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Die Heiligen Drei Könige basteln - Anleitung

20*C+M+B+17 ist nicht etwa eine an­ti­ke Weg­be­schrei­bung zum Hei­li­gen Gral, son­dern ein gött­li­cher Se­gen. Die Zei­chen­fol­ge be­deu­tet: Je­sus seg­ne die­ses Haus (lat. Chris­tus man­sio­nem be­ne­di­cat) im Jah­re 2017. Die über­na­tür­li­che Pro­tek­ti­on ei­nes Haus­halts ist nur wirk­sam, wenn sie am 6. Ja­nu­ar von den Stern­sin­gern Ih­rer ört­li­chen Kir­che mit Krei­de an Ihre Haus­tü­re ge­schrie­ben wird. Das Gan­ze kos­tet Sie zwar eine klei­ne Spen­de, da­für be­kom­men Sie je­doch ein schö­nes Lied und ein ge­schichts­träch­ti­ges Ge­dicht zu hö­ren. Au­ßer­dem ha­ben Sie da­mit ei­nen Lenz lang die Vor­der­tü­re für Me­phis­to­phe­les und des­sen Ge­hil­fen ver­sperrt.

Bild von den Heiligen Drei Königen mit Myrrhe, Weihrauch und Gold. Gebastelt von Veronika Vetter (DAoCFrEak) Fine Art KünstlerinDie Stern­sin­ger sol­len die Hei­li­gen Drei Kö­ni­ge sym­bo­li­sie­ren, die dem Hei­land nach sei­ner Ge­burt glän­zen­des Gold, damp­fen­den Weih­rauch und heil­kräf­ti­ge Myr­rhe schenk­ten. Be­vor ich mit dem Bas­teln die­ser bi­bli­schen Fi­gu­ren be­gin­nen konn­te, saß ich ta­ge­lang am Zei­chen­brett, denn es ist völ­lig un­klar, wie Cas­par, Mel­chi­or und Bal­tha­sar zu Leb­zei­ten aus­ge­se­hen ha­ben. Als je­mand der die Bi­bel ein we­nig kennt, weiß ich al­ler­dings, dass die Be­su­cher der beth­leh­emi­ti­schen Ba­by­par­ty kei­ne Kö­ni­ge wa­ren.

Da Je­sus ge­bo­ren war zu Beth­le­hem im jü­di­schen Lan­de, zur Zeit des Kö­nigs He­ro­des, sie­he, da ka­men die Wei­sen vom Mor­gen­land nach Je­ru­sa­lem [...].

Mat­thä­us 2,1: Die Wei­sen aus dem Mor­gen­land. bibel-online.net (01/2017).

Wäh­rend­des­sen für uns hier­zu­lan­de das Mor­gen­land an der Ost­gren­ze vom an­ti­ken By­zanz be­ginnt, sah das Gan­ze für den ge­fürch­te­ten Kö­nig He­ro­des im heu­ti­gen Is­ra­el ein we­nig an­ders aus.

Collage of the Three Wise Men. Paper Crafting Tutorial. Created by Veronika Vetter (DAoCFrEak) Fine Artist

Es gibt des­halb vie­le Quel­len, die dar­auf hin­deu­ten, dass die Hei­li­gen Drei Kö­ni­ge wahr­schein­lich As­tro­no­men aus Per­si­en wa­ren. Dem­zu­fol­ge sa­hen die Wei­sen aus dem Mor­gen­land wohl eher wie die Söh­ne Is­ma­els aus und nicht so wie un­se­re gra­vi­tä­ti­schen Stern­sin­ger.

So if the th­ree Kings were from Per­sia, this is how they would have dres­sed. In Tu­nics, Trou­sers and poin­ted Hats.

Do­cu­men­ta­ry Films HD: The Th­ree Kings Mys­te­ries. youtube.com (01/2017).

Bild von Melchior und Balthasar (die Weisen aus dem Morgenland) an der Jesuskrippe. Erstellt von Veronika Vetter (DAoCFrEak) Fine Art KünstlerinUm nicht drei gleich aus­se­hen­de Fi­gu­ren bas­teln zu müs­sen, ver­such­te ich die Hei­li­gen Drei Kö­ni­ge nach ih­ren Na­men zu cha­rak­te­ri­sie­ren. Dies stell­te sich schnell als Sack­gas­se her­aus, denn si­cher ist, dass die­se nicht Cas­per, Mel­chi­or und Bal­tha­sar hie­ßen. Wer die drei Ge­lehr­ten so ge­tauft hat, ist un­klar. In der im 6. Jahr­hun­dert er­öff­ne­ten ita­lie­ni­schen Ba­si­li­kal­kir­che Sant’Apollinare Nuo­vo gibt es al­ler­dings ein Mo­sa­ik, wel­ches die Wei­sen aus dem Mor­gen­land mit den uns be­kann­ten Na­men dar­stellt.

In the Ba­si­li­ca of Sant’Apollinare Nuo­vo in Ra­ven­na you can see a won­derful mo­saic of the Th­ree Wise Men in tra­di­tio­nal Per­si­an dress and car­ry­ing their gifts, along with their names abo­ve: Cas­par, Mel­chi­or and Balt­ha­zar. The­se mo­saics were com­ple­ted ca. 565 AD [...].

Phil­lips, Fran­cis: The Th­ree Wise Men are not just a fairy tale. catholicherald.co.uk (01/2017).

Bild von selbst gebastelten Heiligen Drei Königen aus Papier auf einem Kaminsims. Gebastelt von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinSo lang­sam stieg mei­ne Ver­zweif­lung und ich über­leg­te mir so­gar, das Mo­tiv zu ver­wer­fen. Ver­ant­wort­lich da­für war vor al­lem auch der Pfarr­brief mei­ner Ge­mein­de. Dar­in stand nicht nur, dass es wahr­schein­lich mehr als drei Mor­gen­län­der an der Krip­pe gab, es war au­ßer­dem eine neue In­ter­pre­ta­ti­on der Hei­li­gen Drei Kö­ni­ge ab­ge­bil­det. Ne­ben ei­nem Eu­ro­pä­er mit Me­lo­ne als Hut wa­ren auf der Il­lus­tra­ti­on ein Schwarz­afri­ka­ner und ein Pil­ger ost­asia­ti­scher Her­kunft zu se­hen.

Nir­gends ist je­doch von drei Kö­ni­gen die Rede. Doch drei gilt als hei­li­ge Zahl und spä­ter nahm man die Zahl drei als Sym­bol für die drei da­mals be­kann­ten Erd­tei­le, Eu­ro­pa, Afri­ka und Asi­en.

