Im Jahr 2018 besaßen bereits 90 % der deutschen Haushalte¹ Produkte von Tupperware. „Na, dann ist es ja kein Wunder, dass gegen die Tupperware Deutschland GmbH im Frühjahr 2025 ein Insolvenzverfahren eröffnet wurde“, könnte die eine oder der andere nun denken. Doch die Zahlungsunfähigkeit des deutschen Frischhalteboxen-Vertriebs hatte nicht unbedingt etwas mit einer sinkenden Nachfrage zu tun. Schließlich braucht man ständig Schüsseln, Schalen und luftdichte Dosen. Einmal vergisst der Sohnemann seine Brotbox beim Schulausflug, ein anderes Mal bekommt der Schwager ein Gefäß mit Kirschen aus dem Garten mit. Manche Tochter erhält zur Hochzeit gleich ein ganzes Tupperware-Set – das nach der Scheidung dann ausgerechnet im Haushalt des Exmannes bleibt. Auch der französische Unternehmer Cédric Meston glaubte offenbar nicht daran, dass Tupperware einfach verschwinden würde. Gemeinsam mit Mitinvestoren übernahm² der Visionär im März 2025 Tupperware France. Anschließend wurde mit der US-Muttergesellschaft eine exklusive Vertriebslizenz für fünf europäische Länder ausgehandelt – darunter auch Deutschland. Der Plan: Tupperware sollte wieder zurückkommen.
Nun stellt sich natürlich die Frage, wie Tupperware Europa unter der neuen Führung wieder auf die Beine kommen möchte. Schließlich haben bereits frühere Verantwortliche einiges versucht, um das Unternehmen aus den roten Zahlen zu holen. Schon 2018 wurde ein Online-Shop eingerichtet, sodass das Tupperware-Sortiment nicht mehr ausschließlich über den klassischen Direktvertrieb erhältlich war.
Während der Covid-19-Pandemie ging man sogar noch einen Schritt weiter: Bei hybriden Tupperpartys saß ein Teil der Gäste ganz klassisch zusammen am Küchentisch, während sich der Rest per Videochat³ dazuschaltete. Und selbst für die kontaktscheue Generation Z gibt es inzwischen eine textbasierte Variante: die Tupperparty auf dem Smartphone. Bei den sogenannten WhatsApp-Partys werden die Produkte kurzerhand in den Gruppenchat gebracht.
Filiz Lemmermeyer: Während dieser zwei bis drei Tage postet die Partymanagerin die aktuellen Angebote, Katalogprodukte mit den genauen Beschreibungen, schöne Produktvideos, Sprachnachrichten und, und, und.
Der TupperKanal: Tupperware - Die WhatsApp Tupperparty. youtube.com (08/2026).
Angesichts der vielen Experimente stellt sich erneut die Frage: Was möchte die neue Führung von Tupperware Europa eigentlich anders machen als ihre Vorgänger?
- Zum einen sollen die Produkte stärker im Einzelhandel und über Amazon präsent sein, um die Sichtbarkeit der Marke zu erhöhen.
- Zum anderen setzt man auf den Zeitgeist der Nachhaltigkeit und möchte mittelfristig vorwiegend auf Glas- und Edelstahlbehälter setzen.
Hingegen an der Preisgestaltung sind keine Änderungen geplant. Der Niedergang von Tupperware ging zeitgleich mit dem Ausscheiden der Babyboomer aus dem Arbeitsmarkt einher. Jüngere Generationen haben durch gestiegene Lebenshaltungskosten einfach weniger⁵ Geld für Premium-Haushaltswaren und steigen auf Alternativen von IKEA oder Temu um.
Eine zwei Liter Salatschüssel mit Deckel kostet bei Tupper fast 17 Euro. Bei IKEA bekommt man für knapp 13 Euro ganze fünf Schüsseln in unterschiedlichen Größen.
Strahlmann, Josef: Comeback der Plastikdosen – Tupperware ist zurück. Wir im Saarland – Service | SR (2026).
Viele junge Erwachsene zwischen 18 und 30 Jahren besitzen überhaupt keine Frischhalteboxen. Durch Lieferdienste, Take-away und neue Snack-Gewohnheiten gibt es schließlich immer weniger, was für die nächsten Tage ordentlich eingetuppert werden müsste.
Während klassischere Essgewohnheiten oft an den Tisch gebunden sind, snacken junge Erwachsene viel flexibler – und die Gen Znack mag es besonders gemütlich: Gut 30 Prozent snacken am liebsten im Bett.
Kleinen, Sarah: Esskultur im Wandel: Die Generation Z wird zur Gen Znack. hogapage.de (08/2026).
Wer eine Grillparty veranstaltet und Freunde auf den Balkon einlädt, wird sein Fingerfood heutzutage vermutlich auch nicht mehr auf biederen Servierschalen von Tupperware präsentieren. Gerade bei solchen Freiluftveranstaltungen bieten sich meine selbst gebastelten Papierschalen an.
