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Warum basteln die Menschen?

Das Bas­teln (eng­lisch han­di­craft) ist eine Kom­po­si­ti­on aus Hand­werk und Kunst. Der Um­gang mit Werk­zeug und der Drang nach Krea­ti­vi­tät sind ne­ben dem Scham­ge­fühl es­sen­ti­el­le Din­ge, die den Men­schen vom Tier un­ter­schei­den. Seit wann die Men­schen zum Aus­le­ben ih­rer Krea­ti­vi­tät bas­teln, ist weit­ge­hendst un­be­kannt. Der Du­den führt in die­sem Zu­sam­men­hang das Verb päst­len aus dem 13. Jahr­hun­dert an, wel­ches fol­gen­der­ma­ßen be­schrie­ben wird:

Hand­wer­ker­ar­beit ver­rich­ten, ohne in ei­ner Zunft zu sein.

Du­den: Bas­teln - Her­kunft. duden.de (09/2015).

Bild von Fimo Armband (DAoCFrEak)Es ist also da­von aus­zu­ge­hen, dass die Zeit­ge­nos­sen des Hoch­mit­tel­al­ters im mit­tel­hoch­deut­schen Sprach­raum in ih­rer Frei­zeit ge­stal­te­risch tä­tig wa­ren. Dazu sei ge­sagt, dass es Kunst im all­täg­li­chen Le­ben der nor­ma­len Be­völ­ke­rung in die­ser Zeit nicht gab. Künst­ler in Form von Mu­si­kern, Ly­ri­kern und Ma­lern wie Wolf­ram von Eschen­bach oder Giot­to di Bon­do­ne gab es nur an Adels­hö­fen. Kup­fer­ste­cher, Bild­hau­er, Glas­blä­ser und Sil­ber­schmie­de wa­ren ge­wöhn­li­che Hand­wer­ker.

Entwicklung des Bastelns - Überblick

Erst zwi­schen dem 15. und 16. Jahr­hun­dert in der Zeit von Al­brecht Dü­rer wur­de der Hand­werks­be­griff wei­ter dif­fe­ren­ziert. So zähl­ten bei­spiels­wei­se Zim­mer­män­ner und Mau­rer wei­ter zum Hand­werk - Kup­fer­ste­cher und Bild­hau­er ge­hör­ten von da an zum Kunst­hand­werk bzw. eher zu den bil­den­den Küns­ten (eng­lisch fine arts).

La­ter, at least in Eu­ro­pe, from the Re­nais­sance on­wards, it is pos­si­ble to di­stin­gu­ish two fur­ther stages of de­ve­lo­p­ment. The­re was an in­tellec­tu­al se­pa­ra­ti­on bet­ween the idea of craft and that of fine art, which even­tual­ly came to be re­gard­ed as su­pe­ri­or.

Lucie-Smith, Ed­ward: The Sto­ry of Craft: The Craftsman’s Role in So­cie­ty. Cor­nell Uni­ver­si­ty Press 1981.

Bild von Fimo Asia Foodbox (DAoCFrEak)Das ge­sell­schafts­fä­hi­ge Bas­teln, oft­mals auch als Volks­kunst be­zeich­net kam erst im 19. Jahr­hun­dert im Zuge der in­dus­tri­el­len Re­vo­lu­ti­on auf. Klei­dung, Mö­bel und Werk­zeu­ge wa­ren auf­grund der Mas­sen­fer­ti­gung er­schwing­lich ge­wor­den und muss­ten nicht mehr zwangs­läu­fig selbst her­ge­stellt wer­den. Vor al­lem Frau­en nutz­ten die da­durch ge­won­ne­ne Frei­zeit zum Bas­teln von de­ko­ra­ti­ven Wohn­ge­gen­stän­den.

De­co­ra­ti­ve home crafts, as we re­co­gni­ze them to­day, came into be­ing as a by­pro­duct of the In­dus­tri­al Re­vo­lu­ti­on in the ear­ly 19th cen­tu­ry. [...] In wes­tern cul­tu­re, home craf­ting tur­ned to the de­co­ra­ti­ve and folk arts.

Bray­er­son Pu­bli­ca­ti­ons: The in­dus­tri­al re­vo­lu­ti­on mo­ves crafts from func­tion­al to de­co­ra­ti­ve. vintageimagecraft.com (09/2015).

