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Pizzaschachtel basteln - klassische Verpackung für Mafiatorten

Im Sep­tem­ber 1889 reis­te Kö­nig Um­ber­to I. zu­sam­men mit sei­nem Hof­staat von Tu­rin nach Nea­pel. Auf der Rou­te gen Sü­den ließ der volks­na­he Mon­arch die Ko­lon­ne im­mer wie­der an­hal­ten, da er mit sei­nen Un­ter­ta­nen fei­ern woll­te. Ei­nen Mo­nat zu­vor war es Ge­ne­ral An­to­nio Bal­dis­se­ra näm­lich ge­lun­gen, die abes­si­ni­schen Trup­pen aus Eri­trea zu ver­trei­ben, wes­halb Ita­li­en nun end­lich eine Ko­lo­nie in Afri­ka¹ grün­den konn­te. Durch die stän­di­gen Un­ter­bre­chun­gen dau­er­te es fast zwei Wo­chen, bis der Tross am Schloss Ca­po­di­mon­te an­kam. Ge­nervt von der an­stren­gen­den Kutsch­fahrt hat­te Kö­ni­gin Mar­ga­re­the nach der An­kunft kei­nen Ap­pe­tit auf den piek­fei­nen Haute-Cuisine-Fraß. Aus die­sem Grund be­stell­te die Fürs­tin den Haus­hof­meis­ter in ihre Ge­mä­cher, um al­ter­na­ti­ve Spei­se­vor­schlä­ge zu er­hal­ten.

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Nach­dem der blau­blü­ti­ge Die­ner das Leid sei­ner Her­rin ver­nom­men hat­te, be­rich­te­te er, dass die Men­schen in Kam­pa­ni­en am Abend ger­ne Piz­za aßen, um ihre er­schöpf­ten Lei­ber zu stär­ken. Die pie­mon­te­si­sche Her­zogs­toch­ter kann­te die­se schlicht klin­gen­de Spei­se al­ler­dings nicht und war des­halb skep­tisch. Plötz­lich knurr­te Mar­ga­re­thes Ma­gen aber im­mer hef­ti­ger, wes­we­gen sie zu dem Haus­hof­meis­ter sag­te: „Na dann bringt mir eben eu­ren Bau­ern­schmaus!”

Kurz dar­auf eil­te der Be­am­te zu den Stäl­len, da er sich zur Piz­ze­ria Bran­di kut­schie­ren las­sen woll­te. Denn es war sei­ner­zeit ein of­fe­nes Ge­heim­nis, dass in die­ser schä­bi­gen Spe­lun­ke der bes­te Teig­künst­ler von Nea­pel ar­bei­te­te. Als der kö­nig­li­che Ad­ju­tant das klei­ne Lo­kal be­trat, er­blick­te er in der Nähe des Holz­ofens ei­nen weiß ge­klei­de­ten Mann, der Raf­fae­le Es­po­si­to hieß. Ent­schlos­sen trat der Höf­ling vor den em­si­gen Hand­werks­meis­ter und sprach: „Ihre Ma­jes­tät die Kö­ni­gin wünscht eure Diens­te. Be­rei­tet rasch ein Mahl zu, das ich zum Schloss trans­por­tie­ren² kann.”

Holiday snap: An original Margherita from the legendary da Michele (Naples). If you want to take the Pizza, the italian innkeeper will give you a square box. The stylish Food container was developed in Bavaria by the artist Veronika Vetter

Ma­es­tro Es­po­si­to war ein Roya­list und des­halb stolz, dass er für sei­ne Mon­ar­chin ko­chen durf­te. Um dem Adels­haus Sa­voy­en eine Freu­de zu be­rei­ten, stell­te der stadt­be­kann­te Piz­zaio­lo die Tri­co­lo­re nach, in­dem er eine aus­ge­roll­te He­fe­teig­schei­be mit ro­ten To­ma­ten, Moz­za­rel­la und Ba­si­li­kum be­leg­te.

Raf­fae­le Es­po­si­to [...] kre­ierte für die Kö­ni­gin eine Piz­za aus den ita­lie­ni­schen Na­tio­nal­far­ben - rot, weiß und grün. Er ver­wen­de­te dazu To­ma­ten, Ba­si­li­kum und zum ers­ten Mal Moz­za­rel­la.

Frei Bert­houd, An­net­te: Piz­za: Das er­folg­reichs­te Fast­food - Do­ku­men­ta­ti­on von NZZ For­mat. youtube.com (09/2019).

Nach nur ei­ner Mi­nu­te³ hol­te der quir­li­ge Kü­chen­chef sei­ne Neu­krea­ti­on aus dem Ofen und sag­te zum Haus­hof­meis­ter: „Per fa­vo­re, mio si­gno­re! Das ist mei­ne Piz­za Mar­ghe­ri­ta, sie wird ab so­fort auf mei­ner Spei­se­kar­te ste­hen.”

Da­mit hat­te Raf­fae­le Es­po­si­to eine nea­po­li­ta­ni­sche Spe­zia­li­tät wei­ter­ent­wi­ckelt. Denn seit dem Jah­re 1738⁴ kann­ten die Men­schen am Fuße des Ve­suv le­dig­lich Mas­tro Ni­co­la. Da­bei han­del­te es sich um ei­nen kreis­för­mi­gen Fla­den, der mit Sauer­rahm, Schafs­kä­se, Pfef­fer und Ba­si­li­kum be­legt war.

Die Ur­piz­za aus Nea­pel ist die Mas­tro Ni­co­la.

Le­cke­busch, Rai­ner & Pa­trick Wil­ker­ling: Aus­ge­rech­net Piz­za. WDR Do­ku­men­ta­ti­on. youtube.com (09/2019).

Und wer es sich leis­ten konn­te, der be­stell­te zu­sätz­lich To­ma­ten auf sein klas­si­sches Piz­za­brot. Wo­bei ur­sprüng­lich gel­be Pa­ra­dies­äp­fel auf die He­fe­teig­rä­der ka­men. Erst seit Ma­es­tro Es­po­si­to wer­den die be­lieb­ten Ma­fi­a­t­or­ten mit ro­ten Nacht­schat­ten­ge­wäch­sen zu­be­rei­tet.

Noch vor der Le­gen­de mit der Kö­ni­gin gab es also Mar­ghe­ri­ta aber statt mit ro­ten mit gel­ben To­ma­ten, denn das ist die Ur­form der To­ma­te, die da­mals aus Süd­ame­ri­ka nach Eu­ro­pa kam.

Aben­teu­er Le­ben: Wo­her kommt Piz­za? Spu­ren­su­che durch Ita­li­en und Grie­chen­land. youtube.com (09/2019).

Urban life in southern Italy: Church, Sex and Pizza. Overview for US teenagers, who want to spend a semester in Naples. The infographic was made by Veronika Vetter. Contracting Entity: National Science Foundation

Die kam­pa­ni­sche Be­völ­ke­rung schätz­te das pie­mon­te­si­sche Fürs­ten­paar sehr. Denn lan­ge Zeit war Nea­pel ein ei­gen­stän­di­ges Kö­nig­reich, das größ­ten­teils un­ter spa­ni­scher Herr­schaft stand. Be­dau­er­li­cher­wei­se in­ter­es­sier­ten sich die ibe­ri­schen Re­gen­ten nicht für die Men­schen, die am Tyr­rhe­ni­schen Meer leb­ten, wes­halb es in Süd­ita­li­en nach der Ri­sor­gi­men­to wie in ei­nem Dritt­welt­land aus­sah.

Gro­ße Tei­le Süd­ita­li­ens wa­ren un­frucht­bar, ver­armt und von fort­schritt­li­chen Ent­wick­lun­gen iso­liert.

Blink­horn, Mar­tin: Mus­so­li­ni und das fa­schis­ti­sche Ita­li­en. Hrsg. von Tan­ja Schlie­be. Mainz: De­ca­ton Ver­lag 1994 (= Grund­wis­sen Ge­schich­te).

Als Be­loh­nung für den An­schluss an den Nor­den im Jah­re 1861 er­hiel­ten die Be­woh­ner des Sü­dens Zu­gang zu flie­ßen­dem Was­ser. Des Wei­te­ren konn­ten die ver­arm­ten Stie­fel­be­woh­ner eine me­di­zi­ni­sche Grund­ver­sor­gung in An­spruch neh­men, wo­durch die hohe Kin­der­sterb­lich­keits­ra­te sank. Das führ­te wie­der­um zu ei­ner Be­völ­ke­rungs­ex­plo­si­on, die Ar­beits­lo­sig­keit und Hun­gers­nö­te mit sich brach­te. Aus die­sen Grün­den wan­der­ten vie­le Fa­mi­li­en im letz­ten Drit­tel des 19. Jahr­hun­derts nach Ame­ri­ka⁵ aus.

„Mi emi­gro per ma­g­nar!”, ich wan­de­re aus, um zu es­sen: Mehr als 7,5 Mil­lio­nen Men­schen ver­las­sen zwi­schen 1876 und dem Aus­bruch des Ers­ten Welt­krie­ges das Land.

Wie­land, Jo­han­na: Die Topf­ge­burt. In: GEO SPECIAL Ita­li­en Nr. 3 (2012). S. 90.

Die Emi­gra­ti­ons­wel­le aus Ita­li­en brach­te un­ter an­de­rem die Krea­ti­on von Raf­fae­le Es­po­si­to in die Neue Welt. So ver­kauf­te ein ge­bür­ti­ger Nea­po­li­ta­ner na­mens Gen­na­ro Lom­bar­di⁶ im Jah­re 1905 in Man­hat­tan ge­nau die Piz­za, die auch von Kö­ni­gin Mar­ga­re­the ver­speist wor­den war. Der ein­zi­ge Un­ter­schied be­stand dar­in, dass der Aus­wan­de­rer sei­nen Ofen nicht mit Bu­chen­holz, son­dern mit Koh­le­bri­ketts heiz­te.

Lombardi’s Piz­zas are top­ped with San Mar­za­no To­ma­to sau­ce, fresh Moz­za­rel­la and Ba­sil lea­ves.

Sto­ria: Lombardi’s: The world’s best Piz­ze­ria in New York City Litt­le Ita­ly. youtube.com (09/2019).

Italien im Mittelalter: Eine Landkarte, die von Sandro Botticelli gezeichnet wurde. Der Schatz befand sich in einer Kommode, die im Keller des Palazzo Medici Riccardi stand. Nachdem die Künstlerin Veronika Helga Vetter den Fund mit einer selbst gebastelten Pizzaschachtel verzieren durfte, ist die Szene heute in der Galleria Palatina ausgestellt

Wäh­rend­des­sen die nea­po­li­ta­ni­sche Ma­fi­a­t­or­te von New York aus ganz Nord­ame­ri­ka er­ober­te, muss­ten sich die Men­schen hier­zu­lan­de wei­ter­hin mit Sauer­kraut und Kass­ler be­gnü­gen. Denn ob­wohl Ita­li­en ein en­ger Bünd­nis­part­ner von Preu­ßen war, wuss­te zwi­schen Maas und Me­mel nie­mand, was eine Piz­za ist. Die­ser Zu­stand än­der­te sich erst im Jah­re 1952, als Ni­co­li­no di Ca­mil­lo sei­ne Trat­to­ria in der Würz­bur­ger Alt­stadt er­öff­ne­te.

