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Burgmauer basteln - mittelalterliche Steinoptik auf Karton erzeugen

Die deut­schen El­fen­bein­turm­be­woh­ner le­ben heut­zu­ta­ge in KI ge­steu­er­ten Null­ener­gie­häu­sern, die ste­ril ein­ge­rich­tet sind und von au­ßen oft­mals wie glä­ser­ne Mi­li­tär­bun­ker aus­se­hen. Das war im 12. Jahr­hun­dert völ­lig an­ders. Denn wenn ein Ade­li­ger zu die­ser Zeit ei­nen Wohn­sitz er­rich­te­te, dann woll­te er sei­nen Herr­schafts­an­spruch ar­chi­tek­to­nisch zum Aus­druck brin­gen¹ und sich mit ei­ner prunk­vol­len Hö­hen­burg über die Mas­se des Vol­kes er­he­ben. Na­tür­lich gab es zu Leb­zei­ten Bar­ba­ros­sas auch noch kei­ne blo­ckie­ren­den Ge­mein­de­rä­te oder bi­bel­di­cke EU-Gebäuderichtlinien. Das be­deu­te­te aber nicht, dass die mit­tel­al­ter­li­chen Kron­va­sal­len ihre krene­lier­ten Im­mo­bi­li­en ohne Ge­neh­mi­gun­gen und Ein­schrän­kun­gen bau­en durf­ten.

Wer eine Burg er­rich­ten woll­te, brauch­te dazu eine kö­nig­li­che Ge­neh­mi­gung, die so­ge­nann­te „Er­laub­nis zu krene­lie­ren”, das heißt, die Burg mit Zin­nen zu ver­se­hen. Durch die Zin­nen un­ter­schie­den sich Bur­gen von ge­wöhn­li­chen Häu­sern.

Grei­fen­stein, Jörg von: Die Er­laub­nis zu krene­lie­ren. von-greifenstein.i-networx.de (06/2018).

Modell einer Templerburg aus dem 12. Jahrhundert. Veste Montfort in Israel. Die Mauern der Kreuzfahrerfestung haben ein ockerfarbenes Buntsandsteinmuster. Die dreidimensionale Theaterkulisse "Miles christianus" wurde von der Fine Art Künstlerin Veronika Vetter gebaut

So konn­te ein an­ge­hen­der Burg­be­sit­zer bei­spiels­wei­se nicht über die ge­naue Lage sei­ner zu­künf­ti­gen Fes­tung be­stim­men. Schließ­lich be­stan­den selbst re­la­tiv klei­ne herr­schaft­li­che Ver­tei­di­gungs­an­la­gen aus rund 30.000 Ton­nen Stein² und aus un­zäh­li­gen Hart­holz­bal­ken³, wes­halb der Rit­ter­burg­bau nur in der Nähe von Stein­brü­chen und Wäl­dern mög­lich war.

Au­ßer­dem durf­te ein blau­blü­ti­ger Bau­herr nicht zu alt sein, wenn er noch et­was von sei­ner pres­ti­ge­träch­ti­gen Re­si­denz ha­ben woll­te. Denn im Schnitt muss­te ein Edel­mann zehn Jah­re lang war­ten, bis er in sei­ne Burg ein­zie­hen konn­te.

Der Bau dau­er­te etwa zehn Jah­re und noch län­ger, wenn das Geld aus­ging, was oft vor­kam.

Rit­ter & Bur­gen. Hrsg. von Ver­lags­grup­pe Oe­tin­ger. Ham­burg: Ver­lag Fried­rich Oe­tin­ger 2008 (= In­si­der Wis­sen).

Selbst gebastelter Bilderrahmen aus Papier mit mittelalterlicher Maueroptik. Der Scharfrichter und Folterknecht Gustl von Mausbach bewacht auf der Burg Trifels die Kreuzritterin Veronika Vetter. Die tapfere Künstlerin wurde eingekerkert, da sie das Heilige Land ohne den Kopf von Sultan Cem verließ

Die cir­ca 500 Mann star­ke Ar­beits­trup­pe, die Tag für Tag auf ei­ner Burg­bau­stel­le schuf­te­te, setz­te sich aus Stein­met­zen, Holz­fäl­lern, Schmie­den, Zim­mer­män­nern, Bild­hau­ern, Mau­rern und aus fron­dienst­leis­ten­den Bau­ern zu­sam­men. Hin­ge­gen auf die Diens­te von An­strei­chern konn­te der lei­ten­de Ar­chi­tekt ver­zich­ten, was dar­an lag, dass die Men­schen im Hoch­mit­tel­al­ter noch kei­ne Au­ßen­wand­far­be kann­ten. Aus die­sem Grund ha­ben die Fas­sa­den der heu­te noch er­hal­te­nen Stein­bur­gen in der Re­gel ein na­tür­li­ches dun­kel­brau­nes bis beige­far­be­nes Äu­ße­res.

German Medieval Picture Frames: Portrait of Albrecht Achilles (Duke of Ansbach in Bavaria) beside his Torturer Gustl von Mausbach. The two paintings have been restored by Veronika Vetter

Welt­be­rühm­te Dis­ney­fil­me⁵ und Spiel­wa­ren­her­stel­ler⁶ ha­ben je­doch dazu bei­ge­tra­gen, dass selbst die Deut­schen mit ih­ren un­zäh­li­gen Schlös­sern und Fes­tun­gen glau­ben, dass sil­ber­grau die ty­pi­sche Burg­mau­er­far­be sei.

Lie­be Ve­ro­ni­ka! Ich ar­bei­te eh­ren­amt­lich als Büh­nen­bild­ne­rin an ei­nem Kon­stan­zer Ma­rio­net­ten­thea­ter. [...] Für das Stück „Der Frosch­kö­nig oder der ei­ser­ne Hein­rich” möch­te ich eine ty­pi­sche sil­ber­graue Burg­mau­er­ku­lis­se bau­en. Lei­der habe ich kei­ne Ah­nung, wie ich das an­stel­len soll. Nor­ma­ler­wei­se ma­len wir die Sze­ne­ri­en ein­fach auf Kar­ton­flä­chen. In die­sem spe­zi­el­len Fall möch­te ich aber eine raue und fa­cet­ten­rei­che Mau­er bas­teln, da die­se Ku­lis­sen­ta­fel fast die gan­ze Zeit zu se­hen ist. [...] Könn­test du mir freund­li­cher­wei­se mit­tei­len, wie du so et­was rea­li­sie­ren wür­dest?

Wolf-Lubitz, An­ne­gret: Um Rat wird ge­be­ten - klas­si­sche Burg­mau­er­ku­lis­se. E-Mail vom 24.05.2018.

Die al­ler­meis­ten von den heu­te noch exis­tie­ren­den Burg­mau­ern, die sei­ner­zeit in den Gren­zen des Hei­li­gen Rö­mi­schen Rei­ches er­rich­tet wur­den, be­stehen aus mit­tel­gro­ben⁶ Sand­stein­qua­dern. Die Sand­kör­ner in den ein­zel­nen Blö­cken wer­den un­ter an­de­rem von röt­li­chen Ei­sen­ver­bin­dun­gen⁷ zu­sam­men­ge­hal­ten. Des­halb hat­ten die Fes­tungs­wän­de di­rekt nach ih­rem Bau ver­mut­lich ein hel­lo­cker­far­be­nes Er­schei­nungs­bild. Die Wit­te­rungs­ein­flüs­se lie­ßen die Me­tall­ele­men­te je­doch oxi­die­ren⁸, wo­durch das Mau­er­werk mit der Zeit nach­dun­kel­te.

