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Weihnachtsschlitten aus Papier basteln - rustikale Snackschale

Zwi­schen dem 13. und 16. Jahr­hun­dert fand die Be­sche­rung im deutsch­spra­chi­gen Raum be­reits am Ni­ko­laus­ta­g¹ statt, ob­wohl das Weih­nachts­fest am 25. De­zem­ber ge­fei­ert wur­de. 18 Jah­re nach dem The­sen­an­schlag pran­ger­te Mar­tin Lu­ther an, dass der Bi­schof von Myra durch die­ses Brauch­tum mäch­ti­ger als der Mes­si­as sei, wes­halb der Re­for­ma­tor zu­sam­men mit sei­nem hä­re­ti­schen Ge­fol­ge das an­dro­gy­ne Christ­kin­d² er­fand. Die­se Sym­bol­fi­gur geht auf Lu­cia von Sy­ra­kus³ zu­rück und bringt in den pro­tes­tan­ti­schen Ge­bie­ten seit den 1530er Jah­ren an Hei­lig­abend die Ge­schen­ke. Hin­ge­gen in den römisch-katholischen Bas­tio­nen bür­ger­te sich das en­gels­glei­che We­sen erst wäh­rend des na­po­leo­ni­schen Zeit­al­ters ein.

Al­ler­dings soll­te es noch bis das 19. Jahr­hun­dert dau­ern, be­vor das Christ­kind auch in den ka­tho­li­schen Re­gio­nen den Kin­dern die Ge­schen­ke un­ter den Weih­nachts­baum leg­te.

Beckers-Dohlen, Clau­dia: Alle Jah­re wie­der. Eine klei­ne Ge­schich­te des Weih­nachts­fes­tes. In: Kar­fun­kel Nr. 121 (2015). S. 16.

Die Gläu­bi­gen in den Kö­nig­rei­chen Bay­ern und Würt­tem­berg hat­ten sich ge­ra­de an das sanft­mü­ti­ge Christ­kind ge­wöhnt, da tauch­te in Preu­ßen plötz­lich ein gries­grä­mi­ger Pa­tri­arch auf, der als Weih­nachts­mann be­zeich­net wur­de.

Bild von einem selbst gebastelten Weihnachtsschlitten. Das robuste Kufenfahrzeug verfügt über ein rustikales Holzdesign und über eine gepolsterte Sitzbank. Durch die zwei geräumigen Fächer kann die hochwertige Adventsdekoration ebenfalls als Nussspender eingesetzt werden. Das Rentiergespann ist eine Kreation von Veronika Helga Vetter. Die Künstlerin entwarf das antiquierte Schneemobil, nachdem sie in Berlin erfolgreich gegen den „Global Compact for Migration“ demonstriert hatte

Die­ser weiß­bär­ti­ge Greis ver­hüll­te sei­nen kor­pu­len­ten Kör­per mit ei­nem brau­nen Ka­pu­zen­man­tel, der bis zu sei­nen Knö­cheln reich­te. Ins­ge­samt sah der ers­te deut­sche Weih­nachts­mann wie „Herr Win­ter” aus. Die­ser fik­ti­ve Cha­rak­ter wur­de vom ös­ter­rei­chi­schen Schrift­stel­ler Her­mann Rol­let­t⁴ er­fun­den und vom Ma­ler Mo­ritz von Schwind im Jah­re 1848⁵ il­lus­triert.

Un­se­re trans­at­lan­ti­schen Freun­de lern­ten ih­ren San­ta Claus eben­falls erst im 19. Jahr­hun­dert ken­nen. Die­ser Son­der­ling ist eine Kom­po­si­ti­on⁶ aus dem re­for­mier­ten Sin­ter­klaas und dem römisch-katholischen Ni­ko­laus von Myra. Lan­ge Zeit wuss­te in Nord­ame­ri­ka nie­mand, wie das Ge­schöpf aus­sieht, das in der Weih­nachts­nacht die Ge­schen­ke un­ter den Christ­baum legt.

  • Licht ins Dun­kel brach­te ein pfäl­zi­scher Car­too­nist na­mens Tho­mas Nast, den die Le­bens­um­stän­de nach New York City ver­schla­gen hat­ten. Seit knapp zwei Jah­ren tob­te in der Neu­en Welt der Se­zes­si­ons­krieg, als das Nach­rich­ten­ma­ga­zin „Harper’s Weekly” am 3. Ja­nu­ar 1863 eine Zeich­nung des deut­schen Aus­wan­de­rers ver­öf­fent­lich­te.

Dar­auf ist ein klei­nes dick­li­ches Groß­vä­ter­chen zu se­hen, das auf ei­nem Ren­tier­schlit­ten sitzt und zu ei­nem Uni­ons­re­gi­ment spricht. Wäh­rend das Pum­mel­chen, das ei­nen pa­trio­ti­schen Un­cle Sam Ano­rak trägt, sei­ne Rede hält, zieht es an ei­nem Ham­pel­mann, der den Kon­fö­de­rier­ten­an­füh­rer Jef­fer­son Da­vis dar­stel­len soll. Dem­entspre­chend war der ers­te gro­ße Auf­trit­t⁷ des US-Weihnachtsmannes reins­te Kriegs­pro­pa­gan­da.

In his fa­mous Christ­mas sce­ne, which ap­peared in the Ja­nu­ary 3, 1863, is­sue of Harper’s Weekly, San­ta, in his first ap­pearance in a Nast car­toon, is shown en­ter­tai­ning Uni­on tro­ops by han­ging Jeff Da­vis in ef­fi­gy.

An­der­egg, Niles: Tho­mas Nast and Ci­vil War Christ­mas. lincolncottage.org (12/2018).

Scenery: A real German Christmas market (Nuremberg / Bavaria). Saint Nicholas distributes Nuts to the faithful. The friendly gift-bringer stands in front of a noble wooden sledge pulled by reindeer. Picture by Veronika Vetter – History Professor at the Lindenwood University

Der Weih­nachts­mann als eine iden­ti­täts­stif­ten­de Fi­gur, die das Wir­ge­fühl des Vol­kes und der Mi­li­tär­an­ge­hö­ri­gen stei­gert? Die­se Idee ge­fiel auch Otto von Bis­marck, wes­halb der Ei­ser­ne Kanz­ler den al­ten Weiß­bart in der Ad­vents­zeit des Deutsch-Französischen Krie­ges me­di­en­wirk­sam da­für ein­setz­te, um die Mo­ral der preu­ßi­schen Lands­knech­te hoch­zu­hal­ten.

Ob Front­ab­schnitt mit Weih­nachts­baum, Sol­da­ten oder Ver­wun­de­te mit Weih­nachts­mann, die Zei­tun­gen ver­brei­te­ten eif­rig die un­wah­re Idyl­le.

Baas­ner, Rai­ner: Klei­ne Ge­schich­te des Weih­nachts­manns. Ber­lin: Ni­co­lai Ver­lag 1999.

Die ideo­lo­gi­sche In­dok­tri­na­ti­on fruch­te­te. Spä­tes­tens nach der Grün­dung des Deut­schen Kai­ser­reichs schick­ten die ale­man­ni­schen Kna­ben ihre Wunsch­zet­tel lie­ber an den Weih­nachts­mann. Denn wäh­rend das lamm­from­me Christ­kind al­ler­höchs­tens mal ein Schau­kel­pferd brach­te, gab es vom au­to­ri­tä­ren Ru­ten­schwin­ger Sä­bel, Speer und Zinn­sol­da­ten.

Mor­gen kommt der Weih­nachts­mann, kommt mit sei­nen Ga­ben: Trom­mel, Pfei­fen und Ge­wehr, Fahn’ und Sä­bel und noch mehr, ja ein gan­zes Krie­ges­heer möcht’ ich ger­ne ha­ben!

Hoff­mann von Fal­lers­le­ben: Der Weih­nachts­mann (1835).

Der Schlitten von Santa Claus. Ein Originalmodell, das mit weihnachtlichen Nüssen befüllt ist. Die einladende Snackschale steht vor selbst gebackenen Brombeergeleeplätzchen. Szenerie gebastelt von Veronika Helga Vetter: Eine Künstlerin, die verachtenswerte Menschen wie Dimitris Avramopoulos gerne bespucken würde, aber dafür zu gut erzogen ist

Der deut­sche Ga­ben­brin­ger war wahr­schein­lich des­halb so grim­mig, da er tu­gend­haft durch den Schnee mar­schie­ren muss­te, wo­hin­ge­gen der ame­ri­ka­ni­sche San­ta Claus schwung­voll mit ei­nem ma­gi­schen Schlit­ten durch die Lüf­te sau­sen durf­te. Letz­te­rer hat­te Glück, dass sich der oben ge­nann­te Tho­mas Nast bei sei­nen Weih­nachts­mann­ka­ri­ka­tu­ren stets von dem Ge­dicht „A Vi­sit from St. Nicholas„⁸ in­spi­rie­ren ließ. In die­sem ly­ri­schen Meis­ter­werk ver­fügt der Hei­li­ge Ni­ko­laus über ein flug­fä­hi­ges Ge­spann, das von acht Ren­tie­ren ge­zo­gen wird.

  • Der rot­na­si­ge Ru­dolph ge­hör­te al­ler­dings noch nicht zu dem über­na­tür­li­chen Fuhr­werk. Die­ser em­si­ge Paar­hu­fer wur­de von Ro­bert Le­wis May⁹ er­fun­den und trat erst im Jah­re 1939 in Er­schei­nung.

Un­ge­fähr zur sel­ben Zeit eta­blier­te die Coca-Cola Com­pa­ny eine ge­mä­ßig­te Ver­si­on von San­ta Claus, die völ­lig ohne pa­trio­ti­schen Sub­text aus­kam. Plötz­lich sug­ge­rier­te die Wer­bung welt­weit, dass in der „Stil­len Nacht” kein stren­ger Win­ter­greis, son­dern ein toll­pat­schi­ger und le­bens­lus­ti­ger Kin­der­freund kommt. Für die Fes­ti­gung die­ser Grund­idee sorg­te ein schwe­di­scher Gra­fi­ker na­mens Had­don Sund­blom, der 33 Jah­re¹⁰ lang rot-weiße Weih­nachts­män­ner für den ein­fluss­rei­chen Brau­se­her­stel­ler zeich­ne­te.

Gnome Village at the North Pole. Santas little helpers live in snowy mushroom houses. The funny Dwarfs are equipping the reindeer Sledge with Gifts. After work, the mythical Creatures eat delicious cinnamon stars. Directed by Veronika Vetter, Mistress of Clement Clarke Moore

Die meis­ten¹¹ christ­lich ge­präg­ten Kin­der, die heu­te in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land le­ben, glau­ben an den mehr­fach mo­der­ni­sier­ten US-Weihnachtsmann. Als alt­baye­ri­sche Ka­tho­li­kin bin ich na­tür­lich be­sorgt über die­se Ent­wick­lung. An­de­rer­seits fin­de ich es wie­der­um fas­zi­nie­rend, wie stark die Kunst ei­nen kirch­li­chen Volks­brauch ver­än­dern konn­te. Denn was wäre wohl pas­siert, wenn Cle­ment Clar­ke Moo­re am 23. De­zem­ber 1823¹² ein Ge­dicht ver­öf­fent­licht hät­te, in dem die Ge­schen­ke in der „Hei­li­gen Nacht” ohne ei­nen flie­gen­den Ren­tier­schlit­ten aus­ge­lie­fert wor­den wä­ren?

