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Serviettentechnik und Decoupage – Unterschiede

Seit Herbst 2014 lässt sich beobachten, wie im Bastelbereich ein neuer Internet-Mythos entsteht. Egal, ob renommiertes Bastelmagazin, Verkaufsplattform oder Hobby-Bastelforum, so allmählich verschmelzen die Schlagworte Serviettentechnik, Decoupage und Décopatch miteinander. Unter anderem aus diesem Grund erhielten wir vor Kurzem eine E-Mail von einer sehr freundlichen Besucherin, deren Inhalt wir an dieser Stelle veröffentlichen dürfen.

[…] Mein Mann hat ein Vogelhaus aus Holz gebaut, was ich mit Décopatch versiegeln und verschönern möchte. Könnt ihr mir vielleicht sagen, ob es dafür besondere Servietten gibt oder nimmt man da ganz normale? […] Ich habe gelesen, dass dünnes Décopatch-Papier weniger falten macht als Servietten, stimmt das? […]

Gośka, Sofia: Frage zur Décopatch Technik. E-Mail vom 04.07.2015.

Bild von Glas mit Decoupage Technik

Eine Ursache der Begriffsvermischung ist der französische Bastelmaterialhersteller Décopatch Société d’import-export, welcher Kleber und Papier für Decoupage herstellt. Das Unternehmen ist ebenfalls aufgrund großer Werbekampagnen dafür mitverantwortlich, dass die Decoupage-Technik zu einem Basteltrend geworden ist. Mit Décopatch ist also in aller Regel Decoupage gemeint (ähnlich wie bei Tempo und Taschentuch), außer es handelt sich um Serviettentechnik.

Decoupage vs. Serviettentechnik

Warum zwischen diesen beiden Techniken eine Unterscheidung oftmals schwer ist, liegt an der Übersetzung. Dass Deutsch eine sehr genaue Sprache ist, lässt sich an den beiden Kontrahenten sehr gut sehen. Währenddessen man den Begriff Decoupage (englisch decoupage /frz. découpage) übernommen hat, ist mit der Serviettentechnik (englisch napkin decoupage / frz. découpage) eine neue Wortkomposition entstanden. Zurecht, denn Decoupage ist nicht dasselbe wie Serviettentechnik.

Bild von Maske mit Serviettentechnik und Decoupage

Grundsätzlich gilt: Serviettentechnik ist eine Unterform des Decoupage. Mit speziellem Kleber werden bereits bestehende Motive neu dekoriert. Es ist mit beiden Techniken möglich zu versiegeln und Collagen zu entwickeln.

Servietten und Papier: Vor- und Nachteile

Bild von Decoupage-Papier und ServietteWie der Name es suggeriert, werden bei der Serviettentechnik Papierservietten verklebt. Hierbei wird jedoch immer nur die erste bedruckte Lage verwendet. Die dünnen Serviettenlagen müssen mit viel Fingerspitzengefühl verarbeitet werden, denn diese reißen sehr schnell. Außerdem sind Servietten in der Regel perforiert. Die Druckstellen der Perforation übertragen sich auch auf das Motiv, werden diese vorher nicht weggeschnitten. Dadurch entsteht zusätzlich zu den nicht gebrauchten Papierlagen viel Abschnitt. Dafür sind Servietten so gut wie überall erhältlich und sehr günstig.

Bild von Decoupage-Papier mit Blumen

Spezielles Decoupage-Papier hat zwei Seiten, eine ist glänzend, die andere ist matt. Obwohl sehr dünn, ist dieses Spezialpapier äußerst reißfest, weshalb es gewöhnlich geschnitten und nicht gerissen wird. Währenddessen Servietten sehr saugfähig sind, ist Decoupage-Papier beschichtet, fühlt sich wachsartig an und ist damit in gewissem Maße wasserabweisend. Aufgrund dieser Beschaffenheit gibt es das besondere Papier nur im Fachgeschäft für Bastelbedarf, außerdem ist es verhältnismäßig teuer.