Bild von Origami Sonnenblume (DAoCFrEak)Eine an­de­re Kunst­dis­zi­plin brach­te dem Bas­teln Ende des 19. Jahr­hun­derts wei­te­ren Auf­wind. Durch die Fo­to­gra­fie ent­stand auch dank da­ma­li­ger Frau­en­zeit­schrif­ten ein re­gel­rech­ter Trend, be­son­de­re Fa­mi­li­en­sam­mel­al­ben an­zu­fer­ti­gen und zu pfle­gen. Die­se ge­schichts­träch­ti­gen Vin­ta­ge Fo­to­al­ben wer­den auch heu­te noch ger­ne von Bast­lern nach­ge­stellt und teil­wei­se für meh­re­re Hun­dert Eu­ros bei Etsy und Co. ver­kauft.

Craf­ting skills be­gan to be used for crea­ting fa­mi­ly scrap­books and al­bums. This be­ca­me a gre­at fa­mi­ly ac­ti­vi­ty and peo­p­le pre­pared spe­ci­al­ly craf­ted scrap­books for mo­men­tous oc­ca­si­ons in their life and as sou­ve­nirs and gifts for the loved ones.

Bi­zy­moms: Histo­ry of craf­ting. bizymoms.com (09/2015).

Keine Zeit fürs Basteln - die dunklen Jahre der BRD

Mit dem Zer­fall des Drit­ten Rei­ches 1945, in die­sem sich das da­mals neue Film­we­sen zu den bis dato be­kann­ten bil­den­den Küns­ten ge­sell­te, be­gann die mei­ner Mei­nung nach krea­ti­ve Dür­re­pha­se der BRD. Zwi­schen Wirt­schafts­wun­der, Ei­ser­ner Vor­hang, Flower Power, Neue Deut­sche Wel­le und Wie­der­ver­ei­ni­gung blieb nur we­nig Zeit fürs häus­li­che Bas­teln.

Pes­ta­loz­zi Päd­ago­gik tat ihr Üb­ri­ges, um even­tu­ell auf­kom­men­de Neu­gier in den Be­rei­chen Kunst so­wie Kunst- und Hand­werks­ge­schich­te im Keim zu er­sti­cken.

Fa­mi­lie und Schu­le ge­hö­ren zu­sam­men, und in der Schu­le muß es so zu­ge­hen, wie in ei­ner in­tak­ten Fa­mi­lie.

Kraft, Vol­ker: Pes­ta­loz­zi oder das päd­ago­gi­sche Selbst. Eine Stu­die zur Psy­cho­ana­ly­se päd­ago­gi­schen Den­kens. Bad Heil­brunn: Klink­hardt 1996.

Mein Kunst- und Hand­werks­un­ter­richt in den Se­kun­dar­stu­fen I. und II. be­stand an un­ter­schied­li­chen baye­ri­schen Schul­ar­ten aus gu­ter Lau­ne und Was­ser­far­ben. Zen­su­ren in die­sen Ne­ben­fä­chern wur­den nach Sym­pa­thie und streng nach Gauß­scher Nor­mal­ver­tei­lung ver­ge­ben.

Basteln ist heutzutage beliebt wie nie

Bild von Fimo Schmetterling (DAoCFrEak)Erst seit 2003 mit dem Be­ginn der Do-it-Yourself-Shows um Sonya Kraus und Tine Witt­ler so­wie dank des In­ter­nets mit You­Tube, Pin­te­rest, De­vi­ant­art, Die Bastel-Elfe und Co. ist in Sa­chen Bas­teln eine ge­ne­ra­ti­ons­über­grei­fen­de Ei­gen­dy­na­mik ent­stan­den. Seit­her ist Deutsch­land mit den gro­ßen Bastel- und Hand­ar­beits­mes­sen CREATIVA und Pa­per­world die Bas­tel­hoch­burg Eu­ro­pas und da­durch selbst­ver­ständ­lich auch ein gro­ßer Ab­satz­markt für Bas­tel­be­darf.

54% ga­ben an, im Mit­tel­wert 23,00 Euro mo­nat­lich für Bas­tel­sa­chen aus­zu­ge­ben. Das sind 276,00 Euro im Jahr.

Sa­scha: Bas­tel­bran­che wächst wei­ter – Han­del den­noch skep­tisch. gws2.de (09/2015).

Wir von GWS2.de woll­ten wis­sen, was im Jah­re 2015 die trei­ben­de Kraft für Bast­ler ist und stell­ten die Fra­ge: „War­um bas­teln Men­schen?” Aus 400 Teil­neh­mern be­stehend, er­gab un­se­re Um­fra­ge ein ein­deu­ti­ges Er­geb­nis.