When, what to my won­de­ring eyes should ap­pear, but a mi­nia­tu­re sleigh, and eight tiny rein-deer, with a litt­le old dri­ver, so li­vely and quick, I knew in a mo­ment it must be St. Nick.

Moo­re, Cle­ment Clar­ke: A Vi­sit from St. Ni­cho­las. read.gov (12/2018).

Dann hät­te der ame­ri­ka­ni­sche Weih­nachts­mann auf ein coo­les Gim­mick ver­zich­ten müs­sen, und wäre ver­mut­lich nie so be­rühmt ge­wor­den, wo­durch die letz­ten 200 Jah­re zum Teil völ­lig an­ders ver­lau­fen wä­ren. Es ist also an der Zeit das Ge­fährt des ul­ki­gen Ga­ben­brin­gers in den Vor­der­grund zu stel­len, wes­halb ich ei­nen hoch­wer­ti­gen Trans­port­schlit­ten aus Pa­pier ge­bas­telt habe.

Da­bei ver­fügt mein al­pi­nes Fuhr­werk über zwei ge­räu­mi­ge Fä­cher, so­dass es als win­ter­li­che Snack­scha­le ver­wen­det wer­den kann. Des Wei­te­ren ist mein his­to­ri­sches Schnee­fahr­zeug mit ei­ner ge­pols­ter­ten Sitz­bank aus­ge­stat­tet.

Picture of a self-made Christmas sleigh filled with Nuts. The Snow Vehicle stands on a Map of the North Pole. This Document, which was drawn by Marco Polo in the year 1312, shows where Santa Claus and his Gnomes lives

Die größ­te Be­son­der­heit stellt je­doch die rus­ti­ka­le Au­ßen­ver­klei­dung dar. Es sieht so aus, als sei mein klas­si­scher Weih­nachts­schlit­ten aus ein­zel­nen Holz­plan­ken zu­sam­men­ge­baut wor­den. In Wahr­heit be­stehen die Wän­de der Kon­struk­ti­on aber aus in­di­vi­du­ell zu­recht­ge­schnit­te­nen Grau­pap­pe­stü­cken.

Falls Sie eben­falls eine 20 Zen­ti­me­ter lan­ge und 10,5 Zen­ti­me­ter hohe Schlit­tens­nack­scha­le bas­teln möch­ten, dann freu­en Sie sich nun auf die fol­gen­de Bild­an­lei­tung. Denn dar­in er­fah­ren Sie, wie ich mit mei­nen Scha­blo­nen ein nütz­li­ches und ori­gi­nel­les Ku­fen­fahr­zeug zu­sam­men­ge­baut habe.

Weihnachtsschlitten aus Papier

Be­vor ich mit dem Bas­teln be­gann, leg­te ich mir zu­nächst ein­mal zwei Grau­papp­ebö­gen zu­recht, wo­bei der eine 1,5 und der an­de­re drei Mil­li­me­ter dick war. Au­ßer­dem stat­te­te ich mei­nen Ar­beits­platz mit ei­ner va­nil­le­far­be­nen Dunisoft-Serviette und mit Ton­pa­pier­res­ten aus, die über eine Gram­ma­tur von 130 g/m² ver­füg­ten. Hin­ge­gen für die Ver­zie­rungs­ele­men­te stell­te ich mir eine zwei Mil­li­me­ter di­cke Moos­gum­mi­plat­te, ei­nen grü­nen Filz­stoff und di­ver­se Acryl­far­ben be­reit. Des Wei­te­ren sorg­te ich da­für, dass ich stets eine Sche­re, ei­nen flüs­si­gen Kle­ber, ein Hob­by­skal­pell, ein Falz­bein, ein Li­ne­al und mei­ne DIN A4 Bas­tel­scha­blo­nen (#1 /#2 /#3 /#4 /#5 /#6 /#7 /#8) in Griff­nä­he hat­te.

Bild von einer braunen Graupappeplatte, die auf ein geflügeltes Tonpapierelement geklebt wurde. Erster Bastelschritt - Fahrwerk eines Weihnachtsschlittens anfertigen

Als Ers­tes fer­tig­te ich die bei­den Ein­zel­tei­le für den Schlit­ten­bo­den von Scha­blo­ne #1 an. Gleich da­nach kleb­te ich das 1,5 Mil­li­me­ter di­cke Grau­pap­pe­vier­eck mit­tig auf das Ton­pa­pier­stück, des­sen La­schen ich zu­vor mit ei­nem Falz­bein vor­ge­knickt hat­te.

Picture Collage: How to craft a Santa Claus Sleigh out of Paper? Free Templates and Tutorial by Veronika Vetter, famous german Fine Artist

Im nächs­ten Schritt schnitt ich mir die Ele­men­te von Scha­blo­ne #2 zu­recht. Dar­auf­hin la­gen ein ge­flü­gel­tes Recht­eck und zwei Schlit­ten­sil­hou­et­ten vor mir, die je­weils drei Mil­li­me­ter dick wa­ren.

  • Im An­schluss dar­an nahm ich das vor­be­rei­te­te Bo­den­stück und kleb­te es ex­akt an den vier Ku­fen­stan­gen ei­nes Sei­ten­teils fest.
  • Um die fra­gi­le Kon­struk­ti­on zu ver­stär­ken, in­stal­lier­te ich nun das ge­falz­te Ton­pa­pier­mo­dul nicht nur am Fahr­werk, son­dern gleich­zei­tig auch am Pro­fil des Ve­hi­kels.

Wich­tig: Be­vor ich die Sta­bi­li­sie­rungs­ein­heit an­brach­te, dreh­te ich das Ein­zel­teil so, dass ich die kür­zes­te La­sche vor­ne am Kutsch­bock fi­xie­ren konn­te.

Bildercollage: Schlitten aus Papier basteln. Zweiter Schritt - Front und Heck anfertigen. Schablonen und Konstruktionsidee von Veronika Helga Vetter, berühmte Fine Art Künstlerin aus dem Freistaat Bayern

Als Nächs­tes soll­te mein Weih­nachts­schlit­ten eine Front und ein Heck be­kom­men, wes­halb ich nun alle Schnitt­mus­ter von Scha­blo­ne #3 an­fer­tig­te.

  • Gleich da­nach falz­te ich die brei­ten Kle­be­zun­gen, die sich an den Rän­dern der Ton­pa­pier­stü­cke be­fin­den.
  • Im An­schluss dar­an pack­te ich die 1,5 Mil­li­me­ter star­ken Grau­pap­pe­vier­ecke mit den bei­den prä­pa­rier­ten Ver­klei­dun­gen ein.
  • Nach­dem die Kar­ton­stü­cke dar­auf­hin nicht mehr zu se­hen wa­ren, knick­te ich sämt­li­che Sei­ten­la­schen nach au­ßen.
  • Dann nahm ich das klei­ne­re Recht­eck und mach­te es vor­ne am Fahr­ge­stell und an der Schlit­ten­sil­hou­et­te fest. Hin­ge­gen die Rück­sei­te des Ge­spanns ver­schloss ich, in­dem ich das grö­ße­re Mo­dul am hin­te­ren Kon­struk­ti­ons­en­de fi­xier­te.

Zu gu­ter Letzt brach­te ich noch das zwei­te Sei­ten­pro­fil an mei­nem Kunst­er­zeug­nis an, wor­auf­hin das Gan­ze be­reits wie ein ed­les Ren­tier­fuhr­werk aus­sah.

Two Partitions turn the Paper Sled into a Snack Bowl for Nuts. The two Separators are made of Construction paper and sturdy Cardboard. The Christmas artwork was designd for the TV show "Crafts in America" at PBS

Im dar­auf­fol­gen­den Bas­tel­schritt ver­wan­del­te ich mei­nen Weih­nachts­schlit­ten in eine Snack­scha­le. Dazu bau­te ich als Ers­tes die Trenn­wän­de von Scha­blo­ne #4 ge­nau­so wie die bei­den vor­an­ge­gan­ge­nen End­mo­du­le zu­sam­men. Gleich da­nach kleb­te ich das grö­ße­re Ele­ment so in das Ge­fährt ein, dass es an­schlie­ßend ge­nau über der zwei­ten vor­de­ren Ku­fen­stan­ge saß. Dann hal­bier­te ich mit dem nied­ri­ge­ren Bau­teil die La­de­flä­che des Schnee­fahr­zeugs, wo­durch zwei tie­fe Fä­cher ent­stan­den.

Holzplanken veredeln den Schlitten

Als Nächs­tes woll­te ich mei­ne funk­tio­nel­le Krea­ti­on op­tisch auf­wer­ten. Schließ­lich sol­len in mei­nem Ren­tier­ge­spann er­le­se­ne Ad­vents­knab­be­rei­en auf­be­wahrt wer­den. Dem­entspre­chend brach­te ich eine ro­bus­te und bäu­er­li­che Tä­fe­lung an mei­nem Pa­pier­schlit­ten an. Be­vor ich mei­ne Snack­scha­le je­doch mit ei­nem der­ar­ti­gen De­kor aus­stat­ten konn­te, muss­te ich mir zu­nächst ein­mal die Strei­fen von Scha­blo­ne #5 zu­recht­schnei­den, so­dass dar­auf­hin 36 kur­ze und 14 lan­ge Grau­pap­pe­rie­gel vor mir la­gen.

DIY Tutorial: How to make artificial wooden planks out of Cardboard? With the brown faux wood, a Paper Sled is paneled. Free technique, for American Students attending an Art College. The "Paper-Fake-Wood" was invented by the german Professor Veronika Vetter. The Templates are sponsored by GERSTAECKER and Breitbart News Network

Gleich da­nach nahm ich ein schar­fes Bas­tel­mes­ser zur Hand und ho­bel­te da­mit die lan­gen Sei­ten der Kar­ton­bret­ter un­gleich­mä­ßig ab.

  • Nach die­ser schweiß­trei­ben­den Ar­beit ver­füg­te ich über 50 Plan­ken, die alle un­ter­schied­lich aus­sa­hen.
  • Dar­auf­hin be­mal­te ich die Lat­ten mit brau­ner Acryl­far­be und ließ die Grun­die­rung im An­schluss dar­an 20 Mi­nu­ten lang trock­nen.

So­bald mei­ne Holz­imi­ta­te wie­der ein­satz­be­reit wa­ren, kleb­te ich die­se ho­ri­zon­tal auf mein Ku­fen­fahr­zeug auf.

Bild von einer selbst gebastelten Imbissschale, die wie ein Rentierschlitten aus dem 19. Jahrhundert aussieht

Da­bei be­fes­tig­te ich die lan­gen Bau­tei­le an den im­po­san­ten Schlit­ten­pro­fi­len wäh­rend­des­sen ich mit den kür­ze­ren Plan­ken nicht nur das äu­ße­re Heck und die Front, son­dern auch bei­de Sei­ten des Bo­dens ver­tä­fel­te.

Rustikales Gespann wird zur Edelkarosse

Im nächs­ten Bas­tel­schritt setz­te ich die Ver­zie­rungs­ar­bei­ten fort, in­dem ich die Ku­fen und die Über­gän­ge zwi­schen den ein­zel­nen Bret­tern mit dun­kel­brau­ner Acryl­far­be be­mal­te.