Der passende Kleber ist besonders wichtig

Bild von Kleber für Serviettentechnik und Decoupage

Kleber für Decoupage-Papier satiniert die Papieroberfläche gleichzeitig. Dadurch fühlt sich das Motiv nach dem Trocknen sehr weich an und erhält einen Porzellan-Look. Es können unendlich viele Decoupage-Papier-Schichten übereinander geklebt werden, solange der Kleber zwischen den Schritten zirka 20 Minuten Trocknungszeit bekommt. Kleber für Serviettentechnik ist wesentlich zähflüssiger, damit sich die Serviette nicht so vollsaugt. Durch den enthaltenen Klarlack werden die Farben der Serviette nach dem Trocknen noch intensiver. Von Weitem sieht ein Serviettentechnik-Motiv deshalb so aus, als wäre es bemalt.

Gerne wird Serviettentechnik dafür verwendet, um Gegenstände für den Außenbereich (Vogelhäuser/Haustürschilder) zu dekorieren. Deshalb gibt es zwei Sorten dieses Klebers.

Serviettentechnik ist auch für draußen. Es gibt Indoor- und Outdoorkleber.

Diana Design: CREATIVA Bastelblog in Dortmund – Teil 2. youtube.com (07/2015).

Gemeinsamkeiten: Sowohl der Decoupage- als auch Serviettentechnik-Kleber wird nach dem Trocknen transparent und ist feuchtigkeitsresistent.

Grundierung hilft bei beiden Techniken

Bekleben mit Decoupage einer grundierten MaskeIch habe schon oftmals gelesen, dass man nur vor der Serviettentechnik grundieren müsse, damit die Farbe des Untergrundes nicht durch die dünne Papierlage schimmert. Dies ist insofern richtig, da man bei Decoupage meistens ohnehin mehrere Schichten aufeinanderklebt. Unsere Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass eine Grundierung mit beispielsweise weißer Acrylfarbe immer ein besseres Ergebnis liefert, da der Untergrund dadurch vereinheitlicht wird.

Weiterverarbeitung und Versiegelung

Egal, ob Decoupage oder Serviettentechnik, sobald der Kleber getrocknet ist, kann das Motiv weiterverarbeitet werden. Acrylfarben haften beispielsweise sehr gut auf den Oberflächen.

Bild von zwei Gläsern die mit Decoupage und Serviettentechnik beklebt wurden

Eine Besonderheit von Decoupage ist außerdem, dass ein damit beklebter Gegenstand abgeschliffen werden kann, solange mindestens 10 Schichten aufgeklebt wurden. Dadurch, dass sich der Kleber zwischen den ganzen Schichten befindet, bleibt das Motiv auch nach dem Abschleifen versiegelt.

Serviettentechnik oder Decoupage – unser Fazit

Beide Techniken haben ihre Einsatzgebiete und Daseinsberechtigungen. Die Stärken von Decoupage kommen besonders zum Vorschein, wenn es darum geht, feine Dinge zu verzieren. Decoupage-Papier lässt sich sehr gut vorbereiten und es gibt es in unzähligen Mustern und Farben, sodass außergewöhnliche Collagen möglich sind. Am Ende fühlt sich Decoupage wesentlich schöner an und sieht im Vergleich zur Serviettentechnik auch edler aus.

Bild von Decoupage TeelichtBei großflächigen Motiven oder im Outdoor-Bereich kann die Serviettentechnik ihre Überlegenheit ausspielen. Das Material ist im Vergleich zu Decoupage sehr preiswert, weshalb sich Serviettentechnik auch sehr gut zum Üben eignet. Für das Gartenvogelhaus von Frau Gośka haben wir deshalb Serviettentechnik mit einem Outdoor-Kleber empfohlen. Somit ist das hölzerne Vogelhaus nicht nur ein Blickfang, sondern auch lange vor Witterung geschützt.

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Decoupage – ein Basteltrend

Wer Objekte wie Möbel, Bilderrahmen oder Pappmaché-Figuren aufwerten will, der greift zur Kunst- und Basteltechnik Decoupage (frz. découpage), was so viel wie das Ausschneiden bedeutet. Ziel dabei ist es, ein Objekt mithilfe von Papier, Lack und Kleber so zu gestalten, dass es aussieht, als wäre es neu bemalt worden. Währenddessen man hierzulande schon froh war, im 12. Jahrhundert mit dem Büttenpapier überhaupt einen Schreibuntergrund zu haben, wurden in China bereits Paravents, Laternen und Fenster mit Decoupage dekoriert.

In fact, the history of decoupage can trace its roots to the twelfth century in China. […] The Chinese used the technique to decorate lanterns and windows […].

Bower, Lisa: History of Decoupage. life123.com (06/2015).

