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Bastelbranche wächst weiter - Handel dennoch skeptisch

Die Um­satz­pro­gno­sen der Kreativ- und Bas­tel­bran­che für 2014 wur­den be­reits jetzt schon weit über­trof­fen. Die­se Mel­dun­gen lese ich seit 2011 jähr­lich, denn dies war das Jahr, in dem der Bas­tel­trend im deutsch­spra­chi­gen Raum be­gann. Ein Re­kord­jahr jagt seit­her das nächs­te. Dies liegt dar­an, dass im­mer mehr Men­schen auf den Bas­tel­zug auf­sprin­gen. Hin­zu kommt auch, dass Bast­ler im­mer mehr für Kreativ- und Bas­tel­be­darf aus­ge­ben. Den­noch kämp­fen vor al­lem klei­ne Ein­zel­händ­ler. Wer sich heut­zu­ta­ge in die­sem Be­reich selbst­stän­dig ma­chen möch­te, der trägt ein sehr ho­hes Ri­si­ko, denn der Ku­chen ist be­reits gut ver­teilt.

Höhere Ausgaben für Bastelsachen

In ei­ner Um­fra­ge mit mehr als 400 Teil­neh­mern ha­ben wir von GWS2.de ge­fragt, wie viel Sie im Mo­nat für Bas­tel­sa­chen aus­ge­ben.

Grafik einer Umfrage für die monatlichen Ausgaben von Bastelsachen
Das Um­fra­ge­er­geb­nis ist we­nig über­ra­schend und be­stä­tigt die po­si­ti­ve Stim­mung im Kreativ- und Bas­tel­sek­tor.

  • 54% ga­ben an, im Mit­tel­wert 23,00 Euro mo­nat­lich für Bas­tel­sa­chen aus­zu­ge­ben. Das sind 276,00 Euro im Jahr. Im Ver­gleich zu un­se­rer Vor­jah­res­um­fra­ge ist das eine Stei­ge­rung der Aus­ga­ben um mo­nat­lich 5,00 Euro.
  • Be­son­ders er­staun­lich fan­den wir je­doch, dass 27% der Um­fra­ge­teil­neh­mer so­gar mehr als 31,00 Euro an mo­nat­li­chen Bas­tel­kos­ten ha­ben. Dies zeigt, wie vie­le Men­schen be­reits im se­mi­pro­fes­sio­nel­len Kreativ- und Bas­tel­be­reich tä­tig sind.

Trotz der der­zeit enor­men Um­sät­ze in die­sem Be­reich ist die Spit­ze des Eis­ber­ges un­se­rer Mei­nung nach noch lan­ge nicht er­reicht.

Der Bran­chen­um­satz wird auf etwa eine Mil­li­ar­de Euro ge­schätzt.

Kettl-Römer, Bar­ba­ra: Krea­tiv­bran­che gar nicht spie­ßig. business-handel.de (11/2014).

Wir se­hen das na­tür­lich an der im­mer grö­ßer wer­den­den Nach­fra­ge nach un­se­ren Bas­te­l­an­lei­tun­gen aber auch un­se­re Ein­drü­cke von der CREATIVA 2014, die sehr über­lau­fen war, las­sen uns den­ken, dass der Kreativ- und Bas­tel­markt bei Wei­tem nicht ge­sät­tigt ist. Die Crea­ti­ve­world Frank­furt hat die­se Ent­wick­lung auch gut er­kannt und in wei­ser Vor­aus­sicht die Aus­stel­lungs­flä­che ver­grö­ßert.

Kein Wun­der, dass die Mes­se um ein zu­sätz­li­ches Are­al in der Hal­le 4.0 er­wei­tert wer­den muss­te.

Berg­mei­er, An­dre­as: Crea­ti­ve­world Frank­furt. dein-messestand.com (11/2014).

Prognosen des Handels sind dennoch skeptisch

Bild von Bastelsachen: Wachsmalkreide und Krepppapier

Ein Wachs­tums­markt? Na dann ab in die Selbst­stän­dig­keit! Dies dach­ten sich wohl vie­le Ein­zel­händ­ler in­ner­halb der letz­ten drei Jah­re, egal, ob on­line oder off­line, die nun ent­we­der jam­mern oder die es be­reits nicht mehr gibt. Ob­wohl der Ku­chen im­mer grö­ßer wird, ist die­ser näm­lich be­reits so auf­ge­teilt, dass kei­ne neu­en Mit­be­wer­ber im Kreativ- und Bas­tel­be­reich ein Stück da­von ab­ha­ben kön­nen.