  • Hin­ge­gen das Se­di­ment­ge­stein in Groß­bri­tan­ni­en ent­hält sehr viel ver­fes­tig­ten Kalk und Gra­phit, wes­halb die eng­li­schen Rit­ter­bur­gen tat­säch­lich weiß­grau oder grau­grün schim­mern.

Bei be­rühm­ten Ge­bäu­den wie dem Con­wy Cast­le oder dem Tower of Lon­don ist es dann auch kein Wun­der, dass die US-amerikanischen Film­stu­di­os ih­ren Fes­tungs­mau­er­ku­lis­sen stets ei­nen sil­ber­grau­en An­strich ver­lie­hen ha­ben.

Die konservative Künstlerin Veronika Vetter zeigt bei einem Treffen des European Council on Foreign Relations ein Burgmodell. Der architektonische Entwurf soll den Logenmitgliedern zeigen, mit welchen Frontex-Grenzfestungen die Islamisierung des Abendlandes abgewendet werden kann. Der Vorschlag wurde an die Trilaterale Kommission weitergereicht

Mat­te Mo­del­lier­pas­te eig­net sich am bes­ten, um ei­nen Kar­ton­un­ter­grund mit ei­ner rea­li­täts­na­hen Burg­mau­er­op­tik zu ver­se­hen. Denn die­se streich­ba­re Mas­se ver­leiht glat­ten Ober­flä­chen au­to­ma­tisch eine raue Sand­stein­hap­tik. Des Wei­te­ren här­tet der dick­flüs­si­ge Brei in nur 30 Mi­nu­ten aus und lässt sich so­wohl mit Wasser- als auch mit Acryl­far­ben be­ma­len. Au­ßer­dem ist eine han­dels­üb­li­che Mo­del­lier­pas­te nach dem Trock­nen re­sis­tent ge­gen Krat­zer und Feuch­tig­keit, wo­durch Büh­nen­bil­der die mit die­sem Pro­dukt ge­bas­telt wur­den, lan­ge Zeit ver­wen­det wer­den kön­nen.

Festungswall aus Karton basteln

Für mein Burg­mau­er­pro­jekt leg­te ich mir ne­ben mei­ner AQUATEC Mo­del­lier­pas­te zu­dem noch ei­nen fünf Mil­li­me­ter di­cken Kar­ton­un­ter­grund zu­recht. Des Wei­te­ren nahm ich Ma­ler­krepp zur Hil­fe, um da­mit das un­re­gel­mä­ßi­ge Fu­gen­mus­ter vor dem Auf­tra­gen der Mas­se ab­kle­ben zu kön­nen. Hin­ge­gen die fa­cet­ten­rei­che Wand­far­be er­zeug­te ich selbst, in­dem ich ver­schie­de­ne Acryl­far­ben mit­ein­an­der kom­bi­nier­te.

Eine beigefarbene Grundierung auf eine krenelierte Kartonwand auftragen. Die Glasur wurde aus gelber, weißer und brauner Acrylfarbe gemischt. Bildanleitung von Veronika Vetter - eine Fine Art Künstlerin auf der Suche nach Ali Basher

Als Ers­tes be­strich ich eine Sei­te mei­ner Kar­ton­ta­fel mit ei­ner beige­far­be­nen Grun­die­rung, die ich mir zu­vor aus gel­ber, wei­ßer und brau­ner Acryl­far­be zu­recht­ge­mischt hat­te. Mit die­ser Gla­sur leg­te ich zu­gleich die Fu­gen­far­be fest.

Hin­weis: Die Mau­rer im Mit­tel­al­ter ver­wen­de­ten als Mör­tel eine Mas­se, die aus wei­ßem Lösch­kalk und aus Sand be­stand. Da­durch ver­fü­gen ech­te Burg­mau­ern auch heu­te noch über beige­far­be­ne Zwi­schen­räu­me.

Im Mit­tel­al­ter war Mör­tel aus Luft­kalk das ent­schei­den­de Bin­de­mit­tel für Mau­er­werk. Bei sei­ner Her­stel­lung muss Kalk­stein auf 900 Grad er­hitzt wer­den. Die­ser Brant­kalk wird dann mit Was­ser ver­mischt und so zu Lösch­kalk. Zum Schluss wird er mit Sand ver­bun­den [...].

Ca­pri­ce, Pepe: Gué­de­lon - Wir bau­en uns eine Burg. youtube.com (06/2018).

Nach­dem ich die Grun­die­rung auf­ge­tra­gen hat­te, leg­te ich mein ko­lo­rier­tes Kar­ton­fun­da­ment für zehn Mi­nu­ten zum Trock­nen.

Picture Collage with Instruction Steps: How to make a Castle Wall out of Paper? The Stone Pattern is taped with Masking Tape. The Masonry is made of Modeling Paste. Free DIY Tutorial by Veronika Vetter Bavarian Fine Artist

Im An­schluss dar­an kleb­te ich ein klas­si­sches Burg­mau­er­mus­ter auf mei­ner Kar­ton­ta­fel ab. Dazu schnitt ich mir erst ein­mal vie­le dün­ne Ma­ler­krepp­strei­fen zu­recht.

  • Gleich da­nach plat­zier­te ich die zahl­rei­chen Fu­gen­ab­de­ckun­gen ver­ti­kal und ho­ri­zon­tal auf der beige­far­be­nen Grun­die­rung, so­dass da­durch au­to­ma­tisch un­ter­schied­lich gro­ße Blö­cke ent­stan­den.
  • Als Nächs­tes strich ich den ge­sam­ten ab­ge­kleb­ten Un­ter­grund mit mei­ner Mo­del­lier­pas­te ein. Als Mau­rer­kel­le ver­wen­de­te ich ei­nen Holz­spa­tel, mit dem Haus­ärz­te nor­ma­ler­wei­se die Zun­gen ih­rer Pa­ti­en­ten nach un­ten drü­cken.

Tipp: Nach­dem ich den Spe­zi­al­brei auf das Burg­mau­er­mus­ter auf­ge­tra­gen hat­te, bausch­te ich den wei­ßen Kunst­teig an man­chen Stel­len auf. Da­bei ent­stan­den klei­ne Wel­len, die da­für sorg­ten, dass mein Sand­stein­ge­mäu­er nach der Ko­lo­ra­ti­on noch au­then­ti­scher aus­sah.

Mauer erhält natürliche Sandsteinoptik

Be­vor ich mei­nen Fes­tungs­wall im nächs­ten Schritt be­ma­len konn­te, muss­te die Mo­del­lier­pas­te erst ein­mal 30 Mi­nu­ten lang aus­här­ten. In der Zwi­schen­zeit stell­te ich mir fünf ver­schie­de­ne Ocker­tö­ne her, in­dem ich gel­be, wei­ße und brau­ne Acryl­far­be un­ter­schied­lich stark mit­ein­an­der ver­misch­te.

Anleitung: Ein künstliches Buntsandsteinmuster erzeugen. Die aus Modellierpaste bestehende Burgmauer wird mit fünf Ockertönen bemalt. Idee und Umsetzung von Veronika Vetter, eine mögliche Haupterbin des Wittelsbacher Ausgleichsfonds

So­bald die Mör­tel­mas­se fest­ge­wor­den war, leg­te ich mei­ne Kar­ton­un­ter­la­ge vor mich hin, so­dass ich mei­ne raue Burg­mau­er gleich dar­auf an­strei­chen konn­te.

