Jedes Jahr pünktlich zum ersten Advent öffnen die Weihnachtsmärkte ihre Pforten. Es ist noch gar nicht so lange her, da beruhigten diese andächtigen Handelsplätze für einige Wochen die aufgescheuchten Innenstädte wie Baldriantropfen. Aufgrund der vorangeschrittenen Digitalisierung sind die Stadtzentren kleiner und mittelgroßer Städte aber zwischenzeitlich wie leer gefegt. Dort wirken Christkindlmärkte mit ihren putzigen Verkaufsständen heutzutage wie Muntermacher, die einmal im Jahr wieder etwas Leben hinter die Stadtmauern bringen.
Es ist jedoch nicht das erste Mal, dass sich die Bedeutung der idyllischen Märkte verändert hat. Wer heute einen Weihnachtsmarkt besucht, der trifft sich mit Freunden oder Kollegen auf einen Glühwein im Freien bei sanfter christlicher Musik. Andere wiederum stöbern lieber durch die Angebote der Händler auf der Suche nach weihnachtlichem Tand. Hingegen wer im Jahre 1384 den wohl allerersten Weihnachtsmarkt im sächsischen Bautzen besuchte, der war auf der Jagd nach dem besten Stück Fleisch.
Die Geschichte des Bautzener Weihnachtsmarktes ist eine sehr alte. Bereits 1384 verlieh König Wenzel der Stadt Budissin das Recht zur Abhaltung eines freien Fleischmarktes. Vom St. Michaelstag an war es sonnabends jedem Fleischer erlaubt, [...].
Schultheis, Klaus: Weihnachtsmarkt in Bautzen: Der Bautzener Wenzelsmarkt. weihnachtsmarkt-bautzen.de (11/2016).
Vielleicht aufgrund der Tatsache, dass das kulturelle Zentrum der Sorben über 40 Jahre Teil der Deutschen Demokratischen Republik war und deshalb seither nicht mehr so für den Katholizismus steht wie im 14. Jahrhundert, möchten viele Quellen Bautzen diesen Ruhm nicht gönnen. Deshalb liest man oft, dass der erste Weihnachtsmarkt bereits im Jahre 1296 in Wien abgehalten wurde. Hierbei handelte es sich jedoch lediglich um ein 14-tägiges Kirchenfest, bei dem es um die Verlängerung der Stadtrechte ging. Der erste Christkindlmarkt in der späteren Kaiserstadt war wohl erst im 17. Jahrhundert.
The assumption that the first precursors of the Vienna Christmas market were already held more than 700 years ago does not hold true. Usually these assumptions refer to 1296, [...]. Since the 17th century bills are only fragmentary, it is not possible to know the exact date of the first Christmas markets.
Town Hall Vienna: Vienna Christmas Market - History. wien.gv.at (11/2016).
Wussten Sie, dass der weihnachtliche Geschenkeaustausch vor Martin Luther bereits am Nikolaustag stattfand? Die Nachahmer des Heiligen Nikolaus von Myra brachten bekanntlich im Spätmittelalter für die Kinder manchmal Äpfel und Nüsse, jedoch meistens nur die Rute. Erst als im 16. Jahrhundert das gütige Christkind am 24. Dezember selbst für kleine Rabauken immer ein richtiges Präsent bereithielt, wurden Christkindlmärkte zu dem, was sie heute sind.
Religious reformer Martin Luther played a major role in our current Christmas customs. Luther instituted new Christmas gift giving traditions. Before Luther, the exchange of Christmas presents took place on the Saint Days of St. Nicholas (December 6) [...].
Lord, Steve: History of German Christkindlmarket: Martin Luther’s Role in Christmas Customs. christkindlmarktleavenworth.com (11/2016).
Wie Sie sehen, sind Verkaufsstände die einzige Konstante auf Weihnachtsmärkten. Nicht einmal der große Christbaum kann dagegen aufwarten. Dieser wurde nämlich erst im Jahre 1605 ein Teil der Adventsdekoration.
Es war wohl im Jahre 1605 in Straßburg, welches zu jener Zeit noch zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation gehörte, als der erste Weihnachtsbaum geschmückt und damit diese schöne Tradition gestartet wurde.
Vetter, Veronika: Beleuchteter Weihnachtsbaum – Bastelanleitung. gws2.de (11/2016).
