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Pumps: Damenschuhe aus Papier basteln - Anleitung

Do­mi­nan­te Frau­en mit Aus­strah­lung tra­gen Pumps. Kein Wun­der, schließ­lich wur­den ge­schlos­se­ne Halb­schu­he mit ho­hem Ab­satz ei­gent­lich für männ­li­che Fürs­ten ent­wor­fen. Aus die­sem Grund wer­den Pumps im Eng­li­schen auch Hof­schu­he (court shoes) ge­nannt. Je hö­her an den kö­nig­li­chen Hö­fen der Re­nais­sance der ge­sell­schaft­li­che Stand ei­nes Man­nes war, umso hö­her durf­ten sei­ne Schuh­ab­sät­ze sein.

Bild von teuflischer Domina aus Fimo mit hochhackigem Damenschuh aus Papier. Gebastelt von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinWer dem Hoch­adel an­ge­hör­te, der konn­te so­mit High Heels tra­gen, vor de­nen selbst New Yor­ker Drag Queens krei­schend da­von­lau­fen wür­den. Hin­ge­gen die Füße der Adels­da­men wa­ren sei­ner­zeit mit ho­hen ab­satz­lo­sen Pla­teau­schu­hen mit durch­ge­hen­der Soh­le ge­schmückt. Wenn ein spät­mit­tel­al­ter­li­cher Kö­nig mit sei­ner Frau ei­nen Spa­zier­gang mach­te, war es dem­zu­fol­ge nichts Un­ge­wöhn­li­ches, dass Die­ner ihre Ma­jes­tä­ten für ei­nen si­che­ren Gang stüt­zen muss­ten.

The true pre­cur­sors the Pumps/Court Shoe came from the me­di­eval fa­shion tra­di­ti­ons of the wealt­hy class of ru­lers and po­li­ti­ci­ans in Re­nais­sance coun­tries [...]. At one point of histo­ry, pat­tens and cho­pi­nes were so big that wea­rer had to use help of the ser­vants to walk in them.

An­ony­mous: Histo­ry of Pumps/Court Shoes. shoeshistoryfacts.com (02/2017).

Pumps zwin­gen zu ei­ner auf­rech­ten Kör­per­hal­tung und las­sen den Trä­ger da­durch selbst­be­wusst auf­tre­ten.

Frau­en, die Pumps tra­gen gel­ten als se­xu­ell at­trak­tiv und an­griffs­lus­tig.

Kröll, Fa­bi­an: Pumps: Zeit­lo­ser Klas­si­ker. erdbeerlounge.de (02/2017).

Collage of Military Pumps out of Paper. Crafted by Veronika Vetter (DAoCFrEak) Fine Artist

Dass Pumps er­fun­den wur­den, um Män­ner­kör­pern zu schmei­cheln wird auch dar­an er­sicht­lich, dass vor al­lem Frau­en mit ei­ner eher kna­ben­haf­ten V-Figur Schu­he mit Ab­satz tra­gen soll­ten. Durch die stei­le Fuß­stel­lung in die­sen Schu­hen wird die Bein­li­nie ver­län­gert, was ga­lant von den brei­ten Schul­tern und der schma­len Hüf­te ab­lenkt. Für die Her­ren der Schöp­fung wa­ren Pumps zu­dem Nutz­schu­he. Denn mit kei­nem an­de­ren Schuh­werk konn­te man zu Pfer­de treff­si­che­rer mit Pfeil und Bo­gen schie­ßen.

The heel hel­ped sol­di­ers’ feet stay put in the stir­rups while they shot their bow and ar­rows.

Buzz­Fee­dYel­low: The Histo­ry Of High Heels. youtube.com (02/2017).

Picture of women shoes for Bushcraft. Created by Veronika Vetter Fine ArtistIm Zeit­al­ter der Auf­klä­rung re­du­zier­te sich die Ab­satz­hö­he und bei­de Ge­schlech­ter tru­gen Pumps. Wäh­rend­des­sen die Her­ren den brei­ten Block­ab­satz be­vor­zug­ten, wa­ren Da­men­schu­he mit Pfen­nig­ab­sät­zen be­stückt. Vor al­lem der eit­le Son­nen­kö­nig Lud­wig XIV. kom­bi­nier­te ger­ne wei­ße Strümp­fe mit schnei­di­gen Pumps, die eine rote Soh­le und ei­nen ro­ten Ab­satz hat­ten. Und da­mit geist­lo­se Fa­shion Vic­tims sei­nen skur­ri­len Mo­de­stil nicht ein­fach ko­pier­ten, durf­ten in Frank­reich aus­schließ­lich Mit­glie­der sei­nes Ho­fes eben­falls Schu­he mit ro­ten Ab­sät­zen tra­gen.

In the 1670s, Lou­is XIV is­sued an edict that only mem­bers of his court were al­lo­wed to wear red heels.

Kre­mer, Wil­liam: Why did men stop wea­ring high heels? bbc.com (02/2017).

Bild von sexy Domina aus Modelliermasse zusammen mit Pumps. Hoher Absatz zum Eier treten. Gebastelt von Veronika Vetter (DAoCFrEak) Fine Art KünstlerinWäh­rend der Fran­zö­si­schen Re­vo­lu­ti­on häng­te man mit den Ad­li­gen auch gleich Schu­he mit Ab­satz an den Na­gel. Erst als Mit­te des 19. Jahr­hun­derts Shop­ping zum Hob­by wohl­ha­ben­der Frau­en wur­de, gab es wie­der eine Nach­fra­ge nach Pumps. Die neu­en Mo­del­le wa­ren al­ler­dings we­sent­lich fe­mi­ni­ner und nur noch für zar­te Frau­en­fü­ße ge­macht. Seit­dem ha­ben sich Pumps zur be­lieb­tes­ten Frau­en­schuh­form al­ler Zei­ten ent­wi­ckelt.

For al­most forty ye­ars, heels were not to be found in fa­shion­ab­le Wes­tern foot­we­ar. By the mid-1800s [...] ci­ties such as Pa­ris and New York us­he­red in an age of pro­me­na­ding, café-going, and window-shopping. [...] The high heel, which re­ap­peared at this time, was now seen as a dis­tinct­ly fe­mi­ni­ne form of foot­we­ar.

Cob­ban, Anne: High Step­ping. allaboutshoes.ca (02/2017).

Bild von Stöckelschuhen mit Camouflagemuster. Selbst gebastelt von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinDie Ge­schich­te der Pumps hat mich beim Bas­teln sehr be­ein­flusst. Mei­ne ho­hen Pa­pier­schu­he soll­ten sehr au­to­ri­tär und hoch­mü­tig sein so­wie Sex-Appeal aus­strah­len. Am liebs­ten wäre es mir, wenn sich de­vo­te Fuß­fe­ti­schis­ten beim An­blick der ty­ran­ni­schen Da­men­schu­he vor Schreck das Safe­word in Er­in­ne­rung ru­fen wür­den. Dies woll­te ich zum ei­nen da­durch er­rei­chen, in­dem ich die Pumps mit dem Ca­mou­fla­ge­mus­ter der US-Marines (MARPAT Wood­land) be­mal­te. Zum an­de­ren reiz­te ich die mög­li­che Ab­satz­hö­he mit neun Zen­ti­me­tern voll aus. Ab ei­nem Ab­satz von zehn Zen­ti­me­tern wer­den Da­men­schu­he be­kannt­lich als Sti­let­tos oder High Heels be­zeich­net.

Pumps mit Camouflagemuster aus Papier. Gebastelt von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Mei­ne Pumps aus Pa­pier sind 16 Zen­ti­me­ter lang, 6,5 Zen­ti­me­ter breit und 13 Zen­ti­me­ter hoch. Da­mit Sie die­se schi­cken Schüh­chen auch bald Ihr Ei­gen nen­nen kön­nen, er­zäh­le ich Ih­nen nun Schritt für Schritt, wie ich mei­ne Ex­em­pla­re her­ge­stellt habe.