Wied-Thiersch, Ani­ta: Hal­lo Kin­der! In: Ge­mein­sa­mer Pfarr­brief. Weih­nach­ten 2016. Ka­tho­li­sche Pfar­rei­en Hof & Quer. Aus­ga­be 4. S. 34.

Zu gu­ter Letzt dach­te ich laut: „Was wür­de Je­sus tun?” Ver­mut­lich wür­de er wol­len, dass ich mich an den Pon­ti­fex hal­te. Das Aus­se­hen un­se­rer Stern­sin­ger ist ja im­mer­hin so et­was wie die Aus­ga­be letz­ter Hand. Des­halb habe ich mich beim Ent­wer­fen mei­ner Hei­li­gen Drei Kö­ni­ge an dem Bild­nis „An­be­tung der Kö­ni­ge” von Jan De Bray aus dem 17. Jahr­hun­dert ori­en­tiert.

Picture of the Three Wise Men (The Magi) out of Papier. Crafted by Veronika Vetter Fine Artist

Eine Be­son­der­heit mei­ner drei Pa­pier­fi­gu­ren ist, dass je­der Kör­per eine an­de­re Ge­fäß­form hat. Das soll die un­ter­schied­li­chen Ge­schen­ke an das Je­sus­kind der drei Wei­sen re­prä­sen­tie­ren. Au­ßer­dem trägt je­der Kö­nig ei­nen ab­nehm­ba­ren Hut. Mei­ne drei hoch­ge­bo­re­nen Cha­rak­te­re sind zwi­schen 10 und 13 Zen­ti­me­ter breit so­wie 19 Zen­ti­me­ter hoch.

Bastelanleitung für drei Papierkönige

Bild von zwei Bodenelementen zum Basteln der PapiergefäßeZum Bas­teln mei­ner Fi­gu­ren ver­wen­de­te ich vor al­lem Ton­pa­pier in vie­len ver­schie­de­nen Far­ben. Für die Kro­nen ka­men Krepp­pa­pier, klei­ne Pom­pons und Moos­gum­mi zum Ein­satz. Die Bär­te sind alle un­ter­schied­lich. Die­se fer­tig­te ich aus wei­ßer Wat­te und Filz­wol­le an, die ich mit Acryl­far­ben ein­färb­te. Als Werk­zeu­ge soll­ten Sie sich eine Sche­re, ein Falz­beil, ein Li­ne­al, viel flüs­si­gen Kle­ber, ei­nen Schasch­lik­spieß und mei­ne DIN A4 Bas­tel­scha­blo­nen (#1 /#2 /#3 /#4 /#5 /#6 /#7 /#8 /#9) zu­recht­le­gen.

Bild vom Verstärken sämtlicher EinzelteileOb­wohl je­des Ge­fäß ein we­nig an­ders aus­sieht, ha­ben die drei Kör­per der Hei­li­gen Drei Kö­ni­ge iden­ti­sche Bas­tel­schrit­te. Auf den Scha­blo­nen #1 - #3 be­fin­den sich je­weils ein Bo­den­ele­ment und die Sei­ten­wän­de. Um die Sta­bi­li­tät zu er­hö­hen, habe ich als Ers­tes je­des Ein­zel­teil aus zwei Ton­pa­pier­schich­ten an­ge­fer­tigt. So­mit hat­te ich je Fi­gur ei­nen Bo­den und sechs Sei­ten vor mir lie­gen. Im nächs­ten Schritt falz­te ich sämt­li­che Knick- und Kle­be­l­i­ni­en, so­dass mir der Zu­sam­men­bau leich­ter fiel.

Ich be­gann mit dem auf­ge­stell­ten Bo­den und be­fes­tig­te dar­an mein ers­tes Sei­ten­ele­ment. Gleich da­nach kleb­te ich ein Sei­ten­teil nach dem an­de­ren un­ten am Fun­da­ment und am be­nach­bar­ten Pen­dant fest. So ent­stan­den ganz au­to­ma­tisch eine Vase, ein Krug und ein Be­cher. Hin­weis: Wäh­rend­des­sen die Ton­pa­pier­far­be der ver­steck­ten in­ne­ren Ver­stär­kung für mich kei­ne Rol­le spiel­te, ach­te­te ich au­ßen dar­auf, dass je­der Kö­nig eine et­was an­de­re Klei­der­far­be er­hielt.

Bärte Rahmen die königlichen Gesichter

Als Nächs­tes ver­pass­te ich mei­nen drei Ge­fä­ßen in­di­vi­du­el­le Ge­sich­ter. Die Vor­la­gen da­für be­fin­den sich auf den Scha­blo­nen #4 - #6. Wich­tig: Jede Ge­sichts­form ist ge­nau auf eine der Kör­per­sil­hou­et­ten an­ge­passt und kann des­halb nicht ge­tauscht wer­den. Au­ßer­dem habe ich die Ge­sichts­vor­la­gen nicht ver­stärkt.

Collage mit Anleitungsschritten zum Basteln der Gesichter von den Heiligen Drei Königen. Erstellt von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Nach dem An­fer­ti­gen und Fal­zen kleb­te ich die Ge­sich­ter mit­tig auf mei­ne Pa­pier­ge­fä­ße. Für die Au­gen griff ich auf vor­ge­fer­tig­te Auf­kle­ber zu­rück und die knuf­fi­gen Na­sen­pom­pons habe ich ein­fach pas­send zum je­wei­li­gen Haut­typ mit Acryl­far­ben be­malt. Hin­ge­gen das Deck­haar und die flau­schi­gen Bär­te wa­ren wie­der eine rei­ne Maß­an­fer­ti­gung.

Bild von individueller Gesichtsbehaarung der Heiligen Drei KönigeWäh­rend­des­sen ich eine Ge­sichts­be­haa­rung aus han­dels­üb­li­cher, wei­ßer Wat­te form­te und ei­nem Kö­nigs­kör­per auf­kleb­te, sind die an­de­ren bei­den Brö­sel­be­sen aus Filz­wol­le. Zu­nächst muss­te ich die Wol­le mit ei­ner Filz­na­del zu ei­ner ebe­nen Mat­te ste­chen. Da­nach schnitt ich mir dar­aus die Bär­te und die Haar­an­sät­ze. Zu gu­ter Letzt be­mal­te ich mei­ne ver­filz­ten Kunst­haa­re mit rot­brau­ner und schwar­zer Acryl­far­be und kleb­te Kö­nig Bar­ba­ros­sa und dem Prin­zen von Za­mun­da sei­ne cha­rak­te­ris­ti­sche Haar­pracht auf.

