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Traktor basteln - sauberes Dieselross für frische Landluft

Die deut­schen Groß­städ­te plat­zen aus al­len Näh­ten. So wuchs die hes­si­sche Bör­sen­stadt Frank­furt am Main zwi­schen den Jah­ren 2010 und 2015 um 68.059 Men­schen¹. Die baye­ri­sche Lan­des­haupt­stadt Mün­chen hat im glei­chen Zeit­raum so­gar 142.307 Bür­ger² hin­zu­ge­won­nen. Die Bal­lungs­zen­tren in den Gren­zen der BRD sind vor al­lem we­gen der ho­hen Luft­qua­li­tät be­liebt. Bis zu 66 Mi­kro­gram­m³ Stick­oxi­de kann ein Ku­bik­me­ter gute Stadt­luft be­inhal­ten. Die­se Edel­ga­se ent­ste­hen lei­der nur bei der Ver­bren­nung von hoch­wer­ti­gem Die­sel­kraft­stoff, so­dass länd­li­che Re­gio­nen auch wei­ter­hin ei­nen gro­ßen Be­völ­ke­rungs­schwund er­lei­den wer­den. Schließ­lich sind die paar Trak­to­ren ein­fach zu we­nig um die Stick­stoff­di­oxid­wer­te hoch­zu­hal­ten und da­mit das Le­ben im Out­back at­trak­tiv zu ma­chen.

Bild von Bulldog aus Papier mit bayerischer Landesfahne. Patrona Bavariae beschützt die Wittelsbacher Bauern. Kostenlose Anleitung von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinIm Prin­zip wäre es kein Pro­blem, wenn die Deut­schen der gu­ten Luft hin­ter­her­zie­hen wür­den. Doch lei­der führt die Land­flucht dazu, dass die Im­mo­bi­li­en­prei­se in den Me­tro­pol­re­gio­nen ex­plo­die­ren. Aus die­sem Grund hat die Po­li­tik im Jah­re 2015 eine bun­des­län­der­über­grei­fen­de Miet­preis­brem­se ein­ge­führt. Die­ses In­stru­ment war al­ler­dings der­ma­ßen kom­pli­ziert ge­stal­tet, dass es voll­kom­men wir­kungs­los blieb.

An­ge­la Mer­kel: „Die Miet­brem­se ha­ben wir ge­macht, okay. Aber es hat sich auch ge­zeigt, dass sie das Pro­blem nicht löst.”

Zi­tel­mann, Rai­ner: Mer­kel: Miet­preis­brem­se ge­schei­tert. tichyseinblick.de (08/2017).

Erst zwei Jah­re spä­ter wid­me­ten sich die Lan­des­re­gie­run­gen der wah­ren Ur­sa­che des Pro­blems. Denn wenn der Stick­oxid­ge­halt in den ur­ba­nen Ge­bie­ten wie­der ge­nau so nied­rig wie auf dem fla­chen Land ist, dann ha­ben die Men­schen kei­nen Grund mehr in die Groß­städ­te zu zie­hen.

Picture of Paper Tractor. Self made Oldtimer Tutorial. Traction Engine free Template by Veronika Vetter Bavarian Fine Artist

Des­halb wird es zu­künf­tig in dicht be­sie­del­ten Re­gio­nen im­mer häu­fi­ger Fahr­ver­bo­te für be­stimm­te Die­sel­fahr­zeu­ge ge­ben.

Die Fahr­ver­bo­te kom­men. In Stutt­gart wird es für Die­sel­au­to­fah­rer ab 2018 ernst.

Freak Akid: Der Au­to­skan­dal - Deutsch­lands Vor­zei­ge­bran­che in der Kri­se. youtube.com (08/2017).

Picture of two Vintage Tractors. Paper-Art made in Germany. Free Templates by Veronika Vetter Bavarian Fine Artist

Falls Sie trotz al­le­dem nicht auf ei­nen in­ef­fi­zi­en­ten Ben­zi­ner um­stei­gen möch­ten, dann soll­ten Sie sich ein Die­sel­ross an­schaf­fen. Die­se Trak­to­ren­se­rie der Fir­ma Fendt gilt näm­lich als Old­ti­mer und ist so­mit von bö­sen Fahr­ver­bo­ten aus­ge­nom­men.

So­fern es kei­ne neue über­ge­ord­ne­te Re­gel gibt, ha­ben sie freie Fahrt. „In Deutsch­land sind Old­ti­mer mit H-Kennzeichen [...] nach bun­des­ge­setz­li­chen Re­ge­lun­gen vom Fahr­ver­bot aus­ge­nom­men [...] sagt Ste­fan Fer­ber, Lei­ter des Düs­sel­dor­fer Um­welt­am­tes.

Breit­kopf, Thors­ten: H-Kennzeichen. Oldtimer-Fahrer dür­fen wei­ter Gas ge­ben. rp-online.de (08/2017).

Wenn Sie im Hoch­som­mer mit Ih­rem Cabrio-Dieselross kraft­voll durch die In­nen­stadt tu­ckern, dann wer­den Ih­nen Pas­san­ten wo­mög­lich freu­dig zu­win­ken, da Sie auf ei­nem Stück deut­scher Ge­schich­te sit­zen.

Bild von Papiertraktor: Fendt Dieselross F17 LG, das neben einem Schwein steht, welches böse Islamisten fernhält. Schauplatz inszeniert von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Fendt Trak­to­ren wie mein selbst ge­bas­tel­tes Die­sel­ross F17 LG aus dem Jah­re 1957 wa­ren näm­lich maß­geb­lich für das deut­sche Wirt­schafts­wun­der ver­ant­wort­lich. So konn­te das süd­baye­ri­sche Tra­di­ti­ons­un­ter­neh­men auf­grund der ho­hen Werks­au­to­ma­ti­sie­rung im Jah­re 1950 trotz Roh­stoff­man­gels über 3000 er­schwing­li­che Die­sel­rös­ser aus­lie­fern. Dies war sei­ner­zeit enorm wich­tig, da­mit die noch vom Krieg ge­beu­tel­ten Land­wir­te auch ohne vie­le Hel­fer eine lü­cken­lo­se Volks­er­näh­rung ge­währ­leis­ten konn­ten.

Die Ka­pa­zi­tät der Vor­kriegs­jah­re, die bei ei­nem jähr­li­chen Aus­stoß von etwa 1000 Ma­schi­nen lag, konn­te trotz al­ler Roh­stoff­schwie­rig­kei­ten im Jah­re 1950 be­reits auf über 3000 Ma­schi­nen al­ler Ty­pen er­höht wer­den [...].

Fendt­Vi­deo: Fendt Die­sel­ross - Das bes­te Pferd in dei­nem Stall. youtube.com (08/2017).

Bild von einem selbst gebastelten Traktor. Dekoration für den Kirchenaltar zum Erntedankfest. Empfohlen vom Kirchenstift Maria Gail. Foto von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinTrak­to­ren von Fendt hat­ten da­mals aber nicht nur aus­sa­ge­kräf­ti­ge Na­men und eine gro­ße his­to­ri­sche Ver­ant­wor­tung, son­dern vor al­lem auch ein schi­ckes De­sign. Ich ori­en­tier­te mich beim Bas­teln nur des­halb an ei­nem Die­sel­ross F17 LG, da die­se Zug­ma­schi­ne wie ein et­was mo­der­ne­rer Bull­dog aus­sieht. Das be­droh­li­che Wort Bull­dog wird oft­mals fälsch­li­cher­wei­se als Syn­onym für Trak­tor ver­wen­det. In Wahr­heit ist der Bull­dog al­ler­dings ein Acker­schlep­per der Fir­ma Lanz, der in den 1920er Jah­ren ent­wi­ckelt wur­de.

Je­der „Bull­dog” ist ein Trak­tor. Aber: Sag nie­mals nur Trak­tor zu ei­nem „Bull­dog”.

Ka­min­ski, Frank: Sag nie­mals nur Trak­tor zu ei­nem „Bull­dog”! In: Gie­ße­ner An­zei­ger. Aus­ga­be 110 (2010). S. 49.

Mein Pa­pier­trak­tor hat kein Wet­ter­dach und wür­de al­lei­ne des­halb schon bei mir hier in Bay­ern als Bull­dog be­zeich­net wer­den. Da­für ver­fügt mei­ne kräf­ti­ge Land­ma­schi­ne über vier be­weg­li­che Rä­der und ei­nen lan­gen Aus­puff, aus dem ga­ran­tiert kei­ne Stick­oxi­de her­aus­qual­men.

Bild von einem Fendt Dieselross F17 LG, welches den Mitgliedern des „Oldtimerclubs Autoklassika“ bestimmt gut gefallen würde. Traktoren geparkt von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Die hier ab­ge­bil­de­ten Die­sel­rös­ser in Mo­dell­form sind 18 Zen­ti­me­ter lang, 11,5 Zen­ti­me­ter breit und 12,5 Zen­ti­me­ter hoch. In der fol­gen­den Bas­tel­an­lei­tung er­zäh­le ich Ih­nen nun, wie Sie mit­hil­fe mei­ner Scha­blo­nen selbst zu ei­nem sol­chen Pa­pier­trak­tor kom­men.