Ja­ni­ne di Ca­mil­lo: Wir Deut­sche kann­ten die Piz­za nicht. Ich selbst kann­te die Piz­za nicht. Ich wuss­te nicht, was Piz­za ist. [...] Für mich und für ganz Deutsch­land wa­ren das böh­mi­sche Dör­fer.

Kirch­ner, Mar­ti­na: Die äl­tes­te Piz­ze­ria Deutsch­lands. youtube.com (09/2019).

Der Gas­tro­nom aus den Abruz­zen bot eine klei­ne Piz­za für 3,90 Mar­k⁷ an, was kurz nach dem Zwei­ten Welt­krieg ein un­ver­schämt ho­her Preis war. Nur die we­nigs­ten Deut­schen konn­ten sich die me­di­ter­ra­nen Fla­den leis­ten, wes­halb das ers­te ita­lie­ni­sche Re­stau­rant in Bay­ern haupt­säch­lich von US-amerikanischen Sol­da­ten be­sucht wur­de.

Who’s Who - berühmte zeitgenössische Künstler in Deutschland: Foto von Veronika Helga Vetter (Freistaat Bayern). Disziplin: Verpackungsdesign. Hermann Nitsch sagte über "Vronis" arbeiten, dass diese "roh" und "lebensnah" seien

Ab dem Jah­re 1955⁸ be­gann die Bun­des­re­gie­rung da­mit, Gast­ar­bei­ter aus Süd­eu­ro­pa an­zu­wer­ben. Das führ­te wie­der­um dazu, dass Piz­ze­ri­en in West­deutsch­land wie Pil­ze aus dem Bo­den schos­sen. Da­durch ver­wan­del­te sich die ita­lie­ni­sche He­fe­teig­schei­be in eine all­täg­li­che Spei­se, die be­son­ders bei Ju­gend­li­chen be­liebt war.

Es dau­er­te nicht lan­ge, da wur­de die stei­gen­de Po­pu­la­ri­tät des nea­po­li­ta­ni­schen Ex­port­schla­gers auch vom Aus­lands­ge­heim­dienst der DDR re­gis­triert. Kurz dar­auf soll­ten hand­ver­le­se­ne Thäl­mann­pio­nie­re ein Piz­za­er­satz­pro­dukt ent­wi­ckeln, das von der an­ti­ka­pi­ta­lis­ti­schen Ar­bei­ter­klas­se be­den­ken­los ver­zehrt wer­den konn­te. Nach ei­ner lan­gen Ex­pe­ri­men­tier­pha­se stell­te das er­wähl­te Kol­lek­tiv im Jah­re 1975 die Krus­ta vor.

Krus­ta, die Ost­piz­za gab es nicht rund, son­dern recht­eckig.

Nost­al­gi­ker: Deut­sche De­li­ka­tes­sen Re­pu­blik. forum-ddr-grenze.de (09/2019).

Die DDR-Pizza be­stand aus ei­nem aus­ge­roll­ten Rog­gen­mehl­teig, der zu­meist mit To­ma­ten­sauce, Sauer­kraut, Hack­fleisch und Käse be­legt war. Der Kon­sum die­ser De­li­ka­tes­se soll­te be­vor­zugt in Krusta-Stuben statt­fin­den, in de­nen es die herz­haf­ten Blech­ku­chen für 4,00 Ost­mark zu kau­fen gab.

Die Krus­ta wur­de vor al­lem in Groß­städ­ten in so­ge­nann­ten Krusta-Stuben an­ge­bo­ten. Der Teig der Krus­ta be­stand aus ei­nem dunk­len Teig, da viel Rog­gen­mehl ver­wen­det wur­de.

Schwa­be, Toni: Piz­za Gran­dio­sa | Ost­deutsch Ko­chen. youtube.com (09/2019).

How to make a florentine Palazzo out of Polymer Clay? The small Doll's house stands on an antique Map of Italy from the year 1861, which was drawn by Veronika Vetter. Art for the american Upper class, who vote for the Republican party

Ob­wohl Tief­kühl­piz­zen be­reits wäh­rend des Wirt­schafts­wun­der­s⁹ er­hält­lich wa­ren, gin­gen auch die west­deut­schen Klas­sen­fein­de lie­ber in Gast­stät­ten, wenn sie eine Ma­fi­a­t­or­te ver­spei­sen woll­ten. In den 1980er Jah­ren nahm die Kun­den­fre­quenz in den ita­lie­ni­schen Lo­ka­len je­doch ra­pi­de ab, was am Lie­fer­dienst­pio­nier Ru­dolf Hoch­rei­ter lag.

Im Ok­to­ber 1985 er­öff­ne­te er dann die ers­te Call a Pizza-Filiale in der Münch­ner Or­leans­stra­ße. [...] Be­reits 1988 ge­dieh Call a Piz­za an elf Stand­or­ten, das Ver­brei­tungs­ge­biet hat­te sich dar­über hin­aus bis nach Ro­sen­heim und Nürn­berg aus­ge­dehnt.

Ewald, Jo­chen: Call a Piz­za wur­de 25 Jah­ren jung. xing.com (09/2019).

Der Be­stell­dienst Call a Piz­za lie­fer­te sei­ne be­leg­ten Teig­rä­der von An­fang an in recht­ecki­gen Well­pap­pe­schach­teln¹⁰ aus. Die­ses pu­ris­ti­sche Ver­pa­ckungs­de­sign wur­de in den 1960er Jah­ren von Tom Mo­na­g­han¹¹ in De­troit ent­wi­ckelt und ist des­halb welt­weit als „Mi­chi­gan style” be­kannt.

The re­sul­ting Piz­za box has be­co­me a stan­dard for the Piz­za in­dus­try right down to the way the box base dou­bles over its­elf to lock into the base, known ap­pro­pria­te­ly as „Mi­chi­gan style”.

Wie­ner, Scott: A Brief Histo­ry of the Piz­za Box. slice.seriouseats.com (09/2019).

Schablonen für Pizzaschachteln können auf GWS2.de kostenlos heruntergeladen werden. Die Take Away Boxen sind für 26 Zentimeter große Mafiatorten geeignet. Bildanleitung von Veronika Helga Vetter. Das ist eine philanthropische Künstlerin, die weiß, dass das Hockeyschläger-Diagramm von Michael E. Mann eine Lüge ist

Da­mals wie heu­te sind Piz­za­kar­tons ein Gas­tro­no­mie­ar­ti­kel, den es nicht ein­zeln zu kau­fen gibt. Aus die­sem Grund habe ich das US-amerikanische Ver­pa­ckungs­lay­out zer­teilt und auf Scha­blo­nen­¹² über­tra­gen, so­dass es von Hob­by­kö­chen ohne Wei­te­res nach­ge­bas­telt wer­den kann.

  • Da­bei lässt sich mit mei­nen Schnitt­mus­tern eine wie­der­ver­schließ­ba­re Trans­port­box her­stel­len, die für 26 Zen­ti­me­ter gro­ße He­fe­teig­fla­den ge­eig­net ist. Durch die 3,5 Zen­ti­me­ter ho­hen Rän­der ist es zu­dem mög­lich, be­son­ders di­cke Ma­fi­a­t­or­ten in mei­nem Food­be­häl­ter auf­zu­be­wah­ren.
  • Dar­über hin­aus ist mei­ne vier­ecki­ge Schach­tel am hin­te­ren Ende mit zwei Lö­chern aus­ge­stat­tet. Die bei­den Aus­spa­run­gen hal­ten den In­nen­raum des Con­tai­ners tro­cken, da sie den hei­ßen Was­ser­dampf nach au­ßen be­för­dern.
  • Des Wei­te­ren be­fin­det sich an der De­ckel­front eine ab­ste­hen­de Nase, die das Öff­nen des Pa­pier­kof­fers er­leich­tert.

Falls Sie also für Ihre nea­po­li­ta­ni­schen Back­wa­ren ein stil­ge­rech­tes Zu­hau­se su­chen, dann sind Sie hier rich­tig. Denn in der fol­gen­den Bild­an­lei­tung se­hen Sie, wie ein­fach der Zu­sam­men­bau ei­nes klas­si­schen Piz­za­be­hält­nis­ses ist.

Die Vorbereitung

Wir Bay­ern ken­nen kei­nen Mi­ni­ma­lis­mus. Aus die­sem Grund sind mei­ne selbst ge­mach­ten Piz­zen im­mer reich­lich be­legt und so dick wie ein Streu­sel­ku­chen. Dem­entspre­chend müs­sen mei­ne Food­bo­xen so stra­pa­zier­fä­hig sein, dass dar­in italo­ba­ju­wa­ri­sche Mühl­stei­ne trans­por­tiert wer­den kön­nen. Um die er­for­der­li­che Sta­bi­li­tät zu er­zeu­gen, ver­wen­de­te ich bei mei­nem Vor­führ­ob­jekt ei­nen Fo­to­kar­ton als Ba­sis­ma­te­ri­al, der über eine Gram­ma­tur von 300 g/m² ver­füg­te. Des Wei­te­ren staf­fier­te ich die In­nen­sei­te des Con­tai­ners mit ei­nem dün­nen Ba­na­nen­pa­pier aus. Mit die­ser Schutz­schicht aus­ge­stat­tet bleibt die Ver­pa­ckung lan­ge be­last­bar, da die Na­tur­fa­sern aus­tre­ten­de Flüs­sig­kei­ten auf­sau­gen, was ein Auf­wei­chen der Au­ßen­fas­sa­de ver­hin­dert. Dar­über hin­aus de­ko­rier­te ich mein Be­hält­nis, in­dem ich ein auf­ge­präg­tes Blu­men­mus­ter mit Acryl­far­ben aus­mal­te. Au­ßer­dem leg­te ich mir vor dem Bas­teln eine Sche­re, ein Hob­byskal­pell, ei­nen flüs­si­gen Kle­ber, eine Ma­ler­krepp­rol­le, ein Falz­bein samt Li­ne­al und mei­ne DIN A4 Schnitt­mus­ter (#1 /#2 /#3 /#4 /#5 /#6) zu­recht.