Im Ver­sand­han­del gibt es mit VBS, Kidoh, But­ti­net­te und Opi­tec vier gro­ße Play­er, ei­nen Teil des Ge­schäfts schöp­fen die Ver­kaufs­sen­der QVC, HSE 24 und 123-tv ab, ei­ni­ge An­bie­ter ha­ben sich auf die Ver­sor­gung von Kin­der­gär­ten spe­zia­li­siert (z. B. Wehr­fritz, Stey­er) [...]

Kettl-Römer, Bar­ba­ra: Krea­tiv­bran­che gar nicht spie­ßig. business-handel.de (11/2014).

In den Lä­den sieht es nicht an­ders aus. Selbst im Bas­tel­be­reich gibt es wie bei Fastfood-Ketten längst ein Franchise-Modell. Mit der­zeit be­reits über 22 Bas­tel­lä­den ist ein Kunst & Krea­tiv Markt be­stimmt auch bald in Ih­rer In­nen­stadt zu fin­den.

Franchise-Partner von Kunst & Krea­tiv be­trei­ben ihr ei­ge­nes Ge­schäft für Künstler- und Bast­ler­be­darf. Das An­ge­bot reicht von Far­ben al­ler Art über Pin­sel und Lein­wän­de bis zu Deko- und Floristik-Artikeln. Jetzt mel­det das Un­ter­neh­men die Er­öff­nung ei­nes neu­en Stand­orts.

Fran­chise PORTAL: Franchise-System Kunst & Krea­tiv: We­ni­ger Stand­or­te trotz Neu­eröff­nung. franchiseportal.de (11/2014).

Selbst sehr spezielle Angebote überflüssig

Bild von Bastelsachen: Fimo Blöcke und ModellierwerkzeugNa­tür­lich ha­ben Ket­ten und gro­ße Ver­sand­häu­ser in der Re­gel nur ein er­wei­ter­tes Stan­dard­sor­ti­ment. Wir fan­den be­reits her­aus, dass je­des Un­ter­neh­men sei­nen Fo­kus auf ei­nen be­stimm­ten Be­reich legt (Wol­le, Pa­pier, etc.), um in die­sem güns­ti­ge­re Prei­se im Ver­gleich zur Kon­kur­renz an­bie­ten zu kön­nen. Doch selbst der Markt für sehr spe­zi­el­le Pro­duk­te ist be­reits ge­sät­tigt. Vor al­lem das ame­ri­ka­ni­sche Por­tal Etsy.com stößt in die­se Lü­cke. Von lachs­far­be­ner, nass ge­filz­ter Me­ri­no­wol­le bis hin zu hand­ge­schlif­fe­nem Bam­bus­holz wird so gut wie jede An­fra­ge be­frie­digt. Denn Etsy.com ist schon lan­ge kein Por­tal mehr nur für fer­ti­ge hand­ge­ar­bei­te­te Pro­duk­te, son­dern vor al­lem ein Markt­platz für be­son­de­re Ma­te­ria­li­en, die es bei den gro­ßen Kreativ- und Bas­tel­mar­ken nicht gibt. Da­bei wur­de 2013 auf die­sem Ver­kaufs­platz mit sei­nen mehr als 30 Mil­lio­nen in­ter­na­tio­na­len Mit­glie­dern fast ge­nau­so viel um­ge­setzt, wie in der kom­plet­ten deut­schen Krea­tiv­bran­che.

Ver­käu­fer auf Etsy ha­ben im letz­ten Jahr Wa­ren im Wert von 1,35 Mil­li­ar­den US-Dollar (989,7 Mil­lio­nen Euro) um­ge­setzt.

Krisch, Jo­chen: Etsy stei­gert Han­dels­um­satz 2013. excitingcommerce.de (11/2014).

Gut, auf Etsy.com kann na­tür­lich je­der ver­kau­fen und sein Krü­mel­chen vom Ku­chen ab­ha­ben. Je­doch ver­langt der Online-Marktplatz selbst­ver­ständ­lich ne­ben den An­ge­bots­ge­büh­ren auch eine Ver­kaufs­pro­vi­si­on, wel­che die Ge­winn­mar­ge schmä­lert. Au­ßer­dem sind Ver­kaufs­platt­for­men eben­falls stark um­kämpft.

Ich habe dann oft Lo­gen­plät­ze ge­bucht (ca 5,00 Euro für 3000 Auf­blen­dun­gen) und so­mit ging es los mit den Ver­käu­fen und den gu­ten Be­wer­tun­gen. Man muss erst mal rich­tig in­ves­tie­ren da­mit das Ge­schäft läuft.

Fi­scher, Anett: Gute Er­fah­rung mit Da­Wan­da. gws2.de (11/2014).

