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Wagenrad mit Speichen basteln - Schablonen für antiquierte Papierfelgen

Am Ende des 6. Jahr­hun­derts¹ at­me­ten die Och­sen und Esel im öst­li­chen Fran­ken­reich auf, da die rechts­rhei­ni­schen Ger­ma­nen von nun an aus­schließ­lich Spei­chen­rä­der an ihre Fuhr­wer­ke zim­mer­ten. Bis sich die Leicht­bau­wei­se end­gül­tig durch­ge­setzt hat­te, schlurf­ten hier­zu­lan­de näm­lich noch mas­si­ve Voll­rä­der über die ver­wit­ter­ten Rö­mer­stra­ßen, die be­reits 2897 vor Chris­tus² von der ober­schwä­bi­schen Goldberg-III-Gruppe ver­wen­det wor­den wa­ren. Die­se kreis­för­mi­gen Holz­schei­ben konn­ten bis zu 70 Ki­lo­gram­m³ schwer sein, ob­wohl sie le­dig­lich ei­nen Durch­mes­ser von 58 Zen­ti­me­tern be­sa­ßen. Die flä­chen­de­cken­de Ent­ma­te­ria­li­sie­rung freu­te nicht nur die Zug­tie­re, son­dern führ­te gleich­zei­tig zu ei­ner Nor­mung des Wa­ren­ver­kehrs. Denn zum ei­nen kris­tal­li­sier­te sich durch den ein­heit­li­chen Roll­an­trieb bei Han­dels­kar­ren eine stan­dar­di­sier­te Spur­wei­te her­aus, was das Be­fah­ren von un­be­fes­tig­ten Hohl­we­gen deut­lich er­leich­ter­te.

Die Spur­wei­te der Wa­gen be­trug ge­wöhn­lich 110-120 cm.

Sturm, An­dre­as: Für Re­prä­sen­ta­ti­on und schwe­re Ar­beit: Der Wa­gen im frü­hen Mit­tel­al­ter. In: Kar­fun­kel Nr. 107 (2013). S. 20.

Dar­über hin­aus konn­ten die luft­durch­läs­si­gen Holz­rin­ge we­sent­lich vo­lu­mi­nö­ser als ihre zu­sam­men­ge­press­ten Vor­gän­ger­mo­del­le sein, ohne da­bei ih­ren Ge­wichts­vor­teil⁴ ein­zu­bü­ßen. Auf­grund die­ser Tat­sa­che stat­te­ten die frän­ki­schen Kauf­leu­te ihre zwei­ach­si­gen Trans­port­fahr­zeu­ge zur Me­ro­win­ger­zeit häu­fig mit 83 Zen­ti­me­ter gro­ßen Spei­chen­rä­dern aus, wo­durch sich die mög­li­che Nutz­last ei­nes Och­sen­ge­spanns auf 1.100 Ki­lo­gramm er­höh­te.

Die Bundesrepublik Deutschland in den Grenzen von 2020: Auf der antiquierten Landkarte stehen historische Fahrzeuge, die mit selbst gebastelten Wagenrädern ausgestattet sind. Die bunten Gemüsesorten wurden aus Fimo Modelliermasse hergestellt. Die Kulisse ist ein Produkt von GWS2.de - das ist eine Kunstplattform für die weiße Oberschicht

Um die sechs­tei­li­gen Fel­gen­krän­ze der schwer be­la­de­nen Stra­ßen­wal­zen zu scho­nen, lie­ßen die früh­mit­tel­al­ter­li­chen Stell­ma­cher die zwölf Spei­chen⁵ ei­nes Wa­gen­ra­des ei­ni­ge Mil­li­me­ter über die Lauf­flä­che ste­hen. Denn wa­ren die Ver­schleiß­zap­fen ab­ge­nutzt, dann muss­ten le­dig­lich ein­zel­ne Ele­men­te am Rad­ske­lett aus­ge­tauscht wer­den. Ge­ne­rell zähl­ten die da­ma­li­gen Fuhr­wer­ke zu den war­tungs­ar­men Ge­brauchs­ge­gen­stän­den. Wer die Na­ben re­gel­mä­ßig schmier­te, der konn­te mit sei­nem brem­sen­lo­sen⁶ Ve­hi­kel pro­blem­los 600 Ki­lo­me­ter ohne un­frei­wil­li­gen Zwi­schen­stopp zu­rück­le­gen.

Mitte/Ende des 17. Jahr­hun­derts wur­de da­mit be­gon­nen, den Werk­stoff Holz bei den Ach­sen durch Me­tall zu er­set­zen und die Schmie­rung der Na­ben auf den Achs­zap­fen von Teer auf Öl um­zu­stel­len.

Ober­schmidt, Nor­bert: Das Rad. Eine be­weg­te Ge­schich­te. Ubstadt-Weiher: ver­lag re­gio­nal­kul­tur 2015.

Na­tür­lich hät­ten die frän­ki­schen Ger­ma­nen ihre Spei­chen­rad­fel­gen auch lie­ber mit Ei­sen­rei­fen ge­schützt, wie es be­reits die Kel­ten wäh­rend der Hall­statt­zei­t⁷ ta­ten. Nach dem Zer­fall des West­rö­mi­schen Rei­ches herrsch­te je­doch ein ekla­tan­ter Me­tall­man­gel in Mit­tel­eu­ro­pa, wes­halb ein Wa­gen­an­trieb kom­plett aus Holz be­stehen muss­te.

