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Verkaufsstand für den Weihnachtsmarkt basteln – Anleitung

Je­des Jahr pünkt­lich zum ers­ten Ad­vent öff­nen die Weih­nachts­märk­te ihre Pfor­ten. Es ist noch gar nicht so lan­ge her, da be­ru­hig­ten die­se an­däch­ti­gen Han­dels­plät­ze für ei­ni­ge Wo­chen die auf­ge­scheuch­ten In­nen­städ­te wie Bal­dri­an­trop­fen. Auf­grund der vor­an­ge­schrit­te­nen Di­gi­ta­li­sie­rung sind die Stadt­zen­tren klei­ner und mit­tel­gro­ßer Städ­te aber zwi­schen­zeit­lich wie leer ge­fegt. Dort wir­ken Christ­kindl­märk­te mit ih­ren put­zi­gen Ver­kaufs­stän­den heut­zu­ta­ge wie Mun­ter­ma­cher, die ein­mal im Jahr wie­der et­was Le­ben hin­ter die Stadt­mau­ern brin­gen.

Bild von Verkaufshütte aus Papier mit Fimo Lebkuchen von DAoCFrEak für den WeihnachtsmarktEs ist je­doch nicht das ers­te Mal, dass sich die Be­deu­tung der idyl­li­schen Märk­te ver­än­dert hat. Wer heu­te ei­nen Weih­nachts­markt be­sucht, der trifft sich mit Freun­den oder Kol­le­gen auf ei­nen Glüh­wein im Frei­en bei sanf­ter christ­li­cher Mu­sik. An­de­re wie­der­um stö­bern lie­ber durch die An­ge­bo­te der Händ­ler auf der Su­che nach weih­nacht­li­chem Tand. Hin­ge­gen wer im Jah­re 1384 den wohl al­ler­ers­ten Weih­nachts­markt im säch­si­schen Baut­zen be­such­te, der war auf der Jagd nach dem bes­ten Stück Fleisch.

Die Ge­schich­te des Bautz­e­ner Weih­nachts­mark­tes ist eine sehr alte. Be­reits 1384 ver­lieh Kö­nig Wen­zel der Stadt Bu­dis­sin das Recht zur Ab­hal­tung ei­nes frei­en Fleisch­mark­tes. Vom St. Mi­cha­els­tag an war es sonn­abends je­dem Flei­scher er­laubt, [...].

Schult­heis, Klaus: Weih­nachts­markt in Baut­zen: Der Bautz­e­ner Wen­zels­markt. weihnachtsmarkt-bautzen.de (11/2016).

Bild von selbst gebastelter Verkaufsbude aus Papier für PlaymobilfigurenViel­leicht auf­grund der Tat­sa­che, dass das kul­tu­rel­le Zen­trum der Sor­ben über 40 Jah­re Teil der Deut­schen De­mo­kra­ti­schen Re­pu­blik war und des­halb seit­her nicht mehr so für den Ka­tho­li­zis­mus steht wie im 14. Jahr­hun­dert, möch­ten vie­le Quel­len Baut­zen die­sen Ruhm nicht gön­nen. Des­halb liest man oft, dass der ers­te Weih­nachts­markt be­reits im Jah­re 1296 in Wien ab­ge­hal­ten wur­de. Hier­bei han­del­te es sich je­doch le­dig­lich um ein 14-tägiges Kir­chen­fest, bei dem es um die Ver­län­ge­rung der Stadt­rech­te ging. Der ers­te Christ­kindl­markt in der spä­te­ren Kai­ser­stadt war wohl erst im 17. Jahr­hun­dert.

The as­sump­ti­on that the first pre­cur­sors of the Vi­en­na Christ­mas mar­ket were al­re­a­dy held more than 700 ye­ars ago does not hold true. Usual­ly the­se as­sump­ti­ons re­fer to 1296, [...]. Sin­ce the 17th cen­tu­ry bills are only frag­men­ta­ry, it is not pos­si­ble to know the exact date of the first Christ­mas mar­kets.

Town Hall Vi­en­na: Vi­en­na Christ­mas Mar­ket - Histo­ry. wien.gv.at (11/2016).

Bild von selbst gebastelter, nikolausroter Holzhütte aus Papier mit HolzoptikWuss­ten Sie, dass der weih­nacht­li­che Ge­schen­ke­aus­tausch vor Mar­tin Lu­ther be­reits am Ni­ko­laus­tag statt­fand? Die Nach­ah­mer des Hei­li­gen Ni­ko­laus von Myra brach­ten be­kannt­lich im Spät­mit­tel­al­ter für die Kin­der manch­mal Äp­fel und Nüs­se, je­doch meis­tens nur die Rute. Erst als im 16. Jahr­hun­dert das gü­ti­ge Christ­kind am 24. De­zem­ber selbst für klei­ne Ra­bau­ken im­mer ein rich­ti­ges Prä­sent be­reit­hielt, wur­den Christ­kindl­märk­te zu dem, was sie heu­te sind.

Re­li­gious re­for­mer Mar­tin Lu­ther play­ed a ma­jor role in our cur­rent Christ­mas cus­toms. Lu­ther in­sti­tu­ted new Christ­mas gift gi­ving tra­di­ti­ons. Be­fo­re Lu­ther, the ex­ch­an­ge of Christ­mas pres­ents took place on the Saint Days of St. Ni­cho­las (De­cem­ber 6) [...].

Lord, Ste­ve: Histo­ry of Ger­man Christ­kindl­mar­ket: Mar­tin Luther’s Role in Christ­mas Cus­toms. christkindlmarktleavenworth.com (11/2016).

Collage von selbst gebasteltem Verkaufsstand für den Weihnachtsmarkt von Veronika Vetter (DAoCFrEak) Fine Art Künstlerin

Wie Sie se­hen, sind Ver­kaufs­stän­de die ein­zi­ge Kon­stan­te auf Weih­nachts­märk­ten. Nicht ein­mal der gro­ße Christ­baum kann da­ge­gen auf­war­ten. Die­ser wur­de näm­lich erst im Jah­re 1605 ein Teil der Ad­vents­de­ko­ra­ti­on.

Es war wohl im Jah­re 1605 in Straß­burg, wel­ches zu je­ner Zeit noch zum Hei­li­gen Rö­mi­schen Reich Deut­scher Na­ti­on ge­hör­te, als der ers­te Weih­nachts­baum ge­schmückt und da­mit die­se schö­ne Tra­di­ti­on ge­star­tet wur­de.

Vet­ter, Ve­ro­ni­ka: Be­leuch­te­ter Weih­nachts­baum – Bas­tel­an­lei­tung. gws2.de (11/2016).