Screenshot von Umfrage zum Thema warum die Menschen basteln

  • Wie vor gut 200 Jah­ren, als das Bas­teln in die Haus­hal­te ein­zog, ist auch heu­te noch der Drang sei­ne Krea­ti­vi­tät aus­zu­le­ben der Haupt­grund fürs Bas­teln.
  • Weit da­hin­ter mit 28% wird das Bas­teln erst ei­nem Nut­zen zu­ge­schrie­ben und die klei­nen Kunst­wer­ke für die Wohn­raum­de­ko­ra­ti­on ver­wen­det.
  • Na­tür­lich be­su­chen auch pro­fes­sio­nel­le Bast­ler un­se­ren Blog, de­ren Er­zeug­nis­se so gut sind, dass an­de­re Men­schen Geld da­für be­zah­len. 13% bas­teln, um ihre Wer­ke da­nach zu ver­kau­fen.
  • Le­dig­lich 11% spie­len mit ih­ren Bas­tel­ar­bei­ten.

Kreativität und Kunst wagen - heutzutage oftmals schwierig

In letz­ter Zeit stell­ten wir auf un­se­ren YouTube-Kanälen und bei be­freun­de­ten Bast­lern so­wie in Fo­ren fest, dass vor al­lem jun­ge Er­wach­se­ne zwi­schen 20 und 30 Jah­ren nach dem Sinn des Bas­telns bzw. ge­ne­rell der Kunst fra­gen.

- Was ist das?
- Das ist blau­es Licht.
- Und was macht es?
- Es leuch­tet blau.

Wat­che­ver­DE: RAMBO: Es leuch­tet blau! youtube.com (09/2015).

Na­tür­lich muss je­der für sich selbst wis­sen, was ihm das Aus­le­ben sei­ner Krea­ti­vi­tät und der Kon­sum von Kunst bringt. Ich kann Ih­nen eine kur­ze An­ek­do­te aus vie­len er­zäh­len, was Kunst bei mir als Re­zi­pi­ent be­wirk­te.

Im Jah­re 2005 hat der För­der­ver­ein Münch­ner Lö­wen­pa­ra­de Leo e.V. mehr als 500 Kunst­lö­wen, die von Künst­lern be­malt wur­den, auf­ge­stellt.

Seit Früh­jahr 2005 wer­den ca. 500 le­bens­gro­ße „Kunst­lö­wen“ als sym­pa­thi­sche und freund­li­che Image­trä­ger in der Stadt Mün­chen auf­ge­stellt und da­mit un­se­re Stadt kul­tu­rell um ein wei­te­res High­light zu be­rei­chern.

Schmitz, Mar­tin: Sym­pa­thie­wer­bung für Mün­chen: Kul­tur­pro­jekt „Münch­ner Lö­wen­pa­ra­de” vor­ge­stellt. ganz-münchen.de (09/2015).

Ei­ni­ge Jah­re spä­ter wäh­rend mei­ner Stu­di­en­zeit lief ich fast täg­lich an ei­ni­gen die­ser wun­der­schön be­mal­ten Lö­wen am Münch­ner Sie­ges­tor vor­bei, ohne die­se wirk­lich wahr­zu­neh­men. Ir­gend­wann wa­ren die bun­ten Kat­zen auch nicht mehr da, wie sich her­aus­stell­te, wur­den die­se ver­stei­gert und so­mit im gan­zen Land ver­teilt.

Hin und wie­der gehe ich ger­ne in die Sau­na und so fuhr ich vor Kur­zem in die Ther­me Bad St­eben und sah vor dem Ge­bäu­de zwei die­ser ehe­ma­li­gen Münch­ner Lö­wen wie­der. Mein gan­zer Auf­ent­halt in der Ther­me be­stand auf­grund der Wie­der­erken­nung die­ser Kunst­ge­gen­stän­de dar­aus, an mei­ne be­son­ders schö­ne Stu­di­en­zeit zu den­ken.

Aus Sicht ei­ner se­mi­pro­fes­sio­nel­len Bast­le­rin ist Bas­teln:

Man könn­te mei­nen, wenn man mei­ne An­lei­tun­gen so an­schaut, dass das Bas­teln to­tal an­stren­gend ist. Bei mir ist es ge­nau das Ge­gen­teil! Beim Bas­teln schal­te ich völ­lig ab. Ich neh­me mir et­was vor und ver­lie­re mich dar­in. Wenn das Mo­tiv dann ir­gend­wann fer­tig ist, ist das Ge­fühl der Er­fül­lung und Be­stä­ti­gung je­des Mal un­be­schreib­lich groß.

