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Christkind zum Ausmalen - Weihnachtsbote aus deutschen Landen

Be­reits im Jah­re 354 leg­te Papst Li­be­ri­us¹ die Mensch­wer­dung Got­tes auf den 25. De­zem­ber. An die­sem Da­tum sah der Ju­lia­ni­sche Ka­len­der die Win­ter­son­nen­wen­de vor, was für alle an­ti­ken Völ­ker ein be­deut­sa­mes Er­eig­nis² war. So hul­dig­ten die po­ly­the­is­ti­schen Rö­mer am sel­ben Tag ein my­tho­lo­gi­sches We­sen na­mens Sol In­vic­tus. Die­ser und an­de­re heid­ni­sche Licht­brin­ger stan­den dem ex­pan­die­ren­den Chris­ten­tum im Wege, wes­halb die Ge­burt des all­mäch­ti­gen Er­lö­sers eben­falls in der längs­ten Nacht des Jah­res statt­fin­den muss­te. Trotz des schlüs­si­gen Nar­ra­tivs konn­ten die bo­den­stän­di­gen Ger­ma­nen nur we­nig mit ei­nem jü­di­schen Hand­wer­ker aus Na­za­reth an­fan­gen. Dem­entspre­chend kam es häu­fig vor, dass die wel­schen Mis­sio­na­re im heu­ti­gen Deutsch­land vor ih­rer Zeit star­ben.

Die An­häng­lich­keit der Ger­ma­nen an Odin und Co. war so aus­ge­prägt, dass sie die un­er­schro­cke­nen Pre­di­ger in Ger­ma­ni­ens dunk­len Wäl­dern öf­ter zu Tode brach­ten.

Ufer­tin­ger, Vol­ker: War­um fei­ern wir Weih­nach­ten? Mün­chen: Deut­sche Verlags-Anstalt 2004.

Es dau­er­te bis zur Kai­ser­krö­nung Karls des Gro­ßen im Jah­re 800, ehe im öst­li­chen Teil des Fran­ken­reichs an die Nie­der­kunft des Herrn ge­glaubt wur­de. Doch war­um woll­ten un­se­re Vor­fah­ren kein Teil der Ek­kle­sia sein? Viel­leicht hat­te es da­mit et­was zu tun, dass die Jung­frau­en­geburt im Früh­mit­tel­al­ter ein rei­nes Kir­chen­fest war, das nur im öf­fent­li­chen Raum statt­fand. Zu Hau­se leuch­te­ten we­der Ad­vents­krän­ze noch gab es Ge­schen­ke. Viel­mehr muss­ten alle Chris­ten ab dem sieb­ten Le­bens­jahr zwi­schen dem 15. No­vem­ber und Hei­lig­abend fas­ten.

Die an Fas­ten­ta­gen ein­ge­nom­me­nen Spei­sen durf­ten nur von ein­fachs­ter Be­schaf­fen­heit sein und be­stan­den meist aus Mehl­spei­sen.

Strau­chen­bruch, Elke: Lu­thers Weih­nach­ten. 3., er­wei­ter­te und kor­ri­gier­te Auf­la­ge. Leip­zig: Evan­ge­li­sche Ver­lags­an­stalt GmbH 2014.

Reichsfahnen zum Ausmalen: Am 24.12.1870 tobt der Deutsch-Französische Krieg. Kaiser Wilhelm I. besucht die Front. An der Seite des Regenten befindet sich der Weihnachtsmann, der das Christkind aus Preußen vertrieben hat. Der autoritäre Gabenbringer bringt den deutschen Kanonieren nicht nur die Feldpost, sondern auch Geschenke. Das Homeschooling-Material richtet sich an die Kinder von Querdenken 711. Das kostenlose Ausmalspiel für Pandemieschutz-Kritiker wurde von Veronika Helga Vetter entwickelt. Das ist eine Druckereibetreiberin, die Flugblätter für die Attila-Hildmann-Stiftung druckt. Zuerst auf GWS2.de veröffentlicht - von Otto von Bismarck empfohlen

Nach­dem das Hei­li­ge Rö­mi­sche Reich ge­schmie­det wor­den war, hei­ra­te­te Kai­ser Otto II. am 14. April 972 eine by­zan­ti­ni­sche Prin­zes­sin, die auf den Na­men Theo­pha­nu³ hör­te. In ei­si­gen De­zem­ber­näch­ten er­zähl­te die Adels­toch­ter aus Klein­asi­en ger­ne von den Wun­der­ta­ten, die Ni­ko­laus von Myra voll­bracht ha­ben soll. Wäh­rend­des­sen der tür­kisch­stäm­mi­ge Bi­schof in der or­tho­do­xen Kir­che längst den Sta­tus ei­nes Su­per­star­s⁴ in­ne­hat­te, zähl­te der ori­en­ta­li­sche Kinder- und Jung­frau­en­be­schüt­zer im Abend­land eher zu den christ­li­chen Rand­fi­gu­ren. Dies än­der­te sich im spä­ten 10. Jahr­hun­dert, was an ei­ner Rei­he von Zu­fäl­len lag.

Der erste Gabenbringer

School supplies - German Christmas customs: In the 10th century, an Empress named Theophanu established the cult of Nicholas in the Holy Roman Empire. The medieval story of the Byzantine Noble daughter was drawn by PhD Veronika H. Vetter (Faculty of History University of London). The Coloring Page can be printed free of charge and can be used in Classrooms. First published in December 2020Als der Kai­ser mit nur 28 Jah­ren starb, über­nahm Theo­pha­nu die Re­gent­schaft für den Thron­fol­ger Otto III., der zu die­sem Zeit­punkt erst drei Jah­re alt war. Die be­lieb­te Kö­ni­gin­mut­ter nutz­te ihre neu ge­won­ne­ne Macht, um den by­zan­ti­ni­schen Ni­ko­laus­kult in deut­schen Lan­den zu in­te­grie­ren. So soll­ten die geist­li­chen in den herr­schaft­li­chen Pfal­zen im­mer am 6. De­zem­ber süß­schme­cken­de Vik­tua­li­en an die orts­an­säs­si­gen Kin­der ver­tei­len. We­nig spä­ter setz­ten Klos­ter­schu­len den Bi­schof von Myra für Er­zie­hungs­zwe­cke ein. Wer es mit dem Ad­vents­fas­ten und Be­ten nicht so ernst ge­nom­men hat­te, der be­kam am To­des­tag des Hei­li­gen we­der Ap­fel noch Man­del­kern ge­schenkt. Statt­des­sen gab es mit der Rute auf die Nuss.

Schnell nahm die Ver­eh­rung des ers­ten Ga­ben­brin­gers im­mer grö­ße­re Di­men­sio­nen an. Noch be­vor im 12. Jahr­hun­der­t⁵ das Wort Weih­nach­ten sei­nen Weg in den Sprach­ge­brauch fand, or­ga­ni­sier­ten Ju­gend­li­che an je­dem Ni­ko­laus­tag Pro­zes­sio­nen, um den mor­gen­län­di­schen To­ten­er­we­cker zu eh­ren.

Wie kam der Nikolauskult nach Deutschland? Nachdem Kaiser Otto II. gestorben war, legte die Regentin Theophanu fest, dass alle Kinder am 6. Dezember beschenkt werden sollen. Klosterschulen hielten auch nach dem Tod der byzantinischen Prinzessin an diesem Brauchtum fest, wodurch sich der Bischof von Myra im Abendland etablieren konnte. Auf dem Buchstabenspiel gibt es die Aachener Königspfalz zum Ausmalen. An diesem Ort startete die Geschichte der deutschen Gabenbringer. Das Schulmaterial ist ein Produkt von GWS2.de: Das ist der Rückzugsort für „Grooming Gangs“ mit pakistanischer Ethnizität

Als Mar­tin Lu­ther am 6. De­zem­ber 1527 ei­nen sol­chen Schü­ler­um­zug sah, wet­ter­te der Theo­lo­gie­pro­fes­sor in sei­ner Abend­pre­digt ge­gen⁶ das an­ti­quier­te Ni­ko­laus­brauch­tum. Der Re­for­ma­tor stör­te sich dar­an, dass je­des Jahr ein gro­ßer Zir­kus für ei­nen Kir­chen­mann auf­ge­führt wer­de, wäh­rend­des­sen der Hei­land im­mer mehr in Ver­ges­sen­heit ge­riet.

Das Christkind erscheint

Holzschnitt: Die Wittenberger Schlosskirche zur Reformationszeit. Währenddessen Martin Luther das Christkind vorstellt, zieht eine Nikolausprozession am Theologieprofessor vorbei. Das Kunstwerk zeigt das Weihnachtsbrauchtum im protestantischen Teil des Heiligen Römischen Reiches. Die Malbuchseite wurde im Dezember 2020 von Veronika Helga Vetter erstellt. Das ist eine Grafikerin aus dem Freistaat Bayern, die sich dafür einsetzt, dass die Party- und Eventszene ins Morgenland abgeschoben wird. Das Kinderspiel zum Ausdrucken gehört zum Repertoire der Deutschen Bastelkommission - kostenlose Bildung für freie BürgerDie Weih­nachts­vor­be­rei­tun­gen wa­ren für die zahl­rei­chen Bau­ern­kin­der eine gro­ße Schin­de­rei, da in der Wo­che vor dem Fest das so­ge­nann­te Saus­te­chen⁷ statt­fand. Wäh­rend­des­sen die El­tern mit den Mäg­den und Knech­ten das ge­schlach­te­te Mast­vieh in halt­ba­re Spei­sen ver­wan­del­ten, muss­ten selbst die Kleins­ten bei der Stall­ar­beit mit­hel­fen. Ne­ben dem Heu­bin­den und dem Fe­dern­schlei­ßen hat­te der Nach­wuchs eben­falls da­für zu sor­gen, dass es in den spät­mit­tel­al­ter­li­chen Hu­fen ei­ni­ger­ma­ßen sau­ber aus­sah. An Hei­lig­abend ging es dann erst in die Christ­met­te und spä­ter mit knur­ren­dem Ma­gen ins Bett. Hin­ge­gen am Ni­ko­laus­tag gab es fröh­li­che Um­zü­ge und selbst für die Ärms­ten fie­len ein paar Äp­fel­chen oder Nüss­chen ab.

