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Minions: Schreibtisch Utensilo - Bastelanleitung

Ein be­kann­tes Sprich­wort lau­tet: „Hin­ter ei­nem er­folg­rei­chen Mann, steht eine star­ke Frau.” Ich bin mir da gar nicht so si­cher, denn in der Zeit, als die­ser ein­gän­gi­ge Satz hip war, re­gier­ten un­ter an­de­rem Sin­gle­män­ner wie der Fa­bri­kant Wil­ly Won­ka und der Su­per­schur­ke Gru die Welt. Ihr Er­folg ba­sier­te zum Teil auf ih­ren Ge­hil­fen, den Umpa Lum­pas und den Mi­ni­ons. Un­ter bei­den Spe­zi­es gibt es kei­ne Frau­en. Ich fin­de das je­doch über­haupt nicht schlimm. Denn auf die Fra­ge, war­um es bei­spiels­wei­se kei­ne weib­li­chen Mi­ni­ons gibt, ant­wor­te­te der Er­fin­der und Syn­chron­spre­cher Pierre Coff­in, dass sei­ne gel­ben Teu­fels­ku­geln ein­fach zu däm­lich sind, um Mäd­chen zu sein.

See­ing how dumb and stu­pid they of­ten are, I just couldn’t ima­gi­ne Mi­ni­ons be­ing girls.

Ver­hoe­ven, Bea­tri­ce: ‘Mi­ni­ons’ Crea­tor Pierre Coff­in on Why None of His Ani­ma­ted Litt­le Yel­low Hel­pers Are Fe­ma­le. thewrap.com (06/2016).

Bild von Minions Utensilo aus Papier mit Stiften, Scheren und einem ZettelblockApro­pos Mi­ni­ons, wer ist Ihr Lieb­lings­cha­rak­ter? An­fangs konn­te ich mich über­haupt nicht ent­schei­den, bis ich sah, wie der klei­ne Bob der Ka­nal­rat­te auf den Kopf tät­schel­te, da­bei „But­schi But­schi” sag­te und da­mit mein Herz im Sturm er­ober­te. Über­haupt fin­de ich das Ge­brab­bel der Mi­ni­ons ur­ko­misch. Beim ge­naue­ren Hin­hö­ren ist es eine Kom­po­si­ti­on aus Spa­nisch, Deutsch, Fran­zö­sisch und Eng­lisch. Bei­spie­le hier­für: „Sor­ry la Boss!” oder „Hal­lo Hola!”

Die Spra­che der Mi­ni­ons ist an­geb­lich nur Kau­der­welsch (eng­lisch gib­be­rish). Ich gehe je­doch da­von aus, dass die­se Aus­drucks­wei­se in 200 Jah­ren die Amts­spra­che der Eu­ro­päi­schen Uni­on sein wird.

Coff­in has said the Mi­ni­ons speak a gib­be­rish lan­guage that he spon­ta­neous­ly in­vents [...].

Ed­wards, Phil: Mi­ni­ons, ex­plai­ned. vox.com (06/2016).

Bild von drei Minions als Stiftehalter mit schönen FIMO RosenMi­ni­ons (deutsch Günst­lin­ge) sind im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes die per­fek­ten und treus­ten Die­ner, die sich ein Meis­ter vor­stel­len kann. Ge­nau­so wie die Be­zau­bern­de Jean­nie mei­nen es die gel­ben Tic Tacs oft­mals ein­fach nur zu gut und ver­brei­ten da­durch un­ge­wollt Cha­os. Im Ge­gen­satz zu ih­rem Film­cha­rak­ter habe ich mir eine Bas­tel­idee über­legt, bei die­ser die Mi­ni­ons für Ord­nung auf dem Schreib­tisch sor­gen und da­bei ist ein ta­blett­för­mi­ges Uten­si­lo her­aus­ge­kom­men.

Bild von drei gelben Minions, die auf einem Papiertablett mit Zettelbox stehenEine Zet­tel­box und drei un­ter­schied­lich gro­ße Stif­te­hal­ter ma­chen es mög­lich, dass kein Blei­stift und Tin­ten­fül­ler mehr ver­lo­ren geht. Letz­te­re se­hen da­bei aus wie die Mi­ni­ons Bob, Stuart und Ke­vin. Na­tür­lich habe ich mich für die­se drei hei­te­ren Zeit­ge­nos­sen ent­schie­den, weil es die be­kann­tes­ten Mi­ni­ons aus dem gleich­na­mi­gen Film sind. Hin­zu kommt, dass es aber auch nur 48 Kom­bi­na­tio­nen von den sü­ßen La­kai­en gibt. Bob, Stuart und Ke­vin de­cken da­bei das größ­te Spek­trum ab, so­dass op­ti­sche Ab­wechs­lung auf dem Uten­si­lo­ta­blett herrscht.

Though the­re are se­ve­ral hundred mi­ni­ons, the­re are only about forty-eight pos­si­ble com­bi­na­ti­ons of height and build [...].

Qu­o­ra Gathe­ring: What are some mind-blowing facts about mi­ni­ons? quora.com (06/2016).

Das Schreib­tisch Uten­si­lo war­tet mit ver­schie­de­nen Be­son­der­hei­ten auf, z. B. ist der lan­ge Ke­vin ver­schließ­bar.

Bild von Minions aus Papier als Schreibtisch Utensilo - gebastelt von Veronika Vetter (DAoCFrEak) Fine Art Künstlerin

Meist sind selbst ge­bas­tel­te Uten­si­los sehr win­dig, um dies zu ver­hin­dern, be­steht mein 27 Zen­ti­me­ter lan­ges und 14 Zen­ti­me­ter brei­tes Ta­blett aus Moos­gum­mi und Kar­ton. Da­durch sin­ken und ras­ten die Fi­gu­ren buch­stäb­lich an ih­rer Po­si­ti­on ein. Des Wei­te­ren ent­steht da­durch ein gu­tes Ge­wicht, so­dass das Uten­si­lo sta­bil auf dem Schreib­tisch ste­hen kann.

