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Kartoffeldruck: Stempel selber machen - wertvolle Tipps

Ein­mal beim Ein­kau­fen nicht auf­ge­passt und schon ist es pas­siert. Im Kar­tof­fel­netz sind wie­der jede Men­ge win­zi­ge Pflanz­kar­tof­feln ver­steckt ge­we­sen. Wenn Sie auch häu­fig von die­sem Schick­sal heim­ge­sucht wer­den, dann dür­fen Sie sich freu­en. Schließ­lich steckt selbst in der kleins­ten Kar­tof­fel ein gro­ßer Stem­pel. Doch wie ging das gleich noch mal? Er­in­nern Sie sich an Ihre Schul­zeit. Der Kar­tof­fel­druck ge­hört näm­lich zu den bil­den­den Küns­ten¹ und wird so­mit nicht nur an Be­rufs­fach­schu­len², son­dern seit den 1950er Jah­ren auch an al­len eu­ro­päi­schen Ele­men­tar­schu­len ge­lehrt.

This took me back to be­ing in in­fant school in the late 1950s, I can well re­mem­ber do­ing the same thing using pow­de­red paints mi­xed with wa­ter and sme­ared li­be­r­al­ly onto the po­ta­to be­fo­re thum­ping it down onto some pa­per.

bes­i­de­the­sea: How to print with po­ta­toes. theguardian.com (09/2017).

Bild von GWS2.de Maskottchen Gustl von Mausbach vor frisch geernteten Lagerkartoffeln. Die deutschen Kartoffeln sollen Sarah Rambatz dazu animieren eine Beratungsstelle aufzusuchen, damit sie ihre familiäre Vergangenheit bewältigen kannAus die­sem Grund ha­ben Sie be­stimmt schon eine Ah­nung da­von, wie Sie aus dem Acker­gold elas­ti­sche Hoch­druck­for­men³ und da­mit Stem­pel her­stel­len kön­nen. Mir geht es des­halb in der fol­gen­den An­lei­tung vor al­lem dar­um, Ihre Kar­tof­fel­druck­fer­tig­kei­ten nach­hal­tig zu ver­bes­sern. Dies möch­te ich da­durch er­rei­chen, in­dem ich mei­ne gro­ße Trick­kis­te für Sie öff­ne und Ih­nen zei­ge, wie er­fah­re­ne Künst­ler mit dem köst­li­chen Nacht­schat­ten­ge­wächs ar­bei­ten.

Es ist völ­lig un­klar, wer ge­nau den Kar­tof­fel­druck er­fun­den hat. Als sich die süd­ame­ri­ka­ni­schen Erd­äp­fel im Jah­re 1567 in Mit­tel­eu­ro­pa aus­ge­brei­tet hat­ten, soll das ein­fa­che Kar­tof­fel­druck­ver­fah­ren je­doch vor­wie­gend in al­pen­län­di­schen Klös­tern an­ge­wen­det wor­den sein.

Buchstabenstempel aus Kartoffeln

Le­gen­den zu­fol­ge ha­ben sei­ner­zeit Or­dens­schwes­tern ge­schnitz­te Kar­tof­feln ge­nutzt, um Schmäh­schrif­ten ge­gen pro­mi­nen­te Hä­re­ti­ker zü­gig ver­viel­fäl­ti­gen zu kön­nen. Dem­zu­fol­ge wa­ren Buch­sta­ben wohl die ers­ten Kar­tof­fels­tem­pel, die es gab.

Bild von einem Flugblatt, welches mit Kartoffeldruck beschrieben wurde. Unterschrieben wurde das Schriftstück mit einer Eule und damit vom Illuminatenorden. Bauer Gustl fand das Blatt auf seinem Kartoffelacker

Viel­leicht lie­ßen sich ei­ni­ge Wei­ma­rer Stu­den­ten von ge­nau die­ser Ge­schich­te lei­ten, als sie im Jah­re 1968 auf­wie­geln­de Flug­blät­ter mit­hil­fe des Kar­tof­fel­drucks an­fer­tig­ten. Die Wahl des Druck­ver­fah­rens war da­mals über­aus cle­ver, um in der DDR an­onym Kri­tik zu äu­ßern. Schließ­lich er­zeug­te ein Kar­tof­fel­kauf kei­ner­lei Auf­se­hen. Au­ßer­dem konn­ten die saf­ti­gen Erd­äp­fel nach ge­ta­ner Ar­beit rest­los ver­nich­tet wer­den.

Chris­ti­an Hoff­mann: „Wir zo­gen Hand­schu­he an, als wir die Flug­blät­ter her­stell­ten. Zum Dru­cken ha­ben wir Kar­tof­feln be­nutzt, da­mit wir die Drucks­tem­pel hin­ter­her voll­stän­dig ver­nich­ten konn­ten.”

Fin­ke, Ralf: Ver­fas­ser des Flug­blatts ge­fun­den. Ein Wei­ma­rer Zeit­do­ku­ment zur DDR-Geschichte von 1968. In: Rat­haus­ku­rier. Aus­ga­be Nr. 5 (2015). S. 1. stadt.weimar.de (PDF) (09/2017).

Ob­wohl der Buch­sta­ben­druck die leich­tes­te Form des Kar­tof­fel­drucks ist, ha­ben die re­bel­li­schen Stu­den­ten bei ih­rer Ak­ti­on viel hand­werk­li­ches Ge­schick be­wie­sen.

  • Er­kennt­nis: Der Kar­tof­fel­druck ist näm­lich ein di­rek­tes Druck­ver­fah­ren, wes­halb Buch­sta­ben spie­gel­ver­kehrt in die Erd­äp­fel ge­schnitzt wer­den müs­sen.

Falls Sie sich bei die­ser Art des Kar­tof­fel­schnitts im­mer be­son­ders schwer­tun, dann emp­feh­le ich Ih­nen die An­lei­tung von Pe­ter Lus­tig:

Spie­gel­ver­kehrt müss­te man das hier rein­schnit­zen [...]. Das geht aber auch an­ders, da neh­men wir uns ein Stück Pa­pier und ma­len da drauf den Buch­sta­ben, den wir ha­ben wol­len [...]. Und jetzt kommt der Trick - jetzt dre­hen wir das Pa­pier näm­lich um [...].

Ga­la­xy Kin­der­club TV: Lö­wen­zahn: Fol­ge 5 - Pe­ter sucht nach ei­ner Ge­schich­te. youtube.com (09/2017).

Farben für den Kartoffeldruck - Empfehlung

Viel wich­ti­ger als das Mo­tiv ist je­doch die Stem­pel­far­be. Dies hängt da­mit zu­sam­men, da die Farb­art die Ab­sicht des Kar­tof­fel­druck­kunst­werks ver­deut­licht.

