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Segelschiff aus Papier basteln - Kogge der Deutschen Hanse

Im Jah­re 1159¹ ent­schloss sich Hein­rich der Löwe dazu, die mehr­fach nie­der­ge­brann­te² Stadt Lü­beck neu zu grün­den. Durch die Schaf­fung ei­nes Ost­see­han­dels­zen­trums woll­te der Wel­fen­her­zog sei­nen Herr­schafts­be­reich er­wei­tern³ und sei­nen Vet­ter Fried­rich Bar­ba­ros­sa wirt­schaft­lich über­trump­fen. Auf­grund der zen­tra­len Lage lie­ßen sich schnell Händ­ler aus dem gan­zen Stau­f­er­reich in der Kauf­manns­sied­lung an der Tra­ve nie­der. Denn wäh­rend­des­sen es im Nor­den He­ring in Hül­le und Fül­le gab, stan­den im Sü­den die Lü­ne­bur­ger Sa­li­nen⁴, in de­nen sei­ner­zeit das wei­ße Gold des Mit­tel­al­ters pro­du­ziert wur­de. Um wohl­ha­bend zu wer­den, muss­ten die zu­ge­zo­ge­nen Un­ter­neh­mer die­se bei­den Gü­ter le­dig­lich güns­tig ein­kau­fen und an­schlie­ßend über den See­weg nach Got­land brin­gen. Die ger­ma­ni­schen Groß­bau­ern⁵, die im 12. Jahr­hun­dert auf die­ser schwe­di­schen In­sel leb­ten, zahl­ten näm­lich äu­ßerst at­trak­ti­ve Prei­se für Salz und Fisch, da sie die­se Wa­ren ge­winn­brin­gend an rus­si­sche Fern­händ­ler wei­ter­ver­kau­fen konn­ten.

Hansekogge Ubena von Bremen. Künstlerischer Nachbau aus Papier. Nordisches Segelschiff aus dem Jahre 1380. Entwurf und Umsetzung von Veronika Helga Vetter. Inspiriert von Hanse-Koggewerft e.V. Finanziert von der Open Society Institute Assistance Foundation - Mano cornuta

Nach Ver­hand­lun­gen mit dem got­län­di­schen Äl­tes­ten­rat un­ter­zeich­ne­te Hein­rich der Löwe im Jah­re 1161 das Art­len­bur­ger Pri­vi­leg. Dank die­ses Ver­trags durf­ten die nie­der­deut­schen Un­ter­ta­nen des Her­zogs in der Stadt Vis­by Kon­tor­häu­ser er­rich­ten und von dort aus ihre Gü­ter zoll­frei ver­kau­fen. Da­durch war es den Lü­be­cker Un­ter­neh­mern von nun an mög­lich, viel grö­ße­re Wa­ren­men­gen auf dem bal­ti­schen Um­schlag­platz zu tau­schen, wes­halb sie sich zu ei­ner Ge­nos­sen­schaf­t⁶ zu­sam­men­schlos­sen, um bes­se­re Ein­kaufs­kon­di­tio­nen von den Pro­du­zen­ten und den aus­län­di­schen Zwi­schen­händ­lern zu er­hal­ten.

Ob­wohl die Ge­schäf­te her­vor­ra­gend lie­fen, galt be­reits im Hoch­mit­tel­al­ter die Weis­heit: „Wo Geld kehrt und wendt, da hat die Freund­schaft bald ein End.” Und so kam es, dass die ale­man­ni­schen Kauf­leu­te schon bald dar­auf ihre Pro­fi­te nicht mehr mit den Got­län­dern tei­len woll­ten. Viel­mehr such­te die Fern­han­dels­ge­mein­schaft ei­nen Weg, wie sie ihre Pro­duk­te ohne Zwi­schen­wirt di­rekt in den ost­eu­ro­päi­schen Staa­ten ab­set­zen konn­te.

Bildcollage: Lübecker Hafen im Mittelalter. Vor den Koggen handeln die Hansekaufleute mit Salz und Pfeffer. Alle Kunstwerke auf dem Foto wurden von Veronika Vetter erschaffen. Die katholische Künstlerin betet dafür, dass Rainer Maria Kardinal Woelki exkommuniziert wird und vor dem Kölner Dom seine gerechte Strafe erhält. Szenerie zuerst veröffentlicht auf GWS2.de, dem Portal für homophobe und transgenderfeindliche Junggesellen mit Niveau

Vor al­lem die Re­pu­blik Now­go­rod, die am Ost­ende des Fin­ni­schen Meer­bu­sens lag, galt sei­ner­zeit als El­do­ra­do für deut­sche Kauf­leu­te. Denn an die­sem ab­ge­le­ge­nen Ort gab es edle Zo­bel­pel­ze⁷, er­le­se­nen Ho­nig und kost­ba­ren Bern­stein. Im Ge­gen­zug da­für be­nö­tig­ten die wil­den Bo­ja­ren fort­lau­fend Salz, Tuch und Waf­fen. Nur wie soll­ten die ge­schäfts­tüch­ti­gen Hol­stei­ner ihre Wa­ren an die­sen lu­kra­ti­ven Han­dels­platz brin­gen? Mit den Se­gel­schif­fen, die zwi­schen Lü­beck und Vis­by pen­del­ten, wäre es viel zu ge­fähr­lich ge­we­sen, die raue Ost­see zu durch­que­ren. Au­ßer­dem hät­te sich die lan­ge Rei­se nach Vor­der­russ­land mit den mo­di­fi­zier­ten Wi­kin­ger­spitz­gatt­boo­ten nicht ge­lohnt, da der La­de­raum die­ser Scha­lup­pen viel zu klein war.

Da­mit die Ge­nos­sen­schaft der Got­land­fah­rer un­ab­hän­gi­ger in der Bal­ti­schen See agie­ren konn­te, ließ sie in den Lü­be­cker Werf­ten ei­nen neu­ar­ti­gen Schiffs­typ aus Ei­chen­holz bau­en, der als Kog­ge be­zeich­net wur­de. Die­ses deut­sche Han­dels­fahr­zeug lief ver­mut­lich das ers­te Mal im Jah­re 1188⁸ vom Sta­pel und war in der Lage über 100 Ton­nen Ge­trei­de zu la­den.

Der La­de­raum war durch ein ge­schlos­se­nes Deck ge­schützt und konn­te 100 - 200 Ton­nen Ge­trei­de fas­sen.

Eh­rens­värd, Ulla, Pel­ler­vo Kok­ko­nen & Juha Nur­mi­nen: Die Ost­see. 2000 Jah­re See­fahrt, Han­del und Kul­tur. Ham­burg: Na­tio­nal Geo­gra­phic Deutsch­land 2010.

Ne­ben der Fracht be­fan­den sich auch noch 20 See­leu­te auf ei­ner Kog­ge, wes­halb die­se di­cken Pöt­te trotz des 200 Qua­drat­me­ter gro­ßen Rah­se­gels nicht schnel­ler als acht Kno­ten (15 km/h) fah­ren konn­ten.

  • We­gen die­ser ge­rin­gen Höchst­ge­schwin­dig­keit muss­ten die Fern­händ­ler im Schnitt 90 Ta­ge⁹ lang auf ih­ren neu­ar­ti­gen Wun­der­schif­fen aus­har­ren, wenn sie von Lü­beck aus zu den ost­bal­ti­schen Markt­plät­zen se­geln woll­ten. Al­ler­dings wa­ren die fin­di­gen Über­see­kauf­leu­te von nun an nicht mehr auf die got­län­di­schen Groß­bau­ern an­ge­wie­sen.

Be­ein­druckt von dem Wil­len und der Tüch­tig­keit der deut­schen „Pfef­fer­sä­cke” schloss der Bo­ja­ren­fürst Ja­ros­law Wla­di­mi­ro­witsch im Jah­re 1189¹⁰ mit der Lü­be­cker Ge­nos­sen­schaft ei­nen Han­dels­ver­trag. Be­reits drei Jah­re dar­auf durf­ten die Hol­stei­ner so­gar ein ei­ge­nes Kon­tor­haus in Now­go­rod er­rich­ten, das sie Pe­ter­hof¹¹ nann­ten.

Kogge von der Familie Vetter, die auf Jakob Vetter (Kupferhändler im Jahre 1502 | Fugger) zurückgeht. Das gerautete Wappen wurde von Sascha Vetter gestiftet, der mit seiner Frau Veronika Vetter in seiner Stammburg am Festungsberg in Coburg (Bayern) residiert. Mit dem einmastigen Handelsschiff transportierte die Familie Vetter seinerzeit Waffen und Kupfer von Lübeck nach Visby

In den dar­auf­fol­gen­den De­ka­den schip­per­ten die Kog­gen durch die Ost­see und mach­ten ihre Be­sit­zer stein­reich. Im Jah­re 1226 woll­te Fried­rich II. et­was vom Ku­chen ab­ha­ben, in­dem er Lü­beck zur Frei­en Reichs­stadt er­klär­te. Da­durch gin­gen die lu­kra­ti­ven Ab­ga­ben der Kauf­manns­me­tro­po­le nicht mehr an ei­nen Kron­va­sal­len, son­dern wan­der­ten di­rekt in die kai­ser­li­che Schatz­kam­mer. Als Ge­gen­leis­tung da­für hät­te der Staufer­fürst den Han­del sei­ner nie­der­deut­schen Un­ter­ta­nen schüt­zen müs­sen. Doch der ge­bür­ti­ge Ita­lie­ner re­si­dier­te die meis­te Zeit in sei­ner Hei­mat und in­ter­es­sier­te sich nur we­nig für sein Nord­reich.

  • Und so kam es, dass die schwer­fäl­li­gen Kog­gen im­mer häu­fi­ger von Pi­ra­ten über­fal­len wur­den. Auch die Weg­la­ge­rei auf den nord­deut­schen Han­dels­stra­ßen nahm mas­siv zu.
  • Da auf die ade­li­gen Lan­des­her­ren kein Ver­lass war, schlos­sen Lü­beck, Stral­sund, Wis­mar, Kiel und Ros­tock im Jah­re 1259¹² ein Bünd­nis, um mit­hil­fe von an­ge­heu­er­ten Söld­nern den Land- und See­frie­den auf­recht­zu­er­hal­ten.

