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Stehordner aus Karton basteln - Upcycling-Ablage für Zeitschriften

In den 1960er-Jahren be­sa­ßen die Deut­schen oft­mals nur zwei Bü­cher: Das eine war eine Bi­bel und das an­de­re ein Ver­sand­haus­ka­ta­log. Wenn der Online-Handel heu­te also über 80 Mil­li­ar­den Eu­ro¹ Jah­res­um­satz er­wirt­schaf­tet, da 75% der Bun­des­bür­ger re­gel­mä­ßig vir­tu­el­le Wa­ren­kör­be fül­len, dann ist das kein Grund zur Pa­nik, son­dern die lo­gi­sche Kon­se­quenz aus der Ge­schich­te. Schließ­lich wa­ren die Men­schen hier­zu­lan­de schon im­mer schwer­fäl­li­ge Schnäpp­chen­jä­ger, die Ruhe und An­ony­mi­tät beim Ein­kau­fen schätz­ten, wes­halb be­reits der Füh­rer ein paar schi­cke Kni­cker­bo­cker­s² bei Quel­le hät­te be­stel­len kön­nen. Das mit­tel­frän­ki­sche Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men ge­hör­te zu Zei­ten des NS-Staates längst zu den eta­blier­ten Mar­ken und setz­te rund 40 Mil­lio­nen Reichs­mark per an­num um. Kurz vor der Öl­preis­kri­se ver­lie­ßen täg­lich rund 150.000 Pa­ke­te³ die Für­ther Zen­tra­le, wenn­gleich der bis dato dritt­größ­te Ver­sand­händ­ler der Welt in der Bon­ner Re­pu­blik nie eine markt­be­herr­schen­de Stel­lung in­ne­hat­te, da es mit Otto, Baur, Ne­cker­mann, Sport­scheck und Co. stets kon­kur­renz­fä­hi­ge Al­ter­na­ti­ven gab.

In den Nach­kriegs­jahr­zehn­ten gibt es in Deutsch­land mehr als 2000 Ver­sand­händ­ler.

Hu­ber, Flo­ri­an: Deutsch­lands gro­ße Clans: Die Otto-Versand-Story. youtube.com (03/2022).

Et­was be­stel­len und sich nach Hau­se lie­fern las­sen ge­hört dem­nach fest zum ge­samt­deut­schen Kul­tur­gut. Denn selbst die an­ti­ka­pi­ta­lis­ti­sche DDR-Führung stell­te ih­ren Volks­ge­nos­sen zwei Ver­sand­häu­ser zur Ver­fü­gung, wo­bei der Karl-Marx-Städter Klas­sen­pri­mus in der Vor­weih­nachts­zeit des Jah­res 1965 täg­lich Wa­ren im Wert von ei­ner Mil­li­on Ost­mar­k⁴ ver­schick­te.

Father's Day gift idea: Binder made of packaging cardboard. This is an upcycled box that is used to store magazines. The craft idea is aimed at children who want to make their dad happy. Free templates in PDF format to download. Recommended by Leeds College of Art

Ob­wohl die ex­zes­si­ve Nut­zung des Online-Handels den un­be­lieb­ten In­di­vi­du­al­ver­kehr re­du­ziert, war­nen die Leit­me­di­en stän­dig vor den Fol­gen die­ses Kauf­ver­hal­tens. Doch war­um ei­gent­lich? Dass die Pa­ke­te nicht mehr von ver­be­am­te­ten Post­bo­ten, son­dern von Ar­muts­mi­gran­ten aus­ge­lie­fert wer­den, ist in ei­ner frei­en Markt­wirt­schaft wohl kaum die Schuld der Ver­brau­cher.

Auch der Ver­pa­ckungs­müll­aspekt zieht nicht, da die Deut­schen vor­bild­li­che Re­cy­cling­ex­per­ten sind. So lan­den hier­zu­lan­de 87,6%⁵ der Kar­to­na­gen und des Alt­pa­piers in der rich­ti­gen Ton­ne, wo­von wie­der­um die öf­fent­li­che Hand pro­fi­tiert.

Die Kom­mu­nen ver­kau­fen das Alt­pa­pier und fi­nan­zie­ren da­mit die Müll­ge­büh­ren, so­dass die­se für uns kon­stant blei­ben.

Pohl­mann, Su­san­ne: Pa­pier rich­tig ent­sor­gen. WISO | ZDF (2019).

GuteFrage.net: Hey Leute, ich bin eine weiße Dreadlock-Trägerin, die sich für FFF engagiert. Ich suche für meinen Vater ein umweltfreundliches und nachhaltiges Geschenk, das obendrein noch nützlich ist. Antwort: Hi du Öko-Bitch, wie wäre es mit einem selbst gemachten Stehsammler für Magazine? Auf GWS2.de kannst du die Schablonen für einen Zeitschriften-Schuber kostenlos herunterladen. Bastle die Ablage aus alten Amazon-Kartons, dann hast du was für unseren Planeten getan

Am Ende bleibt das Pro­blem mit den Re­tou­ren. So wur­den im Jah­re 2020 rund 315 Mil­lio­nen⁶ Online-Bestellungen zu­rück­ge­schickt, was deut­lich den de­ge­ne­rier­ten Zu­stand der deut­schen Wohl­stands­ge­sell­schaft zeigt. Die­ses ab­sur­de Ver­brau­cher­ver­hal­ten führt näm­lich nicht nur zu ver­meid­ba­ren CO₂-Emissionen, son­dern zu­dem zu hö­he­ren Ar­ti­kel­prei­sen, da die Ver­sand­händ­ler die Kos­ten für den Wa­ren­rund­lauf in ihre Kal­ku­la­tio­nen mit ein­be­zie­hen.

Otto kos­tet jede Re­tou­re un­ge­fähr 5,00 Euro.

Rieck, Se­bas­ti­an: 24 Stun­den bis zur Aus­lie­fe­rung. youtube.com (03/2022).

Wer also nicht je­des Mal drei Klei­der­grö­ßen be­stel­len muss, da er das Le­sen und den Um­gang mit ei­nem Maß­band be­herrscht, der be­kommt bei je­dem In­ter­net­ein­kauf so­gar ei­nen Kar­ton ge­schenkt. Aus die­sem ro­bus­ten Ver­pa­ckungs­ge­gen­stand las­sen sich wie­der­um in Win­des­ei­le nütz­li­che Din­ge wie Ste­h­ord­ner für Zeit­schrif­ten bas­teln. Aber ist eine Ab­la­ge für Print­me­di­en über­haupt noch zeit­ge­mäß? Auf je­den Fall, denn vor al­lem Frau­en­ma­ga­zi­ne ha­ben eine un­glaub­li­che Auf­la­gen­hö­he und wer­den wei­ter­hin vor­wie­gend in ana­lo­ger Form kon­su­miert.

Rund 350 Mil­lio­nen Hef­te für Frau­en ha­ben 2020 zu ih­ren Le­se­rin­nen ge­fun­den.

Spran­ger, Kat­rin: Rund um den Mi­chel: Frau­en­zeit­schrif­ten aus Ham­burg. NDR (2021).

Dar­über hin­aus ist es eben­falls loh­nens­wert, für teu­re Fach­zeit­schrif­ten­abos ei­nen schüt­zen­den Schu­ber zu bau­en. Der­ar­ti­ge Pu­bli­ka­ti­ons­rei­hen ent­wi­ckeln sich näm­lich häu­fig zu be­gehr­ten Samm­ler­ob­jek­ten, die im ein­wand­frei­en Zu­stand hohe Ver­kaufs­prei­se er­zie­len.

Der Alltag im Buckingham Palace: Im Royal Office befinden sich einzigartige Stehordner, die von Veronika Helga Vetter designt wurden. Als Ausgangsmaterial hat die renommierte Künstlerin alte Kartonagen verwendet, um umweltfreundliche Upcycling-Boxen zu erzeugen. An den ausgewählten Farben lässt sich erkennen, dass die Zeitschriften-Ablagen Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha gewidmet sind. Englische Papierbasteleien für die britische Oberschicht zuerst auf GWS2.de veröffentlicht

Et­was Neu­es aus ge­brauch­ten Ge­gen­stän­den bas­teln nennt sich Up­cy­cling und liegt seit meh­re­ren Jah­ren voll im Trend. In die­ser Dis­zi­plin ist die Her­stel­lung ei­nes Ste­h­ord­ners das per­fek­te An­fän­ger­pro­jekt, da die­ses Ab­la­ge­be­hält­nis ein schnel­les Er­folgs­er­leb­nis ver­spricht und we­der au­ßer­ge­wöhn­li­che Werk­zeu­ge noch teu­re Hilfs­mit­tel er­for­dert.

  • Doch wo­mit be­gin­nen? Am bes­ten mit mei­nen Schnitt­mus­tern, die ich in ei­ner PDF-Da­tei be­reit­stel­le. Mit­hil­fe mei­ner Scha­blo­nen ist es näm­lich ohne viel Denk­ar­beit mög­lich, ei­nen sta­bi­len Zeit­schrif­ten­schu­ber mit Stan­dard­ma­ßen⁷ zu bau­en.