Fazit

Bild von Bastelsachen: UHU Kleber und StempelkissenIch fin­de es sehr gut, dass vor al­lem in Deutsch­land im­mer mehr krea­tiv, egal, ob im Hob­by­be­reich oder se­mi­pro­fes­sio­nell, ge­strickt, ge­hä­kelt, ge­bas­telt, ge­malt und ge­fal­tet wird. Deutsch­land, Land der Künst­ler und Schöp­fer. Wer hät­te das noch vor zehn Jah­ren ge­dacht? Aus wirt­schaft­li­cher Sicht ent­wi­ckelt sich der Bas­tel­sek­tor hin zum Mo­de­sek­tor. Wür­den Sie 2014 bei die­ser Kon­kur­renz noch ei­nen La­den für Jeans er­öff­nen?

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Ei­er­fär­ben ist cool wie nie - Um­fra­ge

(Dan­ke für die rege Teil­nah­me an un­se­rer Um­fra­ge)

Gute Erfahrung mit DaWanda - Interview mit Bastelshop

Das On­line­por­tal Da­Wan­da ist eine Platt­form auf die­ser Bast­ler, Künst­ler und Hand­wer­ker ei­nen On­line­shop ein­rich­ten und dar­über ge­gen eine Ver­kaufs­pro­vi­si­on ihre Wa­ren an­bie­ten kön­nen. Für un­se­re Se­rie „Geld mit Bas­teln” durf­te ich ein In­ter­view mit ei­ner Dame aus Bran­den­burg füh­ren, wel­che auf­grund ei­ner un­ge­wöhn­li­chen Mar­ke­ting­stra­te­gie, un­ser In­ter­es­se ge­weckt hat.

Erfolgreich auf DaWanda sein ist möglich

Bild von Anett Fischer (Brandenburg)Anett Fi­scher, zwei Kin­der, ver­hei­ra­tet aus Ebers­wal­de, Fri­seur­meis­ter und Be­trei­be­rin des Tali-Shops auf Da­Wan­da. Seit 18.11.2012 ver­kauft Anett, selbst ge­mach­te Si­li­kon­for­men (Mol­ds) für Mo­del­lier­mas­sen und das sehr er­folg­reich. In­ner­halb ei­nes Jah­res konn­te sie be­reits über 700 Pro­duk­te über Da­Wan­da ver­kau­fen, was ver­gleichs­wei­se zu an­de­ren Shops enorm ist. Im Ge­gen­satz zu un­se­rem Test vom Juli 2013, bei dem Da­Wan­da nur durch­schnitt­lich ab­schnitt, ist er­folg­reich ver­kau­fen auf die­ser Platt­form doch mög­lich, wie man das macht, ver­such­te ich von Anett zu er­fah­ren.

Erste Regel - sehr gute Produkte

Wel­che Pro­duk­te ver­treibst du und war­um?

Bild von Silikonform von Anett FischerIch ver­kau­fe in mei­nem Shop Si­li­kon­for­men auch Mold ge­nannt für Bast­ler und Tor­ten­bä­cker. Ich bin dar­auf ge­kom­men weil ich selbst wel­che brauch­te und dann merk­te, wie klas­se es ist da­mit zu ar­bei­ten.
Die­se Förm­chen sind eine Er­leich­te­rung wenn man vie­le Fi­gu­ren von ei­ner Sor­te her­stel­len möch­te, die dann auch noch die glei­che Grö­ße ha­ben soll­ten.
Die For­men kön­nen für vie­le Mo­del­lier­mas­sen be­nutzt wer­den, wie bei­spiels­wei­se Fimo, Po­ly­mer Clay, Skul­py, Pre­mo, Gips, Re­sin, Harz, Ker­zen­wachs, Sei­fen usw. Sie sind bis 130 Grad hit­ze­be­stän­dig.

Wie gehst du mit Kon­kur­renz um? Gibt es in dei­ner Pro­dukt­pa­let­te Preis­kämp­fe?

Kon­kur­renz gibt es im­mer! Ich ver­su­che mich von der Mas­se ab­zu­he­ben, in­dem ich mei­nen Kun­den im­mer gute Ware lie­fe­re und je­der eine Über­ra­schung be­kommt. So­mit habe ich auch vie­le Wie­der­ho­lungs­käu­fer *lacht*.
Mei­ne Prei­se sind im Mit­tel­feld da ich mich nicht un­ter Preis ver­kau­fen möch­te. Bei Schleu­der­prei­sen könn­te ich mei­ne Qua­li­tät nicht mehr hal­ten und mei­ne Kun­den wis­sen das auch zu schät­zen. Bil­lig ist nicht im­mer gut und oft kauft man dop­pelt.

