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Papierauto zum Führerschein basteln - der erste Golf

1974 war das Jahr des deut­schen Man­nes. Dies hing nicht nur da­mit zu­sam­men, dass die Fußball-Nationalmannschaft der BRD in Mün­chen zum zwei­ten Mal Welt­meis­ter wur­de. Auch die Da­men tru­gen zum Glück des star­ken Ge­schlechts bei, in­dem sie ihre ver­laus­ten Hip­pie­klei­der aus Lei­nen end­gül­tig ab­leg­ten. Statt­des­sen fla­nier­ten die Frau­en­zim­mer selbst­be­wusst ge­stylt in fe­mi­ni­nen Hot­pants durch die In­nen­städ­te und hör­ten da­bei die neus­ten Hits von ABBA im Walk­man. Dank Neu­kanz­ler Hel­mut Schmidt, der die staat­li­chen In­ves­ti­tio­nen er­höh­te und des enor­men Lohn­zu­wach­ses durch neu ab­ge­schlos­se­ne Ta­rif­ver­trä­ge konn­te Mann trotz ho­her Ar­beits­lo­sen­quo­te sor­gen­frei im Som­mer an den Ba­la­ton fah­ren. Und wäre das al­les nicht schon ge­nug ge­we­sen, brach­te Volks­wa­gen auch noch in die­sem Jahr den Golf Mk1 her­aus, um den die Welt Deutsch­land bis heu­te be­nei­det.

Picture of German VW Car made of paper. Crafted by Veronika Vetter Bavarian Fine ArtistDass Deut­sche schon im­mer ger­ne flott un­ter­wegs wa­ren, be­weist die Tat­sa­che, dass selbst der klei­ner mo­to­ri­sier­te Golf Mk1 mit ei­ner sport­li­chen 1,1-Liter-Maschine und 50 PS ver­füg­bar war. Gas­ge­ben wie Hans-Joachim Stuck hat­te 1974 auf­grund der Öl­kri­se je­doch sei­nen Preis. Der Li­ter Ben­zin kos­te­te sei­ner­zeit näm­lich re­kord­ver­däch­ti­ge 40 Pfen­nig. Doch auch hier konn­te der Golf Mk1 punk­ten, da er bei 90 km/h le­dig­lich 6,4 Li­ter pro 100 Ki­lo­me­ter ver­brauch­te.

So be­trug laut Be­triebs­an­lei­tung der Ver­brauch des 37-kW-Motors nach DIN 70030 6,4 l pro 100 km bei 90 km/h [...].

Wein­hardt, Dirk: Der Ur-Golf. ur-golf.de (04/2017).

Als Kunst­lieb­ha­be­rin bin ich froh, dass nicht nur Sprit­zig­keit und Spar­sam­keit dazu führ­ten, dass die­ses Auto mehr als 6,9 Mil­lio­nen Mal ver­kauft wur­de.

Der ers­te Golf kam bes­tens an. 6,99 Mil­lio­nen Ex­em­pla­re ver­kauf­ten die Wolfs­bur­ger von der ers­ten Ge­ne­ra­ti­on.

Strat­mann, Jens: VW Golf 1 Kauf­be­ra­tung | Ge­schich­te | Ty­pi­sche Män­gel | Schwach­stel­len. youtube.com (04/2017).

Collage von blauem Golf aus Papier. Geschenkverpackung zum Bestehen des Führerscheins. Idee und Entwicklung von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Das zeit­lo­se kan­ti­ge De­sign hat­te be­kannt­lich min­des­tens ei­nen ge­nau­so gro­ßen An­teil am Ver­kaufs­er­folg. In Deutsch­land ver­ehr­te man al­ler­dings schon im­mer das Run­de. Bei der jahr­hun­der­te­lan­gen Lie­be zu Os­ter­ei­ern, Bäl­len und Ru­bens­frau­en war es des­halb auch kein Wun­der, dass der wohl­ge­form­te VW Kä­fer hier­zu­lan­de 30 Jah­re lang als Non­plus­ul­tra galt. Um also ein re­la­tiv ecki­ges Auto mit ei­ner mas­si­ven und brei­ten C-Säule zu ent­wer­fen, war sei­ner­zeit ein Ita­lie­ner von­nö­ten. Aus die­sem Grund en­ga­gier­te Volks­wa­gen 1971 den In­dus­trie­de­si­gner Gior­get­to Giugi­a­ro.

De­si­gned as a front-engined, front-wheel dri­ve re­pla­ce­ment for the Beet­le, the Golf’s crisp li­nes were pen­ned by fa­med de­si­gner Gior­get­to Giugi­a­ro.

Tay­lor, Ja­mes: Histo­ry of the Volks­wa­gen Golf - pic­tu­re spe­cial. autocar.co.uk (04/2017).

Bild von Auto Geschenkverpackung mit Führerschein und Fahrzeugschein. Arrangiert von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinDer fin­di­ge Künst­ler hat­te sich be­reits bei ita­lie­ni­schen Au­to­mo­bil­kon­zer­nen ei­nen Na­men ge­macht und ist un­ter an­de­rem für das schnit­ti­ge De­sign des le­gen­dä­ren Fiat 850 Spi­der ver­ant­wort­lich. Wäh­rend der be­dau­erns­wer­te Gior­get­to bei schlech­tem Wet­ter in Nie­der­sach­sen saß und an der Hül­le des Golf Mk1 ar­bei­te­te, soll ihm 1972 Fer­di­nand Piëch als Prak­ti­kant as­sis­tiert ha­ben. Der Nef­fe von Fer­ry Por­sche moch­te es ty­pisch deutsch - also rund. Er pro­phe­zei­te, dass der Golf Mk1 mit die­sem Aus­se­hen ein Flop wer­den wür­de.

A sum­mer in­tern na­med Fer­di­nand Piech spends two months lear­ning about de­sign from thirty-four-year-old Giugi­a­ro. Piech pre­dicts the Golf will be a fail­ure.

Cum­ber­ford, Ro­bert: Gior­get­to Giugi­a­ro Histo­ry. automobilemag.com (04/2017).

Collage von rotem VW Golf Mk1 Miniaturauto. Fan-Art entworfen und gebastelt von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Der ge­lern­te Kfz-Mechaniker und da­ma­li­ge Vor­stands­vor­sit­zen­de Ru­dolf Lei­ding ver­trau­te al­ler­dings sei­nem ita­lie­ni­schen Star­ein­kauf und wur­de nicht ent­täuscht. Der Golf Mk1 war selbst in Nord­ame­ri­ka ein Ren­ner. Be­kannt­lich hat­ten un­se­re trans­at­lan­ti­schen Freun­de be­reits in den 1970er Jah­ren so ihre Pro­ble­me mit den Golf­staa­ten. Sie nann­ten das deut­sche Auto al­ler­dings nur we­gen der Form Hase (eng­lisch rab­bit) und nicht um ihre Ani­mo­si­tät ge­gen die OAPEC zum Aus­druck zu brin­gen.

Laun­ched in 1975 the US, the Rab­bit (as it was known over the­re) was fast be­co­ming a force to be reckon­ed with, and was re­al­ly the only car ca­pa­ble of brin­ging the fight to the in­flux of new Ja­pa­ne­se com­pact cars [...].

An­ony­mous: Histo­ry Of The MK1 Golf (Typ17). vwheritage.com (04/2017).

Bild von GWS2.de Maskottchen, wie er in seinen selbst gebastelten Babawagen einsteigt. Idee von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinMehr als 40 Jah­re nach dem Ver­kaufs­start be­sie­delt der ers­te Golf im­mer noch die Stra­ßen un­se­res Pla­ne­ten. Es ist an­ge­sichts die­ses Qua­li­täts­be­wei­ses des­halb nicht ver­wun­der­lich, dass auf vie­le Fahr­an­fän­ger nach dem Be­stehen des Füh­rer­scheins ein Nach­fol­ge­mo­dell des Mk1 in der Ein­fahrt war­tet. Falls Sie Ih­rem Schütz­ling zum 18. Ge­burts­tag nicht nur den nack­ten Zünd­schlüs­sel über­rei­chen wol­len, habe ich die per­fek­te Ge­schenk­ver­pa­ckung für Sie ent­wor­fen. Mein Auto aus Pa­pier bie­tet näm­lich nicht nur ge­nug Platz für Fahr­zeug­schein, Schlüs­sel und Ben­zin­geld, son­dern ist ga­ran­tiert auch das High­light auf dem Ge­schenk­tisch.

Picture of self-made paper car. Volkswagen Golf Mk1. Crafted by Veronika Vetter Bavarian Fine Artist

Mei­ne künst­le­ri­sche In­ter­pre­ta­ti­on des VW Golf Mk1 ist 20,5 Zen­ti­me­ter lang, 10 Zen­ti­me­ter breit und 9,5 Zen­ti­me­ter hoch. In der fol­gen­den Bas­tel­an­lei­tung sage ich Ih­nen, wie Sie mit­hil­fe mei­ner Scha­blo­nen im Hand­um­dre­hen selbst ein ei­ge­nes Pa­pier­au­to bas­teln kön­nen.