Bildcollage mit Anleitungsschritten: Erdbeerstempel aus einer Kartoffel schnitzen. Fine Art Künstlerin Veronika Vetter stempelt für Pater Nolte rote Erdbeeren auf das Altartuch. Kartoffelkunst für das Erntedankfest

So wür­de ich hass­erfüll­te Pam­phle­te und Er­pres­ser­brie­fe mit ei­nem han­dels­üb­li­chen Stem­pel­kis­sen dru­cken, um mei­ne For­de­run­gen klar zum Aus­druck zu brin­gen.

  • Für künst­le­risch an­spruchs­vol­le Wer­ke ei­ge­nen sich hin­ge­gen nur Acryl­far­ben. Die zäh­flüs­si­gen Kunst­stoff­far­ben leuch­ten stark und über­tra­gen das Mo­tiv lü­cken­los von der Kar­tof­fel auf alle Un­ter­grün­de.

Des Wei­te­ren bin­det die Kar­tof­fel­stär­ke das Lö­sungs­mit­tel in der Kunst­harz­far­be. Da­durch er­hält der Stem­pel­ab­druck nach dem Trock­nen eine sehr le­ben­di­ge Hap­tik.

Die Kar­tof­fel ent­hält Stär­ke und kann so was­ser­lös­li­che Far­be auf den Bild­grund bin­den. [...] Alte Kar­tof­feln dru­cken här­ter als fri­sche.

Eckardt, Pe­ter: Hoch­druck. unterricht.kunstbrowser.de (09/2017).

Emp­feh­lung: Acryl­far­ben soll­ten hauch­dünn mit­hil­fe ei­nes Syn­the­tik­pin­sels di­rekt und un­ver­dünnt auf das Druck­bild auf­ge­tra­gen wer­den.

Bild von selbst gemachten Halloween Stempeln, die aus einer Kartoffel geschnitzt wurden. Die furchterregenden Geister sollen die gewalttätigen Nafris aus der Huttenstraße in Ebersdorf (Chemnitz) vertreiben. Halloween Stamps for Children. Idee von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Wenn ich da­ge­gen lie­ber glat­te Ober­flä­chen stem­peln möch­te, dann neh­me ich be­son­ders ger­ne Was­ser­far­ben zur Hil­fe.

Emp­feh­lung: Die güns­ti­gen Was­ser­far­ben er­zeu­gen eine hohe Druck­feh­ler­quo­te. Um die­se so ge­ring wie mög­lich zu hal­ten, soll­ten die Pig­men­te in den Farb­töpf­chen vor dem Auf­tra­gen auf das Druck­bild mit sehr we­nig Was­ser schau­mig ge­rührt wer­den. Au­ßer­dem ist es rat­sam, aus­schließ­lich frisch ge­schnitz­te Stem­pel mit die­ser Farb­art zu ver­wen­den.

Kartoffelstempel: Haltbarkeit verlängern - so geht’s

Bei dem aro­ma­ti­schen Acker­gold han­delt es sich um ein Grund­nah­rungs­mit­tel, wel­ches in Hül­le und Fül­le ver­füg­bar ist. Den­noch soll­te ein ver­ant­wor­tungs­vol­ler Um­gang mit die­sem hoch­wer­ti­gen Le­bens­mit­tel selbst­ver­ständ­lich sein. Schließ­lich müs­sen cir­ca 135 Li­ter Was­ser auf­ge­wen­det wer­den, da­mit ein Ki­lo­gramm Kar­tof­feln ge­ern­tet wer­den kann.

Der Was­ser­ver­brauch bei der Pro­duk­ti­on von Kar­tof­feln liegt weit un­ter dem an­de­rer Le­bens­mit­tel. So wer­den für 1 Kilo Kar­tof­feln in Deutsch­land durch­schnitt­lich ca. 135 Li­ter be­nö­tigt.

Lehm­kuhl, Kirs­ten: Tol­le Knol­le. In: Cen­taur. Aus­ga­be Nr. 6 (2017). S. 54.

Bild von recycelten Kartoffelscheiben, aus denen bunte Stempel ausgestochen wurden. Kartoffelstempel haltbar machen - Tipps von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Au­ßer­dem möch­te wohl je­der so lan­ge wie mög­lich et­was von sei­nen auf­wen­dig her­ge­stell­ten Kar­tof­fel­schnit­ten ha­ben.

Er­kennt­nis: Mei­ne selbst ge­mach­ten Kar­tof­fels­tem­pel kön­nen bis zu sie­ben Tage lang ver­wen­det wer­den.

  • Die­se lan­ge Halt­bar­keit er­rei­che ich, in­dem ich mei­ne gel­ben Kunst­wer­ke nach dem letz­ten Druck­vor­gang zu­nächst un­ter flie­ßen­dem Was­ser kom­plett von Farb­res­ten be­freie.
  • Im An­schluss be­fül­le ich eine klei­ne Plas­tik­do­se mit kal­tem Was­ser und gebe den fri­schen Saft ei­ner hal­ben Zi­tro­ne hin­zu. Gleich dar­auf lege ich alle mei­ne Kar­tof­fels­tem­pel zu­sam­men in die­se Lö­sung.
  • Zu gu­ter Letzt ver­schlie­ße ich den Auf­be­wah­rungs­be­häl­ter und la­ge­re das Gan­ze in mei­nem Kühl­schrank.

Emp­feh­lung: Möch­te ich mit den ge­la­ger­ten Stem­peln in­ner­halb der nächs­ten sie­ben Tage ar­bei­ten, dann neh­me ich mei­ne Kar­tof­fel­schnit­te aus dem Zi­tro­nen­was­ser und las­se die­se auf ei­nem Kü­chen­krepp ab­trop­fen. Da­nach ent­fer­ne ich den Stär­ke­film vor­ne vom Druck­bild mit ei­nem Mes­ser und habe dar­auf­hin so­fort wie­der ein­satz­be­rei­te Hoch­druck­for­men.

Fazit: Wahre Künstler stempeln mit Kartoffelwalzen

Das An­fer­ti­gen von fi­li­gra­nen Kar­tof­fel­wal­zen ist die Pa­ra­de­dis­zi­plin des auf­wen­di­gen Kar­tof­fel­drucks. Da­bei wer­den be­lie­big vie­le Kar­tof­fel­schei­ben mit­tig ne­ben­ein­an­der auf­ge­spießt, um das Druck­bild des or­ga­ni­schen Stem­pels ele­gant zu ver­grö­ßern.