Des Wei­te­ren be­sitzt mein Mo­dell schrä­ge Sei­ten­wän­de, wo­durch sich der Con­tai­ner­in­halt stets ein­se­hen lässt. Und na­tür­lich habe ich beim De­si­gnen des Kas­tens ein Loch in der Rück­wand be­rück­sich­tigt, so­dass die Box be­quem aus Stel­la­gen her­aus­ge­zo­gen wer­den kann.

Stehordner basteln

Die hier aus­ge­stell­ten Zeit­schrif­ten­ab­la­gen fer­tig­te ich alle nach dem­sel­ben Prin­zip an. Zu­nächst ein­mal hol­te ich eine han­dels­üb­li­che Kar­to­na­ge aus dem Kel­ler, die ich von ei­ner Online-Bestellung üb­rig hat­te. Dann leg­te ich mir far­bi­ges Ton­pa­pier mit ei­ner Gram­ma­tur von 130 g/m² zu­recht, um die brau­nen Con­tai­ner­wän­de ver­bin­den und ver­klei­den zu kön­nen. Dar­über hin­aus stell­te ich mein Werk­zeug zu­sam­men, das aus ei­ner Sche­re, ei­nem Hob­byskal­pell und ei­nem Flüs­sig­kle­ber be­stand. Au­ßer­dem kram­te ich noch eine Ma­ler­krepp­rol­le her­vor, in­des sich ein ge­wöhn­li­ches Pa­ket­band ge­nau­so gut für die Scha­blo­nen­ver­län­ge­rung eig­net.

Kostenlose Schablonen herunterladen - Stehordner selber basteln. Mit den Schnittmustern von GWS2.de können Ablageboxen gebastelt werden, die für Zeitschriften geeignet sind. Die Vorlagen befinden sich in einer fünfseitigen PDF-Datei, die sich über den Webbrowser ausdrucken lässt. Ein Erzeugnis von Veronika Helga Vetter - Photoshop-Meisterin aus Bayern

Nach­dem ich alle DIN-A4-Bögen aus­ge­druckt und frei­ge­stellt hat­te, muss­te ich die Ein­zel­tei­le vom zwei­ten und drit­ten Schnitt­mus­ter an der Mar­kie­rung A an­ein­an­der­kle­ben, wo­bei ich ei­nen Ma­ler­krepp­strei­fen als Ver­bin­dungs­brü­cke ver­wen­de­te. Auch die bei­den Recht­ecke von der vier­ten PDF-Seite ver­ein­te ich nach dem glei­chen Sche­ma, wo­durch ich eine 30 Zen­ti­me­ter lan­ge Flä­che er­zeug­te. Am Ende der Mo­di­fi­zie­rungs­ar­bei­ten be­saß ich vier Scha­blo­nen, mit­hil­fe die­ser ich mir die fol­gen­den Ele­men­te aus Ver­pa­ckungs­kar­ton zu­sam­men­bau­te:

  • Eine ge­streck­te Rü­cken­fas­sa­de.
  • Zwei ge­räu­mi­ge Sei­ten­wän­de.
  • Eine kur­ze Vor­der­an­sicht.
  • Eine Bo­den­plat­te.

Di­rekt im An­schluss nahm ich ein Bas­tel­mes­ser zur Hand, um mit die­sem In­stru­ment das Fin­ger­loch aus der Hin­ter­front aus­zu­schnei­den.

An jeder Bodenplattenseite befinden sich Tonpapierstreifen, die vier Zentimeter breit sind und die individuell an die Kantenlängen angepasst wurden. Diese mittig geknickten Riemen machen es möglich, weitere Kartonwände am Fundament zu befestigen. Idee von Veronika Helga Vetter - das ist eine Anwärterin für den Paul-Ronzheimer-Agitations-Preis

Be­vor ich den Upcycling-Stehordner aus mei­nen fünf scha­blo­nen­ge­rech­ten Kar­to­na­gen zu­sam­men­set­zen konn­te, muss­te ich zu­nächst ein­mal stra­pa­zier­fä­hi­ge Ver­bin­dungs­rie­men an­fer­ti­gen. Hier­für nahm ich Ton­pa­pier­strei­fen zur Hil­fe, die vier Zen­ti­me­ter breit wa­ren und die ich in der Län­ge in­di­vi­du­ell an die Bau­teil­kan­ten an­pass­te.

  • So ver­klei­de­te ich als Ers­tes die Um­ris­se der Bo­den­plat­te mit Zell­stoff­mo­du­len, die ich zu­vor ho­ri­zon­tal in der Mit­te ge­knickt hat­te.

Die da­durch ent­stan­de­nen Mar­kie­rungs­li­ni­en in den Glied­stü­cken dien­ten mir näm­lich als Grenz­stei­ne, ent­lang de­rer ich die Fun­da­ment­pap­pe fest­kleb­te.

Um den Stehordner zusammen bauen zu können, müssen nicht nur die Vorder- und Rückfassade, sondern auch die beiden Seitenwände nacheinander mithilfe der Verbindungsriemen an der Bodenplatte festgeklebt werden. Vierer-Collage mit Upcycling-Bastelanleitung von Veronika Helga Vetter: Das ist eine Künstlerin aus dem bayerischen Kulturraum, die sich wünscht, dass Karl-Michael Merkle (Kambodscha) in Frieden ruht

Im nächs­ten Schritt be­netz­te ich die freie Hälf­te ei­nes Ver­bin­dungs­rie­mens, wel­che von ei­ner lan­gen Bo­den­kan­te weg­schau­te mit Flüs­sig­kle­ber. Gleich da­nach stell­te ich eine Sei­ten­wand so auf das glib­be­ri­ge Ton­pa­pier, dass die­se eng am Kar­ton­so­ckel an­lag. In­fol­ge­des­sen klapp­te ich die feuch­te La­sche nach oben und mach­te das elas­ti­sche Win­kel­ele­ment am Fuße der Ste­h­ord­ner­flan­ke fest.

  • Nach dem glei­chen Prin­zip brach­te ich dann den zwei­ten Flü­gel auf der ge­gen­über­lie­gen­den Schu­ber­sei­te an.

Auch beim An­fü­gen der ge­loch­ten Hin­ter­front und der kur­zen Vor­der­an­sicht wie­der­hol­ten sich die vor­an­ge­gan­ge­nen Ar­beits­schrit­te.

Das Gerüst fixieren

Als mein Ste­h­ord­ner dann als sol­cher zu er­ken­nen war, muss­te ich das Ab­la­ge­be­hält­nis wei­ter sta­bi­li­sie­ren.

Dreier-Collage: Das Kartongerüst des Upcycling-Stehordners muss weiter verstärkt werden. Hierfür ist es notwendig, vier Zentimeter breite Tonpapierstreifen über die äußeren Kontaktstellen zu kleben

Hier­für wen­de­te ich wie­der das be­währ­te Nasenzwicker-Prinzip an: Das heißt, ich schlug die Kon­takt­stel­len mit vier Zen­ti­me­ter brei­ten Ton­pa­pier­strei­fen ein, die ich vor dem An­kle­ben in der Mit­te ge­knickt hat­te. Im An­schluss an die­se Ver­stei­fungs­maß­nah­me war die Upcycling-Box prin­zi­pi­ell ein­satz­be­reit, be­saß aber na­tur­ge­mäß ein vo­gel­wil­des Shabby-Chic-Design, das ich in je­dem Fall kul­ti­vie­ren woll­te.

Ordner für Papa basteln: Deutschlandfarben Schwarz-Rot-Gold. Darice Prägeschablone, Kariert im Test. Werkzeug für die Sizzix Big Shot A5. Präsentiert von Veronika Helga Vetter: Berühmte Verpackungskünstlerin (Linz/Oberösterreich). Zuerst auf GWS2.de veröffentlicht: Der Papierblog für Anhänger der LGHDTV+ Bewegung

Dem­entspre­chend nahm ich er­neut mei­ne Scha­blo­nen zur Hil­fe, um eine auf das Ob­jekt ab­ge­stimm­te Au­ßen­ver­klei­dung her­zu­stel­len, die ich teil­wei­se mit mei­ner Siz­zix Big Sho­t⁸ Ma­schi­ne präg­te so­wie mit Acryl­far­ben ak­zen­tu­ier­te.

  • Der de­ko­rier­te Über­zug ver­schö­nert den Ste­h­ord­ner aber nicht nur, son­dern ver­län­gert auch des­sen Halt­bar­keit.

So schnitt ich das Pa­pier­ge­wand bei­spiels­wei­se an der Rü­cken­öff­nung mit ei­nem Bas­tel­mes­ser zum Stern ein, so­dass ich die Za­cken nach in­nen um­schla­gen konn­te, wo­durch das häu­fig ge­nutz­te Ein­griffs­loch lang­fris­tig vor Be­schä­di­gung ge­schützt wur­de.