Auto aus Papier basteln - Anleitung

Bild von blauem Auto aus Papier als Geschenkverpackung für den Papa. Gebastelt von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinZum Bau­en des Au­tos ver­wen­de­te ich haupt­säch­lich Ton­pa­pier in vie­len un­ter­schied­li­chen Far­ben. Für man­che Ein­zel­tei­le griff ich je­doch auch auf Moos­gum­mi zu­rück. Als spe­zi­el­les Ma­te­ri­al nahm ich zu­dem zwei Schasch­lik­spie­ße zur Hil­fe. Hin­ge­gen für die Ver­zie­run­gen ka­men nichts wei­ter als ver­schie­de­ne Acryl­far­ben zum Ein­satz. Au­ßer­dem soll­ten Sie sich eine Sche­re, viel flüs­si­gen Kle­ber, ei­nen Eyelet-Setter, ein Falz­beil samt Li­ne­al, ein Bas­tel­mes­ser und mei­ne DIN A4 Bas­tel­scha­blo­nen (#1 /#2 /#3 /#4 /#5 /#6 /#7 /#8 /#9 /#10 /#11 /#12) zu­recht­le­gen.

Ich be­gann mit den vier Rad­käs­ten des Au­tos. Dazu fer­tig­te ich mir die bei­den Ele­men­te von Scha­blo­ne #1 aus Ton­pa­pier an.

Bildcollage mit Anleitungsschritten: Radkasten für ein Papierauto basteln

Der In­nen­raum mei­nes Fahr­zeugs soll­te eine an­de­re Far­be als der Un­ter­bo­den be­kom­men. Da­mit dies funk­tio­nier­te, muss­te ich auf eine et­was schwie­ri­ge­re Kle­be­tech­nik zu­rück­grei­fen.

  • Zu­nächst ein­mal schnitt ich mir die bei­den Ein­zel­tei­le der Scha­blo­ne vier­mal in Blau und vier­mal in Schwarz zu­recht.
  • Als Nächs­tes kleb­te ich im­mer ein blau­es ge­zack­tes Ele­ment, wel­ches wie eine Rau­pe aus­sieht auf ein schwar­zes Pen­dant.
  • Gleich dar­auf falz­te ich die Knick- und Kle­be­l­i­ni­en al­ler Ein­zel­tei­le. Au­ßer­dem schoss ich mit­hil­fe ei­nes Eyelet-Setters je­weils ein Loch in die acht rund­li­chen Bau­tei­le.
  • An­schlie­ßend nahm ich ei­nes der schwar­zen halb­run­den Ele­men­te und kleb­te es in­nen an der Kle­be­la­sche ei­ner ge­krümm­ten Rau­pe fest.

Um die ge­zack­ten Kle­be­la­schen zu ver­klei­den, be­fes­tig­te ich dar­auf­hin ein blau­es halb­run­des Ele­ment an der Au­ßen­sei­te des Rad­kas­tens.

Bild vom Festkleben der Radkästen an den UnterbodenAls ich nach die­sem Prin­zip noch drei wei­te­re Rad­käs­ten an­ge­fer­tigt hat­te, wid­me­te ich mich dem Un­ter­bo­den von Scha­blo­ne #2.  Nach­dem auch die­ses lan­ge Ele­ment ge­falzt und mit Lö­chern ver­se­hen war, kleb­te ich die vier vor­be­rei­te­ten Rad­käs­ten in die Aus­spa­run­gen. Da­bei fi­xier­te ich die­se Bau­tei­le ei­ner­seits an den Ach­sen­lö­chern des Un­ter­bo­dens. Au­ßer­dem drück­te ich je Rad­kas­ten noch vier mit Kle­ber be­stri­che­ne Za­cken auf den Un­ter­grund.

Hin­weis: Dank die­ser smar­ten Bau­wei­se sah die Sei­te des Un­ter­bo­dens, die spä­ter nach in­nen zei­gen soll­te wie aus ei­nem Guss aus.

Im nächs­ten Schritt brach­te ich die bei­den Sei­ten des VW Golf am Un­ter­bo­den an. Dazu schnitt ich mir die Au­to­sil­hou­et­te von Scha­blo­ne #3 zwei­mal aus Ton­pa­pier zu­recht. Gleich da­nach falz­te ich die lan­gen Knick­li­ni­en (sie­he Scha­blo­ne). Dar­auf­hin bog ich die Au­to­sei­ten so lan­ge zu­recht, bis die­se das ty­pi­sche ecki­ge Golf Mk1 De­sign hat­ten. Als mir das Gan­ze ge­fiel, kleb­te ich an je­der Sei­te mei­nes Un­ter­bo­dens eine prä­pa­rier­te Au­to­sil­hou­et­te fest.

Hin­weis: Die ab­ste­hen­den Za­cken der vier Rad­käs­ten dien­ten mir da­bei als Kle­be­punk­te.

Papierauto bekommt seine Lackierung

Rot und Weiß gal­ten 1974 zu den be­lieb­tes­ten Far­ben des VW Golf Mk1. Ich habe mich bei der La­ckie­rung je­doch vom Red Bull RB7 in­spi­rie­ren las­sen. Das ist der Bo­li­de, mit dem Se­bas­ti­an Vet­tel 2011 Formel-1-Weltmeister wur­de.

Bild vom Lackieren der Front- und Heckseite des Papierautos

Dazu fer­tig­te ich das gro­ße Frontele­ment von Scha­blo­ne #4 zwei­mal aus kö­nigs­blau­em und die Zier­strei­fen aus oran­ge­far­be­nem Ton­pa­pier an. Die Front­sei­ten kleb­te ich di­rekt im An­schluss sym­me­trisch auf­ein­an­der. Da­nach schnitt ich die Wind­schutz­schei­be mit­hil­fe ei­nes Bas­tel­mes­sers frei und kleb­te dar­auf­fol­gend die bei­den Zier­strei­fen auf. Ganz zum Schluss muss­te ich au­ßer­dem noch die Knick- und Kle­be­l­i­ni­en des Ein­zel­teils fal­zen.

Als die prä­pa­rier­te Front vor mir lag, wie­der­hol­te ich die vor­an­ge­gan­ge­nen Schrit­te mit dem Heck, wel­ches sich auf Scha­blo­ne #5 be­fin­det.

Bildcollage mit Anleitungsschritten: Lackieren des Papierautos. Red Bull RB7 Design (Vettel/2011)

Im An­schluss be­fes­tig­te ich zu­al­ler­erst die ko­lo­rier­te Front an der Ka­ros­se­rie. Dazu trug ich viel flüs­si­gen Kle­ber auf die un­ters­te Kle­be­la­sche auf und drück­te die­se an­schlie­ßend am Un­ter­bo­den fest.

  • Als Nächs­tes fi­xier­te ich die Front end­gül­tig über die seit­li­chen Kle­be­la­schen an der Mo­tor­hau­be und an den Vor­der­tü­ren.
  • In­fol­ge­des­sen kleb­te ich auch das far­bi­ge Heck nach der­sel­ben Me­tho­de auf die Au­to­rück­sei­te.

Bild von Karosserie eines VW Golf aus PapierDar­auf­hin schloss ich die La­ckie­rung zu­nächst ein­mal ab, in­dem ich auch die bei­den Sei­ten ver­klei­de­te. Dazu fer­tig­te ich das Ele­ment von Scha­blo­ne #6 zwei­mal aus mei­ner blau­en Ton­pa­pier­far­be an. Hin­weis: Auch die­se Au­to­sei­ten muss­te ich vor dem Auf­kle­ben fal­zen und in Form bie­gen. Mit dem Be­fes­ti­gen der Sei­ten­ver­klei­dun­gen ka­schier­te ich zu­dem au­to­ma­tisch die schwar­zen Kle­be­la­schen der Rad­käs­ten.

Ob­wohl mein VW Golf ein Cou­pé wer­den soll­te, hat­te mein Fahr­zeug nach die­sen Bas­tel­schrit­ten noch eine Öff­nung im Dach. Über die­se falt­dach­gro­ße Aus­spa­rung er­hielt mein Pa­pier­au­to nun sei­ne kom­for­ta­ble In­nen­aus­stat­tung.

VW Golf aus Papier erhält extravagante Ausstattung

Bild vom Einkleben des ArmaturenbrettsZu­nächst bas­tel­te ich das Ar­ma­tu­ren­brett und die Mit­tel­kon­so­le von Scha­blo­ne #7 aus Ton­pa­pier. Den Ta­cho und die an­de­ren Be­dien­ele­men­te mal­te ich gleich dar­auf mit Acryl­far­ben auf. Da­nach falz­te ich zu­erst die Knick- und Kle­be­l­i­ni­en des Ein­zel­teils, ehe ich es von hin­ten an die Mo­tor­hau­be kleb­te. Dar­auf­hin fer­tig­te ich zu­dem das Lenk­rad von der­sel­ben Scha­blo­ne an, wel­ches ich ein­fach un­ter­halb des auf­ge­mal­ten Ta­chos be­fes­tig­te.