Bastelanleitung für Minions

Bild von ROSSMANN Küchenrolle, die mithilfe von Tesefilm verbreitert wirdFür das kom­plet­te Mo­tiv ver­wen­de­te ich Ton­pa­pier in den Far­ben Gelb, Oran­ge, Hell­blau, Grau, Schwarz und Weiß so­wie run­de Kar­to­na­gen von Kü­chen­rol­len. Au­ßer­dem ka­men Moos­gum­mi­plat­ten, Kar­ton­pa­pier, Chen­il­le­draht, gel­bes Krepp­pa­pier so­wie schwar­ze Fimo Mo­del­lier­mas­se (Hände/Knöpfe) zum Ein­satz. Für die Au­gen und den Mund nahm ich vor­ge­fer­tig­te Auf­kle­ber zur Hil­fe.

Bild von ROSSMANN Küchenrolle, die innen mit orangefarbenem Tonpapier verkleidet wirdDie Kon­tu­ren der Klei­dung ver­zier­te ich mit­hil­fe von blau­er Stem­pel­far­be, samt ei­nes Make-up Schwämm­chens. Als Werk­zeu­ge soll­ten Sie sich eine Sche­re, flüs­si­gen Kle­ber, Te­sa­film, Falz­beil samt Li­ne­al, ein Bas­tel­mes­ser und mei­ne DIN A4 Bas­tel­scha­blo­nen (#1 /#2 /#3 /#4 /#5 /#6 /#7 /#8 /#9 /#10 /#11 /#12 /#13 /#14 /#15 /#16 /#17 /#18 /#19 /#20 /#21 /#22) zu­recht­le­gen.

Bild vom Zusammenkleben der vergrößerten und innen verkleideten KüchenrollenkartonageZu­al­ler­erst fer­tig­te ich mir die Kör­per mei­ner drei Mi­ni­ons an, dies ist auch der schwie­rigs­te Teil, denn je­der Stif­te­hal­ter hat ei­nen an­de­ren Kör­per­um­fang. Ich be­gann mit dem klei­nen Bob, wel­cher sehr dick ist. Da­für schnitt ich als Ers­tes das In­ne­re von zwei Kü­chen­rol­len auf. Ich nahm Scha­blo­ne #1 und brei­tet dar­auf mei­ne Kar­ton­stü­cke aus, um zu se­hen, wie breit und wie hoch die­se sein müs­sen. Nach­dem ich die Ein­zel­tei­le prä­pa­riert hat­te, kleb­te ich die­se an ei­ner Sei­te mit Te­sa­film zu­sam­men.

Bild vom Boden (Verschlusselementen) der einzelnen MinionsGleich dar­auf fer­tig­te ich Scha­blo­ne #2 aus oran­ge­far­be­nem und gel­bem Ton­pa­pier an. Das oran­ge­far­be­ne Teil kleb­te ich in­nen in mein Kar­ton­rohr ein. Dar­auf­hin kleb­te ich Bobs Kör­per mit viel flüs­si­gem Kle­ber kom­plett zu­sam­men. Ehe ich mit dem gel­ben Ele­ment die Au­ßen­sei­te der Kü­chen­rol­le ver­klei­de­te, muss­te ich zu­nächst die Bo­den­ele­men­te von Scha­blo­ne #3 an­fer­ti­gen.

Bild vom Verkleiden einer ROSSMANN Tonpapierkartonage mithilfe von gelbem Tonpapier Das son­nen­för­mi­ge Ein­zel­teil be­steht wie­der aus oran­ge­far­be­nem und gel­bem Ton­pa­pier. Ich falz­te die Knick- und Kle­be­l­i­ni­en und kleb­te mit­tig zwi­schen die bei­den klei­nen Son­nen den Kreis aus Ton­kar­ton ein. Di­rekt im An­schluss ver­schloss ich den Mi­ni­on am Bo­den mit mei­ner ge­falz­ten und ver­stärk­ten orange-gelben Ton­kar­ton­son­ne.

Bild vom Körper der Minions aus verkleideten KüchenrollenkartonagenGleich da­nach kleb­te ich die gel­be Au­ßen­hül­le von Scha­blo­ne #2 um das graue Rohr. Auf die­se Wei­se wer­den gleich­zei­tig un­schö­ne Kle­be­la­schen ver­deckt. Da­mit ist das Grund­ge­rüst von Bob fer­tig­ge­stellt. Hin­weis: Alle Kör­per mei­ner drei Mi­ni­ons wer­den nach die­sem Prin­zip an­ge­fer­tigt. Stuart be­fin­det sich auf den Scha­blo­nen #4 - #6.

Kevin ist wiederverschließbar am Kopf

Der Kör­per des dür­ren Ke­vins birgt meh­re­re Be­son­der­hei­ten. Zum ei­nen habe ich für die­sen kei­ne Kar­to­na­ge ei­ner Kü­chen­rol­le ver­brei­tern müs­sen, son­dern das Stan­dard­mo­dell ver­wen­det. Zum an­de­ren ist der Kopf ein De­ckel. Ke­vins Kör­per ver­klei­de­te ich in­nen und au­ßen ge­nau­so wie sei­ne bei­den Weg­ge­fähr­ten. Eben­so ver­schloss ich den Bo­den nach be­währ­tem Prin­zip. Die Ein­zel­tei­le da­für be­fin­den sich auf den Scha­blo­nen #7 - #10. Hin­weis: Scha­blo­ne #10 ist die oran­ge­far­be­ne In­nen­ver­klei­dung, die­se ist et­was grö­ßer als die gel­be Au­ßen­ver­klei­dung von Scha­blo­ne #8, was et­was mit dem De­ckel­me­cha­nis­mus zu tun hat.

Bild vom Verkleiden des Kopf und Deckels des Minions KevinFür den wie­der­ver­schließ­ba­ren Kopf schnitt ich mir eine Kü­chen­rol­le zu­recht (sie­he Scha­blo­ne #11). Die­se ver­klei­de­te ich in­nen mit dem Ele­ment von Scha­blo­ne #12, wel­ches ich wie­der aus oran­ge­far­be­nem Ton­pa­pier an­ge­fer­tigt habe. Kopf­de­ckel und Ke­vins schwar­ze Haa­re be­fin­den sich auf Scha­blo­ne #13. Zu­nächst kleb­te ich wie­der ei­nen Ton­kar­ton­kreis auf ein oran­ge­far­be­nes Ton­pa­pier­son­nen­ele­ment. In mei­ne gel­be Son­ne schnitt ich mit­tig ein Loch, fä­del­te da­durch die schwar­zen Stop­peln und kleb­te die­se am Bo­den fest.