Bild von Kartoffelwalze, die eine weihnachtliche Bordüre auf Geschenkpapier druckt. Kartoffeldruck soll Menschen wie Heiko Senking (Lüneburg) zeigen, dass Weihnachten zu Deutschland gehört - Deus lo vult

Mit­hil­fe von krea­tiv ge­schnitz­ten Kar­tof­fel­wal­zen ist es un­ter an­de­rem mög­lich, Ge­schenk­pa­pier mit auf­re­gen­den Bor­dü­ren zu ver­zie­ren.

  • Da­mit die­se Kar­tof­fel­druck­tech­nik je­doch funk­tio­niert, müs­sen alle Schei­ben ex­akt den glei­chen Durch­mes­ser ha­ben. Au­ßer­dem ist es wich­tig, dass die ein­zel­nen Wal­zen­rä­der par­al­lel zu­ein­an­der auf­ge­spießt sind.

Er­kennt­nis: Nach le­dig­lich ei­ner Pi­rou­et­te ist es er­for­der­lich, die Far­ben auf den Druck­bil­dern der Kar­tof­fel­wal­ze auf­zu­fri­schen. Dem­entspre­chend ist das neue An­set­zen an das be­reits Ge­druck­te eine wei­te­re Her­aus­for­de­rung die­ser ni­veau­vol­len Tech­nik.

Des Wei­te­ren über­tra­gen gro­ße Kar­tof­fels­tem­pel­flä­chen viel Feuch­tig­keit auf den Un­ter­grund. Aus die­sem Grund soll­ten Kar­tof­fel­wal­zen eher über di­cke­res Pa­pier rol­len, um un­schö­ne Bo­den­wel­len zu ver­mei­den.

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Trak­tor aus Pa­pier bas­teln - Die­sel­ross für die Kar­tof­fel­ern­te
Bas­tel­an­lei­tung für Gieß­kan­ne - Ge­schenk­idee für Gar­ten­freun­de

¹Haake-Brandt, Tors­ten Sieg­fried: Der zeit­ge­nös­si­sche Kar­tof­fel­druck. kww-kunstundwissenschaft.de (09/2017).
²Ger­lach, Man­fred: Er­fah­run­gen mit Kar­tof­fel­druck. blog-satz.blogspot.de (09/2017).
³Eich­ler, Ant­je: Mach Druck! Sieb­druck - was ist das? uni-trier.de (09/2017).
⁴Vet­ter, Ve­ro­ni­ka: Kar­tof­feln aus Fimo mo­del­lie­ren – vom Mi­gran­ten zum Im­biss­klas­si­ker. fimo.gws2.de (09/2017).

Traktor basteln - sauberes Dieselross für frische Landluft

Die deut­schen Groß­städ­te plat­zen aus al­len Näh­ten. So wuchs die hes­si­sche Bör­sen­stadt Frank­furt am Main zwi­schen den Jah­ren 2010 und 2015 um 68.059 Men­schen¹. Die baye­ri­sche Lan­des­haupt­stadt Mün­chen hat im glei­chen Zeit­raum so­gar 142.307 Bür­ger² hin­zu­ge­won­nen. Die Bal­lungs­zen­tren in den Gren­zen der BRD sind vor al­lem we­gen der ho­hen Luft­qua­li­tät be­liebt. Bis zu 66 Mi­kro­gram­m³ Stick­oxi­de kann ein Ku­bik­me­ter gute Stadt­luft be­inhal­ten. Die­se Edel­ga­se ent­ste­hen lei­der nur bei der Ver­bren­nung von hoch­wer­ti­gem Die­sel­kraft­stoff, so­dass länd­li­che Re­gio­nen auch wei­ter­hin ei­nen gro­ßen Be­völ­ke­rungs­schwund er­lei­den wer­den. Schließ­lich sind die paar Trak­to­ren ein­fach zu we­nig um die Stick­stoff­di­oxid­wer­te hoch­zu­hal­ten und da­mit das Le­ben im Out­back at­trak­tiv zu ma­chen.

Bild von Bulldog aus Papier mit bayerischer Landesfahne. Patrona Bavariae beschützt die Wittelsbacher Bauern. Kostenlose Anleitung von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinIm Prin­zip wäre es kein Pro­blem, wenn die Deut­schen der gu­ten Luft hin­ter­her­zie­hen wür­den. Doch lei­der führt die Land­flucht dazu, dass die Im­mo­bi­li­en­prei­se in den Me­tro­pol­re­gio­nen ex­plo­die­ren. Aus die­sem Grund hat die Po­li­tik im Jah­re 2015 eine bun­des­län­der­über­grei­fen­de Miet­preis­brem­se ein­ge­führt. Die­ses In­stru­ment war al­ler­dings der­ma­ßen kom­pli­ziert ge­stal­tet, dass es voll­kom­men wir­kungs­los blieb.

An­ge­la Mer­kel: „Die Miet­brem­se ha­ben wir ge­macht, okay. Aber es hat sich auch ge­zeigt, dass sie das Pro­blem nicht löst.”

Zi­tel­mann, Rai­ner: Mer­kel: Miet­preis­brem­se ge­schei­tert. tichyseinblick.de (08/2017).

Erst zwei Jah­re spä­ter wid­me­ten sich die Lan­des­re­gie­run­gen der wah­ren Ur­sa­che des Pro­blems. Denn wenn der Stick­oxid­ge­halt in den ur­ba­nen Ge­bie­ten wie­der ge­nau so nied­rig wie auf dem fla­chen Land ist, dann ha­ben die Men­schen kei­nen Grund mehr in die Groß­städ­te zu zie­hen.

Picture of Paper Tractor. Self made Oldtimer Tutorial. Traction Engine free Template by Veronika Vetter Bavarian Fine Artist

Des­halb wird es zu­künf­tig in dicht be­sie­del­ten Re­gio­nen im­mer häu­fi­ger Fahr­ver­bo­te für be­stimm­te Die­sel­fahr­zeu­ge ge­ben.

Die Fahr­ver­bo­te kom­men. In Stutt­gart wird es für Die­sel­au­to­fah­rer ab 2018 ernst.

Freak Akid: Der Au­to­skan­dal - Deutsch­lands Vor­zei­ge­bran­che in der Kri­se. youtube.com (08/2017).

Picture of two Vintage Tractors. Paper-Art made in Germany. Free Templates by Veronika Vetter Bavarian Fine Artist

Falls Sie trotz al­le­dem nicht auf ei­nen in­ef­fi­zi­en­ten Ben­zi­ner um­stei­gen möch­ten, dann soll­ten Sie sich ein Die­sel­ross an­schaf­fen. Die­se Trak­to­ren­se­rie der Fir­ma Fendt gilt näm­lich als Old­ti­mer und ist so­mit von bö­sen Fahr­ver­bo­ten aus­ge­nom­men.