Pumps aus Papier basteln

Bild vom Kleben der Innensohle eines Pumps aus PapierAb­ge­se­hen von der Zwi­schen­soh­le aus Moos­gum­mi, ver­wen­de­te ich für das ge­sam­te Kon­strukt des Da­men­schuhs Ton­pa­pier. Für die Ver­zie­run­gen nahm ich zu­dem ein brau­nes Sa­tin­band zur Hil­fe. Hin­ge­gen das grü­ne Ca­mou­fla­ge­mus­ter mal­te ich mit un­ter­schied­li­chen Acryl­far­ben auf. Als Werk­zeu­ge soll­ten Sie sich au­ßer­dem eine Sche­re, ein Falz­beil samt Li­ne­al, et­was flüs­si­gen Kle­ber, ei­nen Eyelet-Setter, ein ge­wöhn­li­ches Feu­er­zeug und mei­ne DIN A4 Bas­tel­scha­blo­nen (#1 /#2 /#3 /#4 /#5 /#6) zu­recht­le­gen.

Hin­weis: Selbst die dünns­te Stel­le des Da­men­schuhs hat eine Gram­ma­tur von 260 g/m², was dar­an liegt, dass ich sämt­li­che Ein­zel­tei­le der Scha­blo­nen ver­stärkt habe. Dazu fer­tig­te ich je­des Ele­ment stets zwei­mal aus Ton­pa­pier an. An­schlie­ßend kleb­te ich alle iden­ti­schen Stü­cke sym­me­trisch auf­ein­an­der.

Collage mit Anleitungsschritten: Basteln von grünen Pumps. Schuhquartier und Einlass. Erstellt von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Ich be­gann mit der In­nen­soh­le von Scha­blo­ne #1. Nach dem Ver­stär­ken mal­te ich am Fer­sen­be­reich die Schuh­grö­ße 37 als op­tio­na­les Gim­mick auf.

  • Dazu fer­tig­te ich die Stem­pel­vor­la­ge der Scha­blo­ne an und leg­te die­se auf die Ton­pa­pier­soh­le. Im An­schluss nahm ich ein Make-up Schwämm­chen so­wie ein Stem­pel­kis­sen zur Hand und fuhr da­mit über die klei­nen Aus­spa­run­gen.
  • Als Nächs­tes bas­tel­te ich die Sei­ten des Pumps, die auch als Quar­tier be­zeich­net wer­den. Da­für fer­tig­te ich die bei­den Ele­men­te von Scha­blo­ne #2 je­weils zwei­mal aus Ton­pa­pier an. Wich­tig: Vor dem Ver­stär­ken stanz­te ich in zwei der vier Ein­zel­tei­le klei­ne Lö­cher (sie­he Scha­blo­ne) mit­hil­fe mei­nes Eyelet-Setters ein.
  • Nach­dem ich die Knick- und Kle­be­li­ni­en der bei­den prä­pa­rier­ten Sei­ten­ele­men­te ge­falzt hat­te, kleb­te ich die­se links und rechts an der Soh­le fest. Hin­weis: Da­mit sich bei­de Ein­zel­tei­le auch ex­akt ge­gen­über­la­gen, leg­te ich noch­mals die Soh­len­vor­la­ge von Scha­blo­ne #1 auf die Ton­pa­pier­soh­le, um die bei­den hin­te­ren Kle­be­punk­te leich­ter aus­fin­dig ma­chen zu kön­nen.

Die Rück­sei­te des Pumps wird auch Ein­lass ge­nannt und be­fin­det sich auf Scha­blo­ne #3. Auch hier stanz­te ich vor dem Ver­stär­ken zehn klei­ne Lö­cher in die obe­re Ton­pa­pier­sei­te. Nach dem Fal­zen knick­te ich das Ele­ment leicht in der Mit­te und ver­schloss da­mit im An­schluss den hin­te­ren Soh­len­be­reich.

Maskuline Damenschuhe durch breite Schuhspitze

Da­mit mei­ne Pumps nicht all­zu fe­mi­nin aus­se­hen, habe ich das so­ge­nann­te Schuh­blatt und die Vor­der­kap­pe ver­hält­nis­mä­ßig breit ge­stal­tet. Die Ele­men­te da­für be­fin­den sich auf Scha­blo­ne #4. Zu­al­ler­erst fer­tig­te ich wie­der sämt­li­che Ein­zel­tei­le der Bas­tel­vor­la­ge aus Ton­pa­pier an. Dar­auf­hin stanz­te ich in die Au­ßen­sei­te des Schuh­blatts sechs klei­ne Lö­cher ein und ver­stärk­te erst ein­mal nur die­ses Ele­ment.

  • Wich­tig: Nach dem Fal­zen der Knick- und Kle­be­li­ni­en brach­te ich nur die in­ne­re Ver­stär­kung der Vor­der­kap­pe am be­reits fer­tig­ge­stell­ten Schuh­blatt an.

Bild von breiter Spitze eines PapierpumpsDie­ses Kon­strukt kleb­te ich dann gleich dar­auf vor­ne an der In­nen­soh­le fest. Mit der üb­rig ge­blie­be­nen Au­ßen­sei­te der Vor­der­kap­pe ver­klei­de­te ich nun sämt­li­che Kle­be­laschen der Schuh­spit­ze. Tipp: Um die re­la­tiv schar­fe Pa­pier­kan­te am Über­gang zwi­schen Schuh­blatt und Vor­der­kap­pe ab­zu­mil­dern, fuhr ich ei­ni­ge Male mit ei­nem fei­nen Schleif­pa­pier (Kör­nung 1000) dar­über.

Military Pumps haben massiven Trichterabsatz

Das Bas­teln des Schuh­ab­sat­zes ist der schwie­rigs­te Teil des ge­sam­ten Mo­tivs. Di­rekt beim Zu­recht­schnei­den der Ein­zel­tei­le von Scha­blo­ne #5 muss­te ich dar­auf ach­ten, dass beim trich­ter­för­mi­gen Ele­ment die Au­ßen­sei­te gleich­zei­tig die Lauf­soh­le ist.

Collage mit Anleitungsschritten: Hohen Absatz für Papierschuhe basteln. Erstellt von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Dem­entspre­chend ver­wen­de­te ich für die­ses Stück, ein mit punk­ten ge­präg­tes brau­nes Ton­pa­pier.

Bild vom Schuheinlass grüner Damenpumps aus PapierAn der Un­ter­sei­te des trich­ter­för­mi­gen Ein­zel­teils kleb­te ich dar­auf­hin das klei­ne stern­för­mi­ge Ele­ment fest. Da­bei war es wich­tig, dass die brau­ne Lauf­soh­le nach au­ßen zeig­te. Für die Ab­satz­rück­sei­te brach­te ich im An­schluss das größ­te Teil von Scha­blo­ne #5 an der bis­he­ri­gen Ab­satz­kon­struk­ti­on an. Den da­mit fer­tig­ge­stell­ten Trich­ter­ab­satz be­fes­tig­te ich dann mit vor­an­ste­hen­den Kle­be­laschen un­ten an der In­nen­soh­le.

  • Zu gu­ter Letzt ka­schier­te ich noch die un­schö­nen Za­cken, in­dem ich den Ver­klei­dungs­bo­gen hin­ten über die Ver­bin­dungs­stel­le zwi­schen Ab­satz und Schu­hein­lass kleb­te.

Bild von Unterseite eines grünen PapierpumpsAuch wenn der Ab­satz­schuh nun schon als sol­ches zu er­ken­nen war, fehl­ten noch Tei­le der Lauf­soh­le. Die­se be­fin­den sich auf Scha­blo­ne #6. Bei­de Ele­men­te der Vor­la­ge fer­tig­te ich ein­mal aus Moos­gum­mi und ein­mal aus mei­nem ge­präg­ten Ton­pa­pier an. Zu­al­ler­erst kleb­te ich mei­ne bei­den Moos­gum­mi­zwi­schen­soh­len un­ten auf die In­nen­soh­le und auf den Ab­satz­bo­den. Ab­schlie­ßend ver­klei­de­te ich das Gan­ze mit dem ge­punk­te­ten Ton­pa­pier.