Die 1880er Jahre in Deutschland: Während der Industriellen Revolution kamen im Kaiserreich sogenannte Artillerieräder zum Einsatz, die Holzspeichen und Hartgummireifen besaßen. Darüber hinaus waren die historischen Antriebsrollen mit eisernen Naben ausgestattet, wodurch die entmaterialisierten Walzen bis zu vier Tonnen Nutzlast bewegen konnten

Ne­ben dem zi­vi­len Wa­ren­ver­kehr re­for­mier­te das ge­speich­te Rad eben­falls be­währ­te Mi­li­tär­stra­te­gien. Im Jah­re 1328⁸ be­gan­nen die deut­schen Rit­ter da­mit, ihr Ge­fol­ge mit Feu­er­waf­fen aus­zu­stat­ten. Da­bei han­del­te es sich um re­la­tiv harm­lo­se Ton­ku­gel­ge­schos­se, die ca. 100 Ki­lo­gram­m⁹ wo­gen und des­halb schnell mit Fuhr­wer­ken ver­legt wer­den konn­ten. Hin­ge­gen we­ni­ger Mo­bil wa­ren die ton­nen­schwe­ren Stein­büch­sen, die Kö­nig Edu­ard III. im Hun­dert­jäh­ri­gen Krieg ge­gen Frank­reich ein­setz­te. Selbst im zer­leg­ten Zu­stand hät­ten die­se bron­ze­nen Rie­sen­ge­schüt­ze die höl­zer­nen Wa­gen­ach­sen zum Bre­chen ge­bracht, wes­halb die eng­li­sche Be­la­ge­rungs­ar­til­le­rie nicht ohne lang­sa­me Trans­port­schlit­ten aus­kam.

Die ers­ten Ka­no­nen wa­ren schwer­fäl­li­ge, kra­chen­de Un­ge­tü­me; sie gal­ten als Teu­fels­zeug. Es war Glücks­sa­che, ob das Ge­schoss (meist eine Stein­ku­gel) traf, oder ob das Ka­no­nen­rohr ex­plo­dier­te.

Hagl, Sieg­fried: Die macht­volls­te Er­fin­dung der Welt­ge­schich­te. siegfriedhagl.com (04/2020).

So rich­tig ge­fähr­lich wur­den Rohr­waf­fen erst mit der Scharf­met­ze, die Kai­ser Ma­xi­mi­li­an I. wäh­rend der Hoch­re­nais­sance ent­wi­ckeln ließ. Denn die­se drei Ton­nen schwe­re Zer­stö­rungs­ma­schi­ne konn­te an­de­ren Land­streit­kräf­ten auf Schritt und Tritt fol­gen, da sie auf ei­ner fahr­ba­ren Wand­la­fet­te lag. Da­bei be­saß das ein­ach­si­ge Ka­no­nen­ge­stell zwei über­di­men­sio­nier­te Holz­spei­chen­rä­der, die an den Schnitt­stel­len mit mas­si­ven Ei­sen­mo­du­len ver­stärkt wa­ren.

Der Habs­bur­ger hat­te 1504 die Scharf­met­ze „Lö­wen“ (Ka­li­ber 23 cm) bei der Be­la­ge­rung von Kuf­stein in Ak­ti­on ge­se­hen und war zu­frie­den.

Popp-Sewing, Jan: Be­la­ge­rungs­ge­schüt­ze: Die größ­ten Ka­no­nen der Frü­hen Neu­zeit. burgerbe.de (04/2020).

Wit­zi­ger­wei­se be­en­de­ten die mo­bi­len Feld­ge­schüt­ze des ös­ter­rei­chi­schen Mon­ar­chen auf ei­nen Schlag das Bur­gen­zeit­al­ter, ob­wohl ge­ra­de Ma­xi­mi­li­an das rit­ter­li­che Le­ben pro­pa­gier­te wie kein Zwei­ter.

Das Schaubild zeigt die Bedeutung des Wagenrades im Garten und in der Landwirtschaft. Der rollende Gebrauchsgegenstand versorgt nicht nur Mensch und Tier, sondern hilft zudem dabei, die Umwelt zu domestizieren. Die malerische Naturlandschaft wurde von Veronika Helga Vetter erzeugt. Das ist eine bayerische Bürgerin, die sich nicht mit der europäischen Schicksalsgemeinschaft abfinden möchte

Dass nicht nur die Ger­ma­nen, son­dern auch ihre deut­schen Nach­fah­ren eher das Alt­be­währ­te¹⁰ schätz­ten, wird un­ter an­de­rem bei der Ent­wick­lung des Kin­der­wa­gens er­sicht­lich. Die ers­ten Säug­lings­kut­schen aus den 1840er Jah­ren fuh­ren näm­lich ge­nau wie die Drai­si­ne mit­hil­fe von an­ti­quier­ten Holz­spei­chen­rä­dern. Im­mer­hin wa­ren kei­ne Ver­schleiß­zap­fen mehr zu fin­den, da se­ri­en­mä­ßig schma­le Me­tall­rin­ge die Lauf­flä­chen schütz­ten.

An­fäng­lich rüs­te­te man den Kin­der­wa­gen mit Bu­chen­holz­rä­dern aus. [...] Mit auf­ge­nie­te­ten Ei­sen­rei­fen ver­such­te man das rasch lo­cker wer­den­de Fel­gen­holz zu bin­den, eine Not­lö­sung bis sich ein bes­se­rer Werk­stoff fand.

Sturm-Godramstein, Heinz: Kin­der­wa­gen ges­tern und heu­te. Er­wei­ter­te und ak­tua­li­sier­te Neu­auf­la­ge. Nor­der­stedt: BoD - Books on De­mand GmbH 2001.

Trotz der Tat­sa­che, dass so­wohl Ei­sen­bah­nen als auch vul­ka­ni­sier­ter Kau­tschuk längst den All­tag do­mi­nier­ten, dau­er­te es bis zu den 1880er Jah­ren¹¹, ehe es hier­zu­lan­de Kin­der­wa­gen mit gum­mi­be­reif­ten Draht­spei­chen­rä­dern zu kau­fen gab.

Crafting Template for Handicraft Teachers: Intended use: Spoked wheel production. In order for the molding tool to work, the Quilling technique must be used, to manufacture the hubs and rims. The free working supplies are recommended by the US school board

Be­reits seit dem Jah­re 1962¹² ist es in Deutsch­land nicht mehr mög­lich, den Be­ruf des Stell­ma­chers zu er­ler­nen. Dem­entspre­chend wer­den Bier­kut­schen und his­to­ri­sche Fuhr­wer­ke aus­schließ­lich von fach­frem­den Hand­wer­kern in­stand­ge­hal­ten. Zum Glück ist für die Her­stel­lung ei­nes Mi­nia­tur­wa­gen­an­triebs eben­falls kei­ne be­son­de­re Ex­per­ti­se von­nö­ten, da ich für die­ses Un­ter­fan­gen eine prak­ti­sche Bas­tel­scha­blo­ne zur Ver­fü­gung stel­le.