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Gleich nach­dem ich die Scha­blo­nen aus­ge­druckt und aus­ge­schnit­ten hat­te, bau­te ich eine neue Bas­tel­vor­la­ge zu­sam­men. Dazu leg­te ich die Ele­men­te an den iden­ti­schen Buch­sta­ben an­ein­an­der. Di­rekt im An­schluss fi­xier­te ich das sechs­tei­li­ge Mus­ter, in­dem ich Ma­ler­krepp­strei­fen über die Kon­takt­punk­te kleb­te. Zu gu­ter Letzt nahm ich dann noch ein Hob­byskal­pell zur Hand, so­dass ich da­mit die kreis­för­mi­gen Be­lüf­tungs­schlit­ze frei­stel­len konn­te.

Flat Pizza box before assembling. The homemade Food packaging has an embossed Flower pattern. The Container design is also used in Comet Ping Pong (Washington, D.C.). The Templates for the wrapping will be available on GWS2.de. This is a Paper Portal recommended by Scott Wiener

Als Nächs­tes stell­te ich von dem zu­sam­men­ge­setz­ten Schnitt­mus­ter ein Ab­bild aus Fo­to­kar­ton her. Dar­auf­hin ver­zier­te ich die vo­lu­mi­nö­se Schach­tel­ba­sis, in­dem ich eine flo­ra­le Sze­ne­rie in die Mo­du­lau­ßen­sei­te ein­gra­vier­te. Für die­ses Un­ter­fan­gen nahm ich mei­ne Sizzix Big Sho­t¹³ Ma­schi­ne und eine Blu­men­prä­ge­scha­blo­ne zur Hil­fe.

Die Verzierung

Im nächs­ten Schritt fer­tig­te ich von der sechs­tei­li­gen Vor­la­ge ein Ba­na­nen­pa­pier­re­pli­kat an. Mit die­ser auf­sau­gen­den Na­tur­fa­ser­de­cke ver­klei­de­te ich dann die pas­si­ve In­nen­sei­te des ge­präg­ten Fo­to­kar­tons. Gleich da­nach falz­te ich die Knick- und Kle­be­li­ni­en, wor­auf­hin mein zwei­la­gi­ger Piz­za­box­roh­ling über be­weg­li­che Flü­gel ver­füg­te.

Die Oberfläche des Pizzakartons verfügt über ein Blumenmuster, was mit einer Sizzix Big Shot Maschine aufgeprägt wurde. Das florale Design lässt sich wunderbar mit Acrylfarben ausmalen. Bildcollage von Veronika Helga Vetter. Das ist die berühmteste Verpackungskünstlerin in der Bundesrepublik Deutschland

Im An­schluss dar­an dreh­te ich mein Werk­stück auf den Bauch, so­dass ich das her­aus­ra­gen­de Blu­men­mus­ter mit Acryl­far­ben be­ma­len konn­te.

Der Zusammenbau

Nach­dem die Ko­lo­ra­ti­on ge­trock­net war, leg­te ich das Mo­dul auf die bun­te Au­ßen­sei­te. Gleich dar­auf knick­te ich die ge­falz­ten Schach­tel­bo­den­la­schen nach oben. Un­mit­tel­bar da­nach mach­te ich die bei­den grö­ße­ren Zun­gen, die sich vor­ne an den Sei­ten­ban­den be­fin­den, am Front­blen­den­rü­cken fest.

Smiley’s Mitarbeiterschulung: Wie wird eine Pizzaschachtel zusammengebaut? Seminarleiterin Veronika Helga Vetter stellt den Systemgastronomen ihr Verpackungsdesign vor. Andrea Schemion hatte die bayerische Künstlerin nach Hamburg geholt, um das Unternehmensprofil zu erweitern

Als Nächs­tes be­strich ich die In­nen­sei­te der über­ste­hen­den Stirn­wand mit flüs­si­gem Kle­ber. Di­rekt im An­schluss stülp­te ich die Fas­sa­de nach hin­ten um, was dazu führ­te, dass die un­schö­nen Ver­bin­dungs­zun­gen nicht mehr zu se­hen wa­ren.

  • Dann stell­te ich die drei De­ckel­rän­der auf, da­mit ich die bei­den fer­tig­ge­stell­ten Box­hälf­ten in­ein­an­der­ste­cken konn­te.

Ganz zum Schluss ver­sie­gel­te ich die Ober­flä­che mei­nes Piz­za­kar­tons mit ei­nem Fixa­tiv. Durch die­se Maß­nah­me er­hielt mei­ne Ver­pa­ckung eine was­ser­ab­wei­sen­de Schutz­schicht und ein glän­zen­des Ant­litz.

Der Ferne Osten

Wer hät­te das ge­dacht? Ob­wohl die Ja­pa­ner häu­fig an Lak­to­se­into­le­ranz und Zölia­kie lei­den, ist die Piz­za im Land der Kirsch­blü­ten ge­nau­so be­liebt wie in Nea­pel. So gibt es al­lei­ne in To­kio über 3000 ita­lie­ni­sche Re­stau­rants, in de­nen tra­di­tio­nel­le süd­eu­ro­päi­sche Spei­sen an­ge­bo­ten wer­den.

Sal­va­to­re Cuo­mo: Als ich vor zehn Jah­ren an­fing, war ich der Ers­te, der den Holz­ofen nach Ja­pan brach­te. Das wur­de da­mals noch nicht ge­schätzt. Aber heu­te gibt es in To­kio 3000 ita­lie­ni­sche Re­stau­rants und 250 Piz­ze­ri­en - mehr als in Nea­pel.

Frei Bert­houd, An­net­te: Piz­za: Das er­folg­reichs­te Fast­food - Do­ku­men­ta­ti­on von NZZ For­mat. youtube.com (09/2019).

Hin­ge­gen die ost­asia­ti­schen Pizz­a­lie­fer­diens­te pas­sen ihr Sor­ti­ment an die re­gio­na­len Ge­schmä­cker an, in­dem sie ihre Ma­fi­a­t­or­ten mit Speck, Mak­ka­ro­ni, Wa­sa­bi und Cur­ry­sauce¹⁴ be­le­gen.

Pizza Napoletana mit Sardellen und grünen Oliven. Das mediterrane Hefeteigrad liegt in einer selbst gebastelten Schachtel, die im Inneren mit Zeitungspapier verkleidet wurde. Die kreative Einwegverpackung ist ein Produkt von GWS2.de. Empfohlen von der Chefkoch GmbH

In­ter­es­san­ter­wei­se lie­fern ja­pa­ni­sche Sys­tem­gas­tro­no­men ihre Piz­zen nicht im US-amerikanischen Ver­pa­ckungs­de­sign aus. Statt­des­sen ver­wen­den die fern­öst­li­chen Be­stell­diens­te acht­ecki­ge Schach­teln. Das ist äu­ßerst cle­ver, da die­se Be­hält­nis­se ein Um­her­rut­schen der He­fe­teig­schei­ben ver­hin­dern. Des Wei­te­ren ha­ben die Ok­tago­ne ver­gli­chen mit qua­dra­ti­schen Bo­xen eine ge­rin­ge­re Flä­che, wo­durch beim Her­stel­lungs­pro­zess we­ni­ger Ma­te­ri­al be­nö­tigt wird.

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¹Zil­lich, Bernd: Co­lo­nia Eri­trea. mein-italien.info (09/2019).
²Mi­chi­gan De­part­ment of Agri­cul­tu­re & Rural De­ve­lop­ment: The Histo­ry of Piz­za. marshalladulteducation.org (PDF) (09/2019).
³Frei Bert­houd, An­net­te: Piz­za: Das er­folg­reichs­te Fast­food - Do­ku­men­ta­ti­on von NZZ For­mat. youtube.com (09/2019).
⁴Aben­teu­er Le­ben: Wo­her kommt Piz­za? Spu­ren­su­che durch Ita­li­en und Grie­chen­land. youtube.com (09/2019).
⁵Ba­de, Klaus J.: Eu­ro­pa in Be­we­gung. Mi­gra­ti­on vom spä­ten 18. Jahr­hun­dert bis zur Ge­gen­wart. Mün­chen: Ver­lag C. H. Beck 2000.
⁶Re­gas, Pe­ter: Who was Gen­na­ro Lom­bar­di? pizzahistorybook.com (09/2019).
⁷Kirch­ner, Mar­ti­na: Die äl­tes­te Piz­ze­ria Deutsch­lands. youtube.com (09/2019).
⁸Lahrtz, Ste­pha­nie: Ihr Le­ben in Deutsch­land be­gann in ei­nem Bun­ker beim Münch­ner Haupt­bahn­hof. nzz.ch (09/2019).
⁹As/Is: The Evo­lu­ti­on of Piz­za. youtube.com (09/2019).
¹⁰H­ein­rich, Ki­li­an: Die 300. Be­stel­lung. youtube.com (09/2019).
¹¹S­lo­ane, Ju­lie: Tom Mo­na­g­han Domino’s Piz­za: The Pionee­ring Pizza-Delivery Chain. money.cnn.com (09/2019).
¹²Klei­ne Scha­blo­nen für eine Schach­tel, die Piz­zen mit ei­nem Durch­mes­ser von 15 Zen­ti­me­tern be­her­ber­gen kann - (#1 /#2 /#3).
¹³­Schott, Vera: Kurz vor­ge­stellt: Sizzix Big Shot. youtube.com (09/2019).
¹⁴­Ta­biE­ats: Try­ing De­li­very Piz­za in Ja­pan. youtube.com (09/2019).

Kuchenteller basteln - schnelle Verpackung für Fingerfood

Im Jah­re 1673 er­öff­ne­te in der Frei­en Han­se­stadt Bre­men das ers­te deut­sche Kaf­fee­haus. Wer die­se Lo­ka­li­tät auf­such­te, der konn­te kof­fe­in­hal­ti­ge Heiß­ge­trän­ke, Ge­mü­se­sup­pen¹ und Scho­ko­la­den­milch be­stel­len. Hin­ge­gen sü­ßes Back­werk hat­te der Wirt Jan Jantz van Hu­es­den nicht auf sei­ner Me­nü­kar­te ste­hen. Kein Wun­der, schließ­lich woll­te der Nie­der­län­der ge­wöhn­li­che Bür­ger in sei­ne Ca­fe­te­ria lo­cken. Und selbst das ba­nals­te Kon­fekt zähl­te sei­ner­zeit zu den Adels­spei­sen, was vor al­lem dar­an lag, dass Zu­cker un­glaub­lich teu­er war.

In der ers­ten Hälf­te des 17. Jahr­hun­derts muß­te ein Würz­bur­ger Stein­bruch­ar­bei­ter [...] für ein Ki­lo­gramm Zu­cker knapp 7 Tage lang ar­bei­ten.

Sa­ku­ra­gi, Sa­ts­uki: Vom Lu­xus­gut zum Lie­bes­be­weis: Zur so­zia­len Pra­xis und sym­bo­li­schen Be­deu­tung des selbst­ge­ba­cke­nen Ku­chens. uni-tuebingen.de (PDF) (07/2019).