Selbst der Austragungsort hat sich verändert. Konnte man im Spätmittelalter noch eine Phiole Arsen darauf nehmen, den Weihnachtsmarkt um die größte Stadtkirche herum zu finden, ist selbst dies nicht mehr zwingend nötig. Vor allem in Metropolen sind die schmucken Adventsmärkte wild übers ganze Stadtbild verteilt. Dafür könnte ein Nürnberger Pfarrer verantwortlich sein, der sich im Jahre 1616 darüber beschwerte, dass seine Schäflein nicht in ausreichender Anzahl zur Nachmittagsmesse an Heiligabend erschienen sind. Schuld daran soll der Christkindlmarkt vor der Lorenzkirche gewesen sein, der die Gläubigen mit köstlichem Honigwein und Pfefferkuchen paralysierte.
Usually, the Christmas Markets were held around the city’s main church to attract church-goers. But they were so enticing that a priest in Nürnberg in 1616 complained that he could not hold the afternoon service on Christmas Eve.
Anonymous: The History of Christmas Markets. germany-christmas-markets.org.uk (11/2016).
Um meine Wertschätzung gegenüber den weihnachtlichen Holzhütten und ihren Pächtern zum Ausdruck zu bringen, habe ich einen Verkaufsstand aus Papier entworfen. Denn wer oder was schafft es sonst noch, seit Jahrhunderten vier Wochen lang einen ganzen Stadtbereich zu verzaubern?

Die verschneite Blockhütte ist 12,5 Zentimeter lang, 7,5 Zentimeter breit und 13,5 Zentimeter hoch. Die Maße kamen dadurch zustande, da ich wollte, dass eine Playmobilfigur mit ihren 7,2 Zentimetern bequem im Haus stehen kann.
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Bastelanleitung für Verkaufsstand
Als Baumaterial für meine verschneite Weihnachtshütte verwendete ich handelsübliches Tonpapier in vielen unterschiedlichen Farben. Für die Dekorationen und die rustikale Holzoptik kamen zudem Kunstschnee, ein weißer Bastelkleber auf Wasserbasis und diverse Acrylfarben zum Einsatz. Hingegen als Werkzeuge sollten Sie sich eine Schere, viel flüssigen Kleber, ein Falzbein samt Lineal, ein Bastelmesser und meine DIN A4 Bastelschablonen (#1 / #2 /#3 /#4 /#5 /#6 /#7 /#8 /#9) zurechtlegen.
Zuallererst bastelte ich den Hausboden von Schablone #1. Dazu fertigte ich das größere Element zweimal aus meinen Tonpapierfarben an und falzte gleich darauf die Knick- und Klebelinien. Das kleinere, quaderförmige Element ist lediglich eine Verstärkung des Bodens, die ich zwischen die anderen beiden Einzelteile klebte. Gleich darauf fertigte ich die Rückwand von Schablone #2 an.
Weihnachtshaus bekommt stabile Wände
Die großflächige Rückwand wie auch alle weiteren Wandelemente stellte ich zunächst wieder aus zwei identischen Tonpapierstücken her. Die Innenseite meines Verkaufshauses sollte dabei rosafarben und die Außenseite nikolausrot sein. Als ich das Bauteil verstärkt hatte, klebte ich die Rückwand direkt nach dem Falzen an der stabilen Bodenplatte fest.
Aus denselben Farben und nach dem gleichen Prinzip fertigte ich mir daraufhin zuerst die beiden Seitenwände von Schablone #3 und danach die Vorderwand mit dem Verkaufsfenster von Schablone #4 an. Alle Papierwandelemente verklebte ich im nächsten Schritt miteinander und mit dem Boden. Wichtig: Das Dach ließ ich weiterhin geöffnet, um den Verkaufstresen einbauen zu können.
Ladentheke einbauen und Dachmuster anbringen
Das Zusammenbauen des Verkaufstresens war der schwierigste Teil des Bastelmotivs. Die Elemente dafür befinden sich auf Schablone #5. Nach dem Anfertigen, Zusammenkleben und Falzen hatte ich insgesamt drei präparierte Bauteile vor mir liegen. Die beiden kleinen Teile klebte ich sich gegenüberliegend an das Ende des großen Papierquaders, welches über keine Klebelasche verfügt.