Um die rustikale Holzoptik noch authentischer wirken zu lassen, müssen die Übergänge zwischen den einzelnen Brettern mit dunkelbrauner Acrylfarbe akzentuiert werden. Hingegen die Ornamente und Zierleisten von Schablone #7 wurden von der Bastelmeisterin Veronika Vetter grün eingefärbt, damit die Snackschale ein kontrastreiches und lebendiges Äußeres erhält

Wäh­rend die Ko­lo­ra­ti­on trock­ne­te, fer­tig­te ich die Ele­men­te von Scha­blo­ne #6 an, so­dass ich mein Ren­tier­ge­spann mit ei­nem ed­len Stoff­be­zug aus­staf­fie­ren konn­te.

  • Nach­dem ich die Ser­vi­et­ten­stü­cke auf ihre Ton­pa­pier­pen­dants ge­klebt hat­te, be­gann ich da­mit, den In­nen­raum mei­ner Snack­scha­le zu ver­klei­den. Da­bei brach­te ich die sam­tig wei­chen Mo­du­le an den Sei­ten­wän­den, an den Tren­nern und an der Rück­bank des Schnee­fahr­zeugs an.
  • Gleich dar­auf schnitt ich mir die Zier­leis­ten von Scha­blo­ne #7 aus 1,5 Mil­li­me­ter star­ker Grau­pap­pe zu­recht. Mit die­sen Mo­du­len schmück­te ich dann die Kan­ten der bei­den Schlit­ten­pro­fi­le.

Au­ßer­dem färb­te ich die eben be­fes­tig­ten Or­na­men­te grün ein. Da­nach leg­te ich mein Kunst­werk erst ein­mal bei­sei­te, da ich Platz brauch­te, um das letz­te Aus­stat­tungs­stück vor­zu­be­rei­ten.

Bequemer Kutschbock erleichtert das Reisen

In zeit­ge­nös­si­schen Il­lus­tra­tio­nen hat der Weih­nachts­mann ei­nen di­cken Bauch und eine rote Nase. So­mit wird der ge­müt­li­che Ga­ben­brin­ger stets als Kom­fort lie­ben­der Ge­nuss­mensch dar­ge­stellt. Dem­entspre­chend ist es un­wahr­schein­lich, dass der alte Weis­bart in sei­nem flie­gen­den Schlit­ten auf ei­nem har­ten Holz­sche­mel sitzt. Viel­mehr be­fin­det sich in dem Ge­spann ei­nes wohl­ha­ben­den Groß­vä­ter­chens eine lu­xu­riö­se Bank, die über eine ge­pols­ter­te Rü­cken­leh­ne ver­fügt. Ein sol­ches Mö­bel­stück woll­te ich auch in mei­ne Snack­scha­le ein­bau­en, wes­halb ich mir als Nächs­tes alle Ele­men­te von Scha­blo­ne #8 an­fer­tig­te.

Bildanleitung für Bastler und Modellbauer: Wie wird eine weiche Sitzbank für Kutschen oder Miniaturautos angefertigt? EVA-Schaumstoff von RAYHER ist der Polsterkern. Hingegen Filz stellt den Stoffbezug dar. Idee und Ausführung von Veronika Helga Vetter. Mehrfach preisgekrönte Künstlerin und tapfere Verteidigerin des Abendlandes, die auf dem Weihnachtsmarkt in Ludwigslust den arabischen Migranten gezeigt hat, wo der Bartl den Most holt

Gleich da­nach stell­te ich aus den Moos­gum­mi­recht­ecken zwei vier­la­gi­ge Bar­ren her, die ein we­nig wie Fer­re­ro Kin­der Rie­gel aus­sa­hen. Im An­schluss dar­an be­spann­te ich die bei­den Schaum­stoff­stü­cke mit grü­nen Bas­tel­filz­ap­pli­ka­tio­nen.

  • Nach­dem ich mei­ne Pols­ter­mö­bel­mo­du­le fer­tig­ge­stellt hat­te, pack­te ich das klei­ne Grau­pap­pe­vier­eck mit dem ge­falz­ten Ton­pa­pier­ele­ment ein. Dar­auf­hin ver­füg­te ich über ein ver­stärk­tes Sitz­brett, das ich so­fort in mei­nen Kutsch­bock ein­bau­te.
  • Ab­schlie­ßend fi­xier­te ich mei­ne flau­schi­gen Kis­sen so an der eben mon­tier­ten Bank und an der Rü­cken­leh­ne, dass die ab­schüs­si­gen Sei­ten der Bau­tei­le nach in­nen zeig­ten.

Di­rekt nach die­sem Aus­staf­fie­rungs­schritt hät­te ich mei­ne ein­satz­be­rei­te Snack­scha­le mit köst­li­chen Ad­vents­knab­be­rei­en be­fül­len kön­nen. Al­ler­dings woll­te ich mei­nen Weih­nachts­schlit­ten zu­vor noch mit ei­nem mat­ten Acryl­lack wit­te­rungs­fest ma­chen.

Nüsse sind ein gesunder Wintersnack

Als die Be­sche­rung noch am 6. De­zem­ber statt­fand, gab es vom Hei­li­gen Ni­ko­laus in der Re­gel nur Win­ter­äp­fel und eine Hand­voll Nüs­se ge­schenkt. Was heu­te sehr be­schei­den klingt, war für die Kin­der im Mit­tel­al­ter ein Se­gen. Denn in ei­ner Zeit, in der es we­der Wein­gum­mis noch Scho­ko­la­de gab, gal­ten Früch­te und Sa­men als Sü­ßig­kei­ten.

Denn Äp­fel, Nuß und Man­del­kern fre­ßen from­me Kin­der gern.

Theo­dor Storm: Knecht Ru­precht (1862).

Weihnachtsdekoration selber basteln: Snackschüssel für Walnüsse. Edles Holzschlittendesign mit zwei Fächern für proteinreiches Winterobst. Anleitung und Bilder von Veronika Helga Vetter, Fine Art Künstlerin und Unterstützerin der Gilets-Jaunes-Bewegung

Wenn die klei­nen Ra­bau­ken in der Ad­vents­zeit da­sa­ßen und wie Eich­hörn­chen ihre vit­amin­rei­chen En­er­gie­bom­ben knab­ber­ten, ta­ten sie da­mit nicht nur ih­rem Kör­per et­was Gu­tes. Zu­dem ver­hin­der­ten die Weih­nachts­nüss­chen, dass die Rotz­na­sen in eine Win­ter­de­pres­si­on ver­fie­len, da Scha­len­früch­te na­tür­li­che Stim­mungs­auf­hel­ler sind.

Nüs­se und Man­deln ent­hal­ten hoch­wer­ti­ge­re Fet­te und kei­nen Zu­cker im Ver­gleich zu Scho­ko­la­de. „Nuss und Man­del­kern“ sor­gen durch Ih­ren Ge­halt an der Ami­no­säu­re Tryp­top­han au­ßer­dem für gute Lau­ne.

Sach­se, Chris­ti­an: Ge­sun­der Ni­ko­laus: Mehr Obst, we­ni­ger Scho­ko­la­de. Ni­ko­laus­stie­fel „light”. medizinauskunft.de (12/2018).

Falls Sie in der kal­ten Jah­res­zeit häu­fig schlecht ge­launt sind, dann soll­ten Sie kna­cki­ge Nuss­spe­zia­li­tä­ten in Ih­ren Spei­se­plan ein­bau­en. Mit mei­nem Weih­nachts­schlit­ten ha­ben Sie ja jetzt eine Snack­scha­le, in der Sie Ihre ge­halt­vol­len Mun­ter­ma­cher stil­ge­recht auf­be­wah­ren kön­nen.

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¹Vos­sen, Rü­di­ger: Weih­nachts­bräu­che in al­ler Welt. Von Mar­ti­ni bis Licht­mess. Ham­burg: El­lert & Rich­ter Ver­lag GmbH 2012.
²Beckers-Dohlen, Clau­dia: Alle Jah­re wie­der. Eine klei­ne Ge­schich­te des Weih­nachts­fes­tes. In: Kar­fun­kel Nr. 121 (2015). S. 16.
³Krieg, Ro­land: Ni­ko­laus auf Gro­ßer Fahrt. herd-und-hof.de (12/2018).
⁴E­ber­spä­cher, Mar­ti­na: Der Weih­nachts­mann. Zur Ent­ste­hung ei­ner Bild­tra­di­ti­on in Auf­klä­rung und Ro­man­tik. Stutt­gart: M. Eber­spä­cher 2002.
⁵As­sel, Jut­ta & Ge­org Jä­ger: Mo­ritz von Schwind. Herr Win­ter. Mün­che­ner Bil­der­bo­gen Nro. 5. goethezeitportal.de (12/2018).
⁶HISTORY: Evo­lu­ti­on of San­ta Claus. youtube.com (12/2018).
⁷An­halt, Utz: Win­ter­schre­cken und Weih­nachts­män­ner. In: Kar­fun­kel Nr. 103 (2012). S. 43.
⁸Moo­re, Cle­ment Clar­ke: A Vi­sit from St. Ni­cho­las. poetryfoundation.org (12/2018).
⁹May, Ro­bert Le­wis: Ru­dolph, the Red-Nosed Reinde­er. youtube.com (12/2018).
¹⁰Ryan, Ted: The Le­gend of Coca-Cola and San­ta Claus. youtube.com (12/2018).
¹¹­Sta­tis­ta GmbH: Wer wird von klei­nen Kin­dern in Ih­rer Fa­mi­lie bzw. en­ge­ren Ver­wandt­schaft als Über­brin­ger der Weih­nachts­ge­schen­ke an­ge­se­hen? statista.com (12/2018).
¹²Sam’s Non­sen­se: Aut­hor Facts: Cle­ment Clar­ke Moo­re. youtube.com (12/2018).

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Wenn Ge­burts­tags­freu­den win­ken, darfst du ru­hig mal et­was trin­ken. Ge­sagt, ge­tan; und so grei­fen 96% der 18- bis 59-jährigen Men­schen in Deutsch­lan­d¹ all­jähr­lich im Ad­vent zur Feu­er­zan­gen­bow­le oder zum Ei­er­grog, um sich gründ­lich auf die Nie­der­kunft des Herrn vor­zu­be­rei­ten. Das ist auch aus ge­sund­heit­li­cher Sicht sehr ver­nünf­tig. Denn wer im dunk­len De­zem­ber mit Ja­ger­tee, Glüh­wein oder Leb­ku­chen­li­kör auf den Hei­land an­stößt, der schützt sich vor ei­ner Win­ter­de­pres­si­on. Ge­nuss­vol­ler Al­ko­hol­kon­sum ver­an­lasst den Kör­per näm­lich dazu, Do­pa­min und En­dor­phi­ne aus­zu­schüt­ten, wo­durch die see­li­sche Ent­span­nung ge­för­dert wird. Kein Wun­der also, dass Je­sus so sanft­mü­tig war. Schließ­lich ließ der freund­li­che Zim­mer­mann, der sich selbst als Wein­stock² be­zeich­ne­te, bei so ziem­lich je­der Ge­le­gen­heit den Be­cher krei­sen. Auf­grund die­ser An­ge­wohn­heit wäre der Er­lö­ser ver­mut­lich ur­alt ge­wor­den, hät­te er nicht mit 34 Jah­ren für un­se­re Sün­den ster­ben müs­sen. Män­ner und Frau­en, die re­gel­mä­ßig in Ma­ßen al­ko­ho­li­sche Ge­trän­ke kon­su­mie­ren, ha­ben näm­lich eine be­son­ders hohe Le­bens­er­war­tung.