Du bist eine Frau die voll im Le­ben steht und Le­bens­er­fah­rung vor­zu­wei­sen hat. Ge­ra­de im Be­reich der Mo­del­lier­mas­se Fimo, träu­men Mäd­chen und jun­ge Frau­en, vom Ver­kauf ih­rer Kunst le­ben zu kön­nen. Wann hast du ge­merkt, dass dei­ne Pro­duk­te gut ge­nug für den Ver­kauf sind und hast du Tipps für die ge­nann­te Per­so­nen­grup­pe, die es dir nach­ah­men und sich in die­sem Be­reich selbst­stän­dig ma­chen wol­len?

Bild von Anett Fischer - Silikonmold vom August 2013Ich weiß das vie­le Mäd­chen und  jun­ge Frau­en das Mo­del­lie­ren mit Fimo für sich ent­deckt ha­ben und nach ei­ni­gen Ver­su­chen gleich ei­nen Shop er­öff­nen möch­ten.
Ich kann nur den Tipp ge­ben: Erst ein­mal wirk­lich eine Wei­le üben, denn ganz so ein­fach ist es nicht so­fort ein gu­tes Le­vel zu er­rei­chen. Wenn ich durch Da­Wan­da schlen­de­re und nach Fimo-Schmuck-Verkäufern schaue muss ich fest­stel­len, dass es vie­le gibt, bei de­nen die Fimo Stü­cke lei­der sehr lai­en­haft oder kind­lich aus­se­hen, das kauft lei­der kei­ner. Wich­tig ist es sich gut zu über­le­gen wie der Shop aus­se­hen soll­te und was man an­bie­ten möch­te.

Ohne Verkaufsförderung geht es nicht

(Anm. d. Red.) Anett fiel uns auf You­Tube auf, als di­ver­se Künst­ler ih­ren Shop in ei­nem Vi­deo (Bei­spiel) vor­stell­ten. Als Ge­gen­leis­tung be­kom­men die Vi­deo­pro­du­zen­ten kos­ten­lo­se Pro­duk­te aus dem Tali-Shop.

Dein DaWanda-Shop fei­ert im No­vem­ber 2013 sei­nen ers­ten Ge­burts­tag. Mit zur Zeit durch­schnitt­lich 53 Ver­käu­fen im Mo­nat (Stand 10/13), hast du im Ver­gleich, zu an­de­ren jun­gen Shops die­ser Platt­form, eine enor­me Fre­quenz. Was tust du da­für, dass dein Shop im gro­ßen In­ter­net be­kannt wird?

Ich habe vor fast ei­nem Jahr den Shop er­öff­net.
Der An­fang ist sehrrrrrr schwer lang­sam und zer­rig. Wenn man noch kei­ne Ver­käu­fe und gute Be­wer­tun­gen hat, in­ter­es­siert sich kein Kun­de für den Shop.
So muß­te ich mir et­was ein­fal­len las­sen und habe Freun­de ge­be­ten bei mir die ers­ten Ein­käu­fe zu tä­ti­gen (Ge­heim­tipp) *lacht*.
Und sie­he da auf ein­mal lief es lang­sam an und die ers­ten, „ech­ten” Ver­käu­fe konn­ten ver­bucht wer­den.
Ich habe dann oft Lo­gen­plät­ze ge­bucht (ca 5,00 Euro für 3000 Auf­blen­dun­gen) und so­mit ging es los mit den Ver­käu­fen und den gu­ten Be­wer­tun­gen. Man muss erst mal rich­tig in­ves­tie­ren da­mit das Ge­schäft läuft. Nun läuft es. *lacht*

Da­Wan­da hat sehr hohe Pro­vi­sio­nen und Ver­kaufs­ge­büh­ren. Wie emp­fin­dest du das? Hast du in die­sem Zu­sam­men­hang nie dar­an ge­dacht ei­nen ei­ge­nen Shop un­ter ei­ge­ner Web­adres­se zu er­öff­nen?

Si­cher sind die Un­kos­ten bei Da­Wan­da recht hoch aber z. B. sind sie bei Ebay noch hö­her. Ich fin­de das Be­wer­tungs­sys­tem toll, so kön­nen sich die Kun­den ein Bild vom Shop ma­chen. Der gan­ze Auf­bau ge­fällt mir ein­fach. Ich habe auch schon an eine ei­ge­ne Web­sei­te ge­dacht, aber mich noch nicht ran ge­wagt. (Ist aber für die Zu­kunft ge­plant).

Blei­ben wir bei den Tipps. In der Ver­kaufs­welt wür­de man sa­gen, du hast ein tie­fes und en­ges Sor­ti­ment, dein Fo­kus liegt auf Si­li­kon­for­men für Mo­del­lier­mas­sen. Wür­dest du sa­gen, dass hier schon ein klei­nes Ge­heim­nis dei­nes Ver­kaufs­er­fol­ges liegt oder bist du der Mei­nung, dass die­ser Um­stand kei­ne Rol­le spielt?