Große Schuhmacherkunst durch feine Ziernähte

Zur Ver­ede­lung der Pa­pier­schu­he nahm ich ein dun­kel­brau­nes Sa­tin­band zur Hil­fe. Als Ers­tes ver­klei­de­te ich da­mit sämt­li­che Über­gangs­kan­ten. Da­durch be­kam der Ab­satz­bo­den und der ge­sam­te Soh­len­be­reich eine mar­kan­te Sil­hou­et­te. Als wei­te­re Be­son­der­heit schnitt ich mir aus dem Sa­tin­band eine fei­ne Zier­naht zu­recht. Das dün­ne Band zog ich dar­auf­hin ein­mal rings­um durch die ge­stanz­ten Lö­cher in der Nähe der Schaft­ab­schluss­kan­te. Die En­den der Naht kleb­te ich in den hin­te­ren Lö­chern des Ein­las­ses fest.

  • Tipp: Beim Schnei­den des Sa­tin­bands fiel mir auf, dass der Stoff zum Aus­fran­sen neigt. Des­halb ver­öde­te ich das Band zu­nächst mit­hil­fe der Flam­me ei­nes Feu­er­zeugs, be­vor ich es am Pa­pier­schuh be­fes­tig­te.

Picture of beautiful ladies high heel with Camouflage pattern for ball crushingNach dem Ver­edeln mei­nes Ab­satz­schuhs mal­te ich ein Ca­mou­fla­ge­mus­ter auf. Auf­grund des­sen, dass mei­ne Pumps eine dun­kel­grü­ne Au­ßen­sei­te hat­ten, muss­te ich mir le­dig­lich schwar­ze, brau­ne und beige­far­be­ne Acryl­far­be zu­recht­le­gen. Nach dem Be­ma­len leg­te ich mein Bas­tel­mo­tiv für cir­ca zwei Stun­den zum Trock­nen. Tipp: Um die Far­ben mit dem Pa­pier und dem Sa­tin­band ver­schmel­zen zu las­sen, be­sprüh­te ich mei­ne Schüh­chen als Fi­nish noch mit ei­nem mat­ten Acryl­lack.

Fazit: Das Basteln von Schuhen befeuert weibliches Verlangen

Mei­ne do­mi­nan­ten Da­men­schu­he sind ein mit­tel­schwe­res Mo­tiv. Zum An­fer­ti­gen ei­nes Paa­res be­nö­tig­te ich gut und ger­ne sechs Stun­den rei­ne Bas­tel­zeit. Ich fin­de es scha­de, dass Ur­su­la von der Ley­en wäh­rend ih­rer Amts­zeit als Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin im Ka­bi­nett Mer­kel III nie sol­che Pumps ge­tra­gen hat.

Bild von Tarnfleck Pumps mit hohem Absatz. Gebastelt von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinWie ist es bei Ih­nen? Schau­en Sie sich auch manch­mal ein­fach nur so Ihre Schu­he an? Mir geht es bei mei­nen sechs Paar Pumps so. Fast noch wie neu lie­gen mei­ne Ab­satz­schu­he im Ori­gi­nal­kar­ton auf ei­nem Schrank. Ob­wohl ich we­nig Ge­le­gen­heit habe mei­ne wert­volls­ten Be­sitz­tü­mer aus­zu­füh­ren, könn­te ich stän­dig neue Pumps kau­fen. Sie wer­den es viel­leicht nicht glau­ben, aber als ich beim Ent­wer­fen die­ser Pa­pier­schu­he war, flo­gen ech­te Mi­li­ta­ry Pumps aus Le­der wie von Geis­ter­hand in den Wa­ren­korb mei­nes Lieb­lings­on­line­shops. Sie nicht zu kau­fen war wohl das Schwers­te, was ich bis zu die­sem Zeit­punkt tun muss­te. Vor al­lem da mein Schuh­kon­tin­gent noch lan­ge nicht aus­ge­reizt ist.

So fand eine bri­ti­sche Stu­die her­aus, dass eine durch­schnitt­li­che, er­wach­se­ne Frau nicht mehr als 40 Paar Schu­he be­sitzt.

Sa­scha: Schu­he zum Aus­ma­len – Rät­sel­spie­le für Kin­der. gws2.de (02/2017).

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Kamin aus Papier basteln - Anleitung

Ken­nen Sie den ent­schei­den­den Un­ter­schied zwi­schen dem gro­ßen bö­sen Wolf und dem Weih­nachts­mann? Letz­te­rer lässt sich auch durch ein Feu­er im Ka­min­ofen nicht da­von ab­hal­ten, über den Schorn­stein in ein Haus zu ge­lan­gen. So kön­nen selbst die drei klei­nen Schwein­chen je­des Jahr an Hei­lig­abend ihre So­cken am Ka­min auf­hän­gen, um vom Weih­nachts­mann be­schenkt zu wer­den, ohne da­bei ihr Schutz­feu­er lö­schen zu müs­sen.

San­ta Claus is real and the fire in a sto­ve will not pre­vent him de­li­vering pres­ents.

Ba­gan, Sue: Is San­ta Claus Real? woodburningstoveslimited.com (12/2016).

Bild von Weihnachtsstern auf Kamin aus Papier. Gebastelt von Veronika Vetter (DAoCFrEak) Fine Art KünstlerinWis­sen Sie ei­gent­lich, war­um die Men­schen in an­gel­säch­si­schen Län­dern an Weih­nach­ten So­cken an den Ka­min hän­gen? Vor lan­ger Zeit soll es ein­mal ei­nen ar­men, bri­ti­schen Wit­wer ge­ge­ben ha­ben, der drei hei­rats­fä­hi­ge Töch­ter hat­te. We­der war es dem gu­ten Mann mög­lich sei­ne Kind­lein aus­rei­chend zu ver­sor­gen, noch konn­te er eine Mit­gift für zu­künf­ti­ge Schwie­ger­söh­ne be­zah­len. Der Le­gen­de nach stieg des­halb ei­nes Nachts der Hei­li­ge Sankt Ni­ko­laus in das Haus des Wit­wers ein und er­blick­te dar­auf­hin So­cken, wel­che die Töch­ter am Abend zum Trock­nen auf­ge­hängt hat­ten.

Die­se füll­te der freund­li­che Weiß­bart kur­zer­hand mit Gold­mün­zen auf. Von da an stell­ten die Töch­ter je­des Jahr in der­sel­ben Nacht Kek­se und Milch vor die Tür, um ih­rem Ret­ter in der Not zu dan­ken.

Die­se be­merk­ten die nun gut ver­sorg­ten Töch­ter am nächs­ten Mor­gen und dank­ten Sankt Ni­ko­laus da­mit, in­dem sie je­des Jahr in der be­sag­ten Nacht Kek­se und Milch zu des­sen Stär­kung vor die Tür stell­ten.

Vet­ter, Ve­ro­ni­ka: So­cken aus Pa­pier für den Ni­ko­laus bas­teln. gws2.de (12/2016).

Collage von Socken für den Weihnachtsmann am Kamin mit Backsteinmuster. Erstellt von Veronika Vetter (DAoCFrEak) Fine Art Künstlerin

Im Jah­re 1822 griff der Ame­ri­ka­ner Cle­ment Clar­ke Moo­re die­se alte Ge­schich­te auf und schrieb sei­ner Fa­mi­lie ein Ge­dicht na­mens „A Vi­sit from St. Ni­cho­las”.

When all through the hou­se not a crea­tu­re was stir­ring, not even a mou­se; the stockings were hung by the chim­ney with care, in hopes that St. Ni­cho­las soon would be the­re.

Mar­shall, Nan­cy H.: The Poem. nightbeforechristmas.biz (12/2016).

Ein Jahr spä­ter wur­de das ly­ri­sche Werk am 23. De­zem­ber un­ter dem Na­men „The Night Be­fo­re Christ­mas” in New Yor­ker Zei­tun­gen ver­öf­fent­licht. Da­durch ge­wann der Brauch sei­ne So­cken an Weih­nach­ten an den Ka­min­ofen zu hän­gen auch au­ßer­halb des Bri­ti­schen Welt­reichs an Be­deu­tung.