Im Anschluss knickte ich das quaderförmige Element (siehe Schablone) und befestigte es Stück für Stück an den Klebelaschen der beiden Seitenteile, bis eine dreidimensionale Tischplatte entstand. Die Platte kippte ich daraufhin hinten über das Konstrukt und verklebte das Ganze am Boden. Damit hatte ich aus nur drei Papierstücken eine robuste Ladentheke gebastelt.
Den Boden und die Seiten des Tresens bestrich ich direkt im Anschluss mit flüssigem Kleber und baute diesen über das Dach in meine Verkaufshütte ein. Hinweis: Ich achtete darauf, dass sich die Theke fest an die Vorderwand anschmiegte, sodass ein kleines Brett für die Glühweintassen der Kunden aus dem Verkaufsfenster herausragte. Nun konnte ich mein Dach endlich verschließen.
Damit das Dach der Hütte auch schwere Schneemassen problemlos tragen kann, habe ich es aus mehreren Papierlagen in zwei unterschiedlichen Brauntönen angefertigt. Ich begann mit dem Dachbau mithilfe von Schablone #6. Nach dem routinierten Vorbereiten der Einzelteile klebte ich einfach das Element mit den runden Dachziegeln mittig auf das flache Pendant.
Im nächsten Schritt bereitete ich mir auch die drei Elemente von Schablone #7 vor und klebte diese der Reihe nach beginnend mit dem größten Teil auf mein Dachgerüst auf. Mein unverwüstliches Satteldach klebte ich darauffolgend oben auf die Papierhütte. Wenn Sie wie ich zwei unterschiedliche Farben für die Dachziegeln verwenden, erhalten Sie mithilfe dieser Klebetechnik automatisch ein abwechslungsreiches Muster.
- Optional: Möchten Sie, dass der Dachüberstand von unten betrachtet genauso rot aussieht wie die Wände des Verkaufsstandes? Dann verstärken Sie die geradlinige Vorlage von Schablone #6 nicht mit demselben Farbton der Oberseite, sondern mit einem roten Tonpapierelement.
Rustikale Holzwand und besinnliche Adventsdekorationen
Mir war es wichtig, dass der Verkaufsstand so aussieht, als hätte er schon einige Jahre auf dem Buckel. Aus diesem Grund verpasste ich dem Gebäude noch eine Holzmaserung. Dazu schnitt ich mir zunächst rote Tonpapierstreifen zurecht, die unterschiedlich breit waren. Im Anschluss bestrich ich eine Außenwand mit weißem Bastelkleber auf Wasserbasis und legte meine Streifen wie einzelne Querbalken auf.
Das Ganze versiegelte ich gleich danach auch von oben mit dem Bastelkleber. Nachfolgend wiederholte ich die Schritte bei den anderen drei Außenwänden. Als ich damit fertig war, legte ich meine Holzhütte für circa 30 Minuten zum Trocknen. Um die verwegene Holzoptik nun noch abzuschließen, bemalte ich die Papierholzbalken großzügig mit roter Acrylfarbe.
- Wichtig: Solange die Farbe noch nicht getrocknet war, zog ich zudem noch Highlights mit schwarzer Acrylfarbe in das Wandmuster. Bevor ich mit der weihnachtlichen Dekoration weitermachte, ließ ich mein Papierhaus über Nacht aushärten.
Am nächsten Basteltag veredelte ich meine Außenwände zudem noch mit weißen Zierleisten. Dafür fertigte ich mir weiße Streifen aus Tonpapier an. Alle Hausecken verkleidete ich mit Zierleisten, die einen Zentimeter breit waren. Hingegen die Wandverschönerung fand mit weißen Streifen statt, die lediglich über eine Breite von 0,5 Zentimetern verfügten. Darauffolgend klebte ich die Verkaufsschilder von Schablone #8 auf meine Holzhütte.
- Für die Tannenzweiggirlanden schnitt ich grüne Tonpapierstreifen mit einer Breite von einem Zentimeter fransig. Danach drehte ich die Zweige eng zu einer Wurst und klebte diese auf meinen Verkaufsstand.
Damit die kleine Blockhütte nach Ladenschluss vor Wind, Wetter und Vandalismus geschützt ist, kann das Verkaufsfenster mit einem Holzbrett verschlossen werden. Die Elemente dafür befinden sich auf Schablone #9. Neben dem großen Fensterverschluss dienen die Streifen lediglich zum Anbringen von zwei Handgriffen und zur Dekoration. Zu guter Letzt verzierte ich mein Bastelmotiv noch großzügig mit Kunstschnee, danach hatte ich meine Weihnachtsmarkthütte fertiggestellt.
