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Baseball Cap zum Aufsetzen basteln - Anleitung

Die Base­ball Cap hat es im Lau­fe der Jahr­zehn­te ge­schafft ge­sell­schaft­li­che Bar­rie­ren zu bre­chen. Egal, ob Jun­ge in der Bo­chu­mer Plat­ten­bau­sied­lung, Fa­shio­nis­ta aus Wit­ten­berg oder der Por­sche­fah­rer aus Bo­gen­hau­sen, alle tra­gen Schirm­müt­zen, die ih­ren Ur­sprung im 19. Jahr­hun­dert an der Ost­küs­te der USA ha­ben.

The first base­ball cap that we would ac­tual­ly call a base­ball cap was worn by the Brook­lyn Ex­cel­si­ors in 1860.

McElha­ney, Ryan: Histo­ry of MLB Base­ball Caps. fedoras.com (07/2015).

Vroni (DAoCFrEak) trägt eine pinke Baseball Cap (West Coast)Dies war nicht im­mer so. Erst An­fang der 1980er Jah­re, als die ame­ri­ka­ni­sche Hip-Hop-Welle mit Run-D.M.C. oder Grand­mas­ter Flash die BRD er­reich­te, ka­men Base­ball Caps, je­doch zu­nächst nur bei Ju­gend­li­chen, in Mode. Zu­sam­men mit Bag­gy Pants gal­ten Base­ball­kap­pen bis An­fang der 1990er Jah­re als Ghetto-Chic. Die­ser po­la­ri­sie­ren­de Mo­de­stil galt als Kon­trast zum da­mals zeit­gleich be­lieb­ten Grunge-Style.

Na­tür­lich war es der Sport, der die Base­ball Caps in Deutsch­land sa­lon­fä­hig mach­te. Spä­tes­tens als Mi­cha­el Schu­ma­cher 1996 zu Fer­ra­ri wech­sel­te, war das Tra­gen der Cap­py kein mo­di­sches oder po­li­ti­sches State­ment mehr.

„Rot­käpp­chen” sind auf dem Ring im­mer noch der Ren­ner: Rund drei Vier­tel der 150.000 Zu­schau­er tra­gen die ro­ten Schumacher-Mützen.

Nim­mer­voll, Chris­ti­an: Schumacher-Merchandising stößt an Gren­zen. motorsport-total.com (07/2015).

Als eben­falls 1996 Jan Ull­rich, bei dem die Base­cap an­ge­wach­sen schien, über­ra­schend zwei­ter der Tour de France wur­de, trau­te sich selbst Oli­ver „Ti­tan” Kahn, eine un­vor­teil­haf­te Cap­py auf sei­ne blon­de Mäh­ne zu le­gen.

Bild von Baseball Cap aus Papier
Ich habe eine Base­ball Cap aus Pa­pier ge­bas­telt. Die sty­li­sche Schirm­müt­ze kann von Per­so­nen mit ei­nem Kopf­um­fang bis 60 Zen­ti­me­ter auf­ge­setzt wer­den. Die kom­plet­te Län­ge der Cap­py be­trägt 28 Zen­ti­me­ter.

Cappy aus Papier basteln

Bild von Rückseite der Baseball Cap aus PapierFür das ein­fa­che Bas­tel­mo­tiv ver­wen­de­te ich Ton­pa­pier in Rosa und Schwarz so­wie ma­gen­ta­far­be­nes Ba­na­nen­pa­pier. Für die De­ko­ra­ti­on ka­men pin­ke Was­ser­far­ben, ein Git­ter und ein schwar­zer Fine­li­ner zum Ein­satz. Als Werk­zeu­ge soll­ten Sie sich eine Sche­re, flüs­si­gen Kle­ber, ein Bas­tel­mes­ser, Falz­beil samt Li­ne­al und mei­ne DIN A4 Bas­tel­scha­blo­nen (#1 /#2 /#3 /#4 /#5 /#6 /#7 /#8 /#9) zu­recht­le­gen.