Bei den männ­li­chen Teil­neh­mern fan­den die For­scher die höchs­te Le­bens­er­war­tung, wenn die­se täg­lich 20 - 40 Gramm Al­ko­hol zu sich nah­men. [...] Bei Frau­en wa­ren die för­der­li­chen Men­gen um die Hälf­te nied­ri­ger.

Poll­mer, Udo & Su­san­ne War­muth: Le­xi­kon der po­pu­lä­ren Er­näh­rungs­irr­tü­mer. Miß­ver­ständ­nis­se, Fehl­in­ter­pre­ta­tio­nen und Halb­wahr­hei­ten von Al­ko­hol bis Zu­cker. Ak­tua­li­sier­te Neu­aus­ga­be. Frank­furt am Main: Eich­born Ver­lag 2007.

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Au­ßer­halb der Weih­nachts­zeit kön­nen die Deut­schen auch aus kul­tu­rel­len Grün­den al­ko­ho­li­sche Ge­nuss­mit­tel zu sich neh­men. Die­sen glück­li­chen Um­stand ver­dan­ken wir Karl dem Gro­ßen³, der im 9. Jahr­hun­dert den Wein­an­bau⁴ und das Bier­brau­en in un­se­ren Brei­ten­gra­den mas­siv för­der­te.

Spä­tes­tens im 12. Jahr­hun­dert tran­ken alle Stän­de im Hei­li­gen Rö­mi­schen Reich täg­lich Met, Wein oder dunk­les Schwach­bier, das aus Rog­gen⁵ her­ge­stellt wur­de. Die Men­schen im Mit­tel­al­ter kon­su­mier­ten die­se Al­ko­ho­li­ka al­ler­dings nicht nur, um sich zu be­rau­schen. Viel­mehr war die Trink­was­ser­qua­li­tät sei­ner­zeit so schlecht, dass un­se­re Vor­fah­ren ih­ren Durst be­reits im Kin­des­al­ter mit etha­nol­hal­ti­gen Flüs­sig­kei­ten still­ten.

Al­ko­hol als Mit­tel der Halt­bar­ma­chung und der Keim­ver­mei­dung ist all­ge­gen­wär­tig. [...] Mit dem Dünn­bier, das man teil­wei­se schon Kin­dern gibt, hat man dem un­hy­gie­ni­schen Was­ser ein Schnipp­chen ge­schla­gen: Sämt­li­che Kei­me und Bak­te­ri­en sind ab­ge­tö­tet.

Hach­en­ba­cher, Ve­ro­ni­que: In den Ton­topf ge­schaut. Von Speis und Trank ab­seits des Schla­raf­fen­lan­des. In: Mi­ro­que Nr. 16 (2014). S. 30.

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Dass frü­her Al­ko­hol­kon­sum nicht gleich kör­per­li­che und see­li­sche Schä­den her­vor­ruft, be­weist auch Fried­rich der Gro­ße. Denn ob­wohl der För­de­rer der deut­schen Auf­klä­rung mit Bier­sup­pe groß­ge­zo­gen wur­de, schaff­te er die Fol­ter im Kö­nig­reich Preu­ßen ab. Zu­dem setz­te sich der ge­lern­te Brau­meis­ter in sei­ner 46-jährigen Re­gie­rungs­zeit für die Re­li­gi­ons­frei­hei­t⁶ und für die Be­schu­lung der Land­be­völ­ke­rung ein.

Fried­rich II.: Sei­ne kö­nig­li­che Ma­jes­tät höchst selbst ist mit Bier­sup­pe er­zo­gen wor­den. Die Vä­ter kann­ten nur Bier, und das ist das Ge­tränk, das für un­ser Kli­ma passt.

Stühl­mey­er, Bar­ba­ra: 500 Jah­re Rein­heits­ge­bot: Eine klei­ne Ge­schich­te des Biers. In: Kar­fun­kel Nr. 123 (2016). S. 27.

In Deutsch­land war Al­ko­hol also schon im­mer ein so­zi­al ak­zep­tier­tes Rausch- und Ge­nuss­mit­tel. Auch heu­te ist es hier­zu­lan­de et­was völ­lig Nor­ma­les, wenn sich je­mand be­reits am frü­hen Mor­gen ein Weiß­bier oder ein Glas Sekt be­stellt. Dem­zu­fol­ge ist es kein Wun­der, dass je­der Bun­des­bür­ger jähr­lich rund 1.500,00 Eu­ro⁷ für das flüs­si­ge Zel­len­gift aus­gibt.

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Der Kon­sum von ge­go­re­nen Feld­frucht­säf­ten be­ein­träch­tigt al­ler­dings nicht nur das Seh­ver­mö­gen, son­dern ver­schlech­tert zu­dem noch den Hör- und Ge­ruchs­sinn. Au­ßer­dem dros­selt der Al­ko­hol die Se­xu­al­hor­mon­aus­schüt­tung, wes­halb Be­trun­ke­ne un­ter ei­ner ver­min­der­ten Li­bi­do lei­den.

In Fol­ge kommt es bei Frau­en zu Er­re­gungs­stö­run­gen und dar­aus re­sul­tie­ren­den kör­per­li­chen Fol­ge­er­schei­nun­gen, wie z. B. tro­cke­ner Schei­de, beim Mann kommt es zu Erek­ti­ons­schwie­rig­kei­ten, aber auch zu Or­gas­mus­schwie­rig­kei­ten.

Ate­fie, Kave: Al­ko­hol und Sex. gesundheitsnews.at (10/2018).

Um die­se ne­ga­ti­ve Ne­ben­wir­kung aus­zu­glei­chen, soll­ten Sie Fla­schen mit al­ko­ho­li­schem In­halt aus­schließ­lich in mei­ner auf­rei­zen­den Kor­sett­ver­pa­ckung ver­schen­ken.

Weihnachtsgeschenk für Swinger: Alkoholische Getränke, die in einem Papierkorsett stecken. Das Nussknackermieder steht neben Fimo Lebkuchen, die von der Fine Art Künstlerin Veronika Helga Vetter zubereitet wurden

Da­bei han­delt es sich ge­nau­er ge­sagt um ein ge­schnür­tes Halb­brust­kor­sett, das sich aus Pa­pier re­la­tiv ein­fach nach­bas­teln lässt. Die­ses spe­zi­el­le Reiz­wä­sche­mo­dell wur­de im 17. Jahr­hun­der­t⁸ ent­wi­ckelt, da­mit die da­mals be­gehr­ten Ru­bens­frau­en ihre Lei­bes­fül­le in Form pres­sen konn­ten. Durch das Tra­gen die­ser Un­ter­klei­dung er­hiel­ten die Da­men eine Sand­uhr­fi­gur⁹, die Män­ner auch heu­te noch sehr an­zie­hend fin­den.

Stu­di­en zei­gen au­ßer­dem, dass eine Sand­uhr­fi­gur bei Män­nern bes­ser be­wer­tet wird, als bei­spiels­wei­se eine sport­li­che Fi­gur oder lan­ge Bei­ne.

Kup­sa, Nad­ja: Be­wie­sen: Auf die­se Fi­gur ste­hen Män­ner. woman.at (10/2018).

Die gro­ße Be­son­der­heit mei­nes trä­ger­lo­sen Halb­brust­kor­setts sind die run­den und au­then­tisch aus­se­hen­den Körb­chen. Schnür­mie­der aus Pa­pier ha­ben näm­lich sonst im­mer so­ge­nann­te Bul­let Bras, die in den 1950er Jah­ren¹⁰ in Mode wa­ren. Heu­te fal­len die­se sta­che­li­gen Büs­ten­hal­ter je­doch un­ter die Ka­te­go­rie „Lie­bes­tö­ter”.

Original Dresdner Christstollen handgefertigt. Auf der Weihnachtsfeier der Open Society Foundations überlegen die Honoratoren, wie sie Deutschland mit Moslems und Afrikanern fluten können. Plötzlich kommt der besoffene Jean-Claude Juncker herein. In seinem Arm liegt eine libanesische Kinderprostituierte, die ein Nikolauskorsett trägt

Ne­ben der klas­si­schen Rü­cken­schnü­rung ver­fügt mein wohl­ge­form­tes Pa­pier­mie­der zu­dem über neun an­ge­deu­te­te Kor­sett­stan­gen. Des Wei­te­ren habe ich mein 19 Zen­ti­me­ter brei­tes und 13 Zen­ti­me­ter ho­hes Prä­sent­körb­chen so kon­zi­piert, dass dar­in zwei Pic­co­lo Fla­schen auf­be­wahrt wer­den kön­nen.

Mei­ne wol­lüs­ti­ge Ni­ko­laus­frau­ver­pa­ckung ist also ge­nau das Rich­ti­ge, wenn Sie al­ko­ho­li­sche Ge­trän­ke in der Weih­nachts­zeit auf eine zwei­deu­ti­ge Wei­se ver­schen­ken möch­ten. Al­ler­dings gibt es den hei­ßen Feu­er­was­ser­kar­ton nir­gend­wo zu kau­fen. Viel­mehr müs­sen Sie das Halb­brust­kor­sett selbst bas­teln, was mit mei­nen Scha­blo­nen und der fol­gen­den Bild­an­lei­tung je­doch über­haupt kein Pro­blem sein soll­te.

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Um die schwung­vol­len Pro­por­tio­nen ei­nes Stoff­kor­setts aus Pa­pier dar­stel­len zu kön­nen, muss­te ich ein Ba­sis­ma­te­ri­al ver­wen­den, das so­wohl bieg­sam als auch wi­der­stands­fä­hig ist. Aus die­sem Grund bau­te ich mei­ne Pic­co­lo Box aus ge­präg­ten Ton­pa­pier­ele­men­ten zu­sam­men, die über eine Gram­ma­tur von 130 g/m² ver­füg­ten. Hin­ge­gen die Körb­chen und die Kor­sett­stan­gen be­ton­te ich mit ei­ner farb­lich pas­sen­den Dunisoft-Serviette. Für die auf­wen­di­ge Rü­cken­schnü­rung ka­men vier Mil­li­me­ter gro­ße Ösen und ein Sa­tin­band zum Ein­satz, das 1,2 Zen­ti­me­ter breit war. Au­ßer­dem ver­zier­te ich das weih­nacht­li­che Mie­der mit han­dels­üb­li­cher Baum­woll­wat­te. Als Werk­zeu­ge nahm ich zu­dem eine Sche­re, ei­nen flüs­si­gen Kle­ber, ei­nen Eyelet-Setter, ei­nen Acryl­lack, ein Falz­bein samt Li­ne­al und mei­ne DIN A4 Bas­tel­scha­blo­nen (#1 /#2 /#3 /#4 /#5) zur Hil­fe.