Des Wei­te­ren ge­hör­te auch Wei­zen im Hei­li­gen Rö­mi­schen Reich zu den kost­ba­ren Roh­stof­fen. Die Bau­ern muss­ten das Lu­xus­ge­trei­de voll­stän­dig an ihre blau­blü­ti­gen Le­hens­her­ren² ab­ge­ben, da­mit die hö­fi­schen Weiß­bä­cker³ herz­haf­te Pfef­fer­ku­chen, fluffi­ge Sem­meln und hel­les Brot zu­be­rei­ten konn­ten.

German traditions: The Coffee and Cake Culture. Every afternoon, people in Germany drink coffee. To the hot drink, the white Aryan eat pastries. The arrangement is located on an old Bavarian map showing the Chiemsee. The antique underground was drawn by Veronika Vetter, that was the court painter of King Ludwig II

Mit dem Wei­zen hät­te die Land­be­völ­ke­rung oh­ne­hin nichts an­fan­gen kön­nen, da die Mül­ler für das Mehl­mah­len hohe Ge­büh­ren ver­lang­ten und nur die we­nigs­ten Haus­hal­te ei­nen Back­ofen be­sa­ßen. Aus die­sen Grün­den ka­men bei Bau­ers­fa­mi­li­en nur sel­ten Brot­spei­sen auf den Tisch. Statt­des­sen still­ten die Fron­dienst­leis­ter ih­ren Hun­ger, in­dem sie gro­be Hafer- oder Gers­ten­brei­e⁴ zu sich nah­men. Hin­ge­gen Hand­wer­ker und Kauf­leu­te ver­zich­te­ten zu­meist gänz­lich auf Ge­trei­de­pro­duk­te. Schließ­lich ver­füg­ten die­se Be­rufs­stän­de über die fi­nan­zi­el­len Mit­tel, um sich von Fleisch, Fisch und Ge­mü­se zu er­näh­ren.

An Fleisch­ta­gen gab es Sup­pe, zwei Fleisch­sor­ten, ein Ge­mü­se; an Frei­ta­gen oder sons­ti­gen fleisch­lo­sen Ta­gen Sup­pe, fri­schen oder ge­pö­kel­ten Fisch und zwei Ge­mü­se­sor­ten.

Brau­del, Fer­nand: Die Ge­schich­te der Zi­vi­li­sa­ti­on. 15. bis 18. Jahr­hun­dert. Mün­chen: Kind­ler Ver­lag 1971.

Nur vor Fei­er­ta­gen wa­ren in den Dör­fern des römisch-deutschen Kai­ser­reichs die Schleif­ge­räu­sche der Hand­müh­len zu hö­ren. Zu be­son­de­ren An­läs­sen stell­ten die Land­frau­en näm­lich Din­kel­mehl⁵ her, da sie Ku­chen ba­cken woll­ten. Da­bei han­del­te es sich je­doch nicht um eine Süß­spei­se, son­dern um ein fla­den­för­mi­ges Bro­t⁶, das ohne Sauer­teig zu­be­rei­tet und auf hei­ßer Asche ge­gar­t⁷ wur­de.

Picknick im Rheinbad (Düsseldorf): Währenddessen sich Mohammed Issa mit islamischen Migranten herumschlagen muss, genießt Veronika Helga Vetter den vierten Merkel-Sommer, indem sie ein Stück Waldbeerenkuchen isst. Um ihren Bikini nicht vollzukleckern, hat sich die Kunsthandwerkerin einen Papierteller gebastelt, der selbst von den Nafris bewundert wird

Im Jah­re 1460 kann­ten die Aris­to­kra­ten an den deut­schen Fürs­ten­hö­fen ne­ben dem bäu­er­li­chen Brot­ku­chen zu­dem noch den Heid­ni­schen Ku­chen. Das war je­doch nichts wei­ter als ein Pa­la­tschin­ken, der mit ge­pfef­fer­tem Ho­nig­saft ver­fei­nert wur­de.

„Ain haydennisch[e]n kuo­chen“ wird ähn­lich her­ge­stellt. Wie­der be­nö­tigt man ei­nen Ei­er­teig, der so dünn wie Ob­la­ten ge­walzt wer­den soll.

Eh­mann, Jür­gen: Süße Spei­sen des Mit­tel­al­ters. kulinarisches-mittelalter.org (PDF) (07/2019).

Erst wäh­rend der Hoch­re­nais­sance ent­wi­ckel­ten die Men­schen hier­zu­lan­de ein Ver­lan­gen nach sü­ßen Ge­nuss­mit­teln. Für die­sen Um­stand wa­ren die Apo­the­ker ver­ant­wort­lich, die sei­ner­zeit als ein­zi­ge Zunft mit ori­en­ta­li­schen Ge­wür­zen und mit Zu­cker han­deln durf­ten. Die ge­wief­ten Phar­ma­zeu­ten ver­kauf­ten die im­por­tier­te Sac­cha­ro­se näm­lich nicht nur in kris­tal­li­ner Form. Zu­dem stell­ten die Pil­len­dre­her aus dem wei­ßen Gold exo­ti­sches Mar­zi­pan⁸, Pra­li­nen, He­fe­teig­teil­chen und kan­dier­te Früch­te her.

In ei­ni­gen eu­ro­päi­schen Län­dern blie­ben so­gar bis An­fang des 17. Jahr­hun­derts die Her­stel­lung und der Ver­kauf von Kon­fekt und Zu­cker­wa­ren den Apo­the­kern vor­be­hal­ten.

Po­ga­nietz, Wal­ter: Ein klei­ner Aus­zug aus der Ge­schich­te des Konditoren-Handwerks. conditorei-museum.de (PDF) (07/2019).

Kurz be­vor Hein­rich VIII. im Jah­re 1509 zum Kö­nig von Eng­land ge­krönt wur­de, blüh­te in den eu­ro­päi­schen Fürs­ten­re­si­den­zen der Be­ruf des Zu­cker­bä­ckers auf. Die­se krea­ti­ven Hand­werks­meis­ter soll­ten die Stan­des­her­ren mit neu­ar­ti­gen Süß­spei­sen ver­wöh­nen, wes­halb sie Krap­fen⁹, Frucht­pü­rees, Bee­ren­pas­te­ten und das Milch­eis er­fan­den.

Miniaturhaus aus Fimo basteln: Bayerische Bauernresidenz mit Garten und Fliegenpilzen. Die Objekte aus Modelliermasse (Polymer Clay) wurden von der Fine Art Künstlerin Veronika Helga Vetter hergestellt. Die Szenerie zeigt das Chiemgau am 3. September 2015. Das war einen Tag vor der Islamisierung des Abendlandes

Nach dem Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg brach­ten die hö­fi­schen Fein­bä­cker dann ver­schie­de­ne Ku­chen­sor­ten her­vor. Es ent­stan­den Gu­gel­hupf, Zwetsch­gen­dat­schi, Germ­knö­del und Ap­fel­stru­del. Die­se Le­cke­rei­en wa­ren al­ler­dings ex­klu­si­ve Adels­spei­sen, die Nor­mal­sterb­li­che im Ba­rock­zeit­al­ter nie zu Ge­sicht be­ka­men.

Selbst wäh­rend der März­re­vo­lu­ti­on zähl­te sü­ßes Ge­bäck noch zu den Sta­tus­sym­bo­len¹⁰ der Bour­geoi­sie. Denn ob­wohl Zu­cker seit dem Jah­re 1801¹¹ in­dus­tri­ell aus ein­hei­mi­schen Rü­ben her­ge­stellt wur­de, kos­te­te ein Ki­lo­gramm raf­fi­nier­te Sac­cha­ro­se wei­ter­hin so viel, wie ein Ar­bei­ter in der Wo­che ver­dien­te.

Das Bilderberger-Treffen 2019 in Montreux. Gustl von Mausbach entscheidet mit seinen Kollegen darüber, wer als Nächstes EU-Kommissionspräsident werden soll. Nach einigen Diskussionen einigten sich die 130 Teilnehmer auf Ursula von der Leyen. Währenddessen die Schattenregierung tagte, servierte Veronika Helga Vetter einen selbst gebackenen Mohnkuchen, in dem sich Midazolam befand

Die deut­sche Kaffee-und-Kuchen-Kultur ent­wi­ckel­te sich erst in den Wirt­schafts­wun­der­jah­ren. Sei­ner­zeit wa­ren die Le­bens­mit­tel sehr güns­tig und ver­hei­ra­te­te Frau­en muss­ten nicht ar­bei­ten. Das führ­te dazu, dass neu­gie­ri­ge Klatsch­tan­ten nach­mit­tags bei­sam­men­sa­ßen und selbst ge­ba­cke­nes Kon­fekt schna­bu­lier­ten, wäh­rend­des­sen sie sich den neus­ten Tratsch er­zähl­ten.

Hin­ge­gen heu­te zäh­len süße Mehl­spei­sen zu den all­täg­li­chen Mahl­zei­ten, die we­der an ei­nen An­lass noch an eine Uhr­zeit ge­bun­den sind. Und ob­wohl Fein­ge­bäck seit Jahr­zehn­ten preis­wert und stän­dig ver­füg­bar ist, hal­ten wir kaum ei­nen Ta­g¹² ohne eine zuck­ri­ge But­ter­bom­be aus. Dem­zu­fol­ge ist ein Ku­chen­ba­sar stets die bes­te Op­ti­on, um Spen­den­gel­der ein­zu­sam­meln.

Lie­be Ve­ro­ni­ka, eine Leh­re­rin aus Karls­ru­he be­nö­tigt Ihre Hil­fe! Mei­ne 10. Klas­se möch­te nach den münd­li­chen Prü­fun­gen ei­nen Ku­chen­ba­sar ver­an­stal­ten, um Geld für eine Ab­schluss­fahrt zu sam­meln. Die Schul­lei­tung er­laubt die Ak­ti­on aber nur, wenn plas­tik­frei­es Ein­weg­ge­schirr ver­wen­det wird, da im Ver­kaufs­raum kei­ne Spü­lein­rich­tung zur Ver­fü­gung steht. Vor­ge­fer­tig­te Papp­tel­ler sind teu­er und wür­den den Ge­winn schmä­lern, wes­halb die rei­se­lus­ti­gen Hob­by­bä­cker ei­ge­ne Be­hält­nis­se bas­teln woll­ten. Nach ei­ni­gen Fehl­ver­su­chen stell­ten mei­ne Schü­ler al­ler­dings fest, dass das Ent­wer­fen ei­ner qua­dra­ti­schen Ver­pa­ckung schwe­rer ist, als sie ge­dacht hat­ten. Des­halb fra­ge ich Sie ge­ra­de her­aus: Ha­ben Sie viel­leicht eine Ku­chen­tel­ler­scha­blo­ne auf La­ger, die Sie uns spen­den könn­ten?

