­ten bei­der Kriegs­par­tei­en so ziem­lich alle gleich aus. Zur Ori­en­tie­rung be­fan­den sich zwar ei­ni­ge we­ni­ge Fah­nen­trä­ger im Pulk, die­se konn­ten ei­nem je­doch auch nicht im­mer si­cher sa­gen, wel­che der un­zäh­li­gen Lan­zen­trä­ger dem Feind an­ge­hör­ten. Die Ho­p­li­ten wa­ren an­ti­ke grie­chi­sche Sol­da­ten in schwe­rer Rüs­tung und die Ers­ten, die zur Iden­ti­fi­zie­rung Em­ble­me auf ihre Schil­de mal­ten. Seit­dem ent­wi­ckel­te sich das Wap­pen zum vi­su­el­len Trä­ger kul­tu­rel­ler In­for­ma­tio­nen und steht wie kein zwei­tes Sym­bol für Be­sitz und Zu­ge­hö­rig­keit.

The an­ci­ent Greeks were one of the first cul­tures to em­brace he­rald­ry or war art. The hea­vi­ly ar­med war­ri­ors known as ho­p­li­tes took their name from the Greek word ho­plon which me­ans (tool or shield) and de­co­ra­ted their shiel­ds with the images of gods [...].

Leh­man, John: The Histo­ry of He­rald­ry. coadb.com (02/2017).

Un­se­re drei Mal­spie­le bie­ten nicht nur die un­ter­schied­lichs­ten Wap­pen zum Aus­ma­len, son­dern hel­fen auch da­bei, der nächs­te Re­chen­kö­nig zu wer­den. Denn nur küh­le Rech­ner wis­sen, wie vie­le Män­ner es braucht, um die Trutz­burg des Lan­des­fein­des ein­zu­neh­men.

Bunte Rechenspiele für Kinder

Malspiel für Kinder: Wappen zum Ausmalen - Könige und Ritter im Mittelalter. Erstellt von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinIn den Wap­pen­schil­dern die­ses Mal­spiels be­fin­den sich Re­chen­auf­ga­ben, die für Grund­schü­ler in der vier­ten Klas­se ge­eig­net sind. Das Er­geb­nis der ers­ten Auf­ga­be in ei­nem Schild ist da­bei gleich­zei­tig ein Be­stand­teil der dar­auf­fol­gen­den Glei­chun­gen. Die Un­be­kann­ten sind pas­send zur Sze­ne­rie als be­lieb­te Wap­pen­sym­bo­le dar­ge­stellt. Ne­ben ed­len Rit­tern des Spät­mit­tel­al­ters bie­tet das Mal­spiel auch eine Burg zum Aus­ma­len. Auf­grund der Tat­sa­che, dass die Re­nais­sance oh­ne­hin die Blü­te­zeit der He­ral­dik war, war­ten zu­dem die Wap­pen von Kai­ser Karl V., Kö­nig Hein­rich VIII., Kö­nig Franz I. und die Lu­ther­ro­se dar­auf ko­lo­riert zu wer­den.

Bild von Ritterturm mit dem Wappen der Kreuzritter aus Fimo. Modelliert von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinEta­bliert hat sich das Wap­pen­we­sen im 12. Jahr­hun­dert. In die­ser hoch­mit­tel­al­ter­li­chen Zeit­epo­che ei­nig­ten sich die vie­len mit­tel­eu­ro­päi­schen Adels­ge­schlech­ter auf eine Norm, wie ein Fa­mi­li­en­wap­pen kor­rekt zu füh­ren sei. Auf dem ers­ten all­ge­mein an­er­kann­ten Wap­pen (eng­lisch coat of arms) be­fan­den sich sechs gol­de­ne Lö­wen auf blau­em Grund. Es ge­hör­te dem Fran­zo­sen Gott­fried V., wel­cher der Graf von An­jou war.

This sys­tem was de­ve­lo­ped in nort­hern Eu­ro­pe in the mid-12th cen­tu­ry for the pur­po­se of iden­ti­fi­ca­ti­on and was very wi­de­ly ad­op­ted by kings, prin­ces, knights and other ma­jor power hol­ders throug­hout wes­tern Eu­ro­pe.