Bild vom wiederverschließbaren Stiftehalter im Minion-DesignDar­auf­fol­gend be­fes­tig­te ich das Deck­haar auf dem Ton­kar­ton­kreis. Zu gu­ter Letzt kleb­te ich den De­ckel­ver­schluss mit Sturm­fri­sur auf die Kü­chen­rol­lenkar­to­na­ge und ka­schier­te die Kle­be­rän­der mit der gel­ben Au­ßen­ver­klei­dung von Scha­blo­ne #14. Der De­ckel soll­te nun sau­ber auf dem Kör­per ab­schlie­ßen. Op­tio­nal: Ich habe den Über­gang zwi­schen bei­den Ein­zel­tei­len noch mit gel­ber Acryl­far­be be­malt.

Minions aus Papier tragen Blaumann

Bild vom Akzentuieren der blauen Kleidung mit gleichfarbiger StempelfarbeDie drei Kör­per habe ich im nächs­ten Schritt an­ge­zo­gen. Die Arme, Klei­dung und Bril­le ei­nes je­den Mi­ni­ons be­fin­det sich auf ei­ner ei­ge­nen Scha­blo­ne. Bob (Scha­blo­ne #15), Stuart (Scha­blo­ne #16) und Ke­vin (Scha­blo­ne #17). Die Kon­tu­ren der Ein­zel­tei­le für den Blau­mann habe ich vor dem Auf­kle­ben mit­hil­fe ei­nes Make-up Schwämm­chens, wel­ches mit blau­er Stem­pel­far­be be­netzt war, ak­zen­tu­iert. Ge­hal­ten wer­den die Ho­sen­trä­ger op­tisch von Knöp­fen, die ich aus schwar­zem Fimo mo­del­liert habe.

Die Arme sind aus Chen­il­le­draht, wel­chen ich mit gel­bem Krepp­pa­pier ein­ge­wi­ckelt habe. An der Vor­der­sei­te des Drah­tes be­fes­tig­te ich Fimo-Hände. Wich­tig: Mi­ni­ons ha­ben nur drei Fin­ger an je­der Hand. Die fer­tig­ge­stell­ten Arme stach ich an den Sei­ten durch die Kör­per der Mi­ni­ons. Da­mit der Draht in der In­nen­sei­te nicht stör­te, ver­klei­de­te ich die­sen mit oran­ge­far­be­nen Ton­pa­pier­krei­sen, de­ren Vor­la­ge sich auf je­der Klei­dungs­scha­blo­ne be­fin­det. Tipp: Da­durch wer­den die Arme gleich­zei­tig zu­sätz­lich fi­xiert. Pu­pil­len und Mün­der sind bei mir be­reits vor­ge­fer­tig­te Auf­kle­ber, und als ich die­se auf­ge­klebt hat­te, wa­ren mei­ne Stif­te­hal­ter im Minions-Design ein­satz­be­reit.

Untensilo ist ein Tablett mit Zettelbox

Bild vom Verstärken der Zettelbox mit TonpapierDie pas­sen­de Zet­tel­box des Uten­si­los be­fin­det sich auf Scha­blo­ne #18. Das gro­ße Ele­ment habe ich ein­mal aus oran­ge­far­be­nem und ein­mal aus gel­bem Ton­pa­pier an­ge­fer­tigt. Nach dem Fal­zen kleb­te ich die Ton­kar­ton­ele­men­te der Scha­blo­ne auf die Rän­der und auf den Bo­den des oran­ge­far­be­nen Ein­zel­teils.  Die­se die­nen nur dazu, die Zet­tel­box zu ver­stär­ken. Gleich dar­auf kleb­te ich das gel­be Ton­pa­pier­ele­ment dar­über und ver­kleb­te an­schlie­ßend die Box mit sich selbst. Ver­ziert habe ich das Gan­ze zu­dem mit ei­nem hell­blau­en Strei­fen, wel­cher sich auf Scha­blo­ne #19 be­fin­det. Hin­weis: Be­vor ich die Zier­leis­te an­fer­ti­gen konn­te, muss­te ich die Scha­blo­ne an der Mar­kie­rung A ver­län­gern.

Bild vom Tablett, welches aus Moosgummi, Tonkarton und Tonpapier bestehtIm Ta­blett ist eine gro­ße Ver­stär­kungs­plat­te aus Ton­kar­ton in­te­griert, die­se be­fin­det sich auf Scha­blo­ne #20. Dar­auf kleb­te ich zwei Moos­gum­mi­plat­ten, die ich mit­hil­fe der Scha­blo­ne #21 an­ge­fer­tigt habe. Aus der­sel­ben Scha­blo­ne fer­tig­te ich zu­dem ein Ele­ment aus gel­bem Ton­pa­pier an, mit die­sem ich die obers­te Moos­gum­mi­plat­te ver­klei­de­te. Hin­weis: Um die Platz­hal­ter für die Mi­ni­ons und die Zet­tel­box sau­ber aus­schnei­den zu kön­nen, ver­wen­de­te ich ein Bas­tel­mes­ser.

Bild vom Stecken der Minions auf das TablettAuch das Ta­blett habe ich mit ei­ner farb­lich pas­sen­den Zier­leis­te ver­se­hen, wel­che sich auf Scha­blo­ne #22 be­fin­det und die ich vor dem An­fer­ti­gen auf­grund der Län­ge vier­mal ver­län­gert habe. Ab­schlie­ßend steck­te ich Bob, Stuart und Ke­vin so­wie die Zet­tel­box auf ihre Po­si­tio­nen. Da­durch, dass je­der Mi­ni­on ei­nen ei­gens ka­li­brier­ten Platz hat und dank des mehr­schich­ti­gen Bo­den­sys­tems ist es mög­lich, das Uten­si­lo zu tra­gen, ohne dass die Stif­te­hal­ter da­bei her­un­ter­fal­len kön­nen.

