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Hahn basteln - so geht’s

Der Hahn dürf­te der meist­be­schäf­tigts­te Vo­gel auf un­se­rem Pla­ne­ten sein, ob­wohl er fast kei­ne na­tür­li­chen Auf­ga­ben hat. Denn ein stol­zer Go­ckel muss an sich nichts wei­ter tun, als sei­ne Glu­cken vor Fein­den zu be­schüt­zen. Au­ßer­dem hat er da­für Sor­ge zu tra­gen, dass die Haus­huhn­art er­hal­ten bleibt. Durch das vier­tau­send­jäh­ri­ge enge Zu­sam­men­le­ben mit dem Men­schen trägt der bla­sier­te Vo­gel al­ler­dings noch für deut­lich mehr Be­rei­che die Ver­ant­wor­tung.

Bild von Ostereiern mit Gockel aus PapierSein ein­fa­ches Ki­ke­ri­ki, wel­ches er je­den Mor­gen zwi­schen 4:00 und 5:00 Uhr träl­lert, um sein Re­vier akus­tisch zu mar­kie­ren, ge­nüg­te be­reits in man­chen an­ti­ken Hoch­kul­tu­ren, um dem Hahn den Gott­sta­tus zu ver­lei­hen. Als Gott der Son­ne oder des Lichts, der den Sieg über die Fins­ter­nis ver­kün­det, wur­de er vom ho­hen Nor­den bis hin­un­ter nach Ägyp­ten ver­ehrt. Mitt­ler­wei­le weiß je­der, dass der eit­le Go­ckel kräht, wenn es ihm be­liebt und auch nicht das Wet­ter vor­aus­sa­gen kann.

Kräht der Hahn früh auf dem Mist, än­dert sich das Wet­ter, oder es bleibt wie es ist.

Alt­deut­sches Spricht­wort.

Bild vom eitlen PapierhahnDie­ser heid­ni­schen An­schau­ung ver­dankt das gra­vi­tä­ti­sche Fe­der­vieh auch höchst­wahr­schein­lich sei­nen Auf­stieg auf meist evan­ge­li­sche Kirch­tür­me. Je nach Wind­la­ge dreht er dort in krä­hen­der Pose sei­ne Run­den. Dies soll den wen­de­hal­si­gen, bi­bli­schen Pe­trus sym­bo­li­sie­ren. Die­ser er­hielt von Je­sus die Pro­phe­zei­ung, dass der Hahn erst krä­hen wird, wenn Pe­trus ihn drei­mal ver­leug­net hat. Und so kam es der Ge­schich­te nach auch.

Da dach­te Pe­trus an die Wor­te Jesu, da er zu ihm sag­te: „Ehe der Hahn krä­hen wird, wirst du mich drei­mal ver­leug­nen”, und ging hin­aus und wein­te bit­ter­lich.

Mat­thä­us 26,75: Die Ver­leug­nung des Pe­trus. bibel-online.net (04/2016).

Bild von Rückseite des 3D Hahns aus PapierIm­mer wenn Men­schen den Hahn cha­rak­te­ri­siert ha­ben, ka­men da­bei die un­ter­schied­lichs­ten Er­geb­nis­se her­aus. Der flug­un­fä­hi­ge Vo­gel soll vor al­lem stolz und dick­köp­fig sein. Un­ge­fähr so wie die Ein­woh­ner Frank­reichs zur Rö­mer­zeit, die dar­auf­hin den Na­men Gal­li­er (lat. gal­lus) er­hiel­ten und des­halb den Hahn bis in das Jahr 1789 in ih­rer Hee­res­fah­ne tru­gen. Des Wei­te­ren wird Häh­nen nach­ge­sagt mu­tig und wach­sam zu sein, wes­halb die­se häu­fig auf Stadt­wap­pen (Frank­furt an der Oder) in Ver­bin­dung mit Stadt­to­ren vor­kom­men. Na­tür­lich kann es eben­so pas­sie­ren, dass Homo sa­pi­ens die Cha­rak­te­ris­ti­ka des Flat­ter­manns je nach Si­tua­ti­on sehr will­kür­lich be­stimmt:

Sie, das ist kein ge­wöhn­li­cher Ka­paun. Das war ein so ta­len­tier­tes Vieh, hör ich, daß es nur ge­fres­sen hat, wenn sie ihm Mu­sik auf­ge­spielt ha­ben, und es hat sei­nen Leib­marsch ge­habt. Es hat rech­nen kön­nen, so in­tel­li­gent war es.

Brecht, Bert­hold: Mut­ter Cou­ra­ge und ihre Kin­der. 71. Auf­la­ge. Frank­furt am Main: Suhr­kamp Ver­lag 2015.

Dass der Hahn vor al­lem die küh­nen Ei­gen­schaf­ten be­stä­tigt, die man ihm nach­sagt, muss an sei­nem di­rek­ten Vor­fah­ren lie­gen. Schließ­lich war mit dem Ty­ran­no­sau­rus Rex, mit dem Hüh­ner evo­lu­tio­när stark in Ver­bin­dung ste­hen, sei­ner­zeit auch nicht gut Kir­schen es­sen.

And a com­pa­ri­son of the protein’s che­mi­cal struc­tu­re to a slew of other spe­ci­es show­ed an evo­lu­tio­na­ry link bet­ween T. rex and chi­ckens, bols­te­ring the idea that birds evol­ved from di­no­saurs.

Bry­ner, Jean­na: T. Rex Re­la­ted to Chi­ckens. livescience.com (04/2016).

Egal, ob Sie den viel­sei­ti­gen Vo­gel als früh­lings­haf­te De­ko­ra­ti­on, für das Mit­tel­al­ter­fest oder zum An­be­ten be­nö­ti­gen, ich habe ei­nen rea­li­täts­na­hen drei­di­men­sio­na­len Hahn aus Pa­pier ge­bas­telt, der al­len An­for­de­run­gen stand­hält. In der fol­gen­den Bas­tel­an­lei­tung er­fah­ren Sie nun, wie Sie ganz ein­fach selbst ei­nen prah­le­ri­schen Go­ckel mit­hil­fe mei­ner Scha­blo­nen zu­sam­men­bau­en kön­nen.