Vet­ter, Ve­ro­ni­ka ali­as DAoC­F­rEak - 2015.

Fazit

Men­schen bas­teln also, weil sie ihr na­tür­li­ches Be­dürf­nis ihre Krea­ti­vi­tät aus­zu­le­ben be­frie­di­gen wol­len.

Dass die­ses Be­dürf­nis nicht bei al­len Men­schen gleich aus­ge­prägt ist, soll­te je­dem klar sein. Oft­mals bas­telt man, ohne zu wis­sen, dass man es tut. Syn­ony­me vom Verb bas­teln sind ge­stal­ten und an­fer­ti­gen.

Syn­ony­me für: bas­teln - ge­stal­ten, an­fer­ti­gen [...].

Eis­bär Me­dia GmbH: Syn­ony­me für: bas­teln | Be­deu­tung. synonyme.woxikon.de (09/2015).

Dem­nach bas­teln Sie auch, wenn Sie eine Web­sei­te er­stel­len, ei­nen Tel­ler an­rich­ten, di­gi­ta­le Fo­tos Ih­rer Kat­zen mit Sprü­chen ver­se­hen oder Schwarz­fo­lie an die Heck­schei­be Ih­res Au­tos kle­ben.

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Bananenpapier - was ist das?

Eine gro­ße, krum­me und gel­be Ba­na­ne be­inhal­tet eine Viel­zahl an Nähr­stof­fen und schmeckt zu je­der Jah­res­zeit. Nach dem Ge­nuss der sü­ßen Süd­frucht bleibt nur noch die Scha­le zu­rück. Die­se soll­ten Sie auf­grund der ver­wen­de­ten Pes­ti­zi­de eher nicht es­sen. Im Ide­al­fall wird die Ba­na­nen­scha­le kom­pos­tiert und da­mit wie­der zur Erde, denn dar­aus lässt sich nichts mehr ma­chen. Hin­ge­gen aus den Stäm­men der Ba­na­nen­pflan­zen wird nun schon seit ei­ni­ger Zeit Pa­pier her­ge­stellt. Ba­na­nen­pa­pier (eng­lisch Bana­na Pa­per) ist ein ex­tra­va­gan­tes Öko­pa­pier, wel­ches vor al­lem in Ent­wick­lungs­län­dern noch in rei­ner Hand­ar­beit her­ge­stellt wird.

Bild von drei Bananen aus BananenpapierVor al­lem für Bast­ler und Künst­ler bie­ten die au­ßer­ge­wöhn­li­chen Ei­gen­schaf­ten die­ses Werk­stoffs neue Her­aus­for­de­run­gen. In die­sem Ar­ti­kel er­fah­ren Sie zum ei­nen wo, und wie das hoch­wer­ti­ge Ba­na­nen­pa­pier her­ge­stellt wird und zum an­de­ren, wel­che Mög­lich­kei­ten sich für Sie er­öff­nen, soll­ten Sie das hand­ge­schöpf­te Pa­pier in Ihr Re­per­toire mit auf­neh­men.

Die Entwicklung des Bananenpapiers

Bild von Papieraffe der Bananenpapier hält
In un­se­ren Brei­ten­gra­den ist Pa­pier ein Werk­stoff, der sehr güns­tig und vor al­lem im­mer ver­füg­bar ist. Die Qua­li­tät der Pa­pier­sor­ten, die im Ein­zel­han­del zu fin­den sind, ist im­mer spit­zen­mä­ßig. Dies liegt zum ei­nen dar­an, dass Deutsch­land den Roh­stoff Holz durch die un­zäh­li­gen Forst­be­trie­be selbst her­stellt und zum an­de­ren über die nö­ti­ge In­dus­trie zur Pa­pier­her­stel­lung ver­fügt. Das ver­hält­nis­mä­ßig klei­ne Deutsch­land be­legt im welt­wei­ten Ver­gleich Platz 4, was die Pa­pier­pro­duk­ti­on be­trifft.

[...] ist die deut­sche Pa­pier­in­dus­trie die Nr. 1 in Eu­ro­pa, die Nr. 4 welt­weit [...].

Ver­band Deut­scher Pa­pier­fa­bri­ken e.V.: 625 Jah­re Pa­pier­in­dus­trie. vdp-online.de (08/2015).