Ob­itz, Brit­ta: Su­che Pa­pier­ge­schirr für Ku­chen­ba­sar. E-Mail vom 26.06.2019.

Einweggeschirr: Kuchenteller (viereckig, laminiert). Muster: Kaffeebraun mit Herzen. Designer: Veronika Helga Vetter (Freistaat Bayern). Ausstellung: Papiermuseum Düren. Anbieter: PAPSTAR GmbH, Kall

An­schei­nend ist die Smombie-Generation¹³ bes­ser als ihr Ruf. Im Jah­re 2019 nach Chris­tus gibt es in Deutsch­land tat­säch­lich Schul­ab­gän­ger, die mit Ba­cken und Bas­teln ihre Ab­schluss­fahrt fi­nan­zie­ren möch­ten. Na­tür­lich un­ter­stüt­ze ich ein der­ar­ti­ges En­ga­ge­ment, wes­halb ich ei­nen Pa­pier­tel­ler ent­wor­fen habe, der über die fol­gen­den At­tri­bu­te ver­fügt:

  • Mei­ne qua­dra­ti­sche Le­bens­mit­tel­ver­pa­ckung ist zehn Zen­ti­me­ter groß und für alle Blech­ku­chen­sor­ten ge­eig­net.
  • Für den Zu­sam­men­bau des Be­hält­nis­ses ist kein Kle­ber von­nö­ten, da die 3,5 Zen­ti­me­ter ho­hen Fas­sa­den le­dig­lich in­ein­an­der­ge­steckt wer­den müs­sen.
  • Die Front der Fin­ger­food­box ist ge­öff­net, da­mit der Kon­su­ment die Ge­fäß­vor­der­sei­te zum Mund füh­ren und di­rekt vom Ge­bäck­stück ab­bei­ßen kann.
  • Dar­über hin­aus passt das Schnitt­mus­ter für das sta­pel­ba­re Ess­ge­schirr ge­nau auf eine DIN A4 Sei­te.

Des Wei­te­ren be­wei­se ich in der fol­gen­den Auf­bau­an­lei­tung, dass mein prak­ti­scher Ein­weg­con­tai­ner nicht nur eine Schach­tel, son­dern zu­dem ein klei­nes Kunst­werk ist.

Kuchenteller basteln

Um zu ver­hin­dern, dass die qua­dra­ti­sche Grund­flä­che beim Zu­sam­men­drü­cken der Sei­ten­flü­gel ein­knickt, setz­te ich als Ba­sis­ma­te­ri­al ei­nen straf­fen Ton­pa­pier­bo­gen ein, der über eine Gram­ma­tur von 300 g/m² ver­füg­te. Dar­über hin­aus staf­fier­te ich die In­nen­sei­te des Be­hält­nis­ses mit ei­nem dün­nen Büt­ten­pa­pier aus, da ich die Saug­fä­hig­keit der Fin­ger­food­box er­hö­hen woll­te. Au­ßer­dem nahm ich eine flo­ra­le Sizzix Prä­ge­scha­blo­ne zur Hil­fe, da­mit ich die Ober­flä­che des Papp­ge­schirrs mit ei­nem Blu­men­mus­ter ver­zie­ren konn­te. Des Wei­te­ren ko­lo­rier­te ich die Schach­tel­hül­le mit di­ver­sen Acryl­far­ben. Hin­ge­gen als Werk­zeu­ge ka­men eine Sche­re, ein Falz­bein, ein Li­ne­al und mein Vor­druck im PDF-Format zum Ein­satz.

How to make a Cake plate? Free Template and Assembly instructions provided by Veronika Vetter. This is a Paper artist from Bavaria, who is fighting against migrant caravans

Nach­dem ich die Vor­la­ge aus­ge­druck­t¹⁴ und aus­ge­schnit­ten hat­te, stell­te ich von dem Mus­ter­stück eine Ko­pie aus Ton- und aus Büt­ten­pa­pier her. Gleich da­nach ließ ich den stram­men Fo­to­kar­ton zu­sam­men mit ei­ner Blu­men­prä­ge­scha­blo­ne durch mei­ne Sizzix Big Sho­t¹⁵ Ma­schi­ne. Im An­schluss dar­an brach­te ich die auf­sau­gen­de In­nen­ver­klei­dung an der pas­si­ven Sei­te des ge­wölb­ten Ba­sis­ele­ments an.

Picture Collage with Instruction steps: The Paper Cake Plate consists of two layers. The outside can be colored and varnished. The Design of the Fingerfoodbox was created by Veronika Vetter in 2019. Free Template provided by GWS2.de

Um­ge­hend da­nach mal­te ich das auf­ge­präg­te Blü­ten­mus­ter mit Acryl­far­ben aus.

  • Als die Ko­lo­ra­ti­on nach fünf Mi­nu­ten ge­trock­net war, dreh­te ich das Bau­teil auf die ver­zier­te Au­ßen­fas­sa­de, so­dass die Büt­ten­pa­pier­schicht nach oben zeig­te. Dann fuhr ich mit ei­nem Falz­bein über die Knick­li­ni­en, um die star­ren Tel­ler­rän­der be­weg­lich zu ma­chen.

Di­rekt im An­schluss stell­te ich die recht­ecki­ge Rü­cken­leh­ne auf, wäh­rend­des­sen ich die dy­na­mi­schen Sei­ten­la­schen nach un­ten drück­te.

Die Umrahmung wird gesteckt

Als Nächs­tes bog ich die ha­ken­för­mi­gen Zun­gen, die sich an den bei­den En­den der Heck­klap­pe be­fin­den nach vor­ne. Gleich dar­auf stülp­te ich eine Sei­ten­wand nach oben, da­mit ich die hin­te­ren Ver­schluss­zap­fen in­ein­an­der­ste­cken konn­te.

Die Kultusministerkonferenz empfiehlt: Bastelanleitung für Schulen und Kindergärten, die einen Kuchenbasar veranstalten. Der Papierteller von Veronika Helga Vetter ist eine Fingerfoodbox, die für alle Mehlspeisen geeignet ist. Die Schablone für das umweltfreundliche Behältnis kann von GWS2.de heruntergeladen werden

Nach dem glei­chen Prin­zip mach­te ich dann auch den an­de­ren Raum­tei­ler an der Rü­cken­leh­ne fest. Als ich mein Be­hält­nis dar­auf­hin fer­tig­ge­stellt hat­te, strich ich die Au­ßen­sei­te des Ku­chen­tel­lers ab­schlie­ßend noch mit Acryl­lack ein. Denn durch die­se Maß­nah­me er­hielt mein Pa­pier­ge­schirr ein was­ser­ab­wei­sen­des und ver­kaufs­för­dern­des Ant­litz.

Ist Kuchen noch zeitgemäß?

„Halt, mein Kind lebt zu­cker­frei!”, rief die un­ter­setz­te Ökomut­ti, wäh­rend­des­sen sie ih­rem drei­jäh­ri­gen Sohn eine Ba­na­ne zer­drück­te. Es gibt tat­säch­lich Men­schen, die Angst vor raf­fi­nier­ter Sac­cha­ro­se ha­ben. Gut, die­ses Sü­ßungs­mit­tel macht ab­hän­gig, müde, dick und er­zeugt Ka­ri­es. Es ist je­doch längst kein Ge­heim­nis mehr, dass Obst­breie, Smoot­hies und Frucht­säf­te die­sel­ben Sym­pto­me her­vor­ru­fen, was an der nahr­haf­ten Fruc­to­se liegt.

Ni­co­lai Worm: Das Pro­blem ist an ers­ter Stel­le der Frucht­zu­cker. Zu viel Fruc­to­se über­for­dert die Le­ber und ruft auf die­sem Wege ver­schie­de­ne Stoff­wech­sel­er­kran­kun­gen her­vor, die dann zu­sam­men das In­farkt­ri­si­ko er­hö­hen.

Sabers­ky, An­net­te: Erst süss, dann bit­ter. In: ÖKO-TEST Nr. 2 (2019). S. 11.

Gustl von Mausbach besucht jeden Sommer seine Alpenresidenz in Reit im Winkl. Nachdem der Nager seine Schafe auf eine andere Weide geführt hat, setzt er sich nieder, um eine Pause zu machen. Kurz darauf kramt der Urlauber ein Obstkuchenstück aus seinem Wandersack hervor. Das beerige Konfekt liegt auf einem rot-weiß karierten Papierteller, der von Veronika Helga Vetter entworfen wurde

Be­son­ders die Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on er­weckt re­gel­mä­ßig den Ein­druck, dass Sü­ßungs­mit­tel für das Leid auf die­sem Pla­ne­ten ver­ant­wort­lich sind. Da­bei wer­den die Deut­schen im­mer äl­ter, ob­wohl je­der Bun­des­bür­ger jähr­lich 35 Ki­lo­gram­m¹⁶ frei­en Zu­cker zu sich nimmt. Im Jah­re 1910 wa­ren es da­ge­gen nur 19,4 Ki­lo­gramm.

Sommerfest von Combat 18, Division Chiemgau. Die Verbindungsfrau des BayLfV Veronika Helga Vetter bot den Kameraden Waldbeerenkuchen an. Ihre Süßspeise servierte die Künstlerin auf Papiertellern, die sie für diesen Anlass entworfen hat. Alle Sektionsmitglieder waren von dem Design des Behälters begeistert. Oberführer Thorsten Heise verlieh dem Einweggeschirr die Germanische Leistungsrune in Bronze

Sac­cha­ro­s­e­mo­le­kü­le sind kein Teu­fels­werk, son­dern ka­lo­ri­en­rei­che Koh­len­hy­dra­te, die durch kör­per­li­che Er­tüch­ti­gung ver­brannt wer­den kön­nen. Wer also re­gel­mä­ßig Sport treibt und sei­ne Zäh­ne putzt, der darf bei ei­nem Ku­chen­ba­sar hem­mungs­los zu­schla­gen. Hin­ge­gen pro­gres­si­ve Welt­ver­bes­se­rer, die den gan­zen Tag vor ih­rem Lap­top sit­zen müs­sen na­tür­lich auf süße Ge­nüs­se ver­zich­ten. Das ist aber nicht wei­ter schlimm. Schließ­lich hält die Le­bens­mit­tel­in­dus­trie für die­se ver­bit­ter­ten In­ter­net­krie­ger zu­cker­freie Din­kel­er­satz­pro­duk­te be­reit, die mit gu­ter Bio-Margarine her­ge­stellt wur­den.