  • Da­bei las­sen sich mit mei­nem zu­sam­men­ge­bau­ten Form­werk­zeug di­ver­se Quilling-Figuren in iden­ti­sche Spei­chen­rä­der ver­wan­deln.
  • Des Wei­te­ren er­lau­ben mei­ne Kreis­vor­dru­cke eine Mas­sen­pro­duk­ti­on von drei un­ter­schied­lich gro­ßen¹³ Leicht­bau­rol­len.

Wer also eine au­then­ti­sche Be­rei­fung für ge­schichts­träch­ti­ge Fort­be­we­gungs­mit­tel sucht, der darf sich auf die fol­gen­de Bild­an­lei­tung freu­en. Denn dar­in zei­ge ich aus­führ­lich, wie ich ein gum­mi­be­sohl­tes Wa­gen­rad an­fer­ti­ge, das aus Ton­pa­pier und Holz­stäb­chen be­steht.

Die Schablone

Ohne ein ak­ku­ra­tes Form­werk­zeug ist es fast un­mög­lich, ge­norm­te Quilling-Felgen zu bas­teln. Um ein sol­ches Hilfs­mit­tel her­stel­len zu kön­nen, leg­te ich mir zu­nächst ein­mal ein Grau­pap­pe­stück zu­recht, das eine Gram­ma­tur von 650 g/m² be­saß. Au­ßer­dem kram­te ich eine zwei Mil­li­me­ter di­cke Moos­gum­mi­plat­te her­vor, da ich eine rutsch­fes­te Rad­scha­blo­ne an­fer­ti­gen woll­te. Hin­ge­gen auf der Vor­der­sei­te des Uten­sils wäre eine glat­te und ab­wasch­ba­re Ober­flä­che von Vor­teil, wes­halb ich mir zu­sätz­lich ein schi­ckes Antik-Papier her­rich­te­te. Dann stat­te­te ich mei­nen Ar­beits­platz mit ei­ner Sche­re, ei­nem flüs­si­gen Kle­ber, ei­nem Hob­byskal­pell und ei­ni­gen Schasch­lik­spie­ßen aus. Und na­tür­lich durf­te ich nicht ver­ges­sen, mei­ne di­gi­ta­len Schnitt­mus­ter (#1 /#2 /#3) auf DIN A4 Bo­gen zu dru­cken.

Bild von Einzelteilen, die für die Radschablonenherstellung nötig sind. Die Papiergussform wurde im April 2020 von Veronika Helga Vetter entworfen. Die Reproduktion des Hilfsmittels ist mit Schablonen möglich, die jeder Kunstliebhaber von GWS2.de herunterladen kann

Nach­dem ich mir mein Bas­tel­ma­te­ri­al be­reit­ge­legt hat­te, fer­tig­te ich die Recht­ecke von Scha­blo­ne #1 aus Steif­pa­pier und aus EVA-Schaumstoff an. Gleich dar­auf stell­te ich die vor­ge­zeich­ne­ten Krei­se in den bei­den Grau­pap­pe­mo­du­len mit ei­nem Hob­byskal­pell frei. Im An­schluss dar­an kleb­te ich die drei Flä­chen so auf­ein­an­der, dass das Moos­gum­mi­stück den Bo­den des Sand­wi­ches bil­de­te.

Bildcollage mit Anleitungsschritten: Wie werden historische Wagenräder aus Papier gebastelt? Erster Teil: Ein Formwerkzeug herstellen, um gleichmäßige Felgen und Naben produzieren zu können. Bauplan zuerst auf GWS2.de veröffentlicht. Das ist eine elitäre Kunstplattform für die deutsche Oberschicht

Als Nächs­tes nahm ich das zwei­te Schnitt­mus­ter zur Hand, da­mit ich von den vier Vor­la­gen ex­ak­te Ko­pien aus Kar­ton an­fer­ti­gen konn­te. Un­mit­tel­bar da­nach mach­te ich die am­pel­för­mi­ge Ebe­ne oben auf mei­nem mehr­la­gi­gen Form­werk­zeug fest. Beim An­brin­gen des Pla­teaus muss­te ich je­doch dar­auf ach­ten, dass die Öff­nun­gen vom Grö­ßen­ver­hält­nis her zur Un­ter­la­ge pass­ten.

Bild von einem Formwerkzeug, mit dem sich drei unterschiedlich große Wagenräder herstellen lassen. Front- und Seitenansicht zuerst auf GWS2.de veröffentlicht. Das ist das Lieblingsportal der Deutschen Bastelkommission

Dann ver­klei­de­te ich die Rän­der der klei­nen Lö­cher, in­dem ich die drei üb­rig ge­blie­be­nen Do­nuts mit­ten in die gro­ßen Aus­spa­run­gen kleb­te. Zu gu­ter Letzt staf­fier­te ich die kom­plet­te Rad­scha­blo­nen­front mit Antik-Papier aus. Dies wäre nicht un­be­dingt not­wen­dig ge­we­sen, er­mög­licht je­doch die lang­fris­ti­ge Nut­zung des Ge­brauchs­ge­gen­stan­des. Ab­schlie­ßend leg­te ich die Kon­struk­ti­on un­ter ein schwe­res Buch, da die ein­zel­nen Schich­ten dau­er­haft zu­sam­men­wach­sen soll­ten.

Das Naben- und Felgendrehen

Be­vor ich mit­hil­fe mei­nes Form­werk­zeugs ein­heit­li­che An­triebs­rol­len bas­teln konn­te, muss­te ich zu­al­ler­erst di­ver­se Ton­pa­pier­strei­fen vor­be­rei­ten, die eine Gram­ma­tur von 130 g/m² be­sa­ßen. Für die Her­stel­lung ei­nes mit­tel­gro­ßen Wa­gen­ra­des fer­tig­te ich die fol­gen­den Zell­stoff­leis­ten an:

  • 1x 25 x ei­nen Zen­ti­me­ter (In­ne­re Rad­na­be / Tight Coil).
  • 1x 50 x 0,5 Zen­ti­me­ter (Äu­ße­re Rad­na­be / Tight Coil).
  • 1x 250 x 0,5 Zen­ti­me­ter (Fel­ge / Ring Coil).