So­fern es kei­ne neue über­ge­ord­ne­te Re­gel gibt, ha­ben sie freie Fahrt. „In Deutsch­land sind Old­ti­mer mit H-Kennzeichen [...] nach bun­des­ge­setz­li­chen Re­ge­lun­gen vom Fahr­ver­bot aus­ge­nom­men [...] sagt Ste­fan Fer­ber, Lei­ter des Düs­sel­dor­fer Um­welt­am­tes.

Breit­kopf, Thors­ten: H-Kennzeichen. Oldtimer-Fahrer dür­fen wei­ter Gas ge­ben. rp-online.de (08/2017).

Wenn Sie im Hoch­som­mer mit Ih­rem Cabrio-Dieselross kraft­voll durch die In­nen­stadt tu­ckern, dann wer­den Ih­nen Pas­san­ten wo­mög­lich freu­dig zu­win­ken, da Sie auf ei­nem Stück deut­scher Ge­schich­te sit­zen.

Bild von Papiertraktor: Fendt Dieselross F17 LG, das neben einem Schwein steht, welches böse Islamisten fernhält. Schauplatz inszeniert von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Fendt Trak­to­ren wie mein selbst ge­bas­tel­tes Die­sel­ross F17 LG aus dem Jah­re 1957 wa­ren näm­lich maß­geb­lich für das deut­sche Wirt­schafts­wun­der ver­ant­wort­lich. So konn­te das süd­baye­ri­sche Tra­di­ti­ons­un­ter­neh­men auf­grund der ho­hen Werks­au­to­ma­ti­sie­rung im Jah­re 1950 trotz Roh­stoff­man­gels über 3000 er­schwing­li­che Die­sel­rös­ser aus­lie­fern. Dies war sei­ner­zeit enorm wich­tig, da­mit die noch vom Krieg ge­beu­tel­ten Land­wir­te auch ohne vie­le Hel­fer eine lü­cken­lo­se Volks­er­näh­rung ge­währ­leis­ten konn­ten.

Die Ka­pa­zi­tät der Vor­kriegs­jah­re, die bei ei­nem jähr­li­chen Aus­stoß von etwa 1000 Ma­schi­nen lag, konn­te trotz al­ler Roh­stoff­schwie­rig­kei­ten im Jah­re 1950 be­reits auf über 3000 Ma­schi­nen al­ler Ty­pen er­höht wer­den [...].

Fendt­Vi­deo: Fendt Die­sel­ross - Das bes­te Pferd in dei­nem Stall. youtube.com (08/2017).

Bild von einem selbst gebastelten Traktor. Dekoration für den Kirchenaltar zum Erntedankfest. Empfohlen vom Kirchenstift Maria Gail. Foto von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinTrak­to­ren von Fendt hat­ten da­mals aber nicht nur aus­sa­ge­kräf­ti­ge Na­men und eine gro­ße his­to­ri­sche Ver­ant­wor­tung, son­dern vor al­lem auch ein schi­ckes De­sign. Ich ori­en­tier­te mich beim Bas­teln nur des­halb an ei­nem Die­sel­ross F17 LG, da die­se Zug­ma­schi­ne wie ein et­was mo­der­ne­rer Bull­dog aus­sieht. Das be­droh­li­che Wort Bull­dog wird oft­mals fälsch­li­cher­wei­se als Syn­onym für Trak­tor ver­wen­det. In Wahr­heit ist der Bull­dog al­ler­dings ein Acker­schlep­per der Fir­ma Lanz, der in den 1920er Jah­ren ent­wi­ckelt wur­de.

Je­der „Bull­dog” ist ein Trak­tor. Aber: Sag nie­mals nur Trak­tor zu ei­nem „Bull­dog”.

Ka­min­ski, Frank: Sag nie­mals nur Trak­tor zu ei­nem „Bull­dog”! In: Gie­ße­ner An­zei­ger. Aus­ga­be 110 (2010). S. 49.

Mein Pa­pier­trak­tor hat kein Wet­ter­dach und wür­de al­lei­ne des­halb schon bei mir hier in Bay­ern als Bull­dog be­zeich­net wer­den. Da­für ver­fügt mei­ne kräf­ti­ge Land­ma­schi­ne über vier be­weg­li­che Rä­der und ei­nen lan­gen Aus­puff, aus dem ga­ran­tiert kei­ne Stick­oxi­de her­aus­qual­men.

Bild von einem Fendt Dieselross F17 LG, welches den Mitgliedern des „Oldtimerclubs Autoklassika“ bestimmt gut gefallen würde. Traktoren geparkt von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Die hier ab­ge­bil­de­ten Die­sel­rös­ser in Mo­dell­form sind 18 Zen­ti­me­ter lang, 11,5 Zen­ti­me­ter breit und 12,5 Zen­ti­me­ter hoch. In der fol­gen­den Bas­tel­an­lei­tung er­zäh­le ich Ih­nen nun, wie Sie mit­hil­fe mei­ner Scha­blo­nen selbst zu ei­nem sol­chen Pa­pier­trak­tor kom­men.

Traktor aus Papier basteln - Anleitung

Bild von rotem Ackerschlepper aus Papier. GWS2.de Maskottchen erntet deutsche Kartoffeln. Arrangiert von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinZum Bas­teln ei­nes Trak­tors ver­wen­de­te ich Ton­pa­pier und dün­nes Krepp­pa­pier in drei auf­ein­an­der ab­ge­stimm­ten Far­ben. De­zen­te Ver­zie­run­gen mal­te ich mit un­ter­schied­li­chen Acryl­far­ben auf. Für die Rei­fen­par­tie nahm ich des Wei­te­ren eine Moos­gum­mi­plat­te und ei­nen Ver­pa­ckungs­kar­ton zur Hil­fe, der cir­ca drei Mil­li­me­ter dick war. Au­ßer­dem ka­men Schasch­lik­spie­ße für die Ach­sen und eine creme­far­be­ne Mo­del­lier­pas­te für die bei­den Schein­wer­fer zum Ein­satz. Ne­ben die­sen Kern­ma­te­ria­li­en soll­ten Sie sich zu­dem noch eine Sche­re, ei­nen flüs­si­gen Kle­ber, ein Falz­bein samt Li­ne­al, ein Bas­tel­mes­ser, ei­nen Eyelet-Setter und mei­ne DIN A4 Bas­tel­scha­blo­nen (#1 /#2 /#3 /#4 /#5 /#6) zu­recht­le­gen.

