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Kartoffeldruck: Stempel selber machen - wertvolle Tipps

Ein­mal beim Ein­kau­fen nicht auf­ge­passt und schon ist es pas­siert. Im Kar­tof­fel­netz sind wie­der jede Men­ge win­zi­ge Pflanz­kar­tof­feln ver­steckt ge­we­sen. Wenn Sie auch häu­fig von die­sem Schick­sal heim­ge­sucht wer­den, dann dür­fen Sie sich freu­en. Schließ­lich steckt selbst in der kleins­ten Kar­tof­fel ein gro­ßer Stem­pel. Doch wie ging das gleich noch mal? Er­in­nern Sie sich an Ihre Schul­zeit. Der Kar­tof­fel­druck ge­hört näm­lich zu den bil­den­den Küns­ten¹ und wird so­mit nicht nur an Be­rufs­fach­schu­len², son­dern seit den 1950er Jah­ren auch an al­len eu­ro­päi­schen Ele­men­tar­schu­len ge­lehrt.

This took me back to be­ing in in­fant school in the late 1950s, I can well re­mem­ber do­ing the same thing using pow­de­red paints mi­xed with wa­ter and sme­ared li­be­r­al­ly onto the po­ta­to be­fo­re thum­ping it down onto some pa­per.

bes­i­de­the­sea: How to print with po­ta­toes. theguardian.com (09/2017).

Bild von GWS2.de Maskottchen Gustl von Mausbach vor frisch geernteten Lagerkartoffeln. Die deutschen Kartoffeln sollen Sarah Rambatz dazu animieren eine Beratungsstelle aufzusuchen, damit sie ihre familiäre Vergangenheit bewältigen kannAus die­sem Grund ha­ben Sie be­stimmt schon eine Ah­nung da­von, wie Sie aus dem Acker­gold elas­ti­sche Hoch­druck­for­men³ und da­mit Stem­pel her­stel­len kön­nen. Mir geht es des­halb in der fol­gen­den An­lei­tung vor al­lem dar­um, Ihre Kar­tof­fel­druck­fer­tig­kei­ten nach­hal­tig zu ver­bes­sern. Dies möch­te ich da­durch er­rei­chen, in­dem ich mei­ne gro­ße Trick­kis­te für Sie öff­ne und Ih­nen zei­ge, wie er­fah­re­ne Künst­ler mit dem köst­li­chen Nacht­schat­ten­ge­wächs ar­bei­ten.

Es ist völ­lig un­klar, wer ge­nau den Kar­tof­fel­druck er­fun­den hat. Als sich die süd­ame­ri­ka­ni­schen Erd­äp­fel im Jah­re 1567 in Mit­tel­eu­ro­pa aus­ge­brei­tet hat­ten, soll das ein­fa­che Kar­tof­fel­druck­ver­fah­ren je­doch vor­wie­gend in al­pen­län­di­schen Klös­tern an­ge­wen­det wor­den sein.

Buchstabenstempel aus Kartoffeln

Le­gen­den zu­fol­ge ha­ben sei­ner­zeit Or­dens­schwes­tern ge­schnitz­te Kar­tof­feln ge­nutzt, um Schmäh­schrif­ten ge­gen pro­mi­nen­te Hä­re­ti­ker zü­gig ver­viel­fäl­ti­gen zu kön­nen. Dem­zu­fol­ge wa­ren Buch­sta­ben wohl die ers­ten Kar­tof­fels­tem­pel, die es gab.

Bild von einem Flugblatt, welches mit Kartoffeldruck beschrieben wurde. Unterschrieben wurde das Schriftstück mit einer Eule und damit vom Illuminatenorden. Bauer Gustl fand das Blatt auf seinem Kartoffelacker

Viel­leicht lie­ßen sich ei­ni­ge Wei­ma­rer Stu­den­ten von ge­nau die­ser Ge­schich­te lei­ten, als sie im Jah­re 1968 auf­wie­geln­de Flug­blät­ter mit­hil­fe des Kar­tof­fel­drucks an­fer­tig­ten. Die Wahl des Druck­ver­fah­rens war da­mals über­aus cle­ver, um in der DDR an­onym Kri­tik zu äu­ßern. Schließ­lich er­zeug­te ein Kar­tof­fel­kauf kei­ner­lei Auf­se­hen. Au­ßer­dem konn­ten die saf­ti­gen Erd­äp­fel nach ge­ta­ner Ar­beit rest­los ver­nich­tet wer­den.

Chris­ti­an Hoff­mann: „Wir zo­gen Hand­schu­he an, als wir die Flug­blät­ter her­stell­ten. Zum Dru­cken ha­ben wir Kar­tof­feln be­nutzt, da­mit wir die Drucks­tem­pel hin­ter­her voll­stän­dig ver­nich­ten konn­ten.”

Fin­ke, Ralf: Ver­fas­ser des Flug­blatts ge­fun­den. Ein Wei­ma­rer Zeit­do­ku­ment zur DDR-Geschichte von 1968. In: Rat­haus­ku­rier. Aus­ga­be Nr. 5 (2015). S. 1. stadt.weimar.de (PDF) (09/2017).

Ob­wohl der Buch­sta­ben­druck die leich­tes­te Form des Kar­tof­fel­drucks ist, ha­ben die re­bel­li­schen Stu­den­ten bei ih­rer Ak­ti­on viel hand­werk­li­ches Ge­schick be­wie­sen.

  • Er­kennt­nis: Der Kar­tof­fel­druck ist näm­lich ein di­rek­tes Druck­ver­fah­ren, wes­halb Buch­sta­ben spie­gel­ver­kehrt in die Erd­äp­fel ge­schnitzt wer­den müs­sen.

