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Decoupage - ein Basteltrend

Wer Ob­jek­te wie Mö­bel, Bil­der­rah­men oder Pappmaché-Figuren auf­wer­ten will, der greift zur Kunst- und Bas­tel­tech­nik De­cou­pa­ge (frz. dé­cou­pa­ge), was so viel wie das Aus­schnei­den be­deu­tet. Ziel da­bei ist es, ein Ob­jekt mit­hil­fe von Pa­pier, Lack und Kle­ber so zu ge­stal­ten, dass es aus­sieht, als wäre es neu be­malt wor­den. Wäh­rend­des­sen man hier­zu­lan­de schon froh war, im 12. Jahr­hun­dert mit dem Büt­ten­pa­pier über­haupt ei­nen Schreib­un­ter­grund zu ha­ben, wur­den in Chi­na be­reits Pa­ra­vents, La­ter­nen und Fens­ter mit De­cou­pa­ge de­ko­riert.

In fact, the histo­ry of de­cou­pa­ge can trace its roots to the twelfth cen­tu­ry in Chi­na. [...] The Chi­ne­se used the tech­ni­que to de­co­ra­te lan­terns and win­dows [...].

Bower, Lisa: Histo­ry of De­cou­pa­ge. life123.com (06/2015).

Bild von gelber Decoupage GiraffeÜber die Kauf­manns­re­pu­blik Ve­ne­dig er­reich­te die Tech­nik im frü­hen 18. Jahr­hun­dert Eu­ro­pa. Zwar auch von ita­lie­ni­schen Hand­wer­kern ver­wen­det (fio­ren­ti­na de­cou­pa­ge), wur­de die Kunst­tech­nik je­doch erst durch den fran­zö­si­schen Kö­nigs­hof von Kö­nig Lou­is XVI. das ers­te Mal zum Bas­tel­trend. Da­bei zer­schnit­ten die Hof­da­men rich­ti­ge Ge­mäl­de und setz­ten die­se auf Holz­kis­ten oder Pa­pier­fä­chern mit­hil­fe der De­cou­pa­ge Tech­nik neu zu­sam­men.

[...] the la­dies cut up ori­gi­nal pain­tings by Bou­ch­er, Wat­teau and Fra­go­nard in their quest for new de­co­ra­ti­ons for their de­cou­pa­ge fans, bo­xes or screens.

Az­z­ari­to, Amy: Past & Pre­sent: De­cou­pa­ge Histo­ry. designsponge.com (06/2015).

Bild von Decoupage Hund

Die Spit­ze des da­ma­li­gen Trends wur­de durch die be­kann­ten Kunst­wer­ke von Mary De­lany er­reicht. Un­ter der Schirm­herr­schaft der kunst- und pa­pier­be­geis­ter­ten Char­lot­te von Mecklenburg-Strelitz, ih­res Zei­chens Ehe­frau von Ge­or­ge III. und da­mit Kö­ni­gin von Eng­land, ent­stan­den eine Viel­zahl noch heu­te er­hal­te­ner Kunst­wer­ke wie „Aspho­dil Lil­ly” oder „Pas­si­flo­ra lau­rif­o­lia”.

Auf­grund von star­ken, me­di­en­wirk­sa­men Wer­be­kam­pa­gnen der Fir­men Dé­co­patch und Havo (Cre­all Dé­cou­pa­ge) wur­de im Jah­re 2008 der Bas­tel­trend im fran­zö­sisch­spra­chi­gen Raum wie­der­ge­bo­ren. Über die so­zia­len Platt­for­men You­Tube und Pin­te­rest ge­lang­te De­cou­pa­ge end­lich auch in den deutsch­spra­chi­gen Teil der EU und liegt seit 2014 voll im Trend. Im wei­te­ren Ar­ti­kel er­fah­ren Sie, was Sie für De­cou­pa­ge al­les be­nö­ti­gen und wie Sie vor­ge­hen müs­sen, um er­folg­reich die­se schö­ne Bas­tel­tech­nik an­zu­wen­den.

Bild von Tieren, die mit Decoupage verkleidet wurden

Decoupage - was brauche ich?

Be­vor Sie den Akt an Ih­rer Wand von Egon Schie­le zer­schnei­den, um da­mit Ihre Shabby-Chic-Kommode zu ver­klei­den, soll­ten Sie über den rich­ti­gen Kle­ber nach­den­ken.