Hin­weis: Um die Sta­bi­li­tät mei­nes Trak­tors zu er­hö­hen, habe ich die Bau­tei­le für den Mo­tor­block und für das Fahr­werk ver­stärkt. Da­für kleb­te ich ein­fach im­mer zwei iden­ti­sche Ton­pa­pier­la­gen auf­ein­an­der. So­mit er­hielt die Ba­sis mei­nes Ge­fährts an je­der Sei­te eine Gram­ma­tur von 260 g/m².

Bild vom Chassis eines Traktors - Fendt Dieselross ModellIch be­gann mit dem Bas­teln des Fahr­werks und da­mit mit Scha­blo­ne #1. Nach­dem ich das grö­ße­re Ele­ment auf die­ser Vor­la­ge zu­recht­ge­schnit­ten und ver­stärkt hat­te, falz­te ich zu­nächst ein­mal sämt­li­che Knick- und Kle­be­l­i­ni­en. Gleich dar­auf schoss ich die fünf Lö­cher an den X-Markierungen mit­hil­fe ei­nes han­dels­üb­li­chen Eyelet-Setters ein. Im nächs­ten Schritt nahm ich dann ein schar­fes Bas­tel­mes­ser zur Hand und schnitt da­mit die bei­den Li­ni­en frei, um spä­ter den Sitz und den Mo­tor­block im Fahr­werk ver­an­kern zu kön­nen.

Nun ver­kleb­te ich das prä­pa­rier­te Bau­teil mit sich selbst, so­dass es dar­auf­hin wie eine Schach­tel aus­sah. Die Un­ter­sei­te die­ses Recht­ecks ver­stärk­te ich dann ab­schlie­ßend noch mit zwei Quer­stre­ben, die ich zu­vor aus dem klei­nen Ele­ment von Scha­blo­ne #1 an­ge­fer­tigt hat­te.

Collage mit Anleitungsbildern: Motorblock und Sitzbank auf das Fahrwerk eines Modelltraktors setzen

Nach­dem mein stra­pa­zier­fä­hi­ges Chas­sis ein­satz­be­reit war, stell­te ich den Mo­tor­block von Scha­blo­ne #2 her. Dazu fer­tig­te ich mir als Ers­tes alle Ein­zel­tei­le auf die­sem Schnitt­mus­ter aus Ton­pa­pier an. Da­nach küm­mer­te ich mich zu­nächst ein­mal in­ten­siv um das klei­ne Len­ker­ele­ment.

  • In die­ses muss­te ich näm­lich nach dem Fal­zen er­neut ein Loch für die Len­ker­stan­ge ein­schie­ßen. Als das er­le­digt war, schob ich die un­te­re Kle­be­la­sche des Bau­teils durch den zwei­ten Ein­schnitt im Fahr­werk. Dar­auf­hin dreh­te ich das Chas­sis um, so­dass ich das Len­ker­ele­ment sau­ber an­kle­ben konn­te.
  • Im nächs­ten Schritt fi­xier­te ich die lan­ge Mo­tor­hau­be zu­erst am be­reits ver­an­ker­ten Len­ker­ele­ment und da­nach an den Sei­ten des Fahr­werks.

Zu gu­ter Letzt brach­te ich noch den Küh­ler am vor­de­ren Ende des Trak­tors an. Da­mit hat­te ich die Mon­ta­ge des Mo­tor­blocks voll­endet.

Bequemer Fahrersitz für lange Arbeitstage

Be­vor ich den ge­müt­li­chen Fah­rer­sitz am Trak­tor an­brin­gen konn­te, muss­te ich zu­nächst die Sitz­bank von Scha­blo­ne #3 am Chas­sis be­fes­ti­gen. Dazu ver­kleb­te ich die­ses Ele­ment zu­erst mit sich selbst. Gleich da­nach ver­an­ker­te ich die Sitz­bank über den ers­ten Ein­schnitt im Fahr­werk.

Bildcollage: Vier Anleitungsschritte zum Basteln eines luxuriösen Fahrersitzes für einen Modelltraktor

Di­rekt im An­schluss bau­te ich den äu­ßerst be­que­men Sitz aus zwei ver­schie­de­nen Moos­gum­mi­ele­men­ten zu­sam­men.

  • Nun nahm ich dün­ne Krepp­pa­pier­strei­fen zur Hand und ka­schier­te da­mit die un­schö­nen Kle­be­kan­ten. Hin­ge­gen die wei­ten Flä­chen des Sit­zes ver­klei­de­te ich mit ei­nem ge­präg­ten Ton­pa­pier. Au­ßer­dem be­mal­te ich das Gan­ze ab­schlie­ßend noch mit gel­ber Acryl­far­be.

Bild vom Grundgerüst eines Papiertraktors, auf dem ein gelber Fahrersitz throntWäh­rend­des­sen mein Fah­rer­sitz trock­ne­te, be­rei­te­te ich eine lu­xu­riö­se Luft­fe­de­rung für die Sitz­bank vor. Dazu fer­tig­te ich zwei schwar­ze Moos­gum­mi­plat­ten mit­hil­fe von Scha­blo­ne #3 an, die ich di­rekt im An­schluss ak­ku­rat auf­ein­an­der­kleb­te. Gleich da­nach be­fes­tig­te ich die wei­che Fe­de­rung auf der Sitz­bank. Dar­auf­hin nahm ich den Sitz und fi­xier­te die­sen wie­der­um mit­tig auf der Luft­fe­de­rung. Da­mit ver­fügt der Pa­pier­trak­tor über eine hoch­wer­ti­ge Sitz­kon­struk­ti­on, die es dem Land­wirt er­laubt, auch lan­ge Ar­beits­ta­ge auf dem Feld ohne gro­ße Wir­bel­säu­len­schä­den zu über­ste­hen.

Große Traktorreifen mit mächtigem Stollenprofil

Na­tür­lich möch­te der Bau­er beim Trak­tor­fah­ren nicht nur ge­sund, son­dern vor al­lem auch sau­ber blei­ben. Aus die­sem Grund brach­te ich mit­hil­fe von Scha­blo­ne #4 vier Rad­käs­ten an mei­nem Die­sel­ross an.

Bilder vom Befestigen eines Radkastens an einem Fendt Dieselross. Fotos von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Dazu fer­tig­te ich zu­nächst zwei gro­ße und zwei klei­ne ge­zack­te Hal­te­run­gen aus Ton­pa­pier an. Als ich die­se Bau­tei­le dann ge­falzt und ge­locht hat­te, fi­xier­te ich die Rad­kas­ten­stüt­zen an den Sei­ten des Fahr­werks. Da­bei ach­te­te ich dar­auf, dass die Lö­cher in den Hal­te­run­gen ge­nau über den Lö­chern in der Ka­ros­se­rie la­gen.