In den 1970er Jah­ren war das Rau­chen noch cool. Aus die­sem Grund sind mei­ne Au­to­sit­ze mit schwarz­blau­en Sitz­be­zü­gen aus dem Bau­markt be­zo­gen, da­mit kei­ne Brand­lö­cher in die Sitz­pols­ter kom­men.

Collage mit Anleitungsschritten: Vordersitze für ein Auto aus Papier basteln

Als Ers­tes fer­tig­te ich die Vor­der­sit­ze von Scha­blo­ne #8 an. Da­für schnitt ich mir zu­nächst die wap­pen­för­mi­gen Ele­men­te für das Sitz­pols­ter und für die Rü­cken­leh­ne je­weils vier­mal aus Moos­gum­mi zu­recht.

  • Im nächs­ten Schritt kleb­te ich im­mer zwei iden­ti­sche Moos­gum­mi­tei­le auf­ein­an­der, um die Sit­ze zu ver­stär­ken.
  • Dar­auf­fol­gend be­fes­tig­te ich die bei­den vor­be­rei­te­ten Rü­cken­leh­nen auf­recht an den Sitz­kis­sen.
  • Um den Sitz­be­zug wei­ter her­vor­zu­he­ben, schnitt ich mir an­schlie­ßend zwei dün­ne blaue Ton­pa­pier­strei­fen zu­recht und ver­klei­de­te da­mit die Sil­hou­et­ten der Sit­ze.
  • Als Nächs­tes kleb­te ich den brei­ten blau­en Zier­strei­fen von Scha­blo­ne #8 senk­recht über die Sitz­flä­chen der Moos­gum­mi­sit­ze.

Zu gu­ter Letzt muss­te ich nur noch zwei­mal den klei­nen Ho­cker von der­sel­ben Scha­blo­ne an­fer­ti­gen und an­schlie­ßend mei­ne sport­li­chen Au­to­sit­ze dar­auf fi­xie­ren.

Bild mit blauen Vordersitzen und einer blauen Sitzbank für ein Miniaturauto aus PapierDie Rück­bank von Scha­blo­ne #9 habe ich nach ge­nau dem glei­chen Prin­zip wie die Vor­der­sit­ze an­ge­fer­tigt. Der ein­zi­ge nen­nens­wer­te Un­ter­schied zwi­schen den bei­den Ele­men­ten ist, dass ich die Bank nicht auf ei­nem Ho­cker plat­zier­te. Das war nicht nö­tig, da ich das be­que­me Pols­ter­mö­bel auf die bei­den hin­te­ren Rad­käs­ten kleb­te. Da­durch scheint es so, als wür­de die Rück­bank über dem Un­ter­bo­den schwe­ben.

Bild vom Verschließen des AutodachsNach­dem ich die Sitz­gar­ni­tur über das Dach in den In­nen­raum ge­klebt hat­te, konn­te ich das Auto ver­schlie­ßen. Dazu fer­tig­te ich sämt­li­che Ele­men­te von Scha­blo­ne #10 an. Dar­auf­hin kleb­te ich das ers­te Qua­drat von un­ten über die Dach­öff­nung. Hin­ge­gen mit dem zwei­ten Qua­drat la­ckier­te ich das Gan­ze von au­ßen mit mei­ner kö­nigs­blau­en Leit­far­be. Ab­schlie­ßend voll­ende­te ich das spor­ti­ve Mus­ter mit dem schma­len oran­ge­far­be­nen Strei­fen.

Automodell hat vier bewegliche Reifen

Nach den vor­an­ge­gan­ge­nen Bas­tel­schrit­ten sah mein Auto nun so aus, als wäre es in der Pa­ri­ser Ban­lieue ge­parkt wor­den - denn es fehl­ten die Rei­fen.

Bild vom Anbringen der AchsenBe­vor ich je­doch die Rä­der an­brach­te, be­kleb­te ich den Un­ter­bo­den mit dem Ele­ment von Scha­blo­ne #11 um sämt­li­che Kle­be­rän­der auf der Un­ter­sei­te zu ka­schie­ren. Gleich dar­auf fer­tig­te ich mir zwei Ach­sen aus Schasch­lik­spie­ßen an, die je­weils 10 Zen­ti­me­ter lang wa­ren. Nach­dem ich die bei­den Holz­stäb­chen in die Ach­sen­lö­cher ge­scho­ben hat­te, wid­me­te ich mich den Rei­fen von Scha­blo­ne #12.

Je­des Rad bau­te ich aus ins­ge­samt sechs Moos­gum­mikrei­sen zu­sam­men, wes­halb ich mir zu­nächst 24 iden­ti­sche Krei­se aus­schnitt.

Bildcollage mit Anleitungsschritten: Reifen für ein Modellauto basteln

Im nächs­ten Bas­tel­schritt ver­sah ich je­den Kreis mit ei­nem Loch. Dar­auf­hin kleb­te ich im­mer sechs run­de Schei­ben auf­ein­an­der, bis vier iden­ti­sche Rei­fen vor mir la­gen.

  • Für die Lauf­flä­chen schnitt ich mir den Längs­strei­fen von Scha­blo­ne #12 eben­falls vier­mal aus Moos­gum­mi zu­recht. Die­se mitt­le­ren Rad­ver­klei­dun­gen kleb­te ich dar­auf­fol­gend ein­mal kom­plett um je­des Rad.
  • Die Ver­klei­dung der Rad­sei­ten und die Rad­kap­pen fer­tig­te ich mir hin­ge­gen aus Ton­pa­pier an.

Bild von Papier Golf ohne Stoßstange und lichttechnische EinrichtungenNach­dem ich mei­ne vier Moos­gum­mi­rei­fen in­nen und au­ßen mit die­sen Zier­ele­men­ten be­klebt hat­te, steck­te ich die­se auf die Ach­sen. Mein Auto war da­mit be­reit, um vom TÜV für fahr­taug­lich er­klärt zu wer­den. Für den Grill, die Schein­wer­fer, die Blin­ker und die Stoß­stan­ge habe ich kei­ne Scha­blo­ne be­reit­ge­stellt. Denn die­se win­zi­gen op­ti­schen Din­ge habe ich spon­tan aus den be­reits ver­wen­de­ten Ma­te­ria­li­en in­di­vi­du­ell her­ge­stellt oder auf­ge­malt.

Fazit: Autos werden heute für Berufspendler gebaut

Bild von zwei Papierautos vor einem Beschleunigungsrennen. Startschuss gibt die Fine Art Künstlerin Veronika VetterFalls Sie Mo­tor­öl ge­leckt ha­ben und mei­ne In­ter­pre­ta­ti­on des VW Golf Mk1 nach­bas­teln möch­ten, brau­chen Sie vor al­lem Ge­duld. Zum Bas­teln ei­nes aus­lie­fe­rungs­fer­ti­gen Mo­dells habe ich zwei vol­le Ar­beits­ta­ge auf­wen­den müs­sen. In mei­nen Au­gen ist Gior­get­to Giugi­a­ro ein Ge­nie, denn selbst in Mi­nia­tur­form sieht der ers­te Golf auch heu­te noch ein­fach ge­ni­al aus. Mei­ner Mei­nung nach ha­ben die ak­tu­el­len Golf­mo­del­le ih­ren da­ma­li­gen Charme al­ler­dings ein­ge­büßt, da sie von ja­pa­ni­schen Au­tos auf den ers­ten Blick fast nicht mehr zu un­ter­schei­den sind.

Um das Äu­ße­re geht es aber wahr­schein­lich bei Au­tos die­ser Preis­ka­te­go­rie gar nicht mehr. Dies könn­te dar­an lie­gen, dass neue Fahr­zeu­ge der Kom­pakt­klas­se in ers­ter Li­nie von Be­rufs­pend­lern oder Au­to­ver­mie­tun­gen ge­kauft wer­den und so­mit der Wie­der­ver­kaufs­wert an ers­ter Stel­le steht. Und auf der A8 von Bo­bin­gen nach Mün­chen ge­gen 05:30 Uhr spielt es kei­ne Rol­le, ob das Auto rund oder eckig ist, Haupt­sa­che es ist spar­sam und si­cher. Ganz an­ders 1974 als der VW Golf Mk1 mit ei­nem Lis­ten­preis von rund 9.000,00 DM für den Volks­kör­per auch ein Hob­by sein konn­te, mit dem man die Nacht durch von Castrop-Rauxel nach Ita­li­en an das Tyr­rhe­ni­sche Meer fuhr.