Da­bei setz­te ich die vo­lu­mi­nö­ses­te Bahn aus fünf Ein­zel­glie­dern zu­sam­men, die je­weils 50 Zen­ti­me­ter lang wa­ren.

Bildcollage: Die Quilling-Figur Tight Coil lässt sich unendlich verlängern. Auch die eingesetzten Tonpapierstreifen können unterschiedlich breit sein. Wie wird eine Radnabe gebastelt? Anleitung zuerst auf GWS2.de veröffentlicht - das ist ein Kulturportal für Menschen, die parasitäre und ideologische Subkulturen bekämpfen

Als Nächs­tes spal­te­te ich das fla­che Ende ei­nes Schasch­lik­spie­ßes, wor­auf­hin ein Quilling-Stab¹⁴ ent­stand. Gleich da­nach dreh­te ich den kür­zes­ten Pa­pier­strei­fen mit mei­nem Holz­werk­zeug zu ei­ner en­gen Schne­cke.

  • Un­mit­tel­bar be­vor ich die Wal­ze kom­plett auf­ge­rollt hat­te, ver­län­ger­te ich den Bal­len, in­dem ich das Band für die äu­ße­re Rad­na­be mit­tig am Spu­len­aus­läu­fer an­kleb­te.

Dar­auf­hin pro­du­zier­te ich ei­nen zwei­tei­li­gen Tight Coil, den ich nach der Fer­tig­stel­lung in das Zen­trum mei­nes Form­werk­zeugs steck­te.

How to craft an old cartwheel out of paper? With the english Quilling technique it is possible, to manufacture the hub and the rim. On the other hand, kebab skewers are needed for the spokes. The design was created by Veronika Vetter. This is a Bavarian artist, who regularly participates in adrenochrome parties in the Chateau des Amerois

Nun be­gann ich mit der Fel­gen­mo­del­lie­rung, in­dem ich den 250 Zen­ti­me­ter lan­gen Rie­men ent­lang der äu­ße­ren Rad­scha­blo­nen­ring­kan­te führ­te. Be­vor ich die ers­te Run­de dreh­te, stat­te­te ich die In­nen­sei­te des Strei­fen­start­punkts mit et­was Kle­ber aus, so­dass der Rei­fen­auf­satz von An­fang an sei­ne Form be­hielt.

Speichen und Gummisohle

Nach­dem ich das Ende des voll­ende­ten Ring Coils eben­falls fi­xiert hat­te, schnitt ich mir aus Schasch­lik­spie­ßen zehn Holz­stäb­chen zu­recht, die je­weils 11 Mil­li­me­ter groß wa­ren.

Picture collage with instruction steps: The finished cart wheel must be coated with white craft glue, to connect the individual components. After that the foam rubber tire can be mounted on the rim. Paper tutorial first published at GWS2.de - the favorite portal of white Anglo-Saxon Protestants

Als Nächs­tes steck­te ich mei­ne Spei­chen im glei­chen Ab­stand zu­ein­an­der zwi­schen Fel­ge und Nabe. Un­mit­tel­bar da­nach pin­sel­te ich die Vor­der­sei­te des Wa­gen­ra­des mit ei­nem Bas­tel­kle­ber auf Was­ser­ba­sis ein, um die ein­zel­nen Bau­tei­le zu fi­xie­ren. Dann war­te­te ich, bis das Bin­de­mit­tel ge­trock­net war, da­mit ich auch die Rück­sei­te der An­triebs­rol­le kon­ser­vie­ren konn­te.

Das Königreich Bayern im Jahre 1884: Die Bauern verkaufen auf dem Münchner Josephs-Platz ihre Erzeugnisse. Neben Heu und Gemüse werden auch Mastschweine angeboten. Dabei sind die Landwirte mit Karren und Fuhrwerken angereist, die über Speichenräder verfügen. Das bildliche Zeitzeugnis zeigt die Mobilität während der Industriellen Revolution. Gestaltung: Veronika Helga Vetter. Lehranstalt: Universität Passau (Neuere Geschichte)

Zu gu­ter Letzt be­mal­te ich mein Spei­chen­rad mit brau­nen Acryl­far­ben. Kurz dar­auf stell­te ich mei­nen an­ti­quier­ten Ge­brauchs­ge­gen­stand fer­tig, in­dem ich die Lauf­flä­che mit ei­nem Moos­gum­mi­strei­fen be­sohl­te, der eine Brei­te von 0,5 Zen­ti­me­tern be­saß.