Bild von Verkaufsstand, der Nacht auf einem beleuchtetem Weihnachtsmarkt steht mit NußknackerSelbst der Aus­tra­gungs­ort hat sich ver­än­dert. Konn­te man im Spät­mit­tel­al­ter noch eine Phio­le Ar­sen dar­auf neh­men, den Weih­nachts­markt um die größ­te Stadt­kir­che her­um zu fin­den, ist selbst dies nicht mehr zwin­gend nö­tig. Vor al­lem in Me­tro­po­len sind die schmu­cken Ad­vents­märk­te wild übers gan­ze Stadt­bild ver­teilt. Da­für könn­te ein Nürn­ber­ger Pfar­rer ver­ant­wort­lich sein, der sich im Jah­re 1616 dar­über be­schwer­te, dass sei­ne Schäf­lein nicht in aus­rei­chen­der An­zahl zur Nach­mit­tags­mes­se an Hei­lig­abend er­schie­nen sind. Schuld dar­an soll der Christ­kindl­markt vor der Lo­renz­kir­che ge­we­sen sein, der die Gläu­bi­gen mit köst­li­chem Ho­nig­wein und Pfef­fer­ku­chen pa­ra­ly­sier­te.

Usual­ly, the Christ­mas Mar­kets were held around the city’s main church to at­tract church-goers. But they were so en­ti­cing that a priest in Nürn­berg in 1616 com­plai­ned that he could not hold the af­ter­noon ser­vice on Christ­mas Eve.

An­ony­mous: The Histo­ry of Christ­mas Mar­kets. germany-christmas-markets.org.uk (11/2016).

Um mei­ne Wert­schät­zung ge­gen­über den weih­nacht­li­chen Holz­hüt­ten und ih­ren Päch­tern zum Aus­druck zu brin­gen, habe ich ei­nen Ver­kaufs­stand aus Pa­pier ent­wor­fen. Denn wer oder was schafft es sonst noch, seit Jahr­hun­der­ten vier Wo­chen lang ei­nen gan­zen Stadt­be­reich zu ver­zau­bern?

Bild von einem Nußknacker, der in einem Verkaufsstand Lebkuchen auf dem Weihnachtsmarkt in Nürnberg verkauft. Szenerie gebastelt von Veronika Vetter (DAoCFrEak) Fine Art Künstlerin

Die ver­schnei­te Block­hüt­te ist 12,5 Zen­ti­me­ter lang, 7,5 Zen­ti­me­ter breit und 13,5 Zen­ti­me­ter hoch. Die Maße ka­men da­durch zu­stan­de, da ich woll­te, dass eine Play­mo­bil­fi­gur mit ih­ren 7,2 Zen­ti­me­tern be­quem im Haus ste­hen kann.

Falls Sie sich ei­nen Mi­nia­tur­weih­nachts­markt für Ihre Mo­dell­ei­sen­bahn­ku­lis­se, Ihre Play­mo­bil­fi­gu­ren oder Ihre selbst mo­del­lier­ten Peppa Pigs er­schaf­fen wol­len, er­hal­ten Sie nun kos­ten­los die da­für nö­ti­gen Bas­tel­scha­blo­nen samt den An­lei­tungs­schrit­ten.

Bastelanleitung für Verkaufsstand

Bild von den drei Bauteilen für den HausbodenAls Bau­ma­te­ri­al für mei­ne ver­schnei­te Weih­nachts­hüt­te ver­wen­de­te ich han­dels­üb­li­ches Ton­pa­pier in vie­len un­ter­schied­li­chen Far­ben. Für die De­ko­ra­tio­nen und die rus­ti­ka­le Holz­op­tik ka­men zu­dem Kunst­schnee, ein wei­ßer Bas­tel­kle­ber auf Was­ser­ba­sis und di­ver­se Acryl­far­ben zum Ein­satz. Hin­ge­gen als Werk­zeu­ge soll­ten Sie sich eine Sche­re, viel flüs­si­gen Kle­ber, ein Falz­bein samt Li­ne­al, ein Bas­tel­mes­ser und mei­ne DIN A4 Bas­tel­scha­blo­nen (#1 / #2 /#3 /#4 /#5 /#6 /#7 /#8 /#9) zu­recht­le­gen.

Bild vom Zusammenkleben der stabilen BodenplattenZu­al­ler­erst bas­tel­te ich den Haus­bo­den von Scha­blo­ne #1. Dazu fer­tig­te ich das grö­ße­re Ele­ment zwei­mal aus mei­nen Ton­pa­pier­far­ben an und falz­te gleich dar­auf die Knick- und Kle­be­l­i­ni­en. Das klei­ne­re, quad­er­för­mi­ge Ele­ment ist le­dig­lich eine Ver­stär­kung des Bo­dens, die ich zwi­schen die an­de­ren bei­den Ein­zel­tei­le kleb­te. Gleich dar­auf fer­tig­te ich die Rück­wand von Scha­blo­ne #2 an.

Weihnachtshaus bekommt stabile Wände

Die groß­flä­chi­ge Rück­wand wie auch alle wei­te­ren Wand­ele­men­te stell­te ich zu­nächst wie­der aus zwei iden­ti­schen Ton­pa­pier­stü­cken her. Die In­nen­sei­te mei­nes Ver­kaufs­hau­ses soll­te da­bei ro­sa­far­ben und die Au­ßen­sei­te ni­ko­laus­rot sein. Als ich das Bau­teil ver­stärkt hat­te, kleb­te ich die Rück­wand di­rekt nach dem Fal­zen an der sta­bi­len Bo­den­plat­te fest.

Bild von Blockhütte, die im Rohbau ist. Einbauen der VerkaufsfensterwandAus den­sel­ben Far­ben und nach dem glei­chen Prin­zip fer­tig­te ich mir dar­auf­hin zu­erst die bei­den Sei­ten­wän­de von Scha­blo­ne #3 und da­nach die Vor­der­wand mit dem Ver­kaufs­fens­ter von Scha­blo­ne #4 an. Alle Pa­pier­wand­ele­men­te ver­kleb­te ich im nächs­ten Schritt mit­ein­an­der und mit dem Bo­den. Wich­tig: Das Dach ließ ich wei­ter­hin ge­öff­net, um den Ver­kaufs­tre­sen ein­bau­en zu kön­nen.

Ladentheke einbauen und Dachmuster anbringen

Bild von einem gefalzten Stück Papier, welches zu einem Verkaufstresen gefaltet wirdDas Zu­sam­men­bau­en des Ver­kaufs­tre­sens war der schwie­rigs­te Teil des Bas­tel­mo­tivs. Die Ele­men­te da­für be­fin­den sich auf Scha­blo­ne #5. Nach dem An­fer­ti­gen, Zu­sam­men­kle­ben und Fal­zen hat­te ich ins­ge­samt drei prä­pa­rier­te Bau­tei­le vor mir lie­gen. Die bei­den klei­nen Tei­le kleb­te ich sich ge­gen­über­lie­gend an das Ende des gro­ßen Pa­pier­qua­ders, wel­ches über kei­ne Kle­be­la­sche ver­fügt.

Bild vom Zusammenbau der Ladentheke aus PapierIm An­schluss knick­te ich das quad­er­för­mi­ge Ele­ment (sie­he Scha­blo­ne) und be­fes­tig­te es Stück für Stück an den Kle­be­la­schen der bei­den Sei­ten­tei­le, bis eine drei­di­men­sio­na­le Tisch­plat­te ent­stand. Die Plat­te kipp­te ich dar­auf­hin hin­ten über das Kon­strukt und ver­kleb­te das Gan­ze am Bo­den. Da­mit hat­te ich aus nur drei Pa­pier­stü­cken eine ro­bus­te La­den­the­ke ge­bas­telt.