Fazit - Minions sind kreative Monster

Bild von Stuart, Bob und Kevin auf Schreibtischtablett für KinderDas Uten­si­lo aus Pa­pier mit den drei Mi­ni­ons ist ei­gent­lich ein ein­fa­ches Bas­tel­mo­tiv, wel­ches je­doch sehr viel Zeit in An­spruch nimmt. Ich habe un­ge­fähr vier Stun­den rei­ne Bas­tel­zeit in­ves­tie­ren müs­sen. Da­für habe ich ein ge­nia­les und äu­ßerst sta­bi­les Uten­si­lo be­kom­men, wel­ches mich beim Ar­bei­ten von jetzt an im­mer dar­an er­in­nert, wie wich­tig es ist krea­tiv zu sein. Denn auch wenn sie den Schalk im Na­cken ha­ben und nicht die Hells­ten sind, Mi­ni­ons sprü­hen vor Er­fin­der­reich­tum, auch wenn sie bis zu sie­ben Art­ge­nos­sen be­nö­ti­gen, um eine Glüh­bir­ne zu wech­seln.

Eh - ri­tu­na! *hehe*

Thy­bau­lt R: Mi­ni­ons - Best Ad­verts & Ani­ma­ti­ons Com­pi­la­ti­on. youtube.com (06/2016).

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Eier ausblasen und färben mit Decoupage

Neh­men wir an, es exis­tie­ren tat­säch­lich Au­ßer­ir­di­sche, die uns Men­schen be­ob­ach­ten und stu­die­ren, mei­nen Sie, es gäbe von de­nen dann ei­nen Wis­sen­schaft­ler, der her­aus­fin­den muss, war­um eine Viel­zahl von Erd­lin­gen im Früh­ling Eier aus­bläst? Der Arme wäre nicht zu be­nei­den und die Hoch­schu­le, für die er tä­tig ist, wür­de sei­nen Zeit­ver­trag auf­grund man­geln­der Er­kennt­nis­se höchst­wahr­schein­lich nicht ver­län­gern. Doch wie soll auch eine au­ßer­ir­di­sche Le­bens­form et­was in Er­fah­rung brin­gen, was die Men­schen selbst nicht wis­sen? Denn wer der ers­te Homo sa­pi­ens war, der auf die Idee kam Hüh­ner­ei­er aus­zu­bla­sen und was er da­mit be­zwe­cken woll­te, ist wei­test­ge­hend un­be­kannt.

Drei bunt gefärbte OstereierHin­ge­gen gibt es gleich meh­re­re schö­ne Ge­schich­ten zur Her­kunft des Brau­ches an Os­tern wei­ße Eier zu fär­ben. Eine da­von geht auf Ma­ria Mag­da­le­na zu­rück, die drei Tage nach der Kreu­zi­gung an die Grab­höh­le von Je­sus kam. Mit da­bei hat­te sie ei­nen Korb voll mit ge­koch­ten Ei­ern, um die­se an die dort trau­ern­den Frau­en zu ver­tei­len. Als sie be­merk­te, dass das Grab be­reits ge­öff­net und der Leich­nam des Ge­kreu­zig­ten nicht mehr da war, sol­len sich der Le­gen­de nach die Eier im Korb der Chris­tin in ei­nen bril­lan­ten Rot­ton ver­färbt ha­ben.

One ver­si­on in­vol­ves Mary Magdalene’s trip to Je­sus’ tomb th­ree days af­ter his cru­ci­fi­xi­on. She car­ri­ed a bas­ket of coo­ked eggs to share with the other wo­men who would be mour­ning at the tomb.

Boett­cher, Kait­lyn: 5 Theo­ries About Why We Dye Eggs for Eas­ter. mentalfloss.com (03/2016).

Bild von vier gefärbten Ostereiern (Rot, Grün, Gelb, Blau)Dass die mit­tel­al­ter­li­chen Men­schen des spä­ten 13. Jahr­hun­derts Os­ter­ei­er kann­ten und die­se auch be­reits färb­ten, be­weist ein Pos­ten im Haus­halts­buch des eng­li­schen Kö­nigs Edu­ard I. Der Herr­scher soll den Auf­zeich­nun­gen nach 450 Eier, die mit Blatt­gold ge­färbt wa­ren, an sei­nen kö­nig­li­chen Hof­staat zum Os­ter­fest ver­schenkt ha­ben.

A no­ta­ti­on in the house­hold ac­counts of Ed­ward I of Eng­land show­ed an ex­pen­dit­u­re of eigh­te­en pence for 450 eggs to be gold-leafed and co­lo­red for Eas­ter gifts.

Trow­bridge Fi­lip­po­ne, Peg­gy: Eas­ter Egg Histo­ry - The histo­ry of Eas­ter eggs. homecooking.about.com (03/2016).

Bild von verschiedenen Decoupage OstereiernGe­färb­te Os­ter­ei­er ha­ben, wie Sie se­hen, eine sehr lan­ge Tra­di­ti­on. Heut­zu­ta­ge wer­den die meis­ten Eier mit Farb­stäb­chen oder Farb­ta­blet­ten ge­färbt, die auf Le­bens­mit­tel­far­be und Ge­la­ti­ne ba­sie­ren. Ein be­währ­tes Sys­tem, was den Nach­teil birgt, dass die Eier nur ein­far­big wer­den bzw. ein enor­mes künst­le­ri­sches Ta­lent von­nö­ten ist, um mit­hil­fe der un­hand­li­chen Farb­stäb­chen ein sau­be­res Mus­ter auf die Ei­er­scha­len zu ma­len.

Bild von Vogel auf Decoupage OstereiWenn Sie für Ih­ren Os­ter­strauch, Os­ter­kranz oder die früh­lings­haf­te Fens­ter­de­ko­ra­ti­on je­doch ein­zig­ar­ti­ge Os­ter­ei­er mit far­ben­fro­hen Mo­ti­ven, Mus­tern und For­men ha­ben möch­ten, dann bleibt Ih­nen nur die De­cou­pa­ge Tech­nik. Das De­ko­rie­ren der Eier mit­hil­fe die­ser Me­tho­de ist min­des­tens ge­nau­so ein­fach wie das kon­ven­tio­nel­le Fär­ben. Hin­zu kommt, dass das De­cou­pa­ge sei­nen Ur­sprung im Chi­na des 12. Jahr­hun­derts hat. Ein De­cou­pa­ge Os­ter­ei ist dem­nach eine Kom­po­si­ti­on zwei­er Ge­pflo­gen­hei­ten un­ter­schied­li­cher his­to­ri­scher Wel­ten.