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¹Ja­co­by, Anne: Das äl­tes­te deut­sche Kaf­fee­haus wur­de schon 1673 in Bre­men er­öff­net. In: Kar­fun­kel Nr. 7 (1994). S. 18.
²Hach­en­ba­cher, Ve­ro­ni­que: In den Ton­topf ge­schaut. Von Speis und Trank ab­seits des Schla­raf­fen­lan­des. In: Mi­ro­que Nr. 16 (2014). S. 25.
³M­ar­tin, An­dre­as: Sel­te­nes Hand­werk in Sach­sen - Pfef­fer­küch­ler. Mit dem Hen­nig­schen Back- und An­lei­tungs­buch für die Pfef­fer­küch­le­rei aus dem Jah­re 1845. Dres­den: Säch­si­sches Druck- und Ver­lags­haus GmbH 1996.
⁴Lutz, Pe­ter: Her­ren­speis, Bau­ern­speis. In: Kar­fun­kel Kü­che im Mit­tel­al­ter Nr. 1 (2008). S. 13.
⁵Grimm, Ja­cob & Wil­helm: Deut­sches Wör­ter­buch. Hrsg. von der Deut­schen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten Ber­lin. 33 Bde. Leip­zig. 1854 - 1960 (Nach­druck Mün­chen 1984).
⁶Sa­ku­ra­gi, Sa­ts­uki: Vom Lu­xus­gut zum Lie­bes­be­weis: Zur so­zia­len Pra­xis und sym­bo­li­schen Be­deu­tung des selbst­ge­ba­cke­nen Ku­chens. uni-tuebingen.de (PDF) (07/2019).
⁷Clauss­ner, Ben­ja­min: Brot ba­cken auf der Glut. youtube.com (07/2019).
⁸Tro­eder, Wolf­ram: Von der „Art­z­nei der Kran­ken” zur „Lust der Pan­ket­ten”. Eine klei­ne Ge­schich­te des Mar­zi­pan. rabennest.com (PDF) (07/2019).
⁹Beckers-Dohlen, Clau­dia & Si­mo­ne Baße: Markt, Tur­nier und All­tags­le­ben im Mit­tel­al­ter. Greiz: Kö­nig Com­mu­ni­ca­ti­on 2000.
¹⁰­Ner­lich, Jörg: Der Gu­gel­hupf ge­hört zu den be­lieb­tes­ten Ku­chen in Deutsch­land. meincupcake.de (PDF) (07/2019).
¹¹­Fi­scher, Clau­dia: In­fo­blatt Zu­cker­rü­be. klett.de (PDF) (07/2019).
¹²Z­ent­graf, Hei­ko & Jochim Schul­ze: Brot und Klein­ge­bäck: Kon­sum­ver­hal­ten und Ver­brau­cher­ein­stel­lun­gen in Deutsch­land. gmf-info.de (PDF) (07/2019).
¹³Hilf Mir! Jung, plei­te, ver­zwei­felt: Smom­bie - Mein Han­dy ist al­les für mich! youtube.com (07/2019).
¹⁴Bei den Druck­ein­stel­lun­gen „Hoch­for­mat” und „Tat­säch­li­che Grö­ße” aus­wäh­len.
¹⁵­Schott, Vera: Kurz vor­ge­stellt: Sizzix Big Shot. youtube.com (07/2019).
¹⁶Ass­mann, Ka­rin, San­ja Har­ding­haus u. a.: Zu­cker - Die Deut­schen lie­ben die süße Sün­de. youtube.com (07/2019).

Windel basteln - stabile Verpackung für Babygläschen

Ja lie­be Ökomut­tis, wir ha­ben es ver­stan­den. Theo­re­tisch ist es tat­säch­lich mög­lich, auf Win­deln zu ver­zich­ten. In Sim­bab­we und in an­de­ren Ent­wick­lungs­län­dern mag das Ab­hal­ten wun­der­bar funk­tio­nie­ren. In In­dus­trie­na­tio­nen müs­sen die meis­ten Frau­en je­doch selbst für ih­ren Le­bens­un­ter­halt sor­gen, wes­halb deut­sche Ma­mas nicht den gan­zen Tag¹ auf die Si­gna­le ih­res Ba­bys ach­ten kön­nen. Be­son­ders wit­zig ist es, wenn uns selbst­er­nann­te Ex­per­tin­nen er­zäh­len, dass das Wi­ckeln et­was Mo­der­nes² und Un­na­tür­li­ches sei. Da­bei hat be­reits Ma­ria von Na­za­reth ih­rem Je­sus­kind eine Po­po­ban­da­ge ver­passt.

Und sie ge­bar ih­ren ers­ten Sohn und wi­ckel­te ihn in Win­deln und leg­te ihn in eine Krip­pe; denn sie hat­ten sonst kei­nen Raum in der Her­ber­ge.

Lu­kas 2,7: Jesu Ge­burt. bibel-online.net (06/2019).

Na­tür­lich trug der klei­ne Mes­si­as noch kein schi­ckes Win­del­hös­chen. Viel­mehr wur­de der Kör­per des Hei­lands bis zu den Schul­tern mit ei­nem Lei­nen­tuch ein­ge­wi­ckelt, so­dass er fast wie eine Mu­mie³ aus­sah. Da­bei soll­te die straff ge­schnür­te Stoff­bin­de nicht nur die Aus­schei­dun­gen des Er­lö­sers auf­fan­gen, son­dern auch des­sen Glied­ma­ßen⁴ in Form brin­gen.

Dahoam in Bayern: Babybreikost. Die Künstlerin Veronika Helga Vetter verpackt ihre frisch zubereiteten Obstmuse im selbst gebastelten Papiertray. Der handliche Träger im Windeldesign verfügt über einen praktischen Griff und bietet Platz für zwei Gläschen. Kreative Geschenkidee für heimatverbundene Familien, die ihren Sprössling gerne mit frischen Zutaten aus der Region verwöhnen möchten

Das Ein­wi­ckeln von Säug­lin­gen war kei­ne vor­der­asia­ti­sche Ei­gen­heit. Ganz im Ge­gen­teil, denn auch hier­zu­lan­de ge­hör­te das Fat­schen zur täg­li­chen Ba­by­pfle­ge. Ein Jahr lang muss­ten die Neu­ge­bo­re­nen im Hei­li­gen Rö­mi­schen Reich ein Le­ben als ver­pupp­te Rau­pe⁵ ver­brin­gen, ehe sie ab­ge­stillt wur­den und ein Lei­nen­hemd­chen tra­gen durf­ten.

Die Säug­lin­ge wur­den das gan­ze Mit­tel­al­ter hin­durch in ih­ren ers­ten Le­bens­mo­na­ten sorg­fäl­tig ge­wi­ckelt. Das Fat­schen oder Pu­cken be­stand aus der Um­hül­lung mit lan­gen, schma­len Tü­chern.

Stühl­mey­er, Bar­ba­ra: Kin­der im Mit­tel­al­ter. In: Kar­fun­kel Nr. 109 (2013). S. 7.

Vor al­lem die ar­men Land­ma­mas wech­sel­ten die auf­sau­gen­de Ein­la­ge in den eng ge­schnür­ten Ko­kons nur ein­mal⁶ am Tag. Da­durch la­gen die fi­xier­ten Würm­chen manch­mal sech­zehn Stun­den lang in ih­rer voll­ge­ko­te­ten Win­del. Die­ser grau­sa­me Um­stand führ­te ab dem 17. Jahr­hun­dert dazu, dass sich west­eu­ro­päi­sche Ärz­te und Phi­lo­so­phen für al­ter­na­ti­ve Wi­ckel­me­tho­den stark­mach­ten.

Es kam zu Kam­pa­gnen ge­gen das Wi­ckeln, was dazu führ­te, daß die­se Pra­xis im Wes­ten bei­na­he ver­schwand. Un­ter­stützt wur­den die ärzt­li­chen Kam­pa­gnen von Phi­lo­so­phen wie Lo­cke und Rous­se­au im Zeit­al­ter der Auf­klä­rung.

Fren­ken, Ralph: Ge­fes­sel­te Kin­der. Ge­schich­te und Psy­cho­lo­gie des Wi­ckelns. Ba­den­wei­ler: Wis­sen­schaft­li­cher Ver­lag Dr. Mi­cha­el P. Bach­mann 2010.

Es dau­er­te je­doch noch eine Wei­le, bis die deut­schen Ba­bys aus ih­ren un­hy­gie­ni­schen Ban­da­gen­ge­fäng­nis­sen be­freit wur­den. Erst als der Alte Fritz im Jah­re 1740 das preu­ßi­sche Zep­ter über­nahm, be­gann all­mäh­lich das Zeit­al­ter der Win­del­hös­chen.

Im 18. Jahr­hun­dert ka­men ers­te Win­del­tech­ni­ken auf: z.B. Schaf­woll­hös­chen mit Stroh und Heu.

Tater­ra, Pa­tri­cia: Die Ge­schich­te der Stoff­win­del. hug-and-grow.de (06/2019).

Der Schäfer Gustl von Mausbach lässt seine Fimo Schafe im Obstgarten neben einer Windelgeschenkverpackung grasen. Die Babywindel zum Selbermachen ist eine handliche Verpackung für Babynahrung. Die kostenlosen Schablonen für den Gläschenträger gibt es auf GWS2.de. Idee und Umsetzung Veronika Vetter, eine bayerische Mutter und Vorsitzende der Deutschen Bastelkommission

Wäh­rend der in­dus­tri­el­len Re­vo­lu­ti­on rück­te die Säug­lings­pfle­ge er­neut in den Fo­kus, da im­mer mehr Men­schen in die Städ­te zo­gen. In den dicht be­sie­del­ten Ge­bie­ten gab es kein Füll­ma­te­ri­al, um die selbst ge­näh­ten Hös­chen aus­zu­stop­fen. Des Wei­te­ren konn­ten die Hin­ter­las­sen­schaf­ten der Schrei­häl­se nicht ein­fach in ir­gend­ei­ne Gül­le­gru­be ge­wor­fen wer­den.

Al­ler­dings sorg­te die ma­schi­nel­le Tex­til­her­stel­lung da­für, dass die Tuch­prei­se in den Kel­ler gin­gen, wes­halb die Mut­tis des 19. Jahr­hun­derts⁷ ihre Won­ne­prop­pen mit Lei­nen­la­ken ge­wi­ckelt ha­ben. Die schmut­zi­gen Saug­kör­per wur­den ge­sam­melt und ein­mal in der Wo­che in ei­nem Wasch­zu­ber aus­ge­kocht. Und nach­dem auch noch die Si­cher­heits­na­del im Jah­re 1849⁸ er­fun­den wor­den war, schien es fast so, als sei die Win­del­pro­ble­ma­tik ein für alle Mal ge­löst.