  • Da­bei be­pin­sel­te ich je­den ein­zel­nen Block mit ei­ner an­de­ren Erd­far­be, um ein wirk­lich­keits­na­hes Bunt­sand­stein­mus­ter zu er­zeu­gen.
  • Im An­schluss an die­se schweiß­trei­ben­de Ar­beit ließ ich mein Mau­er­werk er­neut 30 Mi­nu­ten lang trock­nen.

Nach­dem dann alle Flüs­sig­kei­ten auf mei­ner Kar­ton­ta­fel ver­duns­tet wa­ren, zog ich die dün­nen Ma­ler­krepp­strei­fen ab, wo­durch die beige­far­be­nen Fu­gen zum Vor­schein ka­men.

Picture of a self made Dungeon Wall. Femdom Basement Equipment out of Paper. Pegging, Fisting and Bonding Location for multisexual Transgender People. Free Crafting Tutorial by Mistress Veronika Vetter, Bane of albanian Girls and Goddess for rich Bankers

Ganz zum Schluss stat­te­te ich mei­ne mit­tel­al­ter­li­che Wand noch mit künst­li­chen Moo­s­par­ti­keln aus, die ich mir aus ei­nem grün ein­ge­färb­ten Ra­dier­schwamm zu­recht­ge­schnit­ten hat­te. Dar­auf­hin ver­sie­gel­te ich mei­ne Ku­lis­se mit ei­nem mat­ten Acryl­lack, so­dass auch mei­ne künst­li­che Burg­mau­er die nächs­ten Jahr­hun­der­te über­dau­ert.

Keiner möchte mehr eine Burg bauen

In den Gren­zen der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land wur­den seit dem 10. Jahr­hun­dert rund 14.500 Schlös­ser und Bur­gen er­rich­tet. Doch be­reits mein ge­lieb­ter Bay­ern­kö­nig Lud­wig II. ern­te­te Spott und Hohn, als er im Jah­re 1868 sei­ne Plä­ne für den Bau von Schloss Neu­schwan­stein ver­öf­fent­lich­te. Denn seit dem West­fä­li­schen Frie­den leb­te ei­gent­lich so gut wie kein Ade­li­ger mehr auf ei­ner Hö­hen­burg. Das lag vor al­lem dar­an, dass die zwei bis drei Me­ter⁹ di­cken Sand­stein­mau­ern nicht ge­dämmt wa­ren, wo­durch sich die Fes­tungs­ge­bäu­de prak­tisch nicht hei­zen lie­ßen.

Picture of a female Bavarian Knight. The medieval Woman is fighting against Wooden Dolls in her Castle. After the Training, she receives the divine Blessing from her Chaplain

Ein­zig in der Ke­me­na­te konn­ten sich die Burg­fräu­leins hin und wie­der et­was auf­wär­men. Die­ses rau­chi­ge Ofen­zim­mer be­fand sich zu­meist in ei­nem se­pa­ra­ten Fach­werk­ge­schos­s¹⁰, wel­ches den mas­si­ven herr­schaft­li­chen Wohn­trakt krön­te.

So ge­se­hen wa­ren Stein­bur­gen also schon im­mer un­prak­tisch und un­kom­for­ta­bel, wes­halb selbst Su­per­rei­che kei­ne mit­tel­al­ter­li­chen Wehr­an­la­gen nach­bau­en las­sen. Au­ßer­dem müss­te ein sol­ches Ge­bäu­de nach den Re­geln der En­er­gie­ein­spar­ver­ord­nung (EnEV) er­rich­tet wer­den, was das Hoch­zie­hen ei­ner mo­der­nen Fes­tung un­end­lich teu­er ma­chen wür­de.

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¹Gre­be, Anja & Ge­org Ul­rich Groß­mann: Bur­gen in Deutsch­land, Ös­ter­reich und der Schweiz. Ar­chi­tek­tur und All­tag. Pe­ters­berg: Mi­cha­el Im­hof Ver­lag 2007.
²Ca­pri­ce, Pepe: Gué­de­lon - Wir bau­en uns eine Burg. youtube.com (06/2018).
³Vogt-Lüerssen, Mai­ke: All­tags­ge­schich­te des Mit­tel­al­ters: Der Bur­gen­bau. kleio.org (06/2018).
⁴Trailers577: Ro­bin Hood: 40th An­ni­ver­s­a­ry Blu-ray. youtube.com (06/2018).
⁵MG­Tracey: The Ama­zing King­dom Of Knight Cast­le Play­set with Ca­non and bat­te­ring Ram. youtube.com (06/2018).
⁶Weiss, Chris­ti­an, Mi­cha­el Link & Ro­man Koch: Na­tur­werk­stei­ne im west­li­chen Ober­fran­ken - von Bam­berg nach Co­burg. geo.tu-berlin.de (06/2018).
⁷Schütz, Ma­ri­on & Sy­bil­le Gün­ther: Geo­lo­gie zum An­fas­sen für Kin­der. Stei­ne fin­den, er­for­schen und sam­meln - die Ge­schich­te der Erde in vie­len Spie­len und Ak­tio­nen er­le­ben. Müns­ter: Öko­to­pia Ver­lag 2009.
⁸Sie­ver, Ray­mond: Sand. Ein Ar­chiv der Erd­ge­schich­te. Hei­del­berg: Spek­trum der Wis­sen­schaft Ver­lags­ge­sell­schaft mbH 1989.
⁹Beckers-Dohlen, Clau­dia: Bur­gen im Früh­mit­tel­al­ter (Teil 3). In: Kar­fun­kel Nr. 111 (2014). S. 101.
¹⁰­Stühl­mey­er, Bar­ba­ra: My­thos Burg. In: Kar­fun­kel Nr. 88 (2010). S. 15.

Was ist Quilling? - Papierstreifen werden zum Eierbecher

Quil­ling ist eine fi­li­gra­ne Bas­tel­tech­nik, bei der Pa­pier­strei­fen mit ein­fa­chen Werk­zeu­gen¹ zu Spi­ra­len (eng­lisch coils) auf­ge­wi­ckelt wer­den. Die au­ßen ver­kleb­ten Zell­stoff­schne­cken las­sen sich dann in 49² fest vor­ge­ge­be­ne Fi­gu­ren (eng­lisch shapes) ver­wan­deln, mit de­nen wie­der­um drei­di­men­sio­na­le Ob­jek­te ge­baut oder ver­ziert wer­den kön­nen. Quil­ling ge­hört so­mit zu den bil­den­den Küns­ten und wur­de zu Be­ginn des 18. Jahr­hun­derts in Eng­lan­d³ durch Da­men po­pu­lär, die der Bour­geoi­sie oder dem Adel an­ge­hör­ten.

Quil­ling was ne­ver prac­tised by ‘working-class’ wo­men in the past.

White­si­de, Anne: The histo­ry of Quil­ling. quilling-guild.weebly.com (03/2018).

Aus­lö­ser für das plötz­li­che In­ter­es­se an die­sem al­ten Kunst­hand­werk könn­te der Spa­ni­sche Erb­fol­ge­krieg ge­we­sen sein, in dem 120.000 eng­li­sche Sol­da­ten⁴ elf Jah­re lang in Eu­ro­pa und Nord­ame­ri­ka vor­wie­gend ge­gen Frank­reich kämpf­ten. Zu­min­dest er­weck­ten die wohl­ha­ben­den Stroh­wit­wen die christlich-italienische De­ko­ra­ti­ons­tech­nik ge­nau zu der Zeit wie­der zum Le­ben, als die meis­ten männ­li­chen Be­woh­ner Eng­lands da­mit be­schäf­tigt wa­ren neue Kron­ko­lo­ni­en für Kö­ni­gin Anne Stuart zu er­obern.