- Das beste Argument: kein Abspülen und keine Bruchgefahr. Die Schalen lassen sich einfach aus Back-, Butterbrot- oder Kraftpapier basteln – und nach der Party wandern sie samt Krümeln und Resten einfach in den Müll.
- Aber was heißt hier basteln? Meine Servier- und Dipschalen benötigen weder Klebestift noch Borstenpinsel, sondern ausschließlich ein quadratisches Stück Papier.
Kreative haben trotzdem alle Möglichkeiten, ihre Papierschälchen passend zur Tischdeko zu gestalten. Gerade die Außenseiten sind prädestiniert dazu, mit Farben, Mustern oder kleinen Verzierungen individuell gestaltet zu werden.
Papierschale basteln
✂️ Für die Snackschale wird lediglich ein quadratisches Blatt Papier benötigt. Je größer das Papier, desto größer wird die fertige Schale. Tipp: Klebe vor dem Falten ein gleich großes Stück Backpapier auf die Innenseite des Faltpapiers. So bleibt der Untergrund stets geschützt und feuchte Lebensmittel können nicht durchweichen.
Zum Basteln meiner Snackschale entschied ich mich für ein quadratisches Blatt Papier mit einer Größe von 15 × 15 cm. Damit sich die Schale später leichter formen lässt, bereite ich zuerst die notwendigen Faltlinien vor.
- Ich lege das Papier vor mich und messe von der unteren Kante aus 5 cm nach oben ab. An dieser Stelle falte ich das Papier nach oben und streiche die entstandene Faltkante mit dem Finger oder dem Fingernagel sorgfältig glatt. Anschließend klappe ich das Papier wieder auf. Die erste Faltlinie ist damit bereits deutlich vorgeprägt.
- Nun drehe ich das Papier um und wiederhole den Vorgang an der gegenüberliegenden Seite. Auch hier messe ich 5 cm von der Kante ab, falte das Papier bis zur entsprechenden Stelle und streiche die Faltkante ordentlich glatt. Danach öffne ich auch diese Faltung wieder.
Am Ende habe ich auf meinem 15 × 15 cm großen Papier zwei waagerechte, parallel verlaufende Faltlinien, die jeweils 5 cm von der äußeren Kante entfernt liegen. Zwischen den beiden Faltlinien befindet sich ein 5 cm breiter Mittelbereich.
Jetzt wird es ganz einfach: Ich drehe mein Papier um 90°. Die beiden bereits vorgefalteten Linien verlaufen nun nicht mehr waagerecht, sondern senkrecht vor mir.
- Anschließend wiederhole ich die vorherigen Schritte. Ich messe wieder 5 cm von der entsprechenden Kante ab, falte das Papier an dieser Stelle und streiche die Faltkante sorgfältig glatt. Danach öffne ich die Faltung wieder. Diesen Vorgang wiederhole ich anschließend auch auf der gegenüberliegenden Seite.
Damit habe ich nun insgesamt vier Faltlinien auf meinem Papier: zwei verlaufen waagerecht und zwei senkrecht. Sie teilen das 15 × 15 cm große Blatt in mehrere Bereiche und bilden das Grundgerüst für die spätere Form der Snackschale.
Nachdem ich die waagerechten und senkrechten Faltlinien vorbereitet habe, kommen nun die beiden Diagonalen hinzu. Dafür lege ich das Papier wieder flach vor mich.
- Ich falte zunächst die untere linke Ecke zur oberen rechten Ecke. Dabei achte ich darauf, dass die beiden Ecken genau aufeinanderliegen. Anschließend streiche ich die entstandene diagonale Faltkante von der Mitte nach außen sorgfältig glatt. Danach öffne ich das Papier wieder.
Nun wiederhole ich den Vorgang mit der anderen Diagonale. Dafür falte ich die obere linke Ecke zur unteren rechten Ecke, richte die beiden Ecken wieder möglichst genau aus und streiche auch diese Faltkante ordentlich glatt. Anschließend öffne ich auch diese Faltung wieder. Am Ende habe ich auf meinem Papier neben den bereits vorhandenen waagerechten und senkrechten Linien nun auch zwei diagonale Faltlinien, die sich genau in der Mitte des Blattes kreuzen.
Die Schale in Form bringen
Nun sind alle notwendigen Faltlinien vorbereitet und ich kann damit beginnen, aus dem flachen Papier die eigentliche Snackschale zu formen. Ich lege das Papier zunächst wieder mit der bedruckten Seite nach unten vor mich. In der Mitte ist durch die bisherigen Faltungen ein quadratischer Bereich entstanden, der mir als Orientierung dient.
Jetzt führe ich die vier Seiten des Papiers zur Mitte. Dazu klappe ich zunächst die obere Kante entlang der bereits vorgefalteten Linie nach innen. Anschließend falte ich die untere Kante ebenfalls zur Mitte. Danach sind die beiden Seiten an der Reihe: Auch die linke und die rechte Kante klappe ich nach innen, sodass sich die vier Seiten rund um das mittlere Quadrat nach oben beziehungsweise innen aufrichten.