Bild von gelber Decoupage GiraffeÜber die Kaufmannsrepublik Venedig erreichte die Technik im frühen 18. Jahrhundert Europa. Zwar auch von italienischen Handwerkern verwendet (fiorentina decoupage), wurde die Kunsttechnik jedoch erst durch den französischen Königshof von König Louis XVI. das erste Mal zum Basteltrend. Dabei zerschnitten die Hofdamen richtige Gemälde und setzten diese auf Holzkisten oder Papierfächern mithilfe der Decoupage Technik neu zusammen.

[…] the ladies cut up original paintings by Boucher, Watteau and Fragonard in their quest for new decorations for their decoupage fans, boxes or screens.

Azzarito, Amy: Past & Present: Decoupage History. designsponge.com (06/2015).

Bild von Decoupage Hund

Die Spitze des damaligen Trends wurde durch die bekannten Kunstwerke von Mary Delany erreicht. Unter der Schirmherrschaft der kunst- und papierbegeisterten Charlotte von Mecklenburg-Strelitz, ihres Zeichens Ehefrau von George III. und damit Königin von England, entstanden eine Vielzahl noch heute erhaltener Kunstwerke wie „Asphodil Lilly“ oder „Passiflora laurifolia“.

Aufgrund von starken, medienwirksamen Werbekampagnen der Firmen Décopatch und Havo (Creall Découpage) wurde im Jahre 2008 der Basteltrend im französischsprachigen Raum wiedergeboren. Über die sozialen Plattformen YouTube und Pinterest gelangte Decoupage endlich auch in den deutschsprachigen Teil der EU und liegt seit 2014 voll im Trend. Im weiteren Artikel erfahren Sie, was Sie für Decoupage alles benötigen und wie Sie vorgehen müssen, um erfolgreich diese schöne Basteltechnik anzuwenden.

Bild von Tieren, die mit Decoupage verkleidet wurden

Decoupage – was brauche ich?

Bevor Sie den Akt an Ihrer Wand von Egon Schiele zerschneiden, um damit Ihre Shabby-Chic-Kommode zu verkleiden, sollten Sie über den richtigen Kleber nachdenken.

Bild von Kleber und Lack der Firma Décopatch und PinselWährenddessen professionelle Decoupage Künstler ihren Kleber aus Zucker, Mehl und vielen weiteren geheimen Zutaten selbst zubereiten, ist für Bastler ein industriell hergestellter Decoupage Kleber zum Kaufen, die beste Lösung. Egal, ob von Décopatch, Creall Découpage oder CLÉOPÂTRE, 250 Milliliter des satinierten Klebstofflacks kosten zwischen 6,00 und 10,00 Euro. Bei allen Produkten ist die Oberfläche nach dem Decoupage wasserabweisend und kann abgeschliffen, bemalt sowie beklebt werden. Als Werkzeug benötigten Sie außerdem mindestens einen Pinsel. Am besten eignen sich hierfür breite Synthetik-Pinsel mit kurzen Borsten.

Papier für Decopage ist zweitranging

Bild von Decoupage PapierDas Angebot von Decoupage Papier ist vielseitig und unüberschaubar. Sie können sich jedoch vorstellen, dass die Künstler des 18. Jahrhunderts nicht über das hochwertige Papier der Postmoderne verfügt, und trotzdem wunderschöne Erzeugnisse hervorgebracht haben. Unsere Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass besonders dünnes Papier, mit einer maximalen Grammatur von 20 g/m² am besten geeignet ist.

Bild von Papier der Firma Décopatch in Rot

Sollten Sie sich für spezielles Decoupage Papier der Hersteller entscheiden, genießen Sie jedoch viele Vorteile. Zum einen haben die Papiere zwei Seiten. Eine ist glänzend, die andere ist matt. Zum anderen ist dieses Papier beschichtet, fühlt sich dadurch wachsartig an und ist besonders reißfest. Außerdem profitieren Sie natürlich von unterschiedlichen Farben, Mustern und Motiven. Dafür ist Decoupage Papier relativ teuer, ein Satz mit 8 Blättern kostet zirka 3,00 Euro.