Die drei Kronen des Morgenlandes

Das ei­gent­li­che High­light die­ses Bas­tel­mo­tivs sind die drei un­ter­schied­li­chen Kro­nen. Mein wei­ßer Kö­nig, der dem Prinz­re­gen­ten Luit­pold ähn­lich sieht, trägt eine ty­pi­sche eu­ro­päi­sche Kro­ne.

Collage von Anleitungsschritten für eine Papierkrone. Angefertigt von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Zum Bas­teln der ge­schlos­se­nen Za­cken­kro­ne fer­tig­te ich zu­al­ler­erst ein sechs­ecki­ges Grund­ge­rüst aus Moos­gum­mi mit­hil­fe von Scha­blo­ne #7 an. Im An­schluss dreh­te ich das Sechs­eck um und be­spann­te es mit Krepp­pa­pier. Dar­auf­hin schnitt ich mir von der­sel­ben Scha­blo­ne sechs­mal den um­ge­dreh­ten Tor­bo­gen aus farb­lich pas­sen­dem Moos­gum­mi zu­recht.

  • Die­se sechs Ein­zel­tei­le kleb­te ich an­schlie­ßend rings­um die run­de Kro­ne.
  • Zu gu­ter Letzt setz­te ich den Za­cken noch gold­be­mal­te Pom­pons auf.
  • Au­ßer­dem ka­schier­te ich die Kle­be­l­i­ni­en mit lan­gen Krepp­pa­pier­strei­fen.

Mein ro­ter Kö­nig Bar­ba­ros­sa trägt eine Art Mit­ren­kro­ne. Die Ele­men­te da­für be­fin­den sich auf Scha­blo­ne #8.

Collage mit Bastelschritten zum Anfertigen einer Mitrenkrone aus Papier. Erstellt von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Zu­al­ler­erst bau­te ich mir aus den Moos­gum­mi­strei­fen der Scha­blo­ne eine Kup­pel. Wich­tig: Ei­nen der un­te­ren Ver­bin­dungs­rin­ge habe ich zu­nächst nicht ver­schlos­sen. Da­nach steck­te ich von un­ten ei­nen Schasch­lik­spieß durch die Kup­pel­mit­te, so­dass ein Stück oben her­aus­schau­te. Als Nächs­tes be­spann­te ich das Gan­ze mit Krepp­pa­pier.

  • Dar­auf­hin wi­ckel­te ich um das obe­re Holz­spieß­stück ei­ni­ge La­gen Krepp­pa­pier, die ich gleich im An­schluss mit gol­de­ner Acryl­far­be be­mal­te.
  • Im nächs­ten Schritt bas­tel­te ich mir aus ei­nem wei­te­ren lan­gen Stück Krepp­pa­pier eine Hut­krem­pe, wel­che ich eben­falls mit gold­be­mal­ten Pom­pons ver­zier­te. Die fer­ti­ge Krem­pe be­fes­tig­te ich am un­te­ren Rand der Kro­ne.
  • Be­vor ich die Hut­krem­pe der Mit­ren­kro­ne je­doch end­gül­tig ver­schloss, setz­te ich die edle Kopf­be­de­ckung mei­nem Kö­nig Bar­ba­ros­sa auf. Dar­auf­fol­gend pass­te ich das Band auf den Kopf­um­fang an und ver­kleb­te es an­schlie­ßend mit sich selbst.

Mein schwar­zer Prinz von Za­mun­da trägt als Kopf­be­de­ckung eine Ku­fi­ya, die auch als Pa­li­tuch be­kannt ist.

Collage vom Basteln eines Palituchs aus Papier. Angefertigt von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Zum An­fer­ti­gen des Pa­li­tuchs bas­tel­te ich mir aus den Ele­men­ten von Scha­blo­ne #9 zu­erst ei­nen of­fe­nen Moos­gum­mi­ring. Im An­schluss dreh­te ich den Ring um und kleb­te ei­nen klei­nen Krepp­pa­pier­hau­fen oben auf der größ­ten Flä­che fest. Als Nächs­tes setz­te ich das Gan­ze mei­ner Fi­gur so auf den Kopf, dass die Öff­nung ge­ra­de nach hin­ten zeig­te.

  • Im An­schluss nahm ich ein gro­ßes Stück Krepp­pa­pier zur Hand und kleb­te es bün­dig auf den vor­ders­ten Za­cken ober­halb der Stirn. Das rest­li­che Pa­pier ließ ich wei­ter nach un­ten fal­len. Als mir die Län­ge zu­sag­te, be­fes­tig­te ich das dün­ne Krepp­pa­pier auch an den an­de­ren vier Ring­za­cken.
  • Dar­auf­hin schnitt ich drei gleich­gro­ße Moos­gum­mi­strei­fen zu­recht und dreh­te mir dar­aus ein Hut­band.
  • Ganz zum Schluss brach­te ich das Pa­li­tuch zu­nächst in Form und fi­xier­te es an­schlie­ßend mit mei­nem schi­cken Moos­gum­mi­band.

Fazit: Was wissen Sie über die Heiligen Drei Könige?

Bild von den Heiligen Drei Königen mit Gold und Myrrhe. Gebastelt von Veronika Vetter (DAoCFrEak) Fine Art KünstlerinMei­ne In­ter­pre­ta­ti­on der Hei­li­gen Drei Kö­ni­ge ist zwar ge­ne­rell ein ein­fa­ches Bas­tel­mo­tiv, wel­ches al­ler­dings sehr zeit­auf­wen­dig ist. Zum Bas­teln mei­ner un­ter­schied­li­chen Fi­gu­ren und Kro­nen be­nö­tig­te ich gut und ger­ne ei­nen gan­zen Tag. Ne­ben den wür­de­vol­len Hü­ten ge­fal­len mir vor al­lem die lus­ti­gen Bär­te. Über­rascht hat mich, dass die drei Ge­fä­ße wirk­lich sehr sta­bil sind und auch als ver­schließ­ba­res Uten­si­lo für das Kin­der­zim­mer zum Ein­satz kom­men könn­ten.