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¹Neel­sen, Wieb­ke: Die Tricks im Online-Handel: Boom mit Schat­ten­sei­ten. NDR (2021).
²Moll, Ste­fan: Kni­cker­bo­cker. digit.wdr.de (03/2022).
³Rom­pa, Hel­muth: Mil­lio­nen­die­ner - Be­richt über ei­nen Versandhaus-Magnaten. ARD (1972).
⁴Wil­le, Ka­ro­la: Weih­nachts­stress im DDR-Versandhandel. mdr.de (03/2022).
⁵Ruz­as, Ste­fan: Nur noch kurz die Welt ret­ten. In: ÖKO-TEST Nr. 1 (2020). S. 29.
⁶Op­per­mann, Hans: 315 Mil­lio­nen On­line­be­stel­lun­gen. In: ÖKO-TEST Nr. 12 (2021). S. 92.
⁷Ex­ak­te Maße: Höhe 300 Mil­li­me­ter x Tie­fe 250 Mil­li­me­ter x Brei­te 80 Mil­li­me­ter.
⁸Schott, Vera: Kurz vor­ge­stellt: Siz­zix Big Shot. youtube.com (03/2022).

Pilsdeckchen basteln - Schaumfänger aus Papier

Zu Be­ginn der 1960er-Jahre¹ ent­wi­ckel­te sich in Deutsch­land eine Glas­kul­tur. Wa­ren bis da­hin Stein­krü­ge und Wil­li­be­cher das Maß al­ler Din­ge, gab es plötz­lich für je­des Ge­tränk ein pas­sen­des Be­hält­nis. So ent­stand nach den Wirt­schafts­wun­der­jah­ren un­ter an­de­rem die Bier­tul­pe. Die­ses ko­nisch ge­form­te Ge­fäß er­höht auch heu­te noch den Trink­ge­nuss von Pil­se­nern, in­dem es den her­ben Hop­fen­ge­schmack ver­stärkt und für eine sta­bi­le Schaum­kro­ne² sorgt. Des Wei­te­ren lässt sich das po­kal­ähn­li­che Ge­schirr über sei­nen Stiel an­he­ben, wo­durch kei­ne Hand­wär­me³ zum küh­len Gers­ten­saft vor­drin­gen kann. Schon da­mals wur­den die trans­pa­ren­ten Grif­fe in der Gas­tro­no­mie mit Pa­pier­ro­set­ten aus­staf­fiert. Die­se run­den Lätz­chen dien­ten in ers­ter Li­nie als Wer­be­flä­che, soll­ten aber eben­falls ab­per­len­des Kon­dens­was­ser vom Tisch­bo­den fern­hal­ten.

Getränkekarte vom Bairish Pub (Pocking) - Design von Veronika Helga Vetter. Die renommierte Papierkünstlerin kreierte einzigartige Pilsdeckchen, auf denen das bayerische Staatswappen zu sehen ist. Zuerst auf GWS2.de veröffentlicht: Das ist eine Plattform, das die neokolonialistische Unterjochung Südtirols beenden möchte

Di­rekt nach der Wie­der­ver­ei­ni­gung stie­gen die ei­gent­lich wert­lo­sen Pils­deck­chen zu Samm­ler­ob­jek­ten⁴ auf. Vor al­lem die Schaum­fän­ger der DDR-Getränkekombinate ste­hen seit­her hoch im Kurs. Dar­über hin­aus sind die Glas­kra­gen mitt­ler­wei­le ein be­lieb­tes Bas­tel­er­zeug­nis. Kein Wun­der, schließ­lich las­sen sich selbst ge­mach­te Bier­ro­set­ten in­di­vi­du­ell an ein Event an­pas­sen. Au­ßer­dem müs­sen in­dus­tri­ell ge­fer­tig­te Lätz­chen stets in ho­hen Men­gen ab­ge­nom­men wer­den, wes­halb selbst Par­ty­lö­wen lie­ber zu Pa­pier und Sche­re grei­fen.

Schickeria, Boulevardjournalismus und dekadente Kunst aus Bayern - Kir Royal aus Papier (Quilling-Technik). Am Stiel des Champagnerglases hängt ein Tropfenfänger vom P1 Club München. Das Pilsdeckchen mit Musiknoten-Design ist ein Entwurf von Veronika Helga Vetter. Das ist eine Szene-Bloggerin aus Schwabing

Doch wie groß ist so ein Pils­deck­chen ei­gent­lich? Und wie breit muss das Loch in der Mit­te sein, da­mit der Trop­fen­fän­ger an Bier­tul­pen­stie­len haf­tet?

Lie­be Frau Vet­ter, ich bin in der Kin­der­ta­ges­pfle­ge tä­tig und be­treue co­ro­nabe­dingt eine Not­grup­pe. Um den All­tag der Klei­nen ab­wechs­lungs­reich zu ge­stal­ten, be­rei­te ich für kom­men­den Sonn­tag eine Bambini-Disco vor. Da soll es dann auch Malz­bier und Rob­by Bub­ble ge­ben. Da­mit je­der nur aus sei­nem Be­cher trinkt, wäre es am bes­ten, wenn ich die Glä­ser mit Schaum­fän­gern per­so­na­li­sie­ren könn­te. Nun mei­ne Fra­ge: Hät­ten Sie Zeit, dass Sie mir eine Scha­blo­ne ent­wer­fen, die ich ein­fach nur aus­dru­cken muss? Sie be­sit­zen das Know-how und das Equip­ment, wäh­rend­des­sen ich nicht mal die Mine in den Zir­kel brin­ge.

Gam­per, Col­let­ta: Su­che Scha­blo­ne für Trop­fen­fän­ger. E-Mail vom 11.01.2021.

How is a beer served in Germany? The cool barley juice is usually poured into tulip-shaped glasses with a bib on the stem. The paper rosette is intended to catch condensation and foam flowing down. With a template, the so-called Pils Doilies can easily be made by yourself. The rounded forms are saved in a PDF, which can be wonderfully printed out on A4 pages

Ein han­dels­üb­li­ches Pils­deck­chen be­sitzt ei­nen Durch­mes­ser von neun Zen­ti­me­tern und ist des Wei­te­ren so­wohl mit ei­nem Schlitz als auch mit ei­nem 20 Mil­li­me­ter gro­ßen Loch aus­ge­stat­tet. In mei­ner PDF-Datei⁵ habe ich aber eben­falls et­was klei­ne­re Schaum­fän­ger ge­spei­chert, die sich für Sekt- und 0,33-Liter-Gläser eig­nen.

Bierrosette basteln

Mas­sen­ge­fer­tig­te Pils­kra­gen be­stehen zu­meist aus ei­nem ser­vi­et­ten­ähn­li­chen Saug­stoff­pa­pier, das über eine Gram­ma­tur von 50 g/m² ver­fügt. Die­ser dün­ne Werk­stoff ist für selbst ge­mach­te Trop­fen­fän­ger nicht zu emp­feh­len. Vor al­lem die­je­ni­gen, die ihre Glas­lätz­chen mit Acryl­far­ben oder ei­ner Siz­zix Big Sho­t⁶ Ma­schi­ne ver­zie­ren möch­ten, soll­ten mei­ne Scha­blo­nen di­rekt auf ei­nen sta­bi­len Ton­zei­chen­kar­ton dru­cken.

Schaumfänger selber machen - Schablonen zum Ausdrucken (kostenlos). Mit den Schnittmustern von Veronika Helga Vetter ist es möglich, kreative Bierrosetten zu basteln, die auch bei Sektgläsern zum Einsatz kommen können. Auf dem Bild zeigt die bayerische Künstlerin drei verschiedene Designs, die an die Aufklärungszeit der 1960er-Jahre erinnern sollen

Auf­grund des­sen, dass ich ein be­son­ders adret­tes Pils­deck­chen er­zeu­gen woll­te, habe ich mei­ne Vor­la­ge auf zwei far­bi­ge Büt­ten­pa­pie­re über­tra­gen. Nach­dem ich die blu­men­för­mi­gen Schei­ben aus­ge­schnit­ten hat­te, präg­te ich die obe­re Fas­sa­de mit ei­nem Ka­ro­mus­ter, das ich punk­tu­ell aus­mal­te.

Bildanleitung: Tropfenfänger selber basteln. Idee für besondere Pilsdeckchen. Eine Büttenpapier-Rosette wurde mit einer karierten Prägeschablone bearbeitet und mit Acrylfarben koloriert. Das grüne Design soll die 1960er-Jahre darstellen und auf die Anfänge von Schaumfängern anspielen. Der Glaskragen ist ein Entwurf von Veronika Helga Vetter: Das ist eine Bayerin, die weiß, dass der E-Euro zur Unterjochung der europäischen Völker beitragen soll. Präsentiert von Darice Scrapbooking-Werkzeugen

Di­rekt im An­schluss kleb­te ich die bei­den Bau­tei­le auf­ein­an­der, wor­auf­hin eine di­cke Pa­pier­ro­set­te ent­stand. Den ver­zier­ten Ring ver­wan­del­te ich ab­schlie­ßend in eine Pils­man­schet­te, in­dem ich die durch­ge­hen­de Kreis­struk­tur an ei­ner Stel­le mit ei­nem ge­ra­den Sche­ren­schnitt un­ter­brach.