In den meis­ten Schwellen- und Ent­wick­lungs­län­dern wie bei­spiels­wei­se In­do­ne­si­en, Ne­pal, den Phil­ip­pi­nen oder Sam­bia ist Pa­pier ein Lu­xus­pro­dukt, wel­ches auf­grund der feh­len­den Forst­wirt­schaft im­por­tiert wer­den muss.

Bild von Bananenpapier Es ist des­halb sehr teu­er und da­durch der Ad­mi­nis­tra­ti­on und Ver­wal­tung vor­ent­hal­ten. Durch die wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung aber auch durch die ver­mehr­ten Bil­dungs­an­ge­bo­te steigt der Be­darf an Pa­pier in die­sen Län­dern im­mer stär­ker an. Die Lö­sung die­ser Mi­se­re ist Ba­na­nen­pa­pier, wel­ches meist in klei­nen Hand­werks­be­trie­ben di­rekt ne­ben den Ba­na­nen­plan­ta­gen her­ge­stellt wird.

Bananenpapier ist Umweltpapier par excellence

Wuss­ten Sie, dass jede Ba­na­nen­pflan­ze im Jahr nur ei­nen gro­ßen Strauch mit Früch­ten, den so­ge­nann­ten Frucht­stand, trägt?

Every year each tree pro­du­ces just one big bunch of bana­nas.

Koep­pel, Dan: Pa­per from Bana­nas. youtube.com (08/2015).

Bei der Ern­te wird da­bei nicht nur der Frucht­stand ent­fernt, son­dern der Bau­er schlägt mit ei­ner Ma­che­te den kom­plet­ten obe­ren Teil der Pflan­ze (Schein­stamm) samt Blät­ter ab. Der un­te­re Stamm der Ba­na­nen­stau­de bleibt ste­hen, aus ihm wach­sen im nächs­ten Jahr wie­der neue Ba­na­nen. Die ge­ern­te­ten Früch­te kom­men zu uns, doch was pas­siert mit dem Schein­stamm? Frü­her ist die­ser ein­fach ver­rot­tet, heut­zu­ta­ge dient er als Roh­stoff für Ba­na­nen­pa­pier.

Ba­na­nen­pa­pier und Ba­na­nen­fa­sern

  • Ba­na­nen­fa­sern: Der Schein­stamm wird in der Mit­te ge­teilt. Mit ei­ner Art Ho­bel wer­den da­nach die ein­zel­nen Pflan­zen­fa­sern bis zur Rin­de her­aus­ge­schabt. An­schlie­ßend trock­nen die Fa­sern in der Son­ne.

They are dry­ing it in the cent­re of the vil­la­ge, whe­re the sun is the stron­gest.

On­e­Pla­net­Ca­fe: Bana­na Pa­per in Zam­bia. youtube.com (08/2015).

Aus den ge­trock­ne­ten Fa­sern wer­den Kör­be und Ta­schen so­wie Ver­pa­ckungs­ma­te­ri­al ge­floch­ten.

  • Ba­na­nen­pa­pier: Die üb­rig ge­blie­be­ne Rin­de mit klei­nen Fa­ser­res­ten wird un­ge­fähr 12 Stun­den in der Son­ne ge­trock­net. An­schlie­ßend wird das Gan­ze in sau­be­rem Was­ser ge­kocht, bis dar­aus Zell­stoff ent­stan­den ist. Der Ei­gen­saft des Schein­stamms ist da­bei so kleb­rig, dass eine wei­te­re Zu­ga­be von Kle­ber nicht nö­tig ist. Zu gu­ter Letzt wird der Zell­stoff mit ei­nem Sieb ab­ge­schöpft, in eine Pa­pier­form ge­presst und zum Trock­nen ge­legt. Der Her­stel­lungs­pro­zess ist also ähn­lich wie beim tra­di­tio­nel­len Wa­shi Pa­pier.

Da­mit ist die Bananenpapier-Herstellung nach­hal­tig und öko­lo­gisch. Es wer­den kei­ne Bäu­me ge­fällt und das ge­ern­te­te Pro­dukt wird voll­stän­dig ver­wer­tet.

Die Eigenschaften von Bananenpapier

Bild von beigem Bananenpapier

Ech­tes Ba­na­nen­pa­pier ist in der Ori­gi­nal­far­be Beige. Der Farb­ton ent­spricht un­ge­fähr der Far­be ei­ner ge­schäl­ten Ba­na­ne. Durch die lan­gen Fa­ser­res­te an der In­nen­sei­te der Rin­de ist das Pa­pier mit un­ter­schied­li­chen Li­ni­en durch­zo­gen. Eine Pa­pier­sei­te ist sehr rau, die an­de­re sam­tig weich. Des Wei­te­ren ist Ba­na­nen­pa­pier was­ser­ab­wei­send und schwer ent­flamm­bar.