Wäh­rend­des­sen man hier­zu­lan­de schon froh war, im 12. Jahr­hun­dert mit dem Büt­ten­pa­pier über­haupt ei­nen Schreib­un­ter­grund zu ha­ben, wur­den in Chi­na be­reits Pa­ra­vents, La­ter­nen und Fens­ter mit De­cou­pa­ge de­ko­riert.

Sa­scha: De­cou­pa­ge – ein Bas­tel­trend. gws2.de (03/2016).

Im fol­gen­den Ar­ti­kel er­fah­ren Sie, wie Sie Os­ter­ei­er mit De­cou­pa­ge ver­zie­ren und wor­in die Un­ter­schie­de zum ge­wöhn­li­chen Ei­er­fär­ben lie­gen. Au­ßer­dem sage ich Ih­nen, wie Sie Hüh­ner­ei­er rich­tig aus­bla­sen, und be­wei­se zu­dem noch, dass das Os­ter­ei­er­fär­ben wei­ter­hin voll im Trend liegt.

Bild von gefärbten Ostereiern (Farbe/Decoupage) von Veronika Vetter (DAoCFrEak) Fine-Art Künstlerin

Wie werden Eier ausgeblasen?

Im­mer wenn Ihre Os­ter­ei­er nicht zum Ver­zehr, son­dern für die rei­ne Os­ter­de­ko ge­dacht sind, müs­sen die­se vor dem De­ko­rie­ren aus­ge­bla­sen wer­den.

Bild vom Einstechen der Löcher in ein EiEier sind schließ­lich ein hoch­wer­ti­ges Le­bens­mit­tel, durch das Aus­bla­sen ist es dem­nach mög­lich, den In­halt zum Bei­spiel als Rühr­ei wei­ter­zu­ver­ar­bei­ten. Nicht zu ver­ges­sen, dass fau­le Eier mit der Zeit auch sehr un­an­ge­nehm durch die Scha­le rie­chen. Als Hilfs­mit­tel für das Aus­bla­sen der Eier be­nö­ti­gen Sie eine Schüs­sel, ei­ni­ge Schasch­lik­spie­ße und et­was zum An­ste­chen. Am bes­ten eig­net sich hier­für der Ei­er­piek­ser, der im Zu­be­hör je­des Ei­er­ko­chers ent­hal­ten ist. Zu­nächst ste­chen Sie par­al­lel zu­ein­an­der je­weils ein Loch in die Ober- und Un­ter­sei­te des Eies.

  • Hal­ten Sie nun das Ei senk­recht über eine Schüs­sel und pus­ten Sie mit Ih­rem Mund kräf­tig in das obe­re Loch.

Bild von Veronika Vetter, die ein Ei zu Ostern ausbläst Durch den Druck ge­langt dar­auf­hin der In­halt des Eies in das Be­hält­nis. Nach­dem Sie die Ei­er­scha­le ge­leert ha­ben, ist es wich­tig, die­se un­ter flie­ßen­dem Was­ser vor­sich­tig aus­zu­wa­schen. Zum Trock­nen bie­tet es sich dar­auf­fol­gend an, das nas­se, aus­ge­bla­se­ne Ei auf ei­nen Schasch­lik­spieß zu ste­cken und es für un­ge­fähr eine Stun­de luft­trock­nen zu las­sen.

Ostereier mit Decoupage verzieren - so geht’s

Bild von Decoupage Material für Ostereier

Ne­ben sehr dün­nem Decoupage-Papier be­nö­ti­gen Sie au­ßer­dem ei­nen spe­zi­el­len Kle­ber. Die­ser flüs­si­ge Kle­ber für De­cou­pa­ge wird von ver­schie­de­nen Her­stel­lern an­ge­bo­ten und ist gleich­zei­tig ein Lack, der die Ober­flä­che ver­sie­gelt. Des Wei­te­ren fühlt sich das Os­ter­ei durch den be­son­de­ren Kleb­stoff sehr weich an und sieht ein we­nig aus wie aus Por­zel­lan. Zum Auf­tra­gen der ein­zel­nen Blatt­schich­ten be­nö­ti­gen Sie zu­dem ei­nen Pin­sel.

  • Be­vor Sie das Pa­pier auf­tra­gen kön­nen, müs­sen Sie die­ses zer­klei­nern. Sie kön­nen das Decoupage-Papier ent­we­der zer­rei­ßen oder zer­schnei­den.

Dar­auf­fol­gend neh­men Sie den Schasch­lik­spieß, auf dem Ihr aus­ge­bla­se­nes Ei steckt, be­strei­chen eine Stel­le mit­hil­fe ei­nes Pin­sels mit et­was Kle­ber und tra­gen ei­nen Pa­pier­schnip­sel auf. Es ist rat­sam, die lee­re Ei­er­scha­le am obe­ren Loch auf­zu­spie­ßen, die­ses muss näm­lich frei blei­ben, um das Os­ter­ei spä­ter auf­fä­deln zu kön­nen. Hin­weis: Zum Ver­klei­den der Ei­er­scha­le ist eine Pa­pier­la­ge be­reits aus­rei­chend, es ist je­doch eben­so mög­lich, meh­re­re La­gen auf­zu­kle­ben, um bei­spiels­wei­se ei­ge­ne Mus­ter zu kre­ieren.

  • Nicht nur die Un­ter­sei­te ei­nes Pa­pier­schnip­sels, son­dern auch die Ober­sei­te muss mit et­was Kle­ber zum Fi­xie­ren be­stri­chen wer­den. Wich­tig: Ganz zum Schluss, wenn Ihr Os­ter­ei nach Ih­ren Wün­schen de­ko­riert ist, soll­te das Ei noch­mals kom­plett mit dem De­cou­pa­ge Kle­ber be­stri­chen wer­den.
  • Der Kle­ber auf dem Os­ter­ei be­nö­tigt in etwa drei Stun­den, bis die­ser völ­lig ge­trock­net ist.
  • Zum Auf­fä­deln eig­net sich be­son­ders gut ein wei­ßes Wachs­band. Die­ses for­men Sie zur Schlei­fe und bin­den dar­auf­fol­gend ei­nen Kno­ten ans un­te­re Ende. Den Kno­ten ver­sen­ken Sie im Loch des Os­ter­ei­es, schon kann die­ses si­cher auf­ge­hängt wer­den.