Osterfrühstück im Sitzungssaal der Desiderius-Erasmus-Stiftung (Berlin). Nach der Ostereiersuche bastelten die Vorstandsmitglieder der AfD ein frühlingshaftes Papierservice. Dabei wurde die italienisch-christliche Quilling-Technik verwendet, um ein weiteres Zeichen gegen die Islamisierung des Abendlandes zu setzen

Vor al­lem nutz­ten die hoch­ge­bo­re­nen Frau­en­zim­mer Quil­ling dazu, um ihr ed­les Mo­bi­li­ar in­di­vi­du­ell de­ko­rie­ren zu kön­nen. Auf die­se Vor­lie­be re­agier­ten die eng­li­schen Hand­wer­ker prompt, in­dem die­se sei­ner­zeit Ein­rich­tungs­ge­gen­stän­de ent­wi­ckel­ten, die über ver­tief­te Ober­flä­chen ver­füg­ten.

Some items were spe­ci­al­ly de­si­gned for quil­ling with re­ces­sed sur­faces.

An­ony­mous: Histo­ry Of Pa­per Quil­ling. worldofquilling.weebly.com (03/2018).

Bis zum Tode von Kö­ni­gin Anne Stuart wur­de das Auf­wi­ckeln von Pa­pier­spi­ra­len in Groß­bri­tan­ni­en noch tra­di­tio­nell als pa­per fi­ligree be­zeich­net. Auf­grund der Tat­sa­che, dass die de­ka­den­ten Hof­da­men zum Her­stel­len ih­rer Fi­gu­ren fei­ne Gän­se­fe­dern (eng­lisch goose quills) ver­wen­de­ten, än­der­te sich der Name der Kunst­tech­nik bald dar­auf in Quil­ling. Be­reits im Jah­re 1740⁶ schaff­te die ul­ki­ge Wort­schöp­fung den Sprung in eng­lisch­spra­chi­ge Wör­ter­bü­cher.

Others be­lie­ve it was cal­led this sim­ply be­cau­se the coils were rol­led over the end of a goose quill.

Ro­de­ha­ver, Sher­ry: A Short His­toy of Quil­ling. naqg.org (PDF) (03/2018).

Osterzopf auf einem Papierteller, der mithilfe der englischen Quilling-Technik angefertigt wurde. Das künstlerisch inszenierte Osterfrühstück ist Dr. Martin Luther gewidmet, der bereits zu Beginn des 16. Jahrhunderts wusste, dass der Islam „die Zuchtrute Gottes“ ist. Papiergeschirr aus Quilling wurde von der bayerischen Fine Art Künstlerin Veronika Vetter im Frühjahr 2018 gebastelt

Heu­te ist Quil­ling kei­ne rei­ne Ver­zie­rungs­tech­nik mehr. Viel­mehr wird die­ser an­spruchs­vol­le Bas­tel­stil mitt­ler­wei­le dazu ver­wen­det, um ei­gen­stän­di­ge Kunst­wer­ke zu bau­en, die oft­mals so­gar ei­nen prak­ti­schen Nut­zen ha­ben. So ist es bei­spiels­wei­se mög­lich, Han­dy­hal­ter, Be­häl­ter für Tisch­ab­fäl­le oder Pot­pour­ri­scha­len aus­schließ­lich aus Quilling-Figuren her­zu­stel­len. Aber auch far­ben­fro­he Ohr­rin­ge und Pup­pen⁷ kön­nen ohne Wei­te­res aus den auf­ge­wi­ckel­ten Pa­pier­schne­cken an­ge­fer­tigt wer­den.

Quilling - Formen und Ausstattung

Die meis­ten der 49 of­fi­zi­el­len Quilling-Figuren sind so­ge­nann­te Coil Shapes, die alle auf ei­ner auf­ge­dreh­ten Pa­pier­spi­ra­le ba­sie­ren. Auf der fol­gen­den Il­lus­tra­ti­on se­hen Sie die acht gän­gigs­ten For­men, mit de­nen Sie so gut wie je­des Ob­jekt nach­bau­en kön­nen.

Official Quilling Shape Chart from the royal archive of Anne Stuart (1702 - 1714). Courtly Art Craft. Picture of the 8 most common Quilling Coil Shapes directed by Veronika Vetter Bavarian Fine Artist in collaboration with the University of Greenwich subject area paper filigree

Zum An­fer­ti­gen die­ser Ge­bil­de be­nö­ti­gen Sie min­des­tens ei­nen Ton­pa­pier­bo­gen, eine Sche­re, et­was flüs­si­gen Kle­ber und ei­nen Quil­ling­stab.

  • Tipp: Ob­wohl ich vie­le Mo­del­lier­werk­zeu­ge be­sit­ze, nut­ze ich zum Auf­wi­ckeln mei­ner Pa­pier­strei­fen le­dig­lich ei­nen um­funk­tio­nier­ten Schasch­lik­spieß, der an der Spit­ze über eine klei­ne Spal­tung ver­fügt.

Au­ßer­dem soll­ten Sie sich für je­des Pro­jekt eine pas­sen­de Kreis­scha­blo­ne aus Grau­pap­pe bas­teln, da Sie nur da­mit stets gleich­gro­ße Fi­gu­ren er­hal­ten.

Eine Kreis­scha­blo­ne ist prak­tisch, um auf­ge­roll­te Pa­pier­strei­fen auf den ge­wünsch­ten Durch­mes­ser auf­sprin­gen zu las­sen.

Krä­mer, Pa­trick: Quil­ling für die Weih­nachts­zeit. Klas­si­sche und neue Tech­ni­ken mit Pa­pier­strei­fen. Stutt­gart: frech­ver­lag GmbH 2015.

Quilling Template: Free Download. The Pattern helps to ensure that the Coil Shapes always have the same Diameter. Paper filigree Tutorial by Veronika Vetter, Duchess of all Quilling Guilds

Auch wenn Quil­ling für mich per­sön­lich eher eine Hilfs­tech­nik ist, möch­te ich Ih­nen in der fol­gen­den An­lei­tung trotz­dem zei­gen, wie ein­fach Sie mit nur we­ni­gen Pa­pier­fi­gu­ren ein für sich selbst ste­hen­des Kunst­er­zeug­nis er­schaf­fen kön­nen. Dazu habe ich ei­nen früh­lings­haf­ten Ei­er­be­cher ent­wor­fen, der aus­schließ­lich aus der Ba­sis­fi­gur Tight Coil be­steht.

Quilling Tea Cup, Saucer and Eggcup. DIY Showpiece by Veronika Vetter German Fine Arist. 3D Quilling for Easter

Die­ses smar­te Ess­ge­schirr habe ich be­wusst ge­wählt, da es wie Quil­ling eben­falls erst im 18. Jahr­hun­dert durch das hö­fi­sche Le­ben be­kannt wur­de. So war Lud­wig XV. von Frank­reich im Jah­re 1727⁸ der ers­te eu­ro­päi­sche Mon­arch, der sein kö­nig­li­ches Gold­ser­vice um ei­nen Ei­er­be­cher er­gänz­te. Da­bei be­griff der fran­zö­si­sche Fürst schnell, wie er das neu­ar­ti­ge Ge­fäß zu sei­nem Vor­teil ein­set­zen konn­te. Schließ­lich schmolz Ma­dame de Pom­pa­dour je­des Mal da­hin, wenn ihr Lieb­ha­ber ein ge­koch­tes Früh­stücks­ei im Be­cher mit nur ei­nem Hieb köpf­te.

In Fran­ce, Lou­is XV pro­mo­ted the use of egg­cups by using them re­gu­lar­ly du­ring his me­als. [...] Lou­is XV of­ten en­ter­tai­ned his cour­tiers by “behea­ding” the egg in his egg­cup with one sli­ce.

