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Tulpen basteln

Ro­sen sind ohne Zwei­fel der Klas­sen­pri­mus un­ter den Blu­mensor­ten. Auf­grund der un­miss­ver­ständ­li­chen Aus­sa­ge­kraft sind die­se Schnitt­blu­men vor al­lem als Va­len­tins­tags­ge­schenk aber auch zum Mut­ter­tag bei den meis­ten Schen­ken­den die ers­te Wahl. Den drit­ten Platz im Ran­king der be­lieb­tes­ten Blu­men be­le­gen Tul­pen. Die­se Po­si­tio­nie­rung ist für die farb­in­ten­si­ven Li­li­en­ge­wäch­se fast schon ein Na­tur­ge­setz. Denn wäh­rend Nel­ken, Or­chi­de­en und Mar­ge­ri­ten je nach Um­fra­ge um den zwei­ten Platz kämp­fen, ist die Bron­ze­me­dail­le er­staun­li­cher­wei­se im­mer für Tul­pen re­ser­viert.

Rose is the most po­pu­lar flower in the world fol­lo­wed by other flowers such as Chry­san­the­m­ums, Tu­lips, [...].

Gad­wal, Aproov: Po­pu­lar Flowers. theflowerexpert.com (01/2017).

Bild eines Blumenstraußes mit bunten Tulpen aus Papier. Gebastelt von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinDie ers­ten Tul­pen ka­men im 16. Jahr­hun­dert von Is­tan­bul über Wien und Ams­ter­dam nach West­eu­ro­pa. Auf­grund ih­rer Schön­heit und Sel­ten­heit wur­den Tul­pen­gär­ten rasch zum Sta­tus­sym­bol der Bour­geoi­sie. An­fangs war es je­doch nicht mög­lich, Zwie­beln die­ser Blu­men käuf­lich zu er­wer­ben. Wer mit die­sen Pflan­zen sei­nen Gar­ten auf­hüb­schen woll­te, der muss­te dem­zu­fol­ge je­man­den ken­nen, der Tul­pen pri­vat kul­ti­vier­te und mit ei­nem tausch­te.

Die Nach­fra­ge nach den asia­ti­schen Im­port­blu­men wur­de im­mer grö­ßer, so­dass im Jah­re 1611 die Ams­ter­da­mer Bör­se ge­grün­det wur­de, an der Tul­pen­zwie­beln erst­ma­lig ge­han­delt wer­den konn­ten.

Tu­lips were first in­tro­du­ced to Eu­ro­pe from Tur­key when a sul­tan sent bulbs and seeds to Vi­en­na. Short­ly af­ter 1554, the­se seeds were sent to Ams­ter­dam, whe­re their po­pu­la­ri­ty be­gan to rise.

Co­lom­bo, Jes­se: The Dutch “Tu­lip Ma­nia” Bub­b­le. thebubblebubble.com (01/2017).

Auf­grund des knap­pen An­ge­bots stieg der Preis für eine Tul­pen­zwie­bel im­mer wei­ter. Bald dar­auf war es so­gar mög­lich Op­ti­ons­schei­ne für klei­ne Toch­ter­zwie­beln zu er­wer­ben, die noch in der Erde reif­ten.

Bald wer­den die Tul­pen­zwie­beln zum rei­nen Spe­ku­la­ti­ons­ob­jekt. [...] So­mit kön­nen nun auch Op­tio­nen auf Tul­pen­zwie­bel­an­tei­le ge­kauft wer­den.

Grandt, Mi­cha­el: Anno 1637: Tul­pen­zwie­beln lö­sen den ers­ten Bör­sen­crash aus! info.kopp-verlag.de (01/2017).

Collage mit farbenfrohen Papiertulpen und Sushi aus Modelliermasse. Angerichtet von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Im Jah­re 1633 be­gann die so­ge­nann­te Tul­pen­ma­nie, als im nie­der­län­di­schen Ho­orn ein Haus für nur drei Tul­pen­zwie­beln ver­kauft wur­de.