Der Drei­kö­nigs­tag ist ähn­lich wie Chris­ti Him­mel­fahrt in den meis­ten Bun­des­län­dern zwar ein Fei­er­tag, lei­der in­ter­es­siert es im­mer we­ni­ger Men­schen, war­um sie bei die­sen An­läs­sen ein­mal die See­le bau­meln las­sen dür­fen. Was mei­nen Sie, wie vie­le der knapp 18 Mil­lio­nen Nordrhein-Westfalen wis­sen, dass in ih­rem Köl­ner Dom wahr­schein­lich die Ge­bei­ne der Hei­li­gen Drei Kö­ni­ge lie­gen?

For tho­se who have vi­si­ted Co­lo­gne Ca­the­dral, the im­pres­si­ve and sta­te­ly Shri­ne of the Th­ree Kings ser­ves as a vi­su­al re­min­der of events that tran­spi­red over two thousand ye­ars ago, when th­ree men left the com­fort of their ho­mes to wor­ship at the feet of an in­fant.

An­ony­mous: The Shri­ne of the Th­ree Kings: Grand Re­li­qua­ry of the Magi. reliquarian.com (01/2017).

Zu­min­dest steht in der ma­le­ri­schen Ka­the­dra­le am Rhein der Drei­kö­nigs­schrein. Die­ser gol­de­ne Kas­ten wur­de im 13. Jahr­hun­dert fer­tig­ge­stellt und ist nicht nur ein wun­der­schö­nes Ar­te­fakt, son­dern vor al­lem ein Stück alt­deut­sche Ge­schich­te.

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Silvester: Schwein und Kleeblatt aus Papier basteln

Hat­ten Sie im ver­gan­ge­nen Jahr aus­rei­chend Schwein? Falls nicht soll­ten Sie die­ses Sil­ves­ter Ih­ren Glücks­vor­rat dies­mal bes­ser auf­tan­ken. Da­für ist auch nichts wei­ter nö­tig, als mit klei­nen Glücks­brin­gern in das neue Jahr zu rut­schen. Da­mit Ih­nen For­tu­na hold ist, soll­ten Sie kein Ri­si­ko ein­ge­hen und bei der Wahl der Glücks­bo­ten auf Alt­her­ge­brach­tes zu­rück­grei­fen. In deutsch­spra­chi­gen Kul­tur­räu­men bie­tet sich das Schwein als Ta­lis­man be­son­ders an, da es sich schon jahr­tau­sen­de­lang be­währt hat. Be­reits die al­ten Ger­ma­nen glaub­ten, dass Wild­schwei­ne Glück­se­lig­keit brin­gen, wes­halb sie die ul­ki­gen Paar­hu­fer als hei­li­ge Tie­re ver­ehr­ten.

Yet the pig as a po­si­ti­ve sym­bol also dates back to an­ci­ent times, when the wild boar was re­ver­ed as a holy ani­mal by the Ger­ma­nic tri­bes of cen­tral Eu­ro­pe and sou­thern Scan­di­na­via.

Knauf, Mar­kus: Word of the Week: Glücks­brin­ger. germany.info (12/2016).

Bild von Quilling Schweinen als Silvesterdekoration. Gebastelt von Veronika Vetter (DAoCFrEak) Fine Art KünstlerinDas Schwein sorgt auch au­ßer­halb der Glau­bens­leh­re für Glück. Denn mit ei­ner Schellen-Daus konn­te be­stimmt schon so manch ge­wief­ter Kar­ten­spie­ler ei­nen Stich lan­den. Auch wer im Mit­tel­al­ter do­mes­ti­zier­te Schwei­ne be­saß, der war ge­seg­net und muss­te nie­mals Hun­ger lei­den. Das Haus­schwein stand zu je­ner Zeit dem­entspre­chend nicht nur für Glück, son­dern vor al­lem für Wohl­stand.

The re­ason they’re tied in with good for­tu­ne is quite simp­le: to pos­sess ple­nty of pigs was a sign of wealth and pro­spe­ri­ty in the Midd­le Ages.

Kersch­bau­mer, Tat­ja­na: Dead lu­cky! What Ger­mans con­sider lu­cky charms. goethe.de (12/2016).

Wer im nächs­ten Jahr be­son­ders viel Glück braucht, der soll­te nicht nur die Nähe zu ei­nem Schwein, son­dern auch zu ei­nem Klee­blatt su­chen. Wuss­ten Sie, dass die Chan­ce ein Klee­blatt mit vier Blät­tern zu fin­den bei eins zu 10.000 steht?

The four-leaf clover, or sham­rock, is thought of as a good luck charm in part be­cau­se of its ra­ri­ty in na­tu­re. It is esti­ma­ted that the chan­ces of fin­ding a four-leaf clover are one in 10,000.

Sil­ver­man, Adri­en­ne: Four-Leaf Clover Su­pers­ti­ti­on. psychiclibrary.com (12/2016).

Glück für den­je­ni­gen, der solch ein Uni­kat auf ei­ner Wie­se fin­det. Pech für den Klee, denn hat solch ein Schmet­ter­lings­blüt­ler mehr als drei Blät­ter, dann lei­det das Ge­wächs an ei­ner Gen­mu­ta­ti­on.

Collage von rosa Schwein auf einem Kleeblatt als Silvesterdekoration. Erstellt von Veronika Vetter (DAoCFrEak) Fine Art Künstlerin

Der Grund da­für, dass das Klee­blatt als Glücks­sym­bol gilt, hängt nicht nur mit der Sel­ten­heit von vier­blätt­ri­gen Ex­em­pla­ren zu­sam­men. Der Le­gen­de nach hat der Hei­li­ge Sankt Pa­trick im 5. Jahr­hun­dert ge­wöhn­li­che Klee­blät­ter da­für ver­wen­det, um beim Mis­sio­nie­ren die Drei­fal­tig­keit zu er­klä­ren. Durch die drei Blät­ter an ei­nem Klee­blatt ver­stand selbst der erz­kon­ser­va­tivs­te An­hän­ger des Po­ly­the­is­mus, dass Gott aus dem Va­ter, dem Sohn und dem Hei­li­gen Geist be­steht.

Le­gend says that St. Pa­trick used the sham­rock to vi­sual­ly il­lus­tra­te the con­cept of the Tri­ni­ty (the Fa­ther, the Son, and the Holy Spi­rit) when try­ing to con­vert po­ly­the­i­stic pa­gans to Chris­tia­ni­ty.

Merks, Joost: Sham­rock. hellokids.com (12/2016).