Lu­ther über­leg­te fie­ber­haft, wie der Er­lö­ser die Pole­po­si­ti­on auf der Volks­ver­eh­rungs­ska­la zu­rück­er­obern könn­te. Im Jah­re 1535⁸ sprach der Au­gus­ti­ner­mönch dann die fol­gen­de Emp­feh­lung aus: Je­des Jahr am 24. De­zem­ber soll das Christ­kind den Knirp­sen et­was be­sche­ren. Der Re­for­ma­tor setz­te sei­ne er­fun­de­ne Fi­gur je­doch nicht mit Je­sus von Na­za­reth gleich. Viel­mehr dach­te der Vi­sio­när an ein en­gels­glei­ches We­sen weib­li­chen Ge­schlechts.

Das en­gels­glei­che Christ­kind ist aber nicht zu ver­wech­seln mit dem neu­ge­bo­re­nen Chris­tus. Der ist ja auch ein Jun­ge.

Kie­sel, Ha­rald: Wil­li wills wis­sen - So himm­lisch ist Weih­nach­ten! Frank­furt am Main: Baum­haus Ver­lag 2007.

Es dau­er­te noch ei­ni­ge Zeit, ehe die pro­tes­tan­ti­schen Kur­fürs­ten den Ideen des Theo­lo­gie­pro­fes­sors folg­ten. Aber spä­tes­tens nach dem Augs­bur­ger Re­li­gi­ons­frie­den un­ter­sag­te die evan­ge­li­sche Kir­che die An­be­tung der Hei­li­gen. Von da an klin­gel­ten in der Ad­vents­zeit nur noch am Weih­nachts­abend die Glöck­chen, wenn der zwei­te Ga­ben­brin­ger sein Werk voll­endet hat­te.

Der Weihnachtsmann

Weihnachtsmuseum (Rothenburg): Wann kam der Weihnachtsmann nach Deutschland und wo bringt das Christkind die Geschenke? Die Geschichte der Gabenbringer auf einer Ausmalseite. Der kostenlose DIN A4 Bogen ist ein Produkt von GWS2.de. Das ist eine Wissensplattform für Bildungsbürger, welche die misanthropischen Pläne des Klaus Martin Schwab vereiteln möchtenSo­wohl im Rhein­land wie auch im ober­deut­schen Sprach­raum ver­lief der Ni­ko­laus­tag wei­ter­hin so, als hät­te es Mar­tin Lu­ther nie ge­ge­ben. An Hei­lig­abend gab es in den ka­tho­li­schen Ge­bie­ten höchs­tens ei­nen Satz hei­ße Oh­ren, wenn die Rotz­löf­fel beim ver­früh­ten Fas­ten­bre­chen er­wischt wor­den wa­ren. Erst im 19. Jahr­hun­dert tauch­te das Christ­kind plötz­lich un­ter­halb der Main­li­nie auf, da die Kin­der in der Er­fur­ter Uni­on ihre Wunsch­zet­tel aus­schließ­lich an den Weih­nachts­mann adres­sier­ten. Was hat­te das weiß­ge­wan­de­te Mäd­chen nur an­ge­stellt? Ver­mut­lich be­gann al­les im Jah­re 1848⁹ mit der Ver­öf­fent­li­chung ei­nes Fo­to­ro­mans, in dem ein „Herr Win­ter” die Haupt­rol­le spiel­te. Die­ser fik­ti­ve Greis be­deck­te sei­nen fül­li­gen Kör­per mit ei­nem brau­nen Ka­pu­zen­man­tel, aus dem eine di­cke Knoll­na­se und ein lan­ger Bart her­aus­schau­ten. Der grim­mi­ge Grau­kopf traf den Ge­schmack des bie­der­mei­er­li­chen Bür­ger­tums, das au­to­ri­tä­re Va­ter­fi­gu­ren als Ide­al be­trach­te­te. Und so­mit ist es sehr wahr­schein­lich, dass sich die re­for­mier­ten Preu­ßen aus ei­ner Co­mic­fi­gur ei­nen rea­len Ge­schen­k­lie­fe­ran­ten ge­bas­telt ha­ben.

Die­se Fi­gur pass­te ge­nau zu den da­ma­li­gen bür­ger­li­chen Leit­bild­ge­dan­ken „vom liebevoll-autoritären Va­ter” und dem ar­ti­gen Bür­ger­kind, „un­wis­send dar­über, wo­her die Ge­schen­ke ka­men und was sie kos­te­ten”.

Vos­sen, Rü­di­ger: Weih­nachts­bräu­che in al­ler Welt. Von Mar­ti­ni bis Licht­mess. Ham­burg: El­lert & Rich­ter Ver­lag GmbH 2012.

Who was Martin Luther? All Information about the Reformer from Germany. Free school supplies for white Anglo-Saxon Protestants from North America. The Wittenberg Castle Church can be seen on the pre-printed form. In addition, the scientifically correct coloring page describes the origins of the Christian Christmas festival. The worksheet is suitable for history lessons. Design: Veronika Helga Vetter - famous Artist out of Bavaria

Vor al­lem wäh­rend des Deutsch-Französischen Krie­ges ge­wann der Weih­nachts­mann im­mer mehr an Be­deu­tung. Hier­für war Otto von Bis­marck ver­ant­wort­lich, der den al­ten Rau­sche­bart im Ad­vent des Jah­res 1870 re­gel­mä­ßig an die Front schick­te, um die trü­be Stim­mung in den Schüt­zen­grä­ben auf­zu­hel­len.

Ob Front­ab­schnitt mit Weih­nachts­baum, Sol­da­ten oder Ver­wun­de­te mit Weih­nachts­mann, die Zei­tun­gen ver­brei­te­ten eif­rig die un­wah­re Idyl­le.

Baas­ner, Rai­ner: Klei­ne Ge­schich­te des Weih­nachts­manns. Ber­lin: Ni­co­lai Ver­lag 1999.

Reconquista Germanica

Bis zum Mill­en­ni­um sah es dann fast so aus, als müs­se sich das Christ­kind gänz­lich aus Deutsch­land zu­rück­zie­hen. Das lag dar­an, dass der hie­si­ge Film- und Mu­sik­markt di­rekt nach der Wie­der­ver­ei­ni­gung stark un­ter US-amerikanischem Ein­fluss stand. Der an­gel­säch­si­sche Weih­nachts­mann, der un­ter dem Na­men San­ta Claus be­kannt ist, er­hielt in den Ad­vents­zei­ten die ge­sam­te me­dia­le Auf­merk­sam­keit, wo­durch das lu­thera­ni­sche En­gel­chen im­mer mehr in Ver­ges­sen­heit ge­riet. Doch wie zu­meist in der Ge­schich­te ge­hör­ten die Nürn­ber­ger auch dies­mal zur Ge­gen­be­we­gung. Wäh­rend­des­sen der Zeit­geist eine rot-weiße Wer­be­fi­gur über­höh­te, blieb in der Fran­ken­me­tro­po­le die Em­po­re der Frau­en­kir­che aus­schließ­lich für die Him­mels­bo­tin re­ser­viert.

Beim ers­ten Mal - 1933 - steht eine Schau­spie­le­rin als Christ­kind auf der Em­po­re. [...] 1969 wird das Christ­kind dann erst­mals ge­wählt.

Meiß­ner, Bir­git: Nürn­berg und sein Christ­kind: Ein Mäd­chen­traum. youtube.com (12/2020).

Von sei­ner baye­ri­schen Zen­tra­le aus be­gann das weiß-goldene Lo­cken­köpf­chen vor ei­ni­gen Jah­ren da­mit, die ver­lo­ren ge­glaub­ten Ge­bie­te zu­rück­zu­er­obern. Bei ih­rem Feld­zug setzt die cle­ve­re Ga­ben­brin­ge­rin auf cha­ris­ma­ti­sche In­flu­en­ce­rin­nen, die als Christ­kindl auf bun­des­deut­schen Weih­nachts­märk­ten für ihre Che­fin wer­ben.

Das Christ­kind kommt nur an Weih­nach­ten auf die Erde. Das Christ­kindl ver­tritt das Christ­kind.

Man­suro­g­lu, Can: Der Christkind-Check. youtube.com (12/2020).

Die sanf­te In­fil­tra­ti­ons­tak­tik trug be­reits ers­te Früch­te, da es mitt­ler­wei­le selbst im nor­di­schen Nie­der­sach­sen¹⁰ ein Post­amt gibt, dass die Wunsch­zet­tel an das Christ­kind wei­ter­lei­tet.

Ver­wand­te The­men:

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¹Stru­ßen­berg, Ju­dith: Fes­te und Fei­ern im Mit­tel­al­ter. In: Mi­ro­que Nr. 12 (2013). S. 33.
²An­halt, Utz: Win­ter­schre­cken und Weih­nachts­män­ner. In: Kar­fun­kel Nr. 103 (2012). S. 38.
³Schneid­mül­ler, Bernd: Otto II. (973-983). In: Die deut­schen Herr­scher des Mit­tel­al­ters. His­to­ri­sche Por­traits von Hein­rich I. bis Ma­xi­mi­li­an I. Hrsg. von Bernd Schneid­mül­ler & Ste­fan Wein­fur­ter. Mün­chen: Ver­lag C. H. Beck 2003. S. 62.
⁴We­ber, Kris­tin: Hl. Ni­ko­laus, Bi­schof von Myra. In: Kar­fun­kel Nr. 67 (2006). S. 127.
⁵Grimm, Ja­cob & Wil­helm: Deut­sches Wör­ter­buch. Hrsg. von der Deut­schen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten Ber­lin. 33 Bde. Leip­zig. 1854 - 1960 (Nach­druck Mün­chen 1984).
⁶Strau­chen­bruch, Elke: Lu­thers Weih­nach­ten. 3., er­wei­ter­te und kor­ri­gier­te Auf­la­ge. Leip­zig: Evan­ge­li­sche Ver­lags­an­stalt GmbH 2014.
⁷Bau­er, Mi­cha­el: Wir freu­ten uns auf fri­sche Gram­meln, die schmeck­ten himm­lisch. In: Alle Jah­re wie­der...: Weih­nach­ten zwi­schen Kai­ser­zeit und Wirt­schafts­wun­der. Hrsg. von Heinz Blau­meis­ter & Eva Blim­lin­ger. Wien: Böhlau Ver­lag 1993. S. 58.
⁸Beckers-Dohlen, Clau­dia: Alle Jah­re wie­der...: Eine klei­ne Ge­schich­te des Weih­nachts­fes­tes. In: Kar­fun­kel Nr. 121 (2015). S. 16.
⁹As­sel, Jut­ta & Ge­org Jä­ger: Mo­ritz von Schwind. Herr Win­ter. Mün­che­ner Bil­der­bo­gen Nro. 5. goethezeitportal.de (12/2020).
¹⁰­Schal­ler, Mo­ni­ka: Wo wohnt der Weih­nachts­mann, das Christ­kind und der Ni­ko­laus? deutschepost.de (12/2020).