Stanzen und Lochen von Bananenpapier ist nicht möglichDas hand­ge­schöpf­te Pa­pier ist in ei­ner ge­rin­gen Farb­aus­wahl er­hält­lich. Zum Fär­ben wer­den na­tür­li­che Farb­stof­fe wie In­di­go oder Hen­na ver­wen­det. Trotz der Fa­sern lässt sich auf Ba­na­nen­pa­pier sehr gut schrei­ben und ma­len. Beim Lo­chen und Schnei­den hat das Spe­zi­al­pa­pier je­doch De­fi­zi­te. So franst das Pa­pier bei­spiels­wei­se aus, wenn es mit ei­nem Mo­tiv­lo­cher be­ar­bei­tet wird.

Basteln mit Bananenpapier - unsere Erfahrung

Auf­grund der äu­ße­ren Be­schaf­fen­heit ist Ba­na­nen­pa­pier per­fekt, um Bas­tel­mo­ti­ve ent­we­der zu ver­pa­cken oder zu ver­klei­den.

Bild von Gutscheinheft aus BananenpapierUn­se­re Bast­le­rin Vro­ni hat ihre Base­cap aus Pa­pier bei­spiels­wei­se mit ge­färb­tem Ba­na­nen­pa­pier ver­klei­det. Die Müt­ze ist da­mit schon ein­mal ge­gen feuch­tes Wet­ter ge­schützt. Im Ge­gen­satz zu ein­far­bi­gem Ton­pa­pier, wel­ches ohne wei­te­re Ver­ar­bei­tung oft­mals sehr lang­wei­lig aus­sieht, bie­tet Ba­na­nen­pa­pier dem Be­trach­ter ein auf­re­gen­des und wech­sel­haf­tes Pa­pier­mus­ter.

Ech­tes Ba­na­nen­pa­pier ist mit ei­ner Gram­ma­tur von 60 g/m² sehr dünn und da­durch auch leicht trans­pa­rent. Aus die­sem Grund ist es auch sehr gut für fi­li­gra­ne Origami-Motive ge­eig­net.

Fazit und Kauftipps

Bild von Gutscheinen aus PapierWenn Sie das Pa­pier nicht ge­ra­de über ein­hei­mi­sche Händ­ler über Platt­for­men wie Etsy er­wer­ben, ist das Ba­na­nen­pa­pier meis­tens aus der „Ers­ten Welt”. Aus­tra­li­en und Cos­ta Rica sind da­bei die Haupt­ex­port­na­tio­nen. Wich­tig: Es gibt eben­falls re­cy­cel­tes Ba­na­nen­pa­pier. Hier sind ne­ben den o. g. Ba­na­nen­fa­sern eben­falls Alt­pa­pier und so­gar or­ga­ni­sche Res­te von Kaf­fee­sträu­chern oder Ta­bak­pflan­zen ent­hal­ten. Die­se Va­ri­an­te gibt es sehr preis­wert in 100-Blatt-Päckchen als Al­ter­na­ti­ve zu Dru­cker­pa­pier. Ein Bo­gen rei­nes Ba­na­nen­pa­pier mit ei­ner Grö­ße von 70 x 105 Zen­ti­me­tern kos­tet hin­ge­gen zwi­schen 3,00 und 4,00 Euro. Le­sen Sie also ge­nau die Pro­dukt­be­schrei­bung bei der Be­stel­lung.

Für uns ist das Ba­na­nen­pa­pier ein wei­te­res Stil­mit­tel, um Mo­ti­ven noch eine Be­son­der­heit zu ver­lei­hen. Vor al­lem je­doch, wenn Sie als Bast­ler im­mer auf der Su­che nach öko­lo­gisch nach­hal­ti­gen Pa­pie­ren sind, ist Ba­na­nen­pa­pier eine sehr gute Wahl. In Ne­pal ist die Nach­fra­ge der Be­völ­ke­rung nach dem preis­güns­ti­gen Pa­pier in­zwi­schen so groß, dass die jähr­lich ge­ern­te­ten Ba­na­nen­pflan­zen nicht mehr zur Be­frie­di­gung des Mark­tes aus­rei­chen.

Bana­na pa­per is high in mar­ket. I’m unable to ful­fill the mar­ket de­mand [...].

Kan­ti­pur TV: Bana­na Pa­per. youtube.com (08/2015).