Traktor aus Papier basteln - Anleitung

Bild von rotem Ackerschlepper aus Papier. GWS2.de Maskottchen erntet deutsche Kartoffeln. Arrangiert von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinZum Bas­teln ei­nes Trak­tors ver­wen­de­te ich Ton­pa­pier und dün­nes Krepp­pa­pier in drei auf­ein­an­der ab­ge­stimm­ten Far­ben. De­zen­te Ver­zie­run­gen mal­te ich mit un­ter­schied­li­chen Acryl­far­ben auf. Für die Rei­fen­par­tie nahm ich des Wei­te­ren eine Moos­gum­mi­plat­te und ei­nen Ver­pa­ckungs­kar­ton zur Hil­fe, der cir­ca drei Mil­li­me­ter dick war. Au­ßer­dem ka­men Schasch­lik­spie­ße für die Ach­sen und eine creme­far­be­ne Mo­del­lier­pas­te für die bei­den Schein­wer­fer zum Ein­satz. Ne­ben die­sen Kern­ma­te­ria­li­en soll­ten Sie sich zu­dem noch eine Sche­re, ei­nen flüs­si­gen Kle­ber, ein Falz­bein samt Li­ne­al, ein Bas­tel­mes­ser, ei­nen Eyelet-Setter und mei­ne DIN A4 Bas­tel­scha­blo­nen (#1 /#2 /#3 /#4 /#5 /#6) zu­recht­le­gen.

Hin­weis: Um die Sta­bi­li­tät mei­nes Trak­tors zu er­hö­hen, habe ich die Bau­tei­le für den Mo­tor­block und für das Fahr­werk ver­stärkt. Da­für kleb­te ich ein­fach im­mer zwei iden­ti­sche Ton­pa­pier­la­gen auf­ein­an­der. So­mit er­hielt die Ba­sis mei­nes Ge­fährts an je­der Sei­te eine Gram­ma­tur von 260 g/m².

Bild vom Chassis eines Traktors - Fendt Dieselross ModellIch be­gann mit dem Bas­teln des Fahr­werks und da­mit mit Scha­blo­ne #1. Nach­dem ich das grö­ße­re Ele­ment auf die­ser Vor­la­ge zu­recht­ge­schnit­ten und ver­stärkt hat­te, falz­te ich zu­nächst ein­mal sämt­li­che Knick- und Kle­be­l­i­ni­en. Gleich dar­auf schoss ich die fünf Lö­cher an den X-Markierungen mit­hil­fe ei­nes han­dels­üb­li­chen Eyelet-Setters ein. Im nächs­ten Schritt nahm ich dann ein schar­fes Bas­tel­mes­ser zur Hand und schnitt da­mit die bei­den Li­ni­en frei, um spä­ter den Sitz und den Mo­tor­block im Fahr­werk ver­an­kern zu kön­nen.

Nun ver­kleb­te ich das prä­pa­rier­te Bau­teil mit sich selbst, so­dass es dar­auf­hin wie eine Schach­tel aus­sah. Die Un­ter­sei­te die­ses Recht­ecks ver­stärk­te ich dann ab­schlie­ßend noch mit zwei Quer­stre­ben, die ich zu­vor aus dem klei­nen Ele­ment von Scha­blo­ne #1 an­ge­fer­tigt hat­te.

Collage mit Anleitungsbildern: Motorblock und Sitzbank auf das Fahrwerk eines Modelltraktors setzen

Nach­dem mein stra­pa­zier­fä­hi­ges Chas­sis ein­satz­be­reit war, stell­te ich den Mo­tor­block von Scha­blo­ne #2 her. Dazu fer­tig­te ich mir als Ers­tes alle Ein­zel­tei­le auf die­sem Schnitt­mus­ter aus Ton­pa­pier an. Da­nach küm­mer­te ich mich zu­nächst ein­mal in­ten­siv um das klei­ne Len­ker­ele­ment.

  • In die­ses muss­te ich näm­lich nach dem Fal­zen er­neut ein Loch für die Len­ker­stan­ge ein­schie­ßen. Als das er­le­digt war, schob ich die un­te­re Kle­be­la­sche des Bau­teils durch den zwei­ten Ein­schnitt im Fahr­werk. Dar­auf­hin dreh­te ich das Chas­sis um, so­dass ich das Len­ker­ele­ment sau­ber an­kle­ben konn­te.
  • Im nächs­ten Schritt fi­xier­te ich die lan­ge Mo­tor­hau­be zu­erst am be­reits ver­an­ker­ten Len­ker­ele­ment und da­nach an den Sei­ten des Fahr­werks.

Zu gu­ter Letzt brach­te ich noch den Küh­ler am vor­de­ren Ende des Trak­tors an. Da­mit hat­te ich die Mon­ta­ge des Mo­tor­blocks voll­endet.

Bequemer Fahrersitz für lange Arbeitstage

Be­vor ich den ge­müt­li­chen Fah­rer­sitz am Trak­tor an­brin­gen konn­te, muss­te ich zu­nächst die Sitz­bank von Scha­blo­ne #3 am Chas­sis be­fes­ti­gen. Dazu ver­kleb­te ich die­ses Ele­ment zu­erst mit sich selbst. Gleich da­nach ver­an­ker­te ich die Sitz­bank über den ers­ten Ein­schnitt im Fahr­werk.

Bildcollage: Vier Anleitungsschritte zum Basteln eines luxuriösen Fahrersitzes für einen Modelltraktor

Di­rekt im An­schluss bau­te ich den äu­ßerst be­que­men Sitz aus zwei ver­schie­de­nen Moos­gum­mi­ele­men­ten zu­sam­men.

  • Nun nahm ich dün­ne Krepp­pa­pier­strei­fen zur Hand und ka­schier­te da­mit die un­schö­nen Kle­be­kan­ten. Hin­ge­gen die wei­ten Flä­chen des Sit­zes ver­klei­de­te ich mit ei­nem ge­präg­ten Ton­pa­pier. Au­ßer­dem be­mal­te ich das Gan­ze ab­schlie­ßend noch mit gel­ber Acryl­far­be.

Bild vom Grundgerüst eines Papiertraktors, auf dem ein gelber Fahrersitz throntWäh­rend­des­sen mein Fah­rer­sitz trock­ne­te, be­rei­te­te ich eine lu­xu­riö­se Luft­fe­de­rung für die Sitz­bank vor. Dazu fer­tig­te ich zwei schwar­ze Moos­gum­mi­plat­ten mit­hil­fe von Scha­blo­ne #3 an, die ich di­rekt im An­schluss ak­ku­rat auf­ein­an­der­kleb­te. Gleich da­nach be­fes­tig­te ich die wei­che Fe­de­rung auf der Sitz­bank. Dar­auf­hin nahm ich den Sitz und fi­xier­te die­sen wie­der­um mit­tig auf der Luft­fe­de­rung. Da­mit ver­fügt der Pa­pier­trak­tor über eine hoch­wer­ti­ge Sitz­kon­struk­ti­on, die es dem Land­wirt er­laubt, auch lan­ge Ar­beits­ta­ge auf dem Feld ohne gro­ße Wir­bel­säu­len­schä­den zu über­ste­hen.

Große Traktorreifen mit mächtigem Stollenprofil

Na­tür­lich möch­te der Bau­er beim Trak­tor­fah­ren nicht nur ge­sund, son­dern vor al­lem auch sau­ber blei­ben. Aus die­sem Grund brach­te ich mit­hil­fe von Scha­blo­ne #4 vier Rad­käs­ten an mei­nem Die­sel­ross an.

Bilder vom Befestigen eines Radkastens an einem Fendt Dieselross. Fotos von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Dazu fer­tig­te ich zu­nächst zwei gro­ße und zwei klei­ne ge­zack­te Hal­te­run­gen aus Ton­pa­pier an. Als ich die­se Bau­tei­le dann ge­falzt und ge­locht hat­te, fi­xier­te ich die Rad­kas­ten­stüt­zen an den Sei­ten des Fahr­werks. Da­bei ach­te­te ich dar­auf, dass die Lö­cher in den Hal­te­run­gen ge­nau über den Lö­chern in der Ka­ros­se­rie la­gen.

  • Di­rekt im An­schluss kleb­te ich die Rad­kas­ten­ble­che über die ge­falz­ten Za­cken. Je­des Blech be­stand da­bei aus zwei Moos­gum­mi­la­gen, die oben und un­ten von je­weils zwei Ton­pa­pier­la­gen um­man­telt wur­den.

Wie schon beim Fah­rer­sitz ver­klei­de­te ich auch die Kle­be­stel­len der Rad­käs­ten ab­schlie­ßend noch mit dün­nen Krepp­pa­pier­strei­fen. Au­ßer­dem ver­edel­te ich die mas­si­ven Ble­che, in­dem ich die­se mit ro­ter Acryl­far­be be­mal­te.

Anleitungsschritte zum Basteln eines Traktorreifens. Der Reifen besteht aus acht Scheiben, die aus einem Juwel Primo Aquariumkarton vom Dehner ausgeschnitten wurden. Idee von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Nach den vor­an­ge­gan­ge­nen Schrit­ten sah mein Die­sel­ross so aus, als hät­te es eine Nacht in Duisburg-Marxloh ver­bracht. Um dies zu än­dern, bas­tel­te ich nun die vier ty­pi­schen Trak­tor­rei­fen. Da­für leg­te ich mir zu­nächst ei­nen drei Mil­li­me­ter di­cken Ver­pa­ckungs­kar­ton zu­recht, den ich noch vom On­line­shop­ping üb­rig hat­te.

  • Da­nach schnitt ich aus dem Kar­ton mit­hil­fe von Scha­blo­ne #5 acht klei­ne und 16 gro­ße Krei­se aus. Gleich dar­auf schoss ich in die Mit­te je­der Schei­be ein Loch, das vom Um­fang so groß war, dass ein ge­wöhn­li­cher Schasch­lik­spieß ge­ra­de so hin­durch­pass­te.