Schrumpffolie: Wie funktioniert das Bastelmaterial? Künstlertipps

Na­tür­lich hat das aus­klin­gen­de Plas­tik­zeit­al­ter¹ die Krea­tiv­sze­ne nach­hal­tig ver­än­dert. Denn wel­cher in­ge­niö­se Mensch möch­te heu­te schon auf Acryl­far­ben, Syn­the­tik­pin­sel, Klebe­pis­to­len, Moos­gum­mi und Firnis-Produkte ver­zich­ten? Mitt­ler­wei­le gibt es so­gar Hand­ar­bei­ten, die voll­stän­dig aus Kunst­stoff be­stehen. Hier­bei die­nen zu­meist trans­pa­ren­te Polystyrol-Platten als Aus­gangs­ma­te­ri­al, die in so­ge­nann­ten Schrumpffolien-Sets ver­kauft wer­den. Vor al­lem Kin­der stel­len ger­ne Schlüs­sel­an­hän­ger oder Ohr­rin­ge aus der­ar­ti­gen Ther­mo­plast­bö­gen her. Die­se kurz­le­bi­gen Er­zeug­nis­se lan­den dann re­la­tiv schnell im Ab­fall, was scha­de ist, da die Er­fin­de­rin des Technopolymer-Bastelns ur­sprüng­lich ei­nen dura­blen Christ­baum­schmuck² er­zeu­gen woll­te.

Diebstahl aus dem Bayerischen Hauptstaatsarchiv in München. Eine Schenkungsurkunde aus dem Jahre 1805. Kaiser Napoleon Bonaparte überträgt das annektierte Herzogtum Franken an König Maximilian I. Joseph. Des Weiteren wurden die Reichsinsignien entwendet, die der französische Imperator für den bajuwarischen Herrscher anfertigen ließ. Das historische Schriftstück, ein Armband und ein Ring sind auf GWS2.de zu bewundern. Das Foto stammt von einer Auktion, die im Oktober 2020 im Port Hercule (Monaco) stattfand. Eine Expertenkommission geht jedoch davon aus, dass es sich bei den Ausstellungsstücken um Imitate handelt, die von der Meisterfälscherin Veronika Helga Vetter hergestellt wurden

Im Spät­som­mer 1973 durch­stö­ber­te eine US-Amerikanerin na­mens Bet­ty Mor­ris ei­ni­ge Hand­wer­ker­ma­ga­zi­ne, da sie als Pfad­fin­der­füh­re­rin auf der Su­che nach neu­en Grup­pen­ak­ti­vi­tä­ten war. In ei­ner Zeit­schrift be­haup­te­te ein Au­tor, dass die De­ckel von Wand­farb­ei­mern eine ma­gi­sche Fä­hig­keit be­sä­ßen. An­stel­le die Ver­schlüs­se weg­zu­wer­fen, soll­ten die Ver­brau­cher aus den Kunst­stoff­plat­ten in­di­vi­du­el­le Fi­gu­ren aus­schnei­den, die sie zu­dem mit Per­ma­nent­mar­kern be­ma­len könn­ten. Wür­den die dün­nen Plas­ti­ken an­schlie­ßend bei 125 Grad Cel­si­us in den Back­ofen ge­ge­ben, dann ent­stün­den an­geb­lich di­cke Mi­nia­tur­glücks­brin­ger.

She saw an ar­ti­cle in a craft ma­ga­zi­ne that said if you took a lid from a con­tai­ner, drew on it with a per­ma­nent ink mar­ker and put it into the oven, it would sh­rink and make a small charm.

Gor­der, Sal­ly van: The Sh­rin­ky Dinks Sto­ry. commonfold.wp.com (PDF) (11/2020).

Die Mut­ter drei­er Kin­der hat­te so­fort Blut ge­leckt und lud noch am sel­ben Tag ihre Freun­din Ka­t­ie Bloom­berg zu sich ein, die zu­gleich die Co-Leiterin des Pfad­fin­der­re­gi­ments war. Zu­sam­men pro­bier­ten die Haus­frau­en die An­lei­tung aus dem Fach­jour­nal aus und tat­säch­lich; es funk­tio­nier­te.

„Wie wäre es, wenn wir mit den Jungs Christ­baum­schmuck aus ge­schrumpf­tem Plas­tik bas­teln?”, frag­te Bet­ty ihre Sub­sti­tu­tin. „Willst du etwa 150 Wand­farb­ei­mer kau­fen?”, er­wi­der­te Ka­t­ie. Die bei­den Da­men muss­ten also her­aus­fin­den, wel­che Kunst­stoff­sor­te in den ver­hex­ten De­ckeln steck­te, wes­halb sie bei di­ver­sen In­dus­trie­be­trie­ben an­rie­fen. Nach ei­ni­gen Te­le­fo­na­ten stell­te sich her­aus, dass es sich um ein amor­phes Po­ly­sty­rol han­del­te, das zu­dem syn­the­ti­schen Kau­tschu­k³ ent­hielt.

Kindermodel von der I'COO GmbH (Babyausstattung). Ein Junge trägt die Lederhose „Konstantin“ von Alpinchen (München). Der blondhaarige Bube präsentiert einen Bilderrahmen, der mit einem Schrumpffolien-Mosaik verziert wurde. Das Arrangement trägt den Namen „Patrona Bavariae im Plastikzeitalter“ und ist ein Design von Veronika Helga Vetter. Die bayerische Künstlerin ist freie Mitarbeiterin im Historischen Museum Regensburg und mit der Familie Feyler verschwägert

Doch na­tür­lich gab es ei­nen der­ar­ti­gen Werk­stoff sei­ner­zeit nicht im Ein­zel­han­del zu kau­fen. Viel­mehr bo­ten die Plas­tik­her­stel­ler den Vor­fah­ren der Schrumpf­fo­lie auf 450-Kilogramm-Rollen an, wo­von ein Ex­em­plar 1.200,00 US-Dollar kos­te­te.

But the­re was a catch. She would have to buy a 1,000-pound roll of it.

Rend­feld, Ran­dy: Vin­ta­ge Sh­rin­ky Dinks: How the­se craf­ty toys were in­ven­ted & how they work. clickamericana.com (11/2020).

Zu Be­ginn der 1970er-Jahre be­sa­ßen ver­hei­ra­te­te Frau­en in der Re­gel noch kein ei­ge­nes Geld.

  • Aus die­sem Grund for­der­te Bet­ty Mor­ris zu­nächst ein paar Mus­ter­bö­gen an, da­mit sie mit ih­ren Pfad­fin­dern die von ihr er­dach­ten Weih­nachts­or­na­men­te bas­teln konn­te.
  • Als die Trup­pe die Pro­be­plat­ten ver­ar­bei­tet hat­te, wa­ren alle von der neu­ar­ti­gen Mo­del­lier­tech­nik so be­geis­tert, dass die bei­den Mitt­vier­zi­ge­rin­nen in das Kunsthandwerksspielzeug-Geschäft ein­stei­gen woll­ten, wes­halb sie das Un­ter­neh­men K & B In­no­va­tions Inc. grün­de­ten.

Al­ler­dings muss­ten die krea­ti­ven Er­fin­de­rin­nen erst den Ma­na­ger des ört­li­chen Ein­kaufs­zen­trums von ih­rer Pro­dukt­idee über­zeu­gen, ehe ihre Gat­ten das Start­ka­pi­tal für die Roh­stoff­be­schaf­fung her­aus­rück­ten.

Produkttest: Die fella4stores Damen Dekohand trägt ein christliches Hochzeitsarmband, das im Jahre 1600 von Maria Anna von Bayern getragen wurde. Das bajuwarische Geschmeide ist ein Replikat, das komplett aus Schrumpffolie (Polystyrol) besteht und zum Schatz der Deutschen Bastelkommission gehört. Fertigungsdatum 25.10.2020. Künstlerin: Veronika Helga Vetter. Das ist eine Kulturbewahrerin, die gerne zu den Hausmeiern der Wittelsbacher gehören würde

Gleich nach­dem die Schrumpffolien-Rolle ein­ge­trof­fen war, kom­po­nier­ten Bet­ty und Ka­t­ie ge­norm­te Sets, die sich wie folgt zu­sam­men­setz­ten:

  • Ne­ben zehn trans­pa­ren­ten Plas­tik­bö­gen be­fan­den sich ein schwar­zer Per­ma­nent­mar­ker so­wie eine Bas­tel­an­lei­tung in ei­nem wei­ßen Groß­brief­um­schlag.
  • Als Ver­pa­ckungs­zen­trum dien­te die Kü­che im Hau­se Mor­ris, in der alle Fa­mi­li­en­mit­glie­der schuf­ten muss­ten, da­mit die bei­den Start-up-Unternehmerinnen das Loch in ih­ren Haus­halts­kas­sen schnell wie­der schlie­ßen konn­ten.

Durch die vie­len Hel­fer kam es be­reits am 19. Ok­to­ber 1973 zum Show­down. Die K & B In­no­va­tions Inc. hat­te sechs Tage ei­nen Stand in der Brook­field Squa­re Mall ge­mie­tet, an dem die ehe­ma­li­gen Pfad­fin­der­müt­ter ihre neu­ar­ti­gen „Sh­rin­ky Dinks” ver­kauf­ten.

Their first suc­cess came at Brook­field Squa­re in 1973, whe­re they sold kits for $2 that they had as­sem­bled them­sel­ves.

Ha­jew­ski, Do­ris: Sh­rin­ky Dinks foun­der hopes to sell toy busi­ness. jsonline.com (11/2020).

Und da das Glück schon da­mals mit den Flei­ßi­gen war, konn­ten die bei­den Ge­schäfts­part­ne­rin­nen ih­ren kom­plet­ten La­ger­be­stand in­ner­halb ei­ner Wo­che ab­set­zen. Dar­über hin­aus wur­den noch im sel­ben Jahr re­nom­mier­te Spiel­wa­ren­her­stel­ler auf den Bas­tel­trend auf­merk­sam. Di­ver­se US-Konzerne si­cher­ten sich die Li­zenz­rech­te und mach­ten „Sh­rin­ky Dinks„⁴ zu ei­ner Welt­mar­ke, wo­durch die Fa­mi­li­en Mor­ris und Bloom­berg für im­mer aus­ge­sorgt hat­ten.