Sie wol­len am Sil­ves­ter­abend in Sa­chen Glück nichts dem Zu­fall über­las­sen? Dann habe ich für Sie eine Tisch­de­ko­ra­ti­on aus ei­nem Schwein und ei­nem Klee­blatt ent­wor­fen. Und da­mit auch wirk­lich je­der un­ab­hän­gig von sei­nen Bas­tel­fä­hig­kei­ten schnell zu ei­nem Glücks­brin­ger kommt, wen­de­te ich zum An­fer­ti­gen die be­son­ders ein­fa­che Quilling-Technik an.

Collage von Silvester: Schwein und Kleeblatt aus Papier basteln. Erstellt von Veronika Vetter (DAoCFrEak) Fine Art Künstlerin

Der drei­di­men­sio­na­le Glücks­bo­te aus Pa­pier ist 10 Zen­ti­me­ter breit und 7 Zen­ti­me­ter hoch.

Kleeblatt und Schwein basteln

Bild von grünem Quilling Kleeblatt als Glücksbringer für SilvesterZum Bas­teln der zwei­tei­li­gen Sil­ves­ter­de­ko­ra­ti­on ver­wen­de­te ich nichts wei­ter als Ton­pa­pier, eine Sche­re und ei­nen Holz­spieß. Zu­dem nahm ich flüs­si­gen Kle­ber und neun ge­wöhn­li­che Haus­halts­gum­mis (Gum­mi­rin­ge) zur Hil­fe. Wäh­rend­des­sen das Klee­blatt aus den Quilling-Figuren Te­ardrop und Tri­ang­le be­steht, er­for­dert das Schwein oben­drein die Fi­gur Tight Coil.

Bild von Holzspieß, der eine Quilling-Figur aufdrehtBe­vor ich al­ler­dings mit dem Auf­dre­hen der For­men be­gin­nen konn­te, muss­te ich zu­erst mei­nen Schasch­lik­spieß prä­pa­rie­ren. Dazu spal­te­te ich ein Ende des Spie­ßes mit­hil­fe ei­nes schar­fen Bas­tel­mes­sers, so­dass sich dar­auf­hin Pa­pier­strei­fen da­zwi­schen­ste­cken lie­ßen. Des Wei­te­ren fer­tig­te ich zwei ein­fa­che Ab­mes­sungs­scha­blo­nen aus Kar­ton­pa­pier an, da­mit alle Be­stand­tei­le mei­ner bei­den Mo­ti­ve auch gleich­groß wur­den.

  • Scha­blo­ne Klee­blatt: Kreis­durch­mes­ser 4,5 Zen­ti­me­ter.
  • Scha­blo­ne Schwein: Kreis­durch­mes­ser 2 Zen­ti­me­ter.

Nach­dem ich die Vor­be­rei­tungs­schrit­te ab­ge­schlos­sen hat­te, be­gann ich mit dem Bas­teln des Pa­pier­klee­blatts. Dazu schnitt ich aus grü­nem Ton­pa­pier fol­gen­de Pa­pier­strei­fen aus:

  • 8x: 200 x 1 Zen­ti­me­ter.
  • 1x: 100 x 1 Zen­ti­me­ter.

Hin­weis: Aus ei­nem ein­zel­nen Ton­pa­pier­bo­gen konn­te ich kei­ne Strei­fen die­ser Län­ge her­aus­schnei­den. Des­halb kleb­te ich ein­fach meh­re­re klei­ne Pa­pier­strei­fen an­ein­an­der. Im nächs­ten Schritt steck­te ich ei­nen grü­nen Ton­pa­pier­strei­fen nach dem an­de­ren auf mei­nen Holz­spieß und dreh­te Tight Coil Fi­gu­ren. Im­mer wenn ich eine eng auf­ge­dreh­te Schne­cke fer­tig­ge­stellt hat­te, zog ich die­se ab und fi­xier­te die Form für 30 Mi­nu­ten mit­hil­fe ei­nes Haus­halts­gum­mis.

Glückskleeblatt mit Quilling-Technik kleben

Als mei­ne Tight Coil Fi­gu­ren ihre Form an­ge­nom­men hat­ten, trans­for­mier­te ich die­se zu Loo­se Coil Fi­gu­ren. Dazu ent­fern­te ich die Gum­mi­rin­ge und ließ eine eng auf­ge­dreh­te Schne­cke nach der an­de­ren in­ner­halb des aus­ge­schnit­te­nen Krei­ses mei­ner Scha­blo­ne auf­plop­pen.

Bild von den Quilling-Figuren Teardrop und Triangle (Arrow)

Die da­bei ent­ste­hen­den, im­mer gleich­gro­ßen Loo­se Coil For­men fi­xier­te ich dar­auf­hin mit­hil­fe von flüs­si­gem Kle­ber.

Bild von Kleeblatt aus Papier, welches aus Quilling-Figuren zusammengeklebt wirdGanz zum Schluss form­te ich mit mei­nen Fin­gern aus den Loo­se Coil Fi­gu­ren acht Trop­fen und ein Drei­eck. Letz­te­res ist der Stiel des Klee­blatts, die­sen bog ich leicht pfeil­för­mig zu­recht. Im letz­ten Schritt muss­te ich nur noch mei­ne neun Ele­men­te an den Sei­ten zu ei­nem Kreis zu­sam­men­kle­ben und schon hat­te ich den ers­ten Teil mei­ner Sil­ves­ter­de­ko­ra­ti­on fer­tig­ge­stellt.

Glücksschwein sieht wie ein Weinfass aus

Der Schwei­ne­kör­per be­steht aus drei Tei­len. Da­für schnitt ich mir fol­gen­de Strei­fen aus ro­sa­far­be­nem Ton­pa­pier zu­recht:

  • 2x: 800 x 2 Zen­ti­me­ter.
  • 1x: 15 x 4 Zen­ti­me­ter (Ver­bin­dungs­stück).

Aus den acht Me­ter lan­gen Pa­pier­strei­fen dreh­te ich mir zwei Tight Coil Fi­gu­ren.

Collage mit Anleitungsschritten, um einen Schweinekörper aus der Quilling-Figur Tight Coil zu basteln. Erstellt von Fine Art Künstlerin Veronika Vetter

Nach­dem ich die en­gen Pa­pier­schne­cken von mei­nem Holz­spieß ab­ge­zo­gen hat­te, drück­te ich die In­nen­sei­ten der Krin­gel mit mei­nen Dau­men nach au­ßen. So­mit ent­stand die Vorder- und Rück­sei­te des Schwein­chens.