Bild von Schokoladenmold von Anett FischerDas Wich­tigs­te ist, dass der Shop an­spre­chend ist. Aus­sa­ge­kräf­ti­ge Bil­der ohne gro­ßes Schnick­schnack im Hin­ter­grund, eine kla­re Li­nie eben. Man soll­te be­reit sein Aus­ga­ben zu leis­ten wie für Wer­bung; Vi­si­ten­kar­ten usw. Wenn dann noch das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt kann ich nur Mut ma­chen sich in sei­nem Seg­ment selbst zu ver­wirk­li­chen.

Wie wür­dest du sa­gen ist die Al­ters­grup­pe dei­ner Kun­den und hast du auch in­ter­na­tio­na­le Kund­schaft, wenn ja wo­hin ver­kaufst du über­all?

Mei­ne Kun­den sind zwi­schen 13 - 60 Jah­re in etwa und kom­men auch aus der Schweiz, Ös­ter­reich und Frank­reich.

Frau Fischer - Privat

Dein An­ge­bot um­fasst in die­sem Mo­ment fast 200 Ar­ti­kel (Stand 10/13). Du bist Mut­ter zwei­er noch jun­ger Kin­der, Ehe­frau und Fri­seu­rin, wie sieht so dein Ta­ges­ab­lauf aus? Wann stellst du die Pro­duk­te auf Da­Wan­da ein und wann küm­merst du dich um die Ver­kaufs­för­de­rung?

Mein Ta­ges­ab­lauf sieht im Mo­ment so aus das ich oft am PC sit­ze, um mich um den Shop zu küm­mern und die­sen zu ver­bes­sern. Am Nach­mit­tag küm­me­re ich mich um die Kids. Wenn dann mein Mann zu Hau­se ist gehe ich, meist Abends, mei­nem zwei­ten Ge­wer­be - dem Haa­re schnei­den - nach. Mei­nen Be­ruf als Fri­seu­rin habe ich aber be­wußt sehr ein­ge­schränkt, um mehr Zeit für mei­ne Fa­mi­lie und den Shop zu ha­ben. Ir­gend­wann soll es nur noch Hob­by blei­ben und ich möch­te haupt­be­ruf­lich On­line­shop­be­trei­be­rin sein.

Was sind die bei­den wich­tigs­ten Er­fah­run­gen, die du im letz­ten Jahr im Be­zug auf dein E-Business ge­macht hast?

Es ist so ein tol­les Ge­fühl wenn im­mer wie­der po­si­ti­ve Feed­backs kom­men und sich die Men­schen freu­en. Ich freu mich wenn der Kun­de sich freut *lacht*.

GWS2 - Fazit

Wir ha­ben Anett als eine echt taf­fe und selbst­be­wuss­te Frau ken­nen­ge­lernt und den­ken auch das ge­ra­de die­se Ei­gen­schaf­ten für den Start ei­nes On­line­shops im Bas­tel­be­reich not­wen­dig sind, um er­folg­reich zu sein.

Das In­ter­view hat uns wirk­lich po­si­tiv über­rascht das ein so jun­ger Shop schon so er­folg­reich ver­kau­fen kann, wenn man dem Mot­to folgt: „Von nichts - kommt auch nichts”.

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Mit Bas­te­l­an­lei­tun­gen Geld ver­die­nen - Ide­en

Wie mit Bastelanleitungen Geld verdienen?

In die­sem Ar­ti­kel un­se­rer Se­rie „Geld mit Bas­teln”, zei­ge ich Ih­nen ver­schie­de­ne Wege, um mit Bas­te­l­an­lei­tun­gen gu­tes Geld zu ver­die­nen. Wenn ich von Bas­te­l­an­lei­tun­gen spre­che, mei­ne ich nicht nur Pa­pier, Sche­re und Kle­ber, son­dern auch Per­len, Hä­keln, Stri­cken, Mo­del­lier­mas­sen und Ori­ga­mi. Für die­se Bas­tel­dis­zi­pli­nen be­steht viel Be­darf an An­lei­tun­gen und so­mit auch die Chan­ce et­was Ein­kom­men da­mit zu er­zie­len.

In ei­nem äl­te­ren Ar­ti­kel be­schrieb ich be­reits, wie Sie mit Bas­te­l­an­lei­tun­gen in Vi­deo­form et­was ver­die­nen kön­nen, dies setzt je­doch ein ho­hes tech­ni­sches Ver­ständ­nis und oft­mals auch vor­he­ri­ge In­ves­ti­tio­nen (Kamera/Videoschnittsoftware/Mikrophon) vor­aus. Die von mir hier auf­ge­zeig­ten Wege sind für je­den mach­bar, der häu­fig im In­ter­net un­ter­wegs ist.