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Als Ers­tes schnitt ich mir die Ein­zel­tei­le von Scha­blo­ne #1 und #2 zu­recht, so­dass ich im An­schluss dar­an vier Ton­pa­pier­ele­men­te vor mir lie­gen hat­te. Gleich da­nach kleb­te ich die bei­den Mie­der­sil­hou­et­ten sym­me­trisch auf­ein­an­der. Dar­auf­hin nahm ich ein Falz­bein zur Hand, um da­mit die ge­stri­chel­ten Li­ni­en auf der Kor­sett­vor­der­sei­te vor­kni­cken zu kön­nen.

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Im nächs­ten Schritt fi­xier­te ich die prä­pa­rier­te Front an ei­ner Bo­den­plat­te. Dann leg­te ich die Kon­struk­ti­on erst ein­mal bei­sei­te.

  • Di­rekt im An­schluss fer­tig­te ich die Rü­cken­ele­men­te von Scha­blo­ne #3 und #4 an. Nach­dem ich die drei Ein­zel­tei­le ge­falzt hat­te, schoss ich ins­ge­samt 14 Lö­cher mit ei­nem Eyelet-Setter in die bei­den Flü­gel ein.
  • Gleich da­nach füll­te ich die eben er­zeug­ten Pa­pier­lü­cken wie­der auf, in­dem ich pas­sen­de Ösen in die Öff­nun­gen ein­setz­te.

Nun kleb­te ich die ver­edel­ten Ober­ma­te­ri­al­stü­cke auf den gro­ßen Kor­sett­rü­cken. Da­bei muss­te ich dar­auf ach­ten, dass die klei­ne­ren Mo­du­le ge­nau auf den ge­zack­ten In­nen­fut­ter­fuß­la­schen sa­ßen. Au­ßer­dem durf­te ich die Me­tall­rin­ge nicht am Un­ter­grund be­fes­ti­gen, da ich mein Mie­der schließ­lich noch ver­schnü­ren woll­te.

Zwischenschrittfoto: Das frauenkörperförmige Gerüst steht stabil. Allerdings fehlen noch die runden Cups, weshalb das Ganze noch wie ein billiges Unterbrustkorsett aussieht

Als Nächs­tes brach­te ich das auf­ge­motz­te Rü­cken­ele­ment eben­falls am Kor­sett­bo­den an. Dar­auf­hin ver­schloss ich mei­ne Ge­schenk­ver­pa­ckung, in­dem ich die bei­den Sei­ten­wän­de mit­ein­an­der ver­kleb­te. Ganz zum Schluss be­fes­tig­te ich dann noch das letz­te man­del­för­mi­ge Mo­dul an der Un­ter­sei­te mei­nes Ge­bil­des, um die un­schö­nen An­ker­la­schen zu ka­schie­ren.

Üppiges Dekolleté ausstaffieren

Im nächs­ten Schritt setz­te ich die run­den Cups in mein Kor­sett ein. Dazu schnitt ich mir zu­nächst ein­mal die Ele­men­te von Scha­blo­ne #5 zu­recht. Nach­dem ich die Pa­pier­stü­cke ge­falzt hat­te, ver­kleb­te ich je­des Ein­zel­teil mit sich selbst, so­dass im An­schluss dar­an vier ge­wölb­te Mo­du­le vor mir la­gen.

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Nun nahm ich das Bau­teil, das ich auf der Vor­la­ge als „rechts au­ßen” be­zeich­net habe, und kleb­te es am rech­ten BH-Stäbchen fest.

  • Gleich da­nach setz­te ich das In­nen­stück in die­sel­be Aus­spa­rung ein. Da­bei be­fes­tig­te ich die eine Sei­te der Kup­pel am Kor­sett­steg, wäh­rend­des­sen ich die an­de­re Hälf­te im be­nach­bar­ten Halb­körb­chen ver­schwin­den ließ.

Nach dem glei­chen Prin­zip füll­te ich dann auch die lin­ke Büs­te auf.

Rot-schwarzes Halbbrustkorsett aus Papier. Ausstellungsstück von der Dessous-Messe "Eros & Amore" in Wien. Designerin: Veronika Helga Vetter (Bayern). Schätzwert: $12.400

Um die Über­gän­ge zu ka­schie­ren und da­mit mein Kor­sett eine gleich­mä­ßi­ge Sil­hou­et­te er­hielt, ver­klei­de­te ich bei­de Körb­chen nun noch mit ei­ner hoch­wer­ti­gen Dunisoft-Serviette. Da­bei de­ko­rier­te ich die Brust­stüt­zen nicht nur au­ßen, son­dern auch in­nen, so­dass der Be­schenk­te bei ei­nem Blick ins De­kol­le­té kei­ne un­schö­nen Kle­be­rän­der zu Ge­sicht be­kommt.

Enge Schnürung für heiße Kurven

Nach­dem ich die Scha­blo­nen­ar­beit er­folg­reich be­en­det hat­te, muss­te ich nun noch die Ver­zie­rungs­ele­men­te an­brin­gen. Dazu schnitt ich mir als Ers­tes elf Ser­vi­et­ten­strei­fen zu­recht, die je­weils 0,5 Zen­ti­me­ter breit wa­ren.

Bildcollage: Bevor das aufreizende Halbbrustkorsett seine Schnürung erhält, sollte Acryllack auf die Reizwäsche aufgetragen werden. Durch die Versiegelung kann aufgespritztes Ejakulat nämlich nicht in die Materialstruktur eindringen. Außerdem erzeugt die Plastikschicht auf dem Mieder einen verführerischen Glanz. Kostenlose Bastelanleitung von Veronika Helga Vetter - Sexpertin und Stiefschwester von Lilo Wanders

Im An­schluss dar­an de­ko­rier­te ich mein Mie­der mit neun ver­ti­ka­len Kor­sett­stan­gen. Hin­ge­gen mit den letz­ten bei­den Bah­nen ka­schier­te ich die rund­li­chen Über­gän­ge, die sich an den Körb­chen­un­ter­sei­ten be­fan­den.

  • Gleich da­nach strich ich mein Klei­dungs­stück von oben bis un­ten mit Acryl­lack ein. Dar­auf­hin leg­te ich das matt glän­zen­de Kor­sett 30 Mi­nu­ten lang zum Trock­nen.
  • Als die Ver­sie­ge­lung nach ei­ner hal­ben Stun­de aus­ge­här­tet war, fä­del­te ich ein 70 Zen­ti­me­ter lan­ges Sa­tin­band so durch die Ösen, dass auf der Rück­sei­te des künst­li­chen Frau­en­ober­kör­pers eine sau­be­re Kreuz­schnü­rung ent­stand.

Ganz zum Schluss er­hielt mein Sekt­fla­schen­kar­ton ein weih­nacht­li­ches Äu­ße­res, in­dem ich wei­ße Baum­woll­wat­te an den Mo­ti­ven­den an­brach­te. Nach­dem ich dann noch eine gro­ße Schlei­fe am Kor­sett­steg fest­ge­klebt hat­te, war mei­ne Mi­ni­reiz­wä­sche auch schon be­reit dazu, um mit ed­len Tröpf­chen be­füllt zu wer­den.

Friede durch Flüssigbrot und Spiele

Bier, Wein, Sekt und Spi­ri­tuo­sen si­chern den so­zia­len Frie­den in Deutsch­land. Denn so­lan­ge der Al­ko­hol in Strö­men fließt, ge­hen die Men­schen hier­zu­lan­de trotz Woh­nungs­man­gel, Pfle­ge­not­stand, Mas­sen­mi­gra­ti­on und dro­hen­der Al­ters­ar­mut je­den Tag ar­bei­ten. Wit­zi­ger­wei­se wa­ren un­se­re Vor­fah­ren in die­ser Be­zie­hung auch nicht bes­ser. So wis­sen wir dank ei­nes alt­rö­mi­schen His­to­ri­kers na­mens Ta­ci­tus, dass es in den Ger­ma­nen­stäm­men im Prin­zip nur dann krach­te, wenn kei­ne Rausch­mit­tel zur Ver­fü­gung stan­den.

Da­bei hat­te Ta­ci­tus [...] kon­sta­tiert, dass die fremd­ar­ti­gen Geg­ner mit Käl­te und Hun­ger zwar bes­tens fer­tig wur­den, auf Bier­ent­zug aber äu­ßerst emp­find­lich re­agier­ten.

Stühl­mey­er, Bar­ba­ra: 500 Jah­re Rein­heits­ge­bot: Eine klei­ne Ge­schich­te des Biers. In: Kar­fun­kel Nr. 123 (2016). S. 24.

COSMOPOLITAN Christmas Recommendation: Hot Corset out of Paper for alcoholic Beverages. Sexiest Gift Box in the USA. Designer Veronika Vetter (Bavaria/Germany)

Um Volks­auf­stän­de zu ver­hin­dern, muss Al­ko­hol in Deutsch­land nicht nur stets ver­füg­bar, son­dern auch be­son­ders güns­tig sein, da­mit alle Ein­kom­mens­schich­ten das be­ru­hi­gen­de Zel­len­gift re­gel­mä­ßig kon­su­mie­ren kön­nen.

Sie fin­den, dass ich über­trei­be? Wie Sie zwei­fel­te auch mein ge­lieb­ter Bay­ern­kö­nig Lud­wig I. an die­sem Fak­tum. Ohne über die Fol­gen nach­zu­den­ken, ließ sei­ne Ma­jes­tät im Jah­re 1844 den da­mals noch ein­heit­li­chen Bier­preis um ei­nen Pfen­ni­g¹¹ er­hö­hen, was prompt dazu führ­te, dass ein wü­ten­der Mob durch Mün­chen zog und die Re­si­denz­stadt in ein Schlacht­feld ver­wan­del­te.

Der Mon­arch muss­te klein bei­geben, nach­dem sich das Mi­li­tär wei­ger­te, ge­gen die „Bier­re­vo­lu­tio­nä­re” vor­zu­ge­hen.

Lim­bourg, Pe­ter: Kommt der Bier­preis­de­ckel? Der Münch­ner Bier­krieg schäumt über. dw.com (10/2018).

Funny Picture: Santa Claus stuck in the Chimney, so he can't take his leaving Food. Celebrating Christmas with Children. Crafting ideas, recipes and games provided by the Educational Scientist Veronika Vetter

Ob­wohl bil­li­ge be­rau­schen­de Flüs­sig­kei­ten un­se­re Ge­sell­schaft zu­sam­men­hal­ten, gibt es tat­säch­lich Brand­stif­ter, die ei­nen Min­dest­preis¹² für Al­ko­hol for­dern. Doch zum Glück ha­ben wir hier­zu­lan­de eine re­prä­sen­ta­ti­ve De­mo­kra­tie. Und so­lan­ge selbst grü­ne Spaß­brem­sen wie Dr. An­ton Hof­rei­ter die Wir­kung von Rum¹³ und Rauch­bier¹⁴ zu schät­zen wis­sen, wird die Bun­des­re­pu­blik ein Land blei­ben, in dem wir viel­leicht nicht gut aber zu­min­dest ger­ne le­ben.