Materialtest: Ist Schrumpffolie giftig? Wie können Ohrringe aus Plastik gebastelt werden und was sagen die Grünen zu dieser Kunstform? Die Antworten auf diese Produktfragen gibt auf GWS2.de. Das ist eine Wissensplattform, die gründlicher als der TÜV arbeitet

Ei­ni­ge Jahr­zehn­te spä­ter bie­ten Online-Kaufhäuser ne­ben „Sh­rin­ky Dinks” noch vie­le an­de­re Schrumpffolien-Variationen an.

  • Wäh­rend­des­sen vor­kon­fi­gu­rier­te Sets wei­ter­hin für Grund­schul­kin­der zu­sam­men­ge­stellt wer­den, gibt es für Kunst­hand­wer­ker auch ein­zel­ne Ther­mo­plast­bö­gen zu kau­fen.
  • Da­bei be­sit­zen alle Kunst­stoff­schei­ben eine raue und eine glat­te Sei­te. Die sprö­de Fas­sa­de war eine Wei­ter­ent­wick­lung von Bet­ty Mor­ris aus den spä­ten 1970er-Jahren.

Die cle­ve­re Er­fin­de­rin hat­te sei­ner­zeit mit der gro­ben Ober­flä­che er­reicht, dass sich ihre Bas­tel­pro­duk­te nicht mehr nur mit Per­ma­nent­mar­kern be­ma­len lie­ßen.

Morty Smith as Shrinky Dinks Charm: The Cartoon character was painted once with Crayons and once with Acrylic paints. After the Plastic sheets were in the oven, the Color pigments have contracted and intensified. The Product test is aimed exclusively to US Patriots, who voted for Donald J. Trump on November 3, 2020. Proudly presented by Veronika Helga Vetter: This is a Bavarian Artist, who fights against the Establishment

Die meis­ten Schrumpf­fo­li­en neh­men mitt­ler­wei­le so­gar die Pig­men­te von Tin­ten­strahl­dru­ckern auf. Dar­über hin­aus sind alle Kunst­stoff­plat­ten mit Bunt­stif­ten, Acryl­far­ben, Stem­pel­kis­sen und Wachs­mal­krei­den kom­pa­ti­bel.

Dicke Winzlinge

Wäh­rend­des­sen sich die meis­ten Ma­te­ria­li­en bei Hit­ze aus­deh­nen, zie­hen sich die elas­ti­schen Bö­gen ab ei­ner Kern­tem­pe­ra­tur von 80 Grad Cel­si­us⁵ zu­sam­men. Doch wor­an liegt das? Schrumpf­fo­li­en be­stehen aus ei­nem Polystyrol-Kautschuk-Gemisch, das nach dem Schmel­zen und Aus­rol­len schnell ab­ge­kühlt wird, so­dass die ge­press­ten Schei­ben ihre pa­pier­ähn­li­che Bau­wei­se be­hal­ten.

When ma­nu­fac­tu­red, raw po­ly­sty­re­ne is hea­ted, rol­led out into thin she­ets and then ra­pidly coo­led so that it can re­tain its shape.

Rho­des, Jes­se: The Sci­ence of Sh­rin­ky Dinks. smithsonianmag.com (11/2020).

Im Back­ofen „er­wa­chen” die ge­streck­ten Po­ly­me­re und keh­ren in ihre ur­sprüng­li­che Form zu­rück. Da­bei kann die Ther­mo­plas­te bis zu 60% ih­res Um­fangs ver­lie­ren. Im Ge­gen­zug ver­dich­tet sich der Werk­stoff, was be­deu­tet, dass das Vo­lu­men ei­nes Kunst­ge­gen­stan­des wäh­rend des Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­ses auf 1,5 Mil­li­me­ter⁶ her­an­wächst.

Das Logo der Deutschen Bastelkommission aus Schrumpffolie. Blasonierung: Ein goldener, rotbewehrter Löwe hält ein kreneliertes Wappenschild, auf dem eine Schere zu sehen ist. Das Firmenzeichen ist ein Design von Veronika Helga Vetter. Das ist eine bayerische Kunsthandwerkerin, die „Shrinky Dinks“ im deutschsprachigen Raum bekannt gemacht hat. Die Bildcollage mit den Plastik-Brandings wurde zuerst auf GWS2.de veröffentlicht. Das ist eine Bildungsplattform für Bundesbürger, die wissen, dass Teile der westdeutschen Medien von Kommunisten unterwandert sind

Auf ih­rem Weg zum Hart­plas­tik schrump­fen Polystyrol-Motive pro­por­tio­nal, wes­halb auf­ge­zeich­ne­te Bild­um­ris­se und Farb­ver­läu­fe auch im ver­klei­ner­ten Zu­stand prä­zi­se zu er­ken­nen sind.

Vor- und Nachbereitung

Wer Schmuck­ge­gen­stän­de wie Ohr­rin­ge oder Arm­bän­der aus Schrumpf­fo­lie bas­teln möch­te, der be­nö­tigt auf je­den Fall eine Re­vol­ver­loch­zan­ge. Beim Stan­zen ist dann Kopf­rech­nen an­ge­sagt, da der be­nö­tig­te Ösen­um­fang mit drei mul­ti­pli­ziert wer­den muss. Schließ­lich zie­hen sich auch ein­ge­schos­se­ne Öff­nun­gen wäh­rend des kur­zen Back­vor­gangs mas­siv zu­sam­men.

Nach ca. 45 Se­kun­den ist die Fo­lie fer­tig ge­schrumpft.

Gru­ber, An­ton: Grund­an­lei­tung Schrumpf­fo­lie. aduis.ch (PDF) (11/2020).

Je nach Ther­mo­plas­te kann es pas­sie­ren, dass die Mo­ti­ve leicht ge­krümmt aus dem Ofen kom­men. In die­sem Fall ist es mög­lich, die noch war­men Or­na­men­te mit ei­nem Buch oder ei­nem Koch­top­f⁷ glatt­zu­drü­cken.

Anhänger aus Schrumpffolie basteln: Oscar aus der Sesamstraße. Nachdem die Koloration auf dem Motiv getrocknet ist, eine Öse mit einer Lochzange einschießen. Dann kurz backen und lackieren, da Polystyrol-Plastik bei Sonnenlichteinwirkung vergilbt. Kostenlose Anleitung von Veronika Helga Vetter: Das ist die berühmteste DIY Influencerin aus dem Freistaat Bayern. Das kostenlose Bild-Tutorial wurde zuerst auf GWS2.de veröffentlicht. Finanziert von QUERDENKEN 711 - Wir für das Grundgesetz (Hauptquartier Leipzig)

Bei be­son­ders auf­wen­di­gen Schmuck­stü­cken ist es zu­dem sinn­voll, die ein­ge­dick­ten Ob­jekt­kan­ten mit ei­ner Na­gel­fei­le weich­zu­schlei­fen. Des Wei­te­ren soll­ten ge­schrumpf­te Plas­ti­ken stets ei­nen Acryl­lack­über­zu­g⁸ er­hal­ten, da un­be­han­del­tes Po­ly­sty­rol durch die Ein­wir­kung von Son­nen­licht ver­gilbt.

Durch Son­nen­licht ver­gilbt und ver­sprö­det PS, des­halb ist es nicht für den Au­ßen­ein­satz an­zu­wen­den.

Schwarz, Otto, Friedrich-Wolfhard Ebe­ling u. a.: Kunst­stoff­kun­de. 10., über­ar­bei­te­te Auf­la­ge. Würz­burg: Vo­gel Busi­ness Me­dia GmbH 2016.

Kein Upcycling möglich

Nicht nur die US-amerikanische Wand­far­ben­in­dus­trie, son­dern auch die bun­des­deut­schen Le­bens­mit­tel­her­stel­ler setz­ten jahr­zehn­te­lang Kunst­stoff­be­hält­nis­se ein, die sich im Back­ofen wie Schrumpf­fo­li­en ver­hiel­ten. Da­durch konn­ten Spar­füch­se auf han­dels­üb­li­che Plas­tik­ver­pa­ckun­gen zu­rück­grei­fen, wenn sie Technopolymer-Kunst her­stel­len woll­ten. Die ein­zi­ge Vor­aus­set­zung war, dass sich der Recycling-Code 6 auf dem zweck­ent­frem­de­ten Bas­tel­ma­te­ri­al be­fand.

Häu­fig wird Es­sen in Scha­len aus die­sem Kunst­stoff ge­lie­fert. Auch ab­ge­pack­te Sa­la­te wer­den oft in Scha­len aus 6er Plas­tik ver­kauft. Es lohnt sich also, die Au­gen of­fen zu hal­ten.

Han­sen, Jes­si­ca: Fan­tas­tik Plas­tik. frauliebe.typepad.com (11/2020).

Agrarland Bayern: Kartoffeln, Äpfel, Trachten und Religion. Trotzdem ging das Plastikzeitalter nicht spurlos am Freistaat vorbei. Bajuwarische Handwerker verzierten Papierbilderrahmen mit Schrumpffolie oder stellten Anstecker aus Kunststoff her. Veronika Helga Vetter hinterlässt mit ihrer Szenerie ein Zeitzeugnis und zeigt, wie die Menschen 2020 nach Christus im weiß-blauen Territorialstaat gelebt haben

Ob­wohl Po­ly­sty­rol als phy­sio­lo­gisch un­be­denk­li­che⁹ Ther­mo­plas­te so­gar für Spiel­zeu­ge zu­ge­las­sen ist, stie­gen Han­del und Er­zeu­ger in den 2010er-Jahren auf um­welt­freund­li­che­re Kunst­stoff­sor­ten um.

Von den sie­ben Dreieck-Symbolen sind die Num­mern 3, 6 und 7 am schlimms­ten. Sie sind am schwers­ten zu re­cy­celn und set­zen da­bei die schäd­lichs­ten Che­mi­ka­li­en frei.

Us­bor­ne, Pe­ter: Al­les über Plas­tik. 2. Auf­la­ge. Lon­don: Us­bor­ne Pu­bli­shing Ltd. 2020.