Ebooks mit Bastelanleitungen sind selten

Bild von EbookreaderHa­ben Sie schon ein­mal dar­an ge­dacht ein Ebook zu schrei­ben und die­ses zum Ver­kauf an­zu­bie­ten? Ein Ebook ist der leich­tes­te Weg, um mit Bas­te­l­an­lei­tun­gen in ei­ner Bild- und Text­kom­bi­na­ti­on Geld zu ver­die­nen und hat die we­nigs­ten Vor­aus­set­zun­gen. Die meis­ten Ebooks wer­den heut­zu­ta­ge näm­lich ein­fach in nor­ma­len Text­ver­ar­bei­tungs­pro­gram­men wie Word ge­schrie­ben, Bil­der dar­über ein­ge­fügt und for­ma­tiert. Spä­ter wird Ihr Buch ins PDF-Format „ge­bun­den” und ist be­reit für den Ver­kauf.

Deshalb sind Ebooks ein riesiger Markt

  • Ist Ih­nen auf­ge­fal­len wie teu­er Bas­tel­zeit­schrif­ten ge­wor­den sind? Un­ter 5,00 Euro lässt sich schon fast kei­ne mehr fin­den. Ne­ben 10 An­lei­tun­gen von de­nen man 5 be­reits kennt und viel Wer­bung, wer­den die Zeit­schrif­ten dann mit Trend­ar­ti­keln ge­streckt. Gibt es zu The­men wie Stri­cken und Hä­keln noch viel Aus­wahl, wird es mehr als über­schau­bar je mehr man et­was spe­zi­el­le­res sucht.
  • Ein Ebook des Gen­res Bas­teln mit zir­ka 6 An­lei­tun­gen in Bild- und Text­form kos­tet hin­ge­gen durch­schnitt­lich nur 2,70 Euro.
  • Ich war die letz­ten zwei Tage ei­nen Kurz­ur­laub am Chiem­see ma­chen und wo die Ba­de­gäs­te vor 10 Jah­ren noch Zeit­schrif­ten und Bü­cher ge­le­sen ha­ben, ha­ben die­se nun ei­nen Tablet-PC bzw. ein Kind­le Fire vor sich lie­gen und le­sen dar­in.

Vermarktungsplattform für Ebooks

An­ge­nom­men Sie ha­ben nun ein Ebook mit zir­ka 100 Sei­ten und 5 Bas­te­l­an­lei­tun­gen ge­schrie­ben, wie ver­die­nen Sie nun da­mit Geld?

  • Die ein­fachs­te Mög­lich­keit mit der größ­ten Reich­wei­te ist der Ver­trieb über Ama­zon. Ha­ben Sie dort ei­nen Ver­käu­fe­r­ac­count ein­ge­rich­tet und Ihr Ebook hoch­ge­la­den, be­kom­men Sie von je­dem Ver­kauf 70% des von Ih­nen fest­ge­leg­ten Ver­kaufs­prei­ses. Ama­zon ver­langt kei­ne Anmeldungs- bzw. Ver­kaufs­ge­bühr, son­dern be­hält aus­schließ­lich die 30% Pro­vi­si­on ein.
  • Wenn Sie mal se­hen wol­len, wie ein Ebook bei Ama­zon aus­sieht, kön­nen Sie in Bas­te­l­an­lei­tung von Mo­sa­ik und Wind­lich­ter von Kers­tin Simons-Schweer ei­nen Blick hin­ein­wer­fen. Wenn Sie auf das Co­ver kli­cken, kön­nen Sie die ers­ten Sei­ten le­sen und Sie wer­den gleich fest­stel­len, dass die Er­stel­lung kei­ne He­xen­kunst ist, son­dern ein­fach ein for­ma­tier­ter und be­bil­der­ter Wor­d­text.
  • Der größ­te Vor­teil des Ama­zon Kind­le Pu­bli­shing Pro­gramms ist, dass Ihr Ebook auf so gut wie al­len Platt­for­men ver­füg­bar wäre. Ihr Buch könn­te ne­ben dem Kindle-Produkten auch auf Tablet-PCs mit Win­dows bzw. Mac OS X auf­grund von Ap­pli­ka­tio­nen, so­wie auf ei­nem Black­Ber­ry bzw. Ipho­ne ge­le­sen wer­den.