Bild von Hahn aus Papier, selbst gebastelt von Veronika Vetter (DAoCFrEak) Fine Art Künstlerin

Der Pa­pier­hahn ist 25,5 Zen­ti­me­ter lang, 14 Zen­ti­me­ter breit und 24,5 Zen­ti­me­ter hoch. Das Mo­tiv be­steht aus 28 Steck­ele­men­ten und steht sta­bil mit stolz ge­schwell­ter Brust auf sei­nen zwei Bei­nen.

Bastelanleitung für Hahn

Bild von Papiersilhouette HahnDas schi­cke Hähn­chen be­steht kom­plett aus Ton­pa­pier. Ich ver­wen­de­te die Far­ben Gelb, Oran­ge, Rot, Grün, Reh­braun und Braun. Die bei­den Hüh­ner­pu­pil­len sind fer­ti­ge Auf­kle­ber, die ich ein­fach auf­ge­klebt habe. Als Werk­zeu­ge nahm ich nichts wei­ter als eine Sche­re, flüs­si­gen Kle­ber und mei­ne DIN A4 Bas­tel­scha­blo­nen (#1 /#2 /#3 /#4 /#5 /#6 /#7 /#8 /#9 /#10 /#11 /#12 /#13 /#14 /#15 /#16 /#17 /#18 /#19 /#20) zur Hil­fe.

Bild vom Aufeinanderkleben der SilhouettenZu­al­ler­erst bas­tel­te ich den ab­so­lu­ten Mit­tel­punkt des Hahns. Da­für fer­tig­te ich Scha­blo­ne #1 zwei­mal aus reh­brau­nem und ein­mal aus brau­nem Ton­pa­pier an. Ich kleb­te gleich dar­auf die bei­den reh­brau­nen Sil­hou­et­ten um das brau­ne Ein­zel­teil und schnitt das Gan­ze nach der Scha­blo­ne ein. Di­rekt im An­schluss fer­tig­te ich den Hah­nen­kamm, den Schna­bel und die Schwanz­fe­dern von Scha­blo­ne #2 aus den Ton­pa­pier­far­ben Rot, Oran­ge und Grün an. Die­se kleb­te ich gleich da­nach am Mit­tel­stück fest. Wich­tig: Die ver­stärk­ten Schwanz­fe­dern kleb­te ich um­schlin­gend über die ein­zel­nen Sil­hou­et­ten­stü­cke.

Vier Silhouetten für den Hahnenkopf

Ne­ben dem Mit­tel­teil be­steht der Kopf des Hahns noch aus vier wei­te­ren Sil­hou­et­ten, die ich nach ähn­li­chem Prin­zip an­ge­fer­tigt habe. Der ein­zi­ge Un­ter­schied zur mitt­le­ren Sil­hou­et­te ist, dass die fol­gen­den Ele­men­te nur noch aus je­weils zwei Ein­zel­tei­len be­stehen. Ich nahm also Scha­blo­ne #3 wor­auf sich die bei­den Sil­hou­et­ten be­fin­den, die links und rechts ne­ben das Mit­tel­stück ge­steckt wer­den. Ich fer­tig­te die­se zwei­mal aus reh­brau­nem und zwei­mal aus brau­nem Ton­pa­pier an und kleb­te im­mer zwei un­ter­schied­li­che Far­ben auf­ein­an­der.

  • Zur Scha­blo­ne #3 ge­hört Scha­blo­ne #4. Hier­auf be­fin­den sich wie­der die zu den Sil­hou­et­ten pas­sen­den Schwanz­fe­dern und der Kehl­lap­pen des Hahns.

Bild von den fertiggestellten Hahnsilhouetten aus PapierNach­dem ich die­se Ele­men­te an­ge­bracht hat­te, schnitt ich wie­der jede der Hahn­sil­hou­et­ten der Scha­blo­ne nach ein. Gleich da­nach wie­der­hol­te ich die­se Schrit­te mit den Scha­blo­nen #5 und #6. Da­mit habe ich die ins­ge­samt fünf Steck­ele­men­te für den Kopf und Kör­per des Pa­pier­hahns fer­tig­ge­stellt. Da­mit die­se nun ver­bun­den wer­den kön­nen, fer­tig­te ich die Quer­stre­ben der Scha­blo­nen #7 und #8 aus reh­brau­nem Ton­pa­pier an.

Bild von drei Querstreben für den HahnenkörperAlle drei Quer­stre­ben habe ich dop­pelt mit der­sel­ben Ton­pa­pier­far­be ver­klebt und der Scha­blo­ne nach ein­ge­schnit­ten. In die­se Hal­te­run­gen steck­te ich nun von der Mit­te aus­ge­hend mei­ne fünf Kopf- und Kör­per­sil­hou­et­ten des Hahns fest. Hin­weis: Ich steck­te das Gan­ze so, dass die dunk­le­re, brau­ne Sei­te im­mer nach in­nen zeigt. Da­mit kann das Mo­tiv auch schon das ers­te Mal von al­lei­ne sit­zen und es ist gleich zu se­hen, wie der Go­ckel spä­ter ein­mal aus­se­hen wird.

Bild vom Fixieren des PapierhahnsDa­mit auch der Kopf und die Gur­gel des Flat­ter­manns fi­xiert sind, habe ich die bei­den klei­ne­ren Sta­bi­li­sie­rungs­ele­men­te von Scha­blo­ne #9 nach der glei­chen Me­tho­de an­ge­fer­tigt. Nach­dem ich auch die­se bei­den Quer­stre­ben ein­ge­steckt hat­te, kleb­te ich zwei Pu­pil­len auf die ro­ten Au­gen. Der sit­zen­de Hahn soll­te nun un­ge­fähr so aus­se­hen, als wür­de er ge­ra­de ein Ei aus­brü­ten.

