Das Basteln (englisch handicraft) ist eine Komposition aus Handwerk und Kunst. Der Umgang mit Werkzeug und der Drang nach Kreativität sind neben dem Schamgefühl essentielle Dinge, die den Menschen vom Tier unterscheiden. Seit wann die Menschen zum Ausleben ihrer Kreativität basteln, ist weitgehendst unbekannt. Der Duden führt in diesem Zusammenhang das Verb pästlen aus dem 13. Jahrhundert an, welches folgendermaßen beschrieben wird:
Handwerkerarbeit verrichten, ohne in einer Zunft zu sein.
Duden: Basteln - Herkunft. duden.de (09/2015).
Es ist also davon auszugehen, dass die Zeitgenossen des Hochmittelalters im mittelhochdeutschen Sprachraum in ihrer Freizeit gestalterisch tätig waren. Dazu sei gesagt, dass es Kunst im alltäglichen Leben der normalen Bevölkerung in dieser Zeit nicht gab. Künstler in Form von Musikern, Lyrikern und Malern wie Wolfram von Eschenbach oder Giotto di Bondone gab es nur an Adelshöfen. Kupferstecher, Bildhauer, Glasbläser und Silberschmiede waren gewöhnliche Handwerker.
Entwicklung des Bastelns - Überblick
Erst zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert in der Zeit von Albrecht Dürer wurde der Handwerksbegriff weiter differenziert. So zählten beispielsweise Zimmermänner und Maurer weiter zum Handwerk - Kupferstecher und Bildhauer gehörten von da an zum Kunsthandwerk bzw. eher zu den bildenden Künsten (englisch fine arts).
Later, at least in Europe, from the Renaissance onwards, it is possible to distinguish two further stages of development. There was an intellectual separation between the idea of craft and that of fine art, which eventually came to be regarded as superior.
Lucie-Smith, Edward: The Story of Craft: The Craftsman’s Role in Society. Cornell University Press 1981.
Das gesellschaftsfähige Basteln, oftmals auch als Volkskunst bezeichnet kam erst im 19. Jahrhundert im Zuge der industriellen Revolution auf. Kleidung, Möbel und Werkzeuge waren aufgrund der Massenfertigung erschwinglich geworden und mussten nicht mehr zwangsläufig selbst hergestellt werden. Vor allem Frauen nutzten die dadurch gewonnene Freizeit zum Basteln von dekorativen Wohngegenständen.
Decorative home crafts, as we recognize them today, came into being as a byproduct of the Industrial Revolution in the early 19th century. [...] In western culture, home crafting turned to the decorative and folk arts.
Brayerson Publications: The industrial revolution moves crafts from functional to decorative. vintageimagecraft.com (09/2015).
Eine andere Kunstdisziplin brachte dem Basteln Ende des 19. Jahrhunderts weiteren Aufwind. Durch die Fotografie entstand auch dank damaliger Frauenzeitschriften ein regelrechter Trend, besondere Familiensammelalben anzufertigen und zu pflegen. Diese geschichtsträchtigen Vintage Fotoalben werden auch heute noch gerne von Bastlern nachgestellt und teilweise für mehrere Hundert Euros bei Etsy und Co. verkauft.
Crafting skills began to be used for creating family scrapbooks and albums. This became a great family activity and people prepared specially crafted scrapbooks for momentous occasions in their life and as souvenirs and gifts for the loved ones.
Bizymoms: History of crafting. bizymoms.com (09/2015).
Keine Zeit fürs Basteln - die dunklen Jahre der BRD
Mit dem Zerfall des Dritten Reiches 1945, in diesem sich das damals neue Filmwesen zu den bis dato bekannten bildenden Künsten gesellte, begann die meiner Meinung nach kreative Dürrephase der BRD. Zwischen Wirtschaftswunder, Eiserner Vorhang, Flower Power, Neue Deutsche Welle und Wiedervereinigung blieb nur wenig Zeit fürs häusliche Basteln.
Pestalozzi Pädagogik tat ihr Übriges, um eventuell aufkommende Neugier in den Bereichen Kunst sowie Kunst- und Handwerksgeschichte im Keim zu ersticken.
Familie und Schule gehören zusammen, und in der Schule muß es so zugehen, wie in einer intakten Familie.
Kraft, Volker: Pestalozzi oder das pädagogische Selbst. Eine Studie zur Psychoanalyse pädagogischen Denkens. Bad Heilbrunn: Klinkhardt 1996.
Mein Kunst- und Handwerksunterricht in den Sekundarstufen I. und II. bestand an unterschiedlichen bayerischen Schularten aus guter Laune und Wasserfarben. Zensuren in diesen Nebenfächern wurden nach Sympathie und streng nach Gaußscher Normalverteilung vergeben.