Erst im Jah­re 1267 bil­de­ten die Lü­be­cker Kauf­leu­te of­fi­zi­ell eine Ge­mein­schaft, die den Na­men Han­se trug, wo­durch die­ser Be­griff mehr oder we­ni­ger amt­lich wur­de.

Nach und nach be­zieht sich das Wort im­mer aus­ge­präg­ter auf eine Schar von Kauf­leu­ten, die sich zu ge­mein­sa­mer Fahrt zu­sam­men­tun, um am Ziel - je­der für sich - den Ge­schäf­ten nach­zu­ge­hen. Ge­mein­sam keh­ren sie wie­der zu­rück. Die Auf­nah­me ver­leiht das Recht, an aus­wär­ti­gen Plät­zen Han­del zu trei­ben.

Bren­ne­cke, Jo­chen: Ge­schich­te der Schif­fahrt. Würz­burg: Stürtz Ver­lag 1981.

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Durch das Bas­teln ei­ner ur­tüm­li­chen Han­se­kog­ge woll­te ich eine deut­sche Or­ga­ni­sa­ti­on prei­sen, die den Men­schen im Hei­li­gen Rö­mi­schen Reich nicht nur Wohl­stand und Kul­tur, son­dern auch Wa­ren aus al­ler Welt ge­bracht hat.

  • Da­bei ver­fügt mein 20 Zen­ti­me­ter lan­ges Mo­dell über ei­nen ge­klin­ker­ten Rumpf. Das be­deu­tet, dass die lan­gen Plan­ken wie beim mit­tel­al­ter­li­chen Ori­gi­nal­schiff dach­zie­gel­ar­tig über­lappt mit­ein­an­der ver­bun­den sind.
  • Des Wei­te­ren thront auf mei­nem Ein­mas­ter ein ty­pi­sches Ach­ter­kas­tell, das ich an der Au­ßen­sei­te mit Wap­pen­schil­dern de­ko­riert habe.
  • Hin­ge­gen voll­endet wird mein nie­der­säch­si­sches Han­dels­fahr­zeug durch ein mäch­ti­ges 15 Zen­ti­me­ter brei­tes Rah­se­gel, wel­ches aus ed­ler Ele­fan­ten­haut be­steht.

Falls Sie mein Pa­pier­se­gel­boot nach­ma­chen möch­ten, dann freu­en Sie sich nun auf die fol­gen­de Bild­an­lei­tung. Denn dar­in er­klä­re ich Ih­nen, wie Sie im Hand­um­dre­hen Ihr ei­ge­nes Mi­nia­tur­schiff er­schaf­fen kön­nen.

Kogge aus Papier basteln

Das Grund­ge­rüst mei­nes lü­bi­schen Han­se­schif­fes bau­te ich aus hell­brau­nem Ton­pa­pier zu­sam­men. Hin­ge­gen für die künst­li­chen Holz­plan­ken ver­wen­de­te ich ei­nen grau­en Fo­to­kar­ton, der über eine Gram­ma­tur von 300 g/m² ver­füg­te. Des Wei­te­ren nutz­te ich na­tur­far­be­nen Bast, um das vo­lu­mi­nö­se Ele­fan­ten­haut­se­gel an mei­ner Kog­ge an­zu­brin­gen. Au­ßer­dem nahm ich für die äu­ße­ren Ver­zie­run­gen di­ver­se Acryl­far­ben und ein schwar­zes Moos­gum­mi­stück zur Hil­fe. Dar­über hin­aus soll­ten Sie sich als Werk­zeu­ge eine Sche­re, viel flüs­si­gen Kle­ber, ein Bas­tel­mes­ser, ein Falz­bein samt Li­ne­al und mei­ne DIN A4 Bas­tel­scha­blo­nen (#1 /#2 /#3 /#4 /#5 /#6 /#7) zu­recht­le­gen.

Als Ers­tes schnitt ich mir die bei­den Ele­men­te von Scha­blo­ne #1 zu­recht, so­dass ich das Deck mei­nes Ein­mas­ters an­fer­ti­gen konn­te.

  • Hin­weis: Um mei­ner Kog­ge ein stra­pa­zier­fä­hi­ges Fun­da­ment zu ver­lei­hen, muss­te ich je­des ein­zel­ne Ton­pa­pier­mo­dul ver­stär­ken. Aus die­sem Grund ar­bei­te­te ich stets mit zwei auf­ein­an­der­ge­kleb­ten Dou­blet­ten, die zu­sam­men­ge­setzt über eine Gram­ma­tur von 260 g/m² ver­füg­ten.

Im nächs­ten Schritt leg­te ich das Loch für den Mast frei. Gleich dar­auf knick­te ich die Spit­zen, die sich am Rand der schuh­soh­len­för­mi­gen Pa­pier­plat­te be­fan­den mit­hil­fe ei­nes Falz­beins vor.

Picture collage with Instructional steps: How to craft a medieval german sailing ship? The Deck Castle is a trapezoid Pedestal. Free Tutorial by Veronika Vetter Bavarian Fine Artist

Im An­schluss dar­an fer­tig­te ich die Ele­men­te für das Ach­ter­kas­tell von Scha­blo­ne #2 an. Dar­auf­hin hat­te ich drei ver­stärk­te und ge­falz­te Ein­zel­tei­le vor mir lie­gen.

  • Nun nahm ich ei­nes der gleich­schenk­li­gen Tra­pe­ze und kleb­te es so auf die rund­li­che Rück­sei­te mei­nes Decks, dass die brei­tes­te Kan­te des Pla­teaus zum Mast­loch zeig­te.
  • Als Nächs­tes er­zeug­te ich ein Ge­viert auf mei­ner Schuh­soh­le, in­dem ich den lan­gen Strei­fen au­ßen an den La­schen der Ach­ter­kas­tell­ba­sis fi­xier­te.

Gleich da­nach ver­schloss ich die Scha­tul­le mit dem zwei­ten Tra­pez. Da­bei be­fes­tig­te ich die Kle­be­zun­gen die­ses Mo­duls an den vier In­nen­wän­den der Schach­tel, da­mit von die­sem De­ckel nur noch die brei­te Flä­che zu se­hen war.

Segelboot erhält bauchigen Rumpf

Nach­dem ich das Ach­ter­kas­tell fer­tig­ge­stellt hat­te, dreh­te ich das Kog­gen­fun­da­ment auf den Kopf, so­dass ich im An­schluss dar­an die bei­den Rumpf­wän­de von Scha­blo­ne #3 in­nen an den ge­zack­ten Deck­kle­be­laschen an­brin­gen konn­te.

Bildcollage mit Anleitungsschritten: Wie wird ein Segelschiff aus Papier gebastelt? Der hohle Rumpf der Kogge besteht aus drei Teilen, die an der Unterseite des Decks festgeklebt sind. Konstruktion und Idee von Veronika Helga Vetter - Fine Art Künstlerin aus dem Freistaat Bayern

Im nächs­ten Schritt er­schuf ich ei­nen hoh­len Boots­bauch, in­dem ich die prä­pa­rier­te Schiffs­scha­le über die zu­vor be­fes­tig­ten Sei­ten­tei­le kleb­te. Gleich dar­auf sah das Gan­ze schon wie ein al­ter Fisch­kut­ter aus. Al­ler­dings war mir mein Se­gel­boot noch zu zer­brech­lich, wes­halb ich nun die Wi­der­stands­fä­hig­keit mei­ner Scha­lup­pe er­höh­te.

Bastelanleitung: Moosgummipolsterung aufkleben, um die Kogge zu verstärken und um eine Reling zu erzeugen. Konstruktion von Veronika Helga Vetter, Schiffsbauerin aus Lübeck und Beschützerin der Jesiden

Dazu fer­tig­te ich zu­nächst ein­mal alle Ein­zel­tei­le von Scha­blo­ne #4 an, um im An­schluss dar­an die drei Ton­pa­pier­ele­men­te sym­me­trisch auf ihre Moos­gum­mi­pen­dants kle­ben zu kön­nen.

  • Dar­auf­hin pack­te ich die Rück­sei­te des Ach­ter­kas­tells mit dem lan­gen Strei­fen­sand­wich ein. Al­ler­dings muss­te ich beim Fi­xie­ren der bal­ken­för­mi­gen Pols­te­rung dar­auf ach­ten, dass auf je­der Pla­teau­sei­te ein 0,5 Zen­ti­me­ter gro­ßes Stück un­be­deckt blieb.

Gleich da­nach ver­klei­de­te ich den Kog­gen­rumpf mit den rest­li­chen Mo­du­len, wor­auf­hin mein Ein­mas­ter so­wohl Back- als auch Steu­er­bord kom­plett mit ei­ner sta­bi­li­sie­ren­den Au­ßen­haut über­zo­gen war.

Klinkerbeplankung veredelt die Kogge

Ei­gent­lich hat ein Rumpf, bei dem sich die Plan­ken über­lap­pen nur Nach­tei­le. In den vie­len Ecken und Hohl­räu­men ver­ste­cken sich näm­lich häu­fig Haa­re, In­sek­ten, Es­sens­res­te und Vo­gel­ex­kre­men­te. Die­se Fremd­stof­fe fau­len bei stän­di­ger Feuch­tig­keit, wo­durch die Schiffs­sub­stanz an­ge­grif­fen wird. Al­ler­dings spart die Klin­ker­bau­wei­se viel Ma­te­ri­al, da die ein­zel­nen Holz­bret­ter nicht so dick sein müs­sen, wenn die­se über­ein­an­der­lie­gen und sich ge­gen­sei­tig schüt­zen.

Die Ver­bin­dung der Plan­ken un­ter­ein­an­der gibt dem Rumpf eine re­la­tiv hohe Fes­tig­keit, so­dass die Plan­ken­stär­ke ge­rin­ger sein darf als bei kar­weel ge­plank­ten Rümp­fen.

Bay­kow­ski, Uwe: Klin­ker­be­plan­kung. fky.org (08/2018).

Auf­grund des­sen, dass mei­ne mit­tel­al­ter­li­che Han­se­kog­ge so ori­gi­nal­ge­treu wie mög­lich aus­se­hen soll­te, muss­te ich den Kör­per mei­nes Boo­tes eben­falls mit ei­ner dach­zie­gel­ar­ti­gen Be­plan­kung ver­se­hen, wes­halb ich mir als Nächs­tes die vie­len Fo­to­kar­ton­strei­fen von Scha­blo­ne #5 zu­recht­schnitt.