Bild von sechs Tonpapierelementen für die Baseball CapFür das Grund­ge­rüst der Base­ball Cap fer­tig­te ich zu­al­ler­erst die sechs Ele­men­te der Scha­blo­nen #1 - #4 aus ro­sa­far­be­nem Ton­pa­pier an. Die aus­ge­schnit­te­nen Ein­zel­tei­le kleb­te ich nun auf ei­nen schwar­zen Ton­pa­pier­bo­gen und schnitt die­se er­neut aus. Die­se Tech­nik hat ver­schie­de­ne Vor­tei­le. Die Kap­pe wird sta­bi­ler und hat an der Un­ter­sei­te eine Kon­trast­far­be be­kom­men. Nach dem Aus­schnei­den habe ich die Knick- und Kle­be­l­i­ni­en mit­hil­fe des Li­ne­als und Falz­beils ge­falzt (sie­he Scha­blo­ne).

Vor dem Kleben bereits verzieren

Bild vom Bespränkeln des TonpapiersBe­vor ich die Base­ball Cap wei­ter zu­sam­men­kleb­te, habe ich die­se zu­nächst ver­ziert. Dazu nahm ich ein Bas­tel­sieb und pin­ke Was­ser­far­be. Da­mit be­sprän­kel­te ich zu­erst die schwar­ze Sei­te mei­ner Ein­zel­tei­le. Als die Far­be ge­trock­net war, dreh­te ich die Ele­men­te um und färb­te eben­so mei­ne ro­sa­far­be­ne Sei­te ein. Nach der Vor­be­rei­tung der sechs Ein­zel­tei­le kann die Base­ball Cap zu­sam­men­ge­klebt wer­den.

Bilder vom Zusammenkleben der Baseball CapBeim Zu­sam­men­kle­ben be­gann ich mit der so­ge­nann­ten Hut­kro­ne. Ich kleb­te also die vier Vorder- und Sei­ten­tei­le mit viel flüs­si­gem Kle­ber an den Kle­be­la­schen zu­sam­men. Da­nach füg­te ich das Rück­sei­ten­ele­ment ein und er­reich­te da­mit eine ab­ge­schlos­se­ne Kap­pen­form. Ganz zum Schluss be­fes­tig­te ich den Schirm. Dazu schob ich die vor­de­ren Kle­be­la­schen der Kap­pe zwi­schen die bei­den Pa­pier­la­gen des Schirms, so­mit ver­schwin­den die un­schö­nen Kle­be­la­schen au­to­ma­tisch.

Weitere Verkleidung der Baseball Cap

Bild vom Kleben des Bananenpapiers auf die Baseball CapZur wei­te­ren Ver­klei­dung und für ei­nen be­son­de­ren Ef­fekt fer­tig­te ich nun die Scha­blo­nen #5 - #8 aus ma­gen­ta­far­be­nem Ba­na­nen­pa­pier an. Die Scha­blo­nen se­hen zwar ge­nau­so aus, wie die Scha­blo­nen für das Grund­ge­rüst, sind je­doch ge­ring­fü­gig klei­ner. Beim Auf­kle­ben der sechs Ein­zel­tei­le aus Ba­na­nen­pa­pier müs­sen Sie des­halb sehr sorg­fäl­tig sein. Ich kleb­te die Ele­men­te im­mer so auf die Ober­sei­te der Kap­pe, dass an al­len Sei­ten ein Ab­stand von 0,5 Zen­ti­me­tern ist.