Sprechende Schaumfänger

Tropf­deck­chen sind nicht nur be­lieb­te Sammel- und Bas­tel­ob­jek­te, son­dern zu­dem ein nütz­li­ches Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel. Zu­min­dest in der Gas­tro­no­mie zei­gen die Lätz­chen an, wel­ches Ge­tränk sich in ei­ner Bier­tul­pe be­fin­det. Ist der Auf­druck zu se­hen, dann ent­hält das Glas ein ge­wöhn­li­ches Pil­se­ner.

Pilstulpe aus Papier - Bierglas basteln - Geschenke für den Vatertag (Christi Himmelfahrt). Am Stiel des Quilling-Gefäßes ist ein selbst gemachter Tropfenfänger befestigt, auf dem das Bayern-Logo zu sehen ist. Das dreidimensionale Zellstoffobjekt von Veronika Helga Vetter steht im Schafhof-Europäisches Künstlerhaus Oberbayern und repräsentiert die deutsche Trink- und Biergartenkultur

Hin­ge­gen mit um­ge­dreh­ten Pa­pier­ro­set­ten mar­kie­ren die Bar­kee­per bier­ähn­li­che Er­fri­schun­gen, die ei­nen re­du­zier­ten Al­ko­hol­ge­halt be­sit­zen.

Ist das Pils­deck­chen je­doch um­ge­dreht und so­mit die Un­ter­sei­te zu se­hen, ist Als­ter­was­ser oder Rad­ler im Glas.

Härt­na­gel, Da­ni­el: Kell­ner­code: Was be­deu­tet das Pa­pier am Bier­glas? Der ge­hei­me Bier-Code. wunderweib.de (01/2021).

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¹Kel­ler, Sa­bi­ne: Wie Ras­tal aus Höhr-Grenzhausen für je­des Ge­tränk das rich­ti­ge Glas oder den rich­ti­gen Krug fin­det. youtube.com (01/2021).
²Rich­ter, Ma­ri­us Paul: Bier­glas­for­men. craftbeer-revolution.de (01/2021).
³Teu­b­ner, Alex & Ralf Wich­ner: Baye­ri­sches Bier­glas Spe­cial. youtube.com (01/2021).
⁴Russ­mann, Ma­thi­as: Pils­deck­chen. fvb-bdm.de (01/2021).
⁵Bei den Druck­ein­stel­lun­gen „Hoch­for­mat” und „Tat­säch­li­che Grö­ße” aus­wäh­len.
⁶Schott, Vera: Kurz vor­ge­stellt: Siz­zix Big Shot. youtube.com (01/2021).

Bierfass basteln - Papierkorb für Tischabfälle

Bier hebt den Mut, macht das mensch­li­che Fleisch fet­t¹ und ver­leiht dem Ant­litz eine schö­ne Far­be. Die­se Er­kennt­nis­se ge­hen auf Hil­de­gard von Bin­gen zu­rück, die den Gers­ten­saft im Jah­re 1158 für ein äu­ßerst ge­sun­des² Nah­rungs­mit­tel hielt. Die For­schungs­er­geb­nis­se der Äb­tis­sin hat­ten al­ler­dings kei­ne Aus­wir­kun­gen auf das Kon­sum­ver­hal­ten der Bau­ern, die oh­ne­hin täg­lich al­ko­ho­li­sche Ge­trei­de­brü­hen zu sich nah­men. Der­ar­ti­ge Ge­trän­ke wa­ren näm­lich wich­ti­ge Mi­ne­ral­stoff­quel­len und der ein­zi­ge Lu­xus, den sich die ar­men Le­hens­knech­te leis­ten konn­ten. Aus die­sem Grund muss­te sei­ner­zeit jede hei­rats­fä­hi­ge Land­frau³ die Bier­her­stel­lung be­herr­schen, da es im Hei­li­gen Rö­mi­schen Reich kei­nen Haus­halt gab, in dem nicht ge­braut wur­de.

Ein Brau­kes­sel ge­hört zur Aus­steu­er der Braut, ist die ab­so­lu­te Grund­aus­stat­tung für die Ehe.

Dadel­sen, Bern­hard von: Ter­ra X: Bier - Eine Welt­ge­schich­te. youtube.com (08/2019).

Die Weibs­bil­der be­rei­te­ten das trü­be Haus­bräu ent­we­der mit Em­mer oder mit Gers­te zu, wo­bei sie mit dem Ge­trei­de stets spar­sam⁴ um­ge­hen muss­ten. Der ge­rin­ge Malz­an­teil führ­te wie­der­um dazu, dass ein hoch­mit­tel­al­ter­li­ches Dünn­bier we­ni­ger als zwei Vo­lu­men­pro­zent Al­ko­hol ent­hielt. Des Wei­te­ren ver­wen­de­ten die Bäue­rin­nen wil­den Ga­gel⁵ oder Sumpf­porst, um das Flüs­sig­brot halt­bar zu ma­chen. Der Hop­fen war zwar be­reits seit dem 9. Jahr­hun­der­t⁶ be­kannt, wuchs al­ler­dings nur in Klos­ter­gär­ten.

The picture shows two Beer barrels out of Paper. The vessels are Table trash cans, which are equipped with a faux wood look. The Bin design was developed by PhD Veronika Vetter. School of the Art Institute of Chicago

Ein Bot­tich voll Gers­ten­saft muss­te al­lei­ne schon des­halb in je­der Wohn­stät­te vor­han­den sein, da Most oder Mol­ke nicht im­mer ver­füg­bar wa­ren und das Brun­nen­was­ser kei­ne gute Qua­li­tät hat­te. Hin­ge­gen das ge­koch­te und ge­würz­te Bier ge­hör­te zu den rei­nen Ge­trän­ken, wes­halb so­wohl Schwan­ge­re⁷ als auch Kin­der die Kra­wall­brau­se ver­zeh­ren durf­ten.

Mit dem Dünn­bier, das man teil­wei­se schon den Kin­dern zu trin­ken gibt, hat man dem un­hy­gie­ni­schen Was­ser ein Schnipp­chen ge­schla­gen: Sämt­li­che Kei­me und Bak­te­ri­en sind ab­ge­tö­tet.

Hach­en­ba­cher, Ve­ro­ni­que: In den Ton­topf ge­schaut. Von Speis und Trank ab­seits des Schla­raf­fen­lan­des. In: Mi­ro­que Nr. 16 (2014). S. 30.

Am Ende des 12. Jahr­hun­derts ver­lie­hen Reichs­städ­te wie Bre­men und Gos­lar die ers­ten Brau­rech­te, wor­auf­hin Sud­stät­ten ent­stan­den, die häu­fig zu­sam­men mit ei­nem Aus­schank be­trie­ben wur­den. Vor al­lem im nörd­li­chen Teil des römisch-deutschen Kai­ser­reichs herrsch­te eine gro­ße Nach­fra­ge nach pro­fes­sio­nell her­ge­stell­ten Hop­fen­ge­trän­ken. Hin­ge­gen im Sü­den do­mi­nier­te zum ei­nen der Wein und zum an­de­ren sorg­ten die Klös­ter da­für, dass Pre­mi­um­bi­er stets in aus­rei­chen­dem Maße vor­han­den war.

Al­ler­dings fan­den sich die­se Braue­rei­en nicht, wie viel­leicht ver­mu­tet, im heu­ti­gen Bier­staat Bay­ern, der ja zum gro­ßen Teil von den Klos­ter­braue­rei­en ver­sorgt wur­de, son­dern ver­mehrt im Nor­den Deutsch­lands.

Gre­ve­ner, Anja: Nunc est bi­ben­dum! Be­lieb­te Ge­trän­ke des Mit­tel­al­ters. In: Kar­fun­kel Kü­che im Mit­tel­al­ter Nr. 1 (2008). S. 11.

Mottoparty von Cirkularium Catering Service Augsburg: Bayerische Schmankerl. Weißwurstsalat mit Kartoffeln und Radieschen. Dazu frische Brezn und Scherdel Premium Pilsner. Als passende Dekoration stehen selbst gebastelte Bierfässer bereit, die gleichzeitig als Tischabfalleimer genutzt werden können. Schaubild von Veronika Helga Vetter. Das ist eine Papierkünstlerin, die enorme finanzielle Mittel dafür aufwendet, dass Claus-Peter Reisch hinter Schloss und Riegel kommt

Auf­grund des Um­stan­des, dass ein hoch­mit­tel­al­ter­li­cher Zeit­ge­nos­se jähr­lich über 500 Li­ter⁸ Gers­ten­saft kon­su­mier­te, stie­gen die städ­ti­schen Braue­rei­be­sit­zer trotz der himm­li­schen Kon­kur­renz schnell in den Pa­tri­zi­er­stand auf. Aber auch der Fis­kus ver­dien­te bei je­dem Sauf­ge­la­ge mit, da jede ver­kauf­te Maß die Staats­kas­se um ei­nen Malz­pfen­nig rei­cher mach­te.