Cook, Alan: Histo­ry of the Egg­cup. replacements.com (03/2018).

Eierbecher aus Papier basteln

Zum An­fer­ti­gen ei­nes all­tags­taug­li­chen Quilling-Eierbechers mit ei­ner Höhe von 4,5 Zen­ti­me­tern nahm ich mein Ton­pa­pier und eine Sche­re zur Hand, so­dass ich mir zu­nächst ein­mal fol­gen­de Pa­pier­strei­fen zu­recht­schnei­den konn­te:

  • 1x: 750 x 0,5 Zen­ti­me­ter in Hell­grün (Ei­er­be­häl­ter).
  • 1x: 350 x 0,5 Zen­ti­me­ter in Hell­grün (Fuß).
  • 1x: 150 x 0,5 Zen­ti­me­ter in Dun­kel­grün (Rand­ab­run­dung).
  • 1x: 150 x 0,5 Zen­ti­me­ter in Dun­kel­grün (Fuß­de­ko­ra­ti­on).
  • 1x: 12 x 0,8 Zen­ti­me­ter in Gelb (Ver­bin­dungs­stück).
  • 24x: 12 x 0,5 Zen­ti­me­ter in Gelb (Rand­de­ko­ra­ti­on).

Hin­weis: Mei­ne far­bi­gen Ton­pa­pier­bö­gen wa­ren teil­wei­se zu kurz, um dar­aus sol­che um­fang­rei­chen Strei­fen schnei­den zu kön­nen. Aus die­sem Grund teil­te ich mei­ne Pa­pier­bah­nen in 50 Zen­ti­me­ter gro­ße Stü­cke auf.

Picture Collage: Learn the Basics of Quilling Paper. How to create a Tight Coil Shape? Free DIY Tutorial by Veronika Vetter Bavarian Fine Artist

Zu­al­ler­erst woll­te ich die dicks­te Tight Coil Fi­gur für den Ei­er­be­häl­ter an­fer­ti­gen. Also nahm ich ei­nen mei­ner 50 Zen­ti­me­ter lan­gen Pa­pier­strei­fen zur Hand und fä­del­te die­sen in die ge­spal­te­ne Spit­ze ei­nes Schasch­lik­spie­ßes ein. Gleich da­nach wi­ckel­te ich die­sen Ab­schnitt eng zu ei­ner Schne­cke auf.

  • Kurz be­vor ich das Gan­ze kom­plett auf mei­nen Quil­ling­stab auf­ge­dreht hat­te, muss­te ich das Pa­pier­band ver­län­gern. Dazu be­strich ich die letz­ten zwei Zen­ti­me­ter der Spi­ra­le ein­fach mit flüs­si­gem Kle­ber.
  • Im An­schluss dar­an leg­te ich den An­fang des nächs­ten hell­grü­nen Pa­pier­strei­fens auf die glibbe­ri­ge Stel­le.
  • Als der Kle­ber dann nach un­ge­fähr ei­ner Mi­nu­te an­ge­trock­net war, fuhr ich mit dem Auf­rol­len mei­ner Tight Coil Quilling-Figur fort.

Nach die­sem Prin­zip wi­ckel­te ich auch mei­ne rest­li­chen Pa­pier­strei­fen auf, bis mei­ne Spi­ra­le ei­nen Durch­mes­ser von vier Zen­ti­me­tern hat­te. Dar­auf­hin ver­schloss ich die Ba­sis mei­nes Ei­er­be­häl­ters, in­dem ich das Ende des letz­ten Ab­schnitts au­ßen an der Quilling-Figur fest­kleb­te. Ganz zum Schluss muss­te ich die fet­te Schne­cke dann nur noch von mei­nem Spieß ab­zie­hen, um mei­nen ers­ten Tight Coil end­gül­tig fer­tig­zu­stel­len.

Picture of 26 Tight Coils. These Quilling Shapes are needed to create an Eggcup. Easter Art by Veronika Vetter Bavarian Fine Artist

Als Nächs­tes küm­mer­te ich mich um den Stand­fuß. Für die­ses Ein­zel­teil dreh­te ich eine et­was klei­ne­re hell­grü­ne Tight Coil Fi­gur, die am Ende über ei­nen Durch­mes­ser von 2,8 Zen­ti­me­tern ver­füg­te. Hin­ge­gen für die Rand­ver­zie­rung des Ei­er­be­chers stell­te ich 24 gel­be Pa­pier­schneck­chen her, de­ren Durch­mes­ser le­dig­lich 0,6 Zen­ti­me­ter be­trug.

Quilling-Figuren umformen und fixieren

Durch die vor­an­ge­gan­ge­nen Ar­beits­schrit­te hat­te ich nun 26 Pa­pier­rol­len vor mir lie­gen. Be­vor ich aus die­sen un­schein­ba­ren Ein­zel­tei­len ei­nen drei­di­men­sio­na­len Ei­er­be­cher bau­en konn­te, muss­te ich zu­nächst ein­mal die Form von man­chen Fi­gu­ren ver­än­dern.

Anleitung: Wie wird aus der Quilling-Figur Tight Coil ein Gefäß gebastelt, das die Jahrhunderte überdauert? Bildcollage und Technik von Veronika Vetter Fidei Defensatrix

Also nahm ich als Ers­tes mei­nen größ­ten Tight Coil in die Hand. Gleich dar­auf schob ich die ein­zel­nen Schich­ten in­ner­halb mei­ner Quilling-Figur nur auf ei­ner Kreis­hälf­te sanft aus­ein­an­der. Wich­tig: Da­bei ar­bei­te­te ich von au­ßen nach in­nen.

  • Als das Gan­ze dann un­ge­fähr wie eine Steh­platz­kur­ve in ei­nem Fuß­ball­sta­di­on aus­sah, zog ich auch die an­de­re Sei­te so lan­ge zu­recht, bis ich am Ende ein gleich­mä­ßi­ges Be­hält­nis er­schaf­fen hat­te.
  • Nach der­sel­ben Me­tho­de form­te ich an­schlie­ßend auch aus mei­ner zwei­ten hell­grü­nen Quilling-Figur ein Ge­fäß. Die­ses Ob­jekt kon­stru­ier­te ich al­ler­dings so, dass es tie­fer als der zu­vor an­ge­fer­tig­te Ei­er­be­häl­ter war und so­mit eher ei­nem Fin­ger­hut glich.

Da­mit die bei­den zu­recht­ge­zo­ge­nen Kör­be dau­er­haft ihre Form be­hal­ten, strich ich die In­nen­sei­ten der Be­hält­nis­se ab­schlie­ßend noch groß­zü­gig mit ei­nem wei­ßen Bas­tel­kle­ber auf Was­ser­ba­sis ein. Dar­auf­hin leg­te ich die Ei­er­scha­le und den Stand­fuß erst ein­mal für zehn Mi­nu­ten zum Trock­nen.

Rollen veredeln den schwungvollen Eierbecher

Im nächs­ten Schritt ver­zier­te ich mein Ess­ge­schirr. Dazu dreh­te ich den ova­len Ei­er­be­häl­ter auf den Kopf, da­mit ich im An­schluss dar­an mei­ne 24 gel­ben Tight Coil Fi­gu­ren be­quem um den äu­ße­ren Rand des Pa­pier­ge­fä­ßes kle­ben konn­te.