Im nächs­ten Bas­tel­schritt kleb­te ich dann zwei­mal acht gro­ße und zwei­mal vier klei­ne Kar­ton­schei­ben sym­me­trisch auf­ein­an­der. Da­mit hat­te ich die vier run­den Rei­fen­ge­rüs­te fer­tig­ge­stellt, die ich nun noch mit schwar­zen Lauf­flä­chen und gel­ben Ton­pa­pier­rad­kap­pen ver­zier­te. Au­ßer­dem stat­te­te ich die brei­ten Lauf­flä­chen der bei­den gro­ßen Hin­ter­rä­der zu­sätz­lich mit je­weils 15 v-förmigen Moos­gum­mi­stol­len aus. Die Vor­la­ge da­für be­fin­det sich eben­falls auf Scha­blo­ne #5.

Dieselross für das Oldtimertreffen aufpolieren

Die vier Trak­tor­rä­der be­fes­tig­te ich an zwei Schasch­lik­spie­ßen, die als Ach­sen aus den Lö­chern der Rad­käs­ten rag­ten. Dar­auf­hin ver­schö­ner­te ich mei­ne Zug­ma­schi­ne noch, in­dem ich eine schma­le Zier­leis­te mit gol­de­ner Acryl­far­be auf die Ka­ros­se­rie mal­te. Au­ßer­dem stat­te­te ich mei­nen Schlep­per mit zwei Rück­lich­tern und ei­nem schlich­ten Lenk­rad von Scha­blo­ne #6 aus.

Bildanleitung: Quilling-Figur Tight Coil, die zu einem Frontscheinwerfer von einem Papiertraktor wird. Idee von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Bei den Front­schein­wer­fern woll­te ich es mir al­ler­dings nicht ganz so leicht ma­chen, wes­halb ich die­se aus der Quilling-Figur Tight Coil an­ge­fer­tigt habe.

  • Dazu schnitt ich mir zwei Ton­pa­pier­strei­fen zu­recht, die je­weils 75 Zen­ti­me­ter lang und 0,7 Zen­ti­me­ter breit wa­ren.
  • Da­nach dreh­te ich je­den Pa­pier­strei­fen mit­hil­fe ei­nes ein­ge­schnit­te­nen Schasch­lik­spieß­chens so auf, dass da­durch di­cke Schne­cken ent­stan­den, die je­weils ei­nen Durch­mes­ser von 1,5 Zen­ti­me­tern hat­ten.
  • Nach dem Auf­dre­hen drück­te ich das In­ne­re mei­ner Schne­cken nach hin­ten. Da­mit das Gan­ze dau­er­haft sei­ne Schein­wer­fer­form be­hielt, tröp­fel­te ich ei­nen wei­ßen Kle­ber auf Was­ser­ba­sis in die Hohl­räu­me mei­ner Fi­gu­ren.
  • Als die­ser be­son­de­re Kleb­stoff dann ge­trock­net war, füll­te ich bei­de Hohl­räu­me mit Moos­gum­mi auf, den ich dar­auf­hin wie­der­um mit ei­ner creme­far­be­nen Mo­del­lier­pas­te be­strich.

So­bald die gel­ar­ti­ge Pas­te ge­trock­net war, kleb­te ich mei­ne au­ßer­ge­wöhn­li­chen Trak­tor­schein­wer­fer sym­me­trisch zu­ein­an­der vor­ne am Mo­tor­block fest.

Anleitungsbilder zum Basteln eines Auspuffs: Quilling-Figuren lassen das Dieselross von Fendt schnurren. Idee von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Ein wei­te­res High­light mei­nes Trak­tors ist der gro­ße Aus­puff. Auch beim An­fer­ti­gen die­ses Ac­ces­soires mach­te ich mir die Quilling-Technik zu­nut­ze. Des­halb schnitt ich mir zu­nächst ein­mal fol­gen­de Ton­pa­pier­strei­fen zu­recht:

  • So­ckel: 2x 75 Zen­ti­me­ter lang und 0,7 Zen­ti­me­ter breit.
  • Aus­puff­rohr: 1x 25 Zen­ti­me­ter lang und 3,5 Zen­ti­me­ter breit.
  • Aus­puff­ab­de­ckung: 1x 60 Zen­ti­me­ter lang und 0,5 Zen­ti­me­ter breit.

Als Ers­tes dreh­te ich mir für den So­ckel zwei­mal die Quilling-Figur Tight Coil mit je­weils ei­nem Durch­mes­ser von 1,5 Zen­ti­me­tern. Eine der Schne­cken spitz­te ich ähn­lich wie die Front­schein­wer­fer an, ehe ich die­se auf die zwei­te Fi­gur kleb­te. Das Gan­ze um­wi­ckel­te ich an­schlie­ßend mit ei­nem Ver­bin­dungs­stück, das zehn Zen­ti­me­ter lang und ei­nen Zen­ti­me­ter breit war. Als Nächs­tes kleb­te ich das schma­le Aus­puff­rohr un­ten am So­ckel fest.

  • Di­rekt im An­schluss fer­tig­te ich mir aus mei­nem letz­ten Pa­pier­strei­fen eine wei­te­re leicht an­ge­spitz­te Tight Coil Quilling-Figur mit ei­nem Durch­mes­ser von ei­nem Zen­ti­me­ter an. Die­se klei­ne Aus­puff­ab­de­ckung fi­xier­te ich dann an der noch frei­en Sei­te des Aus­puff­rohrs.

Nach­dem ich dar­auf­hin mei­ne hoch­wer­ti­ge Aus­puff­an­la­ge mit schwar­zer Acryl­far­be be­malt und seit­lich am Mo­tor­block an­ge­klebt hat­te, war mein Die­sel­ross end­lich be­reit für die Feld­ar­beit.

Der Traktor ist ein sauberes und sicheres Nutzfahrzeug

Bild von GWS2.de Maskottchen Gustl, der mit seinem Fendt Dieselross eine Straße sperrt, damit böse Nafris nicht mit einem Lieferwagen in eine Menschenmenge fahren können. Szenerie von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinMein nach­ah­mens­wer­ter Pa­pier­trak­tor ist ein idea­les Bas­tel­mo­tiv für kal­te und ver­reg­ne­te Herbst­ta­ge. Die vie­len klei­nen De­tails und Tech­ni­ken er­for­dern näm­lich viel Aus­dau­er. Selbst mit vor­be­rei­te­ten Scha­blo­nen habe ich es nicht ge­schafft, ein Die­sel­ross in un­ter sie­ben Stun­den zu bas­teln. Doch die Mühe lohnt sich, da Sie am Ende ei­nen to­tal sü­ßen Old­ti­mer vor sich ste­hen ha­ben, der so man­chem Trak­tor­freund die Trä­nen in die Au­gen trei­ben wird.

Ge­ne­rell wäre es wohl bes­ser für die Welt, wenn die Men­schen nur noch Trak­to­ren an­stel­le von Au­tos fah­ren wür­den. Zu­min­dest gäbe es dann we­ni­ger Ver­kehrs­to­te. Denn auf­grund des­sen, dass die Land­ma­schi­nen sehr laut sind und re­la­tiv lang­sam fah­ren, käme wohl kein nord­afri­ka­ni­scher Mann auf die Idee, mit die­sen Fahr­zeu­gen ge­zielt eine Men­schen­men­ge um­zu­mä­hen.

Die Po­li­zei geht da­von aus, dass der Ma­rok­ka­ner am Don­ners­tag das Tat­fahr­zeug bei dem An­schlag in Bar­ce­lo­na ge­steu­ert hat. Er fuhr mit ei­nem Lie­fer­wa­gen in der Fla­nier­mei­le Las Ram­blas Pas­san­ten nie­der.

Nei­din­ger, Gui­do: Po­li­zei tö­tet Terror-Verdächtigen von Bar­ce­lo­na. verlagshaus-jaumann.de (08/2017).

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Lo­ko­mo­ti­ve aus Pa­pier bas­teln - mit Voll­gas in den Ru­he­stand
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¹Stadt Frank­furt am Main: Be­völ­ke­rung. frankfurt.de (08/2017).
²Lan­des­haupt­stadt Mün­chen: Re­fe­rat für Stadt­pla­nung und Bau­ord­nung. muenchen.de (PDF) (08/2017).
³Wur­nig, Do­mi­nik: Ber­li­ner Luft ist schlech­ter als ge­dacht. rbb24.de (08/2017).

Lokomotive aus Papier basteln - Bummelzug in den Ruhestand

Ken­nen Sie ei­nen Glück­li­chen, der bald die Frei­hei­ten des Ru­he­stands ge­nie­ßen darf? Dann be­nö­ti­gen Sie auf je­den Fall ein wür­de­vol­les Ab­schieds­ge­schenk mit gro­ßer Sym­bol­kraft. Was mei­nen Sie, wür­de eine selbst ge­bas­tel­te Lo­ko­mo­ti­ve die­se An­for­de­run­gen er­fül­len?

[...] ich be­nö­ti­ge ei­nen künst­le­ri­schen Rat von Dir, da un­ser Ab­tei­lungs­lei­ter lei­der in Ren­te geht und ich ihm et­was Per­sön­li­ches bas­teln möch­te. [...] Was hältst Du von ei­ner Lo­ko­mo­ti­ve nach dem Mot­to: Das Le­ben ist eine Rei­se und so? Dazu wür­de ich dann noch eine ge­rahm­te Col­la­ge mit schö­nen al­ten Fo­tos von Be­triebs­fei­ern ma­chen.

Nie­der­brö­ker, An­drea: Bit­te um Rat für Ab­schieds­ge­schenk. E-Mail vom 04.05.2017.