Falls Sie sich bei die­ser Art des Kar­tof­fel­schnitts im­mer be­son­ders schwer­tun, dann emp­feh­le ich Ih­nen die An­lei­tung von Pe­ter Lus­tig:

Spie­gel­ver­kehrt müss­te man das hier rein­schnit­zen [...]. Das geht aber auch an­ders, da neh­men wir uns ein Stück Pa­pier und ma­len da drauf den Buch­sta­ben, den wir ha­ben wol­len [...]. Und jetzt kommt der Trick - jetzt dre­hen wir das Pa­pier näm­lich um [...].

Ga­la­xy Kin­der­club TV: Lö­wen­zahn: Fol­ge 5 - Pe­ter sucht nach ei­ner Ge­schich­te. youtube.com (09/2017).

Farben für den Kartoffeldruck - Empfehlung

Viel wich­ti­ger als das Mo­tiv ist je­doch die Stem­pel­far­be. Dies hängt da­mit zu­sam­men, da die Farb­art die Ab­sicht des Kar­tof­fel­druck­kunst­werks ver­deut­licht.

Bildcollage mit Anleitungsschritten: Erdbeerstempel aus einer Kartoffel schnitzen. Fine Art Künstlerin Veronika Vetter stempelt für Pater Nolte rote Erdbeeren auf das Altartuch. Kartoffelkunst für das Erntedankfest

So wür­de ich hass­erfüll­te Pam­phle­te und Er­pres­ser­brie­fe mit ei­nem han­dels­üb­li­chen Stem­pel­kis­sen dru­cken, um mei­ne For­de­run­gen klar zum Aus­druck zu brin­gen.

  • Für künst­le­risch an­spruchs­vol­le Wer­ke ei­ge­nen sich hin­ge­gen nur Acryl­far­ben. Die zäh­flüs­si­gen Kunst­stoff­far­ben leuch­ten stark und über­tra­gen das Mo­tiv lü­cken­los von der Kar­tof­fel auf alle Un­ter­grün­de.

Des Wei­te­ren bin­det die Kar­tof­fel­stär­ke das Lö­sungs­mit­tel in der Kunst­harz­far­be. Da­durch er­hält der Stem­pel­ab­druck nach dem Trock­nen eine sehr le­ben­di­ge Hap­tik.

Die Kar­tof­fel ent­hält Stär­ke und kann so was­ser­lös­li­che Far­be auf den Bild­grund bin­den. [...] Alte Kar­tof­feln dru­cken här­ter als fri­sche.

Eckardt, Pe­ter: Hoch­druck. unterricht.kunstbrowser.de (09/2017).

Emp­feh­lung: Acryl­far­ben soll­ten hauch­dünn mit­hil­fe ei­nes Syn­the­tik­pin­sels di­rekt und un­ver­dünnt auf das Druck­bild auf­ge­tra­gen wer­den.

Bild von selbst gemachten Halloween Stempeln, die aus einer Kartoffel geschnitzt wurden. Die furchterregenden Geister sollen die gewalttätigen Nafris aus der Huttenstraße in Ebersdorf (Chemnitz) vertreiben. Halloween Stamps for Children. Idee von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Wenn ich da­ge­gen lie­ber glat­te Ober­flä­chen stem­peln möch­te, dann neh­me ich be­son­ders ger­ne Was­ser­far­ben zur Hil­fe.

Emp­feh­lung: Die güns­ti­gen Was­ser­far­ben er­zeu­gen eine hohe Druck­feh­ler­quo­te. Um die­se so ge­ring wie mög­lich zu hal­ten, soll­ten die Pig­men­te in den Farb­töpf­chen vor dem Auf­tra­gen auf das Druck­bild mit sehr we­nig Was­ser schau­mig ge­rührt wer­den. Au­ßer­dem ist es rat­sam, aus­schließ­lich frisch ge­schnitz­te Stem­pel mit die­ser Farb­art zu ver­wen­den.

Kartoffelstempel: Haltbarkeit verlängern - so geht’s

Bei dem aro­ma­ti­schen Acker­gold han­delt es sich um ein Grund­nah­rungs­mit­tel, wel­ches in Hül­le und Fül­le ver­füg­bar ist. Den­noch soll­te ein ver­ant­wor­tungs­vol­ler Um­gang mit die­sem hoch­wer­ti­gen Le­bens­mit­tel selbst­ver­ständ­lich sein. Schließ­lich müs­sen cir­ca 135 Li­ter Was­ser auf­ge­wen­det wer­den, da­mit ein Ki­lo­gramm Kar­tof­feln ge­ern­tet wer­den kann.

Der Was­ser­ver­brauch bei der Pro­duk­ti­on von Kar­tof­feln liegt weit un­ter dem an­de­rer Le­bens­mit­tel. So wer­den für 1 Kilo Kar­tof­feln in Deutsch­land durch­schnitt­lich ca. 135 Li­ter be­nö­tigt.

Lehm­kuhl, Kirs­ten: Tol­le Knol­le. In: Cen­taur. Aus­ga­be Nr. 6 (2017). S. 54.

Bild von recycelten Kartoffelscheiben, aus denen bunte Stempel ausgestochen wurden. Kartoffelstempel haltbar machen - Tipps von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Au­ßer­dem möch­te wohl je­der so lan­ge wie mög­lich et­was von sei­nen auf­wen­dig her­ge­stell­ten Kar­tof­fel­schnit­ten ha­ben.

Er­kennt­nis: Mei­ne selbst ge­mach­ten Kar­tof­fels­tem­pel kön­nen bis zu sie­ben Tage lang ver­wen­det wer­den.