Brust oder Beine? Lieber Hühnerfüße aus Papier

Im nächs­ten Schritt be­rei­te­te ich die Sil­hou­et­ten vor, an de­nen die Bei­ne be­fes­tigt wer­den. Zu­erst fer­tig­te ich da­für die Scha­blo­nen #10 - #15 aus mei­nen bei­den Braun­tö­nen an, kleb­te wie­der im­mer zwei iden­ti­sche Ein­zel­tei­le auf­ein­an­der und ver­sah je­des Ele­ment mit Ein­schnit­ten. Auf Scha­blo­ne #16 be­fin­den sich die Bei­ne und wei­te­re Schwanz­fe­dern. Zu­nächst kleb­te ich die Schwanz­fe­dern nach be­währ­tem Prin­zip auf die Brust­sil­hou­et­ten auf. Hin­weis: Ich kleb­te der Grö­ße nach, d. h. ich be­fes­tig­te die größ­ten Fe­dern auch auf den bei­den größ­ten Ele­men­ten.

  • Mein Hahn sieht so aus, als wür­de er lau­fen. Des­halb ver­fügt er über zwei un­ter­schied­li­che Bein­ele­men­te, eins für jede Sei­te. Nach­dem ich die Bei­ne aus gel­bem Ton­pa­pier an­ge­fer­tigt hat­te, kleb­te ich die­se dop­pelt, spar­te an der Ober­sei­te je­doch et­was aus. In die­se Lü­cke steck­te ich gleich dar­auf ein Brust­ele­ment. So­mit um­schlin­gen die gel­ben Bei­ne, ähn­lich wie die Schwanz­fe­dern, den brau­nen Kör­per von bei­den Sei­ten, was nicht nur gut aus­sieht, son­dern auch die Sta­bi­li­tät er­höht.

Bild vom Einsetzen der Querstreben für die Brust und den Schwanz

Da­mit der Hahn dau­er­haft ei­nen kräf­ti­gen Stand hat, habe ich noch die gel­ben Quer­stre­ben von Scha­blo­ne #17 wie ge­habt an­ge­fer­tigt und ein­ge­setzt. Auch von un­ten habe ich dem Pa­pier­go­ckel sta­tu­iert, da­für ver­wen­de­te ich die Quer­stre­ben von Scha­blo­ne #18, die ich zu­vor aus reh­brau­nem Ton­pa­pier an­fer­tig­te. Das größ­te Ele­ment schob ich von un­ten über die Brust und die drei klei­nen Ein­zel­tei­le steck­te ich kurz hin­ter dem Schwanz von oben auf.

Mehrfarbige Flügel zum Imponieren

Bild von Flügelelementen des HahnsMein Steck­tier ver­fügt auf je­der Sei­te über zwei­mal zwei un­ter­schied­lich gro­ße Flü­gel, die Ele­men­te da­für be­fin­den sich auf den Scha­blo­nen #19 und #20. Für den gro­ßen Flü­gel­hin­ter­grund ver­wen­de­te ich das Reh­braun, die Fe­dern deu­te­te ich mit Braun und Grün an. Ich kleb­te mei­ne je­weils zwei iden­ti­schen Flü­gel­paa­re zu­sam­men und steck­te die­se ab­schlie­ßend

Bild vom Anstecken der Flügel am 3D-Hahnan den bei­den Au­ßen­sei­ten des Hah­nen­kör­pers fest. Da­mit habe ich den Vo­gel fer­tig­ge­stellt. Das über­mü­ti­ge, männ­li­che Pa­pier­huhn ist ein mit­tel­schwe­res Bas­tel­mo­tiv, bei dem es be­son­ders auf sau­be­res Aus­schnei­den an­kommt. Nur dann steht der Hahn spä­ter auch sta­bil auf sei­nen bei­den Bei­nen. Als Bas­tel­zeit soll­ten Sie gut und ger­ne drei bis vier Stun­den ein­pla­nen.

Mein Fazit zum chauvinistischen Bastelmotiv

Bild vom protzigen Hahn aus PapierAn mei­nem Pa­pier­hahn ge­fällt mir be­son­ders, dass er auf­grund sei­ner stol­zen Pose und der Stel­lung der Bei­ne sehr le­ben­dig aus­sieht. Durch die vie­len Ein­zel­tei­le, die min­des­tens dop­pelt ge­klebt sind, hat der Go­ckel auch ein so­li­des Ge­wicht und kommt nicht zu win­dig da­her. Wäre ich eine Hen­ne und hät­te au­ßer mir nur noch ei­nen Hahn zur Sei­te, wür­de ich wahr­schein­lich nicht lan­ge le­ben. Denn wuss­ten Sie, dass ein Hahn mehr als fünf Hen­nen zur frei­en Ver­fü­gung braucht?

Mei­ner hat mo­men­tan 10 Hen­nen und alle Eier sind be­fruch­tet. Als er „nur” 5 Hen­nen hat­te, war es fast schon eine Qual, wie oft er die ge­poppt hat.

Andi: Wie­viel Hen­nen für ei­nen Hahn? huehner-info.de (04/2016).

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Karte zu Ostern basteln

Es gibt Tra­di­tio­nen, die so alt sind, dass die­se wahr­schein­lich nie­mals aus­ster­ben. Dazu ge­hört auf je­den Fall das Ver­schi­cken von Gruß­kar­ten. Ob­wohl heut­zu­ta­ge selbst Ur­omis wie Kö­ni­gin Eli­sa­beth II. über ein E-Mail-Konto so­wie ei­nen Facebook-Account ver­fü­gen und die Post die Por­to­prei­se so gut wie jähr­lich er­höht, gibt es im­mer noch in fast je­dem Ge­schäft Gruß­kar­ten­stän­der. Auch für mich ge­hört an be­son­de­ren Fei­er­ta­gen wie Os­tern eine ech­te Kar­te zum An­fas­sen an die lie­be Ver­wandt­schaft ein­fach dazu.

Bild von Osterkarte mit Pop-up-EffektMan geht da­von aus, dass der Brauch sich Grü­ße und Glück­wün­sche zu schi­cken, be­reits auf die al­ten Ägyp­ter bzw. Chi­ne­sen (Shang-Dynastie) vor un­ge­fähr 3500 Jah­ren zu­rück­geht. Le­dig­lich zum Be­ginn ei­nes neu­en Jah­res über­brach­ten sich die Men­schen je­ner Zeit Nach­rich­ten, die nur den Zweck hat­ten böse Geis­ter zu ver­trei­ben.