Bild von Künstlerin Veronika Vetter mit ihrem Werk

Da­mit der Weih­nachts­mann kom­men, und et­was in auf­ge­häng­te So­cken hin­ein­le­gen kann, be­nö­tigt ein Haus ei­nen Ka­min und ei­nen Schorn­stein. Viel­leicht wa­ren die Kel­ten vor der Chris­tia­ni­sie­rung des­halb so krie­ge­risch, da sie we­der das eine noch das an­de­re be­sa­ßen. Lan­ge Zeit leb­ten die Men­schen in ebe­nen Hüt­ten, in de­ren Mit­te Tag und Nacht ein of­fe­nes Feu­er brann­te. Im Stroh­dach war ein klei­nes Loch, um den Rauch ab­zie­hen zu las­sen. Im Win­ter und wenn es reg­ne­te, wur­den die Holz­hüt­ten al­ler­dings kom­plett ver­schlos­sen, wo­durch sich die­se in sti­cki­ge Räu­cher­kam­mern ver­wan­del­ten.

Sa­xon huts did not have chim­neys. They had fire pits in the cen­ter of the room and a hole in the roof [...]. In the win­ter, then, peop­le li­ved and worked in smoke-filled rooms, [...].

Wood­bu­ry, Sa­rah: The In­ven­ti­on of the Chim­ney. sarahwoodbury.com (12/2016).

Bild von Fimo Weihnachtsmann auf einem Kamin mit Socken. Gebastelt von Veronika Vetter (DAoCFrEak) Fine Art KünstlerinIm­mer wenn es et­was zu ver­schen­ken gibt, ist der Adel nicht weit. Viel­leicht be­gann des­halb der bri­ti­sche Hoch­adel spä­tes­tens im 12. Jahr­hun­dert da­mit, sei­ne Schlös­ser mit Ka­min­öfen (eng­lisch sto­ves) und Schorn­stei­nen (eng­lisch chim­neys) aus­zu­stat­ten. Bis weit in das 16. Jahr­hun­dert hin­ein blie­ben die­se simp­len Aus­stat­tungs­merk­ma­le al­ler­dings der Ober­schicht vor­ent­hal­ten. Wer un­ter Eli­sa­beth I. ein rei­cher Kauf­mann war oder dem nie­de­ren Adel an­ge­hör­te, dem wur­den als be­son­de­re Ehre oft­mals weib­li­che Gäs­te ein­quar­tiert. Die Be­din­gung da­für war al­ler­dings, dass das Her­ren­haus über Räu­me ver­füg­te, in de­nen ein war­mer Ka­min mit An­schluss zu ei­nem Schorn­stein stand.

The ori­gin of chim­neys, de­si­gned to car­ry smo­ke out of the dwel­ling, re­mains un­clear, but it is un­li­kely that chim­neys were con­struc­ted in Eu­ro­pe pri­or to the tw­elfth cen­tu­ry. [...] Chim­neys were wi­de­ly ad­op­ted by the upper-classes du­ring Tu­dor Eng­land. Un­der Queen Eliza­beth I fe­ma­le guests might be sent to neigh­bors who could af­ford rooms with chim­neys.

But­ler, Or­vil­le R.: Smo­ke Gets in Your Eye: The De­ve­lop­ment of the Hou­se Chim­ney. ultimatehistoryproject.com (12/2016).

Der ge­mei­ne Pö­bel leb­te in­des­sen wei­ter­hin in stin­ken­den Räu­cher­kam­mern.

Bild von beleuchtetem Papierkamin. Gebastelt von Veronika Vetter (DAoCFrEak) Fine Art KünstlerinDass die Ent­wick­lung bis zu voll­stän­dig be­heiz­ten Häu­sern jahr­hun­der­te­lang dau­ern muss­te, wird je­dem klar, der auch heut­zu­ta­ge noch mit ei­nem Holz­ka­min­ofen heizt. Denn wer ein­fach Holz­schei­te und Zei­tungs­pa­pier in sei­nem Ofen an­zün­det, der sieht nach we­ni­gen Mi­nu­ten so aus wie Knecht Ru­precht. Am wich­tigs­ten ist näm­lich, dass der Ka­min zieht. Das ge­schieht al­ler­dings nur, wenn die Luft im Schorn­stein wär­mer und da­mit leich­ter als die Au­ßen­luft ist. Hin­ge­gen bei zu star­kem Auf­trieb ver­brennt das Feu­er­holz in kür­zes­ter Zeit, ohne da­bei die Raum­tem­pe­ra­tur nach­hal­tig zu stei­gern.

When the air con­trols are open ful­ly and the door is clo­sed, the new fuel will igni­te wi­t­hin two to three mi­nu­tes.

fire­pla­ce­spe­cia­list: How to in­crea­se the ef­fi­ci­en­cy of your woodbur­ning sto­ve. youtube.com (12/2016).

Die­se Schwie­rig­kei­ten be­rei­tet mein Ka­min aus Pa­pier nicht. Der macht zwar auch nicht warm, sorgt aber mit der rich­ti­gen elek­tri­schen Be­leuch­tung für eine ab­so­lut hei­me­li­ge Raum­at­mo­sphä­re.

Bild von Kamin aus Papier basteln. Geschaffen von Veronika Vetter (DAoCFrEak) Fine Art Künstlerin

Mein Pa­pier­ka­min ist 26,5 Zen­ti­me­ter lang, 18,5 Zen­ti­me­ter breit und 26,5 Zen­ti­me­ter hoch. Zu den Be­son­der­hei­ten des präch­ti­gen Stücks zählt nicht nur eine an­spre­chen­de Holz­op­tik, son­dern auch ein Back­stein­mus­ter. Die­ses sieht zum ei­nen sehr ele­men­tar aus und fühlt sich zum an­de­ren ge­nau­so rau wie Na­tur­stein an.

Kamin basteln - die Grundform

Bild von braunen TonpapierplattenFür das stäm­mi­ge Grund­ge­rüst des drei­di­men­sio­na­len Ka­min­ofens ver­wen­de­te ich Ton­pa­pier in fünf ver­schie­de­nen Far­ben. Zum Auf­fül­len der Hohl­räu­me nahm ich des Wei­te­ren ge­wöhn­li­ches Sty­ro­por zur Hil­fe. Das Back­stein­mus­ter kam durch Mo­del­lier­pas­te, Ma­ler­krepp und eine ge­rin­ge Aus­wahl an Acryl­far­ben zu­stan­de. Als Werk­zeu­ge soll­ten Sie sich zu­dem

Bild vom Verstärken des Tonpapierseine Sche­re, ein schar­fes Bas­tel­mes­ser, ver­schie­de­ne Pin­sel, ei­nen Spach­tel, ein Falz­beil samt Li­ne­al, ei­nen Bas­tel­kle­ber auf Was­ser­ba­sis und ei­nen flüs­si­gen Haus­halts­kle­ber zu­recht­le­gen. Die Bau­tei­le des Ka­mins be­fin­den sich auf mei­nen DIN A4 Bas­tel­scha­blo­nen (#1 /#2 /#3 /#4 /#5 /#6 /#7 /#8 /#9 /#10 /#11 /#12 /#13 /#14 /#15 /#16 /#17 /#18 /#19 /#20 /#21 /#22 /#23 /#24 /#25 /#26).

Hin­weis: Ich habe sämt­li­che Ton­pa­pier­ele­men­te der Scha­blo­nen dop­pelt an­ge­fer­tigt und iden­ti­sche Ein­zel­tei­le sym­me­trisch auf­ein­an­der­ge­klebt. Die­se Ver­stär­kung saugt nicht nur Bas­tel­flüs­sig­kei­ten bes­ser auf, son­dern trägt auch un­ge­mein zur Sta­bi­li­tät des of­fe­nen Ka­mins bei.

Bild von weißer Bodenplatte aus Papier für einen offenen KaminIch be­gann mit der Bo­den­plat­te, auf wel­cher der Ka­min spä­ter steht. Auf­grund der Grö­ße muss­te ich da­für di­ver­se Scha­blo­nen zu­nächst ver­län­gern. Dazu schnitt ich Scha­blo­ne #1 und Scha­blo­ne #2 zu­recht und kleb­te bei­de Vor­la­gen an der Mar­kie­rung A mit­hil­fe von Kle­be­band an­ein­an­der. Aus dem dar­aus ent­stan­de­nen Ele­ment fer­tig­te ich mir gleich dar­auf die Bo­den­plat­te aus zwei La­gen wei­ßem Ton­pa­pier an.