  • Die­se lan­ge Halt­bar­keit er­rei­che ich, in­dem ich mei­ne gel­ben Kunst­wer­ke nach dem letz­ten Druck­vor­gang zu­nächst un­ter flie­ßen­dem Was­ser kom­plett von Farb­res­ten be­freie.
  • Im An­schluss be­fül­le ich eine klei­ne Plas­tik­do­se mit kal­tem Was­ser und gebe den fri­schen Saft ei­ner hal­ben Zi­tro­ne hin­zu. Gleich dar­auf lege ich alle mei­ne Kar­tof­fels­tem­pel zu­sam­men in die­se Lö­sung.
  • Zu gu­ter Letzt ver­schlie­ße ich den Auf­be­wah­rungs­be­häl­ter und la­ge­re das Gan­ze in mei­nem Kühl­schrank.

Emp­feh­lung: Möch­te ich mit den ge­la­ger­ten Stem­peln in­ner­halb der nächs­ten sie­ben Tage ar­bei­ten, dann neh­me ich mei­ne Kar­tof­fel­schnit­te aus dem Zi­tro­nen­was­ser und las­se die­se auf ei­nem Kü­chen­krepp ab­trop­fen. Da­nach ent­fer­ne ich den Stär­ke­film vor­ne vom Druck­bild mit ei­nem Mes­ser und habe dar­auf­hin so­fort wie­der ein­satz­be­rei­te Hoch­druck­for­men.

Fazit: Wahre Künstler stempeln mit Kartoffelwalzen

Das An­fer­ti­gen von fi­li­gra­nen Kar­tof­fel­wal­zen ist die Pa­ra­de­dis­zi­plin des auf­wen­di­gen Kar­tof­fel­drucks. Da­bei wer­den be­lie­big vie­le Kar­tof­fel­schei­ben mit­tig ne­ben­ein­an­der auf­ge­spießt, um das Druck­bild des or­ga­ni­schen Stem­pels ele­gant zu ver­grö­ßern.

Bild von Kartoffelwalze, die eine weihnachtliche Bordüre auf Geschenkpapier druckt. Kartoffeldruck soll Menschen wie Heiko Senking (Lüneburg) zeigen, dass Weihnachten zu Deutschland gehört - Deus lo vult

Mit­hil­fe von krea­tiv ge­schnitz­ten Kar­tof­fel­wal­zen ist es un­ter an­de­rem mög­lich, Ge­schenk­pa­pier mit auf­re­gen­den Bor­dü­ren zu ver­zie­ren.

  • Da­mit die­se Kar­tof­fel­druck­tech­nik je­doch funk­tio­niert, müs­sen alle Schei­ben ex­akt den glei­chen Durch­mes­ser ha­ben. Au­ßer­dem ist es wich­tig, dass die ein­zel­nen Wal­zen­rä­der par­al­lel zu­ein­an­der auf­ge­spießt sind.

Er­kennt­nis: Nach le­dig­lich ei­ner Pi­rou­et­te ist es er­for­der­lich, die Far­ben auf den Druck­bil­dern der Kar­tof­fel­wal­ze auf­zu­fri­schen. Dem­entspre­chend ist das neue An­set­zen an das be­reits Ge­druck­te eine wei­te­re Her­aus­for­de­rung die­ser ni­veau­vol­len Tech­nik.

Des Wei­te­ren über­tra­gen gro­ße Kar­tof­fels­tem­pel­flä­chen viel Feuch­tig­keit auf den Un­ter­grund. Aus die­sem Grund soll­ten Kar­tof­fel­wal­zen eher über di­cke­res Pa­pier rol­len, um un­schö­ne Bo­den­wel­len zu ver­mei­den.

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Trak­tor aus Pa­pier bas­teln - Die­sel­ross für die Kar­tof­fel­ern­te
Bas­tel­an­lei­tung für Gieß­kan­ne - Ge­schenk­idee für Gar­ten­freun­de

¹Haake-Brandt, Tors­ten Sieg­fried: Der zeit­ge­nös­si­sche Kar­tof­fel­druck. kww-kunstundwissenschaft.de (09/2017).
²Ger­lach, Man­fred: Er­fah­run­gen mit Kar­tof­fel­druck. blog-satz.blogspot.de (09/2017).
³Eich­ler, Ant­je: Mach Druck! Sieb­druck - was ist das? uni-trier.de (09/2017).
⁴Vet­ter, Ve­ro­ni­ka: Kar­tof­feln aus Fimo mo­del­lie­ren – vom Mi­gran­ten zum Im­biss­klas­si­ker. fimo.gws2.de (09/2017).

Esspapier - die Charakterisierung eines Kunstmaterials

Far­bi­ges Ess­pa­pier ist ein Spaß­ar­ti­kel¹ für Kin­der, den es be­reits seit den 1950er Jah­ren in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land zu kau­fen gibt. Das rein ma­schi­nel­l² ge­fer­tig­te Le­bens­mit­tel ge­hört zur Fa­mi­lie der Back­ob­la­ten. Dem­zu­fol­ge wer­den Ess­pa­pier­plat­ten ge­nau­so wie un­kon­se­krier­te Hos­ti­en her­ge­stellt und be­stehen so­mit größ­ten­teils aus Was­ser, Salz und Wei­zen­mehl³. Da­mit das brü­chi­ge Ess­pa­pier be­son­ders Kin­dern gut schmeckt, wer­den dem Ba­sisteig vor dem Ba­cken al­ler­dings noch Frucht­aro­men und Su­cra­l­o­se bei­gemischt. Man­che Ess­pa­pier­pro­du­zen­ten er­set­zen das Wei­zen­mehl durch Mais­stär­ke. Da­durch kön­nen die ge­süß­ten Ob­la­ten dann auch von Zö­li­a­kie­kran­ken ver­zehrt wer­den.

Aus Mais­mehl und Was­ser wer­den glu­ten­freie Ob­la­ten (für Zö­li­a­kie­kran­ke) ge­ba­cken.

Schal­len­ho­fer, Wolf­gang: Ob­la­ten Re­zept, Hos­ti­en Her­stel­lung. kirchenweb.at (08/2017).