Bild von Kleber und Lack der Firma Décopatch und PinselWäh­rend­des­sen pro­fes­sio­nel­le De­cou­pa­ge Künst­ler ih­ren Kle­ber aus Zu­cker, Mehl und vie­len wei­te­ren ge­hei­men Zu­ta­ten selbst zu­be­rei­ten, ist für Bast­ler ein in­dus­tri­ell her­ge­stell­ter De­cou­pa­ge Kle­ber zum Kau­fen, die bes­te Lö­sung. Egal, ob von Dé­co­patch, Cre­all Dé­cou­pa­ge oder CLÉOPÂTRE, 250 Mil­li­li­ter des sa­ti­nier­ten Kleb­stoff­lacks kos­ten zwi­schen 6,00 und 10,00 Euro. Bei al­len Pro­duk­ten ist die Ober­flä­che nach dem De­cou­pa­ge was­ser­ab­wei­send und kann ab­ge­schlif­fen, be­malt so­wie be­klebt wer­den. Als Werk­zeug be­nö­tig­ten Sie au­ßer­dem min­des­tens ei­nen Pin­sel. Am bes­ten eig­nen sich hier­für brei­te Synthetik-Pinsel mit kur­zen Bors­ten.

Papier für Decopage ist zweitranging

Bild von Decoupage PapierDas An­ge­bot von De­cou­pa­ge Pa­pier ist viel­sei­tig und un­über­schau­bar. Sie kön­nen sich je­doch vor­stel­len, dass die Künst­ler des 18. Jahr­hun­derts nicht über das hoch­wer­ti­ge Pa­pier der Post­mo­der­ne ver­fügt, und trotz­dem wun­der­schö­ne Er­zeug­nis­se her­vor­ge­bracht ha­ben. Un­se­re Er­fah­rung hat je­doch ge­zeigt, dass be­son­ders dün­nes Pa­pier, mit ei­ner ma­xi­ma­len Gram­ma­tur von 20 g/m² am bes­ten ge­eig­net ist.

Bild von Papier der Firma Décopatch in Rot

Soll­ten Sie sich für spe­zi­el­les De­cou­pa­ge Pa­pier der Her­stel­ler ent­schei­den, ge­nie­ßen Sie je­doch vie­le Vor­tei­le. Zum ei­nen ha­ben die Pa­pie­re zwei Sei­ten. Eine ist glän­zend, die an­de­re ist matt. Zum an­de­ren ist die­ses Pa­pier be­schich­tet, fühlt sich da­durch wachs­ar­tig an und ist be­son­ders reiß­fest. Au­ßer­dem pro­fi­tie­ren Sie na­tür­lich von un­ter­schied­li­chen Far­ben, Mus­tern und Mo­ti­ven. Da­für ist De­cou­pa­ge Pa­pier re­la­tiv teu­er, ein Satz mit 8 Blät­tern kos­tet zir­ka 3,00 Euro.

Grundierung und Objekte

Bild von Tieren aus Pappmaché

Be­vor Sie Opas Ko­lo­ni­al­stil Ses­sel mit De­cou­pa­ge de­ko­rie­ren, soll­ten Sie die Bas­tel­tech­nik un­be­dingt vor­her aus­pro­bie­ren. Da­für gibt es bei­spiels­wei­se Tie­re aus Papp­ma­ché oder Holz für re­la­tiv we­nig Geld in gut sor­tier­ten Online-Shops für Bas­tel­be­darf zu kau­fen. Tipp: Wir ha­ben fest­ge­stellt, dass es bes­ser ist, vor dem De­cou­pa­ge das Ob­jekt zu grun­die­ren.

Bild vom Grundieren einer HolzgiraffeWir ha­ben da­bei be­son­ders gute Er­fah­run­gen mit Acryl­far­be ge­macht. Die Far­be spielt da­bei kei­ne Rol­le. Wich­tig: Bei we­ni­gen Pa­pier­schich­ten schim­mert die Un­ter­grund­far­be des Ob­jekts durch. Sie kön­nen also durch die Grun­die­rung das Er­schei­nungs­bild be­ein­flus­sen. Für Spar­füch­se ein wei­te­rer Tipp: Deck­weiß hat sich als Grun­die­rung eben­so gut be­währt.