Picture of colorful paper tulips crafted by Veronika Vetter (DAoCFrEak) Fine Artist Zu je­ner Zeit wa­ren vor al­lem Sor­ten mit ge­mus­ter­ten Blü­ten­blät­tern meh­re­re tau­send Gul­den wert. Die­se Mond­prei­se ka­men al­ler­dings nur zu­stan­de, da selbst ein­fa­che Leu­te an­fin­gen, an der Bör­se mit den Ge­wäch­sen zu spe­ku­lie­ren. Im Früh­jahr 1637 wa­ren Tul­pen­zwie­beln dann so teu­er, dass kei­ner mehr be­reit war, die auf­ge­ru­fe­nen Prei­se zu be­zah­len. Die Bla­se platz­te und zer­stör­te die fi­nan­zi­el­le Exis­tenz et­li­cher nie­der­län­di­scher Fa­mi­li­en.

The crash came ear­ly in 1637, [...]. Al­most over­night the pri­ce struc­tu­re for tu­lips col­lap­sed, swee­ping away for­tu­nes and lea­ving be­hind fi­nan­ci­al ruin for many or­di­na­ry Dutch fa­mi­lies.

The Edi­tors of En­cy­clo­pæ­dia Bri­tan­ni­ca: Tu­lip Ma­nia. britannica.com (01/2017).

Auch heu­te noch spie­len die ge­schichts­träch­ti­gen Li­li­en­ge­wäch­se aus wirt­schaft­li­cher Sicht eine be­ach­tens­wer­te Rol­le. Al­lei­ne in den USA wer­den nur am Mut­ter­tag cir­ca 48 Mil­lio­nen US-Dollar für Tul­pen aus­ge­ge­ben.

Stems sold at who­le­sa­le: 142,592,000
Va­lue of sa­les: $48,733,000

Brown, Tina: Top-selling Flowers - 3, Tuilps. thedailybeast.com (01/2017).

Bild von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin, die einen Strauß Tulpen aus Papier trägt

Wuss­ten Sie, dass sich Tul­pen auch her­vor­ra­gend da­für eig­nen, um sei­ne Ge­füh­le für ei­nen Men­schen ex­akt aus­zu­drü­cken? Ein Strauß mit ro­sa­far­be­nen Tul­pen be­deu­tet: „Ich mag dich sehr!” Hin­ge­gen wer mit die­sen wohl­ge­form­ten Blu­men je­man­den um­gar­nen oder sei­ne Ver­eh­rung aus­drü­cken möch­te, der soll­te auf li­la­far­be­ne Ex­em­pla­re zu­rück­grei­fen. Dies liegt dar­an, dass die Far­be Pur­pur in Mon­ar­chi­en dem Hoch­adel vor­be­hal­ten war. Üb­ri­gens, rote Tul­pen ha­ben die­sel­be Aus­sa­ge wie rote Ro­sen, sind da­bei je­doch we­sent­lich zu­rück­hal­ten­der.

Eine Kom­po­nen­te, die dazu bei­ge­tra­gen hat, dass vor al­lem rote Ro­sen als sinn­lich und las­ter­haft gel­ten, sind his­to­ri­sche Ge­mäl­de über die grie­chi­sche Lie­bes­göt­tin Aphro­di­te (Ve­nus).

Vet­ter, Ve­ro­ni­ka: Rose bas­teln – zau­ber­haft zum Va­len­tins­tag. gws2.de (01/2017).

Bild von drei Tulpen aus Papier. Gebastelt von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Von al­len Blu­men ge­hö­ren Tul­pen auch zu mei­ner Top drei, wes­halb ich die­se mit viel Freu­de aus Pa­pier ge­bas­telt habe. Ein Ex­em­plar ist da­bei 27 Zen­ti­me­ter hoch und bis zu 8,5 Zen­ti­me­ter breit.

Tulpen aus Papier basteln

Bild von rosafarbenem Krepppapier, zum Basteln eines Blütenblattes einer PapiertulpeFür das Au­ßen­le­ben mei­ner Pa­pier­tul­pen ver­wen­de­te ich dün­nes Krepp­pa­pier in ver­schie­de­nen Far­ben. Der Stiel be­steht aus al­tem Zei­tungs­pa­pier, wel­ches ich mit Acryl­far­ben pas­send zur Blü­ten­far­be be­malt habe. Au­ßer­dem nahm ich zum Zu­sam­men­bin­den et­was Na­tur­bast zur Hil­fe. Als Werk­zeu­ge soll­ten Sie sich zu­dem eine schar­fe Sche­re und et­was flüs­si­gen Kle­ber zu­recht­le­gen.

Im ers­ten Schritt fer­tig­te ich die fünf Blü­ten­blät­ter der Tul­pe an. Dazu schnitt ich mir ei­nen Krepp­pa­pier­strei­fen zu­recht, der 20 Zen­ti­me­ter lang und 6 Zen­ti­me­ter breit war.