Tutorial: How to make a Viking ship out of Paper? Nordic clinker planking, which was painted with brown acrylics. Free Templates provided by Veronika Vetter Bavarian Fine Artist and Bride of Christ

Im An­schluss dar­an kipp­te ich mein noch se­gel­lo­ses Was­ser­fahr­zeug um, da­mit ich das un­ters­te Ende von ei­ner Rumpf­sei­te be­quem mit ei­ner ge­bo­ge­nen Pa­pier­plan­ke ver­klei­den konn­te.

  • Hin­weis: Beim Jus­tie­ren der ge­krümm­ten Strei­fen ach­te­te ich dar­auf, dass jede Leis­te eine Flä­che be­deck­te, die von der Ach­ter­kas­tell­mit­te bis zur vor­de­ren Schiffs­spit­ze reich­te. Wenn ein­zel­ne Plan­ken über die Kog­gen­sil­hou­et­te hin­aus­rag­ten, dann schnitt ich die­se mit ei­ner Sche­re pas­send zu.

Gleich da­nach brach­te ich das zwei­te kur­ven­för­mi­ge Ver­klei­dungs­stück an mei­nem Boots­kör­per an. Da­bei fi­xier­te ich die­ses Ele­ment so, dass es die be­reits be­fes­tig­te Plan­ke um zwei Mil­li­me­ter über­la­ger­te.

  • Mit die­ser simp­len Klin­ker­tech­nik ver­tä­fel­te ich nach dem Schiffs­bauch auch noch die Ach­ter­kas­tel­lau­ßen­wän­de und den Bo­den des Rump­fes. Für die Ver­ede­lung der bei­den letzt­ge­nann­ten Bau­tei­le nahm ich je­doch die ge­ra­den Fo­to­kar­ton­strei­fen zur Hil­fe, die ich mir vor dem Auf­kle­ben si­tua­ti­ons­be­dingt pas­send zu­recht­schnei­den muss­te.
  • Nach­dem ich die Be­plan­kung fer­tig­ge­stellt hat­te, ka­schier­te ich die un­schö­nen Rän­der, die durch das An­brin­gen der Pa­pier­leis­ten an der Front und am Heck ent­stan­den sind, in­dem ich die ge­falz­ten Flü­gel von Scha­blo­ne #5 senk­recht über die Schnitt­stel­len kleb­te.

Zu gu­ter Letzt über­zog ich die strom­li­ni­en­för­mi­ge Schiffs­haut mit ei­ner mit­tel­brau­nen Grun­die­rung. So­lan­ge die Ko­lo­ra­ti­on noch feucht war, nutz­te ich die Chan­ce, um mit wei­ßer Acryl­far­be hel­le Ak­zen­te in das er­di­ge Holz­mus­ter ein­zu­ar­bei­ten. Als mei­ne Mi­nia­tur­kog­ge dar­auf­hin über ein an­ti­quier­tes Er­schei­nungs­bild ver­füg­te, leg­te ich mein Se­gel­boot für 30 Mi­nu­ten bei­sei­te, da­mit der Farb­mix gut aus­trock­nen konn­te.

Großes Rahsegel zieht den Einmaster

Wäh­rend­des­sen mei­ne Kog­ge ruh­te, fer­tig­te ich den Groß­mast mei­nes Se­gel­schif­fes an. Dazu schnitt ich mir als Ers­tes die Ton­pa­pier­ele­men­te von Scha­blo­ne #6 zu­recht. Gleich dar­auf dreh­te ich aus dem län­ge­ren Recht­eck ein Röhr­chen, das über ei­nen Durch­mes­ser von ei­nem Zen­ti­me­ter ver­füg­te. Hin­ge­gen aus den bei­den klei­ne­ren Flä­chen bau­te ich Stroh­hal­me, die nur halb so dick wa­ren.

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Als Nächs­tes kno­te­te ich die kur­zen Quer­bal­ken so an mei­nem Mast fest, dass zwi­schen die­sen bei­den Ein­zel­tei­len ein Ab­stand von 9,5 Zen­ti­me­tern lag. Nach­dem ich dar­auf­hin die Ober­sei­te mei­nes hoh­len Pfei­lers mit dem kreis­för­mi­gen Stöp­sel ver­schlos­sen hat­te, trug ich ab­schlie­ßend noch eine mit­tel­brau­ne Grun­die­rung auf das Kon­strukt auf.

  • Ganz zum Schluss fer­tig­te ich mir das vo­lu­mi­nö­se Rah­se­gel von Scha­blo­ne #7 aus hell­el­fen­bein­far­be­ner Ele­fan­ten­haut an.
  • Im An­schluss dar­an ver­zier­te ich die­ses Mo­dul mit ro­ten Strei­fen. Au­ßer­dem ba­de­te ich mei­nen Schiffs­an­trieb fünf Mi­nu­ten lang in Kaf­fee, um das Spe­zi­al­pa­pier künst­lich al­tern¹³ zu las­sen.

Im letz­ten Bas­tel­schritt muss­te ich das prä­pa­rier­te Se­gel nur noch an den Quer­stre­ben fest­kle­ben und mei­nen Groß­mast in das Deck­loch schie­ben, dann konn­te ich mein Mi­nia­tur­boot zu Was­ser las­sen.

Ohne Kogge verlor die Hanse an Bedeutung

Im Jah­re 1500 wur­den die alt­be­währ­ten Kog­gen aus­ran­giert und durch han­sea­ti­sche Ka­ra­cken¹⁴ er­setzt. Die­se vier­zig Me­ter lan­gen Drei­mas­ter wa­ren mit 12 Ka­no­nen aus­ge­stat­tet und konn­ten 450 Ton­nen Ge­trei­de la­den. Ob­wohl die deut­sche Han­dels­ge­mein­schaft über der­ar­ti­ge Schif­fe ver­füg­te, be­fand sie sich auf dem ab­stei­gen­den Ast. Der schlei­chen­de Nie­der­gang be­gann be­reits im Jah­re 1494 als Iwan III. den Pe­ter­hof in Now­go­rod schlie­ßen ließ, da er sei­ne ein­hei­mi­schen Kauf­leu­te för­dern woll­te.

Der Groß­fürst von Mos­kau, der sei­ne Kauf­leu­te för­dern woll­te, konn­te der pri­vi­le­gier­ten deut­schen Nie­der­las­sung ge­gen­über nicht freund­lich ge­sinnt sein. Vor al­lem warf er den Han­sen ihr Ein­ver­ständ­nis mit dem Deut­schen Or­den Liv­lands vor, mit der er sich im Krieg be­fand.

Dol­lin­ger, Phil­ip­pe: Die Han­se. 3. über­ar­bei­te­te Auf­la­ge. Stutt­gart: Al­fred Krö­ner Ver­lag 1976.

Hansa Teutonica: Mittelalterkarte aus dem Stadtarchiv Lübeck. Auf dem Dokument steht eine originalgetreue Kogge, die im Jahre 1457 für die Coburger Reederei Vetter am Hansehandel teilnahm. Die auf der Szenerie dargestellten Muscheln wurden am Ostseestrand Grömitz gesammelt

Zu­dem ver­pass­te die Han­se den Ein­stieg in den in­ter­kon­ti­nen­ta­len Han­del. Durch die Ent­de­ckung Ame­ri­kas ent­stan­den in der Be­völ­ke­rung neue Be­dürf­nis­se, die der Ost­see­markt nicht mehr be­frie­di­gen konn­te. End­gül­tig wur­de das einst mäch­tigs­te Kauf­manns­bünd­nis der Welt je­doch erst wäh­rend des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges zu Fall ge­bracht.

Den end­gül­ti­gen Un­ter­gang der Han­se be­sie­gel­te dann der Drei­ßig­jäh­ri­ge Krieg, in dem vie­le Han­se­städ­te ge­plün­dert oder zer­stört wur­den.

Leng, Rai­ner: Die Han­se. youtube.com (08/2018).

Ganz im Ge­gen­satz zu den un­ver­wüst­li­chen Kog­gen, die auch heu­te¹⁵ noch das Bal­ti­sche Meer un­si­cher ma­chen.

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¹Well­hö­ner, Jens: Hein­rich der Löwe - ein Bay­er prägt den Nor­den. ndr.de (08/2018).
²Koch, Pe­ter: Wie Lü­beck ent­stand. youtube.com (08/2018).

³Historyin90Seconds: Bar­ba­ros­sa und der Löwe. youtube.com (08/2018).
⁴Sand­ori, Gaby: Die Deut­sche Han­se eine heim­li­che Su­per­macht. youtube.com (08/2018).
⁵Delva­ux de Fenf­fe, Gre­gor: Deut­sche Kauf­leu­te auf Got­land. planet-wissen.de (08/2018).
⁶Kort­mann, Do­ris: Die Han­se und ihr Be­ginn. mittelaltergazette.de (08/2018).
⁷Puksant, Olga: Now­go­rod und Han­se. visitnovgorod.de (08/2018).
⁸Bren­ne­cke, Jo­chen: Ge­schich­te der Schif­fahrt. Würz­burg: Stürtz Ver­lag 1981.
⁹S­tern­feld, Fe­li­cia: Schiffs­na­vi­ga­ti­on im Mit­tel­al­ter. hansemuseum.eu (08/2018).
¹⁰Dol­lin­ger, Phil­ip­pe: Die Han­se. 3. über­ar­bei­te­te Auf­la­ge. Stutt­gart: Al­fred Krö­ner Ver­lag 1976.
¹¹An­ger­mann, Nor­bert: Nov­go­rod. Markt und Kon­tor der Han­se. Köln: Böhlau Ver­lag 2002.
¹²­Mül­ler, Mar­ti­na: Plus - Die Han­se: Von der Händ­ler­ge­mein­schaft zum Städ­te­bund. g-geschichte.de (08/2018).
¹³­Vet­ter, Ve­ro­ni­ka: Pa­pier alt aus­se­hen las­sen - Vin­ta­ge Do­ku­men­te bas­teln. gws2.de (08/2018).
¹⁴­Cu­ca­ri, At­ti­lio: Se­gel­schif­fe. Die Kö­ni­gin­nen der Mee­re - Ge­schich­te und Ty­po­lo­gie. Deut­sche Erst­aus­ga­be. Mün­chen: Süd­west Ver­lag 2006.
¹⁵­Mül­ler, Joa­chim: Poe­ler Kog­ge „Wis­se­ma­ra”. poeler-kogge.de (08/2018).