Bild von West Coast Schriftzug aus PapierSo­mit schim­mert das ver­zier­te Ton­pa­pier durch die Lü­cken. Zu gu­ter Letzt be­kam mei­ne Base­ball Cap noch ei­nen Schrift­zug. Ich ent­schied mich für „West Co­ast”, die­ser be­fin­det sich auf Scha­blo­ne #9. Ich habe den zwei­tei­li­gen Schrift­zug aus ro­sa­far­be­nem Ton­pa­pier an­ge­fer­tigt und die Kon­tu­ren mit ei­nem schwar­zen Fine­li­ner nach­ge­zo­gen. An­schlie­ßend habe ich das Logo ein­fach auf­ge­klebt. Auf der­sel­ben Scha­blo­ne be­fin­det sich au­ßer­dem der Ver­schluss­knopf. Die­sen habe ich eben­falls mit Fine­li­ner nach­ge­zo­gen und mit­tig auf die Hut­kro­ne ge­klebt.

Fazit

Bild von Unterseite der Baseball Cap aus PapierDie Pa­pier­kap­pe ist wirk­lich ein sehr ein­fa­ches Bas­tel­mo­tiv, für wel­ches Sie eine Bas­tel­zeit von zir­ka zwei Stun­den ein­pla­nen soll­ten. Wenn Sie kein Ba­na­nen­pa­pier ha­ben, kön­nen Sie auch je­des an­de­re Pa­pier zum Ver­klei­den ver­wen­den. Ori­gi­nal Base­caps sind in der Re­gel aus Baum­wol­le, die­se mar­kan­te Ober­flä­chen­struk­tur gibt mei­ner Mei­nung nach das Ba­na­nen­pa­pier je­doch am bes­ten wie­der.

Ich tra­ge ei­gent­lich nie Base­ball Caps, denn die schmei­cheln nicht ge­ra­de mei­ner Kopf­form. Auf die Idee ein Pa­pier­ex­em­plar zu ent­wi­ckeln kam ich auf­grund ei­ner „you can lea­ve your hat on” Hut­par­ty in der Oly­dis­co Mün­chen. Auf­grund der drei Pa­pier­la­gen ist die Base­cap wirk­lich sehr sta­bil und trotz­dem bieg­sam, sie hat die gan­ze Nacht, trotz wil­der Tanz­ein­la­gen, pro­blem­los über­lebt.

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Maus zum Ausmalen - Rätselspiele für Kinder

Die Maus ist so ziem­lich al­les. Ein Schäd­ling, ein Haus­tier, ein Ko­se­na­me, eine Zei­chen­trick­fi­gur, ein Beu­te­tier, ein Ein­ga­be­ge­rät, Be­stand­teil wich­ti­ger rhe­to­ri­scher Stil­mit­tel, eine be­lieb­te Fi­gur in Fa­beln, ein Pan­zer so­wie ein Reit­tier für den Pumuckl und hin­du­is­ti­sche Gott­hei­ten. Da­mit ist sie wohl das viel­sei­tigs­te und be­kann­tes­te Le­be­we­sen der Erde. Vor al­lem bei Kin­dern ist die Maus sehr be­liebt; klar sie ist klein, süß und gibt lus­ti­ge Lau­te von sich. Aus die­sem Grund ha­ben wir drei un­ter­schied­li­che Mal­spie­le mit knif­fe­li­gen Rät­seln ent­wor­fen, auf de­nen die klei­nen Na­ge­tie­re nur dar­auf war­ten, von Ih­ren klei­nen Mäu­sen aus­ge­malt zu wer­den.

Rätsel um die Maus

Bild von Maus mit Käse aus FIMO von DAoCFrEak (Vroni)Dass auch Haus­mäu­se sehr flink und schnell sind, ist kein Ge­heim­nis. In der Spit­ze er­rei­chen die quir­li­gen Na­ger Ge­schwin­dig­kei­ten zwi­schen 12 und 13 km/h. Da­bei dür­fen Sie nicht ver­ges­sen, dass eine Maus durch­schnitt­lich nur 9 Zen­ti­me­ter lang ist. Wenn ein Mensch mit ei­ner Grö­ße von 1,80 Me­tern so schnell wäre wie eine Maus, wür­de er Ge­schwin­dig­kei­ten von bis zu 260 km/h er­rei­chen.