  • Als mir die Form mei­ner Tight Coil Fi­gu­ren ge­fiel, fi­xier­te ich die­se, in­dem ich Kle­ber in die aus­ge­höhl­ten Schne­cken tröp­fel­te.
  • Zum Voll­enden des ro­sa­far­be­nen Wein­fas­ses kleb­te ich dar­auf­fol­gend bei­de Hälf­ten an­ein­an­der.
  • Um die Kle­be­l­i­nie in der Mit­te zu ver­ste­cken, wi­ckel­te ich au­ßer­dem das mit Kle­ber be­stri­che­ne Ver­bin­dungs­stück ein­mal um den Schwei­ne­kör­per.

Für die Schwei­ne­na­se, die vier Füße und das Rin­gel­schwänz­chen muss­te ich mir wie­der ro­sa­far­be­ne Ton­pa­pier­strei­fen zu­recht­schnei­den:

  • 1x: 150 x 0,5 Zen­ti­me­ter (Nase).
  • 4x: 70 x 1 Zen­ti­me­ter (Füße).
  • 1x: 5 x 0,2 Zen­ti­me­ter (Schwänz­chen).

Ab­ge­se­hen vom Rin­gel­schwänz­chen fer­tig­te ich aus den an­de­ren Pa­pier­strei­fen fünf Tight Coil Fi­gu­ren an.

Collage vom Ankleben der Extremitäten an ein Papierschwein. Gebastelt von Fine Art Künstlerin Veronika Vetter

Auch die­se Quilling-Figuren drück­te ich mit mei­nen Dau­men leicht nach au­ßen und fi­xier­te die Form mit Kle­ber. Als die Füß­chen ei­ni­ger­ma­ßen sym­me­trisch wa­ren, kleb­te ich die­se mit der Nase am Schwei­ne­kör­per fest.

  • Das Rin­gel­schwänz­chen dreh­te ich zu ei­ner Spi­ral­nu­del und be­fes­tig­te es hin­ten am Schwei­ne­po.
  • Für die Au­gen ver­wen­de­te ich vor­ge­fer­tig­te Kul­ler­au­gen aus Plas­tik, die ich ein­fach über die Schwei­ne­na­se kleb­te.

Fazit: Schweineohren sind zum Anknabbern

Die drei­ecks­för­mi­gen Schwei­neoh­ren mei­ner Sil­ves­ter­de­ko­ra­ti­on be­stehen aus fol­gen­den Pa­pier­strei­fen:

  • 2x: 50 x 0,7 Zen­ti­me­ter.

Aus die­sen bei­den Ton­pa­pier­strei­fen dreh­te ich mir zu­erst zwei Tight Coil Fi­gu­ren, die ich wie beim Klee­blatt zu­nächst für 30 Mi­nu­ten mit je­weils ei­nem Haus­halts­gum­mi fest­bin­den muss­te. Dar­auf­hin nahm ich mei­ne Schwei­ne­scha­blo­ne zur Hand und öff­ne­te dar­in mei­ne Krei­se, so­dass ich zwei Loo­se Coil Fi­gu­ren er­hielt. Die­se Form fi­xier­te ich mit flüs­si­gem Kle­ber und drück­te mir dar­aus zwei gleich­gro­ße Drei­ecke. Ab­schlie­ßend kleb­te ich die Öhr­chen am Ver­bin­dungs­stück über dem Schwei­nege­sicht fest und hat­te da­mit den zwei­ten Teil mei­ner Sil­ves­ter­de­ko­ra­ti­on fer­tig­ge­stellt.

Bild von Silvesterschwein auf einem Kleeblatt mit Caipirinha und Ferrero Raffaello aus Fimo. Gebastelt von Veronika Vetter (DAoCFrEak) Fine Art KünstlerinZum Bas­teln von ei­nem Schwein samt Klee­blatt be­nö­tig­te ich un­ge­fähr zwei Stun­den, wo­bei das Aus­schnei­den der Pa­pier­strei­fen na­tür­lich die meis­te Zeit in An­spruch nahm. Um vom Schwein am Sil­ves­ter­abend Glück zu be­kom­men, ist es üb­ri­gens nicht nö­tig, eine Schwei­ne­len­de auf den hei­ßen Stein oder in den Fon­due­topf zu le­gen. Die rei­ne An­we­sen­heit des Glücks­brin­gers als Tisch­de­ko­ra­ti­on ist völ­lig aus­rei­chend.

Lus­ti­ger­wei­se könn­te Schwei­ne­fleisch tat­säch­lich ein dop­pel­tes Glück­ses­sen sein, wenn Sie be­den­ken, dass Wie­sen­klee eine Lieb­lings­spei­se der lus­ti­gen Paar­hu­fer ist. Lei­der wer­den Mast­schwei­ne heut­zu­ta­ge im Prin­zip nur noch mit In­dus­trie­ab­fäl­len ge­füt­tert, wor­un­ter sich ga­ran­tiert kei­ne Klee­blät­ter be­fin­den. Trotz­dem ste­hen klei­ne Fer­kel je­des Jahr auf mei­nem Sil­ves­ter­me­nü; als Des­sert in Mar­zi­pan­form.

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Nikolaus: Geschenkverpackung basteln - Anleitung

Was ma­chen ei­gent­lich Men­schen am 6. De­zem­ber, die kei­ne Kin­der ha­ben? Na­tür­lich trotz­dem den Ni­ko­laus­tag fei­ern. Ab­ge­se­hen vom Ge­burts­tag gibt es kei­nen pas­sen­de­ren An­lass, um sei­nen Kol­le­gen oder Freun­den ein klei­nes Ge­schenk zu ma­chen. Schließ­lich wird je­des Jahr am Ni­ko­laus­tag ge­zeigt, wie er­fül­lend und pro­duk­tiv eine ech­te Freund­schaft sein kann. Denn was Pe­trus für den gu­ten Je­sus war, das ist Knecht Ru­precht für den Ni­ko­laus.

Aber er wand­te sich um und sprach zu Pe­trus: Hebe dich, Sa­tan, von mir! du bist mir är­ger­lich; denn du meinst nicht was gött­lich, son­dern was mensch­lich ist.

Mat­thä­us 16,23: Die ers­te An­kün­di­gung von Jesu Lei­den und Auf­er­ste­hung. bibel-online.net (12/2016).

Ha­ben Sie auch je­man­den mit dem Sie eine freund­schaft­li­che Be­zie­hung füh­ren, die sich zwi­schen Him­mel und Höl­le be­wegt? Dann ist mei­ne zwei­deu­ti­ge Ge­schenk­ver­pa­ckung zum Nach­bas­teln ge­nau das Rich­ti­ge für Sie.