Grundierung und Objekte

Bild von Tieren aus Pappmaché

Bevor Sie Opas Kolonialstil Sessel mit Decoupage dekorieren, sollten Sie die Basteltechnik unbedingt vorher ausprobieren. Dafür gibt es beispielsweise Tiere aus Pappmaché oder Holz für relativ wenig Geld in gut sortierten Online-Shops für Bastelbedarf zu kaufen. Tipp: Wir haben festgestellt, dass es besser ist, vor dem Decoupage das Objekt zu grundieren.

Bild vom Grundieren einer HolzgiraffeWir haben dabei besonders gute Erfahrungen mit Acrylfarbe gemacht. Die Farbe spielt dabei keine Rolle. Wichtig: Bei wenigen Papierschichten schimmert die Untergrundfarbe des Objekts durch. Sie können also durch die Grundierung das Erscheinungsbild beeinflussen. Für Sparfüchse ein weiterer Tipp: Deckweiß hat sich als Grundierung ebenso gut bewährt.

Decoupage – auf geht’s

Bild von DecoupageZunächst zerreißen Sie das Papier in kleine Stücke. Je kleiner Ihr Objekt, umso kleiner sollten die Papierstücke sein. Danach bestreichen Sie die Stelle auf Ihrem Objekt mit Kleber, nehmen mit dem gleichen Pinsel ein Stück Papier auf und legen es auf die bestrichene Stelle. Weiter nehmen Sie wieder etwas Kleber auf und benetzen damit ebenfalls die Oberseite des Papierstücks. Die einzelnen Stücke sollten sich immer etwas überlappen.

Bild wie die Giraffe Decoupage Punkte bekommtNatürlich können Sie unterschiedliche Papiersorten aufeinanderkleben. Hierfür sollten Sie jedoch Phasenweise vorgehen. Bekleben Sie Ihr Objekt mit einer Schicht und lassen Sie das Ganze zirka 20 Minuten trocknen. Danach tragen Sie die nächste Schicht auf usw. Haben Sie Ihr Motiv komplett mit Decoupage dekoriert, lassen Sie dieses für 24 Stunden gut austrocknen.

Bild von Hund & Katze aus DecoupageAm nächsten Tag bietet sich für Sie dann die Gelegenheit, an Ihrem Objekt weitere Details anzubringen. Sie könnten es dann beispielsweise mit Acryl- oder Wasserfarben akzentuieren oder Plastikelemente wie Augen oder Schmucksteinchen mit gewöhnlichem Kleber ankleben. Und zum Schluss das Beste. Sollte Ihnen Ihre Dekoration nicht mehr gefallen, dann verzieren Sie das Objekt mit Decoupage einfach neu.

Trivia und Fazit

Mit Decoupage verzierte Objekte können mit einem feuchten Tuch gereinigt werden. Das Arbeiten mit den von uns getesteten Klebern war so gut wie geruchslos. Außerdem sind die Kleber auf Wasserbasis nicht toxisch und säurefrei. Die beklebten Objekte fühlen sich seidig an und haben einen leichten Glanz.

Wir finden, Decoupage ist eine sehr anspruchsvolle Basteltechnik mit der sich auch eher minderwertige Gegenstände fein aufwerten lassen. Ich meine damit beispielsweise Bilderrahmen aus Pressholz von IKEA. Diese mit Decoupage dezent dekoriert und das Bild im Inneren des Rahmens wird hochwertig präsentiert.

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Rainbow Loom – eine Millionen Idee

Rainbow Loom und Rubber Loops – was ist das?

Seit Anfang 2014 ist der amerikanische Basteltrend, aus kleinen, bunten Gummiösen Armbänder, Gürtel, Halsketten, Ringe und Verzierungen fürs Smartphone zu flechten, gefördert von der Bastelmesse CREATIVA und YouTube, in den deutschsprachigen Raum übergeschwappt. Für diese Basteltechnik wurde im Jahre 2011 der Rainbow Loom (Regenbogen Webstuhl), von Cheong Choon Ng in Michigan (USA), entwickelt. Die dazu passenden Gummiösen werden als Rubber Loops bezeichnet. Aus unterschiedlichen Webtechniken lassen sich bunte Rubber Bands (Gummibänder) basteln, die vor allem bei Kindern sehr im Trend liegen.