Length: 9 cm, Weight: 19 g, Top Speed: 13 km/h, Feels Like: 260 km/h.

Reis­ner, Alex: Speed of Ani­mals | House Mou­se. speedofanimals.com (07/2015).

Bild von Rätselspiel für Kinder um MäuseUm wei­te­re fas­zi­nie­ren­de Merk­ma­le der Maus geht es in die­sem Rät­sel­spiel. Für jede der acht Fra­gen gibt es je­weils drei Ant­wor­ten, wo­von nur eine rich­tig ist. Nur wenn alle Fra­gen rich­tig be­ant­wor­tet wur­den, er­ge­ben die Buch­sta­ben vor den Ant­wor­ten das Lö­sungs­wort¹. Wuss­ten Sie bei­spiels­wei­se, dass Käse über­haupt nicht die Lieb­lings­spei­se von Mäu­sen ist? Schuld an die­sem Glau­ben ist un­ter an­de­rem der Hauska­ter Tom, wel­cher in den 1960er Jah­ren ste­tig ver­such­te die Maus Jer­ry mit­hil­fe von Kä­se­va­ria­tio­nen aus dem Loch zu lo­cken. In Wahr­heit fin­den Mäu­se so gut wie nie Käse und zo­gen die­sen an­de­ren Nah­rungs­mit­teln in Ver­su­chen auch nicht vor.

Would they pre­fer to have cheese over other available foods? Ac­cor­ding to some sci­en­tists, the ans­wer is pro­ba­b­ly “no.”

NCFL: Why Do Mice Love Cheese? wonderpolis.org (07/2015).

Auch wenn es am Na­he­lie­gends­ten ist, die Mäu­se ma­chen dem­nach auch nicht die Lö­cher in den Käse.

Berühmte Mäuse vergangener Tage

Malspiel von Rätseln über berühmte ZeichentrickmäuseWas ha­ben En­ten und Mäu­se ge­mein­sam? Sie ha­ben in der Zei­chen­trick­welt vie­le pro­mi­nen­te Ver­tre­ter. In die­sem Rät­sel­spiel kön­nen Sie und Ihre Kin­der über­prü­fen, wie vie­le ani­mier­te Art­ver­wand­te von Min­ni Maus und Co. Sie ken­nen. Da­mit das Rät­sel nicht ganz so schwer ist, ste­hen die Ant­wor­ten un­ter den Fra­gen, je­doch als Buch­sta­ben­sa­lat. Auch in der Geis­tes­wis­sen­schaft spielt die Maus hin und wie­der eine Rol­le. Ken­nen Sie Ga­ne­sha, den hin­du­is­ti­schen Gott der Hin­der­nis­se? Die­ser stark be­leib­te Mann mit Ele­fan­ten­kopf rei­tet auf ei­ner klei­nen Maus. In der Welt der Hin­dus ist die arme Maus nicht so po­si­tiv kon­no­tiert wie hier­zu­lan­de, son­dern steht für Ego­is­mus und welt­li­che Wün­sche. Eine in­ter­es­san­te Par­al­le­le dazu ist Franz Kaf­kas „Klei­ne Fa­bel”, in der die Maus in man­chen In­ter­pre­ta­tio­nen als Syn­onym für Men­schen, die nicht nach ih­rem „ei­ge­nem hö­he­rem Selbst” stre­ben, steht. Dass Maus und Mensch sich sehr ähn­lich sind, ist wohl auch ge­ne­tisch be­dingt.

Bei­de Le­be­we­sen ha­ben nach ak­tu­el­lem Stand der For­schung etwa 20 000 Gene, rund 15 000 da­von ge­hö­ren so­wohl zum Bau­plan des Men­schen, als auch zu dem der Maus.

Gless, Flo­ri­an: War­um so viel Maus im Men­schen steckt. nationalgeographic.de (07/2015).