Basteln ist heutzutage beliebt wie nie
Erst seit 2003 mit dem Beginn der Do-it-Yourself-Shows um Sonya Kraus und Tine Wittler sowie dank des Internets mit YouTube, Pinterest, Deviantart, Die Bastel-Elfe und Co. ist in Sachen Basteln eine generationsübergreifende Eigendynamik entstanden. Seither ist Deutschland mit den großen Bastel- und Handarbeitsmessen CREATIVA und Paperworld die Bastelhochburg Europas und dadurch selbstverständlich auch ein großer Absatzmarkt für Bastelbedarf.
54% gaben an, im Mittelwert 23,00 Euro monatlich für Bastelsachen auszugeben. Das sind 276,00 Euro im Jahr.
Sascha: Bastelbranche wächst weiter – Handel dennoch skeptisch. gws2.de (09/2015).
Wir von GWS2.de wollten wissen, was im Jahre 2015 die treibende Kraft für Bastler ist und stellten die Frage: „Warum basteln Menschen?” Aus 400 Teilnehmern bestehend, ergab unsere Umfrage ein eindeutiges Ergebnis.

- Wie vor gut 200 Jahren, als das Basteln in die Haushalte einzog, ist auch heute noch der Drang seine Kreativität auszuleben der Hauptgrund fürs Basteln.
- Weit dahinter mit 28% wird das Basteln erst einem Nutzen zugeschrieben und die kleinen Kunstwerke für die Wohnraumdekoration verwendet.
- Natürlich besuchen auch professionelle Bastler unseren Blog, deren Erzeugnisse so gut sind, dass andere Menschen Geld dafür bezahlen. 13% basteln, um ihre Werke danach zu verkaufen.
- Lediglich 11% spielen mit ihren Bastelarbeiten.
Kreativität und Kunst wagen - heutzutage oftmals schwierig
In letzter Zeit stellten wir auf unseren YouTube-Kanälen und bei befreundeten Bastlern sowie in Foren fest, dass vor allem junge Erwachsene zwischen 20 und 30 Jahren nach dem Sinn des Bastelns bzw. generell der Kunst fragen.
- Was ist das?
- Das ist blaues Licht.
- Und was macht es?
- Es leuchtet blau.
WatcheverDE: RAMBO: Es leuchtet blau! youtube.com (09/2015).
Natürlich muss jeder für sich selbst wissen, was ihm das Ausleben seiner Kreativität und der Konsum von Kunst bringt. Ich kann Ihnen eine kurze Anekdote aus vielen erzählen, was Kunst bei mir als Rezipient bewirkte.
Im Jahre 2005 hat der Förderverein Münchner Löwenparade Leo e.V. mehr als 500 Kunstlöwen, die von Künstlern bemalt wurden, aufgestellt.
Seit Frühjahr 2005 werden ca. 500 lebensgroße „Kunstlöwen“ als sympathische und freundliche Imageträger in der Stadt München aufgestellt und damit unsere Stadt kulturell um ein weiteres Highlight zu bereichern.
Schmitz, Martin: Sympathiewerbung für München: Kulturprojekt „Münchner Löwenparade” vorgestellt. ganz-münchen.de (09/2015).
Einige Jahre später während meiner Studienzeit lief ich fast täglich an einigen dieser wunderschön bemalten Löwen am Münchner Siegestor vorbei, ohne diese wirklich wahrzunehmen. Irgendwann waren die bunten Katzen auch nicht mehr da, wie sich herausstellte, wurden diese versteigert und somit im ganzen Land verteilt.
Hin und wieder gehe ich gerne in die Sauna und so fuhr ich vor Kurzem in die Therme Bad Steben und sah vor dem Gebäude zwei dieser ehemaligen Münchner Löwen wieder. Mein ganzer Aufenthalt in der Therme bestand aufgrund der Wiedererkennung dieser Kunstgegenstände daraus, an meine besonders schöne Studienzeit zu denken.
Aus Sicht einer semiprofessionellen Bastlerin ist Basteln:
Man könnte meinen, wenn man meine Anleitungen so anschaut, dass das Basteln total anstrengend ist. Bei mir ist es genau das Gegenteil! Beim Basteln schalte ich völlig ab. Ich nehme mir etwas vor und verliere mich darin. Wenn das Motiv dann irgendwann fertig ist, ist das Gefühl der Erfüllung und Bestätigung jedes Mal unbeschreiblich groß.
Vetter, Veronika alias DAoCFrEak - 2015.
Fazit
Menschen basteln also, weil sie ihr natürliches Bedürfnis ihre Kreativität auszuleben befriedigen wollen.