Eine Millionenidee – Rainbow Loom

Bild von Rubber Loops von FoliaInspiriert durch seine Tochter, die mit gewöhnlichen Gummibändern ein Halsband bastelte, wollte Cheong Choon Ng ein Gerät entwickeln, mit dessen Hilfe es einfacher ist, die Gummibänder miteinander zu verbinden. Die Idee für den Rainbow Loom war geboren. In seinem Keller entstand 2010 der erste Prototyp aus Holz, das Pegboard (Stecktafel). Das Board mit seinen 39 Erhöhungen, hat eine Länge von 20 Zentimetern und eine Breite von 5,1 Zentimetern.

Die erstmaligen Produktionskosten, das Pegboard aus Plastik herzustellen und die Anmeldung fürs Patent, beliefen sich auf rund 12.000 Dollar.

To have his product manufactured in the U.S. would have cost Ng $12,000 […].

Clifford, Catherine: Inventor of the Wildly Popular ‚Rainbow Loom‘ Weaves the American Dream With Rubber Bands in a Detroit Basement. entrepreneur.com (01/2015).

Bild von Werkzeug für Rainbow Looms

Ein Rainbow Loom Kit besteht damals wie heute aus einem Pegboard, einer Häkelnadel (Hook Tool), 600 bunten Rubber Loops und 24 C-Clips (Verschlussösen). Besonders beliebt waren die Kits bei Mädchen in amerikanischen Sommercamps. Die gebastelten Schmuckstücke wurden anschließend in der Nachbarschaft verkauft und Video-Anleitungen zum Nachmachen auf YouTube veröffentlicht. Durch die dadurch entstandene Popularität, konnte Ng bereits im Sommer 2013 mehr als 1,2 Millionen Rainbow Loom Kits, mit einem Verkaufspreis von umgerechnet 9,00 Euro, absetzen.

he’s sold more than 1.2 million Rainbow Loom kits so far […].

Needleman, Sarah E.: Patent Fight Erupts Over Kids‘ Fad. wsj.com (01/2015).

In der Zwischenzeit darf sich Cheong Choon Ng Selfmade-Millionär nennen, der stetig daran arbeitet, seine Erfindung weiterzuentwickeln.

Eine Gabel ersetzt das Pegboard

Bild von Kunst mit Rainbow Loom
Möchten Sie oder Ihre Kinder zunächst ausprobieren, ob Rainbow Loom etwas für Sie ist, können Sie das Ganze auch erst einmal mit einer Gabel ausprobieren. Die Rubber Loops sind auch ohne Kit, sehr günstig, erhältlich. Mit diesen Hilfsmitteln lässt sich ein Freundschaftsarmband ganz einfach herstellen.

Bild von vier grünen Rubber Loops um Gabel

Nehmen Sie dafür eine gewöhnliche Gabel mit vier Zacken und insgesamt 48 Loops. Ich flechte mit 15 neonpinken und 33 neongrünen Loops. Sie beginnen das Armband mit 2 neongrünen Loops. Ein Gummiband legen Sie als Acht (verkreuzt) um die Gabelzacken 1 und 2. Der zweite Loop wird ebenfalls als Acht um die Zacken 3 und 4 gelegt.

Wichtig: Bei dieser Technik müssen Sie die Gummiringe stets nach hinten ziehen, damit diese auf der Vorderseite der Gabel auf Spannung sind. Ich fixiere mein Geflecht fortwährend mithilfe der linken Hand.

Bilder vom Rubber Looming mit einer Gabel

Als Nächstes folgt ein neonpinkes Gummiband. Dies legen Sie als Acht über die Zacken 2 und 3 über die neongrünen Gummis. Nun wird das erste Mal geflochten. Entweder greifen Sie zur Häkelnadel oder Sie nehmen die Finger zur Hilfe. Ziehen Sie den neongrünen Gummi auf Zacke 2 über den neonpinken Loop nach hinten über die Gabelzacke. Anschließend wiederholen Sie den Schritt mit dem neongrünen Loop auf Zacke 3. Nach dem Straffen der Gummis muss die Farbfolge auf der Vorderseite der Gabel wie folgt lauten: Grün, Pink, Pink, Grün.

Wiederholungsschritt für das Muster des Gabelarmbands

Für das Muster des Gummiarmbands nehmen Sie wieder 2 Gummiösen. Legen Sie einen Loop unverkreuzt über die Gabelzacken 1 und 2 sowie einen weiteren unverkreuzt über 3 und 4. Halten Sie die Loops mit der linken Hand fest und heben Sie nacheinander alle Loops der unteren Reihe über die obere Reihe nach hinten über die Gabelzacken. Die Farbfolge lautet nun bei meinem Farbbeispiel: Grün, Grün, Grün, Grün.