Wie kommt die Maus zum Käse?

Bild von Malspiel Maus, die zum Käse durchs Labyrinth mussIn die­sem Mal­spiel riecht der freund­li­che und hung­ri­ge Herr Maus den Käse. Zu sei­nem Un­glück ist der Weg dort­hin sehr ge­fähr­lich, denn es lau­ern le­bens­be­droh­li­che Hin­der­nis­se wie eine Mau­se­fal­le und eine schla­fen­de Kat­ze. Wel­chen Weg muss er also neh­men, um si­cher ans Ziel zu kom­men und Frau Maus, die ihn im Mau­se­loch er­war­tet, ei­nen gro­ßen Le­cker­bis­sen mit nach Hau­se zu brin­gen? Auch in Wahr­heit le­ben Mäu­se nie­mals al­lei­ne, son­dern in gro­ßen Grup­pen. Wenn Sie bei sich also ei­nen Na­ger ent­de­cken, kön­nen Sie si­cher sein, dass Sie eine gan­ze Fa­mi­lie als Un­ter­mie­ter ha­ben.

Fazit und unsere ängstliche Katze

Ich hof­fe, un­se­re drei Mal­spie­le hel­fen Ih­nen und Ih­ren Kin­dern da­bei, die fi­de­len Mäu­se nä­her ken­nen­zu­ler­nen. Da­mit Sie beim Aus­ma­len noch et­was zum La­chen ha­ben, er­zäh­le ich Ih­nen ab­schlie­ßend noch die Ge­schich­te mei­nes ehe­ma­li­gen Ka­ters Boo­mer.

Als Kind wohn­te ich in ei­nem Haus am Ran­de ei­ner Neu­bau­sied­lung. Hin­ter dem Haus wa­ren rie­si­ge Fel­der und ein klei­ner Wald. Ne­ben Wühl­mäu­sen im Gar­ten zähl­ten wir ei­nes Ta­ges auch Haus­mäu­se im Kel­ler zu un­se­ren Gäs­ten. Fal­len und Ge­ruchs­ab­wehr­me­tho­den hal­fen al­les nichts, also kauf­ten wir eine Kat­ze. Boo­mer war ein pech­schwar­zer „Ger­man Rex” Ka­ter und es stell­te sich be­reits nach kur­zer Zeit her­aus, dass er wohl die ängst­lichs­te Kat­ze war, die es auf Er­den gab. Er ging we­der al­lei­ne in den Kel­ler noch in den Gar­ten, und wenn ir­gend­wo et­was ra­schel­te, ver­steck­te er sich ganz schnell im Kat­zen­baum. Also blieb uns nur der Kam­mer­jä­ger. Boo­mer wur­de 11 Jah­re alt und war trotz sei­ner Angst ger­ne auf den Stra­ßen un­se­rer Ort­schaft un­ter­wegs. Es war An­fang der 1990er Jah­re, da war das noch nicht Usus Kat­zen gleich zu kas­trie­ren. Nach un­ge­fähr zwei Jah­ren, als die Sied­lung vol­ler schwar­zer Kätz­chen war, wuss­ten wir auch, war­um er so ger­ne un­ter­wegs war, an­stel­le un­se­re Mäu­se zu fan­gen.

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¹Na­ge­tier

Cowboyhut zum Aufsetzen - Bastelanleitung

How­dy! Nichts steht mehr für die USA als der Cow­boy (ame­rik. Wrang­ler, dt. Vieh­trei­ber). Ge­nau­so wie die Kar­tof­fel eine ur­ei­ge­ne deut­sche Hack­frucht ist. Denn könn­ten Kar­tof­feln re­den, hät­ten ihre Vor­fah­ren, ge­nau­so wie die ur­sprüng­li­chen Cow­boys spa­nisch ge­spro­chen. Es wa­ren näm­lich spa­ni­sche Sied­ler, wel­che die Vieh­zucht im 15. Jahr­hun­dert auf den neu ent­deck­ten Kon­ti­nent im­por­tier­ten.