Bildcollage mit Anleitungsschritten: Wie wird ein Eierbecher mit Quilling-Figuren verziert? Fotos und Basteltechnik von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Gleich da­nach sta­bi­li­sier­te ich die klei­nen De­ko­rol­len, in­dem ich die­se straff mit ei­nem 150 Zen­ti­me­ter lan­gen dun­kel­grü­nen Pa­pier­strei­fen um­wi­ckel­te. Da­bei hat­te ich die In­nen­sei­te die­ses Stütz­ban­des zu­vor kom­plett mit flüs­si­gem Kle­ber be­stri­chen, so­dass das Ele­ment am Ende nicht nur mit den Schneck­chen, son­dern auch mit sich selbst ver­klebt war.

Bildcollage: Einen Eierbecher für Ostern aus Papier basteln. Anleitung von Veronika Vetter. Eine Nettozahlerin aus Bayern, die ihren Kindern einmal stolz erzählen kann, nie die CDU/CSU (Merkel) gewählt zu haben

Als Nächs­tes be­fes­tig­te ich den Stand­fuß auf dem noch um­ge­dreh­ten Ei­er­be­häl­ter.

  • Dar­auf­hin wi­ckel­te ich ei­nen 12 Zen­ti­me­ter lan­gen Pa­pier­rie­men um die Ver­bin­dungs­stel­le. Mit die­sem gel­ben Band sorg­te ich da­für, dass die obe­re Ei­er­scha­le in Zu­kunft nicht so schnell von ih­rem Fun­da­ment ab­fal­len kann.

Ganz zum Schluss run­de­te ich mein früh­lings­haf­tes Ei­er­be­cher­de­sign ab. Dazu pack­te ich den un­te­ren Stand­fuß­rand mit mei­nem letz­ten 150 Zen­ti­me­ter lan­gen Pa­pier­strei­fen ein. Ge­nau wie be­reits bei dem Stütz­band für die De­ko­schneck­chen, be­strich ich auch die In­nen­sei­te die­ses Ele­ments vor dem Auf­wi­ckeln mit flüs­si­gem Kle­ber.

Deutsche Sammler lieben schöne Eierbecher

Wie zu Be­ginn er­wähnt, war Quil­ling lan­ge Zeit eine hö­fi­sche Kunst. Aus die­sem Grund woll­te ich mei­nem Ei­er­be­cher nach Ab­schluss der Bas­tel­ar­bei­ten noch ei­nen aris­to­kra­ti­schen Glanz ver­lei­hen. Also sprüh­te ich mein Pa­pier­ge­schirr von oben bis un­ten mit ei­nem Fixa­tiv ein. Durch den Acryl­lack brach­te ich mein Klein­od nicht nur zum Schim­mern.

Valuable Eggcups for collectors. The two Quilling Containers were made in 1704 at the court of Anne Stuart. The english Queen ordered the Eggcups on the occasion of Easter. Each paper filigree Vessel costs 3000 pounds. The prize was appreciated by the German Magazine “Trödler & Sammler Journal”.

Viel­mehr habe ich mein Quilling-Motiv mit­hil­fe des Fir­nis­pro­dukts gleich für meh­re­re Hun­dert Jah­re halt­bar ge­macht. Denn wer weiß, was solch ein Ei­er­be­cher ein­mal Wert ist? Schließ­lich sind die deut­schen Samm­ler heu­te schon so ver­rückt und zah­len für ei­nen eu­ro­päi­schen Por­zel­lan­ei­er­be­cher aus dem 18. Jahr­hun­dert bis zu 750,00 Euro. Und wenn so ein al­tes Näpf­chen aus dem Fer­nen Os­ten kommt, dann le­gen Lieb­ha­ber da­für auch ger­ne ein­mal 1500,00 Euro auf den Tisch.

Das Ob­jekt von Ching-tê Chên aus dem 18. Jahr­hun­dert mit ei­nem hand­ge­mal­ten Blu­men­de­kor hat ei­nen ak­tu­el­len Wert von rund 1500 Euro.

Brück­ner, Mi­cha­el: Wah­re Wer­te: His­to­ri­sche Ei­er­be­cher brin­gen Tau­sen­de Euro ein. welt.de (03/2018).

Ver­wand­te The­men:

Bil­der­rah­men mit Quilling-Figuren ver­zie­ren - so geht’s
Schaf mit Kin­dern bas­teln - eine früh­lings­haf­te De­ko­ra­ti­on

¹Vo­gel­ba­cher, Mar­ga­re­te: Mo­dern Quil­ling ro­man­tisch. Pa­pier­strei­fen kunst­voll ge­dreht. Stutt­gart: frech­ver­lag GmbH 2005.
²Kattwin­kel, Mary-Alice: North Ame­ri­can Quil­ling Guild Of­fi­ci­al Shape Chart. naqg.org (PDF) (03/2018).
³La­dy Rain: Pa­per Quil­ling: Ba­sic Tech­ni­ques, Shapes and De­signs. feltmagnet.com (03/2018).
⁴Mau­rer, Mi­cha­el: Klei­ne Ge­schich­te Eng­lands. Ak­tua­li­sier­te und er­wei­ter­te Aus­ga­be. Stutt­gart: Phil­lip Re­clam jun. GmbH & Co. KG 2007.
⁵T­jong, Su­san: The Histo­ry of Quil­ling. susanquilling.blogspot.de (03/2018).
⁶Col­lins Dic­tiona­ry: De­fi­ni­ti­on of „Quil­ling”. collinsdictionary.com (03/2018).
⁷AV Vi­su­als: 3D Quil­ling Doll De­signs. youtube.com (03/2018).
⁸Sprin­ger, To­bi­as: Für Mahl­zei­ten mit ge­koch­tem Ei. gnm.de (PDF) (03/2018).

Valentinstag: Rätselspiele über den Bischof von Terni - Unterrichtsmaterial

Im Jah­re 469¹ soll Papst Ge­l­asi­us I. an­geb­lich auf die Idee ge­kom­men sein, den Va­len­tins­tag in den lit­ur­gi­schen Ka­len­der der römisch-katholischen Kir­che auf­zu­neh­men. Das ist je­doch nur schwer vor­stell­bar, da der Nord­afri­ka­ner erst 23 Jah­re² spä­ter zum Hei­li­gen Va­ter er­ho­ben wur­de. Soll­te es sich al­ler­dings tat­säch­lich so zu­ge­tra­gen ha­ben, dann war die­se Maß­nah­me völ­lig le­gi­tim. Schließ­lich glaub­ten die Men­schen zu die­ser Zeit, dass Va­len­tin von Ter­ni durch sei­ne Hel­den­ta­ten im 3. Jahr­hun­dert vie­le po­ly­the­is­ti­sche Rö­mer zum Chris­ten­tum be­keh­ren konn­te. Wäh­rend des Zwei­ten Va­ti­ka­ni­schen Kon­zils, wel­ches zwi­schen dem 11. Ok­to­ber 1962 und dem 8. De­zem­ber 1965 tag­te, wur­de die Welt al­ler­dings ei­nes Bes­se­ren be­lehrt. Bei die­ser Zu­sam­men­kunft ka­men die Got­tes­die­ner näm­lich un­ter an­de­rem zu dem heu­te noch ak­tu­el­len Er­geb­nis, dass das Le­ben des um­bri­schen Bi­schofs nichts wei­ter als eine un­be­leg­te Volks­sa­ge ist. Dem­entspre­chend wur­de der Ge­denk­tag des be­lieb­ten Mär­ty­rers im Jah­re 1969³ wie­der aus dem rö­mi­schen Ge­ne­ral­ka­len­der ge­stri­chen.