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¹S­turm, An­dre­as: Für Re­prä­sen­ta­ti­on und schwe­re Ar­beit: Der Wa­gen im frü­hen Mit­tel­al­ter. In: Kar­fun­kel Nr. 107 (2013). S. 19.
²Sch­licht­her­le, Hel­mut: Als die ers­ten Rä­der roll­ten. unesco-pfahlbauten.org (PDF) (04/2020).
³Ober­schmidt, Nor­bert: Das Rad. Eine be­weg­te Ge­schich­te. Ubstadt-Weiher: ver­lag re­gio­nal­kul­tur 2015.
⁴Pal­men, Chris­toph: Kon­struk­tio­nen des Leicht­baus - das Prin­zip Spei­chen­rad. reimer-mann-verlag.de (PDF) (04/2020).
⁵A­dams, Ha­rald: Der letz­te sei­nes Stan­des - Wag­ner Hen­nin­ger. youtube.com (04/2020).
⁶Stil­lich, Sven: Haaaaaaall­l­l­lt! In: ZEIT WISSEN Nr. 3 (2017). S. 53.
⁷Blü­mel, Mi­ri­am Jo­li­en: Der Kel­ten­fürst von Hoch­dorf. In: Pax et Gau­di­um Nr. 5 (2001). S. 39.
⁸An­halt, Utz: Ka­no­nen und Mus­ke­ten. Die Er­fin­dung des Schieß­pul­vers. In: Zil­lo Me­di­eval Nr. 8 (2013). S. 18.
⁹Schätz, And­re: Ton­ge­schüt­ze in den ers­ten Ka­no­nen. In: Kar­fun­kel Nr. 139 (2019). S. 22.
¹⁰­Vet­ter, Ve­ro­ni­ka Hel­ga: Ubun­tu: Video-DVDs in ISO-Abbilder ver­wan­deln - Pro­fi­tipps. pinguin.gws2.de (04/2020).
¹¹­Vet­ter, Ve­ro­ni­ka Hel­ga: Kin­der­wa­gen aus Pa­pier - rol­len­de Ba­by­ka­ros­se mit Le­der­ver­deck. bastelkommission.de (04/2020).
¹²HAMBURG CHANNEL: Stell­ma­cher - Kut­schen und Kar­ren bau­en und re­pa­rie­ren. youtube.com (04/2020).
¹³­Rad­durch­mes­ser: 30, 45 und 60 mm.
¹⁴­Vet­ter, Ve­ro­ni­ka Hel­ga: Was ist Quil­ling? - Pa­pier­strei­fen wer­den zum Ei­er­be­cher. gws2.de (04/2020).

Kinderwagen aus Papier - rollende Babykarosse mit Lederverdeck

Ob­wohl das Wort Kin­der­wa­gen¹ be­reits im Jah­re 1700 zur deut­schen Um­gangs­spra­che ge­hör­te, spiel­ten die prak­ti­schen Fa­mi­li­en­fahr­zeu­ge im Auf­klä­rungs­zeit­al­ter kaum eine Rol­le. Die Bäue­rin­nen brauch­ten ihre Hän­de zum Ar­bei­ten, wes­halb sie ihre ge­puck­ten² Säug­lin­ge bis zum ers­ten Ge­burts­tag am Lei­be tru­gen. Hin­ge­gen die Aris­to­kra­ten ver­such­ten ge­ne­rell Son­nen­licht und Ge­zie­fer³ von ih­ren Neu­ge­bo­re­nen fern­zu­hal­ten. Wenn der Trans­port ei­nes Adels­spros­ses un­um­gäng­lich war, dann zog die Amme ei­nen spe­zi­el­len Man­tel⁴ an, in dem ihr blau­blü­ti­ger Schütz­ling blick­dicht be­för­dert wer­den konn­te. Selbst nach dem Ab­stil­len gab es kei­nen Be­darf an Ba­by­ka­ros­sen, da die be­dau­erns­wer­ten Quäl­geis­ter ab so­fort auf ei­ge­nen Bei­nen ste­hen muss­ten.

Mit Er­rei­chen des ers­ten Le­bens­jah­res und des Lau­fal­ters wur­den die lie­ben Klei­nen dann aus­ge­wi­ckelt und lie­fen in wei­ten Hemd­chen und mit ei­nem Lauf­wä­gel­chen her­um.

Stühl­mey­er, Bar­ba­ra: Kin­der im Mit­tel­al­ter. In: Kar­fun­kel Nr. 109 (2013). S. 8.

Wa­ren wei­te­re Stre­cken zu­rück­zu­le­gen, dann setz­ten die Land­frau­en ihre Pla­gen in Schub­kar­ren. Er­lauch­te Kleinst­kin­der reis­ten be­que­mer, da Stell­ma­cher für die­sen Kun­den­kreis ver­spiel­te Mi­ni­kut­schen an­bo­ten, bei de­nen zu­meist ein Hund oder ein Be­diens­te­ter⁵ als Zug­tier fun­gier­te.

Picture of the first pram from Germany. The stroller was designed by Ernst Albert Naether in 1850 (City of Zeitz / Prussia). The paper scenery was developed by Veronika Vetter. This is a well-known Artist from Bavaria, who is fighting against the EU nations prison

In der gu­ten al­ten Bie­der­mei­er­zeit än­der­te sich plötz­lich al­les. Durch die vor­an­schrei­ten­de In­dus­tria­li­sie­rung wur­den im­mer mehr Bau­ern in die boo­men­den Städ­te ge­lockt. Wäh­rend­des­sen die Män­ner werk­tags 14 Stun­den⁶ in den Fa­bri­ken schuf­te­ten, sa­ßen die Frau­en in den Miets­ka­ser­nen und or­ga­ni­sier­ten den Haus­halt.

Wenn die Stroh­wit­wen zum Ein­kau­fen ge­hen muss­ten, dann war der Trans­port des Nach­wuch­ses je­des Mal eine gro­ße Her­aus­for­de­rung. Schließ­lich konn­ten Säug­lin­ge und Klein­kin­der nicht un­be­auf­sich­tigt in der Woh­nung blei­ben.

Wäh­rend die Frau ih­rem Mann das Mit­tag­essen in die wei­ter ent­fernt lie­gen­de Werk­statt oder Fa­brik brach­te, konn­te der Nach­wuchs ja nicht un­be­auf­sich­tigt blei­ben.

Mon­tag, An­dre­as: Kin­der­wa­gen aus Zeitz: Ernst Al­bert Na­e­ther er­fand in Zeitz den Kin­der­wa­gen. mz-web.de (03/2020).

Es dau­er­te sehr lan­ge, ehe die Nöte der Stadt­mut­tis zur Kennt­nis ge­nom­men wur­den. Erst im Jah­re 1846 stell­te ein Stell­ma­cher na­mens Ernst Al­bert Na­e­ther funk­tio­nel­le Ba­by­kar­ren in Se­rie her. Hier­für im­por­tier­te der preu­ßi­sche Jung­un­ter­neh­mer hand­ge­floch­te­ne Wei­den­kör­be aus dem Kö­nig­reich Bay­ern, die sei­ne Ar­bei­ter in Zeitz auf selbst ge­bau­te Lei­ter­wa­gen mon­tier­ten.