Decoupage - auf geht’s

Bild von DecoupageZu­nächst zer­rei­ßen Sie das Pa­pier in klei­ne Stü­cke. Je klei­ner Ihr Ob­jekt, umso klei­ner soll­ten die Pa­pier­stü­cke sein. Da­nach be­strei­chen Sie die Stel­le auf Ih­rem Ob­jekt mit Kle­ber, neh­men mit dem glei­chen Pin­sel ein Stück Pa­pier auf und le­gen es auf die be­stri­che­ne Stel­le. Wei­ter neh­men Sie wie­der et­was Kle­ber auf und be­net­zen da­mit eben­falls die Ober­sei­te des Pa­pier­stücks. Die ein­zel­nen Stü­cke soll­ten sich im­mer et­was über­lap­pen.

Bild wie die Giraffe Decoupage Punkte bekommtNa­tür­lich kön­nen Sie un­ter­schied­li­che Pa­pier­sor­ten auf­ein­an­der­kle­ben. Hier­für soll­ten Sie je­doch Pha­sen­wei­se vor­ge­hen. Be­kle­ben Sie Ihr Ob­jekt mit ei­ner Schicht und las­sen Sie das Gan­ze zir­ka 20 Mi­nu­ten trock­nen. Da­nach tra­gen Sie die nächs­te Schicht auf usw. Ha­ben Sie Ihr Mo­tiv kom­plett mit De­cou­pa­ge de­ko­riert, las­sen Sie die­ses für 24 Stun­den gut aus­trock­nen.

Bild von Hund & Katze aus DecoupageAm nächs­ten Tag bie­tet sich für Sie dann die Ge­le­gen­heit, an Ih­rem Ob­jekt wei­te­re De­tails an­zu­brin­gen. Sie könn­ten es dann bei­spiels­wei­se mit Acryl- oder Was­ser­far­ben ak­zen­tu­ie­ren oder Plas­ti­k­el­e­men­te wie Au­gen oder Schmuck­stein­chen mit ge­wöhn­li­chem Kle­ber an­kle­ben. Und zum Schluss das Bes­te. Soll­te Ih­nen Ihre De­ko­ra­ti­on nicht mehr ge­fal­len, dann ver­zie­ren Sie das Ob­jekt mit De­cou­pa­ge ein­fach neu.

Trivia und Fazit

Mit De­cou­pa­ge ver­zier­te Ob­jek­te kön­nen mit ei­nem feuch­ten Tuch ge­rei­nigt wer­den. Das Ar­bei­ten mit den von uns ge­tes­te­ten Kle­bern war so gut wie ge­ruchs­los. Au­ßer­dem sind die Kle­ber auf Was­ser­ba­sis nicht to­xisch und säu­re­frei. Die be­kleb­ten Ob­jek­te füh­len sich sei­dig an und ha­ben ei­nen leich­ten Glanz.

Wir fin­den, De­cou­pa­ge ist eine sehr an­spruchs­vol­le Bas­tel­tech­nik mit der sich auch eher min­der­wer­ti­ge Ge­gen­stän­de fein auf­wer­ten las­sen. Ich mei­ne da­mit bei­spiels­wei­se Bil­der­rah­men aus Press­holz von IKEA. Die­se mit De­cou­pa­ge de­zent de­ko­riert und das Bild im In­ne­ren des Rah­mens wird hoch­wer­tig prä­sen­tiert.

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Lederpapier - was ist das?

Un­ter Le­der­pa­pier (eng­lisch faux lea­ther pa­per) ver­steht man eine Pa­pier­sor­te, de­ren Ober­flä­che zum ei­nen wie Le­der aus­sieht und die zum an­de­ren man­che Ei­gen­schaf­ten der ge­gerb­ten Tier­haut teilt. In die­sem Ar­ti­kel er­fah­ren Sie, war­um Le­der­pa­pier so be­son­ders ist, was Sie da­mit al­les ma­chen kön­nen und wor­auf Sie beim Kauf un­be­dingt ach­ten soll­ten.

Bild von Lederpapier in drei unterschiedlichen Farben
Le­der­pa­pier ist in un­ter­schied­li­chen, er­di­gen Far­ben er­hält­lich. Durch die auf­wen­di­ge Her­stel­lung und die Ma­te­ri­al­ei­gen­schaf­ten, die bei Bast­lern sehr be­leibt sind, ist Le­der­pa­pier ein Edel­pa­pier und be­fin­det sich da­her in der ge­ho­be­nen Preis­ka­te­go­rie.

