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Naturbast zum Basteln

Bast steht nicht etwa für die Bun­des­an­stalt für Stra­ßen­we­sen, son­dern ist ein preis­güns­ti­ges Na­tur­ge­we­be, wel­ches zu je­der Grund­aus­stat­tung ei­nes Bast­lers ge­hö­ren soll­te. Es gibt ver­schie­de­ne Ar­ten von Na­tur­bast (eng­lisch bast fie­bres), im Kunst­hand­werks­sek­tor wird je­doch fast aus­schließ­lich nur Raffia-Naturbast von den jun­gen Blät­tern der Raf­fia­pal­me (Ra­phia fa­ri­ni­fe­ra / ruf­fia) ver­wen­det. Die­ses Tro­pen­ge­wächs wuchs ur­sprüng­lich wild in Ma­da­gas­kar und gilt heut­zu­ta­ge auf­grund sei­ner Viel­sei­tig­keit mit zu den wich­tigs­ten Nutz­pflan­zen Ka­me­runs, Ni­ge­ri­as und Gha­nas. Wich­ti­ges Le­bens­mit­tel, wel­ches aus Raf­fia­pal­men ge­won­nen wird, ist Pal­men­wein.

We have one, three, five, six raf­fia [...].

Roy­al TV Ni­ge­ria: Palm­wi­ne My Hust­le: youtube.com (01/2016).

Bild von grünem Raffia-Naturbast 50 Gramm Rolle

Aus den Sa­men wer­den Öl, But­ter, Schuh­creme und Wachs her­ge­stellt. Die End­knos­pe wird zu Ge­mü­se (Palm­kohl) zu­be­rei­tet und die Raf­fia­wur­zel gilt als na­tür­li­ches Heil­mit­tel ge­gen Zahn­schmer­zen. Der Na­tur­bast um­spinnt die jun­gen Blät­ter, muss also nur mit­hil­fe ei­nes Mes­sers ab­ge­schabt und in die Son­ne zum Trock­nen auf­ge­hängt wer­den. Auf­grund des­sen, dass Raffia-Naturbast nicht wei­ter­ver­ar­bei­tet wer­den muss, be­hält die­ser sein sei­dig, glän­zen­des, beige­far­be­nes Aus­se­hen.

Raf­fia fib­re ob­tai­ned from the up­per sur­face of young leaf­lets is used world­wi­de as ty­ing ma­te­ri­al for hor­ti­cul­tu­re and han­di­c­rafts.

Pl@ntUse: Ra­phia fa­ri­ni­fe­ra (PROTA). uses.plantnet-project.org (01/2016).

Qualitätsmerkmale von Naturbast

Eine Na­tur­bast­fa­ser kann bis zu 1,20 Me­ter lang und 4 Zen­ti­me­ter breit sein.

Bild von bunt gefärbtem Naturbast (Raffiabast)Der ge­ruchs­neu­tra­le Bast hat eine wei­che Ober­flä­che und eig­net sich be­son­ders gut zum We­ben. In der afri­ka­ni­schen Mo­de­bran­che wer­den die re­la­tiv brei­ten Bast­fa­sern für Da­men­klei­der, Rö­cke und Hüte ver­wen­det.

  • Raffia-Naturbast ab­sor­biert des Wei­te­ren Sauer­stoff, wes­halb er nur sehr lang­sam oxi­diert, was für ein un­be­han­del­tes Na­tur­pro­dukt eine Be­son­der­heit ist.
  • Je­doch müs­sen die Na­tur­fä­den tro­cken auf­be­wahrt wer­den. Bast spei­chert Was­ser wie ein Schwamm und neigt zum Pilz­be­fall.

Bast zum Basteln - Einsatzgebiete

Bild von Papierpferd mit Zaumzeug aus NaturbastEgal, ob Sie das Zaum­zeug für ein Pa­pier­pferd mit Bast an­deu­ten wol­len oder den Na­tur­fa­den zum Zie­hen und De­ko­rie­ren Ih­res Pa­pier­schlit­tens ver­wen­den, durch die mehr als zehn Far­ben, in de­nen es Raffia-Naturbast zu kau­fen gibt, sind der Krea­ti­vi­tät kei­ne Gren­zen ge­setzt. Wich­tig: Der ge­schmei­di­ge, nach­gie­bi­ge Bast ist nicht zum Spin­nen oder Flech­ten ge­eig­net. Zum Flech­ten von Kör­ben ver­ar­bei­ten die West­afri­ka­ner nicht Bast, son­dern we­sent­lich ro­bus­te­re, ein­ge­färb­te Ba­na­nen­fa­sern.