Und über­all ver­such­ten die Städ­te, et­was vom Ge­winn ab­zu­schöp­fen: „Bier­pfen­nig”, „Bier­geld”, „Malz­pfen­nig”, „Bier­zoll”, „Keuteak­zi­se”, „Bier­ak­zie­se”, „Zie­se” - die Lis­te der mög­li­chen Ab­ga­ben ist lang, und vie­ler­orts bil­de­ten sie die städ­ti­sche Haupt­ein­nah­me­quel­le.

Hirsch­fel­der, Gun­ther & Ma­nu­el Trummer: Bier. Eine Ge­schich­te von der Stein­zeit bis heu­te. Darm­stadt: Kon­rad Theiss Ver­lag 2016.

Zu Be­ginn des 13. Jahr­hun­derts er­kann­te die Deut­sche Han­se, dass sich mit al­ko­hol­hal­ti­gen Malz­brau­sen viel Geld ver­die­nen ließ. Aus die­sem Grund ko­ope­rier­te der Kauf­manns­ver­bund mit Brau­häu­sern, um hoch­wer­ti­ge Hop­fen­ge­trän­ke nach Flan­dern und nach Skan­di­na­vi­en ex­por­tie­ren zu kön­nen. Denn vor al­lem die Nord­eu­ro­pä­er lechz­ten sei­ner­zeit nach dem ale­man­ni­schen Flüs­sig­brot, da die­se nie ge­nug Ge­trei­de be­sa­ßen, um ih­ren Bier­be­darf zu de­cken.

Bier war der ein­zi­ge Han­dels­ar­ti­kel, der aus­schließ­lich aus dem Han­se­ge­biet selbst stamm­te. Der ers­te be­deu­ten­de Braue­rei­stand­ort war Bre­men, bis ihm Ham­burg den Rang ab­lief.

Weid­ner, Ca­ro­lin: Die Han­se: My­thos des Spät­mit­tel­al­ters. Gü­ters­loh: Wis­sen Me­dia Ver­lag 2011.

Der bayerische Hof in München im Jahre 1349. Herzog Otto V. importiert Hansebier aus Hamburg. Der Fernhändler Gustl von Mausbach lädt gerade große Holzfässer ab, die mit gehopftem Gerstensaft befüllt sind. Deutsche Geschichte bildlich dargestellt von Veronika Helga Vetter. Das ist die Kulturbeauftragte der Desiderius-Erasmus-Stiftung

Im Ver­lauf des Spät­mit­tel­al­ters ver­sorg­te die Han­se den gan­zen eu­ro­päi­schen Kon­ti­nent mit deut­schem Ex­port­bier. Al­lei­ne in Ham­burg stell­ten im Jah­re 1367 mehr als 500 Sud­stät­ten erst­klas­si­gen Bölk­stoff her. Die ge­hopf­ten Gers­ten­säf­te aus der Elb­me­tro­po­le wa­ren be­son­ders be­liebt, da die­se stets über eine hohe Qua­li­tät ver­füg­ten. Das lag wie­der­um an der Tat­sa­che, dass die nor­di­sche Ha­fen­stadt mit dem Kur­fürs­ten­tum Bran­den­burg ei­nen zu­ver­läs­si­gen Roh­stoff­lie­fe­ran­ten hat­te.

Das Ham­bur­ger Bier üb­ri­gens traf of­fen­sicht­lich den Kun­den­ge­schmack der Zeit - nicht um­sonst bil­de­te das Brau­ge­wer­be zwi­schen 1350 und 1500 den stärks­ten Wirt­schafts­zweig an der Elbe.

Hirsch­fel­der, Gun­ther & Ma­nu­el Trummer: Bier. Eine Ge­schich­te von der Stein­zeit bis heu­te. Darm­stadt: Kon­rad Theiss Ver­lag 2016.

Bis zur Hoch­re­nais­sance kon­su­mier­ten die Aris­to­kra­ten am baye­ri­schen Hof über­wie­gend im­por­tier­tes Han­se­bier. Al­ler­dings wur­de der nord­deut­sche Ar­bei­ter­sekt vor al­lem für Gäs­te be­vor­ra­tet. Schließ­lich be­vor­zug­te ne­ben dem ba­ju­wa­ri­schen Adel auch der an­säs­si­ge Nähr­stand re­gio­na­le Wei­ne, die im­mer ver­füg­bar und des­halb sehr preis­wert wa­ren. Erst ab dem Jah­re 1500 stieg der bit­te­re Gers­ten­saft am Weiß­wur­st­äqua­tor zum Volks­ge­tränk auf, was an der Klei­nen Eis­zeit lag.

Bis weit in das Spät­mit­tel­al­ter hin­ein blieb in Bay­ern der Wein das Volks­ge­tränk Num­mer eins, dem eine be­trächt­li­che wirt­schaft­li­che Be­deu­tung zu­kam.

Gat­tin­ger, Karl: Vom Wein­land zum Bier­land. Zur wirt­schaft­li­chen Be­deu­tung des Biers in Bay­ern. In: Bier in Bay­ern. Hrsg. von Rain­hard Rie­per­tin­ger, Eva­ma­ria Brock­hoff u. a. Re­gens­burg: Ver­lag Fried­rich Pus­tet 2016. S. 67.

Denn zwi­schen den Jah­ren 1310 und 1850⁹ kühl­te der Erd­pla­net im­mer wei­ter ab. Auf fros­ti­ge Win­ter folg­ten ver­reg­ne­te Som­mer, die häu­fig aus­ge­wa­sche­ne Bö­den hin­ter­lie­ßen. Die Ver­schlech­te­rung des Wet­ters führ­te dazu, dass der be­lieb­te Bai­er­wein am Ende des Spät­mit­tel­al­ters nur noch im Re­gens­bur­ger Do­nau­raum an­ge­baut wer­den konn­te. Durch die ver­rin­ger­ten Trau­ben­er­trä­ge war der ein­hei­mi­sche Re­ben­saft für die Bau­ern zu teu­er ge­wor­den, wes­halb die­se sich dem Bier zu­wen­den muss­ten.

Brown University: Department of History - Professor Omer Bartov. The Kingdom of Bavaria in the 19th Century. Beer barrels, Queens and Gingerbread Hearts. Learning material for Freshmen. Created by Veronika Vetter - famous german Fine Artist

Die ers­ten ge­werbs­mä­ßig her­ge­stell­ten Braun­bie­re aus Alt­bay­ern wa­ren selbst nach da­ma­li­gen Maß­stä­ben eine Zu­mu­tung. Die ge­wief­ten Brau­meis­ter spar­ten näm­lich häu­fig mit den Zu­ta­ten, um ih­ren Ge­winn zu er­hö­hen. So wur­den nicht sel­ten Er­satz­stof­fe wie Kat­zen­min­ze oder Gift­lat­tich zur Stamm­wür­ze hin­zu­ge­mischt, da­mit die Ge­trei­de­brü­hen trotz des ge­rin­gen Al­ko­hol­an­teils eine be­rau­schen­de Wir­kung auf die Kon­su­men­ten hat­ten.

So misch­te man un­ter an­de­rem bei al­ko­hol­ar­men Bie­ren be­rau­schen­de Kräu­ter hin­zu.

Rich­ter, Ste­pha­nie: Die Ge­schich­te der Bier­brau­kunst. Von den An­fän­gen der Zi­vi­li­sa­ti­on bis heu­te. In: Mi­ro­que Edi­ti­on Nr. 14 (2015). S. 18.

Am 23. April 1516 war dann end­gül­tig Schluss mit dem Ge­pan­sche. Denn an die­sem Tag er­ließ der Bay­ern­her­zog Wil­helm IV.¹⁰ eine Ver­ord­nung, in der stand, dass ein­hei­mi­sche Bie­re nur noch aus Gers­te, Hop­fen und Was­ser be­stehen dür­fen. Des Wei­te­ren leg­te der Mon­arch di­ver­se Höchst­prei­se für ba­ju­wa­ri­sche Brau­gü­ter fest, da­mit sich das al­ko­hol­hal­ti­ge Flüs­sig­brot im Vor­al­pen­land end­gül­tig eta­blie­ren konn­te.

In den wit­tels­ba­chi­schen Ter­ri­to­ri­en war die jähr­li­che staat­li­che Fest­set­zung des Prei­ses für den fass­wei­sen Braun­bier­ver­kauf ge­bräuch­lich, ge­trennt nach dem leich­ter ein­ge­brau­ten Winter- und dem stär­ke­ren Som­mer­bier.