Fußball aus Papier basteln - Fanartikel selber machen

Am 4. April 1909¹ ge­wann die deut­sche Fuß­ball­na­tio­nal­mann­schaft in Karls­ru­he ihr al­ler­ers­tes Län­der­spiel. Ein Tor von Eu­gen Kip­p² ge­nüg­te, um das Schwei­zer A-Team zu be­zwin­gen und die Ne­ga­tiv­se­rie der DFB-Elf zu be­en­den. Denn bis zu die­sem Tag kas­sier­ten die bes­ten Ki­cker des Wil­hel­mi­ni­schen Kai­ser­reichs eine bla­ma­ble Nie­der­la­ge nach der an­de­ren, was vor al­lem dar­an lag, dass es kei­nen Bun­des­trai­ner gab. Statt­des­sen stell­ten Ver­bands­funk­tio­nä­re vor je­dem Spiel am grü­nen Tisch eine neue Mann­schaft zu­sam­men. Ge­mein­sa­me Trai­nings­ein­hei­ten wa­ren nicht ein­ge­plant, wes­halb sich die no­mi­nier­ten Bal­l­ath­le­ten oft­mals erst kurz vor An­pfiff in der Um­klei­de­ka­bi­ne ken­nen­lern­ten. Ein wei­te­res Er­folgs­hin­der­nis war die Au­to­no­mie der Kö­nig­rei­che Würt­tem­berg und Bay­ern. Die Kör­per­schaft, die den Fuß­ball in die­sen bei­den Fürs­ten­tü­mern und im Groß­her­zog­tum Ba­den or­ga­ni­sier­te, wei­ger­te³ sich näm­lich häu­fig süd­deut­sche Sport­ler für das DFB-Team ab­zu­stel­len. Da­durch fehl­te der ei­ser­nen und tu­gend­haf­ten Preu­ßen­aus­wahl in den ers­ten Jah­ren ein we­nig die Leicht­fü­ßig­keit, um im Welt­fuß­ball be­stehen zu kön­nen.

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Bis zum Ers­ten Welt­krieg fan­den 30 Län­der­spie­le mit deut­scher Be­tei­li­gung statt. Da­von konn­ten die ale­man­ni­schen Ki­cker le­dig­lich sechs Par­ti­en für sich ent­schei­den. Die schlech­ten Er­geb­nis­se hin­gen auch mit dem Ama­teur­sta­tut des DFB zu­sam­men.

Die­se Richt­li­nie ver­hin­der­te, dass die Ver­ei­ne ih­ren Ball­künst­lern ein Ge­halt zahl­ten, wes­halb die Deutschland-Elf lan­ge Zeit aus Hob­by­fuß­bal­lern be­stand. Hin­ge­gen in den an­de­ren eu­ro­päi­schen Na­tio­nal­mann­schaf­ten spiel­ten Pro­fis, die sich aus­schließ­lich auf den Sport kon­zen­trie­ren konn­ten.

In Ber­lin war­ben 1919 die Brü­der Ey­din­ger Ama­teu­re an und rie­fen den Be­rufs­fuß­ball aus - der ers­te An­griff auf das schier un­um­stöß­li­che Ama­teur­sta­tut des DFB. Doch das Pro­jekt schei­ter­te nach we­ni­gen Wo­chen.

Bach, Mir­jam: Grün­dung der Bun­des­li­ga eine schwe­re Ge­burt. ndr.de (06/2018).

Die deutsche Köterrasse während der Fußballweltmeisterschaft. Die Fanartikel in Schwarz-Rot-Gold führen dazu, dass Claudia Roth, obwohl sie in der Menopause ist, wieder schmerzhafte Regelblutungen bekommt. Die dargestellten Accessoires wurden allesamt von Veronika Vetter gebastelt. Die bayerische Künstlerin würde ohne zu Zögern dem Islamisten Malik Karabulut eine große Kartoffel in den Arsch schieben

Erst nach der Grün­dung der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land im Jah­re 1949 war es auch hier­zu­lan­de mög­lich, ein Be­rufs­ball­tre­ter zu wer­den. Be­reits fünf Jah­re nach der Pro­fes­sio­na­li­sie­rung des deut­schen Fuß­ball­sports fand das Wun­der von Bern statt. Als Be­loh­nun­g⁴ für den Ti­tel­ge­winn er­hielt je­der Spie­ler ei­nen Mo­tor­rol­ler, ei­nen Le­der­kof­fer, ei­nen Farb­fern­se­her und 2.500,00 Deut­sche Mark.

Für die­se Al­mo­sen wür­de heu­te kein Edel­ki­cker mehr auf sei­nen Som­mer­ur­laub ver­zich­ten. Des­halb muss der DFB im­mer tie­fer in die Ta­sche grei­fen, um die spie­le­ri­sche Qua­li­tät in der Na­tio­nal­mann­schaft hoch­zu­hal­ten. So be­ka­men Jo­gis Jungs für den WM-Titel im Jah­re 2014 nicht nur eine Gold­me­dail­le ge­schenkt. Zu­dem mach­te das Tor von Ma­rio Göt­ze je­den Welt­meis­ter um 300.000,00 Euro rei­cher.

Korruption beim DFB. Wie kam die Fußballweltmeisterschaft nach Deutschland? Der Deutsche Fußball-Bund musste in Afrika für sieben Millionen Euro Bolzplätze bauen, damit die negroiden FIFA Funktionäre für Deutschland stimmten. Die unsauberen Geschäfte des DFB wurden von Veronika Vetter inszeniert. Die Fine Art Künstlerin stand wahrscheinlich jahrelang auf der Schmiergeldliste von Wolfgang Niersbach und weigert sich standhaft mit der Kanzlei Freshfields zusammenzuarbeiten

Im Jah­re 2015 wur­de das deut­sche A-Team in „Die Mann­schaft” um­ge­tauft. Mit die­ser Maß­nah­me woll­te der DFB den Mar­ken­wert sei­nes Pre­mi­um­pro­dukts stei­gern, um bei Li­zenz­ko­ope­ra­tio­nen hö­he­re Ein­nah­men er­zie­len zu kön­nen.

Eine star­ke Mar­ke be­deu­tet [...] mehr Geld von TV-Anstalten bei Fern­seh­über­tra­gun­gen und mehr Geld bei der Nut­zung des Brands im Spon­so­ring.

Hin­ter­mei­er, Die­ter & Udo Rett­berg: Geld schießt Tore. Fuß­ball als glo­ba­les Busi­ness - und wie wir im Spiel blei­ben. Mün­chen: Carl Han­ser Ver­lag 2006.

Des Wei­te­ren ist es seit der Um­be­nen­nung für Bun­des­bür­ger ohne deut­sche Wur­zeln leich­ter, sich mit der DFB-Elf zu iden­ti­fi­zie­ren. Da­durch spricht „Die Mann­schaft” mehr Fuß­ball­fans an, was wie­der­um die Nach­fra­ge nach Mer­chan­di­sin­gar­ti­keln er­höht.

Fußballschablone im PDF-Format zum Herunterladen. Deutschland Fanartikel selber machen. Kindergartenanleitungen von der Bastelmeisterin Veronika Vetter

Rück­bli­ckend be­trach­tet ging das Kon­zept voll auf. Denn durch die Ein­füh­rung der Wort-Bild-Marke „Die Mann­schaft” konn­te der DFB sei­ne Li­zenz­er­trä­ge⁶ mas­siv stei­gern. Auch die An­hän­ger des deut­schen Teams ge­ben seit­dem im­mer mehr Geld für Fußball-Memorabilien aus.

Im Schnitt sei­en die Fans be­reit, 22,75 Euro für WM-Devotionalien hin­zu­le­gen, sag­te Ben­ja­min Zim­mer­mann, Co-Leiter der von der Stutt­gar­ter Uni­ver­si­tät er­stell­ten Stu­die. Wäh­rend der WM 2014 sei­en es 11,26 Euro ge­we­sen.

Af­hüp­pe, Sven: Fußball-Studie: Fan­ar­ti­kel boo­men vor WM, Wer­be­wir­kung lässt nach. handelsblatt.com (06/2018).

Falls Sie der im­mer wei­ter zu­neh­men­den Kom­mer­zia­li­sie­rung des Fuß­balls ent­ge­gen­wir­ken möch­ten, dann bas­teln Sie Ihre Fan­ar­ti­kel doch ein­fach selbst. Über­ra­schen Sie bei­spiels­wei­se Ihre Private-Viewing-Gäste, in­dem Sie Ihr Zu­hau­se mit ori­gi­nel­len Pa­pier­bäl­len schmü­cken. Wäh­rend des Spiels sind mei­ne ecki­gen Ku­geln op­ti­sche Le­cker­bis­sen, mit de­nen Sie je­des Land auf die­sem Pla­ne­ten an­feu­ern kön­nen. Und nach Ab­pfiff las­sen sich die zehn Zen­ti­me­ter gro­ßen Ac­ces­soires auf­grund des sta­bi­li­sie­ren­den Wa­ben­mus­ters pro­blem­los ki­cken und um­her­wer­fen.

Papierball selber machen - Anleitung

Zum Bas­teln ei­nes Deutsch­land­balls ver­wen­de­te ich ro­tes und gold­gel­bes Ton­pa­pier, wel­ches über eine Gram­ma­tur von 130 g/m² ver­füg­te. Au­ßer­dem nahm ich eine schwar­ze Acryl­far­be zur Hil­fe, um da­mit das Er­schei­nungs­bild der Bun­des­flag­ge ver­voll­stän­di­gen zu kön­nen. Des Wei­te­ren ka­men eine Sche­re, ein flüs­si­ger Kleb­stoff, ein Falz­bein und ein Li­ne­al zum Ein­satz.