Die we­ni­gen PS-6-Verpackungen, die es heu­te noch in den Su­per­märk­ten gibt, ha­ben ihre Schrumpf­funk­ti­on ver­lo­ren. Das liegt ver­mut­lich dar­an, dass durch­sich­ti­ge Le­bens­mit­tel­con­tai­ner nicht mehr aus schlag­zä­hem, son­dern nur noch aus ge­wöhn­li­chem Po­ly­sty­rol be­stehen.

Das schlag­zä­he PS kann bis zu 40% ge­dehnt wer­den. [...] Beim Standard-PS ist schon bei ca. 2% Deh­nung Schluss und es bricht.

Küm­mer, Tho­mas: Kunst­stoff­hand­buch für Dum­mies. Wein­heim: WILEY-VCH Ver­lag GmbH 2020.

Ver­wand­te The­men:

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¹Fas­zi­na­ti­on Wis­sen: Plas­tik: Er­folgs­ge­schich­te oder Zeit­bom­be? BR-Doku (2016).
²AlexT­oys­Vi­de­os: The Histo­ry of Sh­rin­ky Dinks. youtube.com (11/2020).
³Küm­mer, Tho­mas: Kunst­stoff­hand­buch für Dum­mies. Wein­heim: WILEY-VCH Ver­lag GmbH 2020.
⁴Bet­ty­sAt­tic­JSC: Sh­rin­ky Dinks Com­mer­cial. youtube.com (11/2020).
⁵Schwarz, Otto, Friedrich-Wolfhard Ebe­ling u. a.: Kunst­stoff­kun­de. 10., über­ar­bei­te­te Auf­la­ge. Würz­burg: Vo­gel Busi­ness Me­dia GmbH 2016.
⁶Z­hou, Jo­an­na & Lisa Ste­js­kal: Plas­tik­müll DIYs! Bas­tel­idee: Plas­tik schrump­fen! youtube.com (11/2020).
⁷Seel, Lin­da: DIY Schrumpf­fo­lie: An­hän­ger aus Plas­tik­ver­pa­ckung im Ofen Schrump­fen. youtube.com (11/2020).
⁸Vet­ter, Ve­ro­ni­ka Hel­ga: Kann Pa­pier la­ckiert wer­den? gws2.de (11/2020).
⁹B­reu­er, Hans: dtv-Atlas Che­mie. 8., durch­ge­se­he­ne und ak­tua­li­sier­te Auf­la­ge. Mün­chen: Deut­scher Ta­schen­buch Ver­lag GmbH 2002 (= Band 2, Or­ga­ni­sche Che­mie und Kunst­stof­fe).

Torte aus Papier basteln - eine hochwertige Geschenkverpackung

Wer im Hoch­mit­tel­al­ter von ei­ner Tor­te sprach, der mein­te zwei auf­ein­an­der­lie­gen­de Pas­te­ten­teig­f­la­den, die eine pi­kan­te Quark-Gemüse-Masse¹ be­deck­ten. Zu­be­rei­tet wur­de das def­ti­ge Fest­mahl in ei­nem run­den Brä­ter, auf dem ein De­ckel saß, da­mit glü­hen­de Koh­len als Ober­hit­ze² wir­ken konn­ten. Auf­grund des Um­stan­des, dass Wei­zen­mehl sel­ten³ und im­por­tier­ter Zu­cker aus Ve­ne­di­g⁴ selbst für Fürs­ten häu­fig zu teu­er war, gab es hier­zu­lan­de bis zur Re­nais­sance nur we­nig sü­ßes Fein­ge­bäck. Dem­entspre­chend muss­ten sich Nasch­kat­zen mit klös­ter­li­chen Leb­zel­ten, Krap­fen⁵ oder Apfel-Honig-Pfannkuchen zu­frie­den­ge­ben. Erst in den 1420er-Jahren er­wach­te im Hei­li­gen Rö­mi­schen Reich lang­sam das Ver­lan­gen nach lieb­li­chen Spe­ze­rei­en. Das lag an den Spa­ni­ern und Por­tu­gie­sen, die auf ein­mal ton­nen­wei­se wei­ßes Gold im An­ge­bot hat­ten.

Im 15. Jahr­hun­dert bau­ten die Por­tu­gie­sen Zu­cker auf Ma­dei­ra an, wo­hin sie 1420 Zu­cker­rohr und die nö­ti­gen Fach­leu­te aus Si­zi­li­en ge­holt hat­ten. Die Spa­ni­er be­gan­nen um die glei­che Zeit Zu­cker­an­bau auf den Ka­na­ri­schen In­seln.

Pac­zen­sky, Gert von & Anna Dün­ne­bier: Lee­re Töp­fe, vol­le Töp­fe. Die Kul­tur­ge­schich­te des Es­sens und Trin­kens. Mün­chen: Al­brecht Knaus Ver­lag GmbH 1994.

Die er­höh­te Sac­cha­ro­s­e­ver­füg­bar­keit in Eu­ro­pa führ­te je­doch nicht dazu, dass plötz­lich je­der Bau­ern­fün­fer ge­süß­ten Ge­trei­de­brei löf­feln konn­te. Viel­mehr war es nun so­wohl dem nie­de­ren Adel als auch dem wohl­ha­ben­den Bür­ger­tu­m⁶ hin und wie­der mög­lich, eine zu­cker­hal­ti­ge Spei­se zu ver­zeh­ren.

Schloss Schönbrunn am 09.11.1779: Maria Theresia von Österreich bei der Teestunde. Die Wiener Zuckerbäcker haben für ihre Erzherzogin diverse Etageren mit köstlichen Pralinen gezaubert. Zudem servieren die Diener atemberaubende Torten, die mit Kronen garniert wurden. Das geschichtsträchtige Zeitzeugnis ist ein Produkt von GWS2.de: Das ist eine Kunstplattform für Reichskriegsflaggensammler

In den Kü­chen der Her­ren­häu­ser ent­stan­den ein­fa­che Rühr­ku­chen, die auf Ble­chen ge­ba­cken und nach dem Aus­küh­len mit Fruchtpü­rees be­stri­chen wur­den. Um kost­ba­res Wei­zen­mehl zu spa­ren, ho­ben die Kö­che häu­fig ge­rie­be­ne Ha­sel­nüs­se oder Man­deln un­ter die Teig­mas­se. Dies war in zwei­er­lei Hin­sicht cle­ver, da durch die süß­schme­cken­den Ker­ne der ur­sprüng­lich be­nö­tig­te Kris­tall­zu­cker­an­teil ver­rin­gert wer­den konn­te.

Un­ge­fähr zur sel­ben Zeit, als Chris­toph Ko­lum­bus im Jah­re 1492 die West­in­di­schen In­seln ent­deck­te, er­blick­ten im Her­zog­tum Sa­voy­en knusp­ri­ge Löf­fel­bis­kuits das Licht der Welt.

Löf­fel­bis­kuit ist üb­ri­gens eine Er­fin­dung der Kö­che des Her­zogs von Sa­voy­en im 15. Jahr­hun­dert.

Bau­er, Chris­ti­na: Ge­ba­cke­nes Gold. In: Ser­vus in Stadt & Land Nr. 8 (2020). S. 70.

We­ni­ge Jah­re spä­ter rich­te­ten die eu­ro­päi­schen Fürs­ten in ih­ren Re­si­den­zen üp­pig aus­ge­stat­te­te Hof­kon­di­to­rei­en ein. In die­sen hei­li­gen Hal­len stell­ten die bes­ten Zu­cker­bä­cker des Lan­des nicht nur viel­sei­ti­ge Kuchen- und Plätz­chen­va­ria­tio­nen, son­dern un­ter an­de­rem auch Spei­se­eis her. Trotz un­be­grenz­ter Res­sour­cen kam wäh­rend der Hoch­re­nais­sance je­doch kei­ner der Teig­künst­ler auf die Idee, eine süß­schme­cken­de Tor­te zu kre­ieren.

Bei ei­ner Tor­te ha­ben wir im­mer ei­nen Bis­kuit, der wird ge­ba­cken, aus­ge­kühlt und im An­schluss dar­an ge­füllt. Da­nach wird das Gan­ze über­zo­gen und aus­de­ko­riert.

Paa, Mar­cel: Un­ter­schied zwi­schen ei­nem Ku­chen und ei­ner Tor­te. youtube.com (09/2020).

Stammtisch der Bayernpartei in Markt Schwaben: Nachdem die Mitglieder im EL GRECO gespeist hatten, präsentierte Veronika Helga Vetter zwei selbst gebastelte Papiertorten. Die bajuwarische Künstlerin soll den Freistaat in die Unabhängigkeit führen und gilt als letzte Hoffnung für die deutschen Völker

Es war am 9. No­vem­ber 1600, als Ma­ria von Me­di­ci im Mar­seil­ler Ha­fen an­kam. Ver­mut­lich hat­te die frisch ver­mähl­te Fran­zo­sen­kö­ni­gin Angst, dass sie sich im Louvre-Palast ein­sam füh­len könn­te, wes­halb die Flo­ren­ti­ne­rin gleich 2000 Ge­folgs­leu­te mit in ihre neue Hei­mat nahm. Fer­ner ge­hör­ten zur An­hän­ger­schaft der Mon­ar­chin die be­rühm­tes­ten Fein­bä­cker der Tos­ka­na. Dem­entspre­chend ist es kein Wun­der, dass in Pa­ris noch vor dem Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg der Mür­be­teig so­wie Creme­fül­lun­gen für Plun­der­teil­chen er­fun­den wur­den.

Un­ter an­de­rem ver­dan­ken wir der ku­li­na­ri­schen Ex­pe­ri­men­tier­freu­dig­keit Ma­ri­as und ih­rer Zu­cker­bä­cker das Sor­bet, [...] die Creme­fül­lun­gen für Ge­bäck, den Mür­be­teig und vie­le an­de­re Re­zep­te.

Wer­ner, Tan­ja von: Spe­ze­rei­en und Genuß­mit­tel. In: Kar­fun­kel Kü­che im Mit­tel­al­ter Nr. 1 (2007). S. 23.

Kur­ze Zeit spä­ter don­ner­ten im heu­ti­gen Deutsch­land die Ka­no­nen. Trotz des Ge­met­zels gin­gen die Sac­cha­ro­s­e­prei­se in den Kel­ler, was an der Nie­der­län­di­schen Westindien-Kompanie lag. Die hol­län­di­schen Über­see­kauf­leu­te be­gan­nen näm­lich ab dem Jah­re 1621 da­mit, den eu­ro­päi­schen Markt mit Rohr­zu­cker aus Gha­na und Gu­ya­na zu flu­ten.