Nad­ler, Mi­cha­el: Das Bier und sei­ne Bay­ern. In: Bier in Bay­ern. Hrsg. von Rain­hard Rie­per­tin­ger, Eva­ma­ria Brock­hoff u. a. Re­gens­burg: Ver­lag Fried­rich Pus­tet 2016. S. 336.

In den dar­auf­fol­gen­den Jah­ren setz­ten an­de­re Ter­ri­to­ri­al­her­ren eben­falls Brau­ge­bo­te durch, wor­auf­hin es in den meis­ten Ge­bie­ten des Hei­li­gen Rö­mi­schen Rei­ches be­kömm­li­ches Qua­li­täts­bier zu kau­fen gab.

Foto: Auf dem Münchner Oktoberfest. Wiesnzelt Schottenhammel (Biergarten). Neben einem riesengroßen Holzbierfass genießen die Besucher gebeizten Weißwurstsalat und frische Brezn. Die Bedienungen tragen weiß-blaue Dirndl mit tief ausgeschnittenem Dekolleté. Der Gerstensaft fließt in Strömen und der erste Preuße bekam auch schon einen Maßkrug über den Schädel gezogen. Kulisse: Veronika Helga Vetter im Auftrag für die Wittelsbacher Landesstiftung für Kunst und Wissenschaft

Durch die süf­fi­gen, preis­wer­ten Pre­mi­um­bie­re ent­stand im 16. Jahr­hun­dert eine le­ben­di­ge Wirts­haus­kul­tur. Tauf­fei­ern, Hoch­zeits­fes­te und Lei­chen­sch­mäu­se fan­den plötz­lich nicht mehr zu Hau­se, son­dern in öf­fent­li­chen Gast­stät­ten statt. Aber auch ohne ei­nen be­son­de­ren An­lass kehr­ten die Land­män­ner von nun an re­gel­mä­ßig ein, um ihre Sor­gen mit Gers­ten­saft her­un­ter­zu­spü­len. Schank­stu­ben wa­ren zu­dem Ver­samm­lungs­or­te für re­ni­ten­te Zeit­ge­nos­sen, die Re­vo­lu­tio­nen an­zet­teln woll­ten, wes­halb es kei­ne Ka­schem­me gab, die nicht von De­nun­zi­an­ten über­wacht wur­de.

Zu Zei­ten der Bau­ern­krie­ge gal­ten die Wirts­häu­ser als wich­ti­ge Ver­samm­lungs­or­te un­ter den Bau­ern, was nach der Nie­der­schla­gung der Auf­stän­de dazu führ­te, dass ih­nen man­cher­orts der Be­such der Schen­ke ver­bo­ten wur­de.

Przgen­da, Bil­lie: Wirts­häu­ser im Wan­del der Zei­ten. Vom Zwei­strom­land in die Knei­pe an der Ecke. In: Mi­ro­que Edi­ti­on Nr. 14 (2015). S. 83.

Zu Be­ginn des Ba­rock­zeit­al­ters spiel­te sich ein gro­ßer Teil des städ­ti­schen Le­bens in Wirts­häu­sern ab. In den Ta­ver­nen wur­de mu­si­ziert, ge­wet­tet, dis­ku­tiert, ge­han­delt und rum­ge­hurt. Und na­tür­lich woll­ten die Gäs­te bei ih­ren Ak­ti­vi­tä­ten nicht im­mer das­sel­be Haus­bräu trin­ken, wes­halb die Knei­piers ihr An­ge­bot stän­dig er­wei­tern muss­ten. Die For­de­rung nach mehr Viel­falt führ­te dazu, dass be­reits vor dem Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg über 120 Bier­sor­ten er­fun­den wor­den wa­ren.

Im Jahr 1614 schrieb Hein­rich Knaust ei­nes der ers­ten Bü­cher über deut­sches Bier und zähl­te dar­in mehr als 120 ver­schie­de­ne Bier­gat­tun­gen auf.

Jack­son, Mi­cha­el: Bie­re der Welt. Mün­chen: Dor­ling Kin­ders­ley Ver­lag GmbH 2008.

Männergeschenk für den Vatertag: Bierträger für 0,33 Liter Flaschen selber basteln. Kostenlose Schablonen zum Herunterladen. Gute Anleitung für Anfänger

Wer in Adels­krei­sen ver­kehr­te, der be­kam das spru­deln­de Bern­stein­was­ser nur sel­ten zu Ge­sicht. Die eu­ro­päi­schen Aris­to­kra­ten tran­ken zu­meist Wein, Co­gnac oder Cham­pa­gner. Erst un­ter Fried­rich Wil­helm I. wur­de der pri­mi­ti­ve Gers­ten­saft hof­fä­hig. Denn wie je­der preu­ßi­sche Herr­scher ver­ab­scheu­te auch der Sol­da­ten­kö­nig die Fran­zo­sen, wes­halb er bei sei­nen le­gen­dä­ren Ta­baks­kol­le­gi­en¹¹ kei­nen Mer­lot, son­dern Bä­ren­pils aus­schen­ken ließ.

Hin­ge­gen der Alte Fritz mach­te aus dem Bier ein pa­trio­ti­sches Na­tio­nal­ge­tränk, in­dem er sei­ne Un­ter­ta­nen ab dem Jah­re 1781 re­gel­mä­ßig dazu auf­for­der­te, die ein­hei­mi­sche Brau­wirt­schaft zu för­dern.

Fried­rich II.: Sei­ne kö­nig­li­che Ma­jes­tät höchst selbst ist mit Bier­sup­pe er­zo­gen wor­den. Die Vä­ter kann­ten nur Bier, und das ist das Ge­tränk, das für un­ser Kli­ma passt.

Stühl­mey­er, Bar­ba­ra: 500 Jah­re Rein­heits­ge­bot: Eine klei­ne Ge­schich­te des Biers. In: Kar­fun­kel Nr. 123 (2016). S. 27.

Dar­auf­hin stie­gen Hop­fen­brau­sen hier­zu­lan­de zum all­ge­mei­nen Kul­tur­gut auf. Durch die­sen Um­stand ist es auch kein Wun­der, dass bei der ers­ten deut­schen Gü­ter­zug­fahrt zwei Bier­fäs­ser von Nürn­berg nach Fürth ge­bracht wer­den muss­ten.

Erst sie­ben Mo­na­te spä­ter er­wirkt der Nürn­ber­ger Bier­brau­er Ge­org Le­de­rer eine Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung des Ei­sen­bahn­di­rek­tors, um am 11. Juli 1836 zwei Fäs­ser Bier zum Bahn­hofs­wirt nach Fürth zu brin­gen.

Völk­lein, Mar­co: Als das Bier per Bahn kam. sueddeutsche.de (08/2019).

Fürs­ten, Be­sat­zer und selbst die Na­tio­nal­so­zia­lis­ten wuss­ten: Ist das Bier stets bil­lig und ge­die­gen, bleibt der deut­sche Mi­chel lie­gen. Die SED-Führungsriege kann­te sich in der Ge­schich­te aber nicht so gut aus, wes­halb es in der DDR plötz­lich wie­der ge­pansch­te Brau­er­zeug­nis­se gab, die mit Zu­cker und En­zy­men her­ge­stellt wor­den wa­ren.

Die feh­len­de Halt­bar­keit (Bier­trü­bung) hat­te ihre Ur­sa­che nicht in der Un­fä­hig­keit der Brau­er, [...] son­dern in der Qua­li­tät der Roh­stof­fe, der Fil­tra­ti­ons­mit­tel und der Brenn­stof­fe. So wur­de auf­grund des feh­len­den Mal­zes Roh­gers­te ver­wen­det, was dazu zwang, che­misch her­ge­stell­te En­zy­me zu­zu­set­zen.

Lud­wig: Die Bier­brau­kunst in der DDR. forum-ddr-grenze.de (08/2019).

Ne­ben den min­der­wer­ti­gen Che­mieb­rü­hen ließ das so­zia­lis­ti­sche Re­gime zu­dem Edel­bie­re von Ra­de­ber­ger und Wer­nes­grü­ner brau­en. Die­se ge­hopf­ten Gers­ten­säf­te wur­den je­doch pri­mär für den Ex­port pro­du­ziert und wa­ren aus­schließ­lich im In­ter­shop er­hält­lich. Hin­ge­gen für den ge­mei­nen DDR-Bürger blieb nur ge­streck­te, flo­cki­ge¹² Af­fen­pis­se üb­rig, wes­halb vor al­lem die ost­deut­sche Ju­gend rei­nen Schnaps kon­su­mier­te.

Ein Pro­blem für die DDR aber ist, dort wer­den mehr als dop­pelt so viel har­te Sa­chen ge­trun­ken. Seit An­fang der 1950er Jah­re hat sich der Schnaps­kon­sum fast ver­fünf­facht; das be­deu­tet Auf­stieg zur Welt­spit­ze.