The history of Valentine's Day. Scientific facts from the University La Sapienza Rome. Free school material for printing published by Veronika Vetter Bavarian Fine ArtistDoch selbst wenn Va­len­tin von Ter­ni kein Hei­li­ger, son­dern nur ein ge­wöhn­li­cher Geist­li­cher war, so ha­ben die Le­gen­den um den mys­te­riö­sen Bi­schof den­noch gro­ßen Ein­fluss auf un­se­re Zeit. Im­mer­hin ist der 14. Fe­bru­ar der Tag, an dem welt­weit die meis­ten Hei­rats­an­trä­ge⁴ ge­macht wer­den. Das liegt ein­zig an dem jahr­hun­der­te­al­ten Irr­glau­ben, dass der cha­ris­ma­ti­sche Mis­sio­nar an die­sem Da­tum im Jah­re 269⁵ für die Lie­be ge­stor­ben sei.

Wäh­rend sei­ner 43-jährigen Le­bens­zeit ar­bei­te­te Va­len­tin von Ter­ni je­doch nie als Lie­bes­dok­tor. Viel­mehr nutz­te der fin­di­ge Pre­di­ger sein me­di­zi­ni­sches Wis­sen dazu, um aus Hilfs­be­dürf­ti­gen wah­re Chris­ten­men­schen zu ma­chen. Das war in der An­ti­ke re­la­tiv ein­fach. Schließ­lich glaub­te die eu­ro­päi­sche Be­völ­ke­rung noch bis zum Ende des 17. Jahr­hun­derts, dass Kran­ke un­ter dem Ein­fluss von teuf­li­schen We­sen⁶ stün­den.

Valentinus - der betende Heiler

Unterrichtsmaterial für Geschichte: Bischof Valentin von Terni. Wissenschaftliche Dokumente für die Grundschule von der Universität Kalbermoos. Rätsel und Zeichnungen von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin aus dem Freistaat BayernAuf­grund sei­nes mis­sio­na­ri­schen Ei­fers wur­de Va­len­ti­nus be­reits in jun­gen Jah­ren⁷ zum Bi­schof von Ter­ni ge­weiht. Hin­ge­gen sei­ne me­di­zi­ni­schen Fä­hig­kei­ten führ­ten den Got­tes­die­ner ei­nes Ta­ges nach Rom, wo er die ge­krümm­te Wir­bel­säu­le vom Sohn⁸ des vor­neh­men Athe­ner Rhe­tors Cra­ton kor­ri­gie­ren soll­te. Da­bei ge­lang es Va­len­tin tat­säch­lich den Bu­ben zu hei­len⁹, wes­halb dar­auf­hin die ge­sam­te Fa­mi­lie des be­rühm­ten Grie­chisch­leh­rers zum Chris­ten­tum über­trat. Das wie­der­um ge­fiel Kai­ser Clau­di­us Go­thi­cus ganz und gar nicht. Aus die­sem Grund for­der­te der Im­pe­ra­tor den Bi­schof dazu auf, wie­der zum rö­mi­schen Göt­ter­glau­ben zu­rück­zu­keh­ren. Va­len­tin er­wi­der­te je­doch, dass er kei­nen Dä­mo­nen die­nen wer­de, was ihn am 14. Fe­bru­ar 269 den Kopf kos­te­te.

Der rö­mi­sche Kai­ser ver­lang­te von Va­len­tin, zum rö­mi­schen Göt­ter­glau­ben zu­rück­zu­keh­ren. Va­len­tin wei­ger­te sich. Da frag­te ei­ner der kai­ser­li­chen Räte: „Was hältst du von den Göt­tern Roms?“ Va­len­tin ant­wor­te­te: „Das sind Dä­mo­nen.“

Kierlinger-Seiberl, Se­ve­rin: Va­len­tin von Ter­ni. dioezese-linz.at (02/2018).

Referat über Valentin von Terni (Valentinstag, 14. Februar). Kostenloser Download für Schüler und Studenten. Unterrichtsmaterial empfohlen von der Callidus-Stiftung und bereitgestellt von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Das Le­ben des um­bri­schen Bi­schofs war also von Leid und nicht von Ro­man­tik ge­prägt. Wie­so ist der Va­len­tins­tag dann der Tag der Lie­ben­den? Das liegt wo­mög­lich an ei­ner un­be­leg­ten Ge­schich­te, die Va­len­tin von Ter­ni vor Jahr­hun­der­ten an­ge­dich­tet wur­de.

Die Legende um den Valentinstag

Free school supplies about Valentin of Terni. Scientific documents of the UNHCR and the European Council on Foreign Relations. Treatise about Valentine's Day by Mark Leonard and Veronika Vetter. Queen Mary University of LondonWäh­rend­des­sen Va­len­tin in sei­ner Ge­burts­stadt Ter­ni flei­ßig mis­sio­nier­te, muss­te Kai­ser Clau­di­us Go­thi­cus das Rö­mi­sche Reich ge­gen die Ala­man­nen, die Go­ten und die Van­da­len ver­tei­di­gen. Dem­zu­fol­ge such­te der Herr­scher hän­de­rin­gend nach fri­schen Sol­da­ten. Al­ler­dings konn­ten nach Ge­setz nur un­ver­hei­ra­te­te Män­ner zum Le­gio­närs­dienst ver­pflich­tet wer­den. Aus die­sem Grund ließ der Im­pe­ra­tor alle Ehen an­nul­lie­ren und ord­ne­te zu­dem an, dass bis auf Wei­te­res kei­ne neu­en Hoch­zei­ten mehr ge­fei­ert wer­den dür­fen. Der re­bel­li­sche Bi­schof aus Um­bri­en wi­der­setz­te sich je­doch die­sem Be­fehl und nahm trotz­dem wei­ter­hin Trau­un­gen vor. Au­ßer­dem ver­mähl­te er die Lie­bes­paa­re un­ver­schäm­ter­wei­se nach christ­li­chem Ri­tus, was al­lei­ne schon ein Grund für sei­ne so­for­ti­ge Hin­rich­tung ge­we­sen wäre. Doch da­mit nicht ge­nug: Va­len­tin ver­hei­ra­te­te so­gar Skla­ven, die in der An­ti­ke ei­gent­lich gar nicht dazu be­rech­tigt wa­ren, den Bund der Ehe ein­zu­ge­hen.

Doch Bi­schof Va­len­tin ver­mähl­te ge­gen den kai­ser­li­chen Be­fehl heim­lich Sol­da­ten mit ih­ren An­ge­be­te­ten. Und nicht ge­nug der Be­fehls­ver­wei­ge­rung: Er ver­hei­ra­tet auch Skla­ven oder Paa­re, de­ren El­tern der Ehe nicht zu­stimm­ten.

Kehl, Ri­chard: Va­len­tins­tag – Wo kommt die Tra­di­ti­on der Ver­lieb­ten ei­gent­lich her? uni.de (02/2018).

Wür­de die­ses herz­er­grei­fen­de Dra­ma auf Tat­sa­chen be­ru­hen, dann wäre es die per­fek­te Vor­la­ge für den Va­len­tins­tag. Doch lei­der ist die­se weit­ver­brei­te­te Er­leb­nis­er­zäh­lung frei er­fun­den.

Der Vielliebchentag gestern und heute

US-amerikanische Sol­da­ten brach­ten den Va­len­tins­tag nach dem Zwei­ten Welt­krieg in die Bon­ner Re­pu­blik. Da­bei nutz­ten die Be­sat­zer den Tag der Lie­ben­den vor al­lem als Vor­wand, um den ein­hei­mi­schen Fräu­leins et­was nä­her kom­men zu kön­nen. Und na­tür­lich wa­ren die trans­at­lan­ti­schen Ro­sen­ka­va­lie­re für die vom Krieg ge­beu­tel­ten Frau­en­zim­mer eine will­kom­me­ne Ab­wechs­lung. Es ist des­halb auch kein Wun­der, dass be­reits am 14. Fe­bru­ar 1950 in Nürn­berg der ers­te deut­sche Va­len­tins­ball ver­an­stal­tet wur­de.