Ist in Lederpapier wirklich Leder?

Bild von hellbraunem LederpapierLe­der­pa­pier ist je nach Ma­se­rung und Far­be auch als Ei­dech­sen­pa­pier oder Krokohaut-Papier be­kannt. In den heu­ti­gen Pa­pier­sor­ten be­fin­den sich je­doch kei­ner­lei Tier­häu­te, we­der von der Kuh noch von der Ei­dech­se oder dem Kro­ko­dil. Der Name geht wahr­schein­lich auf eine längst ver­gan­ge­ne Zeit zu­rück, in der Pa­pier­fa­bri­ken vor al­lem Pap­pe aus Le­der­ab­fäl­len (Le­der­pap­pe) her­ge­stellt ha­ben.

Die heu­ti­ge Her­stel­lung von Le­der­pa­pier ba­siert auf fes­tem Kar­ton­pa­pier.

  • Um das Kar­ton­pa­pier bieg­sam und ge­schmei­dig wie Le­der zu ma­chen, wird ein Ge­misch aus Gly­ce­rin und Was­ser in das Pa­pier ein­mas­siert. Au­ßer­dem färbt sich das Kar­ton­pa­pier da­durch dunk­ler.

It’s ran re­al­ly dark now. It star­ted to be more ben­dy.

sheenad29: Sheena’s Faux Lea­ther Tech­ni­que. youtube.com (03/2015).

  • Im An­schluss wird das nas­se Pa­pier fest zu­sam­men­ge­knüllt und di­rekt da­nach wie­der glatt ge­zo­gen. Durch die­se Maß­nah­me sind vie­le klei­ne Fal­ten ins Kar­ton­pa­pier ge­kom­men.

[...] gent­ly crump­le it into a loo­se ball. [...] Un­crump­le the card­stock and lay it flat.

Strong, Mi­cha­el: Too­led Pa­per Lea­ther. scrapbooking.com (03/2015).

Das Pa­pier sieht von der Fer­ne be­reits aus wie ech­tes Le­der. Durch das Gly­ce­rin fühlt es sich au­ßer­dem schon sehr weich an.

Bild von braunem und gemustertem Lederpapier

Es gibt Le­der­pa­pier, wel­ches mit Auf­dru­cken wie Schmet­ter­lin­gen oder Blu­men ver­ziert ist. Da­bei wird das nas­se Pa­pier ein­fach mit ei­nem der­ar­ti­gen Stem­pel­mo­tiv durch eine Pres­se ge­las­sen. Die in Le­der ty­pi­schen Schat­tie­run­gen kom­men durch Stem­pel­far­be zu­stan­de, die in der Re­gel gleich in meh­re­ren, un­ter­schied­li­chen Farb­tö­nen auf­ge­tra­gen wird. Im An­schluss wer­den die ein­zel­nen Bö­gen ge­trock­net.

  • Da­mit das Le­der­pa­pier was­ser­ab­wei­send wird und schön glänzt, wird es zu gu­ter Letzt mit ei­nem Glanz­lack ver­sie­gelt.

Basteln mit Lederpapier

Bild von kleinen Taschen aus LederpapierDie fle­xi­ble und raue Ober­flä­che er­in­nert ein we­nig an hand­ge­schöpf­tes Pa­pier. Auf­grund der be­son­de­ren Be­hand­lung und weil es Le­der­pa­pier erst ab ei­ner Gram­ma­tur von 120 g/m² gibt, ist das Spe­zi­al­pa­pier je­doch we­sent­lich riss­fes­ter. Durch die­se Be­schaf­fen­heit eig­net sich Le­der­pa­pier be­son­ders als Buch­ein­band oder als Schutz­hül­le für Etuis und Bo­xen.

  • Selbst­ver­ständ­lich kann Le­der­pa­pier ge­nau­so ge­schnit­ten und ge­klebt wer­den wie je­des an­de­re Pa­pier auch.
  • Beim Be­ma­len und Be­stem­peln gibt das Le­der­imi­tat die ver­wen­de­ten Far­ben je­doch nur stark ver­än­dert wie­der.