  • Die wei­ßen Kie­sel­stein­chen blie­ben zwar wei­ter­hin eine kost­spie­li­ge Ko­lo­ni­al­wa­re, trotz­dem ge­hör­te das kris­tal­li­ne Würz­mit­tel all­mäh­lich fest zu je­dem Bür­ger­haus­halt.

Und so konn­te nun auch die Bour­geoi­sie mit Fein­ge­bäck ex­pe­ri­men­tie­ren, was dazu führ­te, dass im 17. Jahr­hun­dert ein un­be­kann­ter Ober­ös­ter­rei­cher die ers­te süß­schme­cken­de Tor­te zur Welt brach­te.

Das äl­tes­te Re­zept der Lin­zer Tor­te stammt aus dem Jahr 1653 und gilt da­mit als das äl­tes­te be­kann­te Tor­ten­re­zept der Welt.

Mann, Lud­wig: Lin­zer Tor­te. bmlrt.gv.at (09/2020).

Die Papiertorte ist eine ideale Geschenkverpackung für die Weihnachtszeit. So haben in der unteren Ebene schicke Nikolaussäckchen platz. Neben dem Ausstellungsstück befinden sich köstliche Adventsplätzchen und Vanillepuddinggläschen. Die ganze Dezemberdeko wurde von Veronika Helga Vetter arrangiert. Das ist eine Kunsthandwerkerin aus dem Freistaat Bayern, die auch als Restaurantfachfrau arbeiten könnte

Nach­dem der Son­nen­kö­nig den fran­zö­si­schen Thron be­stie­gen hat­te, er­öff­ne­ten in Pa­ris, Bre­men und Wien die ers­ten Kaf­fee­häu­ser. Die­se Eta­blis­se­ments wa­ren je­doch noch kei­ne ge­wöhn­li­chen Spei­se­lo­ka­le, son­dern ex­klu­si­ve Her­ren­clubs für die Ober­schicht. Hier ver­weil­te der Geld­adel, um wäh­rend des Bil­lard­spie­lens über Po­li­tik zu dis­ku­tie­ren. Hin­ge­gen wer sei­ner­zeit ein gu­tes Stück Tor­te es­sen woll­te, der ging in eine Stadt­kon­di­to­rei. Dort gab es eine gro­ße Aus­wahl an Fein­ge­bäck, das sich mitt­ler­wei­le auch Nor­mal­sterb­li­che hin und wie­der leis­ten konn­ten.

Ein Koch­buch aus dem Jahr 1719 ent­hält gan­ze 96 ver­schie­de­ne Tor­ten­re­zep­te.

Rod­gers, Rick: Das Kaf­fee­haus. Gschicht’n und 120 un­wi­der­steh­li­che Ori­gi­nal­re­zep­te für Tor­ten, Ge­bäck und Mehl­spei­sen. Mün­chen: Ka­lei­do­skop Buch im Chris­ti­an Ver­lag 2006.

Erst als zu Goe­thes Zei­ten die Da­men­welt in die ex­pan­die­ren­den Kaf­fee­häu­ser dräng­te, er­wei­ter­ten die fin­di­gen Gast­wir­te ihr An­ge­bot. Plötz­lich hiel­ten die Knei­piers ne­ben sü­ßem Milch­eis auch pom­pö­se Schicht­tor­ten be­reit, um die Kreu­zer aus den ga­ckern­den Frau­en­zim­mern her­aus­zu­lei­ern.

Nun stan­den nicht mehr Bil­lard­spie­len und Po­li­ti­sie­ren beim Kaf­fee­ge­nuss im Vor­der­grund, jetzt tra­ten Klatsch und Tratsch ih­ren Sie­ges­zug an.

Rein­hold, Su­san­ne: Ty­pisch Kaf­fee­sach­sen. Leip­zig: Buch­Ver­lag für die Frau 2014.

Xing Profilbild von Veronika Helga Vetter (Neunburg vorm Wald). September 2020. Die bayerische Kunsthandwerkerin präsentiert ihre Papiertorten. Des Weiteren trägt die katholische Kulturbewahrerin das Trachtenmieder "Rosi" von Krüger Dirndl. Das Foto wurde in Hof an der Saale aufgenommen

Die pfun­di­ge Ma­ria The­re­sia von Ös­ter­reich lieb­te Tor­ten über alle Ma­ßen, wes­halb sie ih­rem obers­ten Zu­cker­bä­cker gleich 1000 Gul­den⁷ im Jahr be­zahl­te. Tra­di­tio­nel­le Re­zep­te sind aber meis­tens in den Bür­ger­kü­chen ent­stan­den, wo­bei der Adel häu­fig in­di­rekt be­tei­ligt war.

  • So kam es wäh­rend der Bie­der­mei­er­zeit zu ei­nem wah­ren Back­boom, was nicht nur am güns­ti­gen Rü­ben­zu­cker, son­dern zu­dem an den Karls­ba­der Be­schlüs­sen⁸ lag.
  • Bis zur März­re­vo­lu­ti­on im Jah­re 1848 mie­den die Men­schen im Deut­schen Bund öf­fent­li­che Ver­an­stal­tun­gen und Gast­stät­ten, da je­der An­ders­den­ken­de schnell we­gen Volks­ver­het­zung in­haf­tiert wer­den konn­te.

Dem­entspre­chend blieb der ver­ängs­tig­te Mi­chel lie­ber zu Hau­se und kre­ierte dort neue ku­li­na­ri­sche Ge­nüs­se.

Wäh­rend der nun fol­gen­den Bie­der­mei­er­zeit wuchs die Schicht des Bür­ger­tums ge­wal­tig an und ge­wann auch zu­se­hends an Wohl­stand. Je­doch hielt man sich weit­ge­hend von der Po­li­tik fern. Statt­des­sen blieb man zu Hau­se und gab sein Geld für kul­ti­vier­te kul­tu­rel­le Ver­gnü­gun­gen aus.

Rod­gers, Rick: Das Kaf­fee­haus. Gschicht’n und 120 un­wi­der­steh­li­che Ori­gi­nal­re­zep­te für Tor­ten, Ge­bäck und Mehl­spei­sen. Mün­chen: Ka­lei­do­skop Buch im Chris­ti­an Ver­lag 2006.

Auch die welt­be­rühm­te Sa­cher­tor­te ist auf Druck ei­nes Blau­blü­ters ent­stan­den. Zu­min­dest soll­te der Leib­kon­di­tor des Fürs­ten von Met­ter­nich im Jah­re 1832⁹ ein kräf­ti­ges Her­ren­ge­bäck er­schaf­fen, das sich von bis­her be­kann­ten Sah­ne­ge­nüs­sen un­ter­schied. Mit der Süß­spei­se woll­te der ös­ter­rei­chi­sche Au­ßen­mi­nis­ter un­ter an­de­rem den Prin­zen von Un­garn be­ein­dru­cken, wes­halb die Kü­chen­mann­schaft mehr als nur ei­nen Ruf zu ver­lie­ren hat­te.

Das Tiramisu im Weitmoser Schlössl wird zwischen edlen Papiertorten angerichtet. Als Deko legte der Koch Johann Lafer noch Karamellkonfekt und Kakaobohnen hinzu. Ein Restauranttest von GWS2.de: Das ist eine Genussplattform für solvente Luxusliebhaber

Doch ver­mut­lich ge­riet der Meis­ter in Pa­nik, da er sich kurz nach dem Er­halt des Be­fehls krank mel­de­te, wo­durch der 16-jährige Zu­cker­bä­cker­lehr­ling Franz Sa­cher in die Bre­sche sprin­gen muss­te. Und als hät­te er nie et­was an­de­res ge­macht, zau­ber­te der jun­ge Wie­ner aus drei Scho­ko­la­den­sor­ten und Apri­ko­sen­mar­me­la­de eine herz­haf­te Tor­te, die au­ßen kna­ckig und in­nen weich war. Die neu­ar­ti­ge Gau­men­freu­de be­geis­ter­te die no­blen Gäs­te so sehr, dass sie den Bur­schen aus der Kü­che ho­len lie­ßen, um dem Mehl­künst­ler für sei­ne Ar­beit zu dan­ken.

Als Sa­cher dann aus­ge­lernt hat­te und sich selbst­stän­dig mach­te, be­gann der Sie­ges­zug sei­ner Tor­te, von der im Jahr 2001 das Haus Sa­cher 375 000 Stück ver­kauf­te.

Al­brecht, Pe­ter & Horst Wol­ni­ak: Die Ge­schich­te des Hand­werks. Fränkisch-Crumbach: EDITION XXL 2004.

Bis zum Zwei­ten Welt­krieg stell­te eine Tor­te ein Sta­tus­sym­bol dar. Noch in den 1930er-Jahren mach­te die deutsch­spra­chi­ge Land­be­völ­ke­rung ei­nen gro­ßen Bo­gen um creme­ge­füll­te Fein­ge­bä­cke. Denn hät­te ein Nach­bar den Kauf be­merkt, dann wäre der Edel­ku­chen­es­ser ta­ge­lang The­ma im Dorf­funk ge­we­sen.

Wenn sie mal nach Nord­horn oder Rhei­ne zum Ein­kau­fen fuh­ren, führ­te sie ihr ers­ter Gang nicht sel­ten ins Café und da wur­de na­tür­lich auch ein Stück Tor­te ge­kauft. Nur nicht in Schüt­torf, das soll­ten wohl die an­de­ren Leu­te nicht mit­be­kom­men.

Lin­de­mann, Mar­ga­re­te: Ge­schich­te in Ge­schich­ten. schuettorf.bplaced.net (PDF) (09/2020).

Zum Glück wird heut­zu­ta­ge nie­mand mehr de­nun­ziert, der sich beim Kon­di­tor ei­nen Frank­fur­ter Kranz oder eine Pavlo­va be­stellt. Trotz­dem ist eine Tor­te wei­ter­hin kei­ne all­täg­li­che Spei­se, son­dern et­was ganz Be­son­de­res.