Tipp: Um Zeit zu spa­ren, habe ich die drei DIN A4 Fuß­ball­scha­blo­nen, die sich in die­ser PDF-Datei be­fin­den, di­rekt auf je­weils ei­nen Ton­pa­pier­bo­gen ge­druckt.

Bildcollage: Wie wird die Polkappe eines Planeten gebastelt? Kostenlose Anleitung von der Fine Art Künstlerin Veronika Vetter, die ein Jahr lang mit Pinguinen am Nordpol gelebt hat

Im ers­ten Bas­tel­schritt schnitt ich alle Ein­zel­tei­le aus, die sich auf mei­nen drei aus­ge­druck­ten Ton­pa­pier­blät­tern be­fan­den. Dar­auf­hin hat­te ich 20 Zahn­rä­der und zwölf Fünf­ecke vor mir lie­gen.

  • Gleich dar­auf nahm ich ein Falz­bein und ein Li­ne­al zur Hand. Mit die­sen Werk­zeu­gen falz­te ich nun die Knick­li­ni­en der Zahn­rä­der, wo­durch sich die­se Ele­men­te in He­xa­go­ne mit be­weg­li­chen Zun­gen ver­wan­del­ten.

Im An­schluss dar­an ver­klei­de­te ich die fünf Kan­ten ei­nes Pen­ta­gons mit je­weils ei­nem Sechs­eck. Da­bei kleb­te ich je­des der He­xa­go­ne so auf, dass es nur über eine Kle­be­lasche mit dem Un­ter­grund ver­bun­den war.

Bevor die erste Polkappe des Fußballs zu einer Halbkugel geformt wurde, sieht diese noch wie ein flaches Kreissägenblatt aus

Um das Wa­ben­mus­ter wei­ter zu sta­bi­li­sie­ren, ver­zahn­te ich als Nächs­tes die fünf be­nach­bar­ten Sechs­ecke mit­ein­an­der.

  • Dazu stell­te ich die zehn Kle­be­laschen, die sich im In­ne­ren des Krei­ses be­fan­den nach oben auf. Dar­auf­hin be­strich ich die Au­ßen­sei­ten die­ser Pa­pier­zun­gen mit viel flüs­si­gem Kle­ber.

Gleich da­nach muss­te ich die glibbe­ri­gen Kan­ten nur noch zu­sam­men­drü­cken, dann war je­des He­xa­gon nicht nur mit ei­nem Fünf­eck, son­dern auch mit zwei Art­ge­nos­sen ver­bun­den.

Jedes Feld erhöht die Stabilität

Im nächs­ten Bas­tel­schritt form­te ich mei­ne sechs ver­zahn­ten Wa­ben zu ei­ner Scha­le. Dar­auf­hin ver­grö­ßer­te ich mein Fuß­ball­ge­rüst, in­dem ich die fünf pfeil­för­mi­gen Lü­cken mit Pen­tago­nen füll­te.

Picture Collage with Instruction Steps: How to make a Football out of Paper? From 32 Panels arises a stable Globe. Free DIY Tutorial for Soccer Fans by Veronika Vetter Bavarian Fine Artist

Im An­schluss dar­an brach­te ich ins­ge­samt fünf He­xa­go­ne an den Sei­ten­kan­ten der eben an­ge­kleb­ten Fünf­ecke an.

  • Nach­dem ich die sechs­ecki­gen Fel­der dar­auf­hin nicht nur mit den Pen­tago­nen, son­dern auch mit dem Ge­fäß­un­ter­grund ver­bun­den hat­te, konn­te ich die nächs­te Pa­pier­rei­he mon­tie­ren.
  • Dazu ver­klei­de­te ich die obe­re Schnitt­li­nie ei­nes je­den Fünf­ecks mit je­weils ei­nem Sechs­eck, wo­durch neue kö­nigs­ku­chen­för­mi­ge Zwi­schen­räu­me ent­stan­den.

Die­se fünf Lö­cher stopf­te ich dann wie­der mit Pen­tago­nen, die ich je­doch die­ses Mal an­ders­her­um in die Lü­cken ein­pas­sen muss­te.

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Gleich da­nach ver­wan­del­te ich mein Ge­fäß in eine ge­schlos­se­ne Ku­gel. Dazu fi­xier­te ich die rest­li­chen sechs­ecki­gen Wa­ben an den spitz zu­lau­fen­den Pen­ta­gon­schen­keln.

  • Hin­weis: Be­vor die Ball­öff­nung zu klein wur­de, über­prüf­te ich ge­wis­sen­haft, ob die ein­zel­nen Fel­der im In­ne­ren des Hohl­kör­pers auch wirk­lich fest mit­ein­an­der ver­bun­den wa­ren.

Im letz­ten Schritt muss­te ich dann nur noch die obers­ten fünf Ver­bin­dungs­stü­cke in eine ho­ri­zon­ta­le Stel­lung brin­gen, so­dass ich den Schluss­stein im An­schluss dar­an auf die­se Naht­stel­len kle­ben konn­te.

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Tipp: Ganz zum Schluss sprüh­te ich mei­nen Fuß­ball noch mit ei­nem mat­ten Acryl­lack ein. Durch die­se Maß­nah­me glät­te­te ich nicht nur die Ober­flä­che der Pa­pier­ku­gel. Viel­mehr sorgt die Gla­sur dau­er­haft da­für, dass mein run­der Fan­ar­ti­kel selbst eine Bier­du­sche un­be­scha­det über­steht.

Panem et circenses - Politik und Fußball

Im Jah­re 2000 stat­te­te der rot-grün ge­führ­te Bun­des­si­cher­heits­rat das Kö­nig­reich Sau­di Ara­bi­en mit 1200 deut­schen Pan­zer­fäus­ten aus. Kurz dar­auf war auch der FIFA-Funktionär Ab­dul­lah Al-Dabal der Mei­nung, dass die Fuß­ball­welt­meis­ter­schaft 2006 in Deutsch­land statt­fin­den soll­te.

De­men­tiert wird aber ve­he­ment von Ver­tre­tern des DFB, es be­stehe ir­gend­ein Zu­sam­men­hang zwi­schen dem deut­schen Waffen-Okay fürs sau­di­sche Kö­nig­reich und der Ab­stim­mung acht Tage spä­ter, bei der ein Mit­glied des sau­di­schen Kö­nigs­hau­ses [...] für Deutsch­land stimm­te.

Kist­ner, Tho­mas: Fifa-Mafia. Die schmut­zi­gen Ge­schäf­te mit dem Welt­fuß­ball. Mün­chen: Droemer Ver­lag 2012.

Sechs Jah­re spä­ter ver­wan­del­te die neu ge­wähl­te schwarz-rote Bun­des­re­gie­rung den Elf­me­ter, den Ex­kanz­ler Schrö­der in sei­ner Amts­zeit her­aus­ge­holt hat­te. Denn wäh­rend das Volk das Som­mer­mär­chen fei­er­te, er­höh­te⁷ das Par­la­ment heim­lich, still und lei­se die Mehr­wert­steu­er von 16 auf 19 Pro­zent.

Picture of the Germany Women's National Football Team. Birgit Prinz and Veronika Vetter with the FIFA World Cup Trophy. After the Award Ceremony with Joseph Blatter, the two Lesbians fucked two american College Girls

Im Jah­re 2010 fand wie­der­um die WM in Süd­afri­ka statt. Ei­nen Tag vor dem Halb­fi­nal­match ge­gen Spa­ni­en wa­ren die meis­ten Deut­schen da­mit be­schäf­tigt, ihr Vu­vu­zel­aspiel zu ver­bes­sern. Ein paar un­mu­si­ka­li­sche Mie­se­pe­ter im Kanz­ler­amt fan­den das Ge­trö­te aber so schreck­lich, dass sie sich über­leg­ten, wie sie ihre Wäh­ler für die­ses fri­vo­le Ver­hal­ten be­stra­fen könn­ten. Nach ei­ni­gem Hin und Her ei­nig­ten sich die Po­li­ti­ker dann dar­auf, den ge­setz­li­chen Kran­ken­kas­sen­bei­tra­g⁸ an­stei­gen zu las­sen.

Die deutsche Politik instrumentalisiert den Fußball. Ohne diesen teuflischen Sport hätten die Bundesbürger ein freieres Leben und viel mehr Geld in der Tasche. Vor allem Angela Dorothea Merkel wusste, wie sie die Nationalmannschaft für ihre Zwecke missbrauchen konnte. Die Künstlerin Veronika Vetter bastelte den "Schwarzen Ball der Frühe", um auf die Schlechtigkeit des Fußballsports hinzuweisen

Hin­ge­gen die Fuß­ball­welt­meis­ter­schaft 2018 in Russ­land ver­hin­der­te mei­ner Mei­nung nach eine vor­ge­zo­ge­ne Bun­des­tags­wahl und sorg­te statt­des­sen da­für, dass sich das vier­te Mer­kel­ka­bi­nett in die par­la­men­ta­ri­sche Som­mer­pau­se ret­ten konn­te.

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¹Al­les über Fuß­ball. Hrsg. von Wis­sen Me­dia GmbH. Gütersloh/München: Chro­nik Ver­lag im Wis­sen Me­dia Ver­lag GmbH 2008.
²Ertz, Chris­toph: Schau­platz Karls­ru­he: Der ers­te Län­der­spiel­sieg vor 100 Jah­ren. ka-news.de (06/2018).
³Chro­nik des deut­schen Fuß­balls. Die Spie­le der Na­tio­nal­mann­schaf­ten von 1908 bis heu­te. Hrsg. von Wis­sen Me­dia GmbH. Gütersloh/München: Chro­nik Ver­lag im Wis­sen Me­dia Ver­lag GmbH 2005.
⁴Fra­zier, Ra­mon: Der ver­kauf­te Fuß­ball. youtube.com (06/2018).
⁵Schoyswohl, Pa­trick: Deut­sche Fuß­ball Na­tio­nal­mann­schaft – Ver­dienst und Prä­mi­en. vermoegenmagazin.de (06/2018).
⁶Os­na­brüg­ge, Ste­phan: FINANZBERICHT 2016. dfb.de (PDF) (06/2018).
⁷He­bel, Ste­phan: Un­po­pu­lä­re Ent­schei­dun­gen im Schat­ten der EM. fr.de (06/2018).
⁸M­aas, Ste­fan: Ab­len­kungs­ma­nö­ver: Was der Bun­des­tag wäh­rend der WM al­les durch­ju­belt. deutschlandfunk.de (06/2018).