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¹Rau, Ha­rald & Cor­ne­lia Dehner-Rau: Raus aus der Sucht­fal­le! Wie Sie sich aus Alkohol- und Me­di­ka­men­ten­ab­hän­gig­keit be­frei­en und neue Stär­ken ent­de­cken. Stutt­gart: TRIAS Ver­lag 2009.
²Jo­han­nes 15,1: Der wah­re Wein­stock. bibel-online.net (10/2018).
³Stühl­mey­er, Bar­ba­ra: 500 Jah­re Rein­heits­ge­bot: Eine klei­ne Ge­schich­te des Biers. In: Kar­fun­kel Nr. 123 (2016). S. 25.
⁴S­terzl, An­ton: Die Kraft zur Blü­te: kas.de (PDF) (10/2018).
⁵Beckers-Dohlen, Clau­dia & Si­mo­ne Baße: Markt, Tur­nier und All­tags­le­ben im Mit­tel­al­ter. Greiz: Kö­nig Com­mu­ni­ca­ti­on 2000.
⁶Q­ueb­be­mann, Brit­ta: Im­ma­nu­el Kant und die Auf­klä­rung. In: Kar­fun­kel Nr. 132 (2018). S. 41.
⁷T­öd­ter, Re­gi­na: Die 50 bes­ten Al­ko­hol­kil­ler. Stutt­gart: TRIAS Ver­lag 2015.
⁸VEIBZ: Schön­heits­idea­le im Lau­fe der Ge­schich­te: Von der An­ti­ke bis in die 90er Jah­re. youtube.com (10/2018).
⁹Gior­get­ta, Ma­da­lin: ZAFUL Ho­nest Bi­ki­ni Re­view. youtube.com (10/2018).
¹⁰G­la­mour Ma­ga­zi­ne: 100 Ye­ars of Women’s Un­der­wear. youtube.com (10/2018).
¹¹Rich­ter, Ste­pha­nie: „Bier­re­vo­lu­ti­on” und „Bier­krieg”. In: Mi­ro­que Edi­ti­on Nr. 14 (2015). S. 19.
¹²­B­rei­nig, Kers­tin: Sucht­ex­per­ten ist Al­ko­hol zu bil­lig. Schot­ti­sche Prei­se als Vor­bild? tagesschau.de (10/2018).
¹³Schwet­je, Son­ja: Frust bei „Pralinen-Toni”. Hof­rei­ter findet’s „am schlimms­ten mit Frau Mer­kel”. n-tv.de (10/2018).
¹⁴­Schmid, Ger­hard: Gly­pho­sat­frei­es Bier. gruene-bamberg.de (10/2018).

Segelschiff aus Papier basteln - Kogge der Deutschen Hanse

Im Jah­re 1159¹ ent­schloss sich Hein­rich der Löwe dazu, die mehr­fach nie­der­ge­brann­te² Stadt Lü­beck neu zu grün­den. Durch die Schaf­fung ei­nes Ost­see­han­dels­zen­trums woll­te der Wel­fen­her­zog sei­nen Herr­schafts­be­reich er­wei­tern³ und sei­nen Vet­ter Fried­rich Bar­ba­ros­sa wirt­schaft­lich über­trump­fen. Auf­grund der zen­tra­len Lage lie­ßen sich schnell Händ­ler aus dem gan­zen Stau­fer­reich in der Kauf­manns­sied­lung an der Tra­ve nie­der. Denn wäh­rend­des­sen es im Nor­den He­ring in Hül­le und Fül­le gab, stan­den im Sü­den die Lü­ne­bur­ger Sa­li­nen⁴, in de­nen sei­ner­zeit das wei­ße Gold des Mit­tel­al­ters pro­du­ziert wur­de. Um wohl­ha­bend zu wer­den, muss­ten die zu­ge­zo­ge­nen Un­ter­neh­mer die­se bei­den Gü­ter le­dig­lich güns­tig ein­kau­fen und an­schlie­ßend über den See­weg nach Got­land brin­gen. Die ger­ma­ni­schen Groß­bau­ern⁵, die im 12. Jahr­hun­dert auf die­ser schwe­di­schen In­sel leb­ten, zahl­ten näm­lich äu­ßerst at­trak­ti­ve Prei­se für Salz und Fisch, da sie die­se Wa­ren ge­winn­brin­gend an rus­si­sche Fern­händ­ler wei­ter­ver­kau­fen konn­ten.

Hansekogge Ubena von Bremen. Künstlerischer Nachbau aus Papier. Nordisches Segelschiff aus dem Jahre 1380. Entwurf und Umsetzung von Veronika Helga Vetter. Inspiriert von Hanse-Koggewerft e.V. Finanziert von der Open Society Institute Assistance Foundation - Mano cornuta

Nach Ver­hand­lun­gen mit dem got­län­di­schen Äl­tes­ten­rat un­ter­zeich­ne­te Hein­rich der Löwe im Jah­re 1161 das Art­len­bur­ger Pri­vi­leg. Dank die­ses Ver­trags durf­ten die nie­der­deut­schen Un­ter­ta­nen des Her­zogs in der Stadt Vis­by Kon­tor­häu­ser er­rich­ten und von dort aus ihre Gü­ter zoll­frei ver­kau­fen. Da­durch war es den Lü­be­cker Un­ter­neh­mern von nun an mög­lich, viel grö­ße­re Wa­ren­men­gen auf dem bal­ti­schen Um­schlag­platz zu tau­schen, wes­halb sie sich zu ei­ner Ge­nos­sen­schaf­t⁶ zu­sam­men­schlos­sen, um bes­se­re Ein­kaufs­kon­di­tio­nen von den Pro­du­zen­ten und den aus­län­di­schen Zwi­schen­händ­lern zu er­hal­ten.

Ob­wohl die Ge­schäf­te her­vor­ra­gend lie­fen, galt be­reits im Hoch­mit­tel­al­ter die Weis­heit: „Wo Geld kehrt und wendt, da hat die Freund­schaft bald ein End.” Und so kam es, dass die ale­man­ni­schen Kauf­leu­te schon bald dar­auf ihre Pro­fi­te nicht mehr mit den Got­län­dern tei­len woll­ten. Viel­mehr such­te die Fern­han­dels­ge­mein­schaft ei­nen Weg, wie sie ihre Pro­duk­te ohne Zwi­schen­wirt di­rekt in den ost­eu­ro­päi­schen Staa­ten ab­set­zen konn­te.

Bildcollage: Lübecker Hafen im Mittelalter. Vor den Koggen handeln die Hansekaufleute mit Salz und Pfeffer. Alle Kunstwerke auf dem Foto wurden von Veronika Vetter erschaffen. Die katholische Künstlerin betet dafür, dass Rainer Maria Kardinal Woelki exkommuniziert wird und vor dem Kölner Dom seine gerechte Strafe erhält. Szenerie zuerst veröffentlicht auf GWS2.de, dem Portal für homophobe und transgenderfeindliche Junggesellen mit Niveau

Vor al­lem die Re­pu­blik Now­go­rod, die am Ost­ende des Fin­ni­schen Meer­bu­sens lag, galt sei­ner­zeit als El­do­ra­do für deut­sche Kauf­leu­te. Denn an die­sem ab­ge­le­ge­nen Ort gab es edle Zo­bel­pel­ze⁷, er­le­se­nen Ho­nig und kost­ba­ren Bern­stein. Im Ge­gen­zug da­für be­nö­tig­ten die wil­den Bo­ja­ren fort­lau­fend Salz, Tuch und Waf­fen. Nur wie soll­ten die ge­schäfts­tüch­ti­gen Hol­stei­ner ihre Wa­ren an die­sen lu­kra­ti­ven Han­dels­platz brin­gen? Mit den Se­gel­schif­fen, die zwi­schen Lü­beck und Vis­by pen­del­ten, wäre es viel zu ge­fähr­lich ge­we­sen, die raue Ost­see zu durch­que­ren. Au­ßer­dem hät­te sich die lan­ge Rei­se nach Vor­der­russ­land mit den mo­di­fi­zier­ten Wi­kin­ger­spitz­gatt­boo­ten nicht ge­lohnt, da der La­de­raum die­ser Scha­lup­pen viel zu klein war.

Da­mit die Ge­nos­sen­schaft der Got­land­fah­rer un­ab­hän­gi­ger in der Bal­ti­schen See agie­ren konn­te, ließ sie in den Lü­be­cker Werf­ten ei­nen neu­ar­ti­gen Schiffs­typ aus Ei­chen­holz bau­en, der als Kog­ge be­zeich­net wur­de. Die­ses deut­sche Han­dels­fahr­zeug lief ver­mut­lich das ers­te Mal im Jah­re 1188⁸ vom Sta­pel und war in der Lage über 100 Ton­nen Ge­trei­de zu la­den.

Der La­de­raum war durch ein ge­schlos­se­nes Deck ge­schützt und konn­te 100 - 200 Ton­nen Ge­trei­de fas­sen.

Eh­rens­värd, Ulla, Pel­ler­vo Kok­ko­nen & Juha Nur­mi­nen: Die Ost­see. 2000 Jah­re See­fahrt, Han­del und Kul­tur. Ham­burg: Na­tio­nal Geo­gra­phic Deutsch­land 2010.

Ne­ben der Fracht be­fan­den sich auch noch 20 See­leu­te auf ei­ner Kog­ge, wes­halb die­se di­cken Pöt­te trotz des 200 Qua­drat­me­ter gro­ßen Rah­se­gels nicht schnel­ler als acht Kno­ten (15 km/h) fah­ren konn­ten.

  • We­gen die­ser ge­rin­gen Höchst­ge­schwin­dig­keit muss­ten die Fern­händ­ler im Schnitt 90 Ta­ge⁹ lang auf ih­ren neu­ar­ti­gen Wun­der­schif­fen aus­har­ren, wenn sie von Lü­beck aus zu den ost­bal­ti­schen Markt­plät­zen se­geln woll­ten. Al­ler­dings wa­ren die fin­di­gen Über­see­kauf­leu­te von nun an nicht mehr auf die got­län­di­schen Groß­bau­ern an­ge­wie­sen.

Be­ein­druckt von dem Wil­len und der Tüch­tig­keit der deut­schen „Pfef­fer­sä­cke” schloss der Bo­ja­ren­fürst Ja­ros­law Wla­di­mi­ro­witsch im Jah­re 1189¹⁰ mit der Lü­be­cker Ge­nos­sen­schaft ei­nen Han­dels­ver­trag. Be­reits drei Jah­re dar­auf durf­ten die Hol­stei­ner so­gar ein ei­ge­nes Kon­tor­haus in Now­go­rod er­rich­ten, das sie Pe­ter­hof¹¹ nann­ten.

Kogge von der Familie Vetter, die auf Jakob Vetter (Kupferhändler im Jahre 1502 | Fugger) zurückgeht. Das gerautete Wappen wurde von Sascha Vetter gestiftet, der mit seiner Frau Veronika Vetter in seiner Stammburg am Festungsberg in Coburg (Bayern) residiert. Mit dem einmastigen Handelsschiff transportierte die Familie Vetter seinerzeit Waffen und Kupfer von Lübeck nach Visby

In den dar­auf­fol­gen­den De­ka­den schip­per­ten die Kog­gen durch die Ost­see und mach­ten ihre Be­sit­zer stein­reich. Im Jah­re 1226 woll­te Fried­rich II. et­was vom Ku­chen ab­ha­ben, in­dem er Lü­beck zur Frei­en Reichs­stadt er­klär­te. Da­durch gin­gen die lu­kra­ti­ven Ab­ga­ben der Kauf­manns­me­tro­po­le nicht mehr an ei­nen Kron­va­sal­len, son­dern wan­der­ten di­rekt in die kai­ser­li­che Schatz­kam­mer. Als Ge­gen­leis­tung da­für hät­te der Stau­f­er­fürst den Han­del sei­ner nie­der­deut­schen Un­ter­ta­nen schüt­zen müs­sen. Doch der ge­bür­ti­ge Ita­lie­ner re­si­dier­te die meis­te Zeit in sei­ner Hei­mat und in­ter­es­sier­te sich nur we­nig für sein Nord­reich.