  • Di­rekt im An­schluss kleb­te ich die Rad­kas­ten­ble­che über die ge­falz­ten Za­cken. Je­des Blech be­stand da­bei aus zwei Moos­gum­mi­la­gen, die oben und un­ten von je­weils zwei Ton­pa­pier­la­gen um­man­telt wur­den.

Wie schon beim Fah­rer­sitz ver­klei­de­te ich auch die Kle­be­stel­len der Rad­käs­ten ab­schlie­ßend noch mit dün­nen Krepp­pa­pier­strei­fen. Au­ßer­dem ver­edel­te ich die mas­si­ven Ble­che, in­dem ich die­se mit ro­ter Acryl­far­be be­mal­te.

Anleitungsschritte zum Basteln eines Traktorreifens. Der Reifen besteht aus acht Scheiben, die aus einem Juwel Primo Aquariumkarton vom Dehner ausgeschnitten wurden. Idee von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Nach den vor­an­ge­gan­ge­nen Schrit­ten sah mein Die­sel­ross so aus, als hät­te es eine Nacht in Duisburg-Marxloh ver­bracht. Um dies zu än­dern, bas­tel­te ich nun die vier ty­pi­schen Trak­tor­rei­fen. Da­für leg­te ich mir zu­nächst ei­nen drei Mil­li­me­ter di­cken Ver­pa­ckungs­kar­ton zu­recht, den ich noch vom On­line­shop­ping üb­rig hat­te.

  • Da­nach schnitt ich aus dem Kar­ton mit­hil­fe von Scha­blo­ne #5 acht klei­ne und 16 gro­ße Krei­se aus. Gleich dar­auf schoss ich in die Mit­te je­der Schei­be ein Loch, das vom Um­fang so groß war, dass ein ge­wöhn­li­cher Schasch­lik­spieß ge­ra­de so hin­durch­pass­te.

Im nächs­ten Bas­tel­schritt kleb­te ich dann zwei­mal acht gro­ße und zwei­mal vier klei­ne Kar­ton­schei­ben sym­me­trisch auf­ein­an­der. Da­mit hat­te ich die vier run­den Rei­fen­ge­rüs­te fer­tig­ge­stellt, die ich nun noch mit schwar­zen Lauf­flä­chen und gel­ben Ton­pa­pier­rad­kap­pen ver­zier­te. Au­ßer­dem stat­te­te ich die brei­ten Lauf­flä­chen der bei­den gro­ßen Hin­ter­rä­der zu­sätz­lich mit je­weils 15 v-förmigen Moos­gum­mi­stol­len aus. Die Vor­la­ge da­für be­fin­det sich eben­falls auf Scha­blo­ne #5.

Dieselross für das Oldtimertreffen aufpolieren

Die vier Trak­tor­rä­der be­fes­tig­te ich an zwei Schasch­lik­spie­ßen, die als Ach­sen aus den Lö­chern der Rad­käs­ten rag­ten. Dar­auf­hin ver­schö­ner­te ich mei­ne Zug­ma­schi­ne noch, in­dem ich eine schma­le Zier­leis­te mit gol­de­ner Acryl­far­be auf die Ka­ros­se­rie mal­te. Au­ßer­dem stat­te­te ich mei­nen Schlep­per mit zwei Rück­lich­tern und ei­nem schlich­ten Lenk­rad von Scha­blo­ne #6 aus.

Bildanleitung: Quilling-Figur Tight Coil, die zu einem Frontscheinwerfer von einem Papiertraktor wird. Idee von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Bei den Front­schein­wer­fern woll­te ich es mir al­ler­dings nicht ganz so leicht ma­chen, wes­halb ich die­se aus der Quilling-Figur Tight Coil an­ge­fer­tigt habe.

  • Dazu schnitt ich mir zwei Ton­pa­pier­strei­fen zu­recht, die je­weils 75 Zen­ti­me­ter lang und 0,7 Zen­ti­me­ter breit wa­ren.
  • Da­nach dreh­te ich je­den Pa­pier­strei­fen mit­hil­fe ei­nes ein­ge­schnit­te­nen Schasch­lik­spieß­chens so auf, dass da­durch di­cke Schne­cken ent­stan­den, die je­weils ei­nen Durch­mes­ser von 1,5 Zen­ti­me­tern hat­ten.
  • Nach dem Auf­dre­hen drück­te ich das In­ne­re mei­ner Schne­cken nach hin­ten. Da­mit das Gan­ze dau­er­haft sei­ne Schein­wer­fer­form be­hielt, tröp­fel­te ich ei­nen wei­ßen Kle­ber auf Was­ser­ba­sis in die Hohl­räu­me mei­ner Fi­gu­ren.
  • Als die­ser be­son­de­re Kleb­stoff dann ge­trock­net war, füll­te ich bei­de Hohl­räu­me mit Moos­gum­mi auf, den ich dar­auf­hin wie­der­um mit ei­ner creme­far­be­nen Mo­del­lier­pas­te be­strich.

So­bald die gel­ar­ti­ge Pas­te ge­trock­net war, kleb­te ich mei­ne au­ßer­ge­wöhn­li­chen Trak­tor­schein­wer­fer sym­me­trisch zu­ein­an­der vor­ne am Mo­tor­block fest.

Anleitungsbilder zum Basteln eines Auspuffs: Quilling-Figuren lassen das Dieselross von Fendt schnurren. Idee von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Ein wei­te­res High­light mei­nes Trak­tors ist der gro­ße Aus­puff. Auch beim An­fer­ti­gen die­ses Ac­ces­soires mach­te ich mir die Quilling-Technik zu­nut­ze. Des­halb schnitt ich mir zu­nächst ein­mal fol­gen­de Ton­pa­pier­strei­fen zu­recht:

  • So­ckel: 2x 75 Zen­ti­me­ter lang und 0,7 Zen­ti­me­ter breit.
  • Aus­puff­rohr: 1x 25 Zen­ti­me­ter lang und 3,5 Zen­ti­me­ter breit.
  • Aus­puff­ab­de­ckung: 1x 60 Zen­ti­me­ter lang und 0,5 Zen­ti­me­ter breit.