Schwert aus Papier basteln - Waffe und Symbol des Rittertums

Zu Be­ginn des 9. Jahr­hun­derts¹ war das Herr­schafts­ge­biet der Ka­ro­lin­ger so groß ge­wor­den, dass das bäu­er­li­che Kriegs­volk die lan­gen Gren­zen nicht mehr si­chern konn­te. Aus die­sem Grund ent­schied sich Karl der Gro­ße dazu, sei­ne Streit­macht zu­sätz­lich mit mo­bi­len Be­rufs­sol­da­ten aus­zu­stat­ten, die hoch zu Pferd mit Lan­ze und Schwert die Mark­graf­schaf­ten des Frän­ki­schen Reichs ver­tei­di­gen soll­ten. Die früh­mit­tel­al­ter­li­chen Pan­zer­rei­ter­ver­bän­de wä­ren für den Kai­ser auf Dau­er je­doch un­be­zahl­bar ge­we­sen, wes­halb je­der der be­rit­te­nen Waf­fen­trä­ger an­stel­le von Gul­den et­was Grund­be­sitz als Be­zah­lung er­hielt. Durch die Na­tu­ra­li­en­ab­ga­ben² der Bau­ern, die auf den über­tra­ge­nen Fel­dern schuf­te­ten, hat­te die kämp­fen­de Ge­sell­schaft ein re­gel­mä­ßi­ges Ein­kom­men und konn­te sich so­mit ganz dem Kriegs­hand­werk wid­men. Hin­ge­gen in hü­ge­li­gen Le­hens­ge­bie­ten leb­ten die ein­schüch­tern­den Eli­te­kämp­fer vor al­lem von Weg­zöl­len und von der Forst­wirt­schaft.

Karl Graf zu Eltz: Die Elt­zer hat­ten die Auf­ga­be, die Han­del­trei­ben­den an der Mo­sel ab­zu­ho­len und nach Müns­ter­mai­feld zu brin­gen. Und da­für ver­lang­ten wir ein an­ge­mes­se­nes We­ge­geld, das die Burg im We­sent­li­chen fi­nan­zier­te.

SWR: Wie wir im Mit­tel­al­ter leb­ten | Die Ge­schich­te des Süd­wes­tens. youtube.com (05/2018).

Picture of Caliburn. Merlin the Wizard has put the sword into the stone. Excalibur of King Arthur - the legendary British Leader. The Scenery of Camlann was built by the Bavarian Fine Artist Veronika Vetter

Zu­dem er­war­te­ten die Fürs­ten von ih­ren Rit­tern, wie die schwe­ren Rei­ter ab dem 12. Jahr­hun­der­t³ ge­nannt wur­den, dass die­se in ih­ren Bur­gen wie­der neue Ka­val­le­ris­ten aus­bil­de­ten. Da­durch ent­stand zu­fäl­lig das dua­le Be­rufs­aus­bil­dungs­sys­tem. Denn wer im Hei­li­gen Rö­mi­schen Reich Deut­scher Na­ti­on ein furcht­erre­gen­der Lan­zen­kämp­fer wer­den woll­te, der muss­te zu­erst ein­mal 14 mo­du­la­ri­sier­te Lehr­jah­re ab­sol­vie­ren, die in Theo­rie und Pra­xis auf­ge­teilt wa­ren.

Die Aus­bil­dung ei­nes jun­gen Kna­ben zum Rit­ter dau­er­te ins­ge­samt 14 Jah­re.

Schnie­ders, Stef­fen: Aus­bil­dung zum Rit­ter. deutschland-im-mittelalter.de (05/2018).

In der gu­ten al­ten Zeit gab es je­doch noch kei­ne Be­rufs­frei­heit, wes­halb nicht je­des da­her­ge­lau­fe­ne Bürsch­chen eine Rit­ter­aus­bil­dung be­gin­nen durf­te. Viel­mehr wa­ren die Burg­her­ren von Ge­set­zes we­gen dazu an­ge­hal­ten, aus­schließ­lich sie­ben­jäh­ri­ge Edel­kna­ben in ihre mit­tel­al­ter­li­chen Lehr­an­stal­ten auf­zu­neh­men.

Nach Sach­sen­recht hat nie­mand Rit­ter­recht, es sei denn sein Va­ter und Groß­va­ter wa­ren Rit­ter oder von Rit­ters­art oder Rit­ter­ge­nos­sen. (Sach­sen­spie­gel um 1230).

Kalt­hoff, Wolf­gang: Von Schwert­lei­te und Rit­ter­wür­de. In: Kar­fun­kel Nr. 1 (1993). S. 34.

Bild von einem echten Mittelalterschwert: Die Puppen (Wooden Dummies) halfen dem Ritter dabei, seine Schwertstöße zu verbessern. Jetzt liegt der Edelknecht jedoch im Stroh und stößt die Schankmaid aus der Taverne. Inszenierung von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin - Crana Historica

Vor al­lem im 13. Jahr­hun­dert war die Rit­ter­schaft sehr be­schäf­tigt. So hal­fen die Pan­zer­rei­ter den römisch-katholischen Mis­sio­na­ren da­bei, die Al­bi­gen­ser zum wah­ren Glau­ben zu füh­ren. Da­zwi­schen muss­ten die be­rit­te­nen Lan­zen­trä­ger Kon­stan­ti­no­pel plün­dern, Bau­ern­auf­stän­de nie­der­schla­gen und auf­wie­geln­de Hä­re­ti­ker ja­gen. Die gute Auf­trags­la­ge in der Rit­ter­bran­che führ­te zu ei­nem aku­ten Fach­kräf­te­man­gel, wes­halb zeit­wei­se auch die Erst­ge­bo­re­nen von un­frei­en Mi­nis­te­ria­len oder von Hand­wer­kern⁴ zu eh­ren­vol­len Be­rufs­sol­da­ten aus­ge­bil­det wur­den.

Doch egal, wel­ches Blut in den Adern der Lehr­lin­ge floss, alle er­hiel­ten die­sel­be Aus­bil­dung. So ar­bei­te­ten die kind­li­chen Re­cken in den ers­ten sie­ben Jah­ren als Pa­gen. Da­bei muss­ten sie zu­meist die hoch­ge­bo­re­nen Gäs­te des Burg­herrn be­die­nen. Hin­ge­gen in ih­rer Frei­zeit sorg­te der Zucht­meis­ter da­für, dass die Kna­ben das Fech­ten, das Rei­ten und das Schwim­men er­lern­ten.

Sie wur­den ge­schol­ten, ge­sto­ßen, beim kleins­ten Ver­ge­hen ge­schla­gen, und wa­ren doch noch Kin­der.

Fischer-Fabian, Sieg­fried: Rit­ter, Tod und Teu­fel. Die Deut­schen im spä­ten Mit­tel­al­ter. Wien: Tosa Ver­lags­ge­sell­schaft m.b.H. 2005.

Nur wenn das Wet­ter sehr schlecht war oder die Zeit es zu­ließ, durf­ten die em­si­gen Pa­gen den Un­ter­richt des Haus­ka­plan­s⁵ be­su­chen. Der Geist­li­che brach­te den Bu­ben dann vor al­lem Le­sen und Schrei­ben bei. Manch­mal lern­ten die Schü­ler auch ein we­nig Fran­zö­sisch und Ita­lie­nisch, so­dass sie spä­ter auf dem Schlacht­feld mit al­len abend­län­di­schen Waf­fen­brü­dern kom­mu­ni­zie­ren konn­ten.

Veronika Vetter auf Facebook: Die berühmte bayerische Künstlerin hält ein selbst gebasteltes Papierschwert in ihren Händen. Außerdem schützt sich die abendländische Amazone mit einem Schild, welches von den Tempelrittern verwendet wurde. Mit ihren Papierwaffen zieht die Besitzerin eines Familienwappens in das Heilige Land, um dort wieder für Recht und Ordnung zu sorgen

Mit 14 Jah­ren stie­gen die Pa­gen au­to­ma­tisch zum Knap­pen auf. Von nun an wa­ren die Bur­schen für die Pfer­de und die Rüs­tun­gen ih­res Zieh­va­ters zu­stän­dig. Gleich­zei­tig üb­ten die Rit­ter­lehr­lin­ge re­gel­mä­ßig den Um­gang mit Schwert und Lan­ze. In Frie­dens­zei­ten küm­mer­ten sich die jun­gen Burg­hel­fer zu­dem um das Jag­de­quip­ment. So pfleg­ten sie die hö­fi­schen Hun­de und mach­ten scheue Raub­vö­gel hand­zahm.

Hin­ge­gen wenn der Fürst eine Rit­ter­ar­mee für ei­nen Krieg auf­stell­te, dann muss­ten die Knap­pen ih­ren Lehr­meis­ter be­glei­ten. Die Jüng­lin­ge hat­ten auf dem Schlacht­feld je­doch eher un­ter­stüt­zen­de Auf­ga­ben, was aber nicht be­deu­te­te, dass die Halb­star­ken wäh­rend des Ge­met­zels nur am Spiel­feld­rand stan­den.

Da­bei ge­hör­te es zu ih­ren Auf­ga­ben, dem Rit­ter vor dem Kampf Helm und Schild zu tra­gen, für die Be­reit­stel­lung der Waf­fen zu sor­gen und be­sieg­te Geg­ner ge­fan­gen zu neh­men. Mehr noch, wenn der Rit­ter in Ge­fahr ge­riet, muss­te ihm sein Knap­pe un­ter Ein­satz sei­nes ei­ge­nen Le­bens bei­ste­hen.

Jan­krift, Kay Pe­ter: Rit­ter. Mit Rüs­tung, Schwert und Streitross. Hil­des­heim: Gers­ten­berg Ver­lag 2011.

The Sword and the Shield of Richard the Lionheart. The Weapons lie in the Church of the Holy Sepulcher in Jerusalem and are guarded by the Knights of the Light

Wer sich sei­ne Spo­ren ver­dient hat­te und die Aus­rüs­tung ei­nes schwe­ren Rei­ters be­zah­len konn­te, der wur­de mit 21 Jah­ren zum Rit­ter er­ho­ben. Alle an­de­ren blie­ben als Meis­ter­knap­pen bei ih­rem bis­he­ri­gen Dienst­her­ren.