Dass dieses Bedürfnis nicht bei allen Menschen gleich ausgeprägt ist, sollte jedem klar sein. Oftmals bastelt man, ohne zu wissen, dass man es tut. Synonyme vom Verb basteln sind gestalten und anfertigen.
Synonyme für: basteln - gestalten, anfertigen [...].
Eisbär Media GmbH: Synonyme für: basteln | Bedeutung. synonyme.woxikon.de (09/2015).
Demnach basteln Sie auch, wenn Sie eine Webseite erstellen, einen Teller anrichten, digitale Fotos Ihrer Katzen mit Sprüchen versehen oder Schwarzfolie an die Heckscheibe Ihres Autos kleben.
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Ich hingegen liebe himmlisch süße Birnen, denn Äpfel machten schon in der Heiligen Schrift nur Ärger und außerdem bin ich nicht der Überzeugung, dass man hin und wieder in den sauren Apfel beißen muss. In unseren Gärten wächst vor allem die Williams Christbirne (Pyrus communis). Der Name des leckeren Rosengewächses hat zwar etwas Himmlisches, ist jedoch keineswegs vom Himmel gefallen. Er geht zum einen auf König Ludwig XI., seines Zeichens König von Frankreich, ins 15. Jahrhundert zurück.
Der Heiler gab dem König einen Birnensamen, der aus seiner Heimat Kalabrien stammte. Außerdem forderte er Ludwig XI. auf, diesen einzupflanzen und das Rosengewächs zu pflegen. Der schwache König folgte den Anweisungen und kam daraufhin wieder für kurze Zeit zu Kräften. Der Birnenbaum, der aus dem Samen entsprang, wurde deshalb auf den Namen „Bon Chrétien” (Guter Christ) getauft.
Im 16. Jahrhundert wurde die „Bon Chrétien” nach England importiert und weiter kultiviert, sodass es Ende des 17. Jahrhunderts 129 europäische Birnensorten gab. Die beste Variation der „Bon Chrétien” wurde im südlichen Teil Englands zwischen 1765 und 1770 von einem Schuldirektor entwickelt. Ein Gärtner mit dem Namen William erwarb diese Birnensorte und verbreitet sie im ganzen Land unter dem Namen „Williams’ good Christian”.
Meine erste Birnenvariation ist für grobmotorische Bastler oder kleine Kinder geeignet, die dennoch wunderschönes Papierobst anfertigen wollen. Als Technik nahm ich mir hierfür
Als weitere Besonderheit, damit die künstlichen Birnen so real wie möglich aussehen, habe ich Äste und
Zum gleichmäßigen Trocknen hängte ich meine angefertigten Birnen für ungefähr zwei Stunden an einer Schnur auf. Darauffolgend nahm ich immer eine meiner kolorierten Papierbirnen und klebte zuerst einen Stiel (dünnen Ast) und anschließend ein getrocknetes Baumblatt mit viel flüssigem Kleber an der schmalen Lochseite fest. Damit ist eine stabile und originalgetreue Papierbirne fertiggestellt. Tipp: Falls Ihr Papierobst wie im Supermarkt glänzen soll, besprühen Sie es am Ende mit Klarlack.
Falls Sie eher ein Papierfreund sind, für den Ästhetik und Filigranarbeit im Vordergrund steht, könnte meine zweite Birnen-Variation etwas für Sie sein. Für die Papierbirne mit Kerngehäuse verwendete ich Tonpapier in den Farben Beige, Hellgelb, Gelb, Hellgrün, Grün und Braun sowie eine Nähnadel und gelben 
Meine unterschiedlichen, gelochten Papierstreifen klebte ich zu drei einzelnen Papiersternen zusammen. Auf jeden zweiten Streifen meines kleinsten, beigefarbenen Sterns klebte ich außerdem jeweils zwei braune Birnenkerne auf. Aus einem gelben 
Weiter fädelte ich das 2,5 Zentimeter große Strohhalmstück auf. Nun wird das Kerngehäuse geformt. Dafür fädelte ich Streifen für Streifen vom kleinsten Papierstern auf und schloss das Ganze mit dem 4,5 Zentimeter großen Strohhalmstück ab. Im Anschluss wird die Birne geformt. Dafür fädelte ich zunächst die Papierstreifen des mittleren, und danach die Streifen des größten Papiersterns auf.
Meine erste Pappmaché-Variation mag ich deshalb, da sich diese super gut mit Kindern basteln lässt und man in kurzer Zeit ein außergewöhnlich gutes Ergebnis erzielt. Als Bastlerin und Genießerin mit Leib und Seele ist meine genähte Birne dennoch mein Favorit. Ob die Unpopularität der Birne wohl daran liegt, dass Deutsche gerne Fast Food mögen?