Der Faktencheck - Decoupage oder Eierfärben?

Bild vom Beseitigen des Eierstempels mit Nagellackentferner

Ein be­son­ders gro­ßer Vor­teil der De­cou­pa­ge Tech­nik ist, dass Sie auch brau­ne Eier zum De­ko­rie­ren ver­wen­den kön­nen. Des Wei­te­ren ist es nicht nö­tig, den Ei­er­stem­pel mit­hil­fe von Na­gel­lack­ent­fer­ner zu be­sei­ti­gen. Durch den Lack sind De­cou­pa­ge Os­ter­ei­er was­ser­ab­wei­send und da­mit prä­de­sti­niert für den Outdoor-Einsatz. Mit kon­ven­tio­nel­ler Far­be ein­ge­färb­te Os­ter­ei­er sind im­mer et­was kleb­rig, was an der Farb­zu­sam­men­set­zung liegt, da­ge­gen sind Eier, die mit­hil­fe der De­cou­pa­ge Tech­nik ver­klei­det wur­den sam­tig weich.

Au­ßer­dem blasst die Le­bens­mit­tel­far­be schnell aus, wäh­rend­des­sen De­cou­pa­ge Os­ter­ei­er über vie­le Sai­sons als De­ko­ra­ti­on fun­gie­ren kön­nen. Der Nach­teil der De­cou­pa­ge Tech­nik sind die ho­hen An­schaf­fungs­kos­ten. Ein Päck­chen Os­ter­ei­er­far­be kos­tet in der Re­gel nicht ein­mal ei­nen Euro, wäh­rend­des­sen Sie mit ei­nem viel­sei­ti­gen De­cou­pa­ge Bas­tel­set schnell bei 20,00 Euro lie­gen. Nicht zu ver­ges­sen, dass mit Pa­pier be­leg­te Os­ter­ei­er na­tür­lich zu­vor im­mer aus­ge­bla­sen wer­den müs­sen.

Ist Ostereierfärben überhaupt noch cool?

Sie den­ken, Os­ter­ei­er­fär­ben sei nur et­was für Omis und Kin­der? Dann ver­su­chen Sie ein­mal am Grün­don­ners­tag, noch in ir­gend­ei­nem Ge­schäft Os­ter­ei­er­far­be auf­zu­trei­ben. In Wahr­heit er­fah­ren die bun­ten Eier eine Re­nais­sance, was eben­falls un­se­re ein­mo­na­ti­ge Kurz­zeit­um­fra­ge mit über 150 Teil­neh­mern be­weist.

Bild vom Umfrageergebnis, einer unter höchsten wissenschaftlichen Standards erhobenen Umfage zum Thema Ostereierfärben

Da­bei ga­ben ins­ge­samt 88% der Um­fra­ge­teil­neh­mer an, dass Os­ter­ei­er bei ih­nen eine Rol­le in der Vor­ost­er­zeit spie­len.

  • Da­von be­ma­len 72% ihre Os­ter­ei­er selbst.
  • 16% kau­fen hin­ge­gen Os­ter­ei­er, die be­reits ein­ge­färbt sind.
  • Bei le­dig­lich 12% gibt es kei­ne Os­ter­ei­er zur Os­ter­zeit.

Wie Sie se­hen, liegt das Os­ter­ei­er­fär­ben auch in Zei­ten von Smartphone-Selfies, vir­tu­el­ler Rea­li­tät und Feelgood-Managern voll im Trend.

Fazit zu Decoupage Ostereiern

Wenn Sie die­ses Jahr ein­fach mehr aus Ih­rer Os­ter­de­ko­ra­ti­on her­aus­ho­len wol­len, lege ich Ih­nen De­cou­pa­ge Os­ter­ei­er ans Herz. Ne­ben den un­ter­schied­lichs­ten Ge­stal­tungs­mög­lich­kei­ten, die je­des Bast­ler­herz hö­her schla­gen las­sen, pro­fi­tie­ren Sie mit­hil­fe der De­cou­pa­ge Tech­nik auch durch sub­ti­le At­tri­bu­te. Durch die drei­di­men­sio­na­le ova­le Ei­er­form wir­ken vor al­lem Tier­mo­ti­ve wie Vö­gel oder Ha­sen sehr le­ben­dig und in­ter­es­sant. Des Wei­te­ren kön­nen dank De­cou­pa­ge auch we­ni­ger ta­len­tier­te Zeich­ner kunst­vol­le Bil­der­sze­ne­rien er­stel­len.

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Wel­cher Typ Ei­er­es­ser sind Sie? Eher der Ge­nie­ßer, der fein­mo­to­risch das Ei im Ei­er­be­cher mit­hil­fe ei­nes Tee­löf­fels auf­klopft und Stück für Stück die Scha­le ab­nimmt? Oder sind Sie der ziel­ori­en­tier­te Es­ser, der kur­zen Pro­zess macht und das ge­koch­te Ei mit ei­nem Mes­ser köpft? Bei mir hängt es von der Kon­sis­tenz des Eies ab.

Bild von drei bunten Eierbechern aus PapierDer Ei­er­be­cher (eng­lisch egg cup) wur­de ver­mut­lich in der alt­ori­en­ta­li­schen An­ti­ke im heu­ti­gen, süd­tür­ki­schen Raum (An­tak­ya) nur er­fun­den, da­mit die Men­schen je­ner Zeit ein flüs­si­ges Ei löf­feln konn­ten. Dass auch die Zeit­ge­nos­sen des Ba­rocks das spe­zi­el­le Ei­er­ge­schirr ver­wen­de­ten, um ein wachs­wei­ches Ei ge­nie­ßen zu kön­nen, be­weist eben­falls das Bild „Still­le­ben mit Nel­ken” des Ma­lers Ge­org Fle­gel. Wenn Sie also zu den Ei­er­klop­fern ge­hö­ren, ze­le­brie­ren Sie ei­nen Brauch, der jahr­tau­sen­de­alt ist.