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Osterhase basteln: Figur mit Kiepe - viertes Arrangement

In mei­nen Au­gen ist der Os­ter­ha­se im Ge­gen­satz zum Christ­kind kei­ne über­na­tür­li­che Ich-AG. Viel­mehr ist das Wort Os­ter­ha­se eine Be­rufs­be­zeich­nung, die vor über 350 Jah­ren ent­stand. Erst seit dem Ende des Drei­ßig Jäh­ri­gen Krie­ges gibt es im deutsch­spra­chi­gen Raum Os­ter­ha­sen, die in der Nacht zum Os­ter­sonn­tag bun­te Os­ter­ei­er und Sü­ßig­kei­ten für Kin­der ver­ste­cken.

Re­gard­less of the mur­ky ori­g­ins, by the 17th cen­tu­ry, the Eas­ter Bun­ny and her eggs were ent­ren­ched in the Ger­man Eas­ter tra­di­ti­on [...].

Ble­vins, Me­lis­sa: Who In­ven­ted the Cho­co­la­te Eas­ter Bun­ny? todayifoundout.com (04/2017).

Bild von einem braunen Osterhasen im Garten, der die Ostereier austrägt. Fotografiert von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinWie es der Name be­reits sug­ge­riert, kön­nen aus­schließ­lich Ha­sen den Be­ruf des Os­ter­ha­sen er­ler­nen. Zwar soll es in man­chen Ge­gen­den auch schon mal Os­ter­füch­se und Os­ter­stör­che ge­ge­ben ha­ben, die­se wur­den je­doch auf­grund man­geln­der Le­gi­ti­ma­ti­on schnell wie­der durch Os­ter­ha­sen er­setzt. Kein Wun­der, schließ­lich hat nur der Hase den gött­li­chen Se­gen. Al­les be­gann mit der Früh­lings­göt­tin Ost­ara, die von den Men­schen in West­eu­ro­pa vor der Chris­tia­ni­sie­rung un­ge­fähr zur Zeit des Pas­sah­fests Op­fer er­hielt.

Für die­ses fröh­li­che Fest war eine Früh­lings­göt­tin na­mens Ost­ara zu­stän­dig. In man­chen Ge­gen­den wur­de sie auch Öst­re oder East­re ge­nannt. Ihr ver­dan­ken wir den Na­men des Os­ter­fests (eng­lisch Eas­ter).

Sa­scha: Os­ter­ha­sen zum Aus­ma­len – Rät­sel­spiel für Kin­der. gws2.de (04/2017).

Der Le­gen­de nach war ein Win­ter ein­mal so lan­ge, dass ein Mäd­chen da­mit be­gann, Ost­ara zu su­chen. Auf ih­rem Weg fand sie ei­nen er­fro­re­nen Vo­gel, den sie bit­ter­lich be­wein­te. Das klei­ne Mäd­chen be­te­te dar­auf­hin zur Früh­lings­göt­tin, dass die­se den Vo­gel doch bit­te wie­der zum Le­ben er­we­cken soll.

Bildcollage bestehend aus einem schönen gebastelten Osterhasen. Arrangiert von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Ost­ara er­schien zwar auf­grund des Ge­bets, konn­te aber dem ar­men Tier nicht mehr hel­fen. Sie ver­wan­del­te den to­ten Vo­gel al­ler­dings kur­zer­hand in ei­nen le­ben­di­gen Ha­sen. An­schlie­ßend sag­te die Göt­tin zu dem Mäd­chen, dass die Men­schen von nun an nach die­sem Ha­sen Aus­schau hal­ten sol­len. So­bald die Fell­na­se sein Kleid ver­liert, ist das ein Zei­chen da­für, dass der Früh­ling naht.

Wenn er sein Kleid ver­lie­re, wäre dies ein un­trüg­li­ches Zei­chen da­für, dass ihr Kom­men und da­mit der Früh­ling na­hen wür­den.

Fey, An­dre­as: Ost­ara und die heid­ni­schen Ur­sprün­ge des Os­ter­fes­tes. germanblogs.de (04/2017).

Bild von Osterhase mit Maus und Marienkäfer im Heu. Foto von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinSeit­dem gibt es kein Ge­mäl­de von der heid­ni­schen Göt­tin, auf dem nicht auch min­des­tens ein Hase mit ab­ge­bil­det ist. Doch auch ab­seits die­ser Ge­schich­te spiel­ten die lus­ti­gen Lang­oh­ren für den Men­schen zur Früh­lings­zeit schon im­mer eine be­deu­ten­de Rol­le. Auf­grund ih­rer ho­hen Fer­ti­li­täts­ra­te wa­ren Ha­sen näm­lich seit je­her Frucht­bar­keits­sym­bo­le, die für das neue Le­ben stan­den.

The Eas­ter bun­ny has its ori­gin in pre-Christian fer­ti­li­ty lore. The Hare and the Rab­bit were the most fer­ti­le ani­mals known and they ser­ved as sym­bols of the new life du­ring the Spring sea­son.

Aus­tra­li­an Me­dia Ltd.: Eas­ter Tra­di­ti­ons. easterbunnys.net (04/2017).

Bildcollage von dreidimensionalem Pappmaché Hasen. Erstellt von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Wuss­ten Sie, dass nicht je­der Hase die Eig­nung zum Os­ter­ha­sen be­sitzt? Zum Bei­spiel wird da­von aus­ge­gan­gen, dass aus­schließ­lich Ramm­ler den Os­ter­ha­sen­be­ruf er­ler­nen dür­fen. Dies geht auf meh­re­re Au­gen­zeu­gen­be­rich­te zu­rück, in de­nen be­stä­tigt wird, dass die Ei­er­bo­ten bei der Ar­beit eine Flie­ge um den Hals tra­gen.

A poll of my Twit­ter fol­lo­wers reve­als that 81% of the peo­p­le who re­pli­ed be­lie­ve the Eas­ter Bun­ny to be male, ba­sed most­ly on de­pic­tions whe­re it’s wea­ring a bow­tie.

So­ni­ak, Matt: Whe­re Did The Eas­ter Bun­ny Come From? mentalfloss.com (04/2017).

Au­ßer­dem ist heu­te noch un­klar, wo die Eier des Os­ter­ha­sen her­kom­men. Geht man nach den Ge­brü­dern Grimm, muss der Hase die Os­ter­ei­er am Os­ter­sonn­tag an Ort und Stel­le selbst le­gen.

os­ter­ha­se, m. hase, der nach dem kin­der­glau­ben die os­ter­ei­er legt.

Deut­sches Wör­ter­buch von Ja­cob und Wil­helm Grimm. 16 Bde. in 32 Teil­bän­den. Leip­zig 1854 - 1961. Quel­len­ver­zeich­nis Leip­zig 1971. woerterbuchnetz.de (PDF) (04/2017).

Bild von einem aus Papier gebastelten Osterhasen, der mit seiner Kiepe durch den Wald läuft. Foto von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinEin männ­li­ches Säu­ge­tier, das bun­te Eier legt? Wenn dies eine wei­te­re Vor­aus­set­zung da­für wäre, um Os­ter­ha­se zu wer­den, wür­den wohl je­des Jahr vie­le Os­ter­nes­ter auf der Welt leer blei­ben. Doch wo­her kommt ei­gent­lich die­ser Irr­glau­be? Es wa­ren wohl ame­ri­ka­ni­sche Ma­ler mit deut­schen Wur­zeln, die im 18. Jahr­hun­dert den Os­ter­ha­sen Eier le­gen lie­ßen. Der Grund da­für war, dass die Künst­ler nicht wuss­ten, wie sie ei­nen Ha­sen dar­stel­len sol­len, der ei­nen Korb mit Ei­ern trägt.

One of the pro­blems that the ear­ly penn­syl­va­ni­an ger­man ar­tists had, was how do you de­pict a hare, car­ry­ing a bas­ket of eggs.

CBS Sun­day Mor­ning: The real sto­ry of the Eas­ter Bun­ny. youtube.com (04/2017).

Picture of the Easter bunny who is running through the Bavarian forest and delivering Easter eggs. Crafted by Veronika Vetter Bavarian Fine ArtistZu­sam­men­fas­send lässt sich also sa­gen, dass Os­ter­ha­sen be­son­ders star­ke männ­li­che Ha­sen mit Flie­ge sind, die ei­nen Korb mit Os­ter­ei­ern auf dem Rü­cken tra­gen. Hin­ge­gen wei­ter­hin un­er­forscht ist, war­um die­ser Tier­be­ruf über­haupt ent­stand und wo­her die gan­zen Os­ter­ei­er kom­men. Au­ßer­dem ist völ­lig un­klar, ob die Ha­sen für ihre Ar­beit ent­lohnt wer­den. Auf Grund­la­ge die­ser In­for­ma­tio­nen habe ich ei­nen Os­ter­ha­sen für eine voll­stän­di­ge Os­ter­de­ko aus Pa­pier ge­bas­telt.

Wie alle Mo­ti­ve die­ser Bas­tel­se­rie passt auch mein Pa­pier­ha­se per­fekt zum Früh­ling. Beim Kre­ieren der Fi­gur be­rück­sich­tig­te ich je­doch, dass Os­ter­ha­sen kei­nen bi­bli­schen Be­zug ha­ben. Aus die­sem Grund wirkt mein Lang­ohr eher de­zent und na­tur­nah. Da­durch kann der Kunst­ha­se auf­grund sei­ner sym­bo­li­schen Tra­di­ti­on den­noch pro­blem­los ein Teil ei­nes re­li­giö­sen Os­ter­ar­ran­ge­ments sein.