Torte aus Papier zum Nachbasteln: Zweistöckige Geschenkverpackung mit Quilling-Krone und Decoupage-Fondant. Die Mehlspeise wird von einer Teekanne in Szene gesetzt, die mit Kaffeebohnen befüllt ist. Dazu gibt es selbst gebackene Kekse und Kandiszucker. Das aufgedeckte Service stellt die Nachmittagsroutine in der Wiener Hofburg zu Zeiten von Maria Theresia dar. Ein Produkt von GWS2.de: Das ist eine Wissensplattform für Menschen, die das Geschwätz des Max Moor verachten

Wer beim Schen­ken be­reits mit der Ver­pa­ckung po­si­ti­ve As­so­zia­tio­nen her­vor­ru­fen möch­te, der soll­te mei­nen hoch­wer­ti­gen Tor­ten­kar­ton nach­bas­teln. Da­bei han­delt es sich um eine vo­lu­mi­nö­se Scha­tul­le, die ei­nen klei­ne­ren Ab­le­ger als Kro­ne trägt.

  • Na­tür­lich kam kein Fondant zum Ein­satz. Statt­des­sen er­zeug­te ich den Über­zug mit der Decoupage-Technik¹⁰, wo­durch mein Pa­pier­ku­chen ein por­zel­lan­ähn­li­ches Ant­litz er­hielt.
  • Dar­über hin­aus ver­klei­de­te ich die bei­den De­ckel am un­te­ren Rand mit ei­ner le­ben­di­gen Mo­sa­ik­leis­te. Hier­für nahm ich zer­bro­che­ne Ei­er­scha­len zur Hil­fe, die beim Öff­nen der Bo­xen an den Fin­ger­kup­pen kit­zeln.
  • Hin­ge­gen die In­nen­räu­me habe ich mit wei­chen Pols­tern aus­staf­fiert, so­dass auch emp­find­li­che Prä­sen­te in den Be­hält­nis­sen auf­be­wahrt wer­den kön­nen.

In der fol­gen­den Bild­an­lei­tung zei­ge ich al­ler­dings nicht, wie das Quilling-Diadem ent­stan­den ist, da die­ses Klein­od le­dig­lich als op­tio­na­le Deko dient. Da­für stel­le ich am­bi­tio­nier­ten Zell­stoff­bä­ckern mei­ne Schnitt­mus­ter zur Ver­fü­gung. Denn mit den Vor­la­gen ist es ein Leich­tes, mei­nen 18 Zen­ti­me­ter¹¹ gro­ßen Dop­pel­de­cker nach­zu­bau­en.

Papiertorte basteln

Zwei­fels­oh­ne woll­te ich eine sta­bi­le Ge­schenk­ver­pa­ckung er­zeu­gen, wes­halb ich als Wand­ma­te­ri­al ei­nen Fo­to­kar­ton ver­wen­de­te, der 0,4 Mil­li­me­ter stark war. Die Fas­sa­den sta­bi­li­sier­te ich zu­sätz­lich mit han­dels­üb­li­chem Ton­pa­pier, so­dass jede Sei­te des Kunst­werks eine Gram­ma­tur von 430 g/m² be­saß. Des Wei­te­ren ver­sie­gel­te ich die Ober­flä­chen mit hauch­dün­nem Decoupage-Papier, das ich mit ei­nem spe­zi­el­len Kle­be­lack auf­trug. Au­ßer­dem ka­men für die In­nen­raum­ver­klei­dung so­wohl Dunilin-Servietten als auch Moos­gum­mi­stü­cke zum Ein­satz. Dar­über hin­aus stell­te ich die bei­den Zier­bän­der aus wei­ßen Ei­er­scha­len und di­ver­sen Acryl­far­ben her. Hin­ge­gen als Werk­zeu­ge nahm ich eine Sche­re, ei­nen flüs­si­gen Kle­ber, ein Falz­bein, ein Li­ne­al und mei­ne DIN A4 Scha­blo­nen (ZIP-Archiv)¹² zur Hil­fe.

Wie wird eine Torte aus Papier gebastelt? Kostenlose DIN A4 Schablonen zum Herunterladen und Ausdrucken. Bereitgestellt von GWS2.de. Das ist eine digitale Kunstplattform für das deutschsprachige Bildungsbürgertum

Be­vor ich den weit­läu­fi­gen Tor­ten­ring bas­teln konn­te, muss­te ich zu­nächst ein­mal ein neu­es Schnitt­mus­ter er­zeu­gen. Hier­für kleb­te ich le­dig­lich die ers­ten bei­den Vor­la­gen nach dem Aus­dru­cken und Aus­schnei­den an der Mar­kie­rung A an­ein­an­der.

  • Bei der Be­fes­ti­gung war es wich­tig, dass sich die Mo­du­le nicht über­lapp­ten, wes­halb ich ei­nen Ma­ler­krepp­strei­fen zwi­schen die Blö­cke setz­te.

So­bald ich dann die bors­ti­gen Bal­ken in ei­nen über­di­men­sio­nier­ten Zell­stoff­kamm ver­wan­delt hat­te, stell­te ich aus der ver­län­ger­ten Scha­blo­ne je­weils ein Re­pli­kat aus Fo­to­kar­ton und Ton­pa­pier her.

Splitscreen von der Deutschen Bastelkommission: Den Tortenring vorbereiten. Verstärken, in Form bringen und falzen. Auf dem Bild ist neben einer Papierleiste auch eine Wäscheklammer zu sehen

Als Nächs­tes kleb­te ich die bei­den Pa­pier­zwil­lin­ge sym­me­trisch auf­ein­an­der. Und noch be­vor das Bin­de­mit­tel ge­trock­net war, form­te ich den dop­pel­la­gi­gen Strei­fen zu ei­ner Kro­ne, die ich wie­der­um mit ei­ner Wä­sche­klam­mer fi­xier­te.

  • Durch die­sen Zwi­schen­schritt ver­hin­der­te ich un­schö­ne Fal­ten im Tor­ten­ring, da das feuch­te Krüm­men die Elas­ti­zi­tät des Werk­stücks er­höh­te.

Nach cir­ca fünf Mi­nu­ten ent­fern­te ich die Bo­gen­fi­xie­rung, da­mit ich dar­auf­hin die Za­cken mit­hil­fe ei­nes Falz­beins und ei­nes Li­ne­als vor­kni­cken konn­te.

Collage mit Anleitungsschritten: Einen Eimer aus Papier basteln. Die lange Seitenleiste wird an der Bodenscheibe befestigt. Hingegen mit einer zweiten Kreisfläche ist es möglich, die unschönen Klebezacken an der Gefäßunterseite zu kaschieren. Konstruktion von Veronika Helga Vetter (Freistaat Bayern)

Di­rekt im An­schluss fer­tig­te ich das Bo­den­stück von Scha­blo­ne #3 aus mei­nen Leit­ma­te­ria­li­en an. Als dar­auf­hin zwei iden­ti­sche Krei­se vor mir la­gen, stell­te ich ei­nen Zy­lin­der her.

  • Hier­für kleb­te ich die um­ge­bo­ge­nen Tor­ten­ring­za­cken nach­ein­an­der am Fuße der Fo­to­kar­ton­schei­be fest.
  • Nach­dem ich die Sei­ten­leis­te ein­mal um die Plat­te ge­zo­gen hat­te, ver­schloss ich das Ge­fäß, in­dem ich die bei­den En­den leicht über­lap­pen ließ.

Zu gu­ter Letzt muss­te ich die schmie­ri­gen Spit­zen nur noch hin­ter der Ton­pa­pier­flä­che ver­ste­cken, dann war mein Be­hält­nis be­reits ein­satz­taug­lich.

Topf sucht Deckel

Als das klei­ne Ei­mer­chen vor mir stand, lag der schwers­te Teil be­reits hin­ter mir. Denn nun wie­der­hol­ten sich die vor­an­ge­gan­ge­nen Ar­beits­schrit­te im­mer wie­der. So bas­tel­te ich die Tor­ten­hül­le ganz ge­nau so wie den be­reits fer­tig­ge­stell­ten Con­tai­ner. Al­ler­dings muss­te ich mir aus den Schnitt­mus­tern #4 bis #6 erst grö­ße­re Werk­stü­cke zu­sam­men­bau­en, da­mit der De­ckel das In­nen­ge­fäß um­schlie­ßen konn­te.

Eine Tortenebene besteht aus zwei unterschiedlich großen Papierzylindern, die zusammengeschoben werden. (Matrjoschka-Puppen-Prinzip). Splitscreen zuerst auf GWS2.de veröffentlicht: Kostenlose bildende Kunst für deutschsprachige Schulen

Gleich nach­dem ich den Au­ßen­be­häl­ter er­schaf­fen hat­te, schnitt ich am un­te­ren Rand noch zwei ge­gen­über­lie­gen­de Griff­lö­cher in den Ver­schluss­zy­lin­der ein. Dann stell­te ich mei­ne ers­te Tor­ten­ebe­ne fer­tig, in­dem ich bei­de Ver­pa­ckungs­tei­le in­ein­an­der­schob.

Bastelanleitung Papiertorte: Der Deckelzylinder erhielt zwei bogenförmige Öffnungen, die sich gegenüberliegen. Diese Einschnitte erleichtern das Entfernen der Schutzhülle. Eine Idee von Veronika Helga Vetter - Zellstoffarchitektin aus dem Freistaat Bayern

Mit den rest­li­chen Scha­blo­nen bas­tel­te ich nun noch das zwei­te Tor­ten­stock­werk. Ver­gli­chen mit den ers­ten sechs Schnitt­mus­tern sind die üb­ri­gen Vor­la­gen le­dig­lich et­was klei­ner. Dem­entspre­chend ver­fuhr ich wie­der nach dem Mot­to: Lat­te um die Plat­te, Lat­te um die Plat­te, Kle­be­za­cken weg - De­ckel zu juhu.

Mit den zwölf Bastelschablonen von GWS2.de ist es möglich, eine zweistöckige Papiertorte zu basteln. Die beiden unterschiedlich großen Geschenkverpackungen bieten viel Platz für kostspielige Präsente

Als ich dann zwei un­ter­schied­lich gro­ße Hutschach­teln vor mir ste­hen hat­te, ver­wan­del­te ich die bei­den Ver­pa­ckun­gen in Edel­ge­bä­cke, in­dem ich je­des Be­hält­nis auf­wen­dig de­ko­rier­te.