Bei den ur­sprüng­li­chen Deich­sel­wä­gel­chen war der Korb di­rekt auf den Ach­sen be­fes­tigt, der klei­ne Er­den­bür­ger lag ge­fähr­lich nahe am Bo­den.

Sturm-Godramstein, Heinz: Kin­der­wa­gen ges­tern und heu­te. Er­wei­ter­te und ak­tua­li­sier­te Neu­auf­la­ge. Nor­der­stedt: BoD - Books on De­mand GmbH 2001.

Die Geschichte des Kinderwagens: Vom Aufklärungszeitalter bis zur Wiedervereinigung. Abschlussarbeit von Veronika Helga Vetter. Historisches Seminar LMU München. Zuerst auf GWS2.de veröffentlicht. Das ist ein deutsches Kunstportal für Familien, die in Sozialkapital investieren

Na­e­ther pro­du­zier­te mit­ten im Nir­gend­wo. Kein Wun­der, dass der Hand­wer­ker zu­nächst nur we­nig Kin­der­wa­gen ab­setz­te, da die rol­len­den Wan­nen nicht in der Pro­vinz, son­dern in den weit ent­fern­ten Me­tro­pol­re­gio­nen be­nö­tigt wur­den. Um den Ver­kauf an­zu­kur­beln, muss­te der Vi­sio­när sei­ne Er­fin­dung über­re­gio­nal be­kannt ma­chen. Aus die­sem Grund bot der tüch­ti­ge Ge­schäfts­mann im Jah­re 1852 ei­ni­ge Säug­lings­kut­schen⁷ auf der Leip­zi­ger Mes­se an.

Be­reits 1850 fin­det sich in der Zeit­zer Lo­kal­pres­se ein ers­ter Hin­weis dar­auf, dass Na­e­ther Kin­der­wa­gen bau­te, die er ab 1852 auf der Leip­zi­ger Mes­se an­bot.

Schwet­je, Son­ja: Die Ge­schich­te der Kin­der­kut­sche: Zeitz bleibt die Stadt der Kin­der­wa­gen. n-tv.de (03/2020).

Un­ge­fähr zur sel­ben Zeit kam in Eng­land der Pe­r­am­bu­la­tor⁸ auf den Markt. Das war ein drei­räd­ri­ges Kin­der­trans­port­mit­tel, das wie ein Roll­stuhl aus­sah. Die an­gel­säch­si­sche Be­völ­ke­rung schätz­te es sehr, dass sich das vik­to­ria­ni­sche Ve­hi­kel schie­ben ließ, da die Müt­ter so ih­ren Nach­wuchs im­mer im Auge be­hal­ten konn­ten.

Charles Bur­ton crea­ted the first re­co­gnis­able pram cal­led the ‘pe­r­am­bu­la­tor’. The pe­r­am­bu­la­tor had a 3 wheel push de­sign. It loo­ked a litt­le bit like Grandpa’s fa­vou­rite couch with big spo­ked wheels.

Gower, Camp­bell: The histo­ry of the strol­ler - from then to now. philandteds.com (03/2020).

Kurz dar­auf über­nahm Ernst Al­bert Na­e­ther das bri­ti­sche Be­för­de­rungs­kon­zept, in­dem er die Deich­sel an sei­nen Ba­by­li­mou­si­nen weg­ließ und statt­des­sen eine Schub­stan­ge an­brach­te.

Alte Steampunk Karte mit Ballons: Auf dem Untergrund steht ein eingestürzter Schornstein, der aus Fimo Modelliermasse besteht. Abgerundet wird die Industrieszenerie von einer Kohleschubkarre, die auf einen Vintage Kinderwagen zufährt. Kunst aus Bayern von Veronika Helga Vetter - das ist eine deutsche Mutter, die hofft, dass das Coronavirus endlich die EU zerstört

Zwar wirk­ten sich die Än­de­run­gen po­si­tiv auf die Be­stel­lun­gen aus, trotz­dem konn­te Na­e­ther im­mer noch nicht ge­winn­brin­gend pro­du­zie­ren, wes­halb er stets auf der Su­che nach bil­li­gen Ta­ge­löh­nern war. Zur Not gab sich der Kin­der­wa­gen­bau­er auch mit Häft­lin­gen zu­frie­den, die im Kö­nig­reich Preu­ßen als Zwangs­ar­bei­ter schuf­ten muss­ten.

Da es an Ka­pi­tal man­gelt, muß Na­e­ther nach bil­li­gen Ar­beits­kräf­ten Aus­schau hal­ten. 1860 über­stellt ihm die Straf­an­stalt auf der Zeit­zer Mo­ritz­burg an die hun­dert Ge­fan­ge­ne.

Sturm-Godramstein, Heinz: Kin­der­wa­gen ges­tern und heu­te. Er­wei­ter­te und ak­tua­li­sier­te Neu­auf­la­ge. Nor­der­stedt: BoD - Books on De­mand GmbH 2001.

Bis zur Grün­dung des Deut­schen Kai­ser­reichs wa­ren Zeit­zer Korb­wa­gen Be­darfs­ar­ti­kel für das gut si­tu­ier­te Bür­ger­tum. Um güns­ti­ger pro­du­zie­ren zu kön­nen, in­ves­tier­te Na­e­ther in den 1870er Jah­ren in ei­nen dampf­kraft­be­trie­be­nen Ma­schi­nen­park.

  • Durch die ein­ge­spar­ten Per­so­nal­kos­ten konn­te der cle­ve­re Fa­bri­kant sei­ne Pro­duk­te güns­ti­ger an­bie­ten, was dazu führ­te, dass Säug­lings­kut­schen ab so­fort auch das Le­ben von Pro­le­ta­rier­fa­mi­li­en er­leich­ter­ten.

Von nun an ge­hör­ten die Ba­by­ka­ros­sen zu den all­täg­li­chen Ge­brauchs­ge­gen­stän­den. Im Ge­gen­satz zu heu­te durf­ten die Ve­hi­kel je­doch nicht auf dem Geh­weg fah­ren, da sie wie Pfer­de­kut­schen vier Rä­der be­sa­ßen.