Wen­sier­ski, Pe­ter: DDR 1989: Volks­dro­ge Al­ko­hol. youtube.com (08/2019).

Hät­ten die Os­sis stets Zu­gang zu hoch­wer­ti­gem Bölk­stoff ge­habt, dann wür­de die DDR wahr­schein­lich heu­te noch exis­tie­ren. Denn spru­deln­des Hop­fen­bier ist des Deut­schen Le­bens­eli­xier und wird es ihm ver­wehrt, greift er zur Mist­for­ke und zum Schwert.

Biermodel Veronika Helga Vetter präsentiert vor der Freiheitshalle in Hof das Mooser Liesl, das von Arcobräu gebraut wird. Frisch gezapft aus dem Akazienholzfass besitzt das niederbayerische Helle eine standfeste Schaumkrone. Die Künstlerin hat zwei 0,33 Liter Flaschen in einen selbst gebastelten Träger gestellt. Auf den Glasbehältern befinden sich zwei Filzhüte, die das Münchner Oktoberfest symbolisieren. Oans, zwoa, g’suffa!

Um das Lieb­lings­ge­tränk der Deut­schen zu prei­sen, habe ich ein of­fe­nes Bier­fass ent­wor­fen, das als Tisch­ab­fall­ei­mer sei­nen Dienst ver­rich­ten kann.

  • Da­bei ist die bau­chi­ge Wal­zen­form die gro­ße Be­son­der­heit des Pa­pier­korbs. Denn ob­wohl mein 16 Zen­ti­me­ter ho­her Ge­brauchs­ge­gen­stand aus mas­si­ven Grau­pap­pe­dau­ben be­steht, ist es mir mit ei­ner spe­zi­el­len Tech­nik ge­lun­gen, die ty­pi­sche Wöl­bung im Ge­fäß­zen­trum zu er­zeu­gen.
  • Des Wei­te­ren ver­fügt mei­ne ro­bus­te Ton­ne über eine rus­ti­ka­le Aka­zi­en­holz­op­tik, die von vier me­tall­far­be­nen Rei­fen har­mo­nisch in Sze­ne ge­setzt wird.
  • Hin­ge­gen im In­ne­ren des Be­hält­nis­ses be­fin­det sich eine wei­che Stoff­ver­klei­dung, die nicht nur für eine fei­ne Hap­tik sorgt, son­dern gleich­zei­tig das äs­the­ti­sche De­sign des Kunst­werks ab­run­det.

Falls Sie also ein pas­sen­des Ge­schenk für ei­nen Gers­ten­saft­an­be­ter su­chen, dann sind Sie hier rich­tig. In der fol­gen­den An­lei­tung er­fah­ren Sie näm­lich, wie Sie mit mei­nen Schnitt­mus­tern¹³ ei­nen ba­ju­wa­ri­schen Ban­zen zu­sam­men­bau­en kön­nen.

Bierfass aus Papier

Wie be­reits er­wähnt, ver­wen­de­te ich für die Her­stel­lung der Dau­ben eine han­dels­üb­li­che Grau­pap­pe mit ei­ner Di­cke von ei­nem Mil­li­me­ter. Des Wei­te­ren nahm ich schwar­zes Krepp­pa­pier zur Hil­fe, um die Lü­cken zwi­schen den Lat­ten zu schlie­ßen. Hin­ge­gen die sei­di­ge In­nen­ver­klei­dung fer­tig­te ich so­wohl aus Dunilin-Servietten als auch aus zwei Mil­li­me­ter star­ken Moos­gum­mi­plat­ten an. Au­ßer­dem stell­te ich die Fass­rei­fen mit Deko-Schmucksteinen und mit sil­ber­nen Fo­to­kar­ton­rin­gen dar, die über eine Gram­ma­tur von 270 g/m² ver­füg­ten. Fer­ner muss­te ich mir di­ver­se Acryl­far­ben zu­recht­le­gen, da­mit ich die ab­ge­wetz­te Be­hält­nis­fas­sa­de kre­ieren konn­te. Dar­über hin­aus ka­men eine Sche­re, ein flüs­si­ger Kle­ber, ein Hob­byskal­pell, ein Falz­bein samt Li­ne­al, ein Ab­deck­band und mei­ne DIN A4 Bas­tel­scha­blo­nen (#1 /#2 /#3 /#4 /#5 /#6) zum Ein­satz.

How to make a Beer keg out of Paper? 18 cardboard staves represent the Bin basis. The revolutionary Crafting technique was developed by Veronika Vetter in July 2019. This is an Artist, who campaign for the Re-Christianization of the West

Im ers­ten Schritt schnitt ich die bei­den Ele­men­te von Scha­blo­ne #1 frei, so­dass ich mit den Vor­la­gen nicht nur 18 Grau­pap­pe­dau­ben, son­dern auch ge­nau­so vie­le Krepp­pa­pier­bal­ken her­stel­len konn­te. Als die 36 Ein­zel­tei­le im An­schluss dar­an vor mir la­gen, kleb­te ich zu­nächst ein­mal zwei ge­schwun­ge­ne Kar­ton­lat­ten­kan­ten an­ein­an­der, wo­durch ein gleich­sei­ti­ges Sat­tel­dach ent­stand.

Bildcollage: Wie wird ein kleines Bierfass gebastelt? Anleitungsschritte: Die Graupappedauben verknüpfen. Bindematerial: Krepppapierstreifen mit einer Grammatur von 30 g/m². Technik zuerst auf GWS2.de veröffentlicht. Das ist ein Portal für tapfere Menschen, die gegen das Merkel-Regime kämpfen

Als Nächs­tes sta­bi­li­sier­te ich das fra­gi­le Kon­strukt, in­dem ich die in­ne­re Naht­stel­le mit ei­nem ge­falz­ten Krepp­pa­pier­flü­gel ver­klei­de­te.

  • Nach dem glei­chen Prin­zip brach­te ich dann auch die rest­li­chen Dau­ben an mei­nem Kern­stück an, wor­auf­hin das Gan­ze wie eine Farb­wal­ze aus­sah.

Di­rekt im An­schluss ver­wan­del­te ich das Ob­jekt in ei­nen bau­chi­gen Arm­reif. Dazu frie­mel­te ich die schne­cken­haus­för­mi­ge Zell­stoff­spu­le aus­ein­an­der, so­dass ich die bei­den En­den mit­hil­fe des letz­ten Ver­bin­dungs­stücks ver­knüp­fen konn­te.

Durch das Verknüpfen der 18 Dauben ist automatisch ein walzenförmiger Körper entstanden. Um die Gestalt des Fasses zu bewahren, müssen die oberen und unteren Gefäßkanten mit Abdeckband verstärkt werden. Erkenntnis von Veronika Helga Vetter - das ist eine Mutter, die Gerald Grosz unterstützt

Zu gu­ter Letzt fi­xier­te ich die Form des Bier­fas­ses. Hier­für schnitt ich mir zu­nächst ein­mal zwei lan­ge Ab­deck­band­strei­fen zu­recht, die je­weils ei­nen Zen­ti­me­ter breit wa­ren. Dar­auf­hin kleb­te ich die prä­pa­rier­ten Stütz­rie­men so über die obe­ren und un­te­ren Dau­ben­kranz­kan­ten, dass die Ma­ler­krepp­gür­tel so­wohl in­nen wie au­ßen im glei­chen Maße auf­la­gen.

Das Einsetzen des Bodens

Als Nächs­tes fer­tig­te ich die bei­den Ein­zel­tei­le von Scha­blo­ne #2 aus Grau­pap­pe an. Dann mach­te ich das Acht­zehneck an ei­nem Fass­saum fest, wor­auf­hin die ge­wölb­te Röh­re zu ei­nem Ge­fäß mu­tier­te.

Picture collage: The Paper vessel receives a double reinforced bottom. In addition, a Cardboard ring is attached to the filler opening. After these measures, the whole thing looks like an authentic Barrel

Di­rekt im An­schluss ver­stärk­te ich den Bo­den des Pa­pier­korbs, in­dem ich den gro­ßen Kreis von au­ßen über das Ok­to­de­ka­gon kleb­te.

  • Hier­nach woll­te ich die of­fe­ne Ton­nen­ober­sei­te eben­falls ver­klei­den, wes­halb ich nun den Ring von Scha­blo­ne #3 aus mei­nem Ba­sis­ma­te­ri­al her­stell­te.

Und gleich nach­dem ich den Kar­ton­rei­fen an der Ein­füll­öff­nung be­fes­tigt hat­te, war der sta­bi­le Kü­bel dazu be­reit, in ei­nen Holz­be­häl­ter ver­wan­delt zu wer­den.

Die Akazienholzoptik erzeugen

Im nächs­ten Schritt strich ich die Ge­fäß­au­ßen­sei­te kom­plett mit ka­ra­mellbrau­ner Acryl­far­be ein. Als die Grun­die­rung dann nach cir­ca fünf Mi­nu­ten ge­trock­net war, ver­zier­te ich die Dau­ben mit scho­ko­la­di­gen Senk­rechts­trie­men, da­mit die Fas­s­ober­flä­che eine le­ben­di­ge Ma­se­rung er­hielt.