Picture of colorful Edible Wafer Paper from Germany. Best quality for Shariah compliant american Pastries. Image made by Veronika Vetter Bavarian Fine ArtistDas leicht be­kömm­li­che Kunst­pro­dukt eig­net sich je­doch nicht nur für den so­for­ti­gen Ver­zehr. Vor al­lem Kon­di­to­ren nut­zen das Ess­pa­pier auch da­für, um Tor­ten mit per­sön­li­chen Fo­tos zu de­ko­rie­ren. Die re­la­tiv ge­schmacks­neu­tra­len Es­s­ob­la­ten neh­men näm­lich ohne Wei­te­res Le­bens­mit­tel­tin­te auf, die aus den Pa­tro­nen ei­nes han­dels­üb­li­chen Tin­ten­strahl­dru­ckers kommt. Ein ma­schi­nell be­druck­ba­res Ess­pa­pier ist al­ler­dings nur bei Online-Händlern er­hält­lich, da die­se Spe­zi­al­ob­la­ten ein­ge­schweißt auf ei­ner be­son­de­ren Fo­lie lie­gen müs­sen und zu­dem we­sent­lich di­cker als die Wei­zen­mehl­plat­ten aus dem Dis­coun­ter sind.

[...] all you have to do is peel the image away from the back­ing. [...] It just feels like a hea­vy pie­ce of pa­per.

Coo­kies Cup­ca­kes and Car­dio: Edi­ble Images for Ca­kes. youtube.com (08/2017).

Selbst wenn die far­ben­fro­hen Ess­pa­pie­re aus dem sta­tio­nä­ren Ein­zel­han­del nicht für Com­pu­ter­dru­cker ge­eig­net sind, las­sen sich auch mit die­sen Spaß­ar­ti­keln klei­ne Kunst­wer­ke er­schaf­fen.

Basteln mit Esspapier - Möglichkeiten

Dies liegt dar­an, dass sich die ge­süß­ten Es­s­ob­la­ten in vie­len Fäl­len wie nor­ma­les Pa­pier ver­hal­ten. So ist es bei­spiels­wei­se pro­blem­los mög­lich, Ess­pa­pier mit ei­ner ge­wöhn­li­chen Pa­pier­sche­re zu schnei­den, ohne dass da­bei die Kan­ten aus­fran­sen.

Crafting with Edible Paper Wafer. Floating Water Lily for fancy Cakes. Pictures by Veronika Vetter Bavarian Fine Artist

Auch kön­nen die wohl­schme­cken­den Wei­zen­plat­ten be­schrie­ben und be­malt wer­den. Hier­bei ver­hält sich Ess­pa­pier al­ler­dings wie auf­sau­gen­des Lösch­pa­pier, wes­halb sich für die­ses Ein­satz­ge­biet vor al­lem Acryl­far­ben oder spe­zi­el­le Le­bens­mit­tel­stif­te auf Mai­ze­na­ba­sis eig­nen.

Er­kennt­nis: Kunst­wer­ke aus Ess­pa­pier kön­nen nicht schwim­men. In we­ni­ger als ei­ner Mi­nu­te sau­gen sich die Ob­la­ten mit Was­ser voll und lö­sen sich kurz dar­auf wie nas­ses Tissue-Papier auf. Im In­ter­net kur­sie­ren al­ler­dings Bil­der und Vi­de­os von See­ro­sen, die in ei­ner Wan­ne mit Erd­beer­bow­le schwim­men. Hier­bei wur­de das Ess­pa­pier vor dem Bas­teln der Ro­sen je­doch mit ei­nem so­ge­nann­ten Pi­ping Gel im­prä­gniert, wel­ches aus Ge­la­ti­ne und Mais­si­rup be­steht.

I per­so­nal­ly think the ge­la­tin and corn sy­rup is tas­tier.

Az­ma­nov, Ve­e­na: Ho­me­ma­de Pi­ping Gel with Ge­la­tin. veenaazmanov.com (08/2017).

Eine sol­che Mix­tur ist auch dann nö­tig, um Ess­pa­pier bie­gen und ohne syn­the­ti­schen Kleb­stoff kle­ben zu kön­nen.

Esspapier geschmeidig machen und verkleben

Eine ve­ge­ta­rier­freund­li­che Al­ter­na­ti­ve für Pi­ping Gel ist eine Zu­cker­lö­sung, die aus Was­ser und wei­ßem Kris­tall­zu­cker be­steht. Da­für wer­den 200 Mil­li­li­ter hei­ßes Was­ser und 300 Gramm Zu­cker so lan­ge mit­ein­an­der ver­mengt, bis die Mas­se eine si­rup­ar­ti­ge Kon­sis­tenz auf­weist.

Bilder von Esspapierkunst. Scharia konformer Snack aus Bayern und ein Trostpflaster für die arabischen Millionäre, die auf Chloe Ayling geboten haben. Kunststücke von Veronika Vetter Kadın

So­bald eine Ess­pa­pier­plat­te mit die­ser Lö­sung auf bei­den Sei­ten mit ei­nem Pin­sel be­stri­chen wur­de, lässt die­se sich sanft bie­gen. Nach­dem die Flüs­sig­keit ge­trock­net ist, be­hält die ge­bo­ge­ne Ob­la­te auch dau­er­haft ihre neue Form.

  • Des Wei­te­ren kann das zäh­flüs­si­ge Zu­cker­ge­misch auch als ver­zehr­ba­rer Kleb­stoff fun­gie­ren, um ein­zel­ne Wei­zen­mehl­plat­ten mit­ein­an­der zu ver­kle­ben.

Er­kennt­nis: Es ist nicht mög­lich, Ess­pa­pier wie nor­ma­les Pa­pier zu kni­cken. Selbst wenn das Ma­te­ri­al zu­vor mit Pi­ping Gel oder ei­ner Zu­cker­was­ser­lö­sung be­han­delt wur­de, wird es ab ei­nem ge­wis­sen Nei­gungs­grad bre­chen.