The trunks from the Bana­na lea­ves that is what we use when we are ma­king bas­kets.

Ten Thousand Vil­la­ges: Wea­ving a Fu­ture - NAWOU & Ugan­da Crafts, Ugan­da. youtube.com (01/2016).

Bild von bunten Naturbastfasern einer Raffiapalme

Da­durch, dass Raffia-Naturbast sehr gut Feuch­tig­keit auf­nimmt, lässt er sich mit Filz­stif­ten oder Acryl­far­ben sau­ber be­ma­len und mit flüs­si­gem Kle­ber sehr gut auf die ver­schie­den­ar­tigs­ten Un­ter­grün­de kle­ben. Die Reiß­fes­tig­keit ist ver­gleich­bar mit ge­wöhn­li­chem Stroh. Das Bin­de­ma­te­ri­al ist des­halb eben­so als Kordel­ersatz zum Auf­hän­gen von leich­te­ren Bas­tel­kunst­wer­ken wie bei­spiels­wei­se Christ­baum­ku­geln ge­eig­net.

Beschaffung und Preise von Naturbast

Bild von grünem 50 Gramm Bund Raffia-NaturbastAlle Bas­tel­händ­ler und On­line­kauf­häu­ser ha­ben Raffia-Naturbast zum Bas­teln im Sor­ti­ment. In der Re­gel wer­den die ein­zel­nen Fa­sern ge­bun­den in 50 Gramm Ver­pa­ckun­gen ver­kauft. Egal, ob ge­färbt oder na­tur­be­las­sen, ein Bund Bast kos­tet zwi­schen 1,50 und 2,00 Euro. Die weit ge­reis­te Na­tur­fa­ser ist also ein preis­wer­tes Bas­tel­ma­te­ri­al, bei dem es sich auch für Hob­by­bast­ler lohnt, es im­mer im Haus zu ha­ben.

Fazit

Bast ge­hört in jede Bas­tel­werk­statt, denn die Ein­satz­ge­bie­te sind sehr viel­sei­tig. Wir ver­brau­chen im Jahr schät­zungs­wei­se vier Rol­len und ha­ben so gut wie alle er­hält­li­chen Far­ben auf La­ger. Uns ge­fällt an die­sem Ma­te­ri­al be­son­ders, dass es ein wasch­ech­tes Na­tur­pro­dukt, und eine ori­gi­nel­le Al­ter­na­ti­ve zum Syn­the­tik­fa­den ist.

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Aus Papp­kar­ton las­sen sich tol­le Bas­te­lei­en wie Bil­der­rah­men, Kom­mo­den oder Mas­ken bas­teln. Pap­pe ist kein Kar­ton­pa­pier und hat enor­me Un­ter­schie­de bei den Qua­li­täts­stu­fen. Hoch­wer­ti­ge Papp­kar­to­na­gen sind so sta­bil, dass die­se als Un­ter­bau von Sitz­mö­beln ein­ge­setzt wer­den, wäh­rend min­der­wer­ti­ges Ma­te­ri­al bei leich­tem Druck knickt.

Auch für Modelle stabile Bastelpappe

Bild von GraupappeAuch wenn Sie Mo­del­le aus Pap­pe bas­teln möch­ten, ist zu­nächst das Wich­tigs­te der Stär­ke­grad. Als Stan­dard­stär­ke emp­feh­le ich hier 2,0 Mil­li­me­ter, die­se lässt sich mit ei­ner ge­wöhn­li­chen Bas­tel­sche­re noch pro­blem­los schnei­den. Fünf Bö­gen die­ser Qua­li­täts­stu­fe kos­ten zir­ka 8,00 Euro. Muss es be­son­ders sta­bil sein, kön­nen Sie in Bas­tel­shops auch Bö­gen mit bis zu 5 Mil­li­me­tern er­wer­ben. Hier be­nö­ti­gen Sie dann aber ein sta­tio­nä­res Bas­tel­mes­ser um die Pap­pe sau­ber zu­schnei­den zu kön­nen.