Picture of British Steam Locomotive. Crafted by Veronika Vetter Bavarian Fine ArtistMüss­te ich eine rote Elek­tro­lo­ko­mo­ti­ve der Deut­schen Bahn AG als Ge­schenk zum Ru­he­stand ent­ge­gen­neh­men, wäre ich in­ner­lich ziem­lich trau­rig. Ich wür­de mir wohl wie ein be­lie­big aus­tausch­ba­res Werk­zeug vor­kom­men, wel­ches aus­ran­giert und auf das Ab­stell­gleis ge­stellt wer­den soll. Hin­ge­gen wenn mir je­mand eine ein­zig­ar­ti­ge Dampf­lok zum be­ruf­li­chen Ab­schied schen­ken wür­de, hät­te ich vor Rüh­rung Trä­nen in den Au­gen. Denn die­se al­ten Stahl­rös­ser sa­hen nicht nur um­wer­fend gut aus, son­dern stan­den vor al­lem für Fort­schritt, Kraft, Aus­dau­er und Ent­wick­lungs­fä­hig­keit.

Dampf­lo­ko­mo­ti­ven wa­ren von An­fang an be­liebt, da sie den Men­schen die Ar­beit un­heim­lich er­leich­ter­ten. Be­reits das ers­te fahr­ba­re Mo­dell konn­te in Eng­land im Jah­re 1804 zehn Ton­nen Stahl und 70 Per­so­nen gleich­zei­tig trans­por­tie­ren.

On Fe­bru­ary 21, 1804, Trevithick’s pio­nee­ring en­gi­ne hau­led 10 tons of iron and 70 men ne­ar­ly ten mi­les from Pe­ny­dar­ren, at a speed of five miles-per-hour [...].

Bar­ton, Bob: Steam trains and rail­ways. historic-uk.com (05/2017).

Picture Collage: Steam Locomotive made of paper. Crafted by Veronika Vetter Bavarian Fine Artist

Wäh­rend­des­sen Dampf­lo­ko­mo­ti­ven in ih­rem Ge­burts­land zu­nächst vor­wie­gend als Zug­ma­schi­nen für Roh­stoff­trans­por­te ein­ge­setzt wur­den, nutz­ten die Ame­ri­ka­ner die kraft­vol­len Ei­sen­bah­nen di­rekt als Per­so­nen­be­för­de­rungs­mit­tel. Im Jah­re 1830 fuhr die ers­te Lok mit ei­nem Wag­gon für 36 Fahr­gäs­te re­gel­mä­ßig von Charles­ton nach Ham­burg (South Ca­ro­li­na). Die durch­schnitt­li­che Rei­se­ge­schwin­dig­keit be­trug al­ler­dings le­dig­lich 30 km/h, wes­halb Züge des Öf­te­ren von be­rit­te­nen Ban­di­ten aus­ge­raubt wur­den.

In 1830, the steam lo­co­mo­ti­ve known as The Best Fri­end of Charles­ton was the first lo­co­mo­ti­ve to pull cars in Ame­ri­ca and re­gu­lar­ly car­ry pas­sen­gers.

An­ony­mous: Trans­por­ta­ti­on Histo­ry: The Steam Lo­co­mo­ti­ve. custom-qr-codes.net (05/2017).

Bild von blauer Königlich Bayerischer Staatseisenbahn mit GWS2.de Schaffner Gustl. Szenerie von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinDa­mit die Lo­ko­mo­ti­ven schnel­ler fah­ren konn­ten, muss­ten die Dampf­kes­sel im­mer grö­ßer wer­den. Dies führ­te zu ei­nem neu­en Pro­blem. Der Zug­füh­rer konn­te da­durch näm­lich schon bald nicht mehr se­hen, was vor ihm auf den Glei­sen war. Vor al­lem im Sü­den der USA führ­te dies sei­ner­zeit oft­mals zu Kol­li­sio­nen mit Rin­dern, wo­durch manch­mal so­gar gan­ze Züge ent­gleis­ten. Um die­sen schwe­ren Un­fäl­len vor­zu­beu­gen, ent­wi­ckel­ten Ei­sen­bahn­in­ge­nieu­re den Kuh­fän­ger (eng­lisch cow­cat­cher), der wie ein Schnee­pflug vor­ne an die Dampf­lok an­ge­schweißt wur­de.

That is why lo­co­mo­ti­ve de­si­gners in­ven­ted the cow­cat­cher.

Histo­ry TV: Histo­ry Of Steam Lo­co­mo­ti­ves Do­cu­men­ta­ry. youtube.com (05/2017).

Bild von Papiereisenbahn, die mit Kohle betrieben wird und über einen Cowcatcher verfügt. Angefertigt von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinTrotz vie­ler Kin­der­krank­hei­ten wur­den Dampf­lo­ko­mo­ti­ven schnell un­ver­zicht­ba­re Stütz­pfei­ler gan­zer Ge­sell­schaf­ten. Da­mit lässt sich die Ent­wick­lungs­ge­schich­te der stäh­ler­nen Trans­port­ma­schi­nen gut mit dem Ar­beits­le­ben ei­nes Men­schen ver­glei­chen. Zu­dem zei­gen die tu­ckern­den Ko­los­se kürz­lich aus dem Be­ruf aus­ge­schie­de­nen Se­nio­ren, wie wich­tig sie wei­ter­hin für die Ge­mein­schaft sind. Denn auch wenn Dampf­lo­ko­mo­ti­ven seit dem 26.10.1977 in Deutsch­land nicht mehr ge­winn­brin­gend ein­ge­setzt wer­den kön­nen, sind die­se den­noch nicht auf der Stre­cke ge­blie­ben. So bie­ten die al­ten Zug­ma­schi­nen heu­te nicht nur lehr­rei­ches An­schau­ungs­ma­te­ri­al für an­ge­hen­de In­ge­nieu­re und His­to­ri­ker, son­dern sind zu­gleich im­mer ein idyl­li­sches Frei­zeit­er­leb­nis für die gan­ze Fa­mi­lie.

Es war die 043 903-4 [...] und am 26. Ok­to­ber 1977 um 16:04 Uhr war sie kalt­ge­macht, wie die Ei­sen­bah­ner sa­gen. Sie steht heu­te als Denk­mal­lok vor dem Em­der Bahn­hof.

We­ge­ner, Ur­su­la: 26.10.1977: Die letz­te Dampf­lo­ko­mo­ti­ve der Bun­des­bahn wird aus­ge­mus­tert. swrmediathek.de (05/2017).

Beim Bas­teln mei­nes Mo­dells ori­en­tier­te ich mich an der Dampf­lo­ko­mo­ti­ve 59751 von Bald­win Lo­co­mo­ti­ve Works aus dem Jah­re 1927.

Bild von nostalgischer Dampflokomotive mit Kohlewagen (Schlepptender). Idee und Bastelanleitung von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Ne­ben ei­nem Sand­dom, ei­ner Glo­cke und ei­nem Schlot habe ich auch ei­nen lus­ti­gen Kuh­fän­ger am Dampf­kes­sel an­ge­bracht. Bei der Farb­aus­wahl ori­en­tier­te ich mich am Wap­pen von Kö­nig Ge­org III., in des­sen Re­gent­schafts­zeit die Dampf­ei­sen­bahn im Ver­ei­nig­ten Kö­nig­reich Groß­bri­tan­ni­en ent­wi­ckelt wur­de.

Picture of two Trains made of paper. Tutorial by Veronika Vetter (DAoCFrEak) Bavarian Fine Artist

Mei­ne Pa­pier­lok ist 23 Zen­ti­me­ter lang, 11 Zen­ti­me­ter breit und 14 Zen­ti­me­ter hoch. In der fol­gen­den An­lei­tung er­fah­ren Sie nun, wie Sie mit­hil­fe mei­ner Scha­blo­nen selbst ein per­fek­tes Ab­schieds­ge­schenk für Neu­ru­he­ständ­ler bas­teln kön­nen.

Dampflokomotive aus Papier basteln

Bild von roter Dampfeisenbahn mit Schlepptender. Gebastelt von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinZum Bas­teln ei­ner Lo­ko­mo­ti­ve ver­wen­de­te ich in ers­ter Li­nie Ton­pa­pier in drei un­ter­schied­li­chen Far­ben. Für die Zugrä­der ka­men au­ßer­dem Schasch­lik­spie­ße so­wie schwar­zer Moos­gum­mi zum Ein­satz. Die Ver­zie­run­gen nahm ich mit­hil­fe von Mo­del­lier­pas­te und Acryl­far­ben vor. Als Werk­zeu­ge soll­ten Sie sich zu­dem eine Sche­re, ein Bas­tel­mes­ser, ein Falz­beil samt Li­ne­al, ei­nen Eyelet-Setter, viel flüs­si­gen Kle­ber und mei­ne DIN A4 Bas­tel­scha­blo­nen (#1 /#2 /#3 /#4 /#5 /#6 /#7 /#8) zu­recht­le­gen.

Hin­weis: Für eine hö­he­re Sta­bi­li­tät der Lok habe ich je­des Ein­zel­teil im­mer aus zwei iden­ti­schen Ton­pa­pier­ele­men­ten zu­sam­men­ge­klebt. Dank die­ser Tech­nik er­hielt das Mo­tiv an je­der Sei­te eine Gram­ma­tur von min­des­tens 260 g/m².