The her­ding tech­ni­que was brought over to the New World in the ear­ly 15th cen­tu­ry by the Spa­nish [...].

An­onym: Cow­boy Histo­ry. truecowboy.com (07/2015).

Veronika (DAoCFrEak) trägt einen Cowboyhut aus PapierNa­tür­lich muss­ten die ver­we­ge­nen His­pa­nics je­ner Zeit, ge­nau­so wie die Kar­tof­feln, zu­nächst kul­ti­viert wer­den. Zwar rit­ten die spa­ni­schen Cow­boys auch auf Pfer­den und trie­ben Tau­sen­de Rin­der von Wei­de zu Wei­de, op­tisch hat­ten sie mit den ame­ri­ka­ni­schen Cow­boys je­doch nichts am Hut. Erst als sich Te­xas im Jah­re 1839 end­gül­tig von Me­xi­ko ge­löst hat­te, be­gann das Zeit­al­ter der Cow­boys, die wir aus John Way­ne und Te­rence Hill Fil­men ken­nen.

Wäh­rend die frü­he­ren spanisch-mexikanischen Cow­boys Stroh­hü­te tru­gen, war es John B. Stet­son, der den klas­si­schen Cow­boy­hut ent­wi­ckel­te und 1865 das ers­te Ex­em­plar her­stell­te.

Today’s cow­boy hat has re­main­ed ba­si­cal­ly un­ch­an­ged in con­s­truc­tion and de­sign sin­ce the first one was crea­ted in 1865. As the sto­ry goes, John B. Stet­son [...].

Fire, An­gel: Cow­boy Hats in Histo­ry. cowboyhathistory.org (07/2015).

Der Hut war für die Cow­boys ein Se­gen. Im­mer im Früh­jahr und Herbst zo­gen sie los, um ihre Rin­der zu­rück in die Ranch zu brin­gen. Zu je­ner Zeit war es näm­lich noch mög­lich, die Tie­re frei gra­sen zu las­sen, des­halb muss­ten die Cow­boys die Her­de erst su­chen, an­hand von Brand­mar­kie­run­gen iden­ti­fi­zie­ren und ein­sam­meln.

Each spring and fall the cow­boys would work on the „roun­dup”. This was when the cow­boys would bring in all the catt­le from the open ran­ge. Catt­le would roam free­ly much of the year and then the cow­boys would need to bring them in.

TSI: Cow­boys. ducksters.com (07/2015).

Sie kön­nen sich vor­stel­len, dass Cow­boys da­bei oft­mals ta­ge­lang un­ter­wegs wa­ren. Die Stetson-Hüte wur­den des­halb aus dem Un­ter­haar von Bi­ber­fel­len an­ge­fer­tigt. Die­ses Ma­te­ri­al re­flek­tiert die Son­ne, ist was­ser­ab­wei­send und hält in der Dun­kel­heit warm.

Bild von selbst gebasteltem Cowboyhut
Und weil Cow­boy­hü­te auch heu­te noch to­tal cool aus­se­hen, habe ich ei­nen zum Auf­set­zen ge­bas­telt und stel­le Ih­nen hier die An­lei­tung und die Scha­blo­nen da­für zur Ver­fü­gung.

Bild von Stetson aus Papier

Mein Cow­boy­hut hat ei­nen Kopf­um­fang von 60 Zen­ti­me­tern und kann da­mit pro­blem­los von Kin­dern und Cow­girls ge­tra­gen wer­den. Der drei­di­men­sio­na­le Pa­pier­hut ver­fügt über eine ori­gi­nal­ge­treue, ge­bo­ge­ne Krem­pe, ein Hut­band und ei­nen Sheriff-Stern. Tra­gen Sie die­sen auf dem Kopf, leh­ren Sie auch heu­te noch so man­chem Vieh­dieb und man­cher Rot­haut das Fürch­ten.