The ear­liest images of egg cups ap­pear in a Tur­ki­sh mo­saic da­ting from 3 AD and ex­amp­les were found among the ru­ins of Pom­peii from 79 AD.

Evans, Ja­mes: Histo­ry. factsfacts.com (03/2016).

Bild von Ostereiern im Eierbecher mit EntenfüßenIn den Brei­ten­gra­den des Hei­li­gen Rö­mi­schen Rei­ches deut­scher Na­ti­on mach­te man sich nichts aus Ei­er­be­chern. Die­ses Ge­fäß war vor al­lem beim bri­ti­schen und fran­zö­si­schen Hoch­adel sehr be­liebt. Bei Letz­te­rem hat sich dann wohl auch das Ei­er­köp­fen eta­bliert. Kein Ge­rin­ge­rer als Kö­nig Lud­wig XV. ließ kei­ne Ge­le­gen­heit aus, um sei­nen Höf­lin­gen zu zei­gen, dass er sein Ei mit nur ei­nem Schlag köp­fen konn­te. Viel­leicht in­spi­rier­te der alte Kö­nig da­mit auch un­be­wusst sein Volk, sei­nen Sohn Lud­wig XVI. und sei­ne Frau Ma­rie An­toi­net­te im Zuge der Fran­zö­si­schen Re­vo­lu­ti­on köp­fen zu las­sen.

Lou­is XV of­ten en­ter­tai­ned his cour­tiers by “be­hea­ding” the egg in his egg­cup with one sli­ce. Iro­ni­cal­ly, Lou­is XVI and his wife, Ma­rie An­toi­net­te, would be be­hea­ded du­ring the “Reign of Ter­ror” in 1793.

Cook, Alan: Histo­ry of the Egg­cup. replacements.com (03/2016).

Bild von Pappmaché Eierbechern, die mit bunten Schokoladeneiern gefüllt sindIn die deut­sche Bour­geoi­sie ge­lang­ten Ei­er­be­cher erst Mit­te des 19. Jahr­hun­derts. Der Pro­zess be­gann da­mit, dass Ende 1707 das eu­ro­päi­sche Hart­por­zel­lan in Sach­sen (Meiss­ner Por­zel­lan) er­fun­den wur­de. Durch die gro­ßen Kao­lin­vor­kom­men im Fich­tel­ge­bir­ge sie­del­ten sich dort un­ge­fähr 150 Jah­re spä­ter Por­zel­lan­ma­nu­fak­tu­ren (Hutschenreuther/Rosenthal) an, die im Ge­gen­satz zur klas­si­schen Hand­pro­duk­ti­on, ei­nen Teil des Her­stel­lungs­pro­zes­ses ma­schi­nell er­le­di­gen lie­ßen. Da­durch sank der Preis des wei­ßen Gol­des, wel­ches bis da­hin dem Adel und ho­hen Di­plo­ma­ten vor­ent­hal­ten war.

Ende 1707 ge­lang es den bei­den in Mei­ßen tat­säch­lich, die che­mi­sche Re­zep­tur von Por­zel­lan zu kna­cken und ein ers­tes Ge­fäß dar­aus her­zu­stel­len. [...] Die Be­trie­be im Fich­tel­ge­bir­ge setz­ten auch zum ers­ten Mal Ma­schi­nen zur Por­zel­lan­her­stel­lung ein.

Kauf­mann, Sa­bi­ne: Deut­sche Hoch­burg im Fich­tel­ge­bir­ge. planet-wissen.de (03/2016).

Schnell wur­de dar­auf­hin die deut­sche Samm­ler­lei­den­schaft zum Le­ben er­weckt und je­der Haus­halt, der et­was auf sich hielt, be­saß min­des­tens ein pur­pur­far­be­nes oder ko­balt­blau­es Por­zel­lan­ser­vice, in dem sich im­mer auch Ei­er­be­cher be­fan­den, be­vor­zugt im Zwiebel- oder Vo­gel­de­kor.

Bild von bunten Papiereierbechern gebastelt von Veronika Vetter (DAoCFrEak) Fine-Art Künstlerin

Heut­zu­ta­ge sind Ei­er­be­cher eher schlicht aus güns­ti­gem Feld­spat­por­zel­lan oder Plas­tik und ho­len we­der Samm­ler noch Kunst­lieb­ha­ber vorm Ofen her­vor.

Bild vom Entenfuß EierbecherWer also ein be­son­de­res Ge­fäß für Eier will, der muss es sich schon selbst ma­chen und wel­ches Er­eig­nis eig­net sich da­für bes­ser als das Os­ter­fest? Pas­send dazu habe ich bun­te Ei­er­be­cher aus Pa­pier ge­bas­telt, die je­weils zwei klei­ne En­ten­fü­ße ha­ben. Ein sü­ßer Os­ter­ei­er­be­cher ist fünf Zen­ti­me­ter hoch und sechs Zen­ti­me­ter breit. Da­bei ist das Pa­pier­ge­schirr so sta­bil, dass es selbst schwe­re, gro­ße Eier der Grö­ße L si­cher trägt.

Bastelanleitung für Eierbecher

Bild von den Bastelelementen für die Entenfüße

Zur Her­stel­lung ei­nes Ei­er­be­chers ver­wen­de­te ich Schasch­lik­spie­ße, wei­ßes Dru­cker­pa­pier und et­was Kar­ton. Für die Pappmaché-Technik ka­men des Wei­te­ren Ta­pe­ten­kleis­ter so­wie eine Scha­le voll Was­ser zum Ein­satz. Als Mo­dell nahm ich ein aus­ge­bla­se­nes Ei der Grö­ße L zur Hil­fe. Als Werk­zeu­ge soll­ten Sie sich eine Sche­re, flüs­si­gen Kle­ber, et­was Krepp­band, Frisch­hal­te­fo­lie, Acryl­far­ben, Deck­weiß und mei­ne DIN A4 Bas­tel­scha­blo­ne zu­recht­le­gen.