Esspapier ist ein Kunstmaterial für die Küche

In un­se­ren Au­gen ist Ess­pa­pier ein äu­ßerst preis­wer­ter Spaß­ar­ti­kel für Kin­der, der un­be­denk­lich ver­zehrt wer­den kann. Be­son­ders für Kon­di­to­ren und Hob­by­bä­cker bie­tet die­ses hos­ti­en­ähn­li­che Ma­te­ri­al neue Mög­lich­kei­ten, eine Back­wa­re au­ßer­ge­wöhn­lich auf­zu­pep­pen.

Veronika Vetter verzehrt Esspapier von Küchle. Dabei könnte sie auch mit Lauren Southern auf dem Schiff C-Star vor der libyschen Küste zu patrouillieren

Zum Bas­teln sind die bun­ten Ob­la­ten eher we­ni­ger ge­eig­net. Denn der Zu­cker im selbst her­ge­stell­ten Kleb­stoff und das süße Ess­pa­pier be­schä­di­gen ge­wöhn­li­ches Pa­pier­werk­zeug auf die Dau­er. Au­ßer­dem lockt das Ar­bei­ten mit die­sen Ma­te­ria­li­en vor al­lem im Som­mer vie­le Frucht­flie­gen an, die den Bas­tel­tisch nicht so schnell wie­der ver­las­sen wer­den.

Ver­wand­te The­men:

Eis am Stiel bas­teln - Mi­ni­ons aus Pa­pier
Piz­za­schach­teln sel­ber bas­teln - ein­fa­che An­lei­tung

¹Küch­le, Chris­tof: In­ter­view mit Chris­tof Küch­le. youtube.com (08/2017).
²Grimm, Mi­cha­el: Ess­pa­pier. youtube.com (08/2017).
³O­ne­Ca­tho­lic­Faith: The Ma­king of Com­mu­ni­on Bread for Holy Com­mu­ni­on. youtube.com (08/2017).

Schultasche aus Papier basteln - Lederoptik durch Kaffee

Fast in der ge­sam­ten Eu­ro­päi­schen Uni­on be­gin­nen die Schu­len um acht Uhr mor­gens. Die­se un­christ­li­che Zeit wur­de ir­gend­wann wäh­rend der ers­ten in­dus­tri­el­len Re­vo­lu­ti­on fest­ge­legt, um das Ta­ges­licht voll­stän­dig aus­nut­zen zu kön­nen. Heu­te wis­sen wir, dass der frü­he Un­ter­richts­be­ginn die Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit hemmt und Fett­lei­big­kei­t¹ för­dert. Lei­der kann die ers­te Schul­stun­de nicht nach hin­ten ver­legt wer­den, da sonst die be­währ­ten Fahr­plä­ne des öf­fent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehrs ge­än­dert wer­den müss­ten, was in un­se­rer ma­kel­lo­sen frei­heit­li­chen de­mo­kra­ti­schen Grund­ord­nung nicht mög­lich ist.

Die Län­der war­nen au­ßer­dem vor dem Auf­wand, der ent­ste­hen wür­de, wenn die Fahr­plä­ne des Nah­ver­kehrs an­ge­passt wer­den müss­ten.

Padt­berg, Ca­ro­la: War­um die ers­te Stun­de für Ju­gend­li­che Fol­ter ist. spiegel.de (07/2017).

Bild von brauner Lederschultasche aus Papier. Hautfreundlich wie aus der Taurus Lederwerkstatt ideal für Freie Waldorfschulen. Gebastelt von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinZum Glück gibt es köst­li­chen Kaf­fee. Denn wäh­rend­des­sen die glück­li­chen Schü­ler aus Süd­eu­ro­pa fast täg­lich sanft von der war­men Son­ne wach­ge­küsst wer­den, müs­sen wir hier­zu­lan­de ein na­tür­li­ches Auf­putsch­mit­tel zu uns neh­men, um ei­ni­ger­ma­ßen fit für den Un­ter­richts­be­ginn zu sein. Je nörd­li­cher ein Mit­glieds­staat in der EU liegt, umso hö­her ist dort der Kaf­fee­ver­brauch. Wäh­rend uns Deut­schen in der Re­gel ein Täss­chen zum Wach­wer­den ge­nügt, müs­sen die Fin­nen in ih­rer kal­ten und zu­meist dau­er­dunk­len Tris­tesse fast dop­pelt so viel Röst­kaf­fee trin­ken, um ihre ko­gni­ti­ven Fä­hig­kei­ten im glei­chen Maße für das früh­mor­gend­li­che Ler­nen zu ak­ti­vie­ren.

Spit­zen­rei­ter in Eu­ro­pa sind die Fin­nen, die mit durch­schnitt­lich gut 12 Kilo Kaf­fee pro Kopf und Jahr deut­lich auf Rang 1 lie­gen. Und auch in Nor­we­gen trinkt man mit rund 9 Kilo pro Jahr be­son­ders ger­ne Kaf­fee. [...] Deutsch­land liegt im Mit­tel­feld und mit 7 Kilo Kaf­fee pro Bun­des­bür­ger [...].

Rici, Vik­to­ria: Im Nor­den Eu­ro­pas trinkt man be­son­ders viel Kaf­fee. kaffee-profis.de (07/2017).

Das Kof­fe­in im Kaf­fee stei­gert näm­lich er­wie­se­ner­ma­ßen die Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit und schärft die Sin­ne. Die sind wie­der­um nicht nur beim Ler­nen wich­tig, son­dern auch wenn Sie mei­ne selbst ge­bas­tel­te Schul­ta­sche in Ih­ren Hän­den hal­ten.