The tra­di­ti­on of sen­ding good wis­hes goes back many cen­tu­ries, pro­ba­b­ly be­gin­ning with the Chi­ne­se and Egyp­ti­ans who ex­ch­an­ged good­will mes­sa­ges at the start of a new year to ward off evil spi­rits.

The Gree­tings Card Com­pa­ny Ltd.: The Histo­ry of Gree­tings Cards. greetingcards.co.uk (03/2016).

Bild von selbst gebastelter Grußkarte zu OsternEs dau­er­te vie­le Jahr­hun­der­te, bis ein wei­te­rer his­to­ri­scher Schritt hin zu un­se­ren heu­ti­gen teils sehr poe­sie­vol­len Gruß­kar­ten ge­macht wur­de. Dies lag vor al­lem dar­an, da im Eu­ro­pa des Früh- und Hoch­mit­tel­al­ters nur die Kir­che und Adels­hö­fe über eine Art Ku­rier­sys­tem ver­füg­ten. Erst im 15. Jahr­hun­dert in Lon­don, als die ers­te Va­len­tins­tags­kar­te vom fran­zö­si­schen Her­zog von Or­lé­ans an sei­ne Frau ver­sen­det wur­de, nimmt die Ge­schich­te der Gruß­kar­ten wie­der ih­ren Fa­den auf.

Der Brief, in die­sem die­ses dra­ma­tisch, trau­ri­ge Lie­bes­ge­dicht stand gilt heut­zu­ta­ge als äl­tes­te Va­len­tins­tags­kar­te der Welt.

Vet­ter, Ve­ro­ni­ka: Va­len­tins­tags­kar­te bas­teln – I Love You. gws2.de (03/2016).

Bild von Osterhasenkarte zum VerschickenDie ers­te re­pro­du­zier­te Gruß­kar­te, die im­mer noch als Vor­bild für heu­ti­ge Ex­em­pla­re gilt, kam eben­falls aus Lon­don und wur­de 1843 von Sir Hen­ry Cole er­fun­den. Die­ser be­auf­trag­te den Künst­ler John Call­cott Hors­ley, ein Weih­nachts­mo­tiv an­zu­fer­ti­gen. Die ko­lo­rier­te Weih­nachts­kar­te zeig­te eine Ge­sell­schaft, bei die­ser wit­zi­ger­wei­se auch Kin­der Rot­wein tran­ken. Ne­ben der Il­lus­tra­ti­on be­fand sich zu­dem der Gruß „A Mer­ry Christ­mas and a Hap­py New Year to You” auf der ge­schichts­träch­ti­gen Kar­te, die ins­ge­samt 1000 Mal her­ge­stellt wur­de.

John Call­cott Hors­ley was com­mis­sio­ned by Sir Hen­ry Cole in 1843 to to paint a card show­ing the fee­ding and clot­hing of the poor. [...] Of the 1,000 ori­gi­nal Christ­mas cards prin­ted [...].

Krug, Vi­vi­an: The Pio­neers of the Gree­ting Card In­dus­try. emotionscards.com (03/2016).

Vor al­lem da­durch, dass die bri­ti­sche Roy­al Mail drei Jah­re zu­vor im Jah­re 1840 die ers­te Brief­mar­ke mit dem Na­men „One Pen­ny Black” her­aus­gab und da­mit das Por­to für je­den Grü­ßen­den er­schwing­lich wur­de, tra­ten Post­kar­ten ih­ren Sie­ges­zug an.

Bild von Osterkarte mit OsterhasenIst Ih­nen even­tu­ell schon ein­mal auf­ge­fal­len, dass sich auf Kar­ten fürs Os­ter­fest meis­tens Tul­pen be­fin­den? Ob­wohl ich Tul­pen über al­les lie­be, ver­ste­he ich da­bei die Il­lus­tra­to­ren nicht, schließ­lich gibt es eine Blu­men­sor­te, die den Na­men Os­ter­glöck­chen (Gel­be Nar­zis­se) trägt. Au­ßer­dem heißt es zwar, Tul­pen sei­en Früh­lings­bo­ten, selbst bei den frühs­ten Sor­ten (Pur­ple Prin­ce) muss das Wet­ter je­doch schon stark mit­spie­len, dass die­se recht­zei­tig in den wei­tes­ten Tei­len der BRD an Os­tern blü­hen.

Die ein­fa­chen, frü­hen Tul­pen er­blü­hen bis spä­tes­tens 21. April und wach­sen durch­schnitt­lich zwi­schen 25 und 30 Zen­ti­me­ter hoch [...].

Dühm­ke, Rin­go: Tul­pen­so­r­ten & de­ren Blü­te­zei­ten im Über­blick. gartentipps.com (03/2016).

Ich gehe des­halb ein­fach mal da­von aus, dass Tul­pen voll im Trend lie­gen, und habe die­se schö­nen Blu­men aus die­sem Grund eben­falls als Hin­ter­grund­mo­tiv in mei­ne Kar­te zu Os­tern ein­ge­baut.

Bild von Karte zu Ostern selbst basteln von Veronika Vetter (DAoCFrEak) Fine-Art Künstlerin

Die sty­li­sche Os­ter­kar­te hat Über­grö­ße, denn sie ist 29 Zen­ti­me­ter lang und 18 Zen­ti­me­ter breit, kann also nur in ei­nem Brief­ku­vert nach DIN C5 ver­schickt wer­den. Des Wei­te­ren ver­fügt die früh­lings­haf­te Gruß­kar­te über ei­nen Pop-up-Effekt. Beim Öff­nen sprin­gen ei­nem so­fort ein ver­zier­tes Os­ter­ei und ein sü­ßer Os­ter­ha­se ent­ge­gen. Im fol­gen­den Ar­ti­kel er­fah­ren Sie, wie ich die­se Kar­te ge­bas­telt habe, und er­hal­ten au­ßer­dem die Scha­blo­nen zum Nach­bas­teln.