Picture of Santa Clause Packaging Box by Veronika Vetter Fine ArtistLan­ge Zeit wa­ren die ver­klei­de­ten Nach­fah­ren des Hei­li­gen Ni­ko­laus von Myra auf sich al­lei­ne ge­stellt. Nach dem Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg ver­lor die römisch-katholische Kir­che hier­zu­lan­de an Ein­fluss und so wur­den die Zei­ten für die freund­li­chen Weiß­bär­te im­mer schwe­rer. Die Kin­der­lein re­spek­tier­ten und be­wun­der­ten Ni­ko­laus nicht mehr so wie frü­her, was auch am Christ­kind lag.

Erst als im 16. Jahr­hun­dert das gü­ti­ge Christ­kind am 24. De­zem­ber selbst für klei­ne Ra­bau­ken im­mer ein rich­ti­ges Prä­sent be­reit­hielt, [...].

Vet­ter, Ve­ro­ni­ka: Ver­kaufs­stand für den Weih­nachts­markt bas­teln. gws2.de (12/2016).

Bild von Knecht Ruprecht aus Papier (Weihnachtsgeschenk)Um die Lüm­mel wie­der auf den rech­ten Weg zu füh­ren, tauch­ten im 17. Jahr­hun­dert plötz­lich Flug­blät­ter auf, die Höl­len­we­sen zeig­ten, wel­che Kin­der in ih­ren Klau­en ge­fan­gen hiel­ten. Und so er­zähl­te man sich, dass der Hei­li­ge Ni­ko­laus an ei­nem 5. De­zem­ber bei ei­ner nächt­li­chen Wan­de­rung Knecht Ru­precht traf. Die­ser bot sich an, un­ge­zo­ge­ne Kin­der mit sei­ner Rute zu dis­zi­pli­nie­ren. Soll­te das auch nicht hel­fen, dann wür­de er die klei­nen Ra­bau­ken so­gar mit in die Un­ter­welt neh­men, um sie dort wei­ter zu quä­len.

Le­gends say that he joi­n­ed St. Ni­cho­las on his treks the night be­fo­re St. Ni­cho­las’ fe­ast. [...] Other times he is de­pic­ted with his sack, or even a wa­sh­tub, which he uses to car­ry naugh­ty child­ren to the un­der­world whe­re he will la­ter tor­tu­re and pos­si­bly even eat them.

Thomp­son, Chris­ta: The Dark Side of Christ­mas, the Le­gend of Kram­pus. thefairytaletraver.com (12/2016).

Collage von Nikolausverpackung, die vor einem Christbaum steht. Gebastelt von Veronika Vetter (DAoCFrEak) Fine Art Künstlerin

Dazu sei ge­sagt, dass Knecht Ru­precht be­reits die hu­ma­ne und so­zia­li­sier­te Form ei­nes Höl­len­ver­tre­ters ist. Über die Jah­re hat er sein Äu­ße­res dem Ni­ko­laus an­ge­gli­chen, nur an der Kör­per­hy­gie­ne man­gelt es noch. Sein Name setzt sich aus „rau­he Percht” zu­sam­men, was schon auf­zeigt, wie sei­ne heid­ni­schen Vor­fah­ren so ge­tickt ha­ben. Denn wer wie ich, ein baye­ri­sches Cow­girl ist oder süd­lich der Ben­ra­ther Li­nie lebt, der kennt even­tu­ell den Perch­ten­lauf.

Ge­fürch­te­ter sind da schon die Schiech­perch­ten, die nicht sel­ten auch da­für ver­ant­wort­lich sind, dass klei­ne Kin­der an­fan­gen zu wei­nen. Sie ha­ben schau­ri­ge Mas­ken auf und sind meist mit Ru­ten oder Zwei­gen be­waff­net, [...].

Pfaf­fin­ger, Chris­ti­na: Ni­ko­laus, Kram­pus und Perch­ten und Rauh­näch­te. chiemsee-alpenland.de (12/2016).

Bild von Schokolade und Walnüsse als NikolausgeschenkDie Fi­gur des Knecht Ru­precht ent­wi­ckel­te sich dem­zu­fol­ge aus dem ge­hörn­ten Kram­pus. Vor der Chris­tia­ni­sie­rung wa­ren die­se geiß­bock­ar­ti­gen Zeit­ge­nos­sen für die Dä­mo­nen­ver­trei­bung zu­stän­dig, spä­ter aßen sie für den Ni­ko­laus bös­ar­ti­ge Kin­der. Das Wort Kram­pus be­deu­tet im Alt­hoch­deut­schen Klaue, was be­weist, dass man die­se Teu­fels­bur­schen be­reits frü­her bes­ser ge­mie­den hat.

The name Kram­pus is de­ri­ved from the Old High Ger­man word for „claw”.

Amo­le, Mi­cha­el: The Ori­gin of Kram­pus. krampusfest.com (12/2016).

Um die nun fast schon vier­hun­dert­jäh­ri­ge Män­ner­freund­schaft zwi­schen Ni­ko­laus und Knecht Ru­precht zu eh­ren, habe ich eine lus­ti­ge Ge­schenk­ver­pa­ckung de­signt. Mit­hil­fe die­ser kön­nen Sie selbst ent­schei­den, ob der Be­schenk­te ein Mit­bring­sel vom Ni­ko­laus ver­dient hat oder doch eher ein Fall für Knecht Ru­precht ist.

Bild vom Nikolaus und Krampus als Geschenkverpackung aus Papier - kreiert von Veronika Vetter (DAoCFrEak) Fine Art Künsterlin

Mei­ne qua­dra­ti­sche Ni­ko­laus Ge­schenk­ver­pa­ckung ist 15 Zen­ti­me­ter breit und 12 Zen­ti­me­ter hoch. Das ge­räu­mi­ge Mo­tiv mit hö­hen­ver­stell­ba­rer Krepp­pa­pier­müt­ze ba­siert auf ei­ner Blu­men­topf­form und ist su­per ein­fach zu bas­teln.

Bastelanleitung für Geschenkverpackung

Bild von zwei Einzelteilen für den PapierblumentopfFür die Sta­bi­li­tät der Ni­ko­laus Ge­schenk­ver­pa­ckung sorgt ro­ter Ton­kar­ton. Zu­dem ver­wen­de­te ich haut­far­be­nes Ton­pa­pier und ro­tes Krepp­pa­pier. Für die sanf­te Hap­tik ist wei­ße Wat­te, wei­ßer Moos­gum­mi so­wie ro­ter Chen­il­le­draht ver­ant­wort­lich. Als Werk­zeu­ge soll­ten Sie sich zu­dem eine Sche­re, ein Bas­tel­mes­ser, ein Falz­beil samt Li­ne­al, et­was flüs­si­gen Kle­ber und mei­ne DIN A4 Bas­tel­scha­blo­nen (#1 /#2 /#3 /#4 /#5) zu­recht­le­gen.