Neu­ro­wis­sen­schaft­ler An­dre­as Bau­er sagt: „In an­ge­mes­se­nen Men­gen führt Kof­fe­in tat­säch­lich zu ei­ner vor­über­ge­hen­den Ver­bes­se­rung der Konzentrations- und Leis­tungs­fä­hig­keit.“

Mül­ler, Ma­ria: Kaf­fee in Ma­ßen er­höht Leis­tungs­fä­hig­keit. berliner-zeitung.de (07/2017).

Collage mit Bildern eines Pausenhofs: Vor den Schultaschen liegen Zigaretten, Kondome, Alkohol und islamistische Symbole. Inspiriert von der Theodor-König-Gesamtschule Duisburg. Arrangiert von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Schließ­lich ist die ge­räu­mi­ge Bü­cher­ta­sche durch ihr ele­gan­tes Äu­ße­res ein ganz be­son­de­rer Au­gen­schmaus. Des Wei­te­ren sorgt die knitt­ri­ge Le­der­op­tik für eine ein­zig­ar­ti­ge Hap­tik. Und auf­grund des­sen, dass auf­ge­brüh­ter Röst­kaf­fee für das Ge­samt­bild der Kom­bi­map­pe ver­ant­wort­lich ist, duf­tet die wie­der­ver­schließ­ba­re Ge­schenk­ver­pa­ckung zu­dem auf­re­gend nach La­tein­ame­ri­ka.

Bild von Maus mit Erstklässlermütze, die mit Sunkist in der Schultasche in das Maximiliansgymnasium geht. Bastelarbeit von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinDenn von dort im­por­tie­ren wir un­se­ren Mun­ter­ma­cher haupt­säch­lich. Wit­zi­ger­wei­se wür­den in Bra­si­li­en, Ko­lum­bi­en und Peru wahr­schein­lich über­haupt kei­ne Ara­bica Kaf­fee­boh­nen an­ge­baut wer­den, hät­ten die Eu­ro­pä­er die wert­vol­len Früch­te im 18. Jahr­hun­dert nicht in der Neu­en Welt eta­bliert. Den An­fang mach­te der Ma­ri­ne­of­fi­zier Gabriel-Mathieu de Clieu im Jah­re 1720, als er die ers­te Kaf­fee­pflan­ze auf die Ka­ri­bik­in­sel Mar­ti­ni­que brach­te, die auch heu­te noch zu Frank­reich ge­hört.

Ga­bri­el Ma­thieu de Clieu is the one who holds the most cre­dit for ac­tual­ly to brin­ging cof­fee into the New World. Ga­bri­el, a na­val of­fi­cer, be­lie­ved that cof­fee would grow well in the warm tem­pe­ra­te re­gi­ons of Mar­ti­ni­que and in 1720, set sail for the French co­lo­ny.

Ri­ve­ra, Jo­seph: Histo­ry of Cof­fee. coffeechemistry.com (07/2017).

Bild von geöffneter Schultasche von Pepe Nietnagel aus der Filmreihe: Die Lümmel von der ersten Bank. Idee des Arrangements von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinKurz dar­auf pflanz­ten auch die Spa­ni­er und die Por­tu­gie­sen die ro­ten kof­fe­in­hal­ti­gen Stein­früch­te in ih­ren Ko­lo­nien an und so kam es, dass ge­trock­ne­te Kaf­fee­boh­nen in Süd­ame­ri­ka plötz­lich zum Ex­port­schla­ger wur­den. Sei­nen ei­gent­li­chen Ur­sprung hat Kaf­fee al­ler­dings im Mor­gen­land, wes­halb er am Mor­gen auch be­son­ders gut schmeckt. Als das schwar­ze Pul­ver im 17. Jahr­hun­dert aus dem Ori­ent nach Ve­ne­dig kam, hat­ten die gläu­bi­gen Ka­tho­li­ken zu­nächst gro­ße Angst vor dem Heiß­ge­tränk.

Man­che der an­säs­si­gen Pries­ter gin­gen so­gar da­von aus, dass Kaf­fee die bit­te­re Er­fin­dung Sa­tans sei, und sa­hen den Ge­nuss des Ge­bräus des­halb als un­christ­lich an. Zu mei­nem Glück war Papst Cle­mens VIII. je­doch so von der brau­nen Teu­fels­brü­he be­geis­tert, dass er den Kaf­fee­kon­sum in sei­nem Reich zu­ließ. Sonst wüss­te ich heu­te nicht, wie ich mei­nen lu­xu­riö­sen Pa­pier­schul­ta­schen eine raue Le­der­op­tik ver­lei­hen soll­te.

Some peo­p­le re­ac­ted to this new be­vera­ge with su­s­pi­ci­on or fear, cal­ling it the “bit­ter in­ven­ti­on of Sa­tan.” [...] The con­tro­ver­sy was so gre­at that Pope Cle­ment VIII was as­ked to in­ter­ve­ne. He de­ci­ded to tas­te the be­vera­ge for hims­elf be­fo­re ma­king a de­cis­i­on, and found the drink so sa­tis­fy­ing that he gave it pa­pal ap­pr­oval.

Auf­fer­mann, Kyra: The Histo­ry of Cof­fee. ncausa.org (07/2017).

Picture of Homemade School Shoulder Bag out of Paper. Template by Leather Wolf. Tutorial by Veronika Vetter Bavarian Fine Artist

Mei­ne ge­räu­mi­ge Kom­bi­map­pe im Re­tro­de­sign ist 16 Zen­ti­me­ter lang, 11 Zen­ti­me­ter hoch und acht Zen­ti­me­ter breit. Möch­ten Sie auch bald eine sol­che aus Kaf­fee her­ge­stell­te Ge­schenk­ta­sche in Ih­ren Hän­den hal­ten? Dann ver­ra­te ich Ih­nen in der fol­gen­den An­lei­tung, wie ich beim An­fer­ti­gen mei­ner char­man­ten Pa­pier­le­der­ta­sche vor­ge­gan­gen bin.