Vor- und Nachteile eines Ebooks

+ Kei­ne In­ves­ti­tio­nen - kei­ne Kos­ten - kein Ri­si­ko
+ Enorm hohe Reich­wei­te
+ Gu­tes Image von Ama­zon (fast je­der be­sitzt ein Käu­fer­kon­to dort)
+ Kei­ne Community-Arbeit not­wen­dig (Ziel­grup­pe sucht selbst)
+ Je­der kann ver­kau­fen (kei­ne Re­pu­ta­tio­nen not­wen­dig)

= Setzt gute Text­ver­ar­bei­tungs­kennt­nis­se vor­aus
= Ge­wer­be­schein und Buch­hal­tung not­wen­dig

GWS2.de Be­wer­tung: sehr gut (9/10)
Es hat uns sehr ge­wun­dert war­um bis­her nur so we­nig Ebooks für den Bas­tel­be­reich ver­öf­fent­licht wur­den. Die­je­ni­gen die es gibt, ha­ben je­doch durch­schnitt­lich ge­se­hen sehr gute Re­zen­sio­nen be­kom­men und wur­den oft ver­kauft.

Mit Bastelworkshops offline Geld verdienen

Kinder malenWenn Sie der Mei­nung sind, dass Sie gut er­klä­ren und zei­gen kön­nen, Ih­nen der tech­ni­sche Auf­wand für Vi­de­os je­doch zu hoch ist, bie­ten Sie doch ein­fach Work­shops in Ih­rer Re­gi­on an. Auf die Idee kam ich durch eine An­zei­ge in ei­ner Re­gio­nal­zei­tung, dort fand ich fol­gen­de An­noun­ce:

Bast­le­rin aus Lei­den­schaft (47 J.), bie­tet Bas­tel­work­shops & Strick- und Hä­kel­kur­se für Kin­der­ge­burts­ta­ge, Se­nio­ren­nach­mit­ta­ge und Bas­tel­grup­pen an. Preis nach Ab­spra­che.

Programmablauf und Verdienst von Bastelworkshops

Be­geis­tert rief ich die Dame an, um mehr zu er­fah­ren.

  • Ihr An­ge­bot für ei­nen Kin­der­ge­burts­tag mit 8 Kin­dern für 3 Stun­den, wä­ren 120,00 Euro ge­we­sen. Bas­tel­ma­te­ri­al wird von ihr ge­stellt. Jede wei­te­re Stun­de kos­tet 25,00 Euro.
  • Sie wür­de mit den Kin­dern haupt­säch­lich Pa­pier­bas­tel­ar­bei­ten ma­chen, so­wie ein ein­fa­ches Ori­ga­mi­mo­tiv leh­ren.
  • Wich­tig bei Kin­der­ge­burts­ta­gen sei nur, dass im­mer eine er­wach­se­ne Auf­sichts­per­son da ist.

Für ei­nen Se­nio­ren­nach­mit­tag (3 Stun­den) mit dem Mot­to „Stri­cken”, ver­lang­te sie pau­schal 100,00 Euro.

Voraussetzungen um Workshops anzubieten

Die Vor­aus­set­zun­gen für die­se prin­zi­pi­el­le ge­nia­le Dienst­lei­tungs­idee sind sehr ge­ring.

  • Sie müs­sen beim Fi­nanz­amt ei­nen Ge­wer­be­schein be­zie­hen. (Kos­ten zir­ka 30,00 Euro). Mit ei­nem Klein­ge­wer­be kön­nen Sie nach §19 des UStG, 17.500 Euro jähr­lich steu­er­frei mit den Work­shops ver­die­nen.
  • Ih­ren Kun­den stel­len Sie ein­fach eine Quit­tung (un­se­re Vor­la­ge) über das er­hal­te­ne Geld aus und be­hal­ten den Durch­schlag, den Sie bei ei­ner Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung dem Fi­nanz­amt ge­ben.

Na­tür­lich soll­ten Sie auch über ein drei­stün­di­ges An­lei­tungs­re­per­toire ver­fü­gen und gut mit Men­schen um­ge­hen kön­nen. Au­ßer­dem den­ke ich, soll­ten Sie stress­re­sis­tent sein, ge­ra­de wenn Sie mit Kin­dern ar­bei­ten.

Vor- und Nachteile von Bastelworkshops

+ Sehr ho­her Ver­dienst

= Mo­bi­li­tät vor­aus­ge­setzt
= Ge­rin­ge Buch­hal­tung not­wen­dig

- In­ves­ti­tio­nen (re­gel­mä­ßig An­non­cie­ren)
- Ri­si­ko (Kun­de sagt Ter­min ab/macht nicht auf)

GWS2.de Be­wer­tung: gut (7/10)
Ich kann mir gut vor­stel­len, dass es ge­ra­de für Rent­ne­rin­nen bzw. Da­men die halb­tags ar­bei­ten, ein su­per Ne­ben­ver­dienst sein kann, wenn man Bas­tel­work­shops in sei­ner Re­gi­on an­bie­tet.