Bild vom Zusammenkleben des Fahrgestells einer PapierlokomotiveZu­al­ler­erst stell­te ich den Un­ter­bo­den der Lok her. Dazu fer­tig­te ich die Ele­men­te von Scha­blo­ne #1 aus Ton­pa­pier an. Nach dem Ver­stär­ken, Ein­schnei­den und Fal­zen schoss ich au­ßer­dem sechs Lö­cher für die Ach­sen mit­hil­fe ei­nes Eyelet-Setters in das gro­ße Ele­ment ein. Dar­auf­hin stell­te ich die Knick­li­ni­en des Fahr­ge­stells ge­ra­de auf und ver­kleb­te die­se mit sich selbst, so­dass das Gan­ze dar­auf­fol­gend wie ein Ta­blett aus­sah. Wich­tig: Da­mit der Un­ter­bo­den den schwe­ren Kes­sel ohne ein­zu­kni­cken tra­gen kann, kleb­te ich schließ­lich noch die bei­den klei­nen Stütz­ele­men­te vor und hin­ter die Mit­tel­ach­se.

Bild vom Lokführerhaus, nach dem es auf das Fahrgestell geklebt wurdeAls Nächs­tes bas­tel­te ich das ecki­ge Füh­rer­haus von Scha­blo­ne #2. Ich schnitt die fünf rund­li­chen Fens­ter mit­hil­fe ei­nes Bas­tel­mes­sers frei und falz­te im An­schluss die Knick- und Kle­be­l­i­ni­en. Da­nach kleb­te ich das prä­pa­rier­te Häus­chen sym­me­trisch über die Rück­sei­te des be­reits fer­tig­ge­stell­ten Un­ter­bo­dens. Das Mo­tiv sah nach die­sen Bas­tel­schrit­ten fast ein we­nig wie ein Sat­tel­schlep­per ohne Dach aus.

Papierlok bekommt mächtigen Dampfkessel

Der Dampf­kes­sel be­fin­det sich auf Scha­blo­ne #3. Auch hier ver­stärk­te und falz­te ich zu­nächst alle Ein­zel­tei­le, ehe ich mich der Front des Füh­rer­hau­ses wid­me­te.

Collage mit Anleitungsbildern: Dampfkessel an einer Papierlokomotive befestigen

Nach­dem ich die Wind­schutz­schei­ben aus bei­den Ele­men­ten frei­ge­schnit­ten hat­te, muss­te ich eine Front zu­dem drei­mal ein­schnei­den.

  • In die­se Ein­schnit­te steck­te ich dann die bei­den ge­falz­ten und ge­bo­ge­nen Kes­sel­wän­de.
  • Da­mit der Kes­sel auch gut mit dem Füh­rer­haus ver­bun­den war, kleb­te ich die ge­zack­ten Kle­be­la­schen der Kes­sel­ele­men­te hin­ter den Ein­schnit­ten fest.
  • Um den Kes­sel noch wei­ter zu fi­xie­ren, ver­klei­de­te ich die un­schö­nen Kle­be­la­schen zu­dem mit der zwei­ten Füh­rer­haus­front.
  • Im nächs­ten Schritt be­fes­tig­te ich den Dampf­kes­sel samt noch feh­len­der Front am Un­ter­bo­den und an den Füh­rer­haus­sei­ten­wän­den.

Bild von Front, die den Lokomotivenkessel verschließtZwi­schen den bei­den zu­sam­men­ge­kleb­ten Kes­sel­wän­den be­fand sich nun noch eine Schweiß­naht. Die­se ka­schier­te ich ab­schlie­ßend mit der brei­ten Zier­leis­te von Scha­blo­ne #3. Als Nächs­tes brach­te ich die Kes­sel­front von Scha­blo­ne #4 an. Dazu kleb­te ich die ge­zack­ten Kle­be­la­schen der ver­stärk­ten Ver­bund­leis­te an ei­nem Kes­sel­grill fest. Die un­schö­nen Kle­be­stel­len ver­klei­de­te ich dar­auf­fol­gend mit dem zwei­ten Grill­ele­ment. Im An­schluss kleb­te ich die Ver­bund­leis­te vor­ne so auf den Kes­sel, dass die­ser durch die Front kom­plett ver­schlos­sen wur­de.

Der Kuhfänger sorgt für freie Fahrt

Den Kuh­fän­ger von Scha­blo­ne #5 habe ich mit­hil­fe ei­ner simp­len Kle­be­tech­nik an der Lok­vor­der­sei­te an­ge­bracht. Zu­nächst be­fes­tig­te ich das qua­dra­ti­sche Ele­ment mit den bei­den ab­ste­hen­den Flü­geln un­ten an der Zug­front.

Bildcollage mit Anleitungsschritten: Cowcatcher an Dampflokomotive befestigen

Als Nächs­tes kleb­te ich die Flü­gel nach oben, so­dass die­se mit der Ver­bund­leis­te ab­schlos­sen. Dar­auf­hin fi­xier­te ich den Bo­den des Kuh­fän­gers an der un­te­ren Kle­be­la­sche des Flü­gel­ele­ments.

Bild von Papierlok mit Cowcatcher

Im An­schluss kleb­te ich die Ober­sei­te des Cow­cat­chers in die drei Ein­schnit­te des Qua­drats. Da­nach muss­te ich nur noch die ecki­ge Schau­fel un­ter die Ober­sei­te und auf den Bo­den kle­ben und hat­te da­mit mei­ner cha­rak­te­ris­ti­schen Dampf­lo­ko­mo­ti­ve ei­nen wasch­ech­ten Kuh­fän­ger ver­passt. Gleich dar­auf küm­mer­te ich mich um das drei­di­men­sio­na­le Dach von Scha­blo­ne #6. Die­ses be­steht le­dig­lich aus zwei Ein­zel­tei­len, wes­halb der Zu­sam­men­bau selbst­er­klä­rend ist.

Dampflokomotiven waren damals einzigartig dekoriert

Im Ver­gleich zu den heu­ti­gen Elek­tro­loks wa­ren die ver­schnör­kel­ten Stahl­rös­ser von da­mals äu­ßerst auf­wen­dig ver­ziert. Um dem ge­recht zu wer­den, setz­te ich für mei­ne Pa­pier­lok eben­falls ver­schie­de­ne De­ko­tech­ni­ken ein.

Collage mit Anleitungsbildern: Dach einer Dampflokomotive zusammenbauen und verzieren

Für eine be­son­de­re Hap­tik be­strich ich das kom­plet­te Dach, den Grill und den Kuh­fän­ger mit Mo­del­lier­pas­te. Nach ei­ner Trock­nungs­zeit von 15 Mi­nu­ten be­mal­te ich die wei­ße Pas­te an­schlie­ßend mit grau­er Acryl­far­be.

Bild von Sanddom, Glocke und Kamin, die aus der Quilling-Figur Tight Coil gedreht wurdenAls Nächs­tes brach­te ich die Zier­strei­fen und das Licht von Scha­blo­ne #7 am Kes­sel an. Hin­weis: Die Vor­der­sei­te des Lichts de­ko­rier­te ich eben­falls mit wei­ßer Mo­del­lier­pas­te. An­schlie­ßend fer­tig­te ich die gan­zen ab­ste­hen­den Ein­zel­tei­le an. Da­für mach­te ich mir die Quilling-Technik zu­nut­ze, wel­che aus ein­zel­nen Pa­pier­strei­fen be­steht. Aus fol­gen­den Ton­pa­pier­strei­fen dreh­te ich mir mit­hil­fe ei­nes an­ge­schnit­te­nen Schasch­lik­spie­ßes mo­di­fi­zier­te Tight Coil Quilling-Figuren:

  • Sand­dom (Bauch):  120 cm lang und 1 cm breit.
  • Sand­dom (De­ckel): 150 cm lang und 0,5 cm breit.
  • Glo­cke (Stiel): 30 cm lang und 0,5 cm breit.
  • Glo­cke (Kap­pe): 100 cm lang und 0,5 cm breit.
  • Schlot: 350 cm lang und 1 cm breit.
  • Puf­fer (Stiel): 2x 75 cm lang und 0,7 cm breit.
  • Puf­fer (Kap­pe): 2x 200 cm und 0,5 cm breit.

Nach­dem ich die Fi­gu­ren ge­dreht hat­te, be­mal­te ich die­se mit Acryl­far­ben. Dar­auf­hin kleb­te ich die Ein­zel­tei­le ein­fach an mei­ner Dampf­lo­ko­mo­ti­ve fest.

Sechs Räder bringen die Lokomotive auf die Schiene

Die Ele­men­te zum Bas­teln der Zugrä­der be­fin­den sich auf Scha­blo­ne #8. Ich habe je­des Rad aus sechs un­ter­schied­lich gro­ßen und ge­loch­ten Moos­gum­mikrei­sen zu­sam­men­ge­klebt.

Collage mit Anleitungsbildern: Zugräder aus Moosgummi basteln

Da­nach ver­klei­de­te ich die Lauf­flä­che der ein­zel­nen Rä­der erst mit Ton­pa­pier­strei­fen und an­schlie­ßend mit grau­er Acryl­far­be. Au­ßer­dem de­ko­rier­te ich mei­ne Moos­gum­mikrei­se noch mit sechs farb­lich ab­ge­stimm­ten Rad­kap­pen.

  • Als Nächs­tes schnitt ich mir drei Ach­sen­stan­gen aus Schasch­lik­spie­ßen zu­recht, die je­weils zehn Zen­ti­me­ter lang wa­ren.
  • Die klei­nen Holz­spie­ße be­fes­tig­te ich dar­auf­hin in den Ach­sen­lö­chern der Lo­ko­mo­ti­ve und steck­te dar­an dann mei­ne sechs Rä­der fest.

Zu gu­ter Letzt kleb­te ich noch die bei­den Kup­pel­stan­gen von Scha­blo­ne #8 quer über die Zugrä­der. Da­mit hat­te ich mei­ne selbst ge­bas­tel­te Dampf­lo­ko­mo­ti­ve fer­tig­ge­stellt.