Zu­al­ler­erst form­te ich die Wat­schel­fü­ße von Scha­blo­ne #1. Dazu fer­tig­te ich mir die Bei­ne und die Kno­chen der En­ten­fü­ße aus Schasch­lik­spie­ßen an. Die Fuß­flä­chen schnitt ich aus Kar­ton aus. Je­des Bein des Ei­er­be­chers be­steht aus drei Holz­stü­cken, die­se um­wi­ckel­te ich mit et­was Krepp­band, hin­ge­gen die drei En­ten­fuß­kno­chen kleb­te ich di­rekt auf je­weils eine Fuß­flä­che. Hin­ter die Kno­chen kleb­te ich dar­auf­fol­gend senk­recht die En­ten­bei­ne auf.

  • Als ich das Grund­ge­rüst von den bei­den sü­ßen En­ten­füß­chen ge­bas­telt hat­te, blies ich ein Ei der Grö­ße L aus.
  • Gleich da­nach wi­ckel­te ich das Ei kom­plett in Frisch­hal­te­fo­lie ein.

Eierbecher wird stabil durch Pappmaché

Bild von Material für PappmachéBe­vor ich mein Ei mit den Fü­ßen ver­bin­den konn­te, muss­te ich mir den Kleis­ter für die Pappmaché-Technik vor­be­rei­ten. Dazu gab ich 150 Mil­li­li­ter in eine Schüs­sel und ließ zwei Gramm Ta­pe­ten­kleis­ter­pul­ver hin­ein­rie­seln. Ich ver­misch­te al­les so lan­ge, bis eine glib­be­ri­ge Mas­se ent­stand. Gleich dar­auf riss ich wei­ßes Dru­cker­pa­pier in klei­ne Stü­cke und lan­ge Strei­fen.

Ich tunk­te nun im­mer ein Stück­chen Dru­cker­pa­pier in den Kleis­ter und leg­te es auf die Frisch­hal­te­fo­lie, die um mei­nen Ei­er­roh­ling ge­wi­ckelt war. Ich be­leg­te et­was mehr als die Hälf­te des Eies mit un­ge­fähr fünf La­gen. Mit den lan­gen Strei­fen be­fes­tig­te ich die bei­den En­ten­fü­ße, wel­che ich zu­vor eben­falls mit klei­nen Pa­pier­schnip­seln ver­klei­de­te, an der Un­ter­sei­te des Ei­er­be­chers. Wich­tig: So­lan­ge das Gan­ze feucht ist, kön­nen Sie die Füße ka­li­brie­ren. Drü­cken Sie al­les so zu­recht, bis das Mo­dellei si­cher von den En­ten­fü­ßen ge­tra­gen wird. Ist dies der Fall, las­sen Sie das Ge­schirr für 24 Stun­den trock­nen.

In Form bringen und aufhübschen des Eierbechers

Bild vom Einschneiden eines Zick-Zack-Musters in die PapiereierschaleAls der Kleis­ter ge­trock­net war, zog ich das Mus­te­rei vor­sich­tig aus dem noch wei­ßen Ei­er­be­cher. Hin­weis: Es kann sein, dass das Ei sich par­tout nicht vom Be­cher lö­sen will. Dann hilft es nur, die Ei­er­scha­le zu zer­schla­gen. Des­halb ist es sinn­voll ein aus­ge­bla­se­nes Ei als Mo­dell zu neh­men, auch wenn dies mehr Vor­be­rei­tungs­zeit in An­spruch nimmt. Mit­hil­fe ei­ner Sche­re schnitt ich di­rekt im An­schluss ein Zick-Zack-Muster in den Rand des Pa­pierei­er­be­chers.

Bild vom Bemalen des Eierbechers mit AcrylfarbenZu gu­ter Letzt be­mal­te ich mei­nen Ei­er­be­cher mit Acryl­far­ben. Die­se de­cken nicht nur bes­ser als Was­ser­far­ben, son­dern kon­ser­vie­ren gleich­zei­tig die Ober­flä­che, so­dass sich der fi­de­le Be­cher viel schö­ner an­fas­sen lässt. Au­ßer­dem ver­leiht die Acryl­far­be dem Mo­tiv gleich­zei­tig ei­nen schö­nen Glanz. Mit Deck­weiß ak­zen­tu­ier­te ich noch die dick­bauchi­ge Flä­che des Pa­pier­ge­schirrs, da­nach ist der Ei­er­be­cher aus Pa­pier be­reits ein­satz­be­reit.

Fazit und Reisegeschichte zu Eierbechern

Bunte Eierbecher fürs OsterfrühstückDie Ei­er­be­cher mit En­ten­fü­ßen sind eine su­per lus­ti­ge Os­ter­bas­te­lei, die ge­ra­de prä­de­sti­niert dazu ist, um mit Kin­dern nach­ge­bas­telt zu wer­den. Durch die Vor­be­rei­tungs­zeit und die Trock­nungs­pha­se ver­teilt sich das Bas­tel­pro­jekt auf zwei Tage. Wenn Sie je­doch die pos­sier­li­chen Ei­er­be­cher dann am Os­ter­früh­stücks­tisch an­strah­len, ver­spre­che ich Ih­nen, wer­den Sie für Ihre Ar­beit zur Ge­nü­ge ent­schä­digt.

Falls Sie mal in den USA zu Be­such sind und in ei­nem Di­ner oder in ei­nem Cof­fee­shop es­sen ge­hen, be­stel­len Sie un­be­dingt ein­mal wei­che, ge­koch­te Eier (eng­lisch soft boi­led eggs) und war­ten Sie, was pas­siert. Als ich 2011 mit ei­ner gu­ten Freun­din in Dick­in­son, North Da­ko­ta Ur­laub mach­te, be­kam ich zwar in je­dem Eta­blis­se­ment mei­ne ge­koch­ten Früh­stücks­ei­er, je­doch im­mer be­reits ge­schält im Glas. Auch bei un­se­rer Gast­fa­mi­lie gab es kei­ne Ei­er­be­cher weit und breit, wenn es Eier gab, dann nur Rührei­er (eng­lisch scram­bled eggs). Als ich die Mum Mary frag­te, war­um es in den USA kei­ne Ei­er­be­cher gibt, wuss­te sie gar nicht, was ich woll­te. An­de­re Län­der, an­de­re Sit­ten. Üb­ri­gens bei die­sem Ur­laub lern­te ich auch, dass ca­ble­sa­lad nicht Ka­bel­sa­lat heißt.

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