Picture of two Easter bunnies who are sitting in the hay. Created by Veronika Vetter Bavarian Fine Artist

Mein selbst ge­bas­tel­ter Os­ter­ha­se ist 12 Zen­ti­me­ter hoch und hat eine aus Pa­pier nach­emp­fun­de­ne Kie­pe auf dem Rü­cken. Auf­grund der Wat­te und der ein­ge­setz­ten Papp­ma­ché Tech­nik ver­fügt die Os­ter­de­ko über eine ein­zig­ar­ti­ge Hap­tik. In der fol­gen­den Bild­an­lei­tung sage ich Ih­nen nun, wie ich das knuf­fi­ge Häs­chen ge­bas­telt habe.

Bastelanleitung für Osterhase

Auf­grund der bes­se­ren Über­sicht habe ich mich da­für ent­schie­den, die An­lei­tung auf­zu­tei­len. Des­halb er­klä­re ich zu­erst nur, wie ich die Ha­sen­fi­gur mo­del­liert habe.

Bild von gewöhnlichem Zeitungspapier aus Bayern für die Pappmaché TechnikFür die be­son­de­re Papp­ma­ché Tech­nik ver­wen­de­te ich ganz ge­wöhn­li­ches Zei­tungs­pa­pier, Kleis­ter und Mo­del­lier­pas­te. Des Wei­te­ren ist ein kur­zer Koch­vor­gang von­nö­ten, wes­halb ich eben­falls ei­nen Koch­topf und ein Sieb zur Hil­fe nahm. Um das Häs­chen schön zu ver­zie­ren, ka­men au­ßer­dem ver­schie­de­ne Acryl­far­ben und han­dels­üb­li­che wei­ße Wat­te zum Ein­satz. Die Ha­sen­au­gen habe ich aus Fimo Mo­del­lier­mas­se an­ge­fer­tigt, Sie könn­ten da­für al­ler­dings auch schwar­ze Knöp­fe neh­men.

  • Au­ßer­dem soll­ten Sie sich eine Sche­re, ei­ni­ge Dot­ting­tools und viel flüs­si­gen Kle­ber als Bas­tel­werk­zeu­ge zu­recht­le­gen.

Im ers­ten Bas­tel­schritt nahm ich ei­nen Koch­topf zur Hand, der über ein Fas­sungs­ver­mö­gen von drei Li­tern ver­füg­te, und füll­te die­sen mit Zei­tungs­pa­pier­schnip­seln auf.

Collage mit Anleitungsschritten: Zeitungspapier für Pappmaché Technik kochen. Bild von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Di­rekt im An­schluss gab ich so viel kla­res Was­ser in den Topf, bis das Pa­pier dar­in schwim­men konn­te.

  • Dar­auf­hin brach­te ich das Was­ser zum Ko­chen. Hin­weis: Durch die­sen Vor­gang wird das Zei­tungs­pa­pier nicht nur ge­schmei­dig weich, son­dern es ver­liert au­ßer­dem die Farb­pig­men­te.

Nach we­ni­gen Mi­nu­ten schüt­te­te ich das hei­ße Was­ser über ein Sieb ab und ließ den Fa­ser­brei erst ein­mal ab­trop­fen.

Bild von leckerem gekochtem Zeitungspapier für PapierliebhaberAls die Mas­se ab­ge­kühlt war, drück­te ich mit mei­nen Hän­den kräf­tig das Rest­was­ser aus dem Brei. Da­nach leg­te ich das aus­ge­koch­te Pa­pier vor mich auf mei­ne Ar­beits­flä­che. Nun gab ich ei­nen Ess­löf­fel des Kleis­ter­pul­vers über den Pa­pier­hau­fen und ver­meng­te dar­auf­fol­gend die bei­den Kom­po­nen­ten mit­ein­an­der. So­bald mein Pa­pier­teig beim Kne­ten nicht mehr aus­ein­an­der­fiel, hat­te er die rich­ti­ge Kon­sis­tenz für die Wei­ter­be­ar­bei­tung.

Tipp: Sie sind nach die­sen Bas­tel­schrit­ten be­reits völ­lig er­schöpft und be­nö­ti­gen eine Pau­se? Dann ge­ben Sie den Pa­pier­teig in ei­nen Ge­frier­beu­tel und le­gen Sie das Gan­ze in den Kühl­schrank. Mein Selbst­test er­gab, dass die Mas­se so bis zu fünf Tage lang auf­be­wahrt wer­den kann.

Collage mit Anleitungsschritten: Gekochtes Zeitungspapier zu einem Teig kneten

Im nächs­ten Schritt form­te ich mir aus dem Pa­pier­teig ei­nen Ke­gel für den Kör­per und eine ova­le Ku­gel für den Kopf.

Dar­auf­hin bau­te ich mei­nen Papp­ma­ché Ha­sen zu­sam­men. Ich ging da­bei ge­nau so wie ein Kind vor, wel­ches am Strand sitzt und aus nas­sem Sand eine Burg baut. Ne­ben den Pfo­ten und dem Schwänz­chen be­kam mein Häs­chen na­tür­lich auch zwei gleich­lan­ge Oh­ren. Als ich mei­ne Fi­gur fer­tig­ge­stellt hat­te, muss­te die­se hart wer­den. Ei­nen mei­ner Pa­pier­ha­sen ließ ich des­halb bei Zim­mer­tem­pe­ra­tur trock­nen und stell­te da­bei fest, dass die­ser Vor­gang fünf Tage in An­spruch nahm.

  • Hin­weis: Ei­nen an­de­ren Ha­sen gab ich wie­der­um bei 80 Grad Cel­si­us in den Back­ofen. Mit die­ser Me­tho­de konn­te ich be­reits nach vier Stun­den mit der Os­ter­de­ko wei­ter­ar­bei­ten.

Der Osterhase erhält sein Frühlingsfell

Als die Fi­gur aus­ge­här­tet war, be­strich ich sie kom­plett mit Mo­del­lier­pas­te. Dar­auf­hin stell­te ich den da­durch weiß ko­lo­rier­ten und ge­eb­ne­ten Ha­sen bei Zim­mer­tem­pe­ra­tur für eine Stun­de zum Trock­nen.

Collage mit Anleitungsschritten: Weiches Fell auf selbst gebastelten Osterhasen kleben. Idee von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

So­bald die Mo­del­lier­pas­te fest war, be­mal­te ich das Lang­ohr voll­stän­dig mit brau­nen Acryl­far­ben. Alle Stel­len, die an ei­nem Ha­sen weiß sind, spar­te ich da­bei al­ler­dings aus.

  • Ich ließ die feuch­te Far­be eine Stun­de lang trock­nen und ver­klei­de­te da­nach das wei­ße Ge­sicht, den Bauch und das Schwänz­chen mit han­dels­üb­li­cher Wat­te.

Bild von dem braunen Auge eines OsterhasenFür die bei­den Au­gen an den Sei­ten des Kop­fes fer­tig­te ich mir im An­schluss zwei Halb­ku­geln aus schwar­zer Fimo Mo­del­lier­mas­se an. Nach­dem die­se ge­ba­cken wa­ren, kleb­te ich die bei­den Knopf­au­gen mit viel flüs­si­gem Kle­ber auf die Wat­te. Gleich da­nach mal­te ich auf bei­den Sei­ten die Re­gen­bo­gen­haut samt Pu­pil­le mit­hil­fe von Acryl­far­ben auf. Hin­weis: Au­ßer­dem ak­zen­tu­ier­te ich noch die Spit­ze der Pföt­chen mit schwar­zer Far­be. Nach die­sem letz­ten Fein­schliff war mein flau­schi­ges Zei­tungs­pa­pier­häs­chen fer­tig­ge­stellt.

Kernige Hasenmänner tragen Rucksack bei der Arbeit

Zum Bas­teln der ge­räu­mi­gen Kie­pe in Wei­den­ru­ten­op­tik ver­wen­de­te ich gel­bes und hell­brau­nes Ton­pa­pier. Als Bas­tel­werk­zeu­ge soll­ten Sie sich zu­dem eine Sche­re, ei­nen wei­ßen Kle­ber auf Was­ser­ba­sis, ein Falz­beil samt Li­ne­al, ei­nen ge­wöhn­li­chen Bas­tel­kle­ber, Acryl­far­ben und mei­ne DIN A4 Bas­tel­scha­blo­ne zu­recht­le­gen.

Collage mit Anleitungsschritten: Geräumige Kiepe aus Papier basteln

Zu­al­ler­erst fer­tig­te ich sämt­li­che Ele­men­te der Scha­blo­ne ein­mal aus gel­bem und ein­mal aus hell­brau­nem Ton­pa­pier an. Di­rekt im An­schluss kleb­te ich die iden­ti­schen Ein­zel­tei­le so zu­sam­men, dass die gel­be Sei­te nach au­ßen zeig­te.