Fazit: Eisenbahn spiegelt die Automatisierung der Gesellschaft wider

Bild von englischer Dampfeisenbahn als Abschiedsgeschenk für den Ruhestand. Arrangiert von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinMei­ne Pa­pier­lok ist mit Ab­sicht ein Mo­tiv für er­fah­re­ne Bast­ler. Ich konn­te mir näm­lich nicht vor­stel­len, dass ein An­fän­ger auf die Idee kommt, ei­nem Kol­le­gen oder ei­nem Fa­mi­li­en­mit­glied et­was Der­ar­ti­ges zu bas­teln. Zum An­fer­ti­gen ei­nes Ex­em­plars be­nö­tig­te ich ei­nen gan­zen Ar­beits­tag. Üb­ri­gens lässt sich mit der in­ter­es­san­ten Ent­wick­lungs­ge­schich­te der Lo­ko­mo­ti­ve nicht nur das Ar­beits­le­ben ei­nes Men­schen, son­dern auch die Au­to­ma­ti­sie­rung der Ge­sell­schaft wi­der­spie­geln.

Am An­fang wur­den Schie­nen­fahr­zeu­ge noch von ei­nem Pferd und ei­nem Kut­scher be­dient. Mit der Er­fin­dung der Dampf­lok wa­ren dann ein Zug­füh­rer und ein Hei­zer zum Fah­ren von­nö­ten. Heu­te steu­ert nur noch ein Bahn­an­ge­stell­ter ei­nen ICE mit bis zu 1500 Fahr­gäs­ten.

Und bald wer­den Züge völ­lig ohne mensch­li­che Hil­fe fah­ren, wie es be­reits in der Nürn­ber­ger U-Bahn der Fall ist. Falls Sie in ei­nem Be­ruf ar­bei­ten, der von der Au­to­ma­ti­sie­rung be­trof­fen sein könn­te, soll­ten Sie sich von den Leit­me­di­en nicht ver­rückt ma­chen las­sen. Füh­rer­lo­ses Zug­fah­ren wird näm­lich be­reits seit 1962 ge­tes­tet und ist trotz­dem noch lan­ge nicht Stan­dard. Manch­mal geht al­les doch lang­sa­mer als man denkt.

Au­to­ma­tic trains were first tes­ted on the Lon­don un­der­ground in 1962 bet­ween Stam­ford Brook and Ra­vens­court Park af­ter ye­ars of plan­ning.

An­ony­mous: 1963: Train dri­ves its­elf. news.bbc.co.uk (05/2017).

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Papierauto zum Führerschein basteln - der erste Golf

1974 war das Jahr des deut­schen Man­nes. Dies hing nicht nur da­mit zu­sam­men, dass die Fußball-Nationalmannschaft der BRD in Mün­chen zum zwei­ten Mal Welt­meis­ter wur­de. Auch die Da­men tru­gen zum Glück des star­ken Ge­schlechts bei, in­dem sie ihre ver­laus­ten Hip­pie­klei­der aus Lei­nen end­gül­tig ab­leg­ten. Statt­des­sen fla­nier­ten die Frau­en­zim­mer selbst­be­wusst ge­stylt in fe­mi­ni­nen Hot­pants durch die In­nen­städ­te und hör­ten da­bei die neus­ten Hits von ABBA im Walk­man. Dank Neu­kanz­ler Hel­mut Schmidt, der die staat­li­chen In­ves­ti­tio­nen er­höh­te und des enor­men Lohn­zu­wach­ses durch neu ab­ge­schlos­se­ne Ta­rif­ver­trä­ge konn­te Mann trotz ho­her Ar­beits­lo­sen­quo­te sor­gen­frei im Som­mer an den Ba­la­ton fah­ren. Und wäre das al­les nicht schon ge­nug ge­we­sen, brach­te Volks­wa­gen auch noch in die­sem Jahr den Golf Mk1 her­aus, um den die Welt Deutsch­land bis heu­te be­nei­det.

Picture of German VW Car made of paper. Crafted by Veronika Vetter Bavarian Fine ArtistDass Deut­sche schon im­mer ger­ne flott un­ter­wegs wa­ren, be­weist die Tat­sa­che, dass selbst der klei­ner mo­to­ri­sier­te Golf Mk1 mit ei­ner sport­li­chen 1,1-Liter-Maschine und 50 PS ver­füg­bar war. Gas­ge­ben wie Hans-Joachim Stuck hat­te 1974 auf­grund der Öl­kri­se je­doch sei­nen Preis. Der Li­ter Ben­zin kos­te­te sei­ner­zeit näm­lich re­kord­ver­däch­ti­ge 40 Pfen­nig. Doch auch hier konn­te der Golf Mk1 punk­ten, da er bei 90 km/h le­dig­lich 6,4 Li­ter pro 100 Ki­lo­me­ter ver­brauch­te.

So be­trug laut Be­triebs­an­lei­tung der Ver­brauch des 37-kW-Motors nach DIN 70030 6,4 l pro 100 km bei 90 km/h [...].

Wein­hardt, Dirk: Der Ur-Golf. ur-golf.de (04/2017).

Als Kunst­lieb­ha­be­rin bin ich froh, dass nicht nur Sprit­zig­keit und Spar­sam­keit dazu führ­ten, dass die­ses Auto mehr als 6,9 Mil­lio­nen Mal ver­kauft wur­de.

Der ers­te Golf kam bes­tens an. 6,99 Mil­lio­nen Ex­em­pla­re ver­kauf­ten die Wolfs­bur­ger von der ers­ten Ge­ne­ra­ti­on.

Strat­mann, Jens: VW Golf 1 Kauf­be­ra­tung | Ge­schich­te | Ty­pi­sche Män­gel | Schwach­stel­len. youtube.com (04/2017).

Collage von blauem Golf aus Papier. Geschenkverpackung zum Bestehen des Führerscheins. Idee und Entwicklung von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Das zeit­lo­se kan­ti­ge De­sign hat­te be­kannt­lich min­des­tens ei­nen ge­nau­so gro­ßen An­teil am Ver­kaufs­er­folg. In Deutsch­land ver­ehr­te man al­ler­dings schon im­mer das Run­de. Bei der jahr­hun­der­te­lan­gen Lie­be zu Os­ter­ei­ern, Bäl­len und Ru­bens­frau­en war es des­halb auch kein Wun­der, dass der wohl­ge­form­te VW Kä­fer hier­zu­lan­de 30 Jah­re lang als Non­plus­ul­tra galt. Um also ein re­la­tiv ecki­ges Auto mit ei­ner mas­si­ven und brei­ten C-Säule zu ent­wer­fen, war sei­ner­zeit ein Ita­lie­ner von­nö­ten. Aus die­sem Grund en­ga­gier­te Volks­wa­gen 1971 den In­dus­trie­de­si­gner Gior­get­to Giugi­a­ro.

De­si­gned as a front-engined, front-wheel dri­ve re­pla­ce­ment for the Beet­le, the Golf’s crisp li­nes were pen­ned by fa­med de­si­gner Gior­get­to Giugi­a­ro.

Tay­lor, Ja­mes: Histo­ry of the Volks­wa­gen Golf - pic­tu­re spe­cial. autocar.co.uk (04/2017).

Bild von Auto Geschenkverpackung mit Führerschein und Fahrzeugschein. Arrangiert von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinDer fin­di­ge Künst­ler hat­te sich be­reits bei ita­lie­ni­schen Au­to­mo­bil­kon­zer­nen ei­nen Na­men ge­macht und ist un­ter an­de­rem für das schnit­ti­ge De­sign des le­gen­dä­ren Fiat 850 Spi­der ver­ant­wort­lich. Wäh­rend der be­dau­erns­wer­te Gior­get­to bei schlech­tem Wet­ter in Nie­der­sach­sen saß und an der Hül­le des Golf Mk1 ar­bei­te­te, soll ihm 1972 Fer­di­nand Piëch als Prak­ti­kant as­sis­tiert ha­ben. Der Nef­fe von Fer­ry Por­sche moch­te es ty­pisch deutsch - also rund. Er pro­phe­zei­te, dass der Golf Mk1 mit die­sem Aus­se­hen ein Flop wer­den wür­de.

A sum­mer in­tern na­med Fer­di­nand Piech spends two months lear­ning about de­sign from thirty-four-year-old Giugi­a­ro. Piech pre­dicts the Golf will be a fail­ure.

Cum­ber­ford, Ro­bert: Gior­get­to Giugi­a­ro Histo­ry. automobilemag.com (04/2017).

Collage von rotem VW Golf Mk1 Miniaturauto. Fan-Art entworfen und gebastelt von Veronika Vetter Fine Art Künstlerin

Der ge­lern­te Kfz-Mechaniker und da­ma­li­ge Vor­stands­vor­sit­zen­de Ru­dolf Lei­ding ver­trau­te al­ler­dings sei­nem ita­lie­ni­schen Star­ein­kauf und wur­de nicht ent­täuscht. Der Golf Mk1 war selbst in Nord­ame­ri­ka ein Ren­ner. Be­kannt­lich hat­ten un­se­re trans­at­lan­ti­schen Freun­de be­reits in den 1970er Jah­ren so ihre Pro­ble­me mit den Golf­staa­ten. Sie nann­ten das deut­sche Auto al­ler­dings nur we­gen der Form Hase (eng­lisch rab­bit) und nicht um ihre Ani­mo­si­tät ge­gen die OAPEC zum Aus­druck zu brin­gen.

Laun­ched in 1975 the US, the Rab­bit (as it was known over the­re) was fast be­co­ming a force to be reckon­ed with, and was re­al­ly the only car ca­pa­ble of brin­ging the fight to the in­flux of new Ja­pa­ne­se com­pact cars [...].

An­ony­mous: Histo­ry Of The MK1 Golf (Typ17). vwheritage.com (04/2017).