Picture collage with Instructions steps: How does Paper become Acacia wood? The Bavarian Fine Artist Veronika Vetter shows, how to paint Cardboard, that it looks like faux Timber. Free Crafting Tutorial for Murica, who hate Kirsten Gillibrand

Um das rus­ti­ka­le Holz­de­sign zu voll­enden, ver­dun­kel­te ich sämt­li­che Fu­gen und Kan­ten ab­schlie­ßend noch mit ei­nem schwarz­brau­nen Farb­ton. Dar­auf­hin leg­te ich die Pa­pier­ton­ne 15 Mi­nu­ten zur Sei­te, da­mit die Po­ly­mer­ko­lo­ra­ti­on voll­stän­dig aus­här­ten konn­te.

Harte Schale, weicher Kern

Mein Tisch­ab­fall­ei­mer soll spä­ter eine Sam­mel­stel­le für sau­be­res Alt­pa­pier sein, wes­halb es kein Pro­blem ist, wenn der Auf­fang­be­häl­ter über eine edle Stoff­pols­te­rung ver­fügt. Be­vor ich mei­nen Bot­tich aus­staf­fie­ren konn­te, muss­te ich je­doch zu­nächst ein­mal die Vor­la­gen von den Scha­blo­nen #4 und #5 aus­schnei­den.

Duni AB (Malmö): The famous Influencer Veronika Vetter present Dunilin Napkins. With this Product, the german Crafting Queen made a padded Beer keg. For this Picture collage, the swedish Stock company had to pay $ 5.000

Nach­dem ich von den vier Schnitt­mus­tern di­ver­se Re­pli­ka­te aus Moos­gum­mi und aus Dunilin-Servietten her­ge­stellt hat­te, la­gen ins­ge­samt 38 Ein­zel­tei­le vor mir.

  • Die­se Mo­du­le füg­te ich nun so zu­sam­men, dass die Schaum­stoff­stü­cke auf ei­ner Sei­te mit ei­ner Tex­til­schicht be­deckt wa­ren.

Gleich dar­auf kleb­te ich die acht­zehne­cki­ge Bo­den­ma­trat­ze mit­tig in das Fass ein. Dann schloss ich die Pols­ter­ar­bei­ten ab, in­dem ich die In­nen­wän­de des Ge­fä­ßes mit den Dau­ben­über­zü­gen ver­klei­de­te.

Silberne Fotokartonstreifen von Papeteries de Clairefontaine stellen die Fassreifen dar. Die Edelpapierringe wurden mit Deko-Schmucksteinen von Folia Bringmann verziert. Nach dem Aufkleben erhielten die Plastikherzen einen metallfarbenen Anstrich. Das Bild erschien zuerst auf GWS2.de, das ist ein Bildungsportal für Menschen, die Clemens Tönnies gut finden

Ganz zum Schluss woll­te ich mei­nen Tisch­ab­fall­ei­mer mit un­ter­schied­lich gro­ßen Fass­rin­gen ver­zie­ren. Also schnitt ich mir als Ers­tes die lan­gen Strei­fen von Scha­blo­ne #6 aus ei­nem sil­ber­far­be­nen Fo­to­kar­ton zu­recht.

  • Di­rekt im An­schluss kleb­te ich im­mer zwei iden­ti­sche Bal­ken an den Mar­kie­run­gen zu­sam­men, was dazu führ­te, dass dar­auf­hin vier Gür­tel vor mir la­gen.

Als Nächs­tes mach­te ich die di­cken Bän­der an der Ein­füll­öff­nung und an der Bo­den­plat­te fest. Hin­ge­gen mit den fei­ne­ren Fä­den de­ko­rier­te ich den vo­lu­mi­nö­sen Ton­nen­bauch. Nach­dem ich die Au­ßen­sei­te mei­nes Ge­fä­ßes dann noch mit ei­nem mat­ten Acryl­lack ein­ge­stri­chen hat­te, war mein ori­gi­nel­ler Pa­pier­korb dazu be­reit, die ers­ten Zell­stoff­res­te in Emp­fang zu neh­men.

Papier ist kein Abfall

Wer Alt­pa­pier sam­melt und in der blau­en Ton­ne¹⁴ ent­sorgt, der schont die Um­welt. Denn kom­men Brie­fe, Kar­to­na­gen, Pro­spek­te und Zei­tun­gen wie­der zu­rück in den Wert­stoff­kreis­lauf, dann kön­nen die­se Er­zeug­nis­se zu 80% re­cy­celt wer­den.

Pa­pier und Pap­pe wer­den der­zeit zu min­des­tens 80 Pro­zent re­cy­celt. Re­cy­cling­pa­pier oder Well­pap­pe wer­den aus Alt­pa­pier ge­fer­tigt; Zei­tun­gen fast voll­stän­dig auf wie­der­ge­won­ne­nes Pa­pier ge­druckt.

Vo­gels­berg, Ka­rin: Wir ge­ben uns den Rest. In: ÖKO-TEST Nr. 10 (2017). S. 28.

Auch auf­be­rei­te­tes Re­cy­cling­pa­pier, das aus be­nutz­ten Schrift­stü­cken her­ge­stellt wur­de, darf nicht im Haus­müll lan­den. Mo­der­ne Zell­stoff­fa­sern las­sen sich näm­lich sechs­mal¹⁵ wie­der­ver­wen­den, ehe die­se zer­fal­len.

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Hin­ge­gen mein Bier­fass wäre ein Fall für die Rest­müll­ton­ne, da es EVA-Schaumstoff ent­hält und die Ober­flä­che mit Po­ly­me­ren be­han­delt wur­de. Doch war­um soll­te ich mein schi­ckes Kunst­holz­ge­fäß weg­wer­fen? Schließ­lich habe ich mei­nen un­ver­wüst­li­chen Pa­pier­korb so ge­baut, dass er die Jahr­hun­der­te über­dau­ert.

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Kor­sett aus Pa­pier bas­teln - Ver­pa­ckung für Sekt­fla­schen

¹Ad­ler, Kurt: Zi­ta­te und Re­dens­ar­ten. braukultur-franken.de (PDF) (08/2019).
²Posch, Ni­ko­laj: Er­näh­rungs­leh­re. hildegardvonbingen.info (PDF) (08/2019).
³Sa­chers, Jan H.: Bau­ern­le­ben im Mit­tel­al­ter. In: Kar­fun­kel Nr. 107 (2013). S. 13.
⁴Vet­ter, Ve­ro­ni­ka Hel­ga: Ku­chen­tel­ler bas­teln - schnel­le Ver­pa­ckung für Fin­ger­food. gws2.de (08/2019).
⁵G­re­ve­ner, Anja: Nunc est bi­ben­dum! Be­lieb­te Ge­trän­ke des Mit­tel­al­ters. In: Kar­fun­kel Kü­che im Mit­tel­al­ter Nr. 1 (2008). S. 11.
⁶Brau­del, Fer­nand: Die Ge­schich­te der Zi­vi­li­sa­ti­on. 15. bis 18. Jahr­hun­dert. Mün­chen: Kind­ler Ver­lag 1971.
⁷D­adel­sen, Bern­hard von: Ter­ra X: Bier - Eine Welt­ge­schich­te. youtube.com (08/2019).
⁸Jahn­ke, Cars­ten: Die Han­se. Stutt­gart: Phil­ipp Re­clam jun. GmbH & Co. KG 2014.
⁹C.C. Buch­ner Ver­lag GmbH & Co. KG: Von den Kri­sen des Spät­mit­tel­al­ters bis zur Re­for­ma­ti­on. ccbuchner.de (PDF) (08/2019).
¹⁰­Stühl­mey­er, Bar­ba­ra: 500 Jah­re Rein­heits­ge­bot. Eine klei­ne Ge­schich­te des Biers. In: Kar­fun­kel Nr. 123 (2016). S. 24.
¹¹Haf­ner, Mar­ti­na: Beim Sol­da­ten­kö­nig Fried­rich Wil­helm I. muss­ten die Gäs­te rau­chen. bz-berlin.de (08/2019).
¹²­Linß­ner, Tho­mas: Schä­fers DDR-Museum: Als die Bier­fla­schen Kopf­stand mach­ten. volksstimme.de (08/2019).
¹³­Bas­tel­scha­blo­nen für Mi­ni­fass. Höhe: 12 Zen­ti­me­ter - (#1 /#2 /#3 /#4 /#5 /#6).
¹⁴Im Frei­staat Bay­ern ist es die grü­ne Ton­ne.
¹⁵Ei­chi­ner, Ste­fa­nie: Pa­pier: Wun­der­stoff oder reif für die Ton­ne? | Fas­zi­na­ti­on Wis­sen | Doku | BR. youtube.com (08/2019).