Fazit: Vorweihnachtliche Traditionen sind etwas Wundervolles
Abgesehen vom Basteln des Tresens, ist der Verkaufsstand ein relativ einfaches Motiv, welches jedoch viel Ausdauer erfordert. Ein Exemplar habe ich gemütlich innerhalb von zwei Tagen vollendet. Falls Sie mögen, können Sie wie ich noch kleine Papierfächer auf der Ladentheke befestigen und Leckereien aus Fimo zum Verkauf anbieten. Ebenso bietet sich das Häuschen zum Anbringen einer passiven Innenbeleuchtung an.
Ich zelebriere den Beginn der Adventszeit jedes Jahr mit einem Besuch auf dem Weihnachtsmarkt. Dort schlendere ich ein wenig umher und kaufe mir dann einen ein Kilogramm schweren, saftigen Butterstollen und Lebkuchen mit weißer Glasur. Wieder zu Hause lehne ich mich in meinen Sessel und schaue mir „Kevin – Allein zu Haus” an. Nebenbei verputze ich so viel wie nur möglich von meinem himmlischen Weihnachtsgebäck. Ungefähr so wie Kate Moss in ihren besten Zeiten, nur mit dem Unterschied, dass ich aufgrund des vielen Zuckers noch während des Films einschlafe und deshalb am nächsten Tag nicht den Bauchumfang eines Supermodels, sondern den einer Olympiasiegerin im Kugelstoßen habe.
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Warum basteln die Menschen in der Weihnachtszeit?

Die Nordeuropäer der Jungsteinzeit hätten sich in jenen Tagen wohl nicht im Traum vorstellen können, dass ihre Nachfahren einmal auf ihrer bahnbrechenden Erfindung, nur so aus Spaß, einen Berg hinuntersausen. Schließlich waren die ersten Holzschlitten eine riesengroße Arbeitserleichterung für Holzfäller, Baumeister und Jäger. Denn bereits im Neolithikum spannten die findigen Menschen erst Hunde und später Ochsen vor ihre Schlitten, um die schweren Materialien nicht nur über Schnee, sondern auch über Gras und Steppe von den Tieren transportieren zu lassen.
Als im 4. Jahrtausend vor Christus das Wagenrad erfunden wurde, war die Zeit der Schlitten als wirtschaftliches Transportmittel weitestgehend beendet. Selbst in höher gelegenen Regionen wie beispielsweise dem sächsischen Erzgebirge waren Pferdepersonenpostschlitten eher Touristenattraktion als Arbeitserleichterung für den Postboten. Das Schlittenfahren als Hobby und Wintersport entwickelte sich erst im 19. Jahrhundert. Auslöser war wohl das erste, internationale Schlittenrennen, welches im schweizerischen Davos stattfand.
Der Australier George Robertson konnte seinerzeit diesen Wettkampf für sich entscheiden. Die damals eingesetzte Schlittenform ist auch heute vor allem bei Kindern noch sehr beliebt und wird seither als „Davoser” bezeichnet. Bereits 1924 wurde der Bobsport olympische Disziplin, jedoch änderte sich hierfür die Schlittenform und der „Bachmann-Schlitten” ersetzte den „Davoser”. Natürlich war früher ein Schlitten noch große und teure 
Für das komplette Bastelmotiv verwendete ich
Ich begann mit Schablone #1 und damit mit den Kufen des Schlittens. Ich fertigte die Elemente insgesamt achtmal aus zwei unterschiedlichen Tonpapierfarben an und falzte darauffolgend die Knick- und Klebelinien mit einem Falzbeil und einem Lineal. Gleich danach klebte ich immer zwei identische, unterschiedlich farbige Elemente aufeinander. Wichtig: Dieser Schritt wiederholt sich bei allen Einzelteilen, die das Grundgerüst des Papierschlittens betreffen. Dadurch wird das Wintergefährt noch stabiler.