  • Di­rekt im An­schluss nahm ich ein schar­fes Bas­tel­mes­ser zur Hil­fe und schnitt die Ein­schnit­te (sie­he Scha­blo­nen) zum Ein­ste­cken der Ka­min­wän­de frei.

Bild von braunen, tragenden Seitenwände aus PapierAls Nächs­tes fer­tig­te ich von Scha­blo­ne #3 die tra­gen­den Sei­ten­wän­de an. Im­mer wenn ich nach dem Ver­stär­ken und Fal­zen ein Wand­ele­ment fer­tig­ge­stellt hat­te, steck­te ich es in die wei­ße Bo­den­plat­te. Die Kle­be­laschen der Wän­de be­strich ich dar­auf­fol­gend mit Kle­ber und knick­te die­se auf der Bo­den­plat­ten­rück­sei­te um. So­mit wa­ren die tra­gen­den Wän­de fest im Bo­den ver­an­kert.

  • Im nächs­ten Schritt bas­tel­te ich das in­ne­re Mau­er­werk, wel­ches ich am Ende mit ei­ner Back­stein­op­tik ver­sah. Dazu fer­tig­te ich zu­nächst ein­mal alle Ein­zel­tei­le der Scha­blo­nen #4 - #6 aus hell­grau­em Ton­pa­pier an.

Collage vom Basteln des Mauerwerks für einen Papierkamin. Erstellt von Veronika Vetter (DAoCFrEak) Fine Art Künstlerin

Mit den Tei­len von Scha­blo­ne #4 ver­stärk­te ich von in­nen die tra­gen­den Sei­ten­wän­de. Das Ele­ment von Scha­blo­ne #5 kleb­te ich vor­ne in die Mit­te, und als ich mit der grau­en Rück­wand von Scha­blo­ne #6 die bei­den Sei­ten­pfei­ler ver­band, sah das Gan­ze be­reits wie eine klei­ne, mas­si­ve Burg aus.

Da­mit aus der fla­chen Bo­den­plat­te eine sta­bi­le, drei­di­men­sio­na­le Mar­mor­plat­te wur­de, muss­te ich zu­nächst ein­mal die Sei­ten­ver­klei­dun­gen von Scha­blo­ne #7 und Scha­blo­ne #8 aus wei­ßem Ton­pa­pier an­fer­ti­gen. Hin­weis: Bei man­chen Ein­zel­tei­len war es nö­tig, die Vor­la­gen auf­grund der Über­län­ge zu ver­län­gern. Nach­dem ich die Ver­klei­dun­gen an der Bo­den­plat­te an­ge­klebt hat­te, schnitt ich mir eine Sty­ro­por­plat­te zu­recht, die ex­akt den Hohl­raum des ge­sam­ten Ka­min­bo­dens auf­füll­te.

  • Wich­tig: Bei die­sem Schritt ge­wann ich die Er­kennt­nis, dass mein flüs­si­ger Haus­halts­kle­ber das Sty­ro­por zum Schmel­zen brach­te. Des­halb muss­te ich hier­für auf wei­ßen Bas­tel­kle­ber auf Was­ser­ba­sis zu­rück­grei­fen.

Um die Mar­mor­plat­te ab­zu­schlie­ßen, ver­län­ger­te ich Scha­blo­ne #9 mit Scha­blo­ne #10 an der Mar­kie­rung D. Aus der dar­aus ent­stan­de­nen Vor­la­ge fer­tig­te ich mir an­schlie­ßend die un­te­re Bo­den­ver­klei­dung aus wei­ßem Ton­pa­pier an. Die­se kleb­te ich dann ein­fach auf die Sty­ro­por­plat­te.

Decke des Kaminofens - mehr als eine Abstellfläche

Bild vom Verankern der oberen Wandklebelaschen am ersten DeckenelementBeim Ent­wer­fen des Ka­mins habe ich mich teil­wei­se am Dativius-Victor-Bogen ori­en­tiert, was mei­ner Mei­nung nach an der Ka­min­ofen­de­cke be­son­ders zum Vor­schein kommt. Um auch die obe­ren Kle­be­laschen der Wän­de ver­an­kern zu kön­nen, fer­tig­te ich Scha­blo­ne #11 und Scha­blo­ne #12 an. Nach dem Ver­län­gern, Fal­zen und Ein­schnei­den, fä­del­te ich das Ele­ment über die Wand­kle­be­laschen und be­fes­tig­te die­se dar­an. Hin­weis: Die Au­ßen­la­schen an den Sei­ten klapp­te ich nach in­nen ein und ver­kleb­te die­se mit sich selbst.

Collage vom Aufbau der Kaminofendecke aus Papier. Angelehnt an ein altrömisches Tor. Erstellt von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Als Nächs­tes ver­klei­de­te ich die Kle­be­laschen der auf­ge­stell­ten Ober­sei­te. Dazu ver­län­ger­te ich Scha­blo­ne #13 mit Scha­blo­ne #14. Aus der Vor­la­ge schnitt ich mir dann ein gro­ßes Ton­pa­pier­ele­ment zu­recht, wel­ches ich oben auf den Ka­min kleb­te. Gleich da­nach dich­te­te ich die auf­ge­stell­te Ab­de­ckung in­nen an den Sei­ten mit Sty­ro­por­strei­fen ab. Auch die De­cken­mit­te be­kleb­te ich mit zwei Strei­fen aus Sty­ro­por, die ge­nau­so hoch wie die Sei­ten­strei­fen wa­ren.

  • Auf das Sty­ro­por kleb­te ich im An­schluss das Ein­zel­teil, wel­ches ich aus der Scha­blo­ne #15 und Scha­blo­ne #16 an­ge­fer­tigt hat­te. Wich­tig: Beim Ein­schnei­den der Steck­li­ni­en war ich sehr vor­sich­tig und ge­wis­sen­haft, da­mit die Mar­mor­blen­de auch ker­zen­ge­ra­de steht.
  • Be­sag­te Blen­de be­fin­det sich auf Scha­blo­ne #17. Wäh­rend­des­sen ich die lan­gen Sei­ten zu­nächst ver­län­gern muss­te, kleb­te ich die kur­zen Sei­ten nach dem Fal­zen ein­fach in die Ein­schnit­te am Bo­den.

Bild vom Verankern der MarmorblendeAuch im zwei­ten Stock­werk dich­te­te ich wie­der die Sei­ten­wän­de und die Mit­te mit Sty­ro­por­strei­fen ab. Um auch die obe­ren Kle­be­laschen der Mar­mor­blen­de ver­an­kern zu kön­nen, ver­län­ger­te ich Scha­blo­ne #18 mit Scha­blo­ne #19. Nach dem Prä­pa­rie­ren fä­del­te ich den Bo­den des letz­ten Sto­ckes über die Kle­be­laschen und be­fes­tig­te die­se dar­an. Die Au­ßen­la­schen knick­te ich wie­der nach in­nen und ver­kleb­te die­se mit sich selbst.

Zum Auf­bau­en des drit­ten Ka­min­stock­werks wie­der­hol­te ich die vor­an­ge­gan­ge­nen Bas­tel­schrit­te er­neut.

Collage vom Aufbauen des obersten Kaminstockwerks. Angefertigt von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Die letz­ten Scha­blo­nen stel­len fol­gen­de Ele­men­te be­reit:

  • #20/#21: Bo­den­plat­te zur Ver­klei­dung der obe­ren Kle­be­li­ni­en.
  • #22/#23: Schrä­ge Sei­ten­ver­klei­dung des obers­ten Stock­werks.
  • Nach die­sen Scha­blo­nen habe ich sämt­li­che Hohl­räu­me in der Ka­min­de­cke mit Sty­ro­por auf­ge­füllt.
  • #25/#26: Obers­te De­cken­plat­te, um das Sty­ro­por zu ver­klei­den.

Backsteinoptik aus Papier erzeugen - so geht’s

Bild eines abgeklebten Steinmusters im PapierkaminAuch als mein Pa­pier­ka­min schon als sol­cher zu er­ken­nen war, ließ ich den Bau­helm noch auf, denn das Ein­zie­hen der ro­ten Back­stein­wand er­for­der­te ei­nen Spach­tel und Mo­del­lier­pas­te. Zu­nächst kleb­te ich al­ler­dings wie ein Ma­ler­lehr­ling im ers­ten Lehr­jahr die graue Stein­wand mü­he­voll ab. Da­für nahm ich han­dels­üb­li­chen Ma­ler­krepp zur Hil­fe. Wich­tig: Auf die Rück­wand des Ka­mins kleb­te ich eben­falls ein Back­stein­mus­ter auf.