  • Nach­dem ich die Knick- und Kle­be­l­i­ni­en ge­falzt hat­te, setz­te ich den Korb Stück für Stück zu­sam­men.
  • Nun gab ich ei­nen Trop­fen flüs­si­gen Kle­ber auf die äu­ße­re Rü­cken­sei­te des Ruck­sacks und kleb­te die­sen ober­halb der Ha­sen­blu­me fest.

Bild von Hasenfigur, die einen gelben Rucksack trägt

Als Nächs­tes brach­te ich die Tra­ge­gur­te an. Dazu führ­te ich erst ei­nen Gurt um eine Vor­der­pfo­te. Tipp: Da­mit die Tra­ge­gur­te eng am Ha­sen­kör­per an­lie­gen, knick­te ich die­se auf dem Weg zum Korb ins­ge­samt drei­mal. Im An­schluss kleb­te ich die bei­den Gur­ten­den an der Korbau­ßen­sei­te fest. Dar­auf­fol­gend wie­der­hol­te ich die vor­an­ge­gan­ge­nen Schrit­te mit dem zwei­ten Gurt, so­dass mein Häs­chen den Ruck­sack auch ohne Kle­ber mit den Schul­tern tra­gen konn­te.

Zu gu­ter Letzt sorg­te ich für die Wei­den­ru­ten­op­tik. Dazu fer­tig­te ich mir zu­nächst ein­mal vie­le dün­ne Strei­fen aus gel­bem Ton­pa­pier an.

Collage mit Anleitungsschritten: Weidenrutenmuster aus Papier auf einer selbst gebastelten Kiepe erzeugen. Idee von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Di­rekt im An­schluss be­netz­te ich die ge­sam­te Au­ßen­sei­te des Korbs mit wei­ßem Kle­ber auf Was­ser­ba­sis.

  • Dar­auf­fol­gend leg­te ich mit­hil­fe der Pa­pier­strei­fen ein Ka­ro­mus­ter auf die kleb­ri­ge Korbau­ßen­sei­te.
  • An­schlie­ßend be­strich ich auch das Mus­ter mit dem wei­ßen Kle­ber und ließ das Gan­ze für 30 Mi­nu­ten trock­nen.

Ganz zum Schluss be­mal­te ich den kom­plet­ten Ruck­sack mit gel­ber Acryl­far­be. Für ei­nen ver­we­ge­nen Look zog ich au­ßer­dem noch brau­ne Strei­fen ein. Nach die­ser Ko­lo­ra­ti­on hat­te ich mei­ne Os­ter­ha­sen­fi­gur mit Kie­pe end­gül­tig fer­tig­ge­stellt.

Fazit: Deutsche lieben Osterhasen aus Schokolade

Bild von ausgestopften Hasen im Stroh. Bayerische Handwerkskunst von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinWenn Sie mei­nen Os­ter­ha­sen mit­hil­fe die­ser au­ßer­ge­wöhn­li­chen Papp­ma­ché Tech­nik nach­bas­teln möch­ten, dann müs­sen Sie nicht mit ge­stal­te­ri­schem Ta­lent ge­seg­net sein. Was Sie vor al­lem brau­chen, ist Zeit. Selbst wenn Sie den Trock­nungs­pro­zess mit Ih­rem Back­ofen be­schleu­ni­gen, dür­fen Sie gut und ger­ne zwei vol­le Tage ein­pla­nen, bis solch ein Os­ter­ha­se ein Teil Ih­rer voll­stän­di­gen Os­ter­de­ko sein kann. An mei­nen Pa­pier­häs­chen ge­fal­len mir vor al­lem die zum An­fas­sen ein­la­den­de Fell­op­tik und das hohe Ge­wicht. Durch den kom­pri­mier­ten Pa­pier­brei wie­gen mei­ne Os­ter­ha­sen je­weils 800 Gramm und sind so­mit eine be­son­ders sta­bi­le De­ko­ra­ti­on.

Bei der jahr­hun­der­te­lan­gen Ha­sen­ver­eh­rung im deutsch­spra­chi­gen Raum fra­ge ich mich, war­um der Ad­ler das Wap­pen­tier der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land ist. Der Ha­sen­kult wur­de üb­ri­gens wei­ter­ver­erbt, denn nir­gend­wo auf der Welt wer­den pro Kopf mehr Scho­ko­la­den­os­ter­ha­sen ver­speist als hier­zu­lan­de. Kein Wun­der, denn wer hat’s er­fun­den?

Smit­h­so­ni­an ma­ga­zi­ne re­ports that the cho­co­la­te bun­ny has exis­ted sin­ce the 19th cen­tu­ry when it was in­iti­al­ly crea­ted in Ger­ma­ny.

J. Tavi: A Histo­ry of Cho­co­la­te Bun­nies. foodimentary.com (04/2017).

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Nir­gend­wo auf der Welt wird so ger­ne kom­bi­niert wie in den deutsch­spra­chi­gen Län­dern. Erst kom­men die Nach­rich­ten und da­nach gilt es, dem Tat­ort­kom­mis­sar beim Lö­sen der Mord­se­rie zu hel­fen. Liegt der Fall dann bei den Ak­ten, geht nach Sen­de­schluss be­stimmt nicht nur die Mimi ohne Kri­mi nie ins Bett. Die Bri­ten, Ita­lie­ner und Spa­ni­er in Ame­ri­ka staun­ten Ende des 17. Jahr­hun­derts des­halb nicht schlecht, als die Kin­der der deutsch­spra­chi­gen Ein­wan­de­rer am Os­ter­sonn­tag de­tek­ti­visch ihre Os­ter­nes­ter such­ten. Als nach fo­ren­si­scher Ana­ly­se der Fund­stel­le wie­der ein­mal her­aus­kam, dass der „Osch­ter Haws” zu­ge­schla­gen hat­te, über­dach­te be­stimmt so man­cher Be­ob­ach­ter des Trei­bens noch ein­mal sei­ne Aus­wan­de­rung in die Neue Welt.

Ac­cor­ding to some sources, the Eas­ter bun­ny first ar­ri­ved in Ame­ri­ca in the 1700s with Ger­man im­mi­grants who sett­led in Penn­syl­va­nia and trans­por­ted their tra­di­ti­on of an egg-laying hare cal­led “Os­ter­ha­se” or “Osch­ter Haws.”

A+E: EASTER BUNNY. history.com (03/2017).

Bild von selbst gebasteltem Osternest aus Papier mit Schmetterlingen. Angefertigt von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinHin­ge­gen ist es nicht nö­tig Der­rick zu kon­sul­tie­ren, wenn Sie her­aus­fin­den möch­ten, war­um das Os­ter­nest zwin­gend zu ei­ner voll­stän­di­gen Os­ter­de­ko ge­hört. Das Nest hängt im wei­te­ren Sin­ne mit der heid­ni­schen Früh­lings­göt­tin Ost­ara (eng­lisch East­re) zu­sam­men. Ihr wur­den vor der Chris­tia­ni­sie­rung in der Zeit des Pas­sah­fests Op­fer ge­bracht, wes­halb die An­gel­sach­sen selbst im 8. Jahr­hun­dert die Ge­schich­te um die Auf­er­ste­hung Chris­ti noch mit die­sem für sie ge­wohn­ten Na­men um­schrie­ben.

By the eighth cen­tu­ry Anglo–Saxons had ad­opted the name to de­si­gna­te the ce­le­bra­ti­on of Christ’s re­sur­rec­tion.

Hol­lo­way, April: The An­ci­ent Pa­gan Ori­g­ins of Eas­ter. ancient-origins.net (03/2017).

Die Na­mens­ge­be­rin un­se­res Os­ter­fests wird in der Kunst ger­ne zu­sam­men mit Ha­sen dar­ge­stellt. Kein Wun­der, schließ­lich gel­ten pos­sier­li­che Fell­na­sen als be­son­ders frucht­ba­re Tie­re und sind so­mit per­fek­te Sym­bo­le für den Früh­ling.

The Eas­ter bun­ny has its ori­gin in pre-Christian fer­ti­li­ty lore. The Hare and the Rab­bit were the most fer­ti­le ani­mals known and they ser­ved as sym­bols of the new life du­ring the Spring sea­son.

Aus­tra­li­an Me­dia Ltd.: Eas­ter Tra­di­ti­ons. easterbunnys.net (03/2017).