Ich wiederholte direkt im Anschluss die Schritte mit meinen restlichen Einzelteilen, sodass schließlich zwei dreidimensionale Papierkufen vor mir lagen. Zum Verkleiden der Klebelinien verlängerte ich die Elemente von Schablone #3 nach dem gleichen Prinzip. Die beiden ebenfalls 70 Zentimeter langen Streifen klebte ich zu guter Letzt über die Ober- und Unterseite meiner Kufen. Damit habe ich die Laufflächen meines Schlittens fertiggestellt.
Damit mein kleiner „Davoser” auch mühelos Lasten tragen kann, habe ich mir eine Balkenkonstruktion einfallen lassen. Dafür fertigte ich das Element von Schablone #4 (Längsstreben) zwölfmal und von Schablone #5 (Querstreben) sechsmal aus zwei unterschiedlichen Tonpapierfarben an. Ich klebte wieder zwei identische Teile mit unterschiedlicher Farbe zur Verstärkung aufeinander.
Folgend falzte ich von den insgesamt neun Papierelementen die Knick- und Klebelinien und verklebte diese dann mit sich selbst zu kleinen Schachteln, die aussehen wie Pommes frites, zusammen. Die insgesamt sechs Längsstreben klebte ich darauffolgend in die Löcher der Kufen ein. Hinweis: Arbeiten Sie hierbei mir viel
Nachdem die Längsstreben getrocknet waren, klebte ich diese in die Löcher der Querstreben ein. Dadurch kann der schicke Schlitten bereits stabil stehen. In die vordere Innenseite der beiden Kufen schnitt ich zuvor zwei Löcher mithilfe eines Bastelmesser ein. In die beiden Löcher klebte ich meine Zugstange, die aus einem 13 Zentimeter langen Schaschlikspieß besteht.
Um über jeden Zweifel, was die Stabilität betritt, erhaben zu sein, fertigte ich des Weiteren die zwei langen Sitzstangen von Schablone #6 gleichermaßen wie die Balken von Schablone #4 und #5 an. Die Sitzfläche des Schlittens habe ich aus drei unterschiedlichen Tonpapierfarben geflochten. Die Vorlage für die 34 Papierstreifen befindet sich auf Schablone #7. Tipp: Verwenden Sie hierfür Farben, die Sie bisher noch nicht im Papierschlitten verarbeitet haben.
Die Eisen an den Kufen simulierte ich mit zwei langen Papierstreifen, die ich von Schablone #8 verlängert, angefertigt und aufgeklebt habe. Die Zugstange bemalte ich passend zum Schlittendesign und das Zugband ist ein stilvolles Satinband, welches ich ebenfalls farblich abgestimmt habe. Mithilfe eines Motivlochers stanzte ich mir außerdem noch sechs Elche aus
Der „Davoser” ist deshalb ein anspruchsvolleres Bastelmotiv, da ein sehr genaues Arbeiten erforderlich ist, damit er zum einen symmetrisch aussieht und zum anderen die Kufen gut und gerade laufen. Dafür ist der Schlitten in Sachen Bastelmaterial sehr dankbar und kostengünstig herzustellen. Als Bastelzeit habe ich ungefähr vier Stunden benötigt, wobei das Flechten des Sitzes einen Großteil der Zeit beanspruchte.
Ein vollständiges, gefegtes Rothirschgeweih hat einen hohen Sammlerwert und wird nur sehr selten verkauft. Das Geweih muss sich jedoch dazu noch am Echtschädel auf einem Trophäenbrett befinden und am besten zehn oder mehr Enden haben. Hingegen unvollständige Geweihe mit Kunstschädel sind so gut wie wertlos. Dies liegt daran, dass Rothirsche jährlich ihre Kronen (Stangen) aus Knochensubstanz abwerfen, die danach von Walddieben, Jägern und Förstern aufgesammelt werden.
Obwohl ich als Vegetarier und Tierbesitzer mir nicht viel aus der Jagd mache aber natürlich weiß, dass diese wichtig ist, um die schönen Wälder zu schützen habe ich, wenn ich an Weihnachten denke, das Bild eines Hirschgeweihs, welches über einen prasselndem Kamin hängt im Kopf. Dazu liegt draußen meterweise Schnee und ich sitze gemütlich in einem Sessel und trinke Eiergrog. Entweder liegt dies am Zeichentrickfilm bzw. am gleichnamigen Lied von Gene Autry „Rudolph, the Red-Nosed Reindeer” oder es ist ein evolutorisches, unterbewusstes Jagdbedürfnis, was auch erklären würde, warum immer mehr Frauen das grüne Abitur erwerben.