Als Nächs­tes be­strich ich die ein­zel­nen Back­stei­ne groß­zü­gig mit Mo­del­lier­pas­te und ließ das Gan­ze an­schlie­ßend für eine Stun­de trock­nen.

Collage mit Anleitung, die zeigt, wie ein Backsteinmuster auf Papier dargestellt wird. Erstell von Veronika Vetter (DAoCFrEak) Fine Art Künstlerin

So­bald die Mo­del­lier­pas­te an­ge­trock­net war, be­gann ich mit den Ma­ler­ar­bei­ten. Zu­nächst be­mal­te ich die Wän­de mit ro­ter Acryl­far­be. Di­rekt im An­schluss setz­te ich mit schwar­zer Acryl­far­be Ak­zen­te. Den An­strich ließ ich für cir­ca 15 Mi­nu­ten trock­nen, ehe ich den Ma­ler­krepp ab­nahm und mich dar­auf­hin präch­ti­ge Back­stein­wän­de an­strahl­ten.

Noble Nussbaumholzoptik und Veredelung der Marmorplatte

Um die tra­gen­den Sei­ten­wän­de und die Ka­min­ofen­de­cke mit ei­ner Holz­op­tik zu ver­se­hen, schnitt ich zu­nächst ein­mal brau­ne Ton­pa­pier­strei­fen in un­ter­schied­li­chen Brei­ten zu­recht. Im An­schluss be­strich ich eine Au­ßen­wand nach der an­de­ren mit wei­ßem Bas­tel­kle­ber auf Was­ser­ba­sis und leg­te mei­ne Ton­pa­pier­strei­fen auf. Als die Pa­pier­holz­stü­cke auf­ge­klebt wa­ren, be­strich ich die­se groß­zü­gig von oben mit dem Bas­tel­kle­ber, so­dass die­se von bei­den Sei­ten be­netzt wa­ren. Da­nach leg­te ich den Ka­min für cir­ca 30 Mi­nu­ten zum Trock­nen.

  • Zu gu­ter Letzt be­mal­te ich mei­ne Holz­stü­cke mit dun­kel­brau­ner Acryl­far­be. Gleich dar­auf zog ich zu­dem noch eine Ma­se­rung mit­hil­fe von schwar­zer Acryl­far­be ein. Hin­weis: Als Kon­trast ge­stal­te­te ich die Zwi­schen­bal­ken um die Mar­mor­blen­de et­was dunk­ler.

Nach die­sen Schrit­ten ist der Pa­pier­ka­min sehr feucht, wes­halb ich das Mo­tiv für 24 Stun­den zum Trock­nen stel­len muss­te, bis ich die Mar­mor­plat­te am Bo­den voll­enden konn­te.

Collage mit Anleitung, die zeigt, wie eine Marmoroptik auf Papier dargestellt wird. Erstellt von Veronika Vetter (DAoCFrEak) Fine Art Künstlerin

Am nächs­ten Tag er­zeug­te ich auf al­len wei­ßen Flä­chen des Ka­mins eine Mar­mor­op­tik. Dazu misch­te ich zu­nächst wei­ße Acryl­far­be mit sil­ber­ner Acryl­far­be im Ver­hält­nis 10:1. Da­mit grun­dier­te ich zu­al­ler­erst die Mar­mor­plat­ten.

  • Als Nächs­tes zog ich eine Ma­se­rung auf die Flä­chen ein. Da­für misch­te ich wei­ße Acryl­far­be mit sil­ber­ner Acryl­far­be im Ver­hält­nis 8:1.
  • Im letz­ten Schritt mal­te ich mit­hil­fe ei­nes Holz­spie­ßes klei­ne Ris­se auf. Die da­für nö­ti­ge dun­kel­graue Far­be misch­te ich mir wie­der aus wei­ßer und sil­ber­ner Acryl­far­be im Ver­hält­nis 3:1. Au­ßer­dem ak­zen­tu­ier­te ich die Flä­chen noch mit wei­ßen High­lights.

Als mir das Mar­mor­mus­ter end­gül­tig ge­fiel, muss­te der Ka­min noch ein­mal für zwei Stun­den gut trock­nen. Da­nach konn­te ich end­lich mei­ne So­cken für den Weih­nachts­mann dar­an auf­hän­gen.

Fazit zum stilvollen Adventskamin aus Papier

Picture of Santa Claus Stove with Firewood. Crafted by Veronika Vetter (DAoCFrEak) Fine ArtistBis der Ka­min in die­ser Form vor mir stand, ver­gin­gen gut und ger­ne drei Wo­chen, die ich mit Zeich­nun­gen und Mo­dell­bau­ten ver­brach­te. Das Bas­teln selbst nahm drei Tage in An­spruch. Gün­ter Loo­se könn­te der Text für das Lied „Mar­mor, Stein und Ei­sen bricht” beim Lie­ben vor solch ei­nem Ka­min ein­ge­fal­len sein. Für mich ist die­ser klei­ne Ka­min eine ge­nia­le Ad­vents­de­ko­ra­ti­on und ein klei­ner Trost, bis ich mir ir­gend­wann ei­nen ech­ten, pras­seln­den Ka­min­ofen in mein Zu­hau­se ein­bau­en las­sen kann.

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Eule basteln - so geht’s

Wer eine Eule bas­teln möch­te, der muss sich erst ein­mal über­le­gen, wel­che Art es denn sein soll. Al­lei­ne in Eu­ro­pa gibt es 13 Eu­len­ar­ten, die alle eine ei­ge­ne spe­zi­el­le Cha­rak­te­ris­tik be­sit­zen. Da gibt es zum Bei­spiel die be­son­ders pos­sier­li­che Zwerg­ohr­eu­le, die ein­schüch­tern­de Sper­be­reu­le und den skep­ti­schen Stein­kauz. Wer wie ich je­doch - die Eule - bas­teln möch­te, der ent­schei­det sich zwangs­läu­fig für ei­nen mys­ti­schen und ma­jes­tä­ti­schen Uhu (eng­lisch Eu­ro­pean ea­gle owl). In der fol­gen­den Bild­an­lei­tung er­klä­re ich Ih­nen, war­um das so ist und wie ich mei­nen im­po­san­ten Uhu ge­bas­telt habe.

Bild von bayerischer Papiereule, die auf einem Ast sitztFürch­ten Sie sich vor Schlan­gen, Fle­der­mäu­sen und Krä­hen? Dann soll­ten Sie die Nähe von Uhus su­chen, denn al­les was in Hor­ror­fil­men Angst er­zeugt, wird von den Raub­vö­geln ge­jagt und rat­ze­putz auf­ge­fres­sen. Ge­ne­rell sind Uhus un­er­schro­cke­ne Eu­len, die we­der die Nacht noch den Men­schen fürch­ten und aus­ge­wach­sen kei­ne Fress­fein­de ha­ben. Be­son­ders fas­zi­niert mich an Uhus, dass die­se ech­te Fa­mi­li­en­vö­gel sind. So­bald sich ein Paar ge­fun­den hat, bleibt es ein Le­ben lang zu­sam­men.

Hat sich ein Uhu Paar wäh­rend der Balz ge­fun­den, blei­ben sie ein Le­ben lang zu­sam­men.

Bro­dow­ski, Ger­hard: Der Uhu. brodowski-fotografie.de (11/2016).

Bild von selbst gebastelter Eule, die auf einem braunen Papierast sitztZu­dem sind Jung­uhus nach dem Ver­las­sen des Nes­tes nicht gleich auf sich al­lei­ne ge­stellt. Rund drei Mo­na­te su­chen die Groß­vö­gel noch den re­gel­mä­ßi­gen Kon­takt zu ih­ren Ge­schwis­tern und El­tern. Bei die­sen Fa­mi­li­en­tref­fen plau­dern die Uhus dann über die ver­gan­ge­nen Ge­scheh­nis­se, wäh­rend sie ei­nen klei­nen Im­biss zu sich neh­men. Ge­ne­rell sind die­se Eu­len sehr ver­fres­sen und stän­dig auf der Su­che nach Beu­te. Eine vier­köp­fi­ge Uhu­fa­mi­lie be­stehend aus zwei El­tern und zwei Jung­vö­geln ver­schlingt im Jahr cir­ca 200 Ki­lo­gramm Fleisch.