Bild von roter Verkaufshütte aus PapierDen Bo­den und die Sei­ten des Tre­sens be­strich ich di­rekt im An­schluss mit flüs­si­gem Kle­ber und bau­te die­sen über das Dach in mei­ne Ver­kaufs­hüt­te ein. Hin­weis: Ich ach­te­te dar­auf, dass sich die The­ke fest an die Vor­der­wand an­schmieg­te, so­dass ein klei­nes Brett für die Glüh­wein­tas­sen der Kun­den aus dem Ver­kaufs­fens­ter her­aus­rag­te. Nun konn­te ich mein Dach end­lich ver­schlie­ßen.

Bild vom Zusammenkleben der braunen PapierdachziegelnDa­mit das Dach der Hüt­te auch schwe­re Schnee­mas­sen pro­blem­los tra­gen kann, habe ich es aus meh­re­ren Pa­pier­la­gen in zwei un­ter­schied­li­chen Braun­tö­nen an­ge­fer­tigt. Ich be­gann mit dem Dach­bau mit­hil­fe von Scha­blo­ne #6. Nach dem rou­ti­nier­ten Vor­be­rei­ten der Ein­zel­tei­le kleb­te ich ein­fach das Ele­ment mit den run­den Dach­zie­geln mit­tig auf das fla­che Pen­dant.

Bild vom gedeckten, braunen Dach einer Weihnachtshütte aus PapierIm nächs­ten Schritt be­rei­te­te ich mir auch die drei Ele­men­te von Scha­blo­ne #7 vor und kleb­te die­se der Rei­he nach be­gin­nend mit dem größ­ten Teil auf mein Dach­ge­rüst auf. Mein un­ver­wüst­li­ches Sat­tel­dach kleb­te ich dar­auf­fol­gend oben auf die Pa­pier­hüt­te. Wenn Sie wie ich zwei un­ter­schied­li­che Far­ben für die Dach­zie­geln ver­wen­den, er­hal­ten Sie mit­hil­fe die­ser Kle­be­tech­nik au­to­ma­tisch ein ab­wechs­lungs­rei­ches Mus­ter.

  • Op­tio­nal: Möch­ten Sie, dass der Dach­über­stand von un­ten be­trach­tet ge­nau­so rot aus­sieht wie die Wän­de des Ver­kaufs­stan­des? Dann ver­stär­ken Sie die ge­rad­li­ni­ge Vor­la­ge von Scha­blo­ne #6 nicht mit dem­sel­ben Farb­ton der Ober­sei­te, son­dern mit ei­nem ro­ten Ton­pa­pier­ele­ment.

Rustikale Holzwand und besinnliche Adventsdekorationen

Bild vom Bestreichen der roten Papierwände mit weißem Bastelkleber, um Holzoptik zu erzeugenMir war es wich­tig, dass der Ver­kaufs­stand so aus­sieht, als hät­te er schon ei­ni­ge Jah­re auf dem Bu­ckel. Aus die­sem Grund ver­pass­te ich dem Ge­bäu­de noch eine Holz­ma­se­rung. Dazu schnitt ich mir zu­nächst rote Ton­pa­pier­strei­fen zu­recht, die un­ter­schied­lich breit wa­ren. Im An­schluss be­strich ich eine Au­ßen­wand mit wei­ßem Bas­tel­kle­ber auf Was­ser­ba­sis und leg­te mei­ne Strei­fen wie ein­zel­ne Quer­bal­ken auf.

Das Gan­ze ver­sie­gel­te ich gleich da­nach auch von oben mit dem Bas­tel­kle­ber. Nach­fol­gend wie­der­hol­te ich die Schrit­te bei den an­de­ren drei Au­ßen­wän­den. Als ich da­mit fer­tig war, leg­te ich mei­ne Holz­hüt­te für cir­ca 30 Mi­nu­ten zum Trock­nen. Um die ver­we­ge­ne Holz­op­tik nun noch ab­zu­schlie­ßen, be­mal­te ich die Pa­pier­holz­bal­ken groß­zü­gig mit ro­ter Acryl­far­be.

  • Wich­tig: So­lan­ge die Far­be noch nicht ge­trock­net war, zog ich zu­dem noch High­lights mit schwar­zer Acryl­far­be in das Wand­mus­ter. Be­vor ich mit der weih­nacht­li­chen De­ko­ra­ti­on wei­ter­mach­te, ließ ich mein Pa­pier­haus über Nacht aus­här­ten.

Bild vom Verkaufsfenster einer Hütte, welches mit einem Holzbrett verschlossen wirdAm nächs­ten Bas­tel­tag ver­edel­te ich mei­ne Au­ßen­wän­de zu­dem noch mit wei­ßen Zier­leis­ten. Da­für fer­tig­te ich mir wei­ße Strei­fen aus Ton­pa­pier an. Alle Haus­ecken ver­klei­de­te ich mit Zier­leis­ten, die ei­nen Zen­ti­me­ter breit wa­ren. Hin­ge­gen die Wand­ver­schö­ne­rung fand mit wei­ßen Strei­fen statt, die le­dig­lich über eine Brei­te von 0,5 Zen­ti­me­tern ver­füg­ten. Dar­auf­fol­gend kleb­te ich die Ver­kaufs­schil­der von Scha­blo­ne #8 auf mei­ne Holz­hüt­te.

  • Für die Tan­nen­zweig­gir­lan­den schnitt ich grü­ne Ton­pa­pier­strei­fen mit ei­ner Brei­te von ei­nem Zen­ti­me­ter fran­sig. Da­nach dreh­te ich die Zwei­ge eng zu ei­ner Wurst und kleb­te die­se auf mei­nen Ver­kaufs­stand.

Bild vom Verzieren eines Hausdachs mit KunstschneeDa­mit die klei­ne Block­hüt­te nach La­den­schluss vor Wind, Wet­ter und Van­da­lis­mus ge­schützt ist, kann das Ver­kaufs­fens­ter mit ei­nem Holz­brett ver­schlos­sen wer­den. Die Ele­men­te da­für be­fin­den sich auf Scha­blo­ne #9. Ne­ben dem gro­ßen Fens­ter­ver­schluss die­nen die Strei­fen le­dig­lich zum An­brin­gen von zwei Hand­grif­fen und zur De­ko­ra­ti­on. Zu gu­ter Letzt ver­zier­te ich mein Bas­tel­mo­tiv noch groß­zü­gig mit Kunst­schnee, da­nach hat­te ich mei­ne Weih­nachts­markt­hüt­te fer­tig­ge­stellt.