  • Und so kam es, dass die schwer­fäl­li­gen Kog­gen im­mer häu­fi­ger von Pi­ra­ten über­fal­len wur­den. Auch die Weg­la­ge­rei auf den nord­deut­schen Han­dels­stra­ßen nahm mas­siv zu.
  • Da auf die ade­li­gen Lan­des­her­ren kein Ver­lass war, schlos­sen Lü­beck, Stral­sund, Wis­mar, Kiel und Ros­tock im Jah­re 1259¹² ein Bünd­nis, um mit­hil­fe von an­ge­heu­er­ten Söld­nern den Land- und See­frie­den auf­recht­zu­er­hal­ten.

Erst im Jah­re 1267 bil­de­ten die Lü­be­cker Kauf­leu­te of­fi­zi­ell eine Ge­mein­schaft, die den Na­men Han­se trug, wo­durch die­ser Be­griff mehr oder we­ni­ger amt­lich wur­de.

Nach und nach be­zieht sich das Wort im­mer aus­ge­präg­ter auf eine Schar von Kauf­leu­ten, die sich zu ge­mein­sa­mer Fahrt zu­sam­men­tun, um am Ziel - je­der für sich - den Ge­schäf­ten nach­zu­ge­hen. Ge­mein­sam keh­ren sie wie­der zu­rück. Die Auf­nah­me ver­leiht das Recht, an aus­wär­ti­gen Plät­zen Han­del zu trei­ben.

Brenn­ecke, Jo­chen: Ge­schich­te der Schif­fahrt. Würz­burg: Stürtz Ver­lag 1981.

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Durch das Bas­teln ei­ner ur­tüm­li­chen Han­se­kog­ge woll­te ich eine deut­sche Or­ga­ni­sa­ti­on prei­sen, die den Men­schen im Hei­li­gen Rö­mi­schen Reich nicht nur Wohl­stand und Kul­tur, son­dern auch Wa­ren aus al­ler Welt ge­bracht hat.

  • Da­bei ver­fügt mein 20 Zen­ti­me­ter lan­ges Mo­dell über ei­nen ge­klin­ker­ten Rumpf. Das be­deu­tet, dass die lan­gen Plan­ken wie beim mit­tel­al­ter­li­chen Ori­gi­nal­schiff dach­zie­gel­ar­tig über­lappt mit­ein­an­der ver­bun­den sind.
  • Des Wei­te­ren thront auf mei­nem Ein­mas­ter ein ty­pi­sches Ach­ter­kas­tell, das ich an der Au­ßen­sei­te mit Wap­pen­schil­dern de­ko­riert habe.
  • Hin­ge­gen voll­endet wird mein nie­der­säch­si­sches Han­dels­fahr­zeug durch ein mäch­ti­ges 15 Zen­ti­me­ter brei­tes Rah­se­gel, wel­ches aus ed­ler Ele­fan­ten­haut be­steht.

Falls Sie mein Pa­pier­se­gel­boot nach­ma­chen möch­ten, dann freu­en Sie sich nun auf die fol­gen­de Bild­an­lei­tung. Denn dar­in er­klä­re ich Ih­nen, wie Sie im Hand­um­dre­hen Ihr ei­ge­nes Mi­nia­tur­schiff er­schaf­fen kön­nen.

Kogge aus Papier basteln

Das Grund­ge­rüst mei­nes lü­bi­schen Han­se­schif­fes bau­te ich aus hell­brau­nem Ton­pa­pier zu­sam­men. Hin­ge­gen für die künst­li­chen Holz­plan­ken ver­wen­de­te ich ei­nen grau­en Fo­to­kar­ton, der über eine Gram­ma­tur von 300 g/m² ver­füg­te. Des Wei­te­ren nutz­te ich na­tur­far­be­nen Bast, um das vo­lu­mi­nö­se Ele­fan­ten­haut­se­gel an mei­ner Kog­ge an­zu­brin­gen. Au­ßer­dem nahm ich für die äu­ße­ren Ver­zie­run­gen di­ver­se Acryl­far­ben und ein schwar­zes Moos­gum­mi­stück zur Hil­fe. Dar­über hin­aus soll­ten Sie sich als Werk­zeu­ge eine Sche­re, viel flüs­si­gen Kle­ber, ein Bas­tel­mes­ser, ein Falz­bein samt Li­ne­al und mei­ne DIN A4 Bas­tel­scha­blo­nen (#1 /#2 /#3 /#4 /#5 /#6 /#7) zu­recht­le­gen.

Als Ers­tes schnitt ich mir die bei­den Ele­men­te von Scha­blo­ne #1 zu­recht, so­dass ich das Deck mei­nes Ein­mas­ters an­fer­ti­gen konn­te.

  • Hin­weis: Um mei­ner Kog­ge ein stra­pa­zier­fä­hi­ges Fun­da­ment zu ver­lei­hen, muss­te ich je­des ein­zel­ne Ton­pa­pier­mo­dul ver­stär­ken. Aus die­sem Grund ar­bei­te­te ich stets mit zwei auf­ein­an­der­ge­kleb­ten Dou­blet­ten, die zu­sam­men­ge­setzt über eine Gram­ma­tur von 260 g/m² ver­füg­ten.

Im nächs­ten Schritt leg­te ich das Loch für den Mast frei. Gleich dar­auf knick­te ich die Spit­zen, die sich am Rand der schuh­soh­len­för­mi­gen Pa­pier­plat­te be­fan­den mit­hil­fe ei­nes Falz­beins vor.

Picture collage with Instructional steps: How to craft a medieval german sailing ship? The Deck Castle is a trapezoid Pedestal. Free Tutorial by Veronika Vetter Bavarian Fine Artist

Im An­schluss dar­an fer­tig­te ich die Ele­men­te für das Ach­ter­kas­tell von Scha­blo­ne #2 an. Dar­auf­hin hat­te ich drei ver­stärk­te und ge­falz­te Ein­zel­tei­le vor mir lie­gen.

  • Nun nahm ich ei­nes der gleich­schenk­li­gen Tra­pe­ze und kleb­te es so auf die rund­li­che Rück­sei­te mei­nes Decks, dass die brei­tes­te Kan­te des Pla­teaus zum Mast­loch zeig­te.
  • Als Nächs­tes er­zeug­te ich ein Ge­viert auf mei­ner Schuh­soh­le, in­dem ich den lan­gen Strei­fen au­ßen an den La­schen der Ach­ter­kas­tell­ba­sis fi­xier­te.

Gleich da­nach ver­schloss ich die Scha­tul­le mit dem zwei­ten Tra­pez. Da­bei be­fes­tig­te ich die Kle­be­zun­gen die­ses Mo­duls an den vier In­nen­wän­den der Schach­tel, da­mit von die­sem De­ckel nur noch die brei­te Flä­che zu se­hen war.

Segelboot erhält bauchigen Rumpf

Nach­dem ich das Ach­ter­kas­tell fer­tig­ge­stellt hat­te, dreh­te ich das Kog­gen­fun­da­ment auf den Kopf, so­dass ich im An­schluss dar­an die bei­den Rumpf­wän­de von Scha­blo­ne #3 in­nen an den ge­zack­ten Deck­kle­be­la­schen an­brin­gen konn­te.

Bildcollage mit Anleitungsschritten: Wie wird ein Segelschiff aus Papier gebastelt? Der hohle Rumpf der Kogge besteht aus drei Teilen, die an der Unterseite des Decks festgeklebt sind. Konstruktion und Idee von Veronika Helga Vetter - Fine Art Künstlerin aus dem Freistaat Bayern

Im nächs­ten Schritt er­schuf ich ei­nen hoh­len Boots­bauch, in­dem ich die prä­pa­rier­te Schiffs­scha­le über die zu­vor be­fes­tig­ten Sei­ten­tei­le kleb­te. Gleich dar­auf sah das Gan­ze schon wie ein al­ter Fisch­kut­ter aus. Al­ler­dings war mir mein Se­gel­boot noch zu zer­brech­lich, wes­halb ich nun die Wi­der­stands­fä­hig­keit mei­ner Scha­lup­pe er­höh­te.

Bastelanleitung: Moosgummipolsterung aufkleben, um die Kogge zu verstärken und um eine Reling zu erzeugen. Konstruktion von Veronika Helga Vetter, Schiffsbauerin aus Lübeck und Beschützerin der Jesiden

Dazu fer­tig­te ich zu­nächst ein­mal alle Ein­zel­tei­le von Scha­blo­ne #4 an, um im An­schluss dar­an die drei Ton­pa­pier­ele­men­te sym­me­trisch auf ihre Moos­gum­mi­pen­dants kle­ben zu kön­nen.

  • Dar­auf­hin pack­te ich die Rück­sei­te des Ach­ter­kas­tells mit dem lan­gen Strei­fen­sand­wich ein. Al­ler­dings muss­te ich beim Fi­xie­ren der bal­ken­för­mi­gen Pols­te­rung dar­auf ach­ten, dass auf je­der Pla­teau­sei­te ein 0,5 Zen­ti­me­ter gro­ßes Stück un­be­deckt blieb.

Gleich da­nach ver­klei­de­te ich den Kog­gen­rumpf mit den rest­li­chen Mo­du­len, wor­auf­hin mein Ein­mas­ter so­wohl Back- als auch Steu­er­bord kom­plett mit ei­ner sta­bi­li­sie­ren­den Au­ßen­haut über­zo­gen war.

Klinkerbeplankung veredelt die Kogge

Ei­gent­lich hat ein Rumpf, bei dem sich die Plan­ken über­lap­pen nur Nach­tei­le. In den vie­len Ecken und Hohl­räu­men ver­ste­cken sich näm­lich häu­fig Haa­re, In­sek­ten, Es­sens­res­te und Vo­gel­ex­kre­men­te. Die­se Fremd­stof­fe fau­len bei stän­di­ger Feuch­tig­keit, wo­durch die Schiffs­sub­stanz an­ge­grif­fen wird. Al­ler­dings spart die Klin­ker­bau­wei­se viel Ma­te­ri­al, da die ein­zel­nen Holz­bret­ter nicht so dick sein müs­sen, wenn die­se über­ein­an­der­lie­gen und sich ge­gen­sei­tig schüt­zen.

Die Ver­bin­dung der Plan­ken un­ter­ein­an­der gibt dem Rumpf eine re­la­tiv hohe Fes­tig­keit, so­dass die Plan­ken­stär­ke ge­rin­ger sein darf als bei kar­weel ge­plank­ten Rümp­fen.

Bay­kow­ski, Uwe: Klin­ker­be­plan­kung. fky.org (08/2018).