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Maus zum Ausmalen - Rätselspiele für Kinder

Die Maus ist so ziem­lich al­les. Ein Schäd­ling, ein Haus­tier, ein Ko­se­na­me, eine Zei­chen­trick­fi­gur, ein Beu­te­tier, ein Ein­ga­be­ge­rät, Be­stand­teil wich­ti­ger rhe­to­ri­scher Stil­mit­tel, eine be­lieb­te Fi­gur in Fa­beln, ein Pan­zer so­wie ein Reit­tier für den Pumuckl und hin­du­is­ti­sche Gott­hei­ten. Da­mit ist sie wohl das viel­sei­tigs­te und be­kann­tes­te Le­be­we­sen der Erde. Vor al­lem bei Kin­dern ist die Maus sehr be­liebt; klar sie ist klein, süß und gibt lus­ti­ge Lau­te von sich. Aus die­sem Grund ha­ben wir drei un­ter­schied­li­che Mal­spie­le mit knif­fe­li­gen Rät­seln ent­wor­fen, auf de­nen die klei­nen Na­ge­tie­re nur dar­auf war­ten, von Ih­ren klei­nen Mäu­sen aus­ge­malt zu wer­den.

Rätsel um die Maus

Bild von Maus mit Käse aus FIMO von DAoCFrEak (Vroni)Dass auch Haus­mäu­se sehr flink und schnell sind, ist kein Ge­heim­nis. In der Spit­ze er­rei­chen die quir­li­gen Na­ger Ge­schwin­dig­kei­ten zwi­schen 12 und 13 km/h. Da­bei dür­fen Sie nicht ver­ges­sen, dass eine Maus durch­schnitt­lich nur 9 Zen­ti­me­ter lang ist. Wenn ein Mensch mit ei­ner Grö­ße von 1,80 Me­tern so schnell wäre wie eine Maus, wür­de er Ge­schwin­dig­kei­ten von bis zu 260 km/h er­rei­chen.

Length: 9 cm, Weight: 19 g, Top Speed: 13 km/h, Feels Like: 260 km/h.

Reis­ner, Alex: Speed of Ani­mals | House Mou­se. speedofanimals.com (07/2015).

Bild von Rätselspiel für Kinder um MäuseUm wei­te­re fas­zi­nie­ren­de Merk­ma­le der Maus geht es in die­sem Rät­sel­spiel. Für jede der acht Fra­gen gibt es je­weils drei Ant­wor­ten, wo­von nur eine rich­tig ist. Nur wenn alle Fra­gen rich­tig be­ant­wor­tet wur­den, er­ge­ben die Buch­sta­ben vor den Ant­wor­ten das Lö­sungs­wort¹. Wuss­ten Sie bei­spiels­wei­se, dass Käse über­haupt nicht die Lieb­lings­spei­se von Mäu­sen ist? Schuld an die­sem Glau­ben ist un­ter an­de­rem der Hauska­ter Tom, wel­cher in den 1960er Jah­ren ste­tig ver­such­te die Maus Jer­ry mit­hil­fe von Kä­se­va­ria­tio­nen aus dem Loch zu lo­cken. In Wahr­heit fin­den Mäu­se so gut wie nie Käse und zo­gen die­sen an­de­ren Nah­rungs­mit­teln in Ver­su­chen auch nicht vor.

Would they pre­fer to have cheese over other available foods? Ac­cor­ding to some sci­en­tists, the ans­wer is pro­ba­b­ly “no.”

NCFL: Why Do Mice Love Cheese? wonderpolis.org (07/2015).

Auch wenn es am Na­he­lie­gends­ten ist, die Mäu­se ma­chen dem­nach auch nicht die Lö­cher in den Käse.