Fazit: Vorweihnachtliche Traditionen sind etwas Wundervolles

Bild von selbst gebauter Verkaufshütte für Weihnachtsmärkte für Lebensmittel wie Gebäck (Lebkuchen/Stollen)Ab­ge­se­hen vom Bas­teln des Tre­sens, ist der Ver­kaufs­stand ein re­la­tiv ein­fa­ches Mo­tiv, wel­ches je­doch viel Aus­dau­er er­for­dert. Ein Ex­em­plar habe ich ge­müt­lich in­ner­halb von zwei Ta­gen voll­endet. Falls Sie mö­gen, kön­nen Sie wie ich noch klei­ne Pa­pier­fä­cher auf der La­den­the­ke be­fes­ti­gen und Le­cke­rei­en aus Fimo zum Ver­kauf an­bie­ten. Eben­so bie­tet sich das Häus­chen zum An­brin­gen ei­ner pas­si­ven In­nen­be­leuch­tung an.

Bild von einer weißen Maus aus Fimo von DAoCFrEak auf dem WeihnachtsmarktIch ze­le­brie­re den Be­ginn der Ad­vents­zeit je­des Jahr mit ei­nem Be­such auf dem Weih­nachts­markt. Dort schlen­de­re ich ein we­nig um­her und kau­fe mir dann ei­nen ein Ki­lo­gramm schwe­ren, saf­ti­gen But­ter­stol­len und Leb­ku­chen mit wei­ßer Gla­sur. Wie­der zu Hau­se leh­ne ich mich in mei­nen Ses­sel und schaue mir „Ke­vin – Al­lein zu Haus” an. Ne­ben­bei ver­put­ze ich so viel wie nur mög­lich von mei­nem himm­li­schen Weih­nachts­ge­bäck. Un­ge­fähr so wie Kate Moss in ih­ren bes­ten Zei­ten, nur mit dem Un­ter­schied, dass ich auf­grund des vie­len Zu­ckers noch wäh­rend des Films ein­schla­fe und des­halb am nächs­ten Tag nicht den Bauch­um­fang ei­nes Su­per­mo­dels, son­dern den ei­ner Olym­pia­sie­ge­rin im Ku­gel­sto­ßen habe.

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Schlitten basteln - Anleitung und Schablonen

Als Kind der baye­ri­schen Ber­ge habe ich Glück, denn im­mer wenn die Schnee­fall­gren­ze un­ter 1000 Me­ter sinkt, darf ich mich am küh­len Weiß er­freu­en. Mö­gen Sie auch den Ge­ruch von frisch ge­fal­le­nem Schnee so sehr? Im­mer wenn ich die­sen wahr­neh­me, ver­wand­le ich mich zum Ot­ter, zu­min­dest was den Spiel­trieb an­geht. Ich stamp­fe dann mü­he­voll wei­ße Hü­gel hin­auf nur um die­se da­nach quietsch­fi­del hin­un­ter­zu­schlit­tern, also ge­nau wie ein Ot­ter, nur mit dem Un­ter­schied, dass sich zwi­schen mir und dem Schnee noch mein Schlit­ten be­fin­det.

And here it is, the per­fect slide - a group slide. Here is a fa­mi­ly of ot­ters who rol­ling down a moun­tain [...].

Na­tio­nal Geo­gra­phic: Ot­ter Cha­os. youtube.com (12/2015).

Bild von PapierschlittenDie Nord­eu­ro­pä­er der Jung­stein­zeit hät­ten sich in je­nen Ta­gen wohl nicht im Traum vor­stel­len kön­nen, dass ihre Nach­fah­ren ein­mal auf ih­rer bahn­bre­chen­den Er­fin­dung, nur so aus Spaß, ei­nen Berg hin­un­ter­sau­sen. Schließ­lich wa­ren die ers­ten Holz­schlit­ten eine rie­sen­gro­ße Ar­beits­er­leich­te­rung für Holz­fäl­ler, Bau­meis­ter und Jä­ger. Denn be­reits im Neo­li­thi­kum spann­ten die fin­di­gen Men­schen erst Hun­de und spä­ter Och­sen vor ihre Schlit­ten, um die schwe­ren Ma­te­ria­li­en nicht nur über Schnee, son­dern auch über Gras und Step­pe von den Tie­ren trans­por­tie­ren zu las­sen.

Woo­den sled­ges are first known, by at least 7000 BC, among com­mu­ni­ties li­ving by hun­ting and fi­shing in nor­t­hern Eu­ro­pe [...].

Gas­coig­ne, Bam­ber: The sledge: 7000-4000 BC. historyworld.net (12/2015).

Bild vom Davoser aus PapierAls im 4. Jahr­tau­send vor Chris­tus das Wa­gen­rad er­fun­den wur­de, war die Zeit der Schlit­ten als wirt­schaft­li­ches Trans­port­mit­tel wei­test­ge­hend be­en­det. Selbst in hö­her ge­le­ge­nen Re­gio­nen wie bei­spiels­wei­se dem säch­si­schen Erz­ge­bir­ge wa­ren Pfer­de­per­so­nen­post­schlit­ten eher Tou­ris­ten­at­trak­ti­on als Ar­beits­er­leich­te­rung für den Post­bo­ten. Das Schlit­ten­fah­ren als Hob­by und Win­ter­sport ent­wi­ckel­te sich erst im 19. Jahr­hun­dert. Aus­lö­ser war wohl das ers­te, in­ter­na­tio­na­le Schlit­ten­ren­nen, wel­ches im schwei­ze­ri­schen Da­vos statt­fand.

In Da­vos fand im Win­ter 1881-82 das ers­te Ren­nen vom Wolf­gang­pass nach Klos­ters statt.

Mül­ler, Reto: Win­ter­sport. hls-dhs-dss.ch (12/2015).

Bild von weihnachtlichem Schlitten aus PapierDer Aus­tra­li­er Ge­or­ge Ro­bert­son konn­te sei­ner­zeit die­sen Wett­kampf für sich ent­schei­den. Die da­mals ein­ge­setz­te Schlit­ten­form ist auch heu­te vor al­lem bei Kin­dern noch sehr be­liebt und wird seit­her als „Da­vo­ser” be­zeich­net. Be­reits 1924 wur­de der Bob­sport olym­pi­sche Dis­zi­plin, je­doch än­der­te sich hier­für die Schlit­ten­form und der „Bachmann-Schlitten” er­setz­te den „Da­vo­ser”. Na­tür­lich war frü­her ein Schlit­ten noch gro­ße und teu­re Hand­werks­kunst. Doch auch die arme Be­völ­ke­rung wuss­te sich zu hel­fen und bau­te sich ihre Win­ter­ge­fähr­te selbst. Die Ma­te­ria­li­en wa­ren güns­tig aber un­ge­wöhn­lich, an­stel­le von Flach­stahl für die Ku­fen wur­den bei­spiels­wei­se Tier­kno­chen ver­wen­det.

Man hat klei­ne Kin­der­schlit­ten noch bis ins 19. Jahr­hun­dert [...] be­nutzt, da be­stehen die Ku­fen aus Schien­bei­nen von Rin­dern oder Pfer­den. Man hat so­gar Rin­der­un­ter­kie­fer ver­wen­det [...] und auf die Zäh­ne ein Sitz­brett mon­tiert.