Bastelanleitung für Osterkarte

Bild vom roten Kartenhintergrund, der aus zwei Papiersorten bestehtDa­mit die Kar­te nicht nur gut aus­sieht, son­dern sich auch be­son­ders an­fühlt, ver­ar­bei­te­te ich die ver­schie­dens­ten Pa­pier­sor­ten. Ich ver­wen­de­te wei­ßen und ro­ten Ton­kar­ton, bur­gund­ro­tes Ton­pa­pier, ein ro­tes, ge­mus­ter­tes Trans­pa­rent­pa­pier, rote Stroh­sei­de so­wie ro­sa­far­be­nes Krepp­pa­pier. Für die wei­te­ren Ver­zie­run­gen kam et­was Na­tur­bast, ein Schmuck­stein in Herz­form, die Stem­pel­far­be „Bla­zing Red” und ein Make-up Schwämm­chen zum Ein­satz.

Bild vom Zusammenkleben der beiden PapiersortenAls Werk­zeu­ge soll­ten Sie sich eine Sche­re, ein Bas­tel­mes­ser, flüs­si­gen Kle­ber, Streich­höl­zer, Falz­beil samt Li­ne­al und mei­ne DIN A4 Bas­tel­scha­blo­nen (#1 /#2 /#3 /#4 /#5 /#6) zu­recht­le­gen. Ich be­gann mit dem Hin­ter­grund der Kar­te und ver­län­ger­te zu­al­ler­erst die Scha­blo­nen #1 und #2 an der Mar­kie­rung A. Aus der dar­aus re­sul­tie­ren­den gro­ßen Vor­la­ge fer­tig­te ich mir im An­schluss zwei Ele­men­te an. Ei­nes aus ro­tem Ton­kar­ton mit ei­ner Gram­ma­tur von 220 g/m² und das an­de­re aus ro­ter Stroh­sei­de. Gleich dar­auf kleb­te ich bei­de Ein­zel­tei­le auf­ein­an­der und falz­te die Knick­li­nie mit­hil­fe mei­nes Falz­beils und Li­ne­als.

Osterei und Hase als Kartenszenerie

Für die Os­ter­sze­ne­rie und den Pop-up-Effekt fer­tig­te ich mir die Scha­blo­ne #3 aus wei­ßem Ton­kar­ton an. Nach­dem ich das Mus­ter über­tra­gen hat­te, schnitt ich das Os­ter­ei und den Ha­sen mit­hil­fe mei­nes Bas­tel­mes­sers vor­sich­tig aus. Ein wei­te­res ver­zier­tes Ei be­fin­det sich auf Scha­blo­ne #4, die­ses fer­tig­te ich aus ei­nem ro­ten, ge­mus­ter­ten Trans­pa­rent­pa­pier an.

Bild vom Falzen des weißen Tonkartons

Das Trans­pa­rent­pa­pierei kleb­te ich di­rekt da­nach als Ver­zie­rung auf das iden­tisch gro­ße Pop-up-Ei. Hin­ter das auf­ge­stell­te Häs­chen leg­te ich ein Stück Pa­pier als tem­po­rä­re Un­ter­la­ge und be­mal­te den Lang­löf­fel mit ro­ter Stem­pel­far­be, die ich zu­vor auf ein Make-up Schwämm­chen auf­ge­tra­gen hat­te. Tipp: Durch leich­te Wisch­be­we­gun­gen ent­steht auf dem Ha­sen ein kon­tur­rei­ches Mus­ter. Im An­schluss falz­te ich wie­der die Knick- und Kle­be­l­i­ni­en.

Bild vom Aufkleben der Osterszenerie mit Pop-up-Effekt auf den KartenhintergrundHin­weis: Der Os­ter­ha­se steht et­was wei­ter vor dem Ei, da­durch wirkt das Mo­tiv noch le­ben­di­ger. Den fer­tig­ge­stell­ten Pop-up-Effekt kleb­te ich nun auf den Kar­ten­hin­ter­grund auf. Ich ach­te­te da­bei be­son­ders dar­auf, dass der Ab­stand zu je­der Sei­te ex­akt ei­nen Zen­ti­me­ter be­trug. Da­mit ist die Kar­te zu Os­tern ein­satz­be­reit und wur­de von mir wei­ter ver­ziert.

Karte passend zum Frühling verzieren

Bild vom Aufstempeln der Nachricht Frohe Ostern

Die Kar­te trägt die Bot­schaft Fro­he Os­tern! und die be­fin­det sich auf Scha­blo­ne #5. Nach­dem ich die Buch­sta­ben mit mei­nem Bas­tel­mes­ser aus­ge­schnit­ten hat­te, leg­te ich die Stem­pel­vor­la­ge mit­tig auf die un­te­re Hälf­te mei­ner Kar­te. Fol­gend nahm ich wie­der mein Stem­pel­kis­sen und das Make-up Schwämm­chen zur Hand und über­trug den Schrift­zug auf die wei­ße Flä­che.

Das In­ne­re der Kar­te habe ich mit ins­ge­samt sechs un­ter­schied­lich gro­ßen Tul­pen ver­ziert. Die Ele­men­te da­für be­fin­den sich auf der Scha­blo­ne #6. Die Tul­pen­blü­ten be­stehen aus wei­ßem Ton­kar­ton und ro­sa­far­be­nem Krepp­pa­pier. Hin­ge­gen die Blu­men­stän­gel fer­tig­te ich aus bur­gund­ro­tem Ton­pa­pier an. Ich be­gann da­mit, in­dem ich im­mer eine Blü­te aus Krepp­pa­pier auf eine Ton­kar­ton­blü­te kleb­te. Dar­auf­fol­gend be­fes­tig­te ich die Stän­gel an der wei­ßen Blü­ten­rück­sei­te. Wich­tig: Da­mit auch die Pa­pier­tul­pen spä­ter auf der Kar­te dy­na­misch wir­ken, be­kleb­te ich die Rück­sei­ten mit Streich­höl­zern als Ab­stand­hal­ter.