Auf­grund des­sen, dass mei­ne mit­tel­al­ter­li­che Han­se­kog­ge so ori­gi­nal­ge­treu wie mög­lich aus­se­hen soll­te, muss­te ich den Kör­per mei­nes Boo­tes eben­falls mit ei­ner dach­zie­gel­ar­ti­gen Be­plan­kung ver­se­hen, wes­halb ich mir als Nächs­tes die vie­len Fo­to­kar­ton­strei­fen von Scha­blo­ne #5 zu­recht­schnitt.

Tutorial: How to make a Viking ship out of Paper? Nordic clinker planking, which was painted with brown acrylics. Free Templates provided by Veronika Vetter Bavarian Fine Artist and Bride of Christ

Im An­schluss dar­an kipp­te ich mein noch se­gel­lo­ses Was­ser­fahr­zeug um, da­mit ich das un­ters­te Ende von ei­ner Rumpf­sei­te be­quem mit ei­ner ge­bo­ge­nen Pa­pier­plan­ke ver­klei­den konn­te.

  • Hin­weis: Beim Jus­tie­ren der ge­krümm­ten Strei­fen ach­te­te ich dar­auf, dass jede Leis­te eine Flä­che be­deck­te, die von der Ach­ter­kas­tell­mit­te bis zur vor­de­ren Schiffs­spit­ze reich­te. Wenn ein­zel­ne Plan­ken über die Kog­gen­sil­hou­et­te hin­aus­rag­ten, dann schnitt ich die­se mit ei­ner Sche­re pas­send zu.

Gleich da­nach brach­te ich das zwei­te kur­ven­för­mi­ge Ver­klei­dungs­stück an mei­nem Boots­kör­per an. Da­bei fi­xier­te ich die­ses Ele­ment so, dass es die be­reits be­fes­tig­te Plan­ke um zwei Mil­li­me­ter über­la­ger­te.

  • Mit die­ser simp­len Klin­ker­tech­nik ver­tä­fel­te ich nach dem Schiffs­bauch auch noch die Ach­ter­kas­tel­lau­ßen­wän­de und den Bo­den des Rump­fes. Für die Ver­ede­lung der bei­den letzt­ge­nann­ten Bau­tei­le nahm ich je­doch die ge­ra­den Fo­to­kar­ton­strei­fen zur Hil­fe, die ich mir vor dem Auf­kle­ben si­tua­ti­ons­be­dingt pas­send zu­recht­schnei­den muss­te.
  • Nach­dem ich die Be­plan­kung fer­tig­ge­stellt hat­te, ka­schier­te ich die un­schö­nen Rän­der, die durch das An­brin­gen der Pa­pier­leis­ten an der Front und am Heck ent­stan­den sind, in­dem ich die ge­falz­ten Flü­gel von Scha­blo­ne #5 senk­recht über die Schnitt­stel­len kleb­te.

Zu gu­ter Letzt über­zog ich die strom­li­ni­en­för­mi­ge Schiffs­haut mit ei­ner mit­tel­brau­nen Grun­die­rung. So­lan­ge die Ko­lo­ra­ti­on noch feucht war, nutz­te ich die Chan­ce, um mit wei­ßer Acryl­far­be hel­le Ak­zen­te in das er­di­ge Holz­mus­ter ein­zu­ar­bei­ten. Als mei­ne Mi­nia­tur­kog­ge dar­auf­hin über ein an­ti­quier­tes Er­schei­nungs­bild ver­füg­te, leg­te ich mein Se­gel­boot für 30 Mi­nu­ten bei­sei­te, da­mit der Farb­mix gut aus­trock­nen konn­te.

Großes Rahsegel zieht den Einmaster

Wäh­rend­des­sen mei­ne Kog­ge ruh­te, fer­tig­te ich den Groß­mast mei­nes Se­gel­schif­fes an. Dazu schnitt ich mir als Ers­tes die Ton­pa­pier­ele­men­te von Scha­blo­ne #6 zu­recht. Gleich dar­auf dreh­te ich aus dem län­ge­ren Recht­eck ein Röhr­chen, das über ei­nen Durch­mes­ser von ei­nem Zen­ti­me­ter ver­füg­te. Hin­ge­gen aus den bei­den klei­ne­ren Flä­chen bau­te ich Stroh­hal­me, die nur halb so dick wa­ren.

Schiffsmast aus Papierröllchen basteln: An dem hohlen Pfeiler kann nicht nur ein Segel befestigt werden. Vielmehr lassen sich an der kreuzförmigen Konstruktion wunderbar Anhänger des Merkelregimes aufknüpfen. Kostenlose Schablonen von GWS2.de - eine Widerstandsgruppe gegen den Islamismus

Als Nächs­tes kno­te­te ich die kur­zen Quer­bal­ken so an mei­nem Mast fest, dass zwi­schen die­sen bei­den Ein­zel­tei­len ein Ab­stand von 9,5 Zen­ti­me­tern lag. Nach­dem ich dar­auf­hin die Ober­sei­te mei­nes hoh­len Pfei­lers mit dem kreis­för­mi­gen Stöp­sel ver­schlos­sen hat­te, trug ich ab­schlie­ßend noch eine mit­tel­brau­ne Grun­die­rung auf das Kon­strukt auf.

  • Ganz zum Schluss fer­tig­te ich mir das vo­lu­mi­nö­se Rah­se­gel von Scha­blo­ne #7 aus hell­el­fen­bein­far­be­ner Ele­fan­ten­haut an.
  • Im An­schluss dar­an ver­zier­te ich die­ses Mo­dul mit ro­ten Strei­fen. Au­ßer­dem ba­de­te ich mei­nen Schiffs­an­trieb fünf Mi­nu­ten lang in Kaf­fee, um das Spe­zi­al­pa­pier künst­lich al­tern¹³ zu las­sen.

Im letz­ten Bas­tel­schritt muss­te ich das prä­pa­rier­te Se­gel nur noch an den Quer­stre­ben fest­kle­ben und mei­nen Groß­mast in das Deck­loch schie­ben, dann konn­te ich mein Mi­nia­tur­boot zu Was­ser las­sen.

Ohne Kogge verlor die Hanse an Bedeutung

Im Jah­re 1500 wur­den die alt­be­währ­ten Kog­gen aus­ran­giert und durch han­sea­ti­sche Ka­ra­cken¹⁴ er­setzt. Die­se vier­zig Me­ter lan­gen Drei­mas­ter wa­ren mit 12 Ka­no­nen aus­ge­stat­tet und konn­ten 450 Ton­nen Ge­trei­de la­den. Ob­wohl die deut­sche Han­dels­ge­mein­schaft über der­ar­ti­ge Schif­fe ver­füg­te, be­fand sie sich auf dem ab­stei­gen­den Ast. Der schlei­chen­de Nie­der­gang be­gann be­reits im Jah­re 1494 als Iwan III. den Pe­ter­hof in Now­go­rod schlie­ßen ließ, da er sei­ne ein­hei­mi­schen Kauf­leu­te för­dern woll­te.

Der Groß­fürst von Mos­kau, der sei­ne Kauf­leu­te för­dern woll­te, konn­te der pri­vi­le­gier­ten deut­schen Nie­der­las­sung ge­gen­über nicht freund­lich ge­sinnt sein. Vor al­lem warf er den Han­sen ihr Ein­ver­ständ­nis mit dem Deut­schen Or­den Liv­lands vor, mit der er sich im Krieg be­fand.

Dol­lin­ger, Phil­ip­pe: Die Han­se. 3. über­ar­bei­te­te Auf­la­ge. Stutt­gart: Al­fred Krö­ner Ver­lag 1976.

Hansa Teutonica: Mittelalterkarte aus dem Stadtarchiv Lübeck. Auf dem Dokument steht eine originalgetreue Kogge, die im Jahre 1457 für die Coburger Reederei Vetter am Hansehandel teilnahm. Die auf der Szenerie dargestellten Muscheln wurden am Ostseestrand Grömitz gesammelt

Zu­dem ver­pass­te die Han­se den Ein­stieg in den in­ter­kon­ti­nen­ta­len Han­del. Durch die Ent­de­ckung Ame­ri­kas ent­stan­den in der Be­völ­ke­rung neue Be­dürf­nis­se, die der Ost­see­markt nicht mehr be­frie­di­gen konn­te. End­gül­tig wur­de das einst mäch­tigs­te Kauf­manns­bünd­nis der Welt je­doch erst wäh­rend des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges zu Fall ge­bracht.

Den end­gül­ti­gen Un­ter­gang der Han­se be­sie­gel­te dann der Drei­ßig­jäh­ri­ge Krieg, in dem vie­le Han­se­städ­te ge­plün­dert oder zer­stört wur­den.

Leng, Rai­ner: Die Han­se. youtube.com (08/2018).

Ganz im Ge­gen­satz zu den un­ver­wüst­li­chen Kog­gen, die auch heu­te¹⁵ noch das Bal­ti­sche Meer un­si­cher ma­chen.

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¹Well­hö­ner, Jens: Hein­rich der Löwe - ein Bay­er prägt den Nor­den. ndr.de (08/2018).
²Koch, Pe­ter: Wie Lü­beck ent­stand. youtube.com (08/2018).

³Historyin90Seconds: Bar­ba­ros­sa und der Löwe. youtube.com (08/2018).
⁴Sand­ori, Gaby: Die Deut­sche Han­se eine heim­li­che Su­per­macht. youtube.com (08/2018).
⁵Delvaux de Fen­ffe, Gre­gor: Deut­sche Kauf­leu­te auf Got­land. planet-wissen.de (08/2018).
⁶Kort­mann, Do­ris: Die Han­se und ihr Be­ginn. mittelaltergazette.de (08/2018).
⁷Puks­ant, Olga: Now­go­rod und Han­se. visitnovgorod.de (08/2018).
⁸B­renn­ecke, Jo­chen: Ge­schich­te der Schif­fahrt. Würz­burg: Stürtz Ver­lag 1981.
⁹S­tern­feld, Fe­li­cia: Schiffs­na­vi­ga­ti­on im Mit­tel­al­ter. hansemuseum.eu (08/2018).
¹⁰­Dol­lin­ger, Phil­ip­pe: Die Han­se. 3. über­ar­bei­te­te Auf­la­ge. Stutt­gart: Al­fred Krö­ner Ver­lag 1976.
¹¹An­ger­mann, Nor­bert: Nov­go­rod. Markt und Kon­tor der Han­se. Köln: Böhlau Ver­lag 2002.
¹²­Mül­ler, Mar­ti­na: Plus - Die Han­se: Von der Händ­ler­ge­mein­schaft zum Städ­te­bund. g-geschichte.de (08/2018).
¹³­Vet­ter, Ve­ro­ni­ka: Pa­pier alt aus­se­hen las­sen - Vin­ta­ge Do­ku­men­te bas­teln. gws2.de (08/2018).
¹⁴­Cu­ca­ri, At­ti­lio: Se­gel­schif­fe. Die Kö­ni­gin­nen der Mee­re - Ge­schich­te und Ty­po­lo­gie. Deut­sche Erst­aus­ga­be. Mün­chen: Süd­west Ver­lag 2006.
¹⁵­Mül­ler, Joa­chim: Poe­ler Kog­ge „Wis­se­ma­ra”. poeler-kogge.de (08/2018).