Bild von GWS2.de Maskottchen, wie er in seinen selbst gebastelten Babawagen einsteigt. Idee von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinMehr als 40 Jah­re nach dem Ver­kaufs­start be­sie­delt der ers­te Golf im­mer noch die Stra­ßen un­se­res Pla­ne­ten. Es ist an­ge­sichts die­ses Qua­li­täts­be­wei­ses des­halb nicht ver­wun­der­lich, dass auf vie­le Fahr­an­fän­ger nach dem Be­stehen des Füh­rer­scheins ein Nach­fol­ge­mo­dell des Mk1 in der Ein­fahrt war­tet. Falls Sie Ih­rem Schütz­ling zum 18. Ge­burts­tag nicht nur den nack­ten Zünd­schlüs­sel über­rei­chen wol­len, habe ich die per­fek­te Ge­schenk­ver­pa­ckung für Sie ent­wor­fen. Mein Auto aus Pa­pier bie­tet näm­lich nicht nur ge­nug Platz für Fahr­zeug­schein, Schlüs­sel und Ben­zin­geld, son­dern ist ga­ran­tiert auch das High­light auf dem Ge­schenk­tisch.

Picture of self-made paper car. Volkswagen Golf Mk1. Crafted by Veronika Vetter Bavarian Fine Artist

Mei­ne künst­le­ri­sche In­ter­pre­ta­ti­on des VW Golf Mk1 ist 20,5 Zen­ti­me­ter lang, 10 Zen­ti­me­ter breit und 9,5 Zen­ti­me­ter hoch. In der fol­gen­den Bas­tel­an­lei­tung sage ich Ih­nen, wie Sie mit­hil­fe mei­ner Scha­blo­nen im Hand­um­dre­hen selbst ein ei­ge­nes Pa­pier­au­to bas­teln kön­nen.

Auto aus Papier basteln - Anleitung

Bild von blauem Auto aus Papier als Geschenkverpackung für den Papa. Gebastelt von Veronika Vetter Fine Art KünstlerinZum Bau­en des Au­tos ver­wen­de­te ich haupt­säch­lich Ton­pa­pier in vie­len un­ter­schied­li­chen Far­ben. Für man­che Ein­zel­tei­le griff ich je­doch auch auf Moos­gum­mi zu­rück. Als spe­zi­el­les Ma­te­ri­al nahm ich zu­dem zwei Schasch­lik­spie­ße zur Hil­fe. Hin­ge­gen für die Ver­zie­run­gen ka­men nichts wei­ter als ver­schie­de­ne Acryl­far­ben zum Ein­satz. Au­ßer­dem soll­ten Sie sich eine Sche­re, viel flüs­si­gen Kle­ber, ei­nen Eyelet-Setter, ein Falz­beil samt Li­ne­al, ein Bas­tel­mes­ser und mei­ne DIN A4 Bas­tel­scha­blo­nen (#1 /#2 /#3 /#4 /#5 /#6 /#7 /#8 /#9 /#10 /#11 /#12) zu­recht­le­gen.

Ich be­gann mit den vier Rad­käs­ten des Au­tos. Dazu fer­tig­te ich mir die bei­den Ele­men­te von Scha­blo­ne #1 aus Ton­pa­pier an.

Bildcollage mit Anleitungsschritten: Radkasten für ein Papierauto basteln

Der In­nen­raum mei­nes Fahr­zeugs soll­te eine an­de­re Far­be als der Un­ter­bo­den be­kom­men. Da­mit dies funk­tio­nier­te, muss­te ich auf eine et­was schwie­ri­ge­re Kle­be­tech­nik zu­rück­grei­fen.

  • Zu­nächst ein­mal schnitt ich mir die bei­den Ein­zel­tei­le der Scha­blo­ne vier­mal in Blau und vier­mal in Schwarz zu­recht.
  • Als Nächs­tes kleb­te ich im­mer ein blau­es ge­zack­tes Ele­ment, wel­ches wie eine Rau­pe aus­sieht auf ein schwar­zes Pen­dant.
  • Gleich dar­auf falz­te ich die Knick- und Kle­be­l­i­ni­en al­ler Ein­zel­tei­le. Au­ßer­dem schoss ich mit­hil­fe ei­nes Eyelet-Setters je­weils ein Loch in die acht rund­li­chen Bau­tei­le.
  • An­schlie­ßend nahm ich ei­nes der schwar­zen halb­run­den Ele­men­te und kleb­te es in­nen an der Kle­be­la­sche ei­ner ge­krümm­ten Rau­pe fest.

Um die ge­zack­ten Kle­be­la­schen zu ver­klei­den, be­fes­tig­te ich dar­auf­hin ein blau­es halb­run­des Ele­ment an der Au­ßen­sei­te des Rad­kas­tens.

Bild vom Festkleben der Radkästen an den UnterbodenAls ich nach die­sem Prin­zip noch drei wei­te­re Rad­käs­ten an­ge­fer­tigt hat­te, wid­me­te ich mich dem Un­ter­bo­den von Scha­blo­ne #2.  Nach­dem auch die­ses lan­ge Ele­ment ge­falzt und mit Lö­chern ver­se­hen war, kleb­te ich die vier vor­be­rei­te­ten Rad­käs­ten in die Aus­spa­run­gen. Da­bei fi­xier­te ich die­se Bau­tei­le ei­ner­seits an den Ach­sen­lö­chern des Un­ter­bo­dens. Au­ßer­dem drück­te ich je Rad­kas­ten noch vier mit Kle­ber be­stri­che­ne Za­cken auf den Un­ter­grund.

Hin­weis: Dank die­ser smar­ten Bau­wei­se sah die Sei­te des Un­ter­bo­dens, die spä­ter nach in­nen zei­gen soll­te wie aus ei­nem Guss aus.

Im nächs­ten Schritt brach­te ich die bei­den Sei­ten des VW Golf am Un­ter­bo­den an. Dazu schnitt ich mir die Au­to­sil­hou­et­te von Scha­blo­ne #3 zwei­mal aus Ton­pa­pier zu­recht. Gleich da­nach falz­te ich die lan­gen Knick­li­ni­en (sie­he Scha­blo­ne). Dar­auf­hin bog ich die Au­to­sei­ten so lan­ge zu­recht, bis die­se das ty­pi­sche ecki­ge Golf Mk1 De­sign hat­ten. Als mir das Gan­ze ge­fiel, kleb­te ich an je­der Sei­te mei­nes Un­ter­bo­dens eine prä­pa­rier­te Au­to­sil­hou­et­te fest.

Hin­weis: Die ab­ste­hen­den Za­cken der vier Rad­käs­ten dien­ten mir da­bei als Kle­be­punk­te.

Papierauto bekommt seine Lackierung

Rot und Weiß gal­ten 1974 zu den be­lieb­tes­ten Far­ben des VW Golf Mk1. Ich habe mich bei der La­ckie­rung je­doch vom Red Bull RB7 in­spi­rie­ren las­sen. Das ist der Bo­li­de, mit dem Se­bas­ti­an Vet­tel 2011 Formel-1-Weltmeister wur­de.

Bild vom Lackieren der Front- und Heckseite des Papierautos

Dazu fer­tig­te ich das gro­ße Frontele­ment von Scha­blo­ne #4 zwei­mal aus kö­nigs­blau­em und die Zier­strei­fen aus oran­ge­far­be­nem Ton­pa­pier an. Die Front­sei­ten kleb­te ich di­rekt im An­schluss sym­me­trisch auf­ein­an­der. Da­nach schnitt ich die Wind­schutz­schei­be mit­hil­fe ei­nes Bas­tel­mes­sers frei und kleb­te dar­auf­fol­gend die bei­den Zier­strei­fen auf. Ganz zum Schluss muss­te ich au­ßer­dem noch die Knick- und Kle­be­l­i­ni­en des Ein­zel­teils fal­zen.

Als die prä­pa­rier­te Front vor mir lag, wie­der­hol­te ich die vor­an­ge­gan­ge­nen Schrit­te mit dem Heck, wel­ches sich auf Scha­blo­ne #5 be­fin­det.

Bildcollage mit Anleitungsschritten: Lackieren des Papierautos. Red Bull RB7 Design (Vettel/2011)

Im An­schluss be­fes­tig­te ich zu­al­ler­erst die ko­lo­rier­te Front an der Ka­ros­se­rie. Dazu trug ich viel flüs­si­gen Kle­ber auf die un­ters­te Kle­be­la­sche auf und drück­te die­se an­schlie­ßend am Un­ter­bo­den fest.

  • Als Nächs­tes fi­xier­te ich die Front end­gül­tig über die seit­li­chen Kle­be­la­schen an der Mo­tor­hau­be und an den Vor­der­tü­ren.
  • In­fol­ge­des­sen kleb­te ich auch das far­bi­ge Heck nach der­sel­ben Me­tho­de auf die Au­to­rück­sei­te.

Bild von Karosserie eines VW Golf aus PapierDar­auf­hin schloss ich die La­ckie­rung zu­nächst ein­mal ab, in­dem ich auch die bei­den Sei­ten ver­klei­de­te. Dazu fer­tig­te ich das Ele­ment von Scha­blo­ne #6 zwei­mal aus mei­ner blau­en Ton­pa­pier­far­be an. Hin­weis: Auch die­se Au­to­sei­ten muss­te ich vor dem Auf­kle­ben fal­zen und in Form bie­gen. Mit dem Be­fes­ti­gen der Sei­ten­ver­klei­dun­gen ka­schier­te ich zu­dem au­to­ma­tisch die schwar­zen Kle­be­la­schen der Rad­käs­ten.