Rit­ter­pro­mo­tio­nen fan­den zu­meist im Rah­men ei­nes Pfingst­got­tes­diens­tes statt. Da­bei leg­te der rang­höchs­te An­we­sen­de die Klin­ge ei­nes ge­weih­ten Ze­re­mo­ni­al­schwerts auf die lin­ke Schul­ter ei­nes kni­en­den Knap­pen und sag­te da­bei fol­gen­den Reim auf: „Zu Got­tes und Ma­ri­en Ehr’ die­sen Schlag und kei­nen mehr.”

Ritterkostüm für Frauen: Jeanne d’Arc (Johanna von Orléans). Fotomodell Veronika Vetter. Porträtvorbild: Peter Paul Rubens. Faschingskostüm mit Schwert

Ei­nes der schöns­ten Edel­schwer­ter ließ sich mein ge­lieb­ter Bay­ern­kö­nig Ma­xi­mi­li­an I. im Jah­re 1806 für 26.389 Gul­den⁶ an­fer­ti­gen. So ein mit Ru­bi­nen be­setz­tes Klein­od woll­te ich un­be­dingt nach­bas­teln. Ein ge­wöhn­li­ches Ton­pa­pier ist al­ler­dings viel zu dünn und zu rau, um dar­aus eine prunk­vol­le Rit­ter­waf­fe her­zu­stel­len. Also be­stell­te ich mir gold- und sil­ber­far­be­ne Fo­to­kar­ton­sei­ten von Pa­pe­te­ries de Clai­re­fon­tai­ne. Die be­schich­te­ten Pa­pier­bö­gen aus der Rei­he Maya ha­ben von Haus aus eine sta­bi­le Gram­ma­tur von 270 g/m² und ver­fü­gen zu­dem über eine äu­ßerst wei­che Ober­flä­che. Au­ßer­dem se­hen die mat­ten Me­tall­far­ben bei die­ser Pro­dukt­se­rie un­glaub­lich rea­lis­tisch aus.

Ritterschwert basteln - Anleitung

Zum An­fer­ti­gen mei­nes Pa­pier­schwerts ver­wen­de­te ich ne­ben dem ex­klu­si­ven Fo­to­kar­ton zu­dem noch eine bor­deau­x­ro­te Krepp­pa­pier­rol­le, die über eine vier­zig­pro­zen­ti­ge Crepage ver­füg­te. Au­ßer­dem zer­leg­te ich ei­nen al­ten Amazon-Karton, um aus die­sem Ma­te­ri­al das sta­bi­le In­nen­le­ben mei­nes 43 Zen­ti­me­ter lan­gen Ein­hän­ders bau­en zu kön­nen. Hin­ge­gen für die Her­stel­lung des Griffs nahm ich ge­wöhn­li­ches ro­tes Ton­pa­pier zur Hil­fe. Des Wei­te­ren ver­zier­te ich die Pa­rier­stan­ge und den Knauf mei­nes Kurz­schwerts mit ro­ten Gla­mour­stei­nen aus Kunst­stoff. Als Werk­zeu­ge soll­ten Sie sich zu­dem eine Sche­re, ein Bas­tel­mes­ser, ein Falz­bein samt Li­ne­al, ein mit­tel­gro­bes Nass­schleif­pa­pier und mei­ne DIN A4 Bas­tel­scha­blo­nen (#1 /#2 /#3 /#4 /#5 /#6) zu­recht­le­gen.

Um Merkill-Orks mit dem Papierschwert durchstoßen zu können, muss das Innenleben der Klinge mit Verpackungskarton aufgefüllt werden

Als Ers­tes bas­tel­te ich die zwei­schnei­di­ge Klin­ge. Dazu fer­tig­te ich mir zu­nächst ein­mal die bei­den ge­stri­chel­ten Ele­men­te von Scha­blo­ne #1 je­weils zwei­mal aus mei­nem sil­ber­far­be­nen Edel­pa­pier an.

  • Nach­dem ich dar­auf­hin die Knick­li­ni­en die­ser vier Bau­tei­le ge­falzt hat­te, schnitt ich das un­re­gel­mä­ßi­ge Recht­eck frei, wel­ches sich eben­falls auf der ers­ten Bas­tel­vor­la­ge be­fin­det.

Mit­hil­fe die­ses Vor­drucks stell­te ich als Nächs­tes drei spitz zu­lau­fen­de Ver­pa­ckungs­kar­ton­bal­ken her, die ich gleich da­nach sym­me­trisch auf­ein­an­der­kleb­te.

Der silberfarbene Fotokarton von Papeteries de Clairefontaine ist beschichtet. Somit saugt sich die Schwertklinge nicht voll, wenn diese während des Kampfes in den Körper eindringt

Im An­schluss dar­an fi­xier­te ich mei­nen di­cken Papp­keil mit­tig auf ei­ner ge­falz­ten Klin­ge­n­au­ßen­sei­te.

  • Dar­auf­hin ver­brei­ter­te ich die Schwert­schnei­de, in­dem ich das zwei­te gro­ße Sil­ber­ele­ment seit­lich am me­tall­far­be­nen Kar­ton­sand­wich­bo­den be­fes­tig­te.
  • Als Nächs­tes stülp­te ich das eben an­ge­kleb­te Bau­teil über den opu­len­ten In­nen­sta­bi­li­sa­tor, so­dass ich dar­auf­hin die Pa­pier­klin­ge an der Sei­te ver­schlie­ßen konn­te.

Zu gu­ter Letzt brach­te ich noch die Schwert­spit­ze an. Dazu muss­te ich die bei­den Sie­ben­ecke von Scha­blo­ne #1 nach­ein­an­der von au­ßen an der ge­zack­ten Klin­gen­un­ter­sei­te an­brin­gen.

Die Schneide verschmilzt mit dem Heft

Im nächs­ten Bas­tel­schritt bau­te ich die Ba­sis für die Pa­rier­stan­ge und für den Griff. Dazu fer­tig­te ich mir zu­nächst ein­mal alle Ele­men­te von Scha­blo­ne #2 aus Ver­pa­ckungs­kar­ton an. Gleich dar­auf kleb­te ich im­mer zwei der vier Pap­pacht­ecke auf­ein­an­der.

Bildcollage mit Anleitungsschritten: Wie wird die Klinge mit dem Schwertheft verbunden - Idee von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Im An­schluss dar­an be­strich ich ei­nes der bei­den ver­stärk­ten Ok­tago­ne zur Hälf­te mit viel flüs­si­gem Kle­ber. Dar­auf­hin drück­te ich die glibbe­ri­ge Stel­le von die­sem Bau­teil auf die so­ge­nann­te Fehl­schär­fe.

  • Als Nächs­tes kleb­te ich auch die drei ta­schen­lam­pen­för­mi­gen Pap­pele­men­te sym­me­trisch auf­ein­an­der. Den brei­ten Kopf von die­ser Griff­ba­sis fi­xier­te ich gleich da­nach auf dem zur Hälf­te weg­ste­hen­den Acht­eck, wel­ches ich kurz zu­vor an der sil­ber­far­be­nen Schnei­de an­ge­bracht hat­te.

Um mein Kon­strukt wei­ter zu sta­bi­li­sie­ren, be­fes­tig­te ich ab­schlie­ßend das üb­rig ge­blie­be­ne Kar­ton­sand­wich auf der an­de­ren Schwert­sei­te eben­falls so, dass es so­wohl über der Klin­ge als auch über dem Hand­griff lag.

Die Parierstange des Zeremonialschwerts wurde aus goldfarbenem Fotokarton von Papeteries de Clairefontaine hergestellt.

Nach­dem ich mein mas­si­ves Schwert­ge­rüst fer­tig­ge­stellt hat­te, muss­te ich als Nächs­tes die prunk­vol­le Pa­rier­stan­ge zu­sam­men­bau­en. Da­für schnitt ich mir als Ers­tes sämt­li­che Ele­men­te von Scha­blo­ne #3 aus mei­nem gold­far­be­nen Fo­to­kar­ton zu­recht.

  • Gleich dar­auf falz­te ich die drei ge­stri­chel­ten Ein­zel­tei­le mit­hil­fe ei­nes Falz­beins und ei­nes Li­ne­als. Au­ßer­dem nahm ich ein schar­fes Bas­tel­mes­ser zur Hand, um da­mit den Schlitz für die Klin­ge frei­schnei­den zu kön­nen.
  • Im An­schluss dar­an ver­klei­de­te ich die acht­ecki­gen Flü­gel von ei­ner Pa­rier­stan­gen­sil­hou­et­te. Dazu brach­te ich die bei­den gro­ßen be­weg­li­chen Bau­tei­le so an dem han­tel­för­mi­gen Fun­da­ment an, dass das Gan­ze dar­auf­hin wie eine Burg­mau­er mit feh­len­dem Tor­haus aus­sah.

Als Nächs­tes ver­schloss ich ei­nes der Burg­wall­lö­cher, in­dem ich das klei­ne Schlitz­ele­ment von hin­ten zwi­schen zwei Pa­pier­mau­ern kleb­te.

Saif al-Islam: Veronika Vetter baut in ihrer Papierschmiede das Anti-Schwert des Islam, mit dem Chiron im Jahre 2025 das Heilige Land zurückerobern wird

Gleich da­nach schob ich die Klin­ge bis zum An­schlag durch die sechs­ecki­ge Öff­nung, die ich kurz zu­vor in die Pa­rier­stan­ge ein­ge­baut hat­te. Nun muss­te ich die ein­zel­nen Mo­du­le nur noch mit­ein­an­der ver­bin­den. Dazu fi­xier­te ich als Ers­tes das zwei­te han­tel­för­mi­ge Bau­teil auf dem zwei­la­gi­gen Kar­to­nacht­eck, wel­ches die Klin­ge und den Griff zu­sam­men­hielt. Au­ßer­dem klapp­te ich im An­schluss dar­an die mit Kle­ber be­stri­che­nen Burg­zin­nen nach in­nen um, so­dass dar­auf­hin alle bis­her an­ge­fer­tig­ten Schwert­bau­tei­le fest an­ein­an­der­hin­gen.