Ich habe mir also überlegt, wie ich an mein Rothirschgeweih zu Weihnachten komme. Zum Kaufen eines Sammlerstückes fehlt mir das nötige Kleingeld, und auch wenn heutzutage nicht mehr wie zu Zeiten Wilhelm Tells die Armbrust gegen das Wild gerichtet wird, sondern der Jäger komfortabel aus 200 Metern Entfernung mit Gewehr samt Zielfernrohr anlegt, kommt auch diese Beschaffungsmethode für mich nicht infrage. Also habe ich mir eine mächtige Rotwildtrophäe einfach selbst aus Papier gebastelt.
Als Basismaterial für das Hirschgeweih verwendete ich schwarze Wellpappe sowie
Optional: Für die weihnachtliche Variante sollten Sie sich des Weiteren noch 3D Kunstschnee, eine kleine Nikolausmütze und kleine
Im Anschluss klebte ich immer zwei identische Wellpappenelemente aufeinander. Wichtig: Ich klebte die Wellpappe so, dass die Rillen innen liegen. Darauffolgend verkleidete ich die drei schwarzen Einzelteile mit den gleichartigen Tonpapierelementen. Hinweis: Das mittelgroße Element fertigte ich aus grünem Tonpapier an, die anderen aus rotfarbigem Papier.
Mithilfe eines Bastelmessers schnitt ich nun die Einschnitte (siehe Schablonen) in die einzelnen Platten und stanzte die Löcher zum Aufhängen mit einem Eyelet-Setter ein. Gleich danach klebte ich meine drei wappenähnlichen Einzelteile der Größe nach zu einem stabilen Trophäenbrett aus Papier aufeinander. Hierbei ist es besonders wichtig, dass die Einschnitte symmetrisch übereinanderliegen. Eventuell müssen Sie hier nach dem Kleben noch einmal nachschneiden bzw. nachstanzen.
Mit den kleinen Steckelementen von Schablone #11 für die Stirn des Rothirschkopfes ist der Schädel so gut wie abgeschlossen, es fehlen noch die Ohren von Schablone #12. Auch diese habe ich wieder aus einem Gemisch aus Wellpappe und Tonpapier angefertigt, nur habe ich diesmal zwei unterschiedliche Brauntöne verwendet. So ist das Innere der Ohren hellbraun und die Ohren selbst dunkelbraun. Wichtig: Die Ohren klebte ich hinter das bereits eingesteckte Element von Schablone #8.
Im Anschluss kümmerte ich mich um die Schönheitskorrekturen. Ich nahm also braune Wasserfarben und einen Pinsel zur Hand und marmorierte zunächst mein gefegtes Papiergeweih solange, bis es verwittert aussah. Danach färbte ich auch die Zwischenräume der Steckelemente des Schädels mit einem passenden Braunton ein. Das Gesicht der Jagdtrophäe hielt ich bewusst spartanisch.
Nase und Augen bestehen aus roten und schwarzen Pompons und diese habe ich einfach, symmetrisch zueinander auf die Papierelemente geklebt. Danach ist mein klassisches Hirschgeweih aus Papier einsatzbereit und kann über das Loch am Trophäenbrett an der Wand aufgehangen werden. Mein Bastelmotiv soll jedoch als ausgefallene Weihnachtsdekoration fungieren.
Deshalb klebte ich mittig auf den Schädel eine kleine
Ich persönlich liebe ja dreidimensionale und stabile Bastelmotive, bei denen man auch was in der Hand hat. Wenn es Ihnen genauso geht, dann ist dieses Hirschgeweih aus Papier genau das Richtige für Sie. Die verwendete Stecktiertechnik ist wirklich kinderleicht, da sich die Schritte immer wiederholen, jedoch ist der gekrönte Wandschmuck tatsächlich ein sehr aufwendiges Motiv, für welches ich zirka vier Stunden Bastelzeit benötigte. Mein Rothirsch hängt bei mir über einer Kommode, auf der sich derzeit Weihnachtsdeko befindet, im Flur. Jeder, der dieses Papiergeweih bisher live begutachten durfte, war begeistert. Selbst der Heizungsableser wollte es mir abkaufen und bei sich in die Dienststelle hängen.