Fur­ger, And­res: Kul­tur­ge­schich­te des Schlit­tens. srf.ch (12/2015).

Bild von Davos Schlitten aus Papier von Fine Art Künsterlin Veronika Vetter (DAoCFrEak)

Als ech­ter Schlit­ten­fan blieb mir nichts an­de­res üb­rig, als ei­nen klas­si­schen, drei­di­men­sio­na­len „Da­vo­ser” aus Pa­pier zu bas­teln. Das drol­li­ge Ge­fährt ist 27 Zen­ti­me­ter lang und 13 Zen­ti­me­ter breit. Der Pa­pier­schlit­ten kann ge­zo­gen wer­den und ist äu­ßerst sta­bil, so­dass die­ser bei mir un­ter dem Weih­nachts­baum ei­nen Teil mei­ner Ge­schen­ke prä­sen­tiert. Und wenn Sie die­ses ge­schichts­träch­ti­ge Bas­tel­mo­tiv nach­bas­teln möch­ten, be­kom­men Sie nun die An­lei­tung und die Scha­blo­nen da­für.

Bastelanleitung für Papierschlitten

Bild von vier Grundelementen der SchlittenkufenFür das kom­plet­te Bas­tel­mo­tiv ver­wen­de­te ich Ton­pa­pier in fünf zu­ein­an­der­pas­sen­den Far­ben. Für die Zug­stan­ge nahm ich ei­nen 13 Zen­ti­me­ter lan­gen Schasch­lik­spieß und ein Sa­tin­band zur Hil­fe. Für die Ver­zie­rung ent­schied ich mich für klei­ne El­che aus Schrumpf­fo­lie. Als Bas­tel­werk­zeu­ge soll­ten Sie sich eine Sche­re, ein Bas­tel­mes­ser, Falz­beil samt Li­ne­al, ei­nen flüs­si­gen Kle­ber und mei­ne DIN A4 Bas­tel­scha­blo­nen (#1 /#2 /#3 /#4 /#5 /#6 /#7 /#8 /#9) zu­recht­le­gen.

Bild von doppelt verstärkten KufenIch be­gann mit Scha­blo­ne #1 und da­mit mit den Ku­fen des Schlit­tens. Ich fer­tig­te die Ele­men­te ins­ge­samt acht­mal aus zwei un­ter­schied­li­chen Ton­pa­pier­far­ben an und falz­te dar­auf­fol­gend die Knick- und Kle­be­l­i­ni­en mit ei­nem Falz­beil und ei­nem Li­ne­al. Gleich da­nach kleb­te ich im­mer zwei iden­ti­sche, un­ter­schied­lich far­bi­ge Ele­men­te auf­ein­an­der. Wich­tig: Die­ser Schritt wie­der­holt sich bei al­len Ein­zel­tei­len, die das Grund­ge­rüst des Pa­pier­schlit­tens be­tref­fen. Da­durch wird das Win­ter­ge­fährt noch sta­bi­ler.

Auf Scha­blo­ne #2 be­fin­den sich vier gleich­gro­ße Strei­fen. Die Vor­la­gen kleb­te ich an den Mar­kie­run­gen A, B und C zu­sam­men und fer­tig­te die­se da­nach zwei­mal aus Ton­pa­pier an. Durch die­se Ver­län­ge­rungs­me­tho­de er­hielt ich am Ende zwei Strei­fen, wo­von je­der ein­zel­ne 70 Zen­ti­me­ter lang ist. Im An­schluss nahm ich ein ver­stärk­tes Ku­fen­ele­ment von Scha­blo­ne #1 und kleb­te ei­nen lan­gen Strei­fen ein­mal rings­um die Kle­be­l­i­ni­en. Gleich da­nach ver­schloss ich das Stück mit dem zwei­ten Ku­fen­ele­ment.

Bild von zwei Papierkufen von einem SchlittenIch wie­der­hol­te di­rekt im An­schluss die Schrit­te mit mei­nen rest­li­chen Ein­zel­tei­len, so­dass schließ­lich zwei drei­di­men­sio­na­le Pa­pier­ku­fen vor mir la­gen. Zum Ver­klei­den der Kle­be­l­i­ni­en ver­län­ger­te ich die Ele­men­te von Scha­blo­ne #3 nach dem glei­chen Prin­zip. Die bei­den eben­falls 70 Zen­ti­me­ter lan­gen Strei­fen kleb­te ich zu gu­ter Letzt über die Ober- und Un­ter­sei­te mei­ner Ku­fen. Da­mit habe ich die Lauf­flä­chen mei­nes Schlit­tens fer­tig­ge­stellt.

Stabile Konstruktion durch Quer- und Längsbalken

Bild von Längsbalken für PapierschlittenDa­mit mein klei­ner „Da­vo­ser” auch mü­he­los Las­ten tra­gen kann, habe ich mir eine Bal­ken­kon­struk­ti­on ein­fal­len las­sen. Da­für fer­tig­te ich das Ele­ment von Scha­blo­ne #4 (Längs­stre­ben) zwölf­mal und von Scha­blo­ne #5 (Quer­stre­ben) sechs­mal aus zwei un­ter­schied­li­chen Ton­pa­pier­far­ben an. Ich kleb­te wie­der zwei iden­ti­sche Tei­le mit un­ter­schied­li­cher Far­be zur Ver­stär­kung auf­ein­an­der.

Bild vom Einkleben der Längsstreben in die KufenFol­gend falz­te ich von den ins­ge­samt neun Pa­pier­ele­men­ten die Knick- und Kle­be­l­i­ni­en und ver­kleb­te die­se dann mit sich selbst zu klei­nen Schach­teln, die aus­se­hen wie Pom­mes fri­tes, zu­sam­men. Die ins­ge­samt sechs Längs­stre­ben kleb­te ich dar­auf­fol­gend in die Lö­cher der Ku­fen ein. Hin­weis: Ar­bei­ten Sie hier­bei mir viel flüs­si­gem Kle­ber, die Stre­ben dür­fen sich nicht mehr aus den Lö­chern ent­fer­nen las­sen.

Bild davon, wie das Grundgerüst des Schlittens aus Papier erkennbar wirdNach­dem die Längs­stre­ben ge­trock­net wa­ren, kleb­te ich die­se in die Lö­cher der Quer­stre­ben ein. Da­durch kann der schi­cke Schlit­ten be­reits sta­bil ste­hen. In die vor­de­re In­nen­sei­te der bei­den Ku­fen schnitt ich zu­vor zwei Lö­cher mit­hil­fe ei­nes Bas­tel­mes­ser ein. In die bei­den Lö­cher kleb­te ich mei­ne Zug­stan­ge, die aus ei­nem 13 Zen­ti­me­ter lan­gen Schasch­lik­spieß be­steht.