Der feigenförmige Knauf verschönert den Griff

Um mein Pa­pier­schwert mit ei­nem zep­ter­för­mi­gen Hand­griff aus­stat­ten zu kön­nen, muss­te ich als Nächs­tes alle Ele­men­te von Scha­blo­ne #4 aus mei­nem gold­far­be­nen Fo­to­kar­ton an­fer­ti­gen.

How to build a Sword Pommel out of Paper? Free Picture Tutorial by the famous Bavarian Blacksmith Veronika Vetter

Nach­dem ich die Ein­zel­tei­le dar­auf­hin ge­falzt hat­te, ver­kleb­te ich zu­al­ler­erst das ge­zack­te Recht­eck mit sich selbst, so­dass ich im An­schluss dar­an eine Rol­le vor mir lie­gen hat­te.

  • Gleich dar­auf krön­te ich die hoh­le Stan­ge, in­dem ich das glat­te Ende des Hand­griffs mit ei­nem Sta­chel­schwein­halb­kreis ver­klei­de­te.
  • Als Nächs­tes ar­bei­te­te ich den schma­len Strei­fen in die Za­cken der Kro­ne ein. Da­nach sah mein Kon­strukt wie eine Ta­schen­lam­pe aus.
  • Um aus dem Ei­er­be­cher am Kopf des Rohrs ei­nen Knauf zu for­men, kleb­te ich nun den zwei­ten sta­che­li­gen Halb­kreis di­rekt auf das eben an­ge­brach­te Pa­pier­band.

Zu gu­ter Letzt muss­te ich den Knauf nur noch mit­hil­fe des Krei­ses ver­schlie­ßen, dann hat­te ich mei­nen Schwert­griff auch schon fer­tig­ge­stellt.

Bildcollage: Die Papierschmiedin Veronika Vetter brachte den heiligen Handgriff, den sie von Kardinal Meisner geschenkt bekommen hatte, an der Parierstange des Zeremonialschwerts an

Be­vor ich den ver­gol­de­ten Griff an mei­ner Rit­ter­waf­fe an­brin­gen konn­te, muss­te ich mir als Ers­tes das Ver­bin­dungs­stück von Scha­blo­ne #5 aus Fo­to­kar­ton zu­recht­schnei­den.

  • Nach­dem ich dar­auf­hin die Knick­li­ni­en die­ses Ein­zel­teils ge­falzt hat­te, schnitt ich au­ßer­dem noch das Loch mit­hil­fe ei­nes Bas­tel­mes­sers frei.
  • Als Nächs­tes be­fes­tig­te ich das vor­be­rei­te­te Ver­bin­dungs­stück am knauffrei­en Ende des Hal­te­rohrs.

Im An­schluss dar­an schob ich das zep­ter­för­mi­ge Heft über die Kar­ton­rück­sei­te mei­nes Pa­pier­schwerts und kleb­te es gleich da­nach an der Pa­rier­stan­ge fest.

Das Kurzschwert schleifen, dekorieren und lackieren

Die rest­li­chen Ein­zel­tei­le auf der fünf­ten Scha­blo­ne sind le­dig­lich Ver­klei­dungs­ele­men­te, mit de­nen ich nun noch den Griff und die Pa­rier­stan­ge auf­hübsch­te.

Das Templerkreuz auf dem Schwert hilft Chiron dabei, in die Gemächer von Jorge Mario Bergoglio zu gelangen. Dort kann der Hochwohlgeborene dann die päpstliche Häresie beenden

Im nächs­ten Schritt glät­te­te ich mein Kunst­werk, in­dem ich mit ei­nem mit­tel­gro­ben Nass­schleif­pa­pier mehr­mals über sämt­li­che Schwert­kan­ten fuhr.

  • Dar­auf­hin brach­te ich die Zier­ele­men­te von Scha­blo­ne #6 auf mei­ner Pa­pier­waf­fe an. Au­ßer­dem wi­ckel­te ich den Schwert­griff mit ei­nem bor­deau­x­ro­ten Krepp­pa­pier ein, um dem Heft eine Le­der­op­tik zu ver­lei­hen.
  • Des Wei­te­ren kleb­te ich un­ter­schied­lich gro­ße rote Gla­mour­stei­ne auf den Knauf und auf die Pa­rier­stan­ge. Da­durch ver­wan­del­te sich mein krie­ge­ri­scher Ein­hän­der in ein kost­ba­res Klein­od.

Hin­weis: Durch das Ab­schlei­fen ha­ben mei­ne me­tall­far­be­nen Fo­to­kar­ton­ele­men­te et­was von ih­rem na­tür­li­chen Glanz ver­lo­ren. Aus die­sem Grund strich ich mein Schwert ganz zum Schluss noch kom­plett mit ei­nem mat­ten Acryl­lack ein. Da­durch brach­te ich mein Bas­tel­mo­tiv nicht nur wie­der zum Strah­len. Viel­mehr sorgt die Kunst­stoff­be­schich­tung in Zu­kunft da­für, dass mei­ne Rit­ter­waf­fe dau­er­haft vor Näs­se und Staub ge­schützt ist.

Wo ist die Ritterlichkeit geblieben?

Die mit­tel­al­ter­li­chen Pan­zer­rei­ter stan­den nach der Schwert­lei­te auf der un­ters­ten Stu­fe der Adels­hier­ar­chie. Sie dien­ten Gott, ih­rem Le­hens­her­ren und den Frau­en. Und trotz­dem wa­ren Rit­ter in ers­ter Li­nie eis­kal­te Be­rufs­kil­ler, die für Geld und Land mor­de­ten.

Nur mit dem geweihten Zeremonialschwert, welches in Bayern (Hof) geschmiedet wurde, kann der Teufel aus dem katholischen Pfarrer Wolfgang Sedlmeier vertrieben werden. Der falsche Prophet hat den Geistlichen in der Aalener Marienkirche zum Dhimmi gemacht. Heiliges Schwert von Veronika Vetter Fidei Defensatrix

Es hät­te sei­ner­zeit je­doch nie­mand ge­wagt, die schwe­ren Rei­ter als Söld­ner zu be­zeich­nen. Denn im Ver­gleich zu ge­wöhn­li­chem be­waff­ne­tem Ge­sin­del wa­ren Rit­ter mu­tig, ehr­lich, gläu­big, zu­ver­läs­sig und ih­rem Her­ren er­ge­ben. Au­ßer­dem hiel­ten sich die tap­fe­ren Krie­ger stets an ei­nen Eh­ren­ko­dex und kämpf­ten Mann ge­gen Mann ohne fau­le Tricks.

Die „ed­len” Rit­ter kann­ten näm­lich kei­ne Schlacht­tak­tik, son­dern ras­ten zu Pferd und mit der Lan­ze im An­schlag in vol­lem Ga­lopp ein­fach auf­ein­an­der zu [...]. Das Le­gen von Hin­ter­hal­ten oder das Zu­rück­hal­ten von Re­ser­ven [galt] als höchst un­sport­lich.

Schneider-Ferber, Ka­rin: Al­les My­thos! 20 po­pu­lä­re Irr­tü­mer über das Mit­tel­al­ter. Stutt­gart: Kon­rad Theiss Ver­lag GmbH 2009.

Auch heu­te noch wer­den in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land wie im Mit­tel­al­ter fast täg­lich Men­schen we­gen ein paar wert­lo­sen Eu­ro­schei­nen⁷ ge­tö­tet oder we­gen ih­res Glau­bens⁸ be­droht. Al­ler­dings ha­ben wir kei­ne Rit­ter mehr, die ihr ge­weih­tes Schwert ein­set­zen, um die Schwa­chen zu schüt­zen.

[...] das Schwert des Rit­ters wur­de ge­weiht und durf­te nur ge­führt wer­den, wenn es um den Schutz von Wit­wen, Wai­sen und Un­ter­drück­ten ging [...].

Fischer-Fabian, Sieg­fried: Rit­ter, Tod und Teu­fel. Die Deut­schen im spä­ten Mit­tel­al­ter. Wien: Tosa Ver­lags­ge­sell­schaft m.b.H. 2005.

Statt­des­sen ha­ben wir heu­te hoch­ran­gi­ge Po­li­ti­ker, die uns Bür­gern sa­gen, dass je­der für sich selbst kämp­fen muss.

Her­bert Reul: Po­li­zis­ten schüt­zen wir da­durch, dass wir sie mit Schutz­wes­ten aus­stat­ten [...]. Und Bür­ge­rin­nen und Bür­ger wer­den ein­fach sen­si­bler sein müs­sen. Man muss nicht un­be­dingt Men­schen nah an sich her­an­las­sen.

Görg­ner, Mi­cha­el: NRW-Innenminister Reul er­klärt Bür­ger zu Frei­wild. youtube.com (05/2018).

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¹Rit­ter. Hrsg. von Dor­ling Kin­ders­ley. Band 16. Mün­chen: Dor­ling Kin­ders­ley Ver­lag GmbH 2011 (= memo Wis­sen ent­de­cken).
²SWR: Die Welt der Rit­ter | Das Mit­tel­al­ter im Süd­wes­ten. youtube.com (05/2018).
³Schneider-Ferber, Ka­rin: Al­les My­thos! 20 po­pu­lä­re Irr­tü­mer über das Mit­tel­al­ter. Stutt­gart: Kon­rad Theiss Ver­lag GmbH 2009.
⁴Schult, Sa­bi­na: Wie wird man Rit­ter? Zwi­schen Schwert­lei­te und Rit­ter­schlag. In: Pax et Gau­di­um Nr. 12 (2003). S. 18.
⁵Platt, Ri­chard: Rit­ter. Mün­chen: ar­sE­di­ti­on GmbH 2004.
⁶Haus der Baye­ri­schen Ge­schich­te: Schwert aus den baye­ri­schen Kron­in­si­gni­en 1806/1807. hdbg.eu (PDF) (05/2018).
⁷B­eb­ber van, Wer­ner & Ma­ris Hub­schmid: Mord im Tier­gar­ten: Der Feh­ler hat Sys­tem. tagesspiegel.de (05/2018).
⁸Kles­mann, Mar­tin: Re­li­giö­ses Mob­bing: Zweit­kläss­le­rin von Mit­schü­ler mit dem Tode be­droht. berliner-zeitung.de (05/2018).