Bild vom Aufkleben der Tulpen auf eine selbst gebasteltete Pop-up-Karte zu Ostern

Zwi­schen die Blü­ten und Stän­gel band ich ab­schlie­ßend noch eine Schlei­fe aus Na­tur­bast fest, da­nach kleb­te ich mei­ne früh­lings­haf­ten Blu­men auf die Kar­te auf. Der Pop-up-Hase be­kam zu gu­ter Letzt eben­falls ein Hals­band mit ei­nem herz­för­mi­gen Schmuck­stein ver­passt. Da­mit ist die Gruß­kar­te zum Os­ter­fest be­reit, um ver­schickt zu wer­den. Idee: Na­tür­lich muss die Kar­te nicht un­be­dingt mit der Post auf die Rei­se ge­hen. Ich ver­schlie­ße die­ses Jahr zum Bei­spiel die Pop-up-Karte mit ei­nem ös­ter­li­chen De­ko­band und lege sie mei­nem Os­ter­ge­schenk bei.

Fazit

Mei­ne Os­ter­kar­te ist ein Bas­tel­mo­tiv für die Sin­ne. Egal, wo und wie Sie die Kar­te an­fas­sen, Sie wer­den im­mer eine an­de­re Ober­flä­chen­struk­tur spü­ren. Auch op­tisch ge­se­hen wirkt die Kar­te äu­ßerst frisch und fröh­lich, denn aus ver­schie­de­nen Win­keln be­trach­tet sieht das Pop-up-Motiv im­mer un­ter­schied­lich aus. Auf­ge­stellt ist die The­men­kar­te au­ßer­dem nicht nur ein Os­ter­gruß, son­dern gleich­zei­tig auch eine far­ben­fro­he Os­ter­de­ko­ra­ti­on.

Als Bas­tel­zeit soll­ten Sie sich gut und ger­ne 90 Mi­nu­ten Zeit neh­men. Ver­wen­den Sie eben­falls vie­le ver­schie­de­ne Pa­pier­sor­ten, wird aus je­der Kar­te ein Uni­kat.

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Briefkasten basteln - Verpackung für Liebesbotschaften

Am Va­len­tins­tag ma­chen sich Ver­lieb­te nur im wei­tes­ten Sin­ne Ge­schen­ke. Es han­delt sich viel­mehr um sym­bol­träch­ti­ge Auf­merk­sam­kei­ten wie bei­spiels­wei­se Blu­men, ein Vin­ta­ge Amu­lett mit per­sön­li­chem Foto, edle Pra­li­nen­va­ria­tio­nen oder Ki­no­kar­ten für die neus­te Lie­bes­ko­mö­die mit Han­nah Herz­sprung. Eine Ein­pack­ma­schi­ne ist bei al­le­dem nicht von­nö­ten, den­noch ist eine an­ge­mes­se­ne Ver­pa­ckung auch für Va­len­tins­tags­prä­sen­te wich­tig, schließ­lich soll­te die Lie­bes­bot­schaft nicht wie ein Last-minute-Geschenk von der Tank­stel­le aus­se­hen, son­dern stil­voll prä­sen­tiert wer­den.

Bild von US-Letterbox LOVEAls Lö­sung die­ses Pro­blems habe ich ei­nen Brief­kas­ten ent­wor­fen, der sich vom De­sign an ei­ner ech­ten, ame­ri­ka­ni­schen Mail­box (curbs­i­de Jo­r­o­le­man mail­box) ori­en­tiert. Im Ge­gen­satz zum DIN EN 13724 Brief­kas­ten der BRD, wel­cher dem Post­bo­ten ein knick­frei­es Seiten- und Quer­ein­wurf­erleb­nis bie­tet, sind die US-Letterboxes we­nig funk­tio­nell, da­für künst­le­risch ori­gi­nell und ge­schichts­träch­tig.

Bild von Verpackung zum Valentinstag (Papierbriefkasten)Bis Ende des 19. Jahr­hun­derts muss­te die Land­be­völ­ke­rung der USA ihre Post noch beim Post­amt ab­ho­len, da es noch kei­ne Zu­stel­lung frei Haus gab. Erst im Jah­re 1896 be­gan­nen die Post­bo­ten, ihre Run­den auch in länd­li­chen Ge­bie­ten zu dre­hen. Das Pro­blem da­bei war, dass die neu­en Post­emp­fän­ger, größ­ten­teils Far­mer, schlecht dar­auf vor­be­rei­tet wa­ren und kei­ne Post­käs­ten be­sa­ßen. Aus der Not wur­de eine Tu­gend und kur­zer­hand Zi­gar­ren­bo­xen so­wie Abwasser- und Ofen­roh­re zum Post­kas­ten um­funk­tio­niert.

1896: Rural free de­li­very (RFD) be­gan as an ex­pe­ri­ment. Some cus­to­mers used ho­me­ma­de woo­den bo­xes as mail­bo­xes, while others used old ci­gar bo­xes, soap and feed bo­xes, drai­na­ge pipes, [...].

UNITED STATES POSTAL SERVICE: Curbs­i­de Mail­bo­xes: A
Chro­no­lo­gy of Size Ch­an­ges. about.usps.com (PDF) (01/2016).

Bild von Liebesbotschaften in Curbside Joroleman MailboxNa­tür­lich stell­te dies nicht nur die Brief­zu­stel­ler vor di­ver­se Her­aus­for­de­run­gen, son­dern führ­te auch dazu, dass die Post der Wit­te­rung aus­ge­setzt war und des Öf­te­ren nass wur­de. Erst 1901 wur­de dar­auf­hin eine Norm ver­ab­schie­det, die be­sag­te, dass Post­käs­ten nur noch ge­schlos­se­ne Me­tall­be­häl­ter sein dür­fen, wel­che sich ein­fach an ei­ner Sei­te öff­nen las­sen müs­sen. Die Ma­xi­mal­län­ge be­trug sei­ner­zeit 18 Zoll (45,72 Zen­ti­me­ter). Die­se Norm war je­doch noch nicht aus­rei­chend de­fi­niert, so­dass vie­le Land­be­woh­ner noch zu klei­ne Post­käs­ten be­sa­ßen und grö­ße­re Wurf­sen­dun­gen, wie Ka­ta­lo­ge nicht zu­ge­stellt wer­den konn­ten.