Als Ers­tes dreh­te ich mir für den So­ckel zwei­mal die Quilling-Figur Tight Coil mit je­weils ei­nem Durch­mes­ser von 1,5 Zen­ti­me­tern. Eine der Schne­cken spitz­te ich ähn­lich wie die Front­schein­wer­fer an, ehe ich die­se auf die zwei­te Fi­gur kleb­te. Das Gan­ze um­wi­ckel­te ich an­schlie­ßend mit ei­nem Ver­bin­dungs­stück, das zehn Zen­ti­me­ter lang und ei­nen Zen­ti­me­ter breit war. Als Nächs­tes kleb­te ich das schma­le Aus­puff­rohr un­ten am So­ckel fest.

  • Di­rekt im An­schluss fer­tig­te ich mir aus mei­nem letz­ten Pa­pier­strei­fen eine wei­te­re leicht an­ge­spitz­te Tight Coil Quilling-Figur mit ei­nem Durch­mes­ser von ei­nem Zen­ti­me­ter an. Die­se klei­ne Aus­puff­ab­de­ckung fi­xier­te ich dann an der noch frei­en Sei­te des Aus­puff­rohrs.

Nach­dem ich dar­auf­hin mei­ne hoch­wer­ti­ge Aus­puff­an­la­ge mit schwar­zer Acryl­far­be be­malt und seit­lich am Mo­tor­block an­ge­klebt hat­te, war mein Die­sel­ross end­lich be­reit für die Feld­ar­beit.

Der Traktor ist ein sauberes und sicheres Nutzfahrzeug

Bild von GWS2.de Maskottchen Gustl, der mit seinem Fendt Dieselross eine Straße sperrt, damit böse Nafris nicht mit einem Lieferwagen in eine Menschenmenge fahren können. Szenerie von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinMein nach­ah­mens­wer­ter Pa­pier­trak­tor ist ein idea­les Bas­tel­mo­tiv für kal­te und ver­reg­ne­te Herbst­ta­ge. Die vie­len klei­nen De­tails und Tech­ni­ken er­for­dern näm­lich viel Aus­dau­er. Selbst mit vor­be­rei­te­ten Scha­blo­nen habe ich es nicht ge­schafft, ein Die­sel­ross in un­ter sie­ben Stun­den zu bas­teln. Doch die Mühe lohnt sich, da Sie am Ende ei­nen to­tal sü­ßen Old­ti­mer vor sich ste­hen ha­ben, der so man­chem Trak­tor­freund die Trä­nen in die Au­gen trei­ben wird.

Ge­ne­rell wäre es wohl bes­ser für die Welt, wenn die Men­schen nur noch Trak­to­ren an­stel­le von Au­tos fah­ren wür­den. Zu­min­dest gäbe es dann we­ni­ger Ver­kehrs­to­te. Denn auf­grund des­sen, dass die Land­ma­schi­nen sehr laut sind und re­la­tiv lang­sam fah­ren, käme wohl kein nord­afri­ka­ni­scher Mann auf die Idee, mit die­sen Fahr­zeu­gen ge­zielt eine Men­schen­men­ge um­zu­mä­hen.

Die Po­li­zei geht da­von aus, dass der Ma­rok­ka­ner am Don­ners­tag das Tat­fahr­zeug bei dem An­schlag in Bar­ce­lo­na ge­steu­ert hat. Er fuhr mit ei­nem Lie­fer­wa­gen in der Fla­nier­mei­le Las Ram­blas Pas­san­ten nie­der.

Nei­din­ger, Gui­do: Po­li­zei tö­tet Terror-Verdächtigen von Bar­ce­lo­na. verlagshaus-jaumann.de (08/2017).

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Lo­ko­mo­ti­ve aus Pa­pier bas­teln - mit Voll­gas in den Ru­he­stand
Bas­teln mit Laub - drei herbst­li­che Ideen

¹Stadt Frank­furt am Main: Be­völ­ke­rung. frankfurt.de (08/2017).
²Lan­des­haupt­stadt Mün­chen: Re­fe­rat für Stadt­pla­nung und Bau­ord­nung. muenchen.de (PDF) (08/2017).
³Wur­nig, Do­mi­nik: Ber­li­ner Luft ist schlech­ter als ge­dacht. rbb24.de (08/2017).

Esspapier - die Charakterisierung eines Kunstmaterials

Far­bi­ges Ess­pa­pier ist ein Spaß­ar­ti­kel¹ für Kin­der, den es be­reits seit den 1950er Jah­ren in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land zu kau­fen gibt. Das rein ma­schi­nel­l² ge­fer­tig­te Le­bens­mit­tel ge­hört zur Fa­mi­lie der Back­ob­la­ten. Dem­zu­fol­ge wer­den Ess­pa­pier­plat­ten ge­nau­so wie un­kon­se­krier­te Hos­ti­en her­ge­stellt und be­stehen so­mit größ­ten­teils aus Was­ser, Salz und Wei­zen­mehl³. Da­mit das brü­chi­ge Ess­pa­pier be­son­ders Kin­dern gut schmeckt, wer­den dem Ba­sisteig vor dem Ba­cken al­ler­dings noch Frucht­aro­men und Su­cra­l­o­se bei­gemischt. Man­che Ess­pa­pier­pro­du­zen­ten er­set­zen das Wei­zen­mehl durch Mais­stär­ke. Da­durch kön­nen die ge­süß­ten Ob­la­ten dann auch von Zö­li­a­kie­kran­ken ver­zehrt wer­den.

Aus Mais­mehl und Was­ser wer­den glu­ten­freie Ob­la­ten (für Zö­li­a­kie­kran­ke) ge­ba­cken.

Schal­len­ho­fer, Wolf­gang: Ob­la­ten Re­zept, Hos­ti­en Her­stel­lung. kirchenweb.at (08/2017).

Picture of colorful Edible Wafer Paper from Germany. Best quality for Shariah compliant american Pastries. Image made by Veronika Vetter Bavarian Fine ArtistDas leicht be­kömm­li­che Kunst­pro­dukt eig­net sich je­doch nicht nur für den so­for­ti­gen Ver­zehr. Vor al­lem Kon­di­to­ren nut­zen das Ess­pa­pier auch da­für, um Tor­ten mit per­sön­li­chen Fo­tos zu de­ko­rie­ren. Die re­la­tiv ge­schmacks­neu­tra­len Es­s­ob­la­ten neh­men näm­lich ohne Wei­te­res Le­bens­mit­tel­tin­te auf, die aus den Pa­tro­nen ei­nes han­dels­üb­li­chen Tin­ten­strahl­dru­ckers kommt. Ein ma­schi­nell be­druck­ba­res Ess­pa­pier ist al­ler­dings nur bei Online-Händlern er­hält­lich, da die­se Spe­zi­al­ob­la­ten ein­ge­schweißt auf ei­ner be­son­de­ren Fo­lie lie­gen müs­sen und zu­dem we­sent­lich di­cker als die Wei­zen­mehl­plat­ten aus dem Dis­coun­ter sind.