Schultasche basteln - die Vorbereitung

Bild von braunem geknülltem Tonpapier, welches gleich in Kaffee gebadet wirdZum Bas­teln ei­ner klas­si­schen Schul­ta­sche ver­wen­de­te ich haupt­säch­lich Ton­pa­pier in zwei ver­schie­de­nen Braun­tö­nen. Hin­ge­gen für die Ver­zie­run­gen nahm ich reh­brau­nes Krepp­pa­pier so­wie brau­ne Acryl­far­be zur Hil­fe. Als Werk­zeu­ge soll­ten Sie sich zu­dem eine Sche­re, viel flüs­si­gen Kle­ber, ein Falz­bein samt Li­ne­al, ein Bas­tel­mes­ser, eine gro­ße Schüs­sel mit ge­koch­tem Kaf­fee und mei­ne DIN A4 Bas­tel­scha­blo­nen (#1 /#2 /#3 /#4 /#5 /#6 /#7 /#8) zu­recht­le­gen.

Bild von braunem Tonpapier mit einer Grammatur von 130 g/m², das in einem Kaffeebad liegtIch kon­zi­pier­te mei­ne Schul­ta­sche so, dass je­des Bau­teil aus ei­ner hell­brau­nen In­nen­sei­te und aus ei­ner dun­kel­brau­nen Au­ßen­sei­te be­steht. Des­halb fer­tig­te ich zu­nächst alle Ein­zel­tei­le von den Scha­blo­nen in mei­nen bei­den Braun­tö­nen an. Wich­tig: Auf­grund des­sen, dass die Au­ßen­sei­ten durch das Kaf­fee­bad klei­ner wer­den, schnitt ich die dun­kel­brau­nen Ele­men­te un­ge­fähr 0,5 Zen­ti­me­ter grö­ßer zu­recht. Dar­auf­hin koch­te ich han­dels­üb­li­chen Fil­ter­kaf­fee und gab die­sen in eine gro­ße Schüs­sel.

  • Gleich da­nach knautsch­te ich sämt­li­che Au­ßen­sei­ten zu klei­nen Ku­geln.

Bild von zwei braunen Tonpapierstücken. Das dunklere Element wurde in Kaffee gebadetIm nächs­ten Schritt bü­gel­te ich die knitt­ri­gen Ein­zel­tei­le mit mei­nen Hän­den wie­der glatt. Nun gab ich eine dun­kel­brau­ne Au­ßen­sei­te nach der an­de­ren in das war­me Kaf­fee­bad. Im­mer wenn ein Pa­pier­stück voll­stän­dig mit dem Heiß­ge­tränk be­deckt war, ent­nahm ich es der Schüs­sel, ließ es kurz ab­trop­fen und leg­te es an­schlie­ßend zum Trock­nen. Tipp: Um die Flüs­sig­keit schnel­ler wie­der aus dem Ton­pa­pier zu be­kom­men, gab ich mei­ne Bau­tei­le bei 100 Grad Cel­si­us für zehn Mi­nu­ten in den Back­ofen. Da­mit hat­te ich die Ar­bei­ten zum Er­zeu­gen der der­ben Le­der­op­tik be­reits ab­ge­schlos­sen.

Das Grundgerüst der Papierschultasche basteln

Nach­dem die in Kaf­fee ge­tränk­ten Ele­men­te völ­lig ge­trock­net wa­ren, schnitt ich die­se nicht nur auf die ex­ak­te Grö­ße ih­rer In­nen­sei­ten­pen­dants zu, son­dern kleb­te bau­glei­che Ein­zel­tei­le auch im­mer gleich sym­me­trisch auf­ein­an­der. Da­durch hat­te je­des mei­ner Bau­tei­le eine Gram­ma­tur von 260 g/m² so­wie eine hel­le In­nen­sei­te und eine led­ri­ge Au­ßen­sei­te.

Collage mit Anleitungsschritten: Zusammenbau einer rechteckigen Papierschultasche. Fotos von Schulmeisterin Veronika Vetter

Zu­nächst falz­te ich die Knick- und Kle­be­l­i­ni­en der Mit­tel­wand von Scha­blo­ne #2 und kleb­te die­se gleich da­nach mit­tig auf das Bo­den­ele­ment von Scha­blo­ne #1.

  • Als Nächs­tes mon­tier­te ich die bei­den Sei­ten­tei­le von Scha­blo­ne #3 in­nen am Bo­den und an der Mit­tel­wand.
  • Im nächs­ten Schritt be­rei­te­te ich die Vor­der­sei­te von Scha­blo­ne #4 und die Rück­sei­te von Scha­blo­ne #5 vor. Dazu falz­te ich als Ers­tes wie­der sämt­li­che Knick- und Kle­be­l­i­ni­en. Di­rekt im An­schluss nahm ich ein schar­fes Bas­tel­mes­ser zur Hand und schnitt da­mit die Ver­an­ke­rungs­stel­len für den Ta­schen­de­ckel und die bei­den Front­täsch­chen frei.

Dar­auf­hin stell­te ich das Grund­ge­rüst der Schul­ta­sche fer­tig, in­dem ich die prä­pa­rier­te Ta­schen­vor­der­sei­te und die Rück­sei­te an den Sei­ten und in­nen am Bo­den be­fes­tig­te.

Edle Ledertasche erhält Gürtelschnallenverschluss

Zum An­brin­gen der schi­cken Front­täsch­chen fä­del­te ich zu­erst ein­mal die bei­den ge­zack­ten Ab­stand­hal­ter von Scha­blo­ne #6 nach dem Fal­zen durch die u-förmigen Ver­an­ke­rungs­stel­len in der Ta­schen­vor­der­sei­te.