So eine Uhu­fa­mi­lie frisst im­mer­hin rund 200 Ki­lo­gramm im Jahr.

Hinz, Joa­chim: Uhus - Neu­bür­ger ohne Le­bens­raum? youtube.com (11/2016).

Uhus sind bei der Jagd al­ler­dings nicht be­son­ders wäh­le­risch, selbst Igel und klei­ne­re Eu­len­ar­ten ge­hö­ren zu ih­rem Spei­se­plan.

Bild einer majestätischen Eule im WaldAuf­grund des selbst­be­wuss­ten Auf­tre­tens des Uhus und sei­ner im­po­san­ten Er­schei­nung hat­ten die Men­schen lan­ge Zeit gro­ße Angst vor die­sem toll­küh­nen Zeit­ge­nos­sen. Nach dem Mär­chen „Die Eule” fand das ers­te Auf­ein­an­der­tref­fen zwi­schen Uhu und Homo sa­pi­ens ein tra­gi­sches Ende. Der mys­te­riö­se Vo­gel er­schrak die Ein­woh­ner ei­ner klei­nen Stadt der­ma­ßen, dass sie ihn als Un­ge­heu­er be­zeich­ne­ten, ge­gen das selbst der tap­fers­te Mann nichts aus­rich­ten konn­te.

Nun war kei­ner mehr üb­rig, der sich in die Ge­fahr hät­te be­ge­ben wol­len. »Das Un­ge­heu­er,« sag­ten sie, »hat den stärks­ten Mann, der un­ter uns zu fin­den war, durch sein Gnap­pen und An­hau­chen al­lein ver­gif­tet und töd­lich ver­wun­det [...].

Grimm, Ja­cob und Wil­helm: Kinder- und Haus­mär­chen. Mün­chen: Wil­helm Heyne Ver­lag 1977.

Collage vom besonderen Gefieder des Uhus gebastelt von Veronika Vetter (DAoCFrEak) Fine Art Künstlerin

Am Ende der Ge­schich­te wuss­ten sich die Stadt­be­woh­ner nicht mehr an­ders zu hel­fen, als den Uhu in ei­ner Scheu­ne, in der er sich ver­steck­te, ein­zu­sper­ren und das Ge­bäu­de nie­der­zu­bren­nen.

Bild von den Augen eines UhusWohl aus die­sem Grund blieb dem Uhu nichts an­de­res üb­rig, als sich bei an­de­ren mensch­li­chen Au­ßen­sei­tern wie Zau­be­rern und He­xen auf­zu­hal­ten. Be­son­ders im Früh­mit­tel­al­ter wur­den Eu­len im­mer mit et­was Mys­ti­schem und Bö­sem ver­bun­den. Lan­ge Zeit dach­te man, dass Dä­mo­nen die Ge­stalt die­ser Vö­gel an­neh­men, um in der Nacht un­be­merkt He­xen auf­zu­su­chen. Die enge Ver­bin­dung zwi­schen Ma­gi­ern und Eu­len­vö­geln wur­de dem­nach auch des Öf­te­ren in Fil­men ge­zeigt. Be­kann­tes­tes Bei­spiel da­für ist die Eule Ar­chi­me­des aus dem Dis­ney­film „Mer­lin und Mim”.

The owl has al­ways been as­so­cia­ted with de­ath, sorce­ry and the dark side of life. In the Midd­le Ages, de­mons or fa­mi­li­ars in the forms of owls or crows [...].

Mastin, Luke: Witch­craft Terms and Tools - Ani­mals. witchcraftandwitches.com (11/2016).

Bild von der Rückseite eines Bubos aus Papier auf einem AstAuch heut­zu­ta­ge gibt es auf der Erde noch Re­gio­nen, in de­nen Eu­len kei­ne gern ge­se­he­nen Gäs­te sind. In Ma­la­wi bei­spiels­wei­se wer­den Eu­len als das Böse ge­äch­tet. Soll­te sich ein­mal ein Vo­gel in ei­ner Scheu­ne ein­nis­ten, muss der Be­sit­zer die­sen um­ge­hend los­wer­den, um nicht als He­xen­dok­tor aus der Dorf­ge­mein­schaft ver­bannt zu wer­den.

Any Ma­la­wi­an who is known to have Barn Owls li­ving in their quar­ters is con­s­i­de­red to be a Witch Doc­tor or prac­ticing witch­craft.

Born Free Foun­da­ti­on: Barn owls and witch­craft. bornfree.org.uk (11/2016).

Wie Sie se­hen, sind Eu­len un­heim­lich fa­cet­ten­reich. Dies habe ich ver­sucht, in mei­nem selbst ge­bas­tel­ten Uhu wi­der­zu­spie­geln.

Bild von selbst gebastelter Eule aus Papier von Veronika Vetter (DAoCFrEak) Fine Art Künstlerin

Mein gra­vi­tä­ti­sches Fe­der­vieh sitzt auf ei­nem Ast aus Papp­ma­ché und ist 27 Zen­ti­me­ter lang, 17 Zen­ti­me­ter breit und 26 Zen­ti­me­ter hoch.

Bastelanleitung für Eule

Bild von Element für die EulenaugenFür den an­mu­ti­gen Flat­ter­mann ver­wen­de­te ich Ton­pa­pier in den Far­ben Weiß und Schwarz. Au­ßer­dem ka­men drei un­ter­schied­li­che Braun­tö­ne so­wie zwei Grau­tö­ne die­ser Pa­pier­sor­te zum Ein­satz. Die bei­den gro­ßen Eu­len­au­gen mo­del­lier­te ich aus Fimo Mo­del­lier­mas­se. Zu­dem nahm ich für den Ast und die Füße den Kar­ton ei­ner lee­ren Kü­chen­rol­le, Zei­tungs­pa­pier, Kleis­ter und Was­ser zur Hil­fe.

Das Ca­mou­fla­ge­mus­ter der Flü­gel er­zeug­te ich mit Was­ser­mal­far­ben. Den dich­ten Fe­der­bauch be­mal­te ich hin­ge­gen mit schwar­zer, brau­ner und gol­de­ner Acryl­far­be. Als Werk­zeu­ge soll­ten Sie sich au­ßer­dem eine Sche­re, viel flüs­si­gen Kle­ber, ein Falz­beil samt Li­ne­al, ein Pin­sel­set und mei­ne DIN A4 Bas­tel­scha­blo­nen (#1 /#2 /#3 /#4 /#5 /#6) zu­recht­le­gen.

Bild von Grundgerüst von Eulenkopf aus PapierIch be­gann mit der Vor­der­sei­te des run­den Kop­fes und da­mit mit Scha­blo­ne #1. Hin­weis: Alle Ein­zel­tei­le der Scha­blo­nen habe ich im­mer zwei­mal an­ge­fer­tigt und auf­ein­an­der­ge­klebt. Die­se Tech­nik ga­ran­tiert, dass die Eule am Ende be­son­ders sta­bil ist. Nach­dem ich also alle Ele­men­te von Scha­blo­ne #1 dem­entspre­chend an­ge­fer­tigt hat­te, falz­te ich zu­nächst sämt­li­che Knick- und Kle­be­li­ni­en.

Bild von vier Bastelelemente für den EulenkörperIm An­schluss wölb­te ich die bei­den Au­gen­schei­ben leicht trich­ter­för­mig und fi­xier­te das Gan­ze mit Kle­ber. Dar­auf­hin kleb­te ich die­se bei­den Au­gen­höh­len an der ge­zack­ten Kle­be­li­nie des mitt­le­ren Keh­len­ele­ments fest. Da­nach brach­te ich zwi­schen den Au­gen den Hin­ter­kopf­strei­fen von Scha­blo­ne #2 an. Zu gu­ter Letzt kleb­te ich die rest­li­chen vier Halsele­men­te der bei­den Scha­blo­nen so­wie die gro­ßen Au­gen­brau­en an und hat­te da­mit das Grund­ge­rüst des Eu­len­kop­fes be­reits fer­tig­ge­stellt.