Mit Bastelblogs Geld verdienen

Bild von der Bastelvroni von GWS2.deDen be­kann­tes­ten Weg, um mit Bas­te­l­an­lei­tun­gen Geld zu ver­die­nen, ken­nen Sie wahr­schein­lich schon, Bas­tel­blogs. Wie die Vro­ni (Bild), hier auf die­ser Web­sei­te, kön­nen auch Sie Ihre Bas­te­l­an­lei­tun­gen über solch eine Platt­form ver­mark­ten. An­hand der URLs in den von Ih­nen ab­ge­ge­ben Kom­men­ta­ren er­ken­ne ich im­mer wie­der, dass die meis­ten un­se­rer Le­ser die­ses Me­di­um be­reits nut­zen, des­halb wer­de ich nur kurz dar­auf ein­ge­hen.

Voraussetzungen für einen Bastelblog

Die Vor­aus­set­zun­gen sind ge­ring, Sie be­nö­ti­gen eine Do­main (www.ihrewebseite.de) und ei­nen Webs­pace. Bei­des gibt es kos­ten­los bei bei­spiels­wei­se Blogger.com.

Verdienstmöglichkeiten eines Bastelblogs

Die Ver­dienst­mög­lich­kei­ten von Web­sei­ten sind viel­sei­tig, je­doch nie kon­stant und stark von der An­zahl und Art Ih­rer Be­su­cher ab­hän­gig.

  • Die meis­ten Blogs (wir auch), set­zen stan­dard­mä­ßig auf Wer­be­ban­ner von Goog­le Ad­sen­se bzw. Adsca­le.
  • Gut be­such­te und at­trak­ti­ve Web­sei­ten, egal wel­ches Gen­res, ver­die­nen mit der Zeit viel Geld durch Auf­trags­ar­ti­kel zu Pro­duk­ten bzw. Di­rekt­bu­chun­gen von Händ­lern und In­dus­trie­un­ter­neh­men.

Es ist also völ­lig egal über wel­ches The­ma Ihr Blog ver­fügt, die Mo­ne­ta­ri­sie­rungs­mög­lich­kei­ten sind über­all gleich. Zu die­sem The­ma gibt es un­zäh­li­ge Fach­web­sei­ten, die ein­fach über jede Such­ma­schi­ne zu fin­den sind.

Aufwand und Risiken von Bastelblogs

Von al­len drei Mo­del­len, hat ein Bas­tel­blog den höchs­ten Auf­wand.

  • Bis ein re­gel­mä­ßig und gut ge­führ­ter Bas­tel­blog eine ge­wis­se Be­su­cher­dich­te auf­weist, kann gut und ger­ne ein Jahr ver­ge­hen.
  • Die In­ves­ti­ti­ons­ri­si­ken sind, wenn Sie ein kos­ten­lo­ses Webs­pace­an­ge­bot neh­men, bei Null. Ver­ges­sen Sie je­doch nicht, dass Sie auch sehr viel Ar­beits­zeit in den Auf­bau ei­ner Web­sei­te in­ves­tie­ren müs­sen.
  • So­bald Sie Ein­nah­men mit Ih­rem Blog er­zie­len, auch wenn die­se sehr ge­ring sind, müs­sen Sie eben­falls erst ein­mal ei­nen Ge­wer­be­schein be­an­tra­gen.

Vor- und Nachteile von Bastelblogs

+ Kei­ne In­ves­ti­ti­on not­wen­dig
+ Kein Ri­si­ko

= Buch­hal­tung not­wen­dig (bei Ver­dienst)
= Sehr lang­fris­tig
= Star­ke Kon­kur­renz
= Viel Community-Arbeit not­wen­dig

- Ver­hält­nis­mä­ßig ge­rin­ge Ein­nah­men

GWS2.de Be­wer­tung: aus­rei­chend (4/10)
Die meis­ten er­stel­len Bas­tel­blogs nicht aus dem In­ter­es­se her­aus, schnell und ein­fach Geld da­mit ver­die­nen zu wol­len, dass soll­te man ge­ne­rell nie tun. Son­dern eher, um eine Platt­form zum Aus­tausch von Bas­tel­ide­en und Kom­mu­ni­ka­ti­on mit Men­schen die mit ei­nem ein Hob­by tei­len, zu ha­ben. Aus Sicht un­se­rer Se­rie „Geld mit Bas­teln”, sind Bas­tel­blogs je­doch eher we­ni­ger op­ti­mal zu be­ur­tei­len.

Fazit

Wie Sie se­hen gibt es nicht nur das Me­di­um Vi­de­os, um mit Bas­te­l­an­lei­tun­gen ein Ein­kom­men zu er­zie­len. Ge­ra­de die Mög­lich­keit Bas­tel­work­shops an­zu­bie­ten, fin­de ich be­son­ders in­ter­es­sant und er­folg­ver­spre­chend.

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