Vorteile des Edelpapiers

Bild von Kuh aus Lederpapier gebasteltMit Le­der­pa­pier ha­ben Bast­ler eine ve­ga­ne Al­ter­na­ti­ve, um ex­klu­si­ve Din­ge in Le­der­op­tik her­zu­stel­len. Durch die un­ter­schied­li­chen Far­ben sind Sie beim Ge­stal­ten auch we­nig ein­ge­schränkt. Dank der ro­bus­ten Ober­flä­che ist es eben­so mög­lich, Ge­brauchs­ge­gen­stän­de zu bas­teln, die nicht so schnell ab­nut­zen. Das Pa­pier ist zu­dem ge­ruchs­neu­tral und fühlt sich beim Ar­bei­ten sehr an­ge­nehm an.

Preise und Fazit

Ein Bo­gen Le­der­pa­pier mit ei­ner Gram­ma­tur von 150 g/m² und ei­ner Ab­mes­sung von 23 x 33 Zen­ti­me­tern, also et­was grö­ßer als DIN A4, kos­tet zir­ka 1,60 Euro. Da­durch ist die­ses Edel­pa­pier nur für ganz be­son­de­re Bas­tel­mo­ti­ve zu emp­feh­len. Wenn Sie be­reits wis­sen, in wel­cher Far­be Ihr zu­künf­ti­ges Mo­tiv ein­mal er­strah­len soll, ach­ten Sie dar­auf nur ein­far­bi­ge Sets zu kau­fen, um Geld zu spa­ren.

Uns ge­fällt am Le­der­pa­pier die Struk­tur am bes­ten. Wenn man auf das Pa­pier blickt, kann man sich schon rich­tig vor­stel­len, ei­nen Schuh oder eine Hand­ta­sche dar­aus zu bas­teln.

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Büttenpapier zum Basteln

Als Mit­te des 15. Jahr­hun­derts der Buch­druck von Jo­han­nes Gu­ten­berg er­fun­den war, ging es dar­um, ein pas­sen­des Pa­pier für die Dru­cker­pres­sen zu fin­den. Das ver­wen­de­te Pa­pier muss­te weich sein, um von den me­tal­li­schen Buch­sta­ben nicht zer­ris­sen zu wer­den. Au­ßer­dem muss­te es gut und schnell Tin­te auf­sau­gen. Die Wahl fiel schnell auf Büt­ten­pa­pier, wel­ches be­reits seit dem 12. Jahr­hun­dert im abend­län­di­schen Raum her­ge­stellt wird. Über 300 Jah­re, bis im 19. Jahr­hun­dert die in­dus­tri­el­le Pa­pier­her­stel­lung be­gann, war Büt­ten­pa­pier das am meis­ten ver­wen­de­te Pa­pier für Druckerzeug­nis­se. Heu­te wird das Pa­pier, wel­ches sei­nen Na­men ei­ner höl­zer­nen Wan­ne (Büt­te) ver­dankt, fast nur noch von Künst­lern und Bast­lern ver­wen­det. Was es mit die­sem ge­schichts­träch­ti­gen Pa­pier auf sich hat und war­um es vor al­lem bei Krea­ti­ven so be­liebt ist, dass er­fah­ren Sie nun.

Bild von zwei Bögen Büttenpapier
Die­ses wei­che, leicht bräun­li­che Pa­pier wur­den be­reits im 12. Jahr­hun­dert in Büt­ten her­ge­stellt.

Besonderheiten von Büttenpapier

Nahaufnahme auf Büttenpapier

Büt­ten­pa­pier ist ein hand­ge­schöpf­tes Pa­pier aus Ha­dern. Ha­der war frü­her das Wort für ab­ge­ris­se­nen Stoff (Lum­pen). Da­bei ist es egal, aus was der Stoff ist. Büt­ten­pa­pier be­steht in der Re­gel aus ei­nem Mix aus Lei­nen, Baum­wol­le oder Hanf. Büt­ten­pa­pier ist also holz­frei­es Pa­pier und ist da­durch we­sent­lich län­ger halt­bar als nor­ma­les Pa­pier aus Zell­stoff. Durch die Ha­dern ist es lang­fa­se­rig und fühlt sich sehr sam­tig an.