Berühmte Mäuse vergangener Tage

Malspiel von Rätseln über berühmte ZeichentrickmäuseWas ha­ben En­ten und Mäu­se ge­mein­sam? Sie ha­ben in der Zei­chen­trick­welt vie­le pro­mi­nen­te Ver­tre­ter. In die­sem Rät­sel­spiel kön­nen Sie und Ihre Kin­der über­prü­fen, wie vie­le ani­mier­te Art­ver­wand­te von Min­ni Maus und Co. Sie ken­nen. Da­mit das Rät­sel nicht ganz so schwer ist, ste­hen die Ant­wor­ten un­ter den Fra­gen, je­doch als Buch­sta­ben­sa­lat. Auch in der Geis­tes­wis­sen­schaft spielt die Maus hin und wie­der eine Rol­le. Ken­nen Sie Ga­ne­sha, den hin­du­is­ti­schen Gott der Hin­der­nis­se? Die­ser stark be­leib­te Mann mit Ele­fan­ten­kopf rei­tet auf ei­ner klei­nen Maus. In der Welt der Hin­dus ist die arme Maus nicht so po­si­tiv kon­no­tiert wie hier­zu­lan­de, son­dern steht für Ego­is­mus und welt­li­che Wün­sche. Eine in­ter­es­san­te Par­al­le­le dazu ist Franz Kaf­kas „Klei­ne Fa­bel”, in der die Maus in man­chen In­ter­pre­ta­tio­nen als Syn­onym für Men­schen, die nicht nach ih­rem „ei­ge­nem hö­he­rem Selbst” stre­ben, steht. Dass Maus und Mensch sich sehr ähn­lich sind, ist wohl auch ge­ne­tisch be­dingt.

Bei­de Le­be­we­sen ha­ben nach ak­tu­el­lem Stand der For­schung etwa 20 000 Gene, rund 15 000 da­von ge­hö­ren so­wohl zum Bau­plan des Men­schen, als auch zu dem der Maus.

Gless, Flo­ri­an: War­um so viel Maus im Men­schen steckt. nationalgeographic.de (07/2015).

Wie kommt die Maus zum Käse?

Bild von Malspiel Maus, die zum Käse durchs Labyrinth mussIn die­sem Mal­spiel riecht der freund­li­che und hung­ri­ge Herr Maus den Käse. Zu sei­nem Un­glück ist der Weg dort­hin sehr ge­fähr­lich, denn es lau­ern le­bens­be­droh­li­che Hin­der­nis­se wie eine Mau­se­fal­le und eine schla­fen­de Kat­ze. Wel­chen Weg muss er also neh­men, um si­cher ans Ziel zu kom­men und Frau Maus, die ihn im Mau­se­loch er­war­tet, ei­nen gro­ßen Le­cker­bis­sen mit nach Hau­se zu brin­gen? Auch in Wahr­heit le­ben Mäu­se nie­mals al­lei­ne, son­dern in gro­ßen Grup­pen. Wenn Sie bei sich also ei­nen Na­ger ent­de­cken, kön­nen Sie si­cher sein, dass Sie eine gan­ze Fa­mi­lie als Un­ter­mie­ter ha­ben.

Fazit und unsere ängstliche Katze

Ich hof­fe, un­se­re drei Mal­spie­le hel­fen Ih­nen und Ih­ren Kin­dern da­bei, die fi­de­len Mäu­se nä­her ken­nen­zu­ler­nen. Da­mit Sie beim Aus­ma­len noch et­was zum La­chen ha­ben, er­zäh­le ich Ih­nen ab­schlie­ßend noch die Ge­schich­te mei­nes ehe­ma­li­gen Ka­ters Boo­mer.

Als Kind wohn­te ich in ei­nem Haus am Ran­de ei­ner Neu­bau­sied­lung. Hin­ter dem Haus wa­ren rie­si­ge Fel­der und ein klei­ner Wald. Ne­ben Wühl­mäu­sen im Gar­ten zähl­ten wir ei­nes Ta­ges auch Haus­mäu­se im Kel­ler zu un­se­ren Gäs­ten. Fal­len und Ge­ruchs­ab­wehr­me­tho­den hal­fen al­les nichts, also kauf­ten wir eine Kat­ze. Boo­mer war ein pech­schwar­zer „Ger­man Rex” Ka­ter und es stell­te sich be­reits nach kur­zer Zeit her­aus, dass er wohl die ängst­lichs­te Kat­ze war, die es auf Er­den gab. Er ging we­der al­lei­ne in den Kel­ler noch in den Gar­ten, und wenn ir­gend­wo et­was ra­schel­te, ver­steck­te er sich ganz schnell im Kat­zen­baum. Also blieb uns nur der Kam­mer­jä­ger. Boo­mer wur­de 11 Jah­re alt und war trotz sei­ner Angst ger­ne auf den Stra­ßen un­se­rer Ort­schaft un­ter­wegs. Es war An­fang der 1990er Jah­re, da war das noch nicht Usus Kat­zen gleich zu kas­trie­ren. Nach un­ge­fähr zwei Jah­ren, als die Sied­lung vol­ler schwar­zer Kätz­chen war, wuss­ten wir auch, war­um er so ger­ne un­ter­wegs war, an­stel­le un­se­re Mäu­se zu fan­gen.

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