Erst im Jah­re 1915 er­fand der Post­an­ge­stell­te Roy J. Jo­r­o­le­man den gleich­na­mi­gen, tun­nel­för­mi­gen Brief­kas­ten.

The most com­mon type of mail­box used for re­si­den­ces is the tun­nel style. It was de­si­gned in 1915 by an em­ployee at the Post Of­fice na­med Roy J. Jo­r­o­le­man,

Vin­cent, Dave: A Brief Histo­ry of Mail­bo­xes. nationalmailboxes.com (01/2016).

Nur noch die­ser darf seit Som­mer 1916 in den USA am Stra­ßen­rand in zwei ge­norm­ten Ver­sio­nen auf­ge­stellt wer­den. Wie das Ori­gi­nal trägt auch mein Pa­pier­brief­kas­ten eine Si­gnal­flag­ge (se­ma­pho­re flag) zum Auf­stel­len an der lin­ken Sei­te. Doch wis­sen Sie, was es be­deu­tet, wenn die­se Flag­ge nach oben steht? Es si­gna­li­siert dem Post­bo­ten, dass sich Post für ihn im Brief­kas­ten zum Mit­neh­men be­fin­det, denn in den USA bringt der Brief­trä­ger nicht nur die Post, son­dern nimmt die­se auch mit.

Ich den­ke, dass das Fähn­chen hoch­ge­macht wird, wenn man Brie­fe ver­schi­cken will. Ich glau­be, dass es in Ame­ri­ka so ist, dass der Brief­trä­ger nicht nur Brie­fe bringt, son­dern auch Brie­fe ab­holt.

Zer­lett, Hel­mut Wer­ner: Ha­rald Schmidt Show 1006 - Der gro­ße Brief­käs­ten und Klin­gel Test. youtube.com (01/2016).

Bild von Briefkasten aus Papier (US-Letterbox) zum Valentinstag (DAoCFrEak) Fine-Art Künstlerin

Egal, ob rote Ro­sen, der Gut­schein fürs Well­ness­ho­tel oder der selbst ge­fal­te­te Ori­ga­mi Herz­umschlag, mein Brief­kas­ten mit ei­ner Län­ge von 14,5 Zen­ti­me­tern und ei­ner Brei­te von 8 Zen­ti­me­tern fasst je­des gän­gi­ge Va­len­tins­tags­ge­schenk.

Bastelanleitung für Liebesbriefkasten

Bild von Papierelementen für die Frontklappen der US-MailboxTrä­ger­ma­te­ri­al mei­nes Brief­kas­tens ist Ton­pa­pier. Ich ver­wen­de­te die Far­ben Rot, Rosa, Pink und Lachs. Für die Ver­zie­run­gen ka­men ro­tes Glit­zer­pul­ver und ein Or­na­ment­stem­pel samt ro­ter Stem­pel­far­be zum Ein­satz. Als Bas­tel­werk­zeu­ge soll­ten Sie sich eine Sche­re, flüs­si­gen Kle­ber, ei­nen Kle­be­stift, Falz­beil samt Li­ne­al, Mus­ter­beu­tel­klam­mern, ei­nen Eyelet-Setter, ein Bas­tel­mes­ser und mei­ne DIN A4 Bas­tel­scha­blo­nen (#1 /#2 /#3 /#4 /#5 /#6 /#7 /#8 /#9 /#10 /#11 /#12) zu­recht­le­gen.

Bild vom Zusammenkleben der Grundelemente der FrontklappenZu­al­ler­erst bas­tel­te ich die Front­klap­pen zum Öff­nen des Brief­kas­tens. Da­für fer­tig­te ich die Ele­men­te von Scha­blo­ne #1 zwei­mal aus ro­tem und zwei­mal aus lachs­far­be­nem Ton­pa­pier an. Hin­weis: Alle hel­len, lachs­far­be­nen Ele­men­te des Mo­tivs be­stem­pel­te ich auf ei­ner Sei­te mit ro­ten Or­na­men­ten. Dar­auf­fol­gend kleb­te ich im­mer zwei un­ter­schied­lich far­bi­ge Ein­zel­tei­le auf­ein­an­der, so­dass ich am Ende zwei ver­stärk­te brei­te und zwei läng­li­che Ele­men­te vor mir lie­gen hat­te.

  • Gleich da­nach falz­te ich die Knick- und Kle­be­l­i­ni­en und kleb­te je­weils ei­nen lan­gen Strei­fen als Um­ran­dung um ein Klap­pen­ele­ment.

Wei­ter fer­tig­te ich die äu­ße­re Ver­klei­dung und Ver­zie­rung der Front­klap­pen von den Scha­blo­nen #2 - #4 an. Nach dem An­fer­ti­gen der Ein­zel­tei­le kleb­te ich zu­nächst je­weils ein Ele­ment mit den Her­zen von Scha­blo­ne #2 auf je­weils ein Ele­ment ohne Her­zen. Dies ist die mitt­le­re Zier­de der Front­klap­pen. Di­rekt im An­schluss kleb­te ich die bei­den klei­ne­ren Ele­men­te von Scha­blo­ne #3 auf die bei­den grö­ße­ren Pen­dants. Das wie­der­um ist die Au­ßen­sei­te und gleich­zei­tig Ver­stär­kung der Front­klap­pen.

Bild von fertiger Frontklappe des Briefkastens

Zum Fer­tig­stel­len ei­ner Ein­gangs­klap­pe nahm ich eine mitt­le­re Zier­de mit den vie­len klei­nen Her­zen und kleb­te an de­ren Rück­sei­te das Ele­ment mit der Um­ran­dung von Scha­blo­ne #1 fest. An der Vor­der­sei­te be­fes­tig­te ich hin­ge­gen die Ver­stär­kung von Scha­blo­ne #3. Zu gu­ter Letzt fer­tig­te ich mir zwei Ton­pa­pier­her­zen von Scha­blo­ne #4 an, be­strich die­se mit ei­nem Kle­be­stift und rie­sel­te ro­tes Glit­zer­pul­ver über den Kleb­stoff­film.