In Wahrheit war die Hexerei (englisch witchcraft) nichts weiter als eine sehr alte Religion und Hexen waren so etwas wie Priesterinnen. Spiritueller Inhalt dieser Religion war die Verehrung der Mutter Natur. Das Handwerk bestand aus Alternativmedizin. So produzierten Hexen Heiltränke, Öle und verabreichten sogar Massagen oder Hypnosen.
Ab dem 18. Jahrhundert galt der Hexenberuf als ausgestorben. Was blieb, sind die Sagen und Märchen über die mystischen Kräuterfrauen. Halloween- oder Faschingskostüme für Hexen bestehen in der Regel aus einem 
Mein Schuh der Marke Walpurgis ist 18 Zentimeter lang und 7 Zentimeter breit. Der Absatz verfügt über eine Höhe von 6 Zentimetern. Der elegante Damenschuh präsentiert sich selbstverständlich ebenso mit einer typischen Hexenschuhschnalle und ist mit einem schwarzen Netz und gruseligen Fledermäusen verziert. Der dreidimensionale Papierschuh hat nicht nur einen dekorativen Effekt, sondern bietet auch genügend Platz für leckere Halloweensüßigkeiten.
Basismaterial meines Hexenschuhs ist Tonpapier in den Farben Weiß, Rot, Schwarz und Anthrazit sowie roter Tonkarton. Für die Verzierung nahm ich ein schwarzes Fliegennetz, schwarze Malkastenfarbe, einen weißen Acrylstift sowie einen graphitfarbenen Paper Pen zur Hilfe. Als Werkzeuge sollten Sie sich eine Schere, flüssigen Kleber, Falzbeil samt Lineal, ein Bastelmesser und meine DIN A4 Bastelschablonen (
Für einen optischen Kontrast und natürlich für die Stabilität klebte ich darauf folgend die duplizierten, schwarzen Einzelteile passend um den Innenschuh. So entsteht völlig automatisch ein Damenschuh im klassischen Hexen-Design jedoch vorerst noch ohne Absatz. Mein Hexenschuh sollte natürlich nicht nur funktional, sondern auch hübsch anzusehen sein, deshalb kam jetzt Farbe ins Spiel.
Zu guter Letzt steckte ich die Klebelaschen des verzierten Absatzes an der hinteren Sohle fest und verklebte diese mit viel flüssigem Kleber. Ein Highlight des Schuhs ist die benetzte Außenhaut, dafür fertigte ich Schablone #5 und #6 aus rotem Tonpapier an. Alle diese Zierelemente bemalte ich zuallererst mit Fledermäusen aus schwarzer Wasserfarbe. Die kleinen Vorlagen dafür befinden sich auf Schablone #7.
Als ich den Schuh mit roter, benetzter Haut verziert hatte, kümmerte ich mich um die typische Schuhschnalle, welche sich auf Schablone #8 befindet. Das Band fertigte ich aus schwarzem, die Schnalle aus weißem (groß) und rotem (klein)
Die verzierte Schuhschnalle klebte ich nun auf Höhe des Fußballens am Damenschuh fest. Zur Verkleidung der Kleberänder und zur weiteren Dekoration klebte ich folgend die rote, benetzte Außensohle an meinem Hexenschuh fest. Natürlich hat ein solch edler Schuh auch innere Verkleidungen, diese befinden sich auf Schablone #9. Die Schuhsohle und die inneren Seitenverkleidungen fertigte ich aus schwarzem Tonpapier an.
Auf die Schuhsohle schrieb ich mit meinem weißen Acrylstift die Marke Walpurgis und die Schuhgröße 44, danach klebte ich diese auf den inneren Schuboden. Die beiden Seitenverkleidungen habe ich einfach, links und rechts, symmetrisch zueinander eingeklebt. Nach diesem Arbeitsschritt ist der Hexenschuh aus Papier bereit für die Halloweenparty.
Das gute Image der Hexen ist zwischenzeitlich wiederhergestellt. Ende der 1990er Jahre verschlangen meine Schulfreundinnen und ich geradezu die Harry-Potter-Teile und feierten auch die ein oder andere Hexenfeier. Vor Kurzem sah ich jedoch mal wieder die TV-Serie Bezaubernde Jeannie mit der damals wirklich toll aussehenden Barbara Eden. Wenn ich heute die Wahl hätte, wäre ich lieber ein Flaschengeist (Dschinn). Denn überlegen Sie mal, was Harry Potter alles lernen musste und wie viel dabei schief ging. Hingegen bei der lustigen Jeannie klappte alles mit einem simplen Kopfnicken. Apropos: Jeannie trug auch immer Pumps.