Ob­wohl mein VW Golf ein Cou­pé wer­den soll­te, hat­te mein Fahr­zeug nach die­sen Bas­tel­schrit­ten noch eine Öff­nung im Dach. Über die­se falt­dach­gro­ße Aus­spa­rung er­hielt mein Pa­pier­au­to nun sei­ne kom­for­ta­ble In­nen­aus­stat­tung.

VW Golf aus Papier erhält extravagante Ausstattung

Bild vom Einkleben des ArmaturenbrettsZu­nächst bas­tel­te ich das Ar­ma­tu­ren­brett und die Mit­tel­kon­so­le von Scha­blo­ne #7 aus Ton­pa­pier. Den Ta­cho und die an­de­ren Be­dien­ele­men­te mal­te ich gleich dar­auf mit Acryl­far­ben auf. Da­nach falz­te ich zu­erst die Knick- und Kle­be­l­i­ni­en des Ein­zel­teils, ehe ich es von hin­ten an die Mo­tor­hau­be kleb­te. Dar­auf­hin fer­tig­te ich zu­dem das Lenk­rad von der­sel­ben Scha­blo­ne an, wel­ches ich ein­fach un­ter­halb des auf­ge­mal­ten Ta­chos be­fes­tig­te.

In den 1970er Jah­ren war das Rau­chen noch cool. Aus die­sem Grund sind mei­ne Au­to­sit­ze mit schwarz­blau­en Sitz­be­zü­gen aus dem Bau­markt be­zo­gen, da­mit kei­ne Brand­lö­cher in die Sitz­pols­ter kom­men.

Collage mit Anleitungsschritten: Vordersitze für ein Auto aus Papier basteln

Als Ers­tes fer­tig­te ich die Vor­der­sit­ze von Scha­blo­ne #8 an. Da­für schnitt ich mir zu­nächst die wap­pen­för­mi­gen Ele­men­te für das Sitz­pols­ter und für die Rü­cken­leh­ne je­weils vier­mal aus Moos­gum­mi zu­recht.

  • Im nächs­ten Schritt kleb­te ich im­mer zwei iden­ti­sche Moos­gum­mi­tei­le auf­ein­an­der, um die Sit­ze zu ver­stär­ken.
  • Dar­auf­fol­gend be­fes­tig­te ich die bei­den vor­be­rei­te­ten Rü­cken­leh­nen auf­recht an den Sitz­kis­sen.
  • Um den Sitz­be­zug wei­ter her­vor­zu­he­ben, schnitt ich mir an­schlie­ßend zwei dün­ne blaue Ton­pa­pier­strei­fen zu­recht und ver­klei­de­te da­mit die Sil­hou­et­ten der Sit­ze.
  • Als Nächs­tes kleb­te ich den brei­ten blau­en Zier­strei­fen von Scha­blo­ne #8 senk­recht über die Sitz­flä­chen der Moos­gum­mi­sit­ze.

Zu gu­ter Letzt muss­te ich nur noch zwei­mal den klei­nen Ho­cker von der­sel­ben Scha­blo­ne an­fer­ti­gen und an­schlie­ßend mei­ne sport­li­chen Au­to­sit­ze dar­auf fi­xie­ren.

Bild mit blauen Vordersitzen und einer blauen Sitzbank für ein Miniaturauto aus PapierDie Rück­bank von Scha­blo­ne #9 habe ich nach ge­nau dem glei­chen Prin­zip wie die Vor­der­sit­ze an­ge­fer­tigt. Der ein­zi­ge nen­nens­wer­te Un­ter­schied zwi­schen den bei­den Ele­men­ten ist, dass ich die Bank nicht auf ei­nem Ho­cker plat­zier­te. Das war nicht nö­tig, da ich das be­que­me Pols­ter­mö­bel auf die bei­den hin­te­ren Rad­käs­ten kleb­te. Da­durch scheint es so, als wür­de die Rück­bank über dem Un­ter­bo­den schwe­ben.

Bild vom Verschließen des AutodachsNach­dem ich die Sitz­gar­ni­tur über das Dach in den In­nen­raum ge­klebt hat­te, konn­te ich das Auto ver­schlie­ßen. Dazu fer­tig­te ich sämt­li­che Ele­men­te von Scha­blo­ne #10 an. Dar­auf­hin kleb­te ich das ers­te Qua­drat von un­ten über die Dach­öff­nung. Hin­ge­gen mit dem zwei­ten Qua­drat la­ckier­te ich das Gan­ze von au­ßen mit mei­ner kö­nigs­blau­en Leit­far­be. Ab­schlie­ßend voll­ende­te ich das spor­ti­ve Mus­ter mit dem schma­len oran­ge­far­be­nen Strei­fen.

Automodell hat vier bewegliche Reifen

Nach den vor­an­ge­gan­ge­nen Bas­tel­schrit­ten sah mein Auto nun so aus, als wäre es in der Pa­ri­ser Ban­lieue ge­parkt wor­den - denn es fehl­ten die Rei­fen.

Bild vom Anbringen der AchsenBe­vor ich je­doch die Rä­der an­brach­te, be­kleb­te ich den Un­ter­bo­den mit dem Ele­ment von Scha­blo­ne #11 um sämt­li­che Kle­be­rän­der auf der Un­ter­sei­te zu ka­schie­ren. Gleich dar­auf fer­tig­te ich mir zwei Ach­sen aus Schasch­lik­spie­ßen an, die je­weils 10 Zen­ti­me­ter lang wa­ren. Nach­dem ich die bei­den Holz­stäb­chen in die Ach­sen­lö­cher ge­scho­ben hat­te, wid­me­te ich mich den Rei­fen von Scha­blo­ne #12.

Je­des Rad bau­te ich aus ins­ge­samt sechs Moos­gum­mikrei­sen zu­sam­men, wes­halb ich mir zu­nächst 24 iden­ti­sche Krei­se aus­schnitt.

Bildcollage mit Anleitungsschritten: Reifen für ein Modellauto basteln

Im nächs­ten Bas­tel­schritt ver­sah ich je­den Kreis mit ei­nem Loch. Dar­auf­hin kleb­te ich im­mer sechs run­de Schei­ben auf­ein­an­der, bis vier iden­ti­sche Rei­fen vor mir la­gen.

  • Für die Lauf­flä­chen schnitt ich mir den Längs­strei­fen von Scha­blo­ne #12 eben­falls vier­mal aus Moos­gum­mi zu­recht. Die­se mitt­le­ren Rad­ver­klei­dun­gen kleb­te ich dar­auf­fol­gend ein­mal kom­plett um je­des Rad.
  • Die Ver­klei­dung der Rad­sei­ten und die Rad­kap­pen fer­tig­te ich mir hin­ge­gen aus Ton­pa­pier an.

Bild von Papier Golf ohne Stoßstange und lichttechnische EinrichtungenNach­dem ich mei­ne vier Moos­gum­mi­rei­fen in­nen und au­ßen mit die­sen Zier­ele­men­ten be­klebt hat­te, steck­te ich die­se auf die Ach­sen. Mein Auto war da­mit be­reit, um vom TÜV für fahr­taug­lich er­klärt zu wer­den. Für den Grill, die Schein­wer­fer, die Blin­ker und die Stoß­stan­ge habe ich kei­ne Scha­blo­ne be­reit­ge­stellt. Denn die­se win­zi­gen op­ti­schen Din­ge habe ich spon­tan aus den be­reits ver­wen­de­ten Ma­te­ria­li­en in­di­vi­du­ell her­ge­stellt oder auf­ge­malt.

Fazit: Autos werden heute für Berufspendler gebaut

Bild von zwei Papierautos vor einem Beschleunigungsrennen. Startschuss gibt die Fine Art Künstlerin Veronika VetterFalls Sie Mo­tor­öl ge­leckt ha­ben und mei­ne In­ter­pre­ta­ti­on des VW Golf Mk1 nach­bas­teln möch­ten, brau­chen Sie vor al­lem Ge­duld. Zum Bas­teln ei­nes aus­lie­fe­rungs­fer­ti­gen Mo­dells habe ich zwei vol­le Ar­beits­ta­ge auf­wen­den müs­sen. In mei­nen Au­gen ist Gior­get­to Giugi­a­ro ein Ge­nie, denn selbst in Mi­nia­tur­form sieht der ers­te Golf auch heu­te noch ein­fach ge­ni­al aus. Mei­ner Mei­nung nach ha­ben die ak­tu­el­len Golf­mo­del­le ih­ren da­ma­li­gen Charme al­ler­dings ein­ge­büßt, da sie von ja­pa­ni­schen Au­tos auf den ers­ten Blick fast nicht mehr zu un­ter­schei­den sind.

Um das Äu­ße­re geht es aber wahr­schein­lich bei Au­tos die­ser Preis­ka­te­go­rie gar nicht mehr. Dies könn­te dar­an lie­gen, dass neue Fahr­zeu­ge der Kom­pakt­klas­se in ers­ter Li­nie von Be­rufs­pend­lern oder Au­to­ver­mie­tun­gen ge­kauft wer­den und so­mit der Wie­der­ver­kaufs­wert an ers­ter Stel­le steht. Und auf der A8 von Bo­bin­gen nach Mün­chen ge­gen 05:30 Uhr spielt es kei­ne Rol­le, ob das Auto rund oder eckig ist, Haupt­sa­che es ist spar­sam und si­cher. Ganz an­ders 1974 als der VW Golf Mk1 mit ei­nem Lis­ten­preis von rund 9.000,00 DM für den Volks­kör­per auch ein Hob­by sein konn­te, mit dem man die Nacht durch von Castrop-Rauxel nach Ita­li­en an das Tyr­rhe­ni­sche Meer fuhr.

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