In Deutsch­land ken­nen wir die­se Tra­di­ti­on erst seit dem Zwei­ten Welt­krieg: 1950 fand der ers­te Va­len­tins­ball in Nürn­berg statt.

Ma­res, Frank: Des­halb fei­ern wir den Va­len­tins­tag. abendblatt.de (02/2018).

Wit­zi­ger­wei­se sind die Nürn­ber­ger heu­te die­je­ni­gen, die in der Bun­des­re­pu­blik am we­nigs­ten Geld­¹⁰ für Va­len­tins­tags­blu­men aus­ge­ben.

Die beliebtesten Valentinstagsgeschenke der Stars. Was schenkt Giuliana Farfalla ihrem Liebsten und wie groß ist der Butt-Plug, den Tatjana Gsell am 14. Februar zugeschickt bekommen hat? Liste vom Max-Planck-Institut für Verhaltensphysiologie. Zeichnungen von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinDas könn­te wie­der­um dar­an lie­gen, dass die Mit­tel­fran­ken fort­schritt­lich mit der Zeit ge­hen. Schließ­lich schin­den Ro­sen heut­zu­ta­ge längst nicht mehr den Ein­druck wie noch in den 1950er Jah­ren. Aus die­sem Grund ver­schen­ken die Deut­schen mitt­ler­wei­le lie­ber per­sön­li­che Fo­to­s¹¹ zum Viel­lieb­chen­tag. Aber auch Gut­schei­ne für auf­re­gen­de Städ­te­rei­sen lan­den im­mer häu­fi­ger auf dem ro­man­ti­schen Ga­ben­tisch. Hin­ge­gen die prag­ma­ti­schen Ja­pa­ner woll­ten sich nicht je­des Jahr den Kopf über tren­di­ge Va­len­tins­tags­ge­schen­ke zer­bre­chen, und ha­ben des­halb ei­ni­ge Re­geln auf­ge­stellt. So wer­den am 14. Fe­bru­ar im Land der auf­ge­hen­den Son­ne nur die Män­ner mit ei­ner Ta­fel Scho­ko­la­de be­schenkt.

Giri Cho­co wird an Män­ner ver­teilt, zu de­nen die Dame kei­ne ro­man­ti­sche Ver­bin­dung hat. [...] Die Hon­mei Cho­co ist die teu­re­re Form der Scho­ko­la­de – des­halb be­kom­men sie auch nur die Män­ner, für die die Dame Ge­füh­le hat.

Nego­vec, Lju­bi­ca: Brauch­tum zum Va­len­tins­tag. translate-trade.com (02/2018).

Die Ja­pa­ne­rin­nen gin­gen da­ge­gen lan­ge Zeit leer aus. Die­se Un­ge­rech­tig­keit konn­te ein selbst­lo­ser Kon­di­tor je­doch nicht mehr er­tra­gen, wes­halb er im Jah­re 1977 den White Day er­fand. Seit­dem be­dan­ken sich die Män­ner am 14. März mit wei­ßer Scho­ko­la­de für ihre Va­len­tins­tags­ge­schen­ke.

Also rief im Jah­re 1977 kur­zer­hand ein Kon­di­tor den White Day ins Le­ben. An je­dem 14. März sol­len sich die Män­ner für die Ge­schen­ke, die sie zum Va­len­tins­tag er­hal­ten ha­ben, be­dan­ken.

Gie­se, Sven: Der Wei­ße Tag – White Day oder der ja­pa­ni­sche Va­len­tins­tag Howai­to dē. kuriose-feiertage.de (02/2018).

Der Valentinstag: Geschenke, Liebe und Legenden

Wie Sie se­hen, ist am 14. Fe­bru­ar im Prin­zip al­les er­laubt. Mit Va­len­tin von Ter­ni hat der Tag der Lie­ben­den aber fast gar nichts zu tun. Denn der Bi­schof ver­hei­ra­te­te we­der Skla­ven noch ver­schenk­te er Ro­sen aus sei­nem Blu­men­gar­ten. Ge­nau­so we­nig war der um­bri­sche Mär­ty­rer ein an­ti­ker Ner­ven­arzt. Zwar gilt der Mis­sio­nar als Hel­fer ge­gen Epi­lep­sie¹², das liegt je­doch le­dig­lich an sei­nem Vor­na­men Va­len­tin.

Weil das, was ähn­lich klingt, im Volks­mund auch ähn­li­ches be­deu­tet, wur­de „Va­len­tin – Fall net hin” zum Schutz­pa­tron ge­gen die „fal­len­de Krank­heit”.

Ren­zi­kow­ski, Chris­toph: Der Hei­li­ge Va­len­tin schützt auch vor Epi­lep­sie. „Fall-net-hin”. bistum-muenster.de (02/2018).

Ver­wand­te The­men:

Lern­hil­fe für die Fahr­rad­prü­fung - Mal­spie­le für Grund­schul­kin­der
Bil­der­rah­men für den Va­len­tins­tag bas­teln - Idee für Up­cy­cling

¹He­cke­ley, Chris­toph: Ma­ga­zin: Va­len­tins­tag 2018: Ein Fei­er­tag der Lie­ben­den. erzbistum-koeln.de (02/2018).
²Schä­fer, Joa­chim: Ge­l­asi­us I. heiligenlexikon.de (02/2018).
³Schie­pan­ski, Mar­tin: My­then zum Va­len­tins­tag. hildesheimer-allgemeine.de (02/2018).
⁴Af­fenArrrt: Va­len­tins­tag - Wie ent­stand er? Zah­len, Fak­ten! youtube.com (02/2018).
⁵Bis­tum Lim­burg: Wo­her kommt der Va­len­tins­tag? youtube.com (02/2018).
⁶Hein, Chris­ti­ne: Dr. Ei­sen­bart im Mul­den­tal - Er war an­ders als sein Ruf. In: Kar­fun­kel Nr. 10 (1995). S. 16.
⁷Schä­fer, Joa­chim: Va­len­tin von Ter­ni. heiligenlexikon.de (02/2018).
⁸Kel­ler, Hiltgart L.: Re­clams Le­xi­kon der Hei­li­gen und der bi­bli­schen Ge­stal­ten. Le­gen­de und Dar­stel­lung in der bil­den­den Kunst. 8. durch­ge­se­he­ne Auf­la­ge. Stutt­gart: Phil­lip Re­clam jun. GmbH & Co. KG 1996.
⁹Ot­to, An­dre­as: Va­len­tin: Hei­li­ger der Zärt­lich­keit. katholisch.de (02/2018).
¹⁰Prie­be, Han­na: 14. Fe­bru­ar: Rei­bach mit Ro­man­tik – Wirt­schafts­fak­tor Va­len­tins­tag. orange.handelsblatt.com (02/2018).
¹¹Tem­mel, Franz: Top 10: Die be­lieb­tes­ten Va­len­tins­tags­ge­schen­ke der Deut­schen. pressetext.com (02/2018).
¹²­Bie­ritz, Karl-Heinrich: Das Kir­chen­jahr: Fes­te, Gedenk- und Fei­er­ta­ge in Ge­schich­te und Ge­gen­wart. Über­ar­bei­te­te Auf­la­ge. Mün­chen: Ver­lag C. H. Beck 1994.