Bild vom Zusammenkleben der Einzelteile zu einem ZylinderDas Bas­teln des sechs­ecki­gen Eu­len­kör­pers war so­gar noch um ei­ni­ges ein­fa­cher. Dazu fer­tig­te ich mir alle Ele­men­te der Scha­blo­ne #3 und #4 in un­ter­schied­li­chen Braun­tö­nen an. Die sechs Ein­zel­tei­le kleb­te ich dar­auf­hin zu ei­nem dick­bau­chi­gen Zy­lin­der zu­sam­men. Da­nach war es end­lich so weit und ich konn­te Kopf und Kör­per mit­ein­an­der ver­bin­den.

Markantes Gefieder der Eule durch Schneidetechnik

Bild vom Bekleben der Augenpartie der Eule mit einem mehrfarbigen FransenmusterDa­mit mein Uhu le­ben­dig aus­sieht, ent­schied ich mich für ver­schie­de­ne Schnei­de­tech­ni­ken um das Ge­fie­der dar­zu­stel­len. Für die Au­gen­par­tie schnitt ich mir aus mei­nen Ton­pa­pier­far­ben zu­nächst Strei­fen zu­recht. Die meis­ten da­von wa­ren 2,5 Zen­ti­me­ter lang und un­ge­fähr 1,5 Zen­ti­me­ter breit. Mit­hil­fe ei­ner Sche­re schnitt ich mei­ne Pa­pier­strei­fen zur Hälf­te ein und er­zeug­te schma­le Fran­sen.

Einkleben der Fimo Augen in den Eulenkopf Mit den klei­nen Ele­men­ten be­kleb­te ich an­schlie­ßend von au­ßen nach in­nen die Au­gen­höh­len. Hin­weis: Die wei­ßen Pa­pier­strei­fen un­ter­halb des Schna­bels, den ich aus schwar­zem Ton­pa­pier an­fer­tig­te, wa­ren un­ge­fähr 4 Zen­ti­me­ter lang. Auch die Rück­sei­te mei­ner oran­ge­far­be­nen Fimo Au­gen be­kleb­te ich mit wei­ßen Fran­sen, ehe ich die­se mit viel flüs­si­gem Kle­ber in den Au­gen­höh­len be­fes­tig­te.

Bild von brauner Papiereule mit GefiederHin­ge­gen für den rest­li­chen Kopf und den ge­sam­ten Eu­len­kör­per schnitt ich mir klei­ne Schup­pen zu­recht. Ich ent­schied mich dazu die Kopf­schup­pen 0,5 Zen­ti­me­ter breit zu schnei­den, die Kör­per­schup­pen fer­tig­te ich in ei­ner Brei­te von 1,5 Zen­ti­me­tern an. Wich­tig: Be­son­ders am Kopf und am Hals ha­ben Uhus kein ein­heit­li­ches Ge­fie­der, ich ach­te­te des­halb dar­auf, im­mer wie­der an­ders­far­bi­ge Schup­pen ein­zu­mi­schen.

Einzigartige Eulenflügel in Tarnfarben

Bild von fünf rehbraunen Tonpapierteilen für die EulenflügelDie ge­mus­ter­ten Flü­gel der Eule be­stehen aus ins­ge­samt fünf ver­stärk­ten Ele­men­ten, die sich auf den Scha­blo­nen #5 und #6 be­fin­den. Sie be­de­cken so­wohl die Sei­ten als auch den Rü­cken des Vo­gels. Nach dem Fal­zen der Ein­zel­tei­le kleb­te ich die­se zu­nächst an den seit­li­chen Kle­be­laschen zu­sam­men, so­dass das Flü­gel­ge­rüst von al­lei­ne ste­hen konn­te.

Im An­schluss nahm ich ein schar­fes Bas­tel­mes­ser und schnitt den Kör­per der Eule fünf­mal ein (sie­he Scha­blo­ne #3 und #4). Dar­auf­hin nahm ich mein Ge­rüst und kleb­te es in die Ein­schnit­te. Im nächs­ten Schritt fer­tig­te ich das Fe­der­kleid der Flü­gel an. Dazu schnitt ich mir aus wei­ßem Ton­pa­pier un­ter­schied­lich gro­ße Fe­dern aus. Die Pa­pier­fe­dern be­mal­te ich mit brau­ner, beige­far­be­ner und schwar­zer Was­ser­far­be. Nach dem Trock­nen schnitt ich die­se mit der Sche­re fran­sig ein.

Bild vom Ankleben der Papierfedern an das Flügelgerüst der EuleAls Nächs­tes kleb­te ich mei­ne Fe­dern senk­recht auf das reh­brau­ne Flü­gel­ge­rüst. Hin­weis: Den Über­gang von Hals­par­tie zum Flü­gel be­deck­te ich mit vie­len klei­nen Fe­dern, die ich nach dem­sel­ben Prin­zip an­ge­fer­tigt hat­te. Mein Uhu war da­nach be­reit für Schön­heits­kor­rek­tu­ren. Zum ei­nen ver­stärk­te ich das Tarn­mus­ter der Flü­gel mit­hil­fe mei­ner Was­ser­far­ben, um die Über­gän­ge zwi­schen den ein­zel­nen Fe­dern zu ver­wi­schen. Zum an­de­ren ak­zen­tu­ier­te ich die Bauch­schup­pen mit gol­de­ner, schwar­zer und brau­ner Acryl­far­be.

Selbst gebastelte Eule sitzt auf Ast aus Pappmaché

Bild vom Bemalen eines Astes aus PappmachéBis­her war das Bas­teln mei­nes Uhus wahr­lich eine Si­sy­phus­ar­beit. Aus die­sem Grund ent­schied ich mich da­für, die Füße und den Ast et­was grö­ber aus Papp­ma­ché an­zu­fer­ti­gen. Dazu rühr­te ich mir zu­nächst Kleis­ter an und riss al­tes Zei­tungs­pa­pier in klei­ne Stü­cke. An­schlie­ßend nahm ich ei­nen Kar­ton ei­ner lee­ren Kü­chen­rol­le zur Hand und bau­te mir dar­aus ei­nen Ast aus dem mit Kleis­ter durch­tränk­ten Zei­tungs­pa­pier.

Bild von den Füßen eines Uhus, der auf einem Ast sitztZu­dem roll­te ich mir eben­so sechs Würs­te für die Eu­len­fü­ße, die ich di­rekt auf dem Ast be­fes­tig­te. Das Gan­ze ließ ich dar­auf­hin für 24 Stun­den gut aus­trock­nen. Am nächs­ten Tag be­mal­te ich den Ast mit mei­nen Acryl­far­ben und ließ ihn noch­mals für zwei Stun­den trock­nen. Zu gu­ter Letzt ritz­te ich die Füße mit­hil­fe ei­nes Bas­tel­mes­sers an, so­dass ich noch schwar­ze Ton­pa­pier­kral­len ein­kle­ben konn­te. Da­nach war die Un­ter­sei­te mei­nes Bas­tel­mo­tivs fer­tig­ge­stellt und ich kleb­te den Kör­per des Uhus so auf den Ast, dass er ge­nau auf den Fü­ßen saß.

Fazit zum flauschigen Uhu aus Papier

Bild von einer Eule im HerbstlaubVom Reiß­brett bis zum Uhu auf dem Ast habe ich cir­ca zwei Wo­chen be­nö­tigt, wo­bei die rei­ne Bas­tel­zeit un­ge­fähr drei Tage in An­spruch nahm. Mir ging es be­son­ders dar­um, das wahn­sin­nig tol­le Mus­ter des Ge­fie­ders nach­zu­bau­en, was mir an mei­ner Eule wirk­lich sehr gut ge­fällt. Ge­ne­rell war der Ent­ste­hungs­pro­zess die­ses tech­nisch an­spruchs­vol­len Bas­tel­mo­tivs sehr be­frie­di­gend für mich. Am An­fang war das fast nack­te Kü­ken, wel­ches schluss­end­lich durch in­ten­si­ve Für­sor­ge lang­sam zum präch­ti­gen Raub­vo­gel her­an­ge­wach­sen ist.

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