An­ony­mous: Coats of Arms. historic-uk.com (02/2017).

Nur we­ni­ge Jah­re spä­ter ent­stand das Wap­pen von Kai­ser Otto IV. von Braun­schweig. Der ihm zu­ge­teil­te schwar­ze dop­pel­köp­fi­ge Reichs­ad­ler auf gol­de­nem Grund ge­hör­te da­mit zum Adels­ge­schlecht der Wel­fen und ist der Vor­fah­re des Staats­wap­pens der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land.

Kirchliche Würdenträger und ihre Wappen

Malspiel: Kirchenwappen zum Ausmalen mit Rechenaufgaben für Grundschulkinder. Erstellt von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinIn die­sem Mal­spiel müs­sen zehn Re­chen­py­ra­mi­den ge­löst wer­den. Dazu ist es not­wen­dig, jede ein­zel­ne Zahl in der Py­ra­mi­de mit der Nach­bar­zahl zu ad­die­ren. Das Er­geb­nis wird dar­auf­hin in die nächst­hö­he­re Zei­le über­tra­gen, in der die Auf­ga­be von Neu­em be­ginnt. Da­nach bie­tet die Vor­la­ge zahl­rei­che Kir­chen­wap­pen zum Aus­ma­len. Par­al­lel zu den Fürs­ten leg­ten sich näm­lich auch geist­li­che Wür­den­trä­ger ei­ge­ne Wap­pen zu. Dies war not­wen­dig, denn im Hei­li­gen Rö­mi­schen Reich Deut­scher Na­ti­on wa­ren Bi­schö­fe in ih­ren Bis­tü­mern die Ter­ri­to­ri­al­her­ren. Kir­chen­wap­pen sind gleich­zei­tig Rang­ab­zei­chen. Die An­zahl und die Far­ben der Quas­ten an ei­nem Schild sa­gen aus, wie hoch das Amt des Kir­chen­ver­tre­ters ist.

Die römisch-katholische Kir­che hat für ihre Wür­den­trä­ger be­stimm­te, stets gleich­blei­ben­de he­ral­di­sche Rang­ab­zei­chen ent­wi­ckelt, [...].

Kre­jcik z Ra­di­mo­vic, Miku­las: Die He­ral­dik der römisch-katholischen Kir­che. heraldik-1a.com (02/2017).

Bild vom Papstwappen von Benedikt XVI. Ausgemalt von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinDies lässt sich in die­sem Re­chen­spiel auf dem die Wap­pen ei­nes Pries­ters und ei­ner Äb­tis­sin zum Aus­ma­len be­reit­ste­hen sehr gut nach­voll­zie­hen. Au­ßer­dem thront in der Vor­la­gen­mit­te das Papst­wap­pen von Be­ne­dikt XVI. Üb­ri­gens, so­bald ein Kar­di­nal zum Papst be­ru­fen wird, muss sich die­ser um­ge­hend ein neu­es Wap­pen zu­sam­men­stel­len. Die­ses wird dann in den Va­ti­ka­ni­schen Gär­ten aus Pflan­zen nach­ge­bil­det.

In die­ses „le­ben­di­ge“ Kunst­werk wird viel Zeit und Ma­te­ri­al in­ves­tiert; an die 5800 Pflan­zen wer­den für die de­tail­ge­treue Dar­stel­lung be­nö­tigt.

Schult­ze, Frank: Dem Pe­ters­dom aufs Dach stei­gen. schultze-mit-tz.de (02/2017).