  • Die bei­den Glit­zer­her­zen kleb­te ich ab­schlie­ßend mit­tig auf die Vor­der­sei­ten mei­ner bei­den Front­klap­pen auf.

Signalfahne und Mitte der US-Mailbox

Bild von den Einzelteilen fürs tunenlförmige Mittelstück des BriefkastensDer schwie­rigs­te Teil der Ver­pa­ckung wäre ge­schafft. Die Brief­kas­ten­fah­ne von Scha­blo­ne #5 habe ich ein­fach zu­sam­men­ge­klebt und mit ei­nem Eyelet-Setter (sie­he Scha­blo­ne) ge­locht. Für das tun­nel­för­mi­ge Mit­tel­stück fer­tig­te ich da­nach die Scha­blo­nen #6 - #8 aus mei­nen Ton­pa­pier­far­ben an. Nach dem Fal­zen der Knick- und Kle­be­l­i­ni­en kleb­te ich das Ele­ment von Scha­blo­ne #7 auf das von Scha­blo­ne #6.

Bild vom Einstecken der Fahne in die Briefkastenmitte

Dar­auf­fol­gend kleb­te ich die bei­den Strei­fen von Scha­blo­ne #8 auf­ein­an­der und die­se dann mit­tig auf mein Mit­tel­stück. Durch die­se Kle­be­tech­nik und die vier un­ter­schied­li­chen Far­ben ent­steht au­to­ma­tisch ein sehr no­bles Mus­ter.  Nun schoss ich wie­der mit mei­nem Eyelet-Setter ein Loch (sie­he Scha­blo­ne) durch die La­gen in das gro­ße Mit­tel­stück. In das Loch der Si­gnal­fah­ne steck­te ich eine Mus­ter­beu­tel­klam­mer. Über die­se Klam­mer be­fes­tig­te ich die be­weg­li­che Fah­ne am Haupt­teil des Brief­kas­tens.

Innenverkleidung und Boden der Valentinstagsbox

Für die In­nen­ver­klei­dung fer­tig­te ich das Ele­ment von Scha­blo­ne #9 aus lachs­far­be­nem Ton­pa­pier an und ver­zier­te es mit mei­nem Or­na­ment­stem­pel. Dar­auf­hin kleb­te ich die In­nen­ver­klei­dung in mein Mit­tel­stück mit der Si­gnal­fah­ne. Da­nach bog ich das nun sehr sta­bi­le, ver­zier­te Haupt­ele­ment des Brief­kas­tens in Form. Den in­ne­ren Bo­den von Scha­blo­ne #10 fer­tig­te ich noch ein­mal aus lachs­far­be­nem Ton­pa­pier an und ver­band die­sen über die Kle­be­la­schen mit dem Mit­tel­stück. An die­sem in­ne­ren Bo­den kleb­te ich di­rekt im An­schluss mit viel flüs­si­gem Kle­ber, links und rechts, die bei­den Front­klap­pen fest.

Bild vom Ankleben des äußerer Bodens des Valentinstags Briefkasten

Zum Ver­ste­cken der Kle­be­l­i­ni­en kleb­te ich ganz zum Schluss den äu­ße­ren Bo­den am drei­di­men­sio­na­len Pa­pier­brief­kas­ten fest. Die Ele­men­te da­für be­fin­den sich auf Scha­blo­ne #11, die­se habe ich ein­fach auf­ein­an­der­ge­klebt und an der äu­ße­ren Un­ter­sei­te der US-Mailbox be­fes­tigt. Für den letz­ten Fein­schliff habe ich au­ßer­dem noch die Her­zen von Scha­blo­ne #12 aus ro­tem Ton­pa­pier an­ge­fer­tigt und über den hel­len Mit­tel­strei­fen ge­klebt.

  • Ver­schluss der Front­klap­pen: Zu­nächst hielt ich je­weils eine Tür an mei­ne Mail­box. Da­nach nahm ich mei­nen Eyelet-Setter und schoss auf bei­den Sei­ten ein Loch von oben durch Brief­kas­ten und Front­klap­pe. Zum Ver­schlie­ßen habe ich mir ei­nen ein­fa­chen Herz­ver­schluss aus FIMO mo­del­liert. Sie kön­nen je­doch ge­nau­so gut Mus­ter­beu­tel­klam­mern oder Fähn­chen (Par­ty­spie­ße) ver­wen­den.

Fazit

Bild von rotem und blauem Liebensbriefkasten aus Papier für den ValentinstagDer an­mu­ti­ge Brief­kas­ten für Lie­ben­de ist ein mit­tel­schwe­res Bas­tel­mo­tiv, für wel­ches ge­nau­es Ar­bei­ten not­wen­dig ist, da­mit die be­weg­li­chen Ein­zel­tei­le alle gut funk­tio­nie­ren. Ich habe für ein Ex­em­plar un­ge­fähr drei Stun­den Bas­tel­zeit be­nö­tigt. In­spi­riert zu die­sem Mo­tiv hat mich mei­ne su­per süße sie­ben­jäh­ri­ge Pa­ten­toch­ter, die seit zwei Jah­ren ei­nen Schul­freund hat und mega stolz dar­auf ist. Der klei­ne Ra­bau­ke ist aber schon ein ech­ter Wo­ma­ni­zer und sie hat mir er­zählt, dass er auch schon mal was von an­de­ren Mäd­chen in der Schu­le ge­schenkt be­kom­men hat. Sie hat sich dar­auf­hin to­tal ge­är­gert und will ihm des­halb et­was ganz Be­son­de­res zum Va­len­tins­tag schen­ken.

Na­tür­lich habe ich ihr da ger­ne aus­ge­hol­fen und ihre be­reits ge­kauf­te Scho­ko­la­de und selbst ge­bas­tel­te Va­len­tins­tags­kar­te ab­ge­run­det. Mit ih­rer auf­ge­stell­ten Glei­chung - mehr Ge­schen­ke gleich mehr Lie­be - muss ihre Mut­ter aber wohl noch mal mit ihr re­den.

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