Bearbeitung von Pappe

  • Um­welt­be­wuss­te Bast­ler soll­ten zu Grau­pap­pe grei­fen, die­se ist näm­lich aus Alt­pa­pier her­ge­stellt, steht in Sa­chen Sta­bi­li­tät der Holz­pap­pe in nichts nach.

  • Wenn Sie die Pap­pe spä­ter bei­spiels­wei­se mit Was­ser­far­ben be­ma­len wol­len, kön­nen Sie die­se vor­her mit wei­ßem Lack grun­die­ren.
  • Wich­tig ist auch die Wahl des pas­sen­den Kle­bers für Pap­pe. Nor­ma­le Kle­ber kom­men vor al­lem beim Ver­kle­ben von gro­ßen Flä­chen schnell an Ihre Gren­zen, rüh­ren Sie sich also Kleis­ter an, dann hält die Pap­pe bom­ben­fest.

Faszination Papercraft

Ne­ben dem seit Jahr­hun­der­ten be­kann­ten Kar­ton­mo­dell­bau, hat sich in den letz­ten Jah­ren eine so­ge­nann­te Papercraft-Szene ent­wi­ckelt. Aus Pap­pe und Kar­ton wer­den hier Ro­bo­ter, Tie­re und vor al­lem Manga-Figuren nach­ge­baut bzw. Vor­la­gen da­für er­stellt und zum Ver­kauf an­ge­bo­ten. Der um­welt­freund­li­che Werk­stoff Pap­pe wird für Künst­ler also im­mer in­ter­es­san­ter, auch wir pla­nen in Zu­kunft mehr da­mit zu ar­bei­ten.

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Welcher Radiergummi ist gut für Bastler?

Der Ra­dier­gum­mi ist in der Zwi­schen­zeit zum Mode- und Sam­mel­pro­dukt mu­tiert und es gibt ihn bei­spiels­wei­se als Keks oder Ham­bur­ger. Für den Ge­brauch tau­gen die­se Pro­duk­te nicht, wel­cher Ra­dier­gum­mi ist vor al­lem im Hin­blick auf Bast­ler gut ge­eig­net?

Gummi oder Kunststoff?

Ra­dier­gum­mis sind ent­we­der aus na­tür­li­chen Ma­te­ria­li­en wie Kau­tschuk oder aus künst­li­chen Stof­fen wie Kunst­stoff her­ge­stellt. Sie be­mer­ken den Un­ter­schied meis­tens schon op­tisch bzw. spä­tes­tens dann wenn Sie das Pro­dukt in der Hand hal­ten. Ra­dier­gum­mis aus Kau­tschuk sind wei­cher und un­ge­färbt in der Re­gel weiß, wäh­rend Kunst­stoff­ra­die­rer eher durch­sich­tig und här­ter sind.

Für Bastler eher Radiergummis aus Kunststoff

Mei­ner Er­fah­rung nach, sind Ra­dier­gum­mis aus Kunst­stoff im Bas­tel­be­reich die bes­ser Wahl denn:

  1. Kein Krü­meln.
  2. Kein Schmie­ren.
  3. Bruch­fest.
  4. Kei­ne Kor­ro­si­on wie brü­chig wer­den.

Vor al­lem bei tech­ni­schen Zeich­nern fin­den auf­grund der Sau­ber­keit in der Re­gel Ra­dier­gum­mis aus Kunst­stoff Ver­wen­dung. Beim Ra­die­ren von Tin­te spielt das Ma­te­ri­al kei­ne Rol­le, der Ra­dier­gum­mi be­nö­tigt hier­für im­mer eine ex­tra aus­ge­wie­se­ne Ma­te­ri­al­flä­che.

Preise, Haltbarkeit und Fazit

Ich habe ei­nen Ra­dier­gum­mi aus Kunst­stoff in mei­ner Schub­la­de, der be­stimmt schon 20 Jah­re alt ist und ta­del­los funk­tio­niert. Ge­ne­rell lässt sich fest­hal­ten, das 10 Gramm ei­nes gu­ten Ra­dier­gum­mis ca. 1,30 Euro kos­ten. Als Bast­ler ist es ja nicht so, dass Sie Schul­heft­sei­ten aus­ra­die­ren müs­sen und ich be­haup­te, dass ein gu­ter Ra­dier­gum­mi mit bei­spiels­wei­se 20 Gramm, auch bei Ih­nen für 20 Jah­re hält.

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