Extraordinäre Schildhalter für Kunstliebhaber

Kostenlose Rechenspiele für Grundschule: Wappen und Ritterburgen. Erstellt von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinDie Rit­ter­bur­gen auf die­sem Mal­spiel sind in je­weils acht num­me­rier­te Tei­le un­ter­glie­dert. Das klei­ne Wap­pen­schild vor je­der Burg zeigt ei­nen Di­vi­sor an. Wel­che Bur­gele­men­te las­sen sich durch die Zahl im Wap­pen tei­len? Die rich­ti­gen Burg­stü­cke dür­fen dann ge­folgt von den gro­ßen Schild­trä­gern aus­ge­malt wer­den. Die op­tio­na­len Pracht­stü­cke ha­ben rein de­ko­ra­ti­ve Zwe­cke, die ger­ne dazu ver­wen­det wur­den, um den Wap­pen­in­halt noch­mals zu be­to­nen. Denn wäh­rend­des­sen das Wap­pen­bild streng die he­ral­di­schen Re­geln be­fol­gen muss­te, durf­te der Schild­hal­ter nach ei­ge­nem Gus­to ge­wählt wer­den. Die Blick­rich­tung des Schild­hal­ters hat al­ler­dings eine tie­fe­re Be­deu­tung. So ste­hen bei­spiels­wei­se nach au­ßen bli­cken­de Fi­gu­ren für Wach­sam­keit und Ver­tei­di­gungs­wil­len.

Wi­der­se­hen­de Schild­hal­ter sind trotz der et­was un­na­tür­li­chen Pose sehr be­liebt, weil sie qua­si wach­sam nach au­ßen bli­cken und den von ih­nen ge­stütz­ten Schild ver­tei­di­gen.

Bern­hard, Pe­ter: Schild­hal­ter. dr-bernhard-peter.de (02/2017).

Fazit: Wappen sind lebendige europäische Geschichte

Als di­rek­ter Nach­kom­me zwei­er Baby-Boomer weiß ich per­sön­lich lei­der sehr we­nig über die He­ral­dik. Es ist ver­ständ­lich, dass die Ge­nea­lo­gie in den Jah­ren nach 1945 ver­pönt war und man sich lie­ber der Ge­gen­wart wid­me­te. Das führ­te mei­ner Mei­nung nach je­doch dazu, dass ge­ra­de Tei­le mei­ner Ge­ne­ra­ti­on in ei­ner Iden­ti­täts­kri­se ste­cken. Das wie­der­um könn­te auch die Ant­wort auf die Fra­ge sein, war­um die Eu­ro­päi­sche Uni­on als nach­voll­zieh­ba­res Kon­strukt der Nach­kriegs­ge­ne­ra­ti­on ste­ti­ge Pro­ble­me mit der Le­gi­ti­ma­ti­on hat.

Die Eu­ro­päi­sche Uni­on exis­tiert über­haupt nur als recht­li­ches Ge­bil­de [...].

Grimm, Die­ter: alpha-Lógos Eu­ro­pa - die Macht und das Recht. br.de (02/2017).

Ich hät­te auf je­den Fall ger­ne ge­wusst, wer mein Ur­ur­groß­va­ter war und ob mei­ne Vor­fah­ren be­reits ein Fa­mi­li­en­wap­pen führ­ten. Viel­leicht star­te ich die­se Tra­di­ti­on wie­der mit mei­ner Fa­mi­lie und las­se ein neu­es Wap­pen in ei­ner Wap­pen­rol­le re­gis­trie­ren. So könn­ten mei­ne Ur­ur­en­kel ein­mal nach­voll­zie­hen, wer ich war und was mei­ne Frau und ich so ge­macht ha­ben.

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Mein Name ist Sa­scha ali­as Ki­lo­byte und ich bin Blog­ger seit 2009. Als Lieb­ha­ber und Be­wun­de­rer der bil­den­den Küns­te pu­bli­zie­re ich hier seit 2011 An­lei­tun­gen und Er­fah­rungs­be­rich­te über die schö­nen Din­ge des Le­bens. Au­ßer­dem sor­ge ich für die Funk­tio­na­li­tät von GWS2.de. Ich mag Pin­gui­ne, die Wei­ma­rer Klas­sik, Quen­tin Ta­ran­ti­no und für ita­lie­ni­sches Es­sen mit ei­nem Glas Grau­bur­gun­der ma­che ich fast al­les.


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