[...] all you have to do is peel the image away from the back­ing. [...] It just feels like a hea­vy pie­ce of pa­per.

Coo­kies Cup­ca­kes and Car­dio: Edi­ble Images for Ca­kes. youtube.com (08/2017).

Selbst wenn die far­ben­fro­hen Ess­pa­pie­re aus dem sta­tio­nä­ren Ein­zel­han­del nicht für Com­pu­ter­dru­cker ge­eig­net sind, las­sen sich auch mit die­sen Spaß­ar­ti­keln klei­ne Kunst­wer­ke er­schaf­fen.

Basteln mit Esspapier - Möglichkeiten

Dies liegt dar­an, dass sich die ge­süß­ten Es­s­ob­la­ten in vie­len Fäl­len wie nor­ma­les Pa­pier ver­hal­ten. So ist es bei­spiels­wei­se pro­blem­los mög­lich, Ess­pa­pier mit ei­ner ge­wöhn­li­chen Pa­pier­sche­re zu schnei­den, ohne dass da­bei die Kan­ten aus­fran­sen.

Crafting with Edible Paper Wafer. Floating Water Lily for fancy Cakes. Pictures by Veronika Vetter Bavarian Fine Artist

Auch kön­nen die wohl­schme­cken­den Wei­zen­plat­ten be­schrie­ben und be­malt wer­den. Hier­bei ver­hält sich Ess­pa­pier al­ler­dings wie auf­sau­gen­des Lösch­pa­pier, wes­halb sich für die­ses Ein­satz­ge­biet vor al­lem Acryl­far­ben oder spe­zi­el­le Le­bens­mit­tel­stif­te auf Mai­ze­na­ba­sis eig­nen.

Er­kennt­nis: Kunst­wer­ke aus Ess­pa­pier kön­nen nicht schwim­men. In we­ni­ger als ei­ner Mi­nu­te sau­gen sich die Ob­la­ten mit Was­ser voll und lö­sen sich kurz dar­auf wie nas­ses Tissue-Papier auf. Im In­ter­net kur­sie­ren al­ler­dings Bil­der und Vi­de­os von See­ro­sen, die in ei­ner Wan­ne mit Erd­beer­bow­le schwim­men. Hier­bei wur­de das Ess­pa­pier vor dem Bas­teln der Ro­sen je­doch mit ei­nem so­ge­nann­ten Pi­ping Gel im­prä­gniert, wel­ches aus Ge­la­ti­ne und Mais­si­rup be­steht.

I per­so­nal­ly think the ge­la­tin and corn sy­rup is tas­tier.

Az­ma­nov, Ve­e­na: Ho­me­ma­de Pi­ping Gel with Ge­la­tin. veenaazmanov.com (08/2017).

Eine sol­che Mix­tur ist auch dann nö­tig, um Ess­pa­pier bie­gen und ohne syn­the­ti­schen Kleb­stoff kle­ben zu kön­nen.

Esspapier geschmeidig machen und verkleben

Eine ve­ge­ta­rier­freund­li­che Al­ter­na­ti­ve für Pi­ping Gel ist eine Zu­cker­lö­sung, die aus Was­ser und wei­ßem Kris­tall­zu­cker be­steht. Da­für wer­den 200 Mil­li­li­ter hei­ßes Was­ser und 300 Gramm Zu­cker so lan­ge mit­ein­an­der ver­mengt, bis die Mas­se eine si­rup­ar­ti­ge Kon­sis­tenz auf­weist.

Bilder von Esspapierkunst. Scharia konformer Snack aus Bayern und ein Trostpflaster für die arabischen Millionäre, die auf Chloe Ayling geboten haben. Kunststücke von Veronika Vetter Kadın

So­bald eine Ess­pa­pier­plat­te mit die­ser Lö­sung auf bei­den Sei­ten mit ei­nem Pin­sel be­stri­chen wur­de, lässt die­se sich sanft bie­gen. Nach­dem die Flüs­sig­keit ge­trock­net ist, be­hält die ge­bo­ge­ne Ob­la­te auch dau­er­haft ihre neue Form.

  • Des Wei­te­ren kann das zäh­flüs­si­ge Zu­cker­ge­misch auch als ver­zehr­ba­rer Kleb­stoff fun­gie­ren, um ein­zel­ne Wei­zen­mehl­plat­ten mit­ein­an­der zu ver­kle­ben.

Er­kennt­nis: Es ist nicht mög­lich, Ess­pa­pier wie nor­ma­les Pa­pier zu kni­cken. Selbst wenn das Ma­te­ri­al zu­vor mit Pi­ping Gel oder ei­ner Zu­cker­was­ser­lö­sung be­han­delt wur­de, wird es ab ei­nem ge­wis­sen Nei­gungs­grad bre­chen.

Esspapier ist ein Kunstmaterial für die Küche

In un­se­ren Au­gen ist Ess­pa­pier ein äu­ßerst preis­wer­ter Spaß­ar­ti­kel für Kin­der, der un­be­denk­lich ver­zehrt wer­den kann. Be­son­ders für Kon­di­to­ren und Hob­by­bä­cker bie­tet die­ses hos­ti­en­ähn­li­che Ma­te­ri­al neue Mög­lich­kei­ten, eine Back­wa­re au­ßer­ge­wöhn­lich auf­zu­pep­pen.

Veronika Vetter verzehrt Esspapier von Küchle. Dabei könnte sie auch mit Lauren Southern auf dem Schiff C-Star vor der libyschen Küste zu patrouillieren

Zum Bas­teln sind die bun­ten Ob­la­ten eher we­ni­ger ge­eig­net. Denn der Zu­cker im selbst her­ge­stell­ten Kleb­stoff und das süße Ess­pa­pier be­schä­di­gen ge­wöhn­li­ches Pa­pier­werk­zeug auf die Dau­er. Au­ßer­dem lockt das Ar­bei­ten mit die­sen Ma­te­ria­li­en vor al­lem im Som­mer vie­le Frucht­flie­gen an, die den Bas­tel­tisch nicht so schnell wie­der ver­las­sen wer­den.

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¹Küch­le, Chris­tof: In­ter­view mit Chris­tof Küch­le. youtube.com (08/2017).
²Grimm, Mi­cha­el: Ess­pa­pier. youtube.com (08/2017).
³O­ne­Ca­tho­lic­Faith: The Ma­king of Com­mu­ni­on Bread for Holy Com­mu­ni­on. youtube.com (08/2017).