Bild vom Verstärken des Tonpapiers mithilfe von rotem TonkartonIm ers­ten Schritt fer­tig­te ich mir die Blu­men­topf­form an. Auf Scha­blo­ne #1 be­fin­den sich da­für die bei­den Sei­ten­wän­de und auf Scha­blo­ne #2 das Bo­den­ele­ment. Zu­erst schnitt ich die Sei­ten­tei­le aus mei­nen bei­den Pa­pier­sor­ten zu­recht und kleb­te gleich da­nach das haut­far­be­ne Ton­pa­pier­ele­ment auf den Ton­kar­ton. Als ich di­rekt im An­schluss die Knick- und Kle­be­l­i­ni­en der bei­den Sei­ten­wän­de ge­falzt hat­te, wid­me­te ich mich dem Bo­den.

Die bei­den prä­pa­rier­ten Ele­men­te von Scha­blo­ne #2 kleb­te ich zu­nächst nicht auf­ein­an­der. Viel­mehr be­fes­tig­te ich erst eine Sei­ten­wand am ro­ten Ton­kar­ton­bo­den. Gleich da­nach kleb­te ich das zwei­te Sei­ten­ele­ment fest, so­dass das Gan­ze schon wie ein drei­di­men­sio­na­ler Blu­men­topf aus­sah. Zum Ver­klei­den der Kle­be­l­i­ni­en und zur Ver­stär­kung be­fes­tig­te ich ab­schlie­ßend das haut­far­be­ne Ton­pa­pier­ele­ment von Scha­blo­ne #2 un­ten am Blu­men­topf­bo­den.

  • Als Nächs­tes be­rei­te­te ich mir ro­tes Krepp­pa­pier vor. Das dün­ne Pa­pier hat­te eine Län­ge von 50 Zen­ti­me­tern und eine Brei­te von 18 Zen­ti­me­tern.
  • Die­ses groß­flä­chi­ge Pa­pier­stück kleb­te ich dar­auf­fol­gend ein­mal rund um die obe­re Au­ßen­sei­te mei­nes Blu­men­topfs als Ni­ko­laus­müt­ze auf.

Nikolaus hat ein sehr weiches Gesicht

Bild vom Umkleben des Blumentopfs mit weißem MoosgummiAls ich die Müt­ze mit ei­nem flau­schi­gen, ro­ten Chen­il­le­draht ver­schlos­sen hat­te, fer­tig­te ich Scha­blo­ne #3 aus wei­ßem Moos­gum­mi an. Mit­hil­fe ei­nes Bas­tel­mes­sers schnitt ich den Kreis aus dem Ele­ment und kleb­te an­schlie­ßend das wei­che Ge­sicht des Ni­ko­laus auf eine Blu­men­topf­hälf­te. Gleich dar­auf schnitt ich mir den Hin­ter­kopf des Mo­tivs von Scha­blo­ne #4 zu­recht.

Bild vom Aufkleben des Nikolausgesichts auf die GeschenkverpackungDie­ses Moos­gum­mi­ele­ment kleb­te ich auf die an­de­re Blu­men­topf­sei­te. Hin­weis: Durch die bei­den Ge­sichts­hälf­ten wer­den die Kle­be­rän­der der Müt­ze au­to­ma­tisch ver­klei­det. Auf Scha­blo­ne #5 be­fin­den sich der Bart und die Nase des Ni­ko­laus. Zu­dem kleb­te ich der Ge­schenk­ver­pa­ckung noch zwei vor­ge­fer­tig­te Kul­ler­au­gen auf. Die Wan­gen und den Schnurr­bart ak­zen­tu­ier­te ich zu­dem noch mit Stem­pel­far­ben.

Geschenkverpackung ist ein federweiches Wohlfühlpaket

Bild von Watte an Nikolausmütze klebenZu gu­ter Letzt kleb­te ich der Ni­ko­laus­müt­ze noch eine brei­te Krem­pe aus han­dels­üb­li­cher, wei­ßer Wat­te auf. Auch die Au­gen­brau­en wa­ren bei mir aus die­sem sam­ti­gen Ma­te­ri­al. Tipp: Be­vor ich die Ge­schenk­ver­pa­ckung be­füll­te, ließ ich das Mo­tiv für eine Stun­de bei Zim­mer­tem­pe­ra­tur gut trock­nen. Apro­pos Be­fül­len, was schenkt man ei­gent­lich Freun­den zum Ni­ko­laus?

Bild von Knecht Ruprecht aus Papier mit SchokoladennikolausDas hängt wohl da­mit zu­sam­men, wel­che Ver­pa­ckung sich der Be­schenk­te ver­dient hat. Der ori­gi­nal Kram­pus be­glück­te sei­ne Op­fer ne­ben Ru­ten­hie­ben auch ger­ne mal mit Koh­le­bri­ketts. Heut­zu­ta­ge wür­de Knecht Ru­precht je­doch eher lang­wei­li­ge Nüs­se, Man­da­ri­nen und Äp­fel ver­schen­ken. Wer im ver­gan­ge­nen Jahr al­ler­dings ein treu­er Freund war, der hat sich et­was Bes­se­res ver­dient.

Picture of Santa Clause made of Paper for Cookies by Veronika Vetter (DAoCFrEak) Fine ArtistWie wäre es also, wenn Sie für Ihre Liebs­ten die Weih­nachts­bä­cke­rei öff­nen und eine Va­ria­ti­on aus selbst ge­ba­cke­nen Plätz­chen zu­sam­men­stel­len? Platz ge­nug bie­tet die Ni­ko­laus Ge­schenk­ver­pa­ckung al­le­mal und in nur 45 Mi­nu­ten ha­ben Sie ein flau­schi­ges Ex­em­plar ge­bas­telt. Ich be­fül­le mei­ne Weih­nachts­ver­pa­ckun­gen mit ech­ten Nürn­ber­ger Leb­ku­chen. Viel­leicht lege ich in Knecht Ru­precht zur Stra­fe nur brau­ne, na­tur­be­las­se­ne Ho­nig­ku­chen, die im­mer bis zum Schluss üb­rig blei­ben.

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