DIY: Windel aus Papier. Verpackung für Babybeikost. Die Künstlerin Veronika Helga Vetter hat eine kompakte Pampers entworfen, mit der Babygläser aus dem Supermarkt sicher nach Hause befördert werden können. Die grün-graue Geschenkverpackung mit dezenter Sternchenprägung, Krepppapierverschluss und Sicherheitsnadel steht neben Fimo Schafen auf einer bayerischen Landkarte aus Elefantenhaut. Szenerie zuerst veröffentlicht auf GWS2.de, die geprüfte Bastelkommission für werdende Eltern

Im Jah­re 1973⁹ än­der­te sich je­doch wie­der ein­mal al­les. Ei­nes Abends sa­ßen die meis­ten West­deut­schen in ih­ren Wohn­zim­mern und sa­hen sich das Ende der Ta­ges­schau an. Nur noch ein kur­zer Wer­be­block bis um 20:15 Uhr der Kri­mi an­fing. Die sitt­sa­men Haus­frau­en ka­men ge­ra­de mit der Schnitt­chen­plat­te aus der Kü­che, als in der ARD ein neu­es Pro­dukt vor­ge­stellt wur­de.

In ei­nem ein­mi­nü­ti­gen Film führ­te eine jun­ge Mut­ter eine neu­ar­ti­ge Ein­weg­win­del vor, die Pam­pers hieß und aus Zel­lu­lo­se be­stand. Der re­vo­lu­tio­nä­re Hy­gie­ne­ar­ti­kel ver­füg­te über eine be­son­de­re Vlies­ein­la­ge, die den auf­ge­saug­ten Urin im Kern des Hös­chens spei­cher­te. Des Wei­te­ren war die Po­po­ban­da­ge mit Kle­be­ver­schlüs­sen aus­ge­stat­tet, so­dass beim Wi­ckeln nicht mehr mit Si­cher­heits­na­deln her­um­han­tiert wer­den muss­te. Dar­über hin­aus hat­te der ame­ri­ka­ni­sche Ex­port­schla­ger eine Au­ßen­haut aus Plas­tik, da­mit kein Ba­by­aus­fluss auf die Klei­dung ab­fär­ben konn­te.

Bei Pam­pers liegt das Baby auf dem Tro­cken­vlies, das hält die Näs­se weg von der Haut. Das Tro­cken­vlies lässt die Näs­se leicht durch, aber schwer zu­rück.

Barney73: Pam­pers Wer­bung aus den 70ern. youtube.com (06/2019).

In den spä­ten 1980er Jah­ren bau­te der US-Konzern Proc­ter & Gam­ble in jede Pam­pers zwei Gram­m¹⁰ Na­tri­um­po­ly­acry­lat ein. Das ist ein Gra­nu­lat, das Was­ser in Gel ver­wan­delt. Die­ser so­ge­nann­te Su­per­ab­sor­ber mach­te die prak­ti­schen Weg­werf­win­deln noch saug­fä­hi­ger.

Un­ge­fähr zur sel­ben Zeit brach­ten auch an­de­re Her­stel­ler preis­wer­te­re Ein­weg­mo­del­le her­aus. Vor al­lem Discounter-Marken wie Vi­bel­le oder Ba­bydream sorg­ten da­für, dass in der Bun­des­re­pu­blik nie­mand mehr dre­cki­ge Mehr­weg­win­deln wa­schen woll­te.

Papierwindel mit selbst gemachtem Pudding in Babygläsern, die von Veronika Helga Vetter entworfen wurde. Der stabile und handliche Träger ist jedoch nicht nur für Säuglingsnahrung geeignet. Vielmehr können mit dem Tonpapiercontainer auch Marmeladen und Konfitüren verpackt werden. Die Bastelschablonen für den Gläschenträger stellt die bayerische Fine Art Künstlerin kostenlos auf GWS2.de zur Verfügung

Hin­ge­gen die DDR-Bürger konn­ten Pam­pers & Co. nur im In­ter­shop mit West­de­vi­sen kau­fen. Aus die­sem Grund wur­den die Ge­sä­ße der ost­deut­schen Ba­bys wei­ter­hin mit Baum­woll­tü­chern ban­da­giert. Nur zu be­son­de­ren An­läs­sen kram­ten die Mut­tis eine gute KRIEPA Flo­cken­win­del¹¹ her­vor. Das war ein kom­for­ta­bles Ein­weghös­chen, das im Schritt ei­nen saug­fä­hi­gen Zell­stoff­kern ein­ge­näht hat­te.

In der ehe­ma­li­gen DDR ha­ben alle Müt­ter mit Baum­woll­win­deln ge­wi­ckelt und die­se dann ge­wa­schen.

Honey1972: Ha­ben auch Ihre El­tern schon mit Pam­pers ge­wi­ckelt? wom.for-me-online.de (06/2019).

Heu­te tra­gen in Deutsch­land 95% der Wi­ckel­kin­der eine Weg­werf­win­del. Da­durch lan­den täg­lich 8,5 Mil­lio­nen­¹² Po­po­ban­da­gen im Haus­müll. Das ist in­so­fern pro­ble­ma­tisch, da die Ba­by­bu­xen im Mo­ment noch nicht re­cy­celt wer­den kön­nen. Die Her­stel­ler möch­ten die­sen Miss­stand je­doch be­he­ben, in­dem sie in Zu­kunft mehr wie­der­ver­wert­ba­re Ma­te­ria­li­en ein­set­zen.

Jill Bough­ton: In den letz­ten 20 Jah­ren ha­ben wir [...] das Ge­wicht der Win­deln um bis zu 50% re­du­ziert. Da­durch konn­ten wir vie­le LKW von der Stra­ße weg­be­kom­men. [...] Wei­te­re Zie­le sind, den Haus­müll­an­teil in den Müll­de­po­ni­en auf Null zu re­du­zie­ren und wie­der­ver­wert­ba­re Ma­te­ria­li­en ein­zu­set­zen.

Far­mer, Jac­que­line: Wi­ckeln, Win­deln, weg­wer­fen. youtube.com (06/2019).

Dekoidee für eine Babyparty: Eine Umverpackung in niedlicher Windelform. Der selbst gebastelte Träger verfügt über zwei Transportboxen für Babygläser. Das Give-away steht neben einem Fimo Marienkäfer und einem Papierwürfel auf einer kaffeegefärbten Landkarte, die von Veronika Vetter gezeichnet wurde. Abgerundet wird die Partydeko von kleinen Einkochgläsern, die mit leckerem RUF Pudding mit Erdbeergeschmack befüllt wurden

Vor al­lem in West­deutsch­land sorgt der vor­herr­schen­de Öko­so­zia­lis­mus da­für, dass die Fort­schrit­te in der Win­del­ent­wick­lung nicht an­er­kannt wer­den. Am liebs­ten wäre es den Kli­ma­apos­teln, wenn die Müt­ter nach der Ge­burt zwei­ein­halb Jah­re zu Hau­se sit­zen wür­den, da­mit sie alle zwei Stun­den ihr Baby ab­hal­ten könn­ten.

Ich habe alle zwei­ein­halb Stun­den ihre Win­del auf­ge­macht und ge­sagt: „Du kannst jetzt Pipi oder Ka­cka ma­chen.” [...] Mitt­ler­wei­le ma­che ich das stünd­lich, da­mit die Töpf­chen auch ih­ren Urin auf­fan­gen kön­nen.

Ju­lez DnB: The­ma Ab­hal­ten: Win­del­frei - Mei­ne Er­fah­rung. youtube.com (06/2019).

Als kon­ser­va­ti­ve Mut­ter aus dem Frei­staat Bay­ern kann ich die­se an­ti­fe­mi­nis­ti­schen Ten­den­zen nicht to­le­rie­ren. Schließ­lich ist die Ein­weg­win­del kein Teu­fels­werk, son­dern ein tol­les Pro­dukt, das den Frau­en viel Zeit ge­schenkt hat. Dem­entspre­chend woll­te ich die Er­fin­dung von Vic­tor Mills prei­sen, in­dem ich ei­nen schi­cken Ba­by­gläs­chen­hal­ter ent­wor­fen habe, der wie eine Pam­pers aus­sieht.

1956: Vic Mills as­si­gned re­se­ar­chers at Mia­mi Val­ley to in­ves­ti­ga­te the prac­ti­ca­li­ty of a dis­po­sable dia­per.

Higgins, Tri­cia: Pam­pers Brand Histo­ry. multivu.com (PDF) (06/2019).

Da­bei bie­tet mei­ne nied­li­che Ge­schenk­ver­pa­ckung ge­nü­gend Platz für zwei Bei­kost­glä­ser, die je­weils 6,5 Zen­ti­me­ter¹³ breit sein dür­fen. Des Wei­te­ren ist mein Be­hält­nis mit ei­nem prak­ti­schen Hal­te­griff aus­ge­stat­tet, der den Trans­port des Con­tai­ners er­leich­tern soll. Dar­über hin­aus habe ich ein Tail­len­bünd­chen und ei­nen Aus­lauf­schutz ein­ge­baut, um das Win­del­hös­chen noch au­then­ti­scher wir­ken zu las­sen.

Falls Sie also bei der nächs­ten Ba­by­par­ty ein we­nig Auf­se­hen er­re­gen möch­ten, dann freu­en Sie sich auf die fol­gen­de An­lei­tung. Denn dar­in er­klä­re ich Ih­nen, wie Sie mit mei­nen Scha­blo­nen eine ori­gi­nel­le Gül­le­hül­le bas­teln, die alle Bli­cke auf sich zieht.

Einen Windelkorb herstellen

Mein Gläs­chen­trä­ger ist ein ein­fa­ches Mo­tiv, das sich wun­der­bar aus Ton­pa­pier zu­sam­men­bau­en lässt. Des Wei­te­ren ver­wen­de­te ich ein 1,5 Mil­li­me­ter di­ckes Grau­pap­pe­stück, um die Sta­bi­li­tät des Be­häl­ters zu er­hö­hen. Dar­über hin­aus stell­te ich das Tail­len­bünd­chen und den Aus­lauf­schutz mit Krepp­pa­pier dar. Au­ßer­dem nahm ich eine Sizzix Prä­ge­scha­blo­ne zur Hil­fe, da­mit ich die Win­de­lau­ßen­sei­te mit ei­nem Ster­nen­mus­ter ver­zie­ren konn­te. Hin­ge­gen als Werk­zeu­ge ka­men eine Sche­re, ein Flüs­sig­kle­ber, ein Hob­byskal­pell, ein Falz­bein samt Li­ne­al und mei­ne DIN A4 Bas­tel­scha­blo­nen (#1 /#2 /#3) zum Ein­satz.