- Während ich die Seiten zusammenführe, entstehen an den Ecken automatisch die ersten schrägen Seitenflächen der Schale. Ich streiche die bereits vorhandenen Faltlinien noch einmal mit den Fingern nach und helfe den Ecken dabei, sich sauber nach innen zu legen. So nimmt das bisher flache Papier Schritt für Schritt die Form eines kleinen Behälters an.
Auf dem zweiten Bild ist bereits gut zu erkennen, wie sich die vier Seitenwände aufstellen und in der Mitte der Boden der Snackschale entsteht. Ich richte die Kanten noch etwas aus und achte darauf, dass die Ecken möglichst gleichmäßig gefaltet sind.
Die Ecken der Schale verschließen
Jetzt geht es langsam an den letzten Schritt: Die Ecken werden geschlossen, damit aus dem bisher offenen Papierbehälter eine stabile Snackschale entsteht. Wie Gustl auf der Tafel zeigt, konzentriere ich mich dabei zunächst immer nur auf eine Ecke. Die anderen drei Ecken lasse ich vorerst so, wie sie sind.
Für diesen Schritt nehme ich mir eine Ecke der Schale vor und zoome gedanklich ganz nah an die entsprechende Faltstelle heran. Auf dem Foto ist gut zu erkennen, welche bereits vorhandenen Faltlinien mir dabei als Orientierung dienen. Ich falte die Ecke entlang der vorgefalteten diagonalen Linie nach innen. Dabei achte ich darauf, dass die beiden markierten Punkte beziehungsweise die entsprechenden Faltstellen sauber aufeinander ausgerichtet sind.
- Ich streiche die neue Faltung anschließend kräftig mit dem Finger aus, damit die Ecke möglichst flach und sauber anliegt. Dadurch wird die offene Ecke der Snackschale nach und nach verschlossen und die Seitenwände erhalten zusätzlichen Halt.
Tipp: Ich arbeite hier besonders sorgfältig und nehme mir wirklich eine Ecke nach der anderen vor. Die vorhandenen Faltlinien sind dabei meine wichtigste Orientierung. Wenn die erste Ecke sauber sitzt, lassen sich die übrigen Ecken nach demselben Prinzip deutlich einfacher falten.
Nun geht es daran, die zuvor vorbereitete Ecke vollständig zu verschließen. Ich nehme mir weiterhin eine Ecke nach der anderen vor und arbeite möglichst genau entlang der bereits vorhandenen Faltlinien.
Wie auf den ersten beiden Bildern zu sehen ist, klappe ich zunächst die obere Papierlasche entlang der vorgefalteten Linie nach unten über die Ecke. Dabei entsteht eine dreieckige Papierfläche, die anschließend als Verschluss dient. Ich streiche die neue Faltkante sorgfältig glatt und achte darauf, dass die Kanten sauber aufeinanderliegen.
Anschließend falte ich die entstandene Lasche weiter nach innen, sodass sie flach an der Seitenwand der Schale anliegt. Dadurch wird die Ecke zunehmend stabil und die einzelnen Papierlagen halten sich gegenseitig in Position. Ich drücke die Faltung noch einmal kräftig mit dem Finger nach, damit sie nicht wieder aufspringt.
- Diesen Vorgang wiederhole ich anschließend bei den übrigen drei Ecken.
Dabei arbeite ich immer nach demselben Prinzip: Ecke ausrichten, entlang der vorhandenen Faltlinien falten, die Laschen sauber nach innen legen und die Faltkanten gut ausstreichen.
Die fertige Papierschale
Wenn alle vier Ecken auf diese Weise verschlossen sind, ist meine Snackschale fertig. Das obige Bild zeigt das Ergebnis: Die Seitenwände stehen stabil nach oben, während die gefalteten Ecken die Schale zusammenhalten. Durch die unterschiedlichen Papierlagen entsteht gleichzeitig ein schöner, dekorativer Rand. Ich kontrolliere zum Schluss noch einmal alle Ecken und drücke gegebenenfalls einzelne Faltkanten nach. So erhält die robuste Papierschale ihre endgültige Form und kann anschließend direkt für kleine Snacks, Süßigkeiten oder andere trockene Lebensmittel verwendet werden.
Verwandte Themen:
„Wie geht’s dir, Sohnemann?“ - Laminierte Stimmungssmileys basteln
Chickenbox wie bei McDonald’s basteln - kostenlose Schablone & Design-Ideen
¹Terpitz, Katrin: Tupperware startet deutschen Webshop – Pläne für 500 Studios auf Eis. handelsblatt.com (08/2026).
²Giersch, Thorsten: Tupperware is back! Start-up-Star Cédric Meston bringt Kultdosen zurück nach Europa. marktundmittelstand.de (08/2026).
³Mann, Janina: Wie funktioniert eine Online-Tupperparty? haushaltsmann.de (08/2026).
⁴BDD: Eröffnung des ersten Tupperware Party Centers im neuen Design. direktvertrieb.de (08/2026).
⁵OECD (2025), OECD Employment Outlook 2025: Can We Get Through the Demographic Crunch? OECD Publishing, Paris. doi.org (08/2026).



