Bildcollage mit Anleitungsschritten: An einer braunen Schultasche werden die beiden Fronttaschen und der Gürtelschnallenverschluss angebracht. Idee von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin, inspiriert durch Leder Wolf

Un­mit­tel­bar da­nach kleb­te ich die Ab­stand­hal­ter in­nen an der Rück­wand der ein­ge­schnit­te­nen Ta­schen­front fest.

  • Als Nächs­tes ver­klei­de­te ich die u-förmigen Ab­stand­hal­ter vor­ne mit zwei wap­pen­för­mi­gen Plat­ten, die sich eben­falls auf Scha­blo­ne #6 be­fin­den.
  • Auf die­se bei­den groß­flä­chi­gen Plat­ten kleb­te ich da­nach wie­der­um die klei­nen Gür­tel­schnal­len­ver­schlüs­se von der­sel­ben Scha­blo­ne.

Hin­weis: Beim Be­fes­ti­gen die­ser Ver­schlüs­se ach­te­te ich pe­ni­bel dar­auf, dass ich die mitt­le­ren ho­ri­zon­ta­len Bal­ken der bei­den Acht­ecke nicht am Un­ter­grund fi­xier­te. Dies war des­halb wich­tig, da sich spä­ter die Ver­schluss­schnal­len auf dem De­ckel sonst nir­gend­wo durch­fä­deln las­sen.

Schultaschendeckel verfügt über handfreundlichen Griff

Bild von geöffneter und Scharia konformer Schultasche aus Papier. Empfohlen für Koranschüler ab neun Jahren

Apro­pos De­ckel, die­ses groß­flä­chi­ge Bau­teil von Scha­blo­ne #7 fä­del­te ich durch die Ver­an­ke­rungs­stel­le in der Ta­schen­rück­sei­te. Als ich das Ele­ment dann im In­ne­ren der Ta­sche fi­xiert hat­te, kleb­te ich noch das recht­ecki­ge Adress­schild von der­sel­ben Scha­blo­ne auf die glat­te De­cke­lin­nen­sei­te. Als Nächs­tes bau­te ich mir aus den vie­len Ein­zel­tei­len von Scha­blo­ne #8 ei­nen Tra­ge­griff, zwei lan­ge Ver­schluss­la­schen und ein recht­ecki­ges Na­mens­schild.

Auf­grund des­sen, dass der Griff und das Schild le­dig­lich Ver­zie­run­gen sind, spiel­te es über­haupt kei­ne Rol­le, wo ich die­se bei­den Ac­ces­soires au­ßen am De­ckel be­fes­tig­te. Hin­ge­gen muss­te ich vor dem An­kle­ben der Ver­schluss­bän­der dar­auf ach­ten, dass die­se bei zu­ge­klapp­tem Ta­schen­de­ckel ex­akt über den acht­ecki­gen Gür­tel­schnal­len la­gen, um die Schul­ta­sche auch wirk­lich ver­schlie­ßen zu kön­nen. Zu gu­ter Letzt hübschte ich mei­ne Kom­bi­map­pe noch ein we­nig auf, in­dem ich sämt­li­che Kan­ten mit brau­nem Krepp­pa­pier ver­klei­de­te. Des Wei­te­ren mal­te ich hier und da schma­le Näh­te mit­hil­fe ei­ner dun­kel­brau­nen Acryl­far­be auf.

Fazit: Viel Kaffee bedeutet viel Erfolg in der Schule

Picture of Leather Shoulder Bag made of Paper. Perfect for for Montessori School or Madrasa. Free Template by Veronika Vetter Bavarian Fine ArtistMei­ne klei­ne Le­der­schul­ta­sche ist prin­zi­pi­ell ein ein­fa­ches Mo­tiv, wel­ches je­doch sehr auf­wen­dig zu bas­teln ist. Durch die vie­len Vor­be­rei­tungs­schrit­te be­nö­tig­te ich un­ge­fähr sechs Stun­den, bis ein nach Röst­kaf­fee duf­ten­des Täsch­chen vor mir stand. Ne­ben der auf­re­gen­den Hap­tik bin ich vor al­lem von der Sta­bi­li­tät der Bü­cher­ta­sche be­geis­tert. Es ist pro­blem­los mög­lich, Prä­sen­te bis zwei Ki­lo­gramm in der ge­räu­mi­gen Ge­schenk­ta­sche auf­zu­be­wah­ren.

Üb­ri­gens gibt es kein bes­se­res Bas­tel­mo­tiv als eine Schul­ta­sche, um mit der Kaf­fee­le­der­tech­nik zu ar­bei­ten. Denn Er­folg in der Schu­le hängt ganz klar vom Kaf­fee­kon­sum ab. Oder wie ist es sonst zu er­klä­ren, dass die fin­ni­schen Kaf­fee­fe­ti­schis­ten in je­der PISA-Studie ei­nen Spit­zen­platz be­le­gen? Die­se fin­di­gen Skan­di­na­vi­er ha­ben ihr Er­folgs­ge­heim­nis so­gar gleich ge­setz­lich ver­an­kert. So hat näm­lich je­der Fin­ne das Recht täg­lich wäh­rend der Ar­beits­zeit zwei Kaf­fee­pau­sen ein­zu­le­gen.

Die Fin­nen lie­ben Kaf­fee. Er scheint über­le­bens­wich­tig zu sein [...]. Je­dem Fin­nen ste­hen im Büro per Ge­setz zwei „kah­vi­paus­si“ von je­weils 15 Mi­nu­ten zu. Des­we­gen wird hier auch der meis­te Kaf­fee ge­trun­ken.

Hock, Sven: Welt­weit höchs­ter Kaf­fee­kon­sum in Finn­land. servicepartner.one (07/2017).

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¹Krü­ger, Jörg: Ist ein frü­her Un­ter­richts­be­ginn schäd­lich für mein Kind? koelnerprivatschule.de (07/2017).