Collage mit Anleitungsschritten, um ein Tulpenblütenblatt aus Papier zu basteln. Erstellt von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Den Strei­fen fal­te­te ich ein­mal in der Mit­te, so­dass sich eine sau­be­re Knick­li­nie bil­de­te.

  • Als Nächs­tes brach­te ich das Pa­pier wie­der in sei­ne Ur­sprungs­form zu­rück und raff­te es so in der Mit­te, dass ein Zick­zack­mus­ter ent­stand.
  • Gleich dar­auf hielt ich eine Pa­pier­sei­te fest, wäh­rend ich die ge­gen­über­lie­gen­de Sei­te um 180 Grad wen­de­te.

Bild von fünf Blütenblättern aus Krepppapier zum Basteln einer Papiertulpe

Im An­schluss leg­te ich bei­de Hälf­ten sym­me­trisch auf­ein­an­der und drück­te das Pa­pier so zu­recht, dass es wie die ova­le Laf­fe ei­nes Löf­fels aus­sah. Nun muss­te ich an der of­fe­nen Sei­te der Löf­fel­schau­fel nur noch ei­nen klei­nen Stiel dre­hen, um mein ers­tes Blü­ten­blatt fer­tig­zu­stel­len. Nach die­sem Prin­zip bas­tel­te ich mir dar­auf­hin vier wei­te­re Ein­zel­stü­cke, um die Blü­te mei­ner Tul­pe voll­stän­dig zu­sam­men­bau­en zu kön­nen.

Blumenstiel ist aus altem Zeitungspapier

Bild vom Bemalen eines Zeitungspapierröllchens mit rosafarbener AcrylfarbeFür mei­nen kräf­ti­gen Blu­men­stiel schnitt ich mir ein Stück Zei­tungs­pa­pier so zu­recht, dass es da­nach 25 Zen­ti­me­ter lang und 35 Zen­ti­me­ter breit war. Da­nach nahm ich das dün­ne Pa­pier und roll­te es bis zu ei­nem Durch­mes­ser von 0,5 Zen­ti­me­tern auf. Die Zei­tungs­pa­pier­rol­le ver­kleb­te ich im An­schluss mit sich selbst und kürz­te sie zu­gleich auf eine Län­ge von 22 Zen­ti­me­tern.

Bild vom Anbringen eines Tulpenblütenblatts an einen Blumenstiel aus ZeitungspapierIm nächs­ten Schritt be­mal­te ich den Stiel mit ei­ner Acryl­far­be. Ich nahm da­bei im­mer die Far­be der Blü­te, da der Stiel aus man­chen Per­spek­ti­ven nach Ab­schluss des Mo­tivs zu se­hen ist. Tipp: Falls Sie kei­ne Acryl­far­ben be­sit­zen, kön­nen Sie ge­ge­be­nen­falls auch auf Was­ser­far­ben zu­rück­grei­fen. Den be­mal­ten Tul­pen­stiel ließ ich für 15 Mi­nu­ten trock­nen, ehe ich die ein­zel­nen Blü­ten­blät­ter an­brach­te.

Beim An­kle­ben der zar­ten Blü­ten­blät­ter ach­te­te ich dar­auf, dass ich nur die eng ge­dreh­ten Blü­ten­stie­le am Blu­men­stiel be­fes­tig­te. Au­ßer­dem durf­ten sich die klei­nen Blü­ten­stän­gel nicht über­lap­pen, son­dern muss­ten ak­ku­rat ne­ben­ein­an­der am Zei­tungs­röll­chen haf­ten. Als ich alle fünf Blät­ter an­ge­klebt hat­te, ver­kno­te­te ich das Gan­ze si­cher­heits­hal­ber noch mit ei­nem dün­nen Na­tur­bast­fa­den.

Ein saftiges Blatt wächst am grünen Tulpenstiel

Als op­tio­na­le De­ko­ra­ti­on ver­schö­ner­te ich mei­ne Tul­pen noch mit je­weils ei­nem Blatt, wel­ches eben­falls aus Krepp­pa­pier be­stand.

Collage mit Anleitungsschritten, um ein Stielblatt für eine Tulpe zu basteln

Für ein Sti­el­blatt schnitt ich mir zu­al­ler­erst ei­nen Krepp­pa­pier­strei­fen zu­recht, der 30 Zen­ti­me­ter lang und 4 Zen­ti­me­ter breit war.