Bunter, geflochtener Sitz für Papierschlitten

Bild von zwei blauen SitzstangenUm über je­den Zwei­fel, was die Sta­bi­li­tät be­tritt, er­ha­ben zu sein, fer­tig­te ich des Wei­te­ren die zwei lan­gen Sitz­stan­gen von Scha­blo­ne #6 glei­cher­ma­ßen wie die Bal­ken von Scha­blo­ne #4 und #5 an. Die Sitz­flä­che des Schlit­tens habe ich aus drei un­ter­schied­li­chen Ton­pa­pier­far­ben ge­floch­ten. Die Vor­la­ge für die 34 Pa­pier­strei­fen be­fin­det sich auf Scha­blo­ne #7. Tipp: Ver­wen­den Sie hier­für Far­ben, die Sie bis­her noch nicht im Pa­pier­schlit­ten ver­ar­bei­tet ha­ben.

Ich leg­te mei­ne bei­den Sitz­stan­gen ne­ben­ein­an­der und ver­band die­se, in­dem ich 21 Strei­fen quer, in ab­wech­seln­der Farb­fol­ge, an­kleb­te. Die 13 rest­li­chen Pa­pier­strei­fen habe ich im An­schluss von der Längs­sei­te nach­ein­an­der ein­ge­floch­ten. Die über­ste­hen­den Strei­fen schnitt ich vor­ne und hin­ten ein­fach mit ei­ner Sche­re ab und kleb­te die En­den an den Quer­strei­fen fest. Die bei­den Sitz­stan­gen mit dem ge­floch­te­nen Sitz kleb­te ich nach­fol­gend vor­ne an den Ku­fen und in der Mit­te an den Quer­stre­ben mit viel flüs­si­gem Kle­ber fest.

Der „Davoser” wird geschmackvoll verziert

Bild von den Eisen an den KufenDie Ei­sen an den Ku­fen si­mu­lier­te ich mit zwei lan­gen Pa­pier­strei­fen, die ich von Scha­blo­ne #8 ver­län­gert, an­ge­fer­tigt und auf­ge­klebt habe. Die Zug­stan­ge be­mal­te ich pas­send zum Schlit­ten­de­sign und das Zug­band ist ein stil­vol­les Sa­tin­band, wel­ches ich eben­falls farb­lich ab­ge­stimmt habe. Mit­hil­fe ei­nes Mo­tiv­lo­chers stanz­te ich mir au­ßer­dem noch sechs El­che aus Schrumpf­fo­lie aus und kleb­te die­se als letz­te De­ko­ra­ti­on an die Au­ßen­sei­ten der Quer­stre­ben fest. Die klei­nen El­che be­fin­den sich je­doch eben­so auf Scha­blo­ne #9. Nach die­sem Ar­beits­schritt hat­te ich mei­ne klei­ne Win­ter­de­ko­ra­ti­on fer­tig­ge­stellt.

Fazit und wilde Rodelurlaube

Bild von zwei schönen WinterschlittenDer „Da­vo­ser” ist des­halb ein an­spruchs­vol­le­res Bas­tel­mo­tiv, da ein sehr ge­nau­es Ar­bei­ten er­for­der­lich ist, da­mit er zum ei­nen sym­me­trisch aus­sieht und zum an­de­ren die Ku­fen gut und ge­ra­de lau­fen. Da­für ist der Schlit­ten in Sa­chen Bas­tel­ma­te­ri­al sehr dank­bar und kos­ten­güns­tig her­zu­stel­len. Als Bas­tel­zeit habe ich un­ge­fähr vier Stun­den be­nö­tigt, wo­bei das Flech­ten des Sit­zes ei­nen Groß­teil der Zeit be­an­spruch­te.

Wie zu Be­ginn er­wähnt, bin ich ein ech­ter Schlit­ten­fan. So war ich Mit­te De­zem­ber wie­der ein­mal im Salz­bur­ger Land (Hoch­kö­nig) für ein paar Tage im Win­ter­ur­laub. Ei­gent­lich bin ich ja Ski­fah­rer, aber in die­sem Ski­ge­biet gibt es eine Alm (Ju­fen­alm), von der eine Ro­del­bahn ins Tal führt. Weil das so viel Spaß ge­macht hat und die Stre­cke auch am Abend be­leuch­tet war, bin ich von vier Ta­gen gan­ze drei nur Schlit­ten ge­fah­ren. Im Som­mer bin ich üb­ri­gens des Öf­te­ren auf der Som­mer­ro­del­bahn am Och­sen­kopf an­zu­tref­fen.

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Hirschgeweih aus Papier basteln - Anleitung

Aus Sicht ei­nes Grün­rocks gibt es wohl nichts Be­frie­di­ge­r­en­des als der Aus­ruf „Waid­manns­heil!” nach ei­nem Kam­mer­schuss auf Rot- oder Dam­wild. Be­son­ders be­gehrt als Tro­phäe ist das Hirsch­ge­weih des sel­te­nen, je­doch un­ge­fähr­de­ten Rot­hir­sches. Präch­tig thront solch ein Ge­weih nicht nur über dem Ka­min in Jagd­schlös­sern und Hüt­ten, son­dern auch bei vor al­lem wohl­ha­ben­den Städ­tern im Spei­se­saal oder Ate­lier.

Bild von Geweih aus Papier auf TrophäentafelEin voll­stän­di­ges, ge­feg­tes Rot­hirsch­ge­weih hat ei­nen ho­hen Samm­ler­wert und wird nur sehr sel­ten ver­kauft. Das Ge­weih muss sich je­doch dazu noch am Echt­schä­del auf ei­nem Tro­phä­en­brett be­fin­den und am bes­ten zehn oder mehr En­den ha­ben. Hin­ge­gen un­voll­stän­di­ge Ge­wei­he mit Kunst­schä­del sind so gut wie wert­los. Dies liegt dar­an, dass Rot­hir­sche jähr­lich ihre Kro­nen (Stan­gen) aus Kno­chen­sub­stanz ab­wer­fen, die da­nach von Wald­die­ben, Jä­gern und Förs­tern auf­ge­sam­melt wer­den.

[...] be­steht das Ge­weih des Rot­hir­sches nicht aus Horn, son­dern aus Kno­chen­sub­stanz. [...] dür­fen ab­ge­wor­fe­ne Stan­gen nicht vom Wald­bo­den auf­ge­sam­melt wer­den, da dies nach dem deut­schen Jagd­ge­setz ver­bo­ten ist [...].

Mey­er, Rei­nald: All­jähr­lich er­neu­ert der Rot­hirsch sein Ge­weih. blog.natuerlich-jagd.de (12/2015).

Bild von Profilansicht eines Hirschgeweihs mit NikolausmützeOb­wohl ich als Ve­ge­ta­ri­er und Tier­be­sit­zer mir nicht viel aus der Jagd ma­che aber na­tür­lich weiß, dass die­se wich­tig ist, um die schö­nen Wäl­der zu schüt­zen habe ich, wenn ich an Weih­nach­ten den­ke, das Bild ei­nes Hirsch­ge­weihs, wel­ches über ei­nen pras­seln­dem Ka­min hängt im Kopf. Dazu liegt drau­ßen me­ter­wei­se Schnee und ich sit­ze ge­müt­lich in ei­nem Ses­sel und trin­ke Ei­er­grog. Ent­we­der liegt dies am Zei­chen­trick­film bzw. am gleich­na­mi­gen Lied von Gene Au­try „Ru­dolph, the Red-Nosed Reinde­er” oder es ist ein evolut­o­ri­sches, un­ter­be­wuss­tes Jagd­be­dürf­nis, was auch er­klä­ren wür­de, war­um im­mer mehr Frau­en das grü­ne Ab­itur er­wer­ben.