Cowboyhut aus Papier - Anleitung

Bild von Papierelementen für einen CowboyhutFür den Hut ver­wen­de­te ich Ton­pa­pier in den Far­ben Reh­braun, Braun und Rot so­wie Alu­fo­lie. Der Sheriff-Stern be­steht aus blau­em Me­tal­lic­pa­pier und Gold­fo­lie. Für die Ver­zie­run­gen ka­men gel­ber Bast, Stem­pel­far­be (Braun/Blau), Deck­weiß, so­wie eine Kan­ne Kaf­fee zum Ein­satz. Als Werk­zeu­ge soll­ten Sie sich eine Sche­re, flüs­si­gen Kle­ber, ei­nen Lo­cher, Li­ne­al samt Falz­beil und mei­ne DIN A4 Bas­tel­scha­blo­nen (#1 /#2 /#3 /#4 /#5 /#6 /#7 /#8 /#9) zu­recht­le­gen.

Bild vom Zerknittern des PapiersAuf­grund der Grö­ße des Cow­boy­hu­tes müs­sen Sie sich zu­nächst die ein­zel­nen DIN A4 Scha­blo­nen zu gro­ßen Vor­la­gen zu­sam­men­kle­ben. Die Scha­blo­nen #1 - #4 sind für die Hut­krem­pe, #5 und #6 für die Sei­ten, und Scha­blo­ne #7 für die Vorder- und Rück­sei­te der Hut­kro­ne. Die­se Hu­t­ele­men­te fer­tig­te ich mit­hil­fe der neu ge­form­ten Scha­blo­nen aus reh­brau­nem und brau­nem Ton­pa­pier an.

Bild von Bearbeiten des Papiers mit KaffeeDie reh­brau­nen Ein­zel­tei­le sind bei mir die obe­re und da­mit sicht­ba­re Sei­te. Die­se Pa­pier­ele­men­te habe ich nach dem Aus­schnei­den zu­nächst ge­falzt und an­schlie­ßend zer­knit­tert. Da­nach leg­te ich die zer­knit­ter­ten Ele­men­te in eine Schüs­sel mit schwar­zem Kaf­fee und Was­ser (Ver­hält­nis 2:1). Das voll­ge­saug­te Ton­pa­pier leg­te ich zum Ab­trop­fen auf Kü­chen­rol­len­pa­pier, da­nach kam es bei 50 Grad Cel­si­us und Un­ter­hit­ze in den Ofen. So lan­ge, bis es völ­lig tro­cken ist.

Hutkrone des Western Hutes zusammenbauen

Bild von zweifarben Hutelementen aus Papier

Mit­hil­fe der Kaffee-Technik hat das reh­brau­ne Pa­pier eine wei­che und den­noch ver­wit­ter­te Ober­flä­che be­kom­men. Nun wer­den die ein­zel­nen Ele­men­te (aus­ge­nom­men der Hut­krem­pe) ver­stärkt. Dazu be­kleb­te ich die be­han­del­ten, reh­brau­nen Ein­zel­tei­le auf die dun­kel­brau­nen Ton­pa­pier­ele­men­te. Di­rekt da­nach habe ich die Hut­kro­ne zu­sam­men­ge­baut. Dazu kleb­te ich die bei­den Tei­le für die Vorder- und Rück­sei­te, ver­setzt zu­ein­an­der, an dem gro­ßen Mit­tel­teil fest.

Bilder vom Zusammenbau der Hutkrone

Wenn Sie das Mit­tel­teil da­nach senk­recht auf­stel­len, müs­sen Sie die an­ge­kleb­ten, klei­nen Sei­ten­tei­le nur noch zur Sei­te um­bie­gen und fest­kle­ben. Da­mit kann die Hut­kro­ne des Cow­boy­hu­tes be­reits von al­lei­ne ste­hen. Auf die Kle­be­la­schen der Hut­kro­ne kleb­te ich an­schlie­ßend di­rekt den be­han­del­ten, run­den und reh­brau­nen Teil der Hut­krem­pe fest.