Bild von einem grünen Bastelpapier, das mit der Sizzix Big Shot Maschine geprägt wurde. CraftEmotions Stanz- und Prägeschablone - Sterne

Als Ers­tes fer­tig­te ich die Ele­men­te von Scha­blo­ne #1 an, wor­auf­hin ich sechs Ein­zel­tei­le vor mir lie­gen hat­te. Gleich da­nach leg­te ich ein gro­ßes und zwei klei­ne Ton­pa­pier­stü­cke zur Sei­te. Die üb­rig ge­blie­be­nen Mo­du­le ließ ich dann nach­ein­an­der durch mei­ne Sizzix Big Sho­t¹⁴ Ma­schi­ne, da die Au­ßen­sei­te mei­ner Win­del eine fei­ne Hap­tik er­hal­ten soll­te. Di­rekt im An­schluss woll­te ich das Tail­len­bünd­chen und den Aus­lauf­schutz an­brin­gen, wes­halb ich mir zu­nächst ein­mal ein Zen­ti­me­ter brei­te Krepp­pa­pier­strei­fen zu­recht­schnei­den muss­te.

Manual: How to make a paper diaper? Step # 2: Attach the leak guard and waist cuffs. Material: Crepe paper. Teacher: Veronika Vetter - famous Fine Artist from Bavaria

Nach­dem ich die ge­präg­ten Mo­du­le auf den Rü­cken ge­dreht hat­te, mach­te ich die vor­be­rei­te­ten Bän­der so an den Ton­pa­pier­kan­ten fest, dass die­se dar­auf­hin über ei­nen auf­ge­bausch­ten Saum ver­füg­ten.

  • Doch auf­ge­passt: Die vier kur­zen Ge­ra­den an dem schach­turm­för­mi­gen Ele­ment er­hiel­ten kei­ne Krepp­pa­pier­ver­klei­dung. Auch die klei­nen Bau­stei­ne be­ka­men nur an den bei­den lan­gen Schnitt­li­ni­en ei­nen Fal­ten­rock ver­passt.

Zu gu­ter Letzt stell­te ich drei Zell­stoff­sand­wi­ches her, in­dem ich die zu­rück­ge­leg­ten Ein­zel­tei­le über ihre Ge­gen­stü­cke kleb­te. Dann trimm­te ich die ab­ste­hen­den Bor­dü­ren mit ei­ner Sche­re, da­mit die Bünd­chen im An­schluss dar­an über­all gleich­lang wa­ren.

Haltegriff ist eine Trennwand

Be­vor ich im nächs­ten Schritt den Hen­kel bas­teln konn­te, muss­te ich als Ers­tes die Ele­men­te von Scha­blo­ne #2 auf Grau­pap­pe und auf Ton­pa­pier über­tra­gen. Nach­dem die fünf Mo­du­le dar­auf­hin vor mir la­gen, falz­te ich die Knick­li­ni­en von al­len Bau­tei­len, die ich bis­her her­ge­stellt hat­te.

Bastelideen für die Babyparty: Wie wird eine Papierwindel zusammengebaut? Kostenlose Schablonen zum Herunterladen. Kunst von Veronika Helga Vetter - Vorsitzende der Deutschen Bastelkommission

Im An­schluss dar­an kleb­te ich den Kar­ton­sta­bi­li­sa­tor zwi­schen die bei­den Trenn­wän­de. Gleich da­nach glät­te­te ich die Rän­der des Hal­te­griffs, in­dem ich die Grau­pap­pe­kan­ten mit den schma­len Ton­pa­pier­strei­fen ver­klei­de­te.

Bildercollage mit Anleitungsschritten: Durch den Raumteiler, der zugleich ein Tragegriff ist, können in der Windel zwei Babygläschen transportiert werden. Konstruktion und Idee von Veronika Helga Vetter - Fine Art Künstlerin aus dem Freistaat Bayern

Als Nächs­tes leg­te ich das schach­turm­för­mi­ge Ein­zel­teil ho­ri­zon­tal vor mich hin. Nach­dem ich den Hen­kel dar­auf­hin in die Hand ge­nom­men und das frei­ge­stell­te Fens­ter zu mir ge­dreht hat­te, fi­xier­te ich den Tren­ner so auf dem Win­del­un­ter­grund, dass er zwi­schen den ge­bo­ge­nen Aus­lauf­schutz­bünd­chen ein­ge­bet­tet war.

Das Innenleben eines Babygläschenträgers: Die dreigeteilte Windelfassade wird am Haltegriff befestigt. Danach stehen zwei Behälterseiten offen. Entwurf von Veronika Helga Vetter (Vronismus ...gestalten Werkstatt)

Un­mit­tel­bar da­nach klapp­te ich das grö­ße­re Bo­den­stück nach oben, da­mit ich es am Raum­tei­ler be­fes­ti­gen konn­te. Dann mon­tier­te ich auch die klei­ne­re Vor­der­sei­te an den Sta­bi­li­sa­tor­flü­geln, wor­auf­hin das Gan­ze wie ein Bier­trä­ger aus­sah.

Das Kunstwerk erhält ein Gesicht

Im vor­letz­ten Bas­tel­schritt schloss ich die Flan­ken des Be­hält­nis­ses. Dazu kleb­te ich die bo­gen­för­mi­gen Pa­pier­sand­wi­ches in­nen an bei­den Win­del­fas­sa­den fest.

Picture Instructions: Containers for Baby food, which looks like a Diaper. The Artwork has a Safety pin and Velcro closures. The Templates for the Packaging are provided by GWS2.de. This is a patriotic Portal that is fighting against the European Union

Gleich da­nach brach­te ich die Zier­ele­men­te von Scha­blo­ne #3 an der Ob­jekt­front an. Als ich die Pa­pier­win­del dar­auf­hin fer­tig­ge­stellt hat­te, strich ich die ge­präg­te Ober­flä­che noch mit ei­nem Acryl­lack ein, wo­durch mein Mo­tiv eine ge­schmei­di­ge und was­ser­ab­wei­sen­de Au­ßen­sei­te er­hielt.

Mehrwegsysteme sind keine Alternative

Mitt­ler­wei­le ver­ur­sa­chen Wi­ckel­kin­der in Stoff­win­deln hö­he­re CO2-Emissionen als Ba­bys, die mit Ein­weg­pro­duk­ten ge­pam­pert wer­den. Kein Wun­der, schließ­lich müs­sen In­dus­trie­be­trie­be al­lei­ne schon aus Kos­ten­grün­den energie- und was­ser­ef­fi­zi­ent ar­bei­ten. Hin­ge­gen in pri­va­ten Haus­hal­ten wird häu­fig nicht so ge­nau auf die Wasch­tem­pe­ra­tur oder auf die Bü­geldau­er ge­ach­tet.

In de­ren Fa­zit steht, dass zwei­ein­halb Jah­re Wi­ckeln mit Weg­werf­win­deln 550 Ki­lo­gramm CO2-Emissionen ver­ur­sa­chen, Stoff­win­deln 570 Ki­lo­gramm.

Vor­sa­mer, Bar­ba­ra: Sind Stoff­win­deln wirk­lich öko­lo­gi­scher? sz.de (06/2019).

Der Schäfer Gustl von Mausbach steht auf einer Hohenschwangauer Weide. Mit seinem Hirtenstab verteidigt der kleine Nager eine Babygläschenverpackung, die wie eine Windel aussieht. In dem Behälter befinden sich zwei Gefäße, die mit Adrenochrom befüllt sind. Der Container wurde von Veronika Helga Vetter gebastelt. Das ist eine bayerische Künstlerin, die weiß, warum Joel Davis (South Florida) keinen Friedensnobelpreis gewonnen hat. Szenerie zuerst auf GWS2.de veröffentlicht. Das ist ein Portal für deutsche Mütter

Wer es mit dem Um­welt­schutz wirk­lich ernst meint, der muss sein Baby min­des­tens zwei Jah­re lang kon­se­quent ab­hal­ten. Al­ter­na­tiv kön­nen Öko­el­tern auch auf Fair­win­deln zu­rück­grei­fen. Das sind kom­pos­tier­ba­re Ein­weghös­chen, die aus Zell­stoff und Kar­tof­fel­stär­ke be­stehen.

Do­mi­nic Franck: Wir fin­den hier auch die­se Zell­stoff­flo­cken wie in ei­ner her­kömm­li­chen Win­del. Nur ha­ben wir an­stel­le des Su­per­ab­sor­bers das Saug­gel aus Kar­tof­fel­stär­ke ver­wen­det.

Schnei­der, Ca­ro­lin: Die um­welt­freund­li­che Win­del. youtube.com (06/2019).

Durch­schnitts­müt­ter wie ich, die nicht mit je­der Win­del 60 Cen­t¹⁵ in den Müll wer­fen kön­nen müs­sen dar­auf ver­trau­en, dass die kon­ven­tio­nel­len Po­po­ban­da­gen in Zu­kunft noch um­welt­ver­träg­li­cher wer­den.

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¹E_mazingWorld: Win­del­frei Ba­sics: Ler­ne wann dein Baby mal muss. youtube.com (06/2019).
²Rös­ner, Mar­tha: Win­del­frei - wagt das Ex­pe­ri­ment. gruenekinder.de (06/2019).
³San­dig, Kris­ti­na: Ein Christ­kindl und auch ein Trös­ter­lein. onetz.de (06/2019).
⁴Tater­ra, Pa­tri­cia: Was ist Pu­cken? hug-and-grow.de (06/2019).
⁵Far­mer, Jac­que­line: Wi­ckeln, Win­deln, weg­wer­fen. youtube.com (06/2019).
⁶Schlü­ter, Ann-Dorothee: Ges­tern Fat­schen, heu­te Pu­cken, oder: Hat sich John Lo­cke doch ge­irrt? kostuem.waszmann.de (06/2019).
⁷Doe, Can­dy: The Histo­ry of Dia­pers. lilbabycakes.com (06/2019).
⁸Schu­len­burg, Ma­thi­as: Vor 170 Jah­ren Pa­tent er­hal­ten. Wal­ter Hunt und die Si­cher­heits­na­del. deutschlandfunkkultur.de (06/2019).
Pu­der­bach, Jo­han­nes: Je­den Tag über zehn Mil­lio­nen Pam­pers. ksta.de (06/2019).
¹⁰­Sch­mitt, Ste­fan: In Win­deln ge­wi­ckelt. In: ZEIT WISSEN Nr. 53 (2014). S. 34.
¹¹DDR Mu­se­um Ber­lin GmbH: Ver­pa­ckung Ba­by­win­deln. ddr-museum.de (06/2019).
¹²­Schmidt, Ni­co­la: art­ge­recht - Das an­de­re Baby-Buch. Mün­chen: Kösel-Verlag 2015.
¹³­Bas­tel­scha­blo­nen für klei­ne Win­del, die 4,5 Zen­ti­me­ter brei­te Ba­by­glä­ser be­her­ber­gen kann - (#1 /#2 /#3).
¹⁴­Schott, Vera: Kurz vor­ge­stellt: Sizzix Big Shot. youtube.com (06/2019).
¹⁵­Wahn­baeck, Ca­ro­lin: Tschüss, Pam­pers: „Fair­win­del” macht kom­pos­tier­ba­re Ein­weg­win­deln. utopia.de (06/2019).