Collage mit Osternest aus Zeitungspapier und Ostereiern. Nest und Küken arrangiert von Fine Art Künstlerin Veronika Vetter

Wäh­rend­des­sen Feld­ha­sen ihre Jun­gen in Gras­mul­den ver­ste­cken, be­gin­nen weib­li­che Ka­nin­chen, kurz be­vor sie wer­fen mit dem Nest­bau. Die träch­ti­ge Ka­nin­chen­da­me läuft da­bei auf­merk­sam durch ihr Re­vier und sam­melt al­ler­hand Bau­ma­te­ri­al zu­sam­men. Auf­grund des­sen, dass die Lang­oh­ren vier- bis fünf­mal im Jahr Jun­ge be­kom­men, sind die­se zur Os­ter­zeit ga­ran­tiert schwan­ger. Viel­leicht ahm­ten die Men­schen Mit­tel­eu­ro­pas also ein­fach nur das Ver­hal­ten der flau­schi­gen Frucht­bar­keits­sym­bo­le nach, als sie den Os­ter­nest­brauch star­te­ten.

This is a vi­deo of a ra­ther tame wild rab­bit ma­king a nest from start to fi­nish in about an hour: Dig­ging the hole, smoot­hing out the loo­se dirt, gathe­ring grass for the nest, and pack­ing it into the hole.

MyMusic2Die4: Eas­tern Cot­ton­tail Wild Rab­bit Bun­ny Buil­ding A Nest. youtube.com (03/2017).

Bild von geflochtenem Papierosternest mit grünem Ostergras und dem GWS2.de Maskottchen Gustl. Gebastelt von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinDas Os­ter­nest ge­hört nicht nur we­gen des Früh­lings­be­zugs zu ei­ner voll­stän­di­gen Os­ter­de­ko, son­dern hält auch re­li­giö­sen An­for­de­run­gen stand. Der Ge­schich­te nach durf­te Je­sus Chris­tus dank des Jün­gers Jo­sef von Ari­mat­häa in ei­nem Stein­fel­sen be­stat­tet wer­den. Das Grab wur­de al­ler­dings ver­sie­gelt und drei Tage lang von den Sol­da­ten des Statt­hal­ters Pi­la­tus be­wacht. Dies war not­wen­dig, da Je­sus zu Leb­zei­ten pro­phe­zeit hat­te, dass er nach drei Ta­gen von den To­ten wie­der­auf­er­ste­hen wür­de.

Dar­um be­fiehl, daß man das Grab ver­wah­re bis an den drit­ten Tag, auf daß nicht sei­ne Jün­ger kom­men und steh­len ihn und sa­gen dem Volk: Er ist auf­er­stan­den von den To­ten, und wer­de der letz­te Be­trug är­ger denn der ers­te.

Mat­thä­us 27,64: Die Be­wa­chung des Gra­bes. bibel-online.net (03/2017).

Bild von zwei Osternestern (Zeitungspapier flechten) mit farbigen Ostereiern. Angefertigt von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinAm Mor­gen des Os­ter­mon­tags mach­te sich Ma­ria Mag­da­le­na mit an­de­ren Frau­en auf den Weg zur Grab­höh­le, um den Ge­kreu­zig­ten zu sal­ben. Nach ei­ner an­schau­li­chen Le­gen­de, die von den Evan­ge­li­en ab­weicht, soll sie ei­nen Korb mit ge­koch­ten Ei­ern da­bei ge­habt ha­ben, um die­se als Trost­spen­der mit den an­de­ren Trau­ern­den zu tei­len. An­ge­kom­men an der Höh­le, stell­te die Chris­tin je­doch mit Ent­set­zen fest, dass das Grab be­reits ge­öff­net und der Leich­nam von Je­sus nicht mehr da war. Dar­auf­hin sol­len sich plötz­lich die wei­ßen Eier in Ma­ri­as Körb­chen in ei­nen bril­lan­ten Rot­ton ver­färbt ha­ben.

She car­ri­ed a bas­ket of coo­ked eggs to share with the other wo­men who would be mour­ning at the tomb. When she ar­ri­ved to find the stone rol­led away from the ent­rance and the tomb emp­ty, the eggs in her bas­ket tur­ned a bril­li­ant sha­de of red.

Boett­cher, Kait­lyn: 5 Theo­ries About Why We Dye Eggs for Eas­ter. mentalfloss.com (03/2016).

Wie Sie se­hen, bin ich den Spu­ren des Os­ter­nests ge­folgt und habe für Sie kom­bi­niert, war­um eine sol­che De­ko­ra­ti­on zu ei­nem voll­stän­di­gen Os­ter­ar­ran­ge­ment da­zu­ge­hört.

Picture of homemade Easter basket with colorful Easter eggs. Crafted by Veronika Vetter German Fine Artist

Da­mit Sie ein ein­la­den­des Nest für Ihre schmack­haf­ten Os­ter­ei­er ha­ben, zei­ge ich Ih­nen in der fol­gen­den Bas­tel­an­lei­tung, wie Sie ein ei­ge­nes Os­ter­nest aus Zei­tungs­pa­pier flech­ten. Mein klei­nes Körb­chen ist 17 Zen­ti­me­ter lang, 12 Zen­ti­me­ter breit und 11 Zen­ti­me­ter hoch. Es bie­tet da­mit aus­rei­chend Platz für sechs Hüh­ner­ei­er der Grö­ße L.

Bastelanleitung für Osternest aus Papier

Zum Bas­teln ei­nes Os­ter­nests ver­wen­de­te ich in ers­ter Li­nie Zei­tungs­pa­pier und Ton­kar­ton­res­te mit ei­ner Gram­ma­tur von min­des­tens 260 g/m². Au­ßer­dem ver­zier­te ich den ge­floch­te­nen Korb mit ei­nem Sa­tin­band und brau­ner Acryl­far­be. Als Bas­tel­werk­zeu­ge soll­ten Sie sich zu­dem eine Sche­re, ein Falz­beil samt Li­ne­al, viel flüs­si­gen Kle­ber, ei­nen Zahn­sto­cher, ei­ni­ge Wä­sche­klam­mern und mei­ne DIN A4 Bas­tel­scha­blo­nen (#1 / #2) zu­recht­le­gen.

Collage mit Anleitungsschritten: 80 Zeitungspapierröllchen zum Flechten eines Osternests vorbereiten

Zu­al­ler­erst be­rei­te­te ich das Flecht­werk vor, in­dem ich 80 gleich­gro­ße Röll­chen aus ge­wöhn­li­chem Zei­tungs­pa­pier dreh­te.

  • Dem­entspre­chend schnitt ich zu­nächst 80 Zei­tungs­sei­ten auf eine Län­ge von 18 Zen­ti­me­tern zu.
  • Dar­auf­hin nahm ich ei­nen Zahn­sto­cher und roll­te da­mit Pa­pier­sei­te für Pa­pier­sei­te zu je­weils ei­ner en­gen Rol­le auf.
  • So­bald ein Zei­tungs­pa­pier­röll­chen un­ge­fähr ei­nen Durch­mes­ser von vier Mil­li­me­tern hat­te, ver­kleb­te ich es mit sich selbst und ent­fern­te dar­auf­hin den Zahn­sto­cher.
  • Nach dem Kle­ben schnitt ich dann noch die En­den mei­ner dün­nen Stäb­chen ge­ra­de zu.

Ganz zum Schluss be­mal­te ich jede Zei­tungs­pa­pier­rol­le ein­mal kom­plett mit brau­ner Acryl­far­be.

Bild vom Osternestboden, der für das Flechtwerk vorbereitet wurde

Nach die­ser lang­wie­ri­gen Fleiß­ar­beit fer­tig­te ich die bei­den qua­dra­ti­schen Ele­men­te für den Os­ter­nest­bo­den von Scha­blo­ne #1 aus Ton­kar­ton an.

  • Da­nach leg­te ich den Mo­tiv­bo­den vor mich hin und kleb­te 20 mei­ner prä­pa­rier­ten Röll­chen an den Mar­kie­run­gen (sie­he Scha­blo­ne) fest.

Tipp: Da­mit die Zei­tungs­pa­pier­röll­chen bes­ser haf­te­ten, drück­te ich die run­den En­den, wel­che am Nest­bo­den fest­ge­klebt wer­den soll­ten, mit mei­nem Dau­men flach. Um die Röll­chen wei­ter zu fi­xie­ren, kleb­te ich di­rekt im An­schluss das zwei­te Ele­ment der Scha­blo­ne sym­me­trisch über die 20 Kle­be­stel­len. Be­vor ich mein Kon­strukt dar­auf­fol­gend zum Trock­nen leg­te, hef­te­te ich noch Wä­sche­klam­mern in die Zwi­schen­räu­me. Da­durch er­reich­te ich, dass die vie­len Be­stand­tei­le des Bo­dens fest mit­ein­an­der ver­schmol­zen.

Grundgerüst des Osternests gibt Form vor

Da­mit sich das Os­ter­nest leich­ter flech­ten ließ, muss­te ich erst ein sta­bi­les In­lay aus Ton­kar­ton bas­teln.

Collage mit Anleitungsschritten zum Basteln einer bunten Papierschale. Angefertigt von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Dazu kleb­te ich mir mit­hil­fe der drei Vor­la­gen von Scha­blo­ne #2 eine re­la­tiv simp­le Scha­le zu­sam­men. Hin­weis: Ich fer­tig­te das In­lay aus bun­ten Pa­pier­res­ten an, da es nach dem Flech­ten für das Mo­tiv kei­ne Rol­le mehr spielt.