Hutkrempe des Cowboyhutes bleibt beweglich

Bild von Unterseite des CowboyhutesWei­ter fer­tig­te ich das Ele­ment von Scha­blo­ne #8 zwei­mal aus Alu­fo­lie an und kleb­te die­ses auf die Un­ter­sei­te der reh­brau­nen Krem­pe. Da­nach form­te ich die Hut­krem­pe zu­recht und ver­deck­te die Fo­lie samt der Kle­be­l­i­ni­en mit dem zwei­ten, brau­nen Hut­krem­pen­ele­ment. Auf­grund der Alu­fo­lie kann die Krem­pe auch im Nach­hin­ein im­mer wie­der neu ge­formt wer­den.

Kopfbedeckung eines Sheriffs

Bild vom nackten Cowboyhut

Mit dem An­brin­gen der Hut­krem­pe ist der Cow­boy­hut be­reits ein­satz­be­reit und kann auf­ge­setzt wer­den. Ich habe ihn nun noch wei­ter ver­ziert und ei­nen Sheriff-Hut dar­aus ge­macht. Die Ele­men­te da­für be­fin­den sich auf Scha­blo­ne #9. Zu­nächst fer­tig­te ich ein Hut­band an. Ich schnitt dazu die ins­ge­samt sechs Ein­zel­tei­le aus ro­tem Ton­pa­pier aus und be­stem­pel­te die­se mit ei­nem Mo­tivs­tem­pel, den ich ab­wech­selnd mit blau­er und brau­ner Stem­pel­far­be so­wie Deck­weiß be­netz­te.

Bilder vom Anfertigen des HutbandesDie Ein­zel­tei­le des Hut­ban­des habe ich im An­schluss ein­fach um die Hut­kro­ne ge­klebt. Die ein­zel­nen Tei­le müs­sen sich dazu leicht über­lap­pen. Am Fuße des Hut­ban­des kleb­te ich au­ßer­dem noch zur Zier­de ein Stück gel­ben Bast (70 cm) fest. Zu gu­ter Letzt fer­tig­te ich noch den Sheriff-Stern an. Der Hin­ter­grund ist bei mir aus blau­em Me­tal­lic­pa­pier und der Vor­der­grund aus Gold­fo­lie.

Bild vom Sheriff-HutDie sechs gol­de­nen Sterne­cken stanz­te ich aus der Gold­fo­lie mit­hil­fe ei­nes Lo­chers aus und kleb­te die­se auf den Hin­ter­grund. Da­mit ist der Cow­boy­hut aus Pa­pier mit Sheriff-Stern und Hut­band fer­tig­ge­stellt. Für das re­la­tiv ein­fa­che Bas­tel­mo­tiv be­nö­tig­te ich un­ge­fähr drei Stun­den Bas­tel­zeit. Be­son­ders ge­fällt mir die Ober­flä­chen­struk­tur, die das Ton­pa­pier auf­grund der Kaffee-Technik an­ge­nom­men hat.

Ich bin geprägt vom Cowboy-Kult

Als Kind der 1980er Jah­re kam ich um den Cowboy-Kult in Deutsch­land na­tür­lich auch nicht her­um. Ni­cki sang: „I bin a bay­ri­sches Cow­girl”, die TV-Serie Dal­las war in al­ler Mun­de und ich lieb­te Lu­cky Luke Co­mics. Ge­prägt von die­ser Zeit muss­te es im Dis­ney­land Pa­ris na­tür­lich auch un­be­dingt das Ho­tel „Che­yenne” sein und „Der Schuh des Ma­ni­tu” ge­hört zu mei­nen ab­so­lu­ten Lieb­lings­fil­men. Trotz al­le­dem war ich an Fa­sching im­mer Squaw.

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