Noch vor 20 Jah­ren be­trug der Frau­en­an­teil un­ter den Jä­gern knapp ein Pro­zent. Heu­te ist je­der zehn­te Jagd­schein­in­ha­ber eine Frau.

Ha­ge­mann, Anne-Nikolin: Frau­en auf der Jagd. sueddeutsche.de (12/2015).

Bild von Rotwildgeweih an der Wand aus PapierIch habe mir also über­legt, wie ich an mein Rot­hirsch­ge­weih zu Weih­nach­ten kom­me. Zum Kau­fen ei­nes Samm­ler­stü­ckes fehlt mir das nö­ti­ge Klein­geld, und auch wenn heut­zu­ta­ge nicht mehr wie zu Zei­ten Wil­helm Tells die Arm­brust ge­gen das Wild ge­rich­tet wird, son­dern der Jä­ger kom­for­ta­bel aus 200 Me­tern Ent­fer­nung mit Ge­wehr samt Ziel­fern­rohr an­legt, kommt auch die­se Be­schaf­fungs­me­tho­de für mich nicht in­fra­ge. Also habe ich mir eine mäch­ti­ge Rot­wild­tro­phäe ein­fach selbst aus Pa­pier ge­bas­telt.

Bild von weihnachtlichem Hirschgeweih aus Papier

Ob­wohl mein präch­ti­ger Wand­schmuck 37 Zen­ti­me­ter hoch und 33 Zen­ti­me­ter breit ist, habe ich ei­nen Rat des eins­ti­gen Jä­gers aus Uri be­folgt und dar­auf ge­ach­tet, dass das Hirsch­ge­weih aus Pa­pier auch dank der Steck­tier­tech­nik ein­fach von Kin­dern nach­ge­bas­telt wer­den kann, denn:

TELL: Früh übt sich, was ein Meis­ter wer­den will.

Schil­ler, Fried­rich: Wil­helm Tell. Durch­ge­se­he­ne Aus­ga­be. Stutt­gart: Phil­lip Re­clam jun. GmbH & Co. KG 2000.

Ich schil­de­re Ih­nen nun, wie Sie ein prunk­vol­les Hirsch­ge­weih aus Pa­pier bas­teln kön­nen, und gebe Ih­nen dazu mei­ne Scha­blo­nen an die Hand. Au­ßer­dem zei­ge ich Ih­nen, dass die ge­krön­te Wand­ta­fel im Hand­um­dre­hen zu ei­ner ver­gnüg­ten Weih­nachts­de­ko­ra­ti­on um­funk­tio­niert wer­den kann.

Bastelanleitung für Hirschgeweih

Bild von zwei schwarzen WellpappenelementenAls Ba­sis­ma­te­ri­al für das Hirsch­ge­weih ver­wen­de­te ich schwar­ze Well­pap­pe so­wie Ton­pa­pier in Grün, Rot und in drei Braun­tö­nen. Für das Hirsch­ge­sicht nahm ich au­ßer­dem noch klei­ne, schwar­ze und rote Pom­pons zur Hil­fe. Als Werk­zeu­ge ka­men eine Sche­re, flüs­si­ger Kle­ber, ein Bas­tel­mes­ser, ein Eyelet-Setter, brau­ne Mal­kas­ten­far­be und mei­ne DIN A4 Bas­tel­scha­blo­nen (#1 /#2 /#3 /#4 /#5 /#6 /#7 /#8 /#9 /#10 /#11 /#12 /#13 /#14) zum Ein­satz.

Bild vom Kleben des TrophäenbrettsOp­tio­nal: Für die weih­nacht­li­che Va­ri­an­te soll­ten Sie sich des Wei­te­ren noch 3D Kunst­schnee, eine klei­ne Ni­ko­laus­müt­ze und klei­ne Fimo Ge­schen­ke be­reit­le­gen. Ich be­gann mit den Scha­blo­nen #1 - #3 und da­mit mit dem Tro­phä­en­brett. Alle Ele­men­te der Scha­blo­nen fer­tig­te ich zu­nächst zwei­mal aus schwar­zer Well­pap­pe und Ton­pa­pier an.

Bild von zwei WappenplattenIm An­schluss kleb­te ich im­mer zwei iden­ti­sche Well­pap­pen­ele­men­te auf­ein­an­der. Wich­tig: Ich kleb­te die Well­pap­pe so, dass die Ril­len in­nen lie­gen. Dar­auf­fol­gend ver­klei­de­te ich die drei schwar­zen Ein­zel­tei­le mit den gleich­ar­ti­gen Ton­pa­pier­ele­men­ten. Hin­weis: Das mit­tel­gro­ße Ele­ment fer­tig­te ich aus grü­nem Ton­pa­pier an, die an­de­ren aus rot­far­bi­gem Pa­pier.

Bild vom Zusammenkleben des TrophäenbrettsMit­hil­fe ei­nes Bas­tel­mes­sers schnitt ich nun die Ein­schnit­te (sie­he Scha­blo­nen) in die ein­zel­nen Plat­ten und stanz­te die Lö­cher zum Auf­hän­gen mit ei­nem Eyelet-Setter ein. Gleich da­nach kleb­te ich mei­ne drei wap­pen­ähn­li­chen Ein­zel­tei­le der Grö­ße nach zu ei­nem sta­bi­len Tro­phä­en­brett aus Pa­pier auf­ein­an­der. Hier­bei ist es be­son­ders wich­tig, dass die Ein­schnit­te sym­me­trisch über­ein­an­der­lie­gen. Even­tu­ell müs­sen Sie hier nach dem Kle­ben noch ein­mal nach­schnei­den bzw. nach­stan­zen.

Schädel des Rothirsches zusammenstecken

Grund­sätz­li­ches: Auf den Scha­blo­nen #4 - #11 be­fin­det sich der Schä­del des Hir­sches (ins­ge­samt 14 Ein­zel­tei­le) und auf Scha­blo­ne #12 sind die Oh­ren zu fin­den (4 Ele­men­te). Alle Scha­blo­nen­tei­le habe ich wie beim Tro­phä­en­brett in­nen zwei­mal mit schwar­zer Well­pap­pe ver­stärkt und au­ßen mit Braun­tö­nen aus Ton­pa­pier ver­klei­det.

Zu­al­ler­erst fer­tig­te ich die bei­den Grund­pfei­ler des Schä­dels von Scha­blo­ne #4 an und steck­te die­se in die bei­den Ein­schnit­te des Tro­phä­en­bretts. An­schlie­ßend be­strich ich die bei­den Ein­steck­la­schen der Grund­pfei­ler mit flüs­si­gem Kle­ber und knick­te die­se um, so­dass die­se fest an der Hin­ter­sei­te des Tro­phä­en­bretts fest­kleb­ten. Alle fol­gen­den Ein­zel­tei­le der Scha­blo­nen #5 - #11 habe ich da­nach der Rei­he nach von oben nach un­ten in die Grund­pfei­ler ein­ge­steckt.