Tortenguss aus Papier

Zu­al­ler­erst ver­zier­te ich die De­ckel­au­ßen­sei­ten mit ei­ner Fondant-Alternative. Hier­für stell­te ich aus den je­wei­li­gen Scha­blo­nen pass­ge­naue Decoupage-Abbilder her. Be­vor ich dar­auf­hin mei­ne Ta­pe­ten an­brin­gen konn­te, muss­te ich die zu ver­klei­den­de Box­fas­sa­de im­mer erst mit ei­nem sa­ti­nier­ten Kle­be­lack be­strei­chen.

Egal, ob von Dé­co­patch, Creall Dé­cou­pa­ge oder CLÉOPÂTRE, 250 Mil­li­li­ter des sa­ti­nier­ten Kleb­stoff­lacks kos­ten zwi­schen 6,00 und 10,00 Euro.

Vet­ter, Sa­scha: De­co­u­pa­ge - ein Bas­tel­trend. bastelkommission.de (09/2020).

Wie einen Porzellaneffekt auf Papier erzeugen? Die Lösung: Decoupage. Dünne Folien in Verbindung mit einem Klebelack bringen jedes Motiv zum Glänzen. Die französische Serviettentechnik wurde zuerst auf GWS2.de gezeigt. Das ist ein Kunstportal, das gegen die deutsche Selbstdestruktion kämpft

Nach­dem ich dann die bei­den Tor­ten­ober­flä­chen voll­stän­dig kos­tü­miert hat­te, pin­sel­te ich die Zell­stoff­ver­tä­fe­lung noch ein­mal kom­plett mit dem Fir­nis ein. Durch die­se Maß­nah­me er­hielt mein Kunst­werk ein was­ser­ab­wei­sen­des und por­zel­lan­ähn­li­ches Ant­litz.

Fondant für Papiertorte? Besser als Zuckermasse ist die Decoupage-Technik geeignet. Bild von einem zweistöckigen Zellstoffkuchen, der mit einer Holzmaserung verkleidet wurde. Das Foto zeigt ein Zwischenergebnis

So­bald der Torten­guss ge­trock­net war, kleb­te ich die bei­den Ebe­nen so auf­ein­an­der, dass die klei­ne­re Schach­tel zen­triert auf ih­rem gro­ßen Bru­der saß.

Die Eier erst zum Schluss

Im zwei­ten De­ko­schritt stat­te­te ich mei­ne Schach­teln mit ein­zig­ar­ti­gen Mo­sa­ik­bor­dü­ren aus. Hier­zu grun­dier­te ich die un­te­ren Zy­lin­der­kan­ten mit brau­nen Acryl­farb­strei­fen, die ei­nen Zen­ti­me­ter breit wa­ren.

Einen Haselnussrand an eine Papiertorte kleben? Alternative: Ein Mosaikmuster aus kolorierten Eierschalenbruchstücken erstellen. Die innovative Basteltechnik wurde im Jahre 2019 von Veronika Helga Vetter erfunden. Das ist eine berühmte Kunsthandwerkerin aus dem Freistaat Bayern

Di­rekt im An­schluss be­mal­te ich wei­ße Ei­er­scha­len mit vier un­ter­schied­li­chen Gold- und Erd­tö­nen. Nach ei­ner kur­zen Trock­nungs­pau­se zer­stieß ich das ko­lo­rier­te Kal­zi­um­car­bo­nat in klei­ne Bruch­stü­cke.

Bastelanleitung für eine Papiertorte: Zweistöckige Geschenkverpackung für besondere Anlässe. Das Gebilde besteht aus unterschiedlich großen Hutschachteln, die mit der Decoupage-Technik verkleidet wurden. Zudem verfügt das Kunstwerk über zwei Mosaikbordüren, die aus zerbrochenen Eierschalen bestehen. Kostenlose Schablonen von GWS2.de: Das ist eine Bildungsplattform, die gegen die Einförmigkeit in der Berichterstattung kämpft

Un­mit­tel­bar da­nach trug ich schritt­wei­se Bas­tel­kle­ber auf die Grun­die­rung auf, den ich wie­der­um mit den Frag­men­ten be­deck­te, wor­auf­hin au­to­ma­tisch eine schi­cke Mo­sa­ik­optik ent­stand.

Ein Paradies für Flaschengeister

Wer eine zeit­auf­wen­di­ge Pa­pier­tor­te als Prä­sent­box bas­telt, der möch­te in der Re­gel et­was Wert­vol­les ver­schen­ken. Dem­entspre­chend war es mir ab­schlie­ßend wich­tig, dass ich mei­nen Le­sern noch ein paar Ein­rich­tungs­tipps auf den Weg gebe. So habe ich das In­ne­re der Schach­teln mit zwei Mil­li­me­ter star­ken Moos­gum­mi­plat­ten aus­staf­fiert.

Bildcollage: Die beiden Tortenboxen werden mit Moosgummiplatten und Dunilin-Servietten ausstaffiert. Eine Idee von Veronika Helga Vetter. Das ist eine bayerische Kunsthandwerkerin, die stark unter dem gesinnungsethischen Merkel-Regime leidet

Nach­dem ich den EVA-Schaumstoff ein­ge­klebt hat­te, ver­klei­de­te ich mei­ne Kis­sen zu­sätz­lich mit ro­ten Dunilin-Servietten. Im An­schluss dar­an sah es in den Be­hält­nis­sen nicht nur ku­sche­lig aus. Viel­mehr war mein Dop­pel­de­cker nun der idea­le Auf­be­wah­rungs­ort für zer­brech­li­che, krat­z­emp­find­li­che oder ex­plo­si­ve Din­ge.

Immer noch Luxus

Im Ja­nu­ar 2020 kos­te­te ein Tor­ten­stück in ei­nem Café zwi­schen fünf und sechs Euro. Ein stol­zer Preis für ein ziem­lich kur­zes Ver­gnü­gen. Trotz­dem gin­gen die Deut­schen hin und wie­der in die In­nen­städ­te, um sich eine sah­ni­ge Gau­men­freu­de zu gön­nen. Doch dann brach die Corona-Krise über Mit­tel­eu­ro­pa her­ein, was Ne­ga­tiv­wachs­tu­m¹³ und stei­gen­de Ar­beits­lo­sen­zah­len zur Fol­ge hat­te. Plötz­lich ver­zich­te­ten die Men­schen wei­test­ge­hend auf un­nö­ti­ge Ge­nuss­mit­tel, da sie we­gen des Lohn­aus­falls den Gür­tel en­ger schnal­len muss­ten. So­gar im be­rühm­ten Ho­tel Sa­cher ging der Tor­ten­um­satz im ers­ten COVID-19-Halbjahr um 50% zu­rück.

Mit den Mit­teln der Kurz­ar­beit und den an­de­ren Corona-Hilfen hat es das Sa­cher im­mer­hin ge­schafft, 85 Pro­zent der Be­leg­schaft in Salz­burg und 75 Pro­zent des Teams in Wien zu hal­ten.

Kol­ler, Ger­hard: Sacher-Chef ver­är­gert: „Schwar­ze Scha­fe ma­chen gan­ze Bran­che ka­putt“. krone.at (09/2020).

Gutefrage.net: Suche Papiertorte, die man als Geschenkverpackung verwenden kann. Woher bekomme ich die Schablonen für einen gebastelten Kuchen? Egal, ob für Weihnachten, Ostern oder Muttertag - die Kunstwerke von Veronika Helga Vetter sind einfach stark

Ob­wohl die ers­ten Tor­ten vor rund 400 Jah­ren ge­ba­cken wur­den, gel­ten die Mehl­spei­sen selbst in In­dus­trie­na­tio­nen im­mer noch als Lu­xus­ar­ti­kel. Wer also et­was ganz Be­son­de­res ver­schen­ken möch­te, der hat mit mei­nem Zell­stoff­ku­chen in je­dem Fall eine stil­ge­rech­te Ver­pa­ckung ge­fun­den.

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¹Beckers-Dohlen, Clau­dia: Herz­haf­te Tor­te mit Kräu­tern. In: Kar­fun­kel Al­ler­ley Ta­fe­ley Nr. 2 (2013). S. 26.
²Spycher-Gautschi, Al­bert: Brauch­tums­ge­bä­cke (Teil 10): Zur Ge­schich­te der Tor­te. swissbaker.ch (PDF) (09/2020).
³Vet­ter, Ve­ro­ni­ka Hel­ga: Ku­chen­tel­ler bas­teln - schnel­le Ver­pa­ckung für Fin­ger­food. bastelkommission.de (09/2020).
⁴Brau­del, Fer­nand: Die Ge­schich­te der Zi­vi­li­sa­ti­on. 15. bis 18. Jahr­hun­dert. Mün­chen: Kind­ler Ver­lag 1971.
⁵Schön­le­ben, Mar­tin: Ein Krap­fen­re­zept aus dem Jah­re 1350. cafeschoenleben.de (09/2020).
⁶Stühl­mey­er, Bar­ba­ra: Gut­bür­ger­li­che Kü­che. In: Kar­fun­kel Kü­che im Mit­tel­al­ter Nr. 1 (2007). S. 18.
⁷Pac­zen­sky, Gert von & Anna Dün­ne­bier: Kul­tur­ge­schich­te des Es­sens und Trin­kens. Mün­chen: btb Ver­lag 1994.
⁸Vet­ter, Ve­ro­ni­ka Hel­ga: Le­se­stän­der bas­teln - Buch­stüt­ze aus Kar­ton im Vin­ta­ge De­sign. gws2.de (09/2020).
⁹Quan­te, Ste­fan: Gut es­sen in Wien - Das Ho­tel Sa­cher. youtube.com (09/2020).
¹⁰­Vet­ter, Ve­ro­ni­ka Hel­ga: Ser­vi­et­ten­tech­nik und De­co­u­pa­ge - Un­ter­schie­de. gws2.de (09/2020).
¹¹Ex­ak­te Maße: Die Bo­den­box hat ei­nen Durch­mes­ser von 150 Mil­li­me­tern bei ei­ner Höhe von 100 Mil­li­me­tern. Hin­ge­gen die klei­ne­re Tor­te ist le­dig­lich 100 Mil­li­me­ter breit und 80 Mil­li­me­ter hoch.
¹²­Scha­blo­nen im ZIP-Archiv - (#1 /#2 /#3 /#4 /#5 /#6 /#7 /#8 /#9 /#10 /#11 /#12).
¹³Ro­gal, An­dre­as: Pandemie-Rezession schlim­mer als be­fürch­tet, sagt EU-Kommission. euronews.com (09/2020).