  • Zu be­ginn hal­bier­te ich den Strei­fen, so­dass sich die Län­ge auf 15 Zen­ti­me­ter re­du­zier­te.
  • Da­nach leg­te ich das Pa­pier auch ho­ri­zon­tal zu­sam­men.
  • Im nächs­ten Schritt nahm ich dann den dop­pelt ge­fal­te­ten Strei­fen in die Hand und er­zeug­te durch hin und her kni­cken ein Wel­len­mus­ter. Zwi­schen je­der Wel­le war da­bei ein Ab­stand von ei­nem Zen­ti­me­ter.

Bild vom Einwickeln eines Papiertulpenstiels mit grünem KrepppapierZu gu­ter Letzt ent­fal­te­te ich die ho­ri­zon­ta­le Kni­ckung wie­der und roll­te ein Ende mei­nes Strei­fens zu ei­nem Pfeil. Das Sti­el­blatt war dar­auf­hin ein­satz­be­reit. Für die Ver­klei­dung des Stiels nahm ich grü­nes Krepp­pa­pier und wi­ckel­te da­mit die be­mal­te Zei­tungs­pa­pier­rol­le von der Blü­te be­gin­nend straff ein. Nach­dem ich das obe­re Drit­tel ein­ge­packt hat­te, leg­te ich die ecki­ge Rück­sei­te mei­nes Blat­tes an den Stiel und wi­ckel­te es mit­hil­fe des Krepp­pa­piers dar­an fest. Am Ende der Stan­ge an­ge­kom­men ver­kleb­te ich die grü­ne Pa­pier­ver­klei­dung mit sich selbst und hat­te da­mit eine wun­der­schö­ne Pa­pier­tul­pe fer­tig­ge­stellt.

Fazit: Schwarz für diejenigen, die dringend Liebe brauchen

Bild von schwarzer Tulpe, die geilen Sex bedeutet mit lüsternem Marienkäfer. Arrangiert von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinDie Tul­pe aus Pa­pier ist ein sehr ein­fa­ches Bas­tel­mo­tiv, wel­ches we­nig Ma­te­ri­al be­darf und so­mit auch für Men­schen ge­eig­net ist, die bis­her kei­ne Bas­tel­erfah­rung ha­ben. Zum An­fer­ti­gen ei­nes Ex­em­plars be­nö­tig­te ich nicht län­ger als 30 Mi­nu­ten. Wir wis­sen nun, dass die Tul­pe so et­was wie die ver­klemm­te Schwes­ter der Rose ist. Da stil­le Was­ser be­kannt­lich tief sind, bie­tet die Tul­pe al­ler­dings eine Far­be an, die selbst Ro­sen vor Scham er­rö­ten lässt. Schwar­ze Tul­pen ste­hen näm­lich für Lust und hem­mungs­lo­se Lei­den­schaft. Tipp: Gar­niert mit klei­nen Ma­ri­en­kä­fern lässt sich die­se Be­deu­tung noch ver­stär­ken.

Es liegt nur dar­an, dass sie sich di­rekt nach wo­chen­lan­ger Re­gungs­lo­sig­keit hem­mungs­los paa­ren kön­nen. Mit wem spielt eine un­ter­ge­ord­ne­te Rol­le, denn Ma­ri­en­kä­fer wech­seln in die­ser Pha­se oh­ne­hin alle zwei Tage den Part­ner.

Vet­ter, Ve­ro­ni­ka: Ma­ri­en­kä­fer bas­teln – drol­li­ge Deko für den Früh­ling. gws2.de (01/2017).

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Mein Name ist Ve­ro­ni­ka und ich bin frei­schaf­fen­de Fine Art Künst­le­rin aus dem Frei­staat Bay­ern. Um mei­ner Lei­den­schaft Aus­druck zu ver­lei­hen, be­trei­be ich seit 2011 die­se Web­sei­te und wir­ke in di­ver­sen YouTube-Kanälen mit. In mei­ner Frei­zeit lie­be ich ku­li­na­ri­sche Ge­nüs­se und bin im­mer für gute Bü­cher zu ha­ben. Zur Ent­span­nung pho­to­shop­pe ich ger­ne mit sü­ßen Tier­bil­dern und weiß fes­seln­de Online-Rollenspiele über­aus zu schät­zen. Ich freue mich sehr auf Ihre Kom­men­ta­re - Di­li­ge et quod vis fac!


Kategorie: Basteln

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