Jeder kann Büttenpapier herstellen

Bild von weichem BüttenpapierMen­schen konn­ten Büt­ten­pa­pier be­reits vor fast 1000 Jah­ren her­stel­len, des­halb ist es heut­zu­ta­ge mög­lich, dass je­der sei­nen ei­ge­nen Werk­stoff her­stel­len kann. Dazu wer­den die Ha­dern in Was­ser so lan­ge ge­stampft, bis sich alle Fa­sern auf­ge­trennt ha­ben und die Büt­te voll mit ei­nem Ein­zel­fa­ser­brei ist. Wäh­rend des Stamp­fens, wird im­mer wie­der fri­sches Was­ser nach­ge­gos­sen, um den Weiß­grad des Pa­piers zu er­hö­hen.

  • Im An­schluss wird das Gan­ze mit ei­nem fei­nen Sieb ab­ge­schöpft, zwi­schen zwei Filz­mat­ten ge­legt und ge­presst, bis der Groß­teil des Was­sers ent­fernt ist.
  • Da­nach wer­den die ein­zel­nen Pa­pier­bö­gen zum Trock­nen an der Wä­sche­lei­ne auf­ge­han­gen.
  • Zu gu­ter Letzt wird das Büt­ten­pa­pier glatt ge­bü­gelt und mit ei­nem Leim ver­sie­gelt. Frü­her ver­wen­de­te man da­für Tier­leim (Ge­la­ti­ne), heu­te wer­den Di­sper­si­ons­kleb­stof­fe ver­wen­det.

Auf­grund der vie­len eu­ro­päi­schen Krie­ge zwi­schen dem 18. und dem 19. Jahr­hun­dert gab es ei­nen Ha­dern­man­gel. Dar­auf­hin wur­de 1851 in Eng­land der Zell­stoff von Hugh Bur­gess und Charles Watt er­fun­den und der Grund­stein für die in­dus­tri­el­le Pa­pier­her­stel­lung ge­legt.

In 1851 he and Watt de­ve­lo­ped a pro­cess in which pulp­wood was cut into small chips [...].

The Edi­tors of En­cy­clopæ­dia Bri­tan­ni­ca: Hugh Bur­gess. britannica.com (02/2015).

Basteln mit Büttenpapier

Bild von Lesezeichen aus Büttenpapier
Wie je­der Stoff lässt auch Büt­ten­pa­pier sich sehr schlecht schnei­den und rei­ßen. Für Pa­pier­bast­ler ist es also kein ge­eig­ne­tes Ba­sis­ma­te­ri­al. Die Stär­ken lie­gen ganz klar in der De­ko­ra­ti­on. Des Wei­te­ren lässt sich Büt­ten­pa­pier nur mit flüs­si­gem Kle­ber voll­stän­dig auf ei­nen an­de­ren Un­ter­grund ver­kle­ben.

  • Be­son­ders ge­eig­net ist die­ses Spe­zi­al­pa­pier, um De­ko­ra­ti­ons­tech­ni­ken in Sze­ne zu set­zen. Bei dem Le­se­zei­chen ha­ben wir zum ei­nen mit in­di­schen Holz­stem­peln ge­ar­bei­tet. Die Stem­pel tau­chen tief in die Pa­pier­struk­tur ein und hin­ter­las­sen ein her­vor­ra­gen­des Mus­ter.
  • Au­ßer­dem ha­ben wir eine Bü­gel­tech­nik mit Wachs­mal­krei­de auf das Büt­ten­pa­pier ge­brannt. Durch die lan­gen Fa­sern ent­steht so­mit ein sehr ver­we­ge­nes Mus­ter.
  • Ge­ne­rell sind die Rän­der der Pa­pier­bö­gen aus­ge­franst, so­dass sich mit Büt­ten­pa­pier ein rus­ti­ka­ler Look der Bas­tel­mo­ti­ve her­stel­len lässt.

Preise und Fazit

Bild von Glücksschweinchen aus BüttenpapierBüt­ten­pa­pier ist nicht nur ein Name, son­dern ein Qua­li­täts­merk­mal. Hand­ge­schöpf­tes Pa­pier, aus 100% Ha­dern, mit ei­ner Gram­ma­tur von 130 g/m² und ei­ner Ab­mes­sung von 50 x 70 Zen­ti­me­tern kos­tet zir­ka 9,00 Euro. Bei ei­nem solch teu­rem Pa­pier, soll­ten Sie als Bast­ler also schon vor der Be­stel­lung wis­sen, wel­ches Mo­tiv Büt­ten­pa­pier ein­mal ver­edeln soll.

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