Über das gestraffte Geflecht auf die mittleren Zacken 2 und 3 geben Sie nun ein unverkreuztes neonpinkes Gummiband. Danach werden nur die mittleren neongrünen Loops über die neonpinken Gummiösen nach hinten über die Gabelzacken gehoben. Die Rückseite sieht jetzt noch sehr chaotisch aus. Dies ändert sich allerdings sehr schnell sobald Sie das Muster ein paar Mal wiederholt haben.

Gummiarmband verschließen

Ich schließe mein Rubber Band ab, sobald nur noch ein neongrüner Loop übrig ist. Dazu werden die äußeren Loops auf den Gabelzacken 1 und 4 auf die mittleren Gabelzacken 2 und 3 gehoben. Danach geht es auf der Rückseite weiter, welche etwas wild wirkt, gestrafft jedoch bereits das Muster des Bandes zeigt. Fädeln Sie eine Häkelnadel durch die Schlingen der neongrünen Loops,

sodass diese zeitgleich auf Gabel und Nadel aufgespießt sind. Nehmen Sie den letzten neongrünen Loop und hängen diesen in die Häkelnadel ein. Ziehen Sie den Gummiring durch die Schlingen, sodass je ein Ende an den Seiten greifbar ist. Die überstehenden Enden nehmen Sie mit der Häkelnadel auf. Anschließend ziehen Sie das Armband von der Gabel und nehmen einen Clipverschluss (C-Clip) zur Hand.

In die eine Seite des Clips fädeln Sie die zwei Enden, welche auf der Häkelnadel liegen. Für die andere Seite nehmen Sie die ersten 3 Gummiösen, die zwei neongrünen und den neonpinken Loop, und befestigen diese in der zweiten Schlaufe des Clips. Fertig ist Ihr Rubber Band.

Für wen ist Rainbow Loom geeignet?

Die festgelegte Zielgruppe von Rainbow Loom sind Mädchen im Alter zwischen 8 und 14 Jahren. Wenn Sie für Kinder in diesem Alter ein Geschenk suchen, fahren Sie mit einem Rainbow Loom Kit sehr gut. Achtung: Jüngere Kinder werden sich mit dem Zusammenflechten der Gummibänder schwer tun, denn die Loops sind oftmals sehr widerspenstig. Für weitere Rainbow Loom Anleitungen müssen Sie prinzipiell kein Geld investieren. Der Hersteller selbst bietet auf dessen YouTube-Kanal eine Vielzahl an kostenlosen Videoanleitungen an. Im Kanal meldet sich auch des Öfteren der Erfinder Cheong Choon Ng zu Wort.

Im Ursprungsland USA lässt der Trend mit den bunten Gummibändern so langsam nach. Spätestens seitdem Papst Franziskus sich mit einem Rubber Band ablichten hat lassen, ging die Coolnes-Kurve für Kids nach unten.

Looks like even the Pope has caught the loom bands craze.

Mionette, Ingrid: Pope Francis wears a loom band. thedigitalspy.com (01/2015).

Bild mit Papiereule und Rubber BandFür Papierbastler sind Rubber Bands ebenfalls interessant, um ein Motiv zu veredeln. Im Handumdrehen sind, wie auf dem Bild zu sehen, farblich passende Rubber Bands im Paracord-Design gezaubert. Aber auch für Verzierungen für Schlüsselanhänger oder als stylisches Band für FIMO Charms sind Rubber Bands geeignet.

Fazit

Egal, ob groß oder klein, weiblich oder männlich, Rainbow Loom macht süchtig. Wenn Sie einmal angefangen haben die kleinen Gummiösen zu verbinden und feststellen, wie leicht es ist, beispielsweise einen Ring zu basteln, wollen Sie direkt weitermachen und schwerere Motive flechten.

Ich denke Rainbow Loom wird sich langfristig bei Kindern etablieren. Die Kosten für die Kits bzw. Add-ons sind relativ moderat und ich selbst habe in meiner Verwandtschaft festgestellt, dass bei den Mädchen eine gewisse Gruppendynamik beim „Looming“ entsteht. Außerdem haben die Kids dann gleich etwas, was sie der Mama zum Muttertag basteln können.

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