Bild von Wäscheklammern, die das Flechtgerüst am Inlay befestigen

Im An­schluss nahm ich mei­nen vor­be­rei­te­ten Nest­bo­den zur Hand und ent­fern­te sämt­li­che Klam­mern. Gleich da­nach plat­zier­te ich die Scha­le auf dem ge­kleb­ten Pa­pier­bo­den. Nun bog ich ein brau­nes Röll­chen nach dem an­de­ren nach oben um und fi­xier­te es am In­lay­rand mit je­weils ei­ner Wä­sche­klam­mer. Wich­tig: Das Röll­chen vom Start­punkt ließ ich al­ler­dings wei­ter­hin nach au­ßen weg­ste­hen.

Runde für Runde - Korb aus Zeitungspapier flechten

Zum Flech­ten des Os­ter­nests nahm ich das Star­tröll­chen und leg­te es rechts über den ers­ten hoch­ste­hen­den Stre­ben.

Collage mit Anleitungsschritten: Korb aus Zeitungspapier flechten. Erstellt von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Da­nach führ­te ich das Röll­chen wei­ter rechts­her­um hin­ter die nächs­te Stre­be. Hin­weis: Im­mer wenn ich das Flech­tröll­chen hin­ter ei­nem senk­rech­ten Stab durch­führ­te, ent­fern­te ich zu­vor kurz­zei­tig die Wä­sche­klam­mer.

Ich wie­der­hol­te die Flecht­schrit­te nun so lan­ge, bis mein Star­tröll­chen fast kom­plett auf­ge­braucht war. An­schlie­ßend nahm ich ei­nes mei­ner be­reits vor­be­rei­te­ten brau­nen Zei­tungs­röll­chen und kleb­te die­ses als Ver­län­ge­rung an das Ende des Füh­rungs­röll­chens. Nach die­sem Prin­zip zog ich 13 Flecht­bah­nen ein, ehe ich meh­re­re Platz­hal­ter für das Sa­tin­band ein­bau­te.

Platzhalter für das Zierband und Handgriffe einbauen

Be­vor ich je­doch die Platz­hal­ter an­fer­ti­gen konn­te, ließ ich zu­nächst das letz­te Ende des Füh­rungs­röll­chens ver­schwin­den. Dazu führ­te ich das brau­ne Stäb­che­n­en­de erst hin­ter ei­ner Stre­be durch und kleb­te es dann un­ter das be­reits fer­tig­ge­stell­te Flecht­werk.

Collage mit Anleitungsschritten: Im Flechtwerk wird ein Platzhalter für ein Zierband eingebaut. Idee von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Im nächs­ten Schritt bas­tel­te ich mir 19 Ab­stand­hal­ter aus Ton­kar­ton. Dazu schnitt ich mir Strei­fen zu­recht, die sechs Zen­ti­me­ter lang und ei­nen Zen­ti­me­ter hoch wa­ren.

  • Dar­auf­hin be­fes­tig­te ich die Ab­stand­hal­ter an al­len senk­rech­ten Stre­ben so, dass die­se sich wie­der rück­stands­los ent­fer­nen lie­ßen.

Bild von drei eingezogenen Flechtwerkreihen über einem Platzhalter für ein SatinbandMein Os­ter­nest soll­te ober­halb des Sa­tin­bands noch über drei wei­te­re Rei­hen Flecht­werk ver­fü­gen. Ich nahm des­halb ei­nes mei­ner vor­be­rei­te­ten Röll­chen zur Hand und zog es er­neut am Start­punkt ein. Ich wie­der­hol­te dar­auf­hin die vor­an­ge­gan­ge­nen Flecht­schrit­te so lan­ge, bis die drei Rei­hen sau­ber auf den Ab­stand­hal­tern thron­ten. Fol­gend ließ ich auch hier das Ende des Füh­rungs­röll­chens ver­schwin­den und küm­mer­te mich di­rekt im An­schluss um den ge­schwun­ge­nen Korb­rand.

Collage mit Anleitungsschritten um einen Korbrand zu flechten. Umgedrehtes U Muster von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Im ers­ten Schritt ent­fern­te ich sämt­li­che Wä­sche­klam­mern. Da­nach nahm ich eine der nach oben ab­ste­hen­den Stre­ben in die Hand und bog die­se nach rechts un­ten um.

  • Gleich dar­auf führ­te ich das Röll­chen vor­ne an der Nach­bar­stre­be vor­bei und kleb­te es senk­recht nach un­ten bli­ckend zwi­schen zwei Quer­stre­ben fest.

Bild von einem braunen geflochtenen Papierkorb (Zeitungspapier)Was un­ten aus dem Flecht­werk her­aus­schau­te, schnitt ich kur­zer­hand mit ei­ner Sche­re ab. Die­se Schrit­te wie­der­hol­te ich mit sämt­li­chen senk­recht ab­ste­hen­den Zei­tungs­röll­chen, bis das Nest ei­nen kom­plett fla­chen Rand hat­te. Zu gu­ter Letzt ent­fern­te ich die Ab­stand­hal­ter und das In­lay. Ehe ich das ge­floch­te­ne Os­ter­nest nun für zwei Stun­den zum Trock­nen leg­te, be­mal­te ich die Au­ßen­sei­ten und die Un­ter­sei­te des Bo­dens kom­plett mit brau­ner Acryl­far­be.

Bild eines geflochtenen Papierhenkels an einem Osternest

Schließ­lich er­wei­ter­te ich das Flecht­werk mit zwei Hen­keln. Zum An­fer­ti­gen ei­nes Hand­griffs web­te ich drei mei­ner zu Be­ginn vor­be­rei­te­ten Zei­tungs­röll­chen zu ei­nem Zopf. Die­sen form­te ich an­schlie­ßend zu ei­nem Bo­gen. Als Nächs­tes fä­del­te ich die Röll­chen­en­den des klei­nen Tor­bo­gens in der Mit­te der kur­zen Nest­sei­te wild durch die Quer­stre­ben des Ran­des. Was am Ende über­stand, kleb­te ich so un­auf­fäl­lig wie mög­lich an der In­nen­sei­te des Flecht­werks fest. Nach die­sem Prin­zip brach­te ich auch den zwei­ten Hen­kel auf der ge­gen­über­lie­gen­den Korbsei­te an. Ganz zum Schluss zog ich nur noch ein früh­lings­haf­tes Sa­tin­band in den Platz­hal­ter ein und hat­te da­mit mein ge­floch­te­nes Os­ter­nest fer­tig­ge­stellt.

Fazit: Das Osternest sorgt für den Spaß zum Osterfest

Bild von einem Küken, welches mit Weidenkätzchen in einem selbst gebastelten Osternest liegt. Lustige Osterdeko erstellt von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinDas aus Zei­tungs­pa­pier­röll­chen ge­floch­te­ne Os­ter­nest ist prin­zi­pi­ell ein sehr ein­fa­ches Bas­tel­mo­tiv. Durch die vie­len Ein­zel­tei­le nimmt das Bas­teln al­ler­dings ex­trem viel Zeit in An­spruch. Zum An­fer­ti­gen ei­nes Ex­em­plars be­nö­tig­te ich un­ge­fähr ei­nen gan­zen Ar­beits­tag. Die Sta­bi­li­tät des Pa­pier­nests ist da­für ein­ma­lig. Ge­ne­rell ist die Qua­li­tät bes­ser, als die von Wei­den­ru­ten­nes­tern aus dem Su­per­markt. Wenn Sie das Zei­tungs­pa­pier vor dem Ein­zie­hen des Sa­tin­bands mit Acryl­lack be­sprü­hen, hält es selbst leich­tem Re­gen stand.

Schö­ne Nes­ter sind die Spaß­brin­ger ei­nes je­den Os­ter­fests. Denn nichts ist für klei­ne De­tek­ti­ve auf­re­gen­der, als die hin­ter­las­se­nen Spu­ren des Os­ter­ha­sen zu si­chern.

[...] mei­ne Toch­ter darf su­chen ge­hen. Für sie hat der Os­ter­ha­se die Eier ver­steckt und auch sein Körb­chen zum Ein­sam­meln ver­ges­sen.

ida-calotta: Os­ter­ei­er su­chen - Wie macht Ihr das? urbia.de (03/2017).

Der Se­ri­en­tä­ter, der je­des Jahr am Os­ter­sonn­tag zu­schlägt, ist nicht nur äu­ßerst ver­gess­lich, son­dern auch sehr schnell. Des­halb gibt es nur un­schar­fe Phan­tom­bil­der von ihm. Falls Sie wis­sen möch­ten, wie der Os­ter­ha­se mei­ner Vor­stel­lung nach in ei­nem per­fek­ten Os­ter­ar­ran­ge­ment aus­sieht, dann freu­en Sie sich auf die nächs­te Bas­tel­an­lei­tung.

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