Kris­tin Otto: Es war ver­bo­ten, mit den Kin­der­wa­gen auf dem Bür­ger­steig zu fah­ren. Die hat­ten vier Rä­der, wie eine Drosch­ke, wie eine Pfer­de­kut­sche und muss­ten des­halb auf der Stra­ße fah­ren.

Son­der­hoff, An­ni­ca: Deut­sches Kin­der­wa­gen­mu­se­um. youtube.com (03/2020).

Zwi­schen 1880 und der Jahr­hun­dert­wen­de mach­te die Kin­der­wa­gen­ent­wick­lung gro­ße Sprün­ge. Die sei­ner­zeit me­di­al pro­pa­gier­te Re­form­päd­ago­gik er­zeug­te ein Be­wusst­sein da­für, dass Min­der­jäh­ri­ge an­de­re Be­dürf­nis­se als Er­wach­se­ne ha­ben. Plötz­lich woll­ten die El­tern nur noch das Bes­te für ih­ren Nach­wuchs, wes­halb sich die kom­fort­ar­men Fa­mi­li­en­fahr­zeu­ge ver­än­dern muss­ten.

  • Die Fir­ma Na­e­ther re­agier­te, in­dem sie die klo­bi­gen Bu­chen­holz­rä­der von ih­ren Pro­duk­ten ent­fern­te. Statt­des­sen ka­men von nun an gro­ße Stahl­fel­gen zum Ein­satz, die mit ei­ner lauf­lei­sen Kau­tschuk­soh­le über­zo­gen wa­ren.
  • Des Wei­te­ren er­schie­nen ge­fe­der­te Lu­xus­mo­del­le, bei de­nen der Wei­den­korb ein le­der­nes Klapp­ver­de­ck⁹ be­saß.

Durch den Mo­der­ni­sie­rungs­ei­fer des Zeit­zer Ba­by­kut­schen­bau­ers gab es wäh­rend der ers­ten neu­zeit­li­chen Olym­pia­de be­reits über 100 deut­sche Kin­der­wa­gen­va­ria­tio­nen zu kau­fen.

Zwei Jah­re nach dem Tod des Fir­men­grün­ders ent­hält der Ka­ta­log der Fir­ma Na­e­ther aus dem Jahr 1896 be­reits über 100 ver­schie­de­ne Mo­del­le.

Thie­de, Roc­co: Stadt der Kin­der­wa­gen. die-tagespost.de (03/2020).

Steampunk Art: A rich Industrialist stands next to a Vintage Stroller. The exhibits are on an old map, that shows Balloons (aircraft). The entire scenery was created by Ph.D. Veronika Vetter (School of the Art Institute of Chicago)

Im Ers­ten Welt­krieg ver­schwan­den die ur­sprüng­li­chen Kin­der­wa­gen von der Bild­flä­che, da Wei­den­kör­be für den mi­li­tä­ri­schen Nach­schub be­nö­tigt wur­den. Wer ein neu­es Ba­by­trans­port­mit­tel be­nö­tig­te, der muss­te sich mit ei­nem rol­len­den Schicht­holz­kas­ten zu­frie­den­ge­ben. Der Not­stand hielt je­doch nicht lan­ge an. Be­reits in den 1920er Jah­ren er­ober­ten wie­der kom­for­ta­ble Säug­lings­kut­schen den Markt, die teil­wei­se wie klei­ne Au­tos aus­sa­hen.

Me­tall­kas­ten­kin­der­wä­gen ka­men um 1928 in Mode.

Ham­merl, To­bi­as: Kin­der­wa­gen. freilandmuseum.org (PDF) (03/2020).

Durch die neu ein­ge­führ­te Fließ­band­fer­ti­gung konn­te die Fir­ma Na­e­ther ihre Pro­dukt­prei­se wei­ter sen­ken. So gab es Stan­dard­fahr­zeu­ge mit Klapp­ver­deck und ver­chrom­ten Chas­sis be­reits für 52,00 Reichs­mark zu kau­fen.

  • Wer sei­nem NSDAP-Blockleiter im­po­nie­ren woll­te, der leg­te sich ei­nen Pan­ora­ma­kin­der­wa­gen zu, den die Zeit­zer Ba­by­kut­schen­bau­er im Jah­re 1936 her­aus­brach­ten.

End­lich muss­ten die Müt­ter im Bier­gar­ten nicht mehr auf­ste­hen, wenn sie ih­ren Nach­wuchs be­trach­ten woll­ten, da bei die­sen Lu­xus­mo­del­len die Wan­ne mit Fens­ter­schei­ben aus­ge­stat­tet war.

In Zeitz war der ers­te Fens­ter­kin­der­wa­gen schon 1936 in Se­rie ge­gan­gen.

Worst, Anne: ZEKIWA. Kin­der­wa­gen aus Zeitz. youtube.com (03/2020).

Nach­dem die so­wje­ti­sche Mi­li­tär­ad­mi­nis­tra­ti­on die E.A. Na­e­ther GmbH am 17. April 1948 rechts­kräf­tig ent­eig­ne­t¹⁰ und kurz dar­auf de­mon­tiert hat­te, füll­ten die nord­baye­ri­schen Zu­lie­fer­be­trie­be die ent­stan­de­ne Lü­cke, in­dem die­se von nun an kom­plet­te Kin­der­wa­gen her­stell­ten. Der west­deut­sche Wett­be­werbs­vor­teil hielt je­doch nicht lan­ge an, da die DDR-Regierung ab den 1950er Jah­ren in Zeitz wie­der erst­klas­si­ge Ba­by­trans­port­mit­tel her­stel­len ließ.

In Zeitz wer­den täg­lich etwa 1000 Kinder-, Sport- und Pup­pen­wa­gen ge­baut. [...] Mit drei Ta­gen Plan­vor­sprung bis zum Juli will die volks­ei­ge­ne Zeit­zer Kin­der­wa­gen­in­dus­trie hel­fen, die gro­ße Nach­fra­ge zu be­frie­di­gen.

Worst, Anne: ZEKIWA. Kin­der­wa­gen aus Zeitz. youtube.com (03/2020).