Bild von Rothirschschädel aus Papier auf TrophäenbrettMit den klei­nen Steck­ele­men­ten von Scha­blo­ne #11 für die Stirn des Rot­hirsch­kop­fes ist der Schä­del so gut wie ab­ge­schlos­sen, es feh­len noch die Oh­ren von Scha­blo­ne #12. Auch die­se habe ich wie­der aus ei­nem Ge­misch aus Well­pap­pe und Ton­pa­pier an­ge­fer­tigt, nur habe ich dies­mal zwei un­ter­schied­li­che Braun­tö­ne ver­wen­det. So ist das In­ne­re der Oh­ren hell­braun und die Oh­ren selbst dun­kel­braun. Wich­tig: Die Oh­ren kleb­te ich hin­ter das be­reits ein­ge­steck­te Ele­ment von Scha­blo­ne #8.

Rothirsch bekommt sein königliches Geweih

Mein Rot­hirsch ist ein präch­ti­ger Vier­zehn­en­der, sein Ge­weih be­steht aus 8 Steck­ele­men­ten, die wie bis­her je­des Ele­ment aus Well­pap­pe und Ton­pa­pier (dun­kel­braun) be­stehen.

Nach­dem ich die bei­den gro­ßen Stan­gen­ele­men­te von Scha­blo­ne #13 an­ge­fer­tigt hat­te, steck­te ich die klei­nen Ver­zwei­gun­gen von Scha­blo­ne #14 in die Ein­schnit­te (sie­he Scha­blo­nen). Die fer­tig­ge­stell­te Kro­ne des Haar­wil­des kleb­te ich rechts und links an die Hin­ter­sei­te des Schä­del­ele­ments von Scha­blo­ne #9. Wich­tig: Das Ge­weih ist sehr schwer, ver­wen­den Sie des­halb aus­rei­chend flüs­si­gen Kle­ber und las­sen Sie das Gan­ze ei­ni­ge Zeit gut an­trock­nen.

Bild vom Bemalen des Hirschgeweihs mit WasserfarbenIm An­schluss küm­mer­te ich mich um die Schön­heits­kor­rek­tu­ren. Ich nahm also brau­ne Was­ser­far­ben und ei­nen Pin­sel zur Hand und mar­mo­rier­te zu­nächst mein ge­feg­tes Pa­pier­ge­weih so­lan­ge, bis es ver­wit­tert aus­sah. Da­nach färb­te ich auch die Zwi­schen­räu­me der Steck­ele­men­te des Schä­dels mit ei­nem pas­sen­den Braun­ton ein. Das Ge­sicht der Jagd­tro­phäe hielt ich be­wusst spar­ta­nisch.

Bild von Nase und Augen des PapierhirschesNase und Au­gen be­stehen aus ro­ten und schwar­zen Pom­pons und die­se habe ich ein­fach, sym­me­trisch zu­ein­an­der auf die Pa­pier­ele­men­te ge­klebt. Da­nach ist mein klas­si­sches Hirsch­ge­weih aus Pa­pier ein­satz­be­reit und kann über das Loch am Tro­phä­en­brett an der Wand auf­ge­han­gen wer­den. Mein Bas­tel­mo­tiv soll je­doch als aus­ge­fal­le­ne Weih­nachts­de­ko­ra­ti­on fun­gie­ren.

Bild von Rudolpf Rentier GeweihDes­halb kleb­te ich mit­tig auf den Schä­del eine klei­ne Ni­ko­laus­müt­ze aus Stoff und ver­zier­te das Ge­weih noch mit 3D Kunst­schnee. Um den Hals kleb­te ich au­ßer­dem noch vier klei­ne Tan­nen­zwei­ge, die ich mir aus dun­kel­grü­nem Ton­pa­pier zu­recht­schnitt. Auch die­se Zwei­ge be­netz­te ich leicht mit dem Kunst­schnee und kleb­te ab­schlie­ßend noch klei­ne, bun­te Fimo Ge­schen­ke auf.

Fazit

Bild von Gesicht eines Rothirsches aus Papier mit NikolausmützeIch per­sön­lich lie­be ja drei­di­men­sio­na­le und sta­bi­le Bas­tel­mo­ti­ve, bei de­nen man auch was in der Hand hat. Wenn es Ih­nen ge­nau­so geht, dann ist die­ses Hirsch­ge­weih aus Pa­pier ge­nau das Rich­ti­ge für Sie. Die ver­wen­de­te Steck­tier­tech­nik ist wirk­lich kin­der­leicht, da sich die Schrit­te im­mer wie­der­ho­len, je­doch ist der ge­krön­te Wand­schmuck tat­säch­lich ein sehr auf­wen­di­ges Mo­tiv, für wel­ches ich zir­ka vier Stun­den Bas­tel­zeit be­nö­tig­te. Mein Rot­hirsch hängt bei mir über ei­ner Kom­mo­de, auf der sich der­zeit Weih­nachts­de­ko be­fin­det, im Flur. Je­der, der die­ses Pa­pier­ge­weih bis­her live be­gut­ach­ten durf­te, war be­geis­tert. Selbst der Hei­zungs­ab­le­ser woll­te es mir ab­kau­fen und bei sich in die Dienst­stel­le hän­gen.

Be­kannt­lich wird Rot­wild in Deutsch­land ge­jagt, da es die Trie­be und die Rin­de jun­ger Bäu­me frisst und so­mit den Wald nach­hal­tig schä­digt. In­ter­es­sant da­bei ist, dass Rot­hir­sche ei­gent­lich be­son­ders ger­ne Gras fres­sen und sich lie­ber auf Wie­sen, als im Wald auf­hal­ten wür­den. Ihre In­tel­li­genz wird ih­nen je­doch zum Ver­häng­nis, denn sie ha­ben sich im Lau­fe der Zeit ge­merkt, dass dort der Jä­ger war­ten könn­te, blei­ben des­halb im Wald und na­gen da­durch na­tür­lich noch mehr an den Bäu­men.

Rot­hir­sche sind sehr sen­si­bel, sehr in­tel­li­gent und sehr lern­fä­hig. Der Ab­schuss ei­nes Her­den­mit­glieds be­deu­tet eine ne­ga­ti­ve Er­fah­rung, die nicht ver­ges­sen wird.

Freun­des­kreis Na­tio­nal­park Schwarz­wald e.V.: Der Rot­hirsch ist der Platz­hirsch. pro-nationalpark-schwarzwald.de (12/2015).

Wie Sie se­hen, ist es im­mer eine sehr schwe­re Auf­ga­be Forst­wirt­schaft, Tou­ris­mus, Natur- und Tier­schutz im Gleich­ge­wicht zu hal­ten. Ich bin froh, dass ich mir bei mei­ner künst­li­chen Jagd­tro­phäe um sol­che Din­ge kei­ne Sor­gen ma­chen muss.

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