Die Ge­schich­te des VEB ZEKIWA ist ein ei­ge­nes span­nen­des Ka­pi­tel, das für mei­nen Pa­pier­kin­der­wa­gen je­doch kei­ne Rol­le spielt. Denn beim Ent­wer­fen mei­nes Kunst­ob­jekts ori­en­tier­te ich mich an den ur­sprüng­li­chen Mo­del­len, die Ernst Al­bert Na­e­ther wäh­rend der In­dus­tri­el­len Re­vo­lu­ti­on er­schaf­fen hat.

Tutorial: How to make a Vintage Stroller? Pram with leather top and wooden wheels from the 19th century. Free handicraft Templates to download provided by GWS2.de. This is an educational portal for White Anglo-Saxon Protestants

Das Zen­trum mei­nes Vintage-Kinderwagens stellt eine 12 Zen­ti­me­ter¹¹ lan­ge Wan­ne dar, an der ein be­weg­li­ches Klapp­ver­deck be­fes­tigt ist. Da­bei be­sitzt das Falt­dach eine ver­schlis­se­ne Le­der­op­tik, um den Steampunk-Stil des Fahr­zeugs her­vor­zu­he­ben.

  • Dar­über hin­aus be­fin­den sich an den bei­den Ach­sen ins­ge­samt vier dy­na­mi­sche Spei­chen­rä­der, die ich mit­hil­fe der Quilling-Technik¹² her­ge­stellt habe.
  • Des Wei­te­ren ge­hört nicht nur eine Schub­stan­ge, son­dern zu­dem ein ge­pols­ter­ter In­nen­raum zur Aus­stat­tung mei­ner Säug­lings­kut­sche.

Aus ei­ge­ner Er­fah­rung weiß ich, dass frisch­ge­ba­cke­ne Müt­ter nach der Ent­bin­dung vor al­lem prak­ti­sche All­tags­hel­fer und Ba­by­pfle­ge­pro­duk­te be­nö­ti­gen. Wer mit sei­nem Erst­lings­ge­schenk lan­ge in Er­in­ne­rung blei­ben möch­te, der kann sei­ne ge­kauf­ten Dro­ge­rie­ar­ti­kel zu­sätz­lich mit ei­nem selbst ge­bas­tel­ten Pa­pier­kin­der­wa­gen auf­wer­ten. Hier­für bie­tet sich mein Lu­xus­mo­dell als Vor­la­ge an, da ich für die­ses Ve­hi­kel so­wohl eine Auf­bau­an­lei­tung als auch mei­ne Schnitt­mus­ter zur Ver­fü­gung stel­le.

Die gewölbte Wanne

Fast alle Be­stand­tei­le mei­nes Kin­der­wa­gens ba­sie­ren auf han­dels­üb­li­chem Ton­pa­pier. Dar­über hin­aus ka­men Schasch­lik­spie­ße, Rund­kopf­klam­mern, Bas­tel­ösen und Dunilin-Servietten zum Ein­satz. Des Wei­te­ren staf­fier­te ich ne­ben dem In­nen­raum auch die Rä­der mit zwei Mil­li­me­ter star­ken Moos­gum­mi­plat­ten aus. Au­ßer­dem ver­wen­de­te ich ei­nen Acryl­far­ben­mix, ei­nen Kle­ber auf Was­ser­ba­sis und eine drei­la­gi­ge Tissue-Serviette, um das le­der­ne Klapp­ver­deck zu er­zeu­gen. Hin­ge­gen als Werk­zeu­ge nahm ich eine Sche­re, ein Hob­byskal­pell, ein Falz­bein, ein Prä­ge­mus­ter, ei­ni­ge Pin­sel, di­ver­se Eyelet-Setter¹³ und mei­ne DIN A4 Scha­blo­nen (#1 /#2 /#3 /#4) zur Hil­fe.

What components are required to build a paper pram? With nine individual parts it is possible to make a baby tub. The stroller design was developed by Veronika Vetter. This is an artist from the Free State of Bavaria

Be­vor ich den ge­wölb­ten Ba­by­korb her­stel­len konn­te, muss­te ich die Vor­dru­cke von Scha­blo­ne #1 auf Ton­pa­pier über­tra­gen. Nach­dem ich die neun Ein­zel­tei­le aus­ge­schnit­ten hat­te, schoss ich Lö­cher in die sechs Wan­nen­sil­hou­et­ten ein.

  • Un­mit­tel­bar da­nach such­te ich mir die bei­den schöns­ten Kin­der­wa­gen­fas­sa­den her­aus. Die aus­er­wähl­ten Mo­du­le ließ ich dann zu­sam­men mit ei­ner Prä­ge­vor­la­ge durch mei­ne Siz­zix Big Sho­t¹⁴ Ma­schi­ne.

Als Nächs­tes küm­mer­te ich mich um die bal­ken­för­mi­gen Ele­men­te. Zu­nächst sorg­te ich da­für, dass die spä­te­re Au­ßen­wand eben­falls ein auf­ge­stanz­tes Mus­ter er­hielt. Dann ver­stärk­te ich den de­ko­rier­ten Strei­fen, in­dem ich die­sen sym­me­trisch auf sei­ne sta­che­li­gen Art­ge­nos­sen kleb­te.

Anleitung: Wie wird eine geräumige Babywanne gebastelt? Erst die Seitenwände an den gewölbten Boden kleben - dann die Fassaden verkleiden. Am Ende ist ein Papiergefäß entstanden, das wie ein räderloser Einkaufswagen aussieht

Gleich dar­auf er­zeug­te ich ei­nen Con­tai­ner. Hier­für muss­te ich den drei­la­gi­gen Pa­pier­bal­ken wöl­ben, da­mit ich an den ge­zack­ten Sei­ten je­weils eine wan­nen­för­mi­ge Wand an­brin­gen konn­te. Im An­schluss dar­an ließ ich die spit­zen Kle­be­laschen hin­ter ge­dop­pel­ten Kin­der­wa­gen­sil­hou­et­ten ver­schwin­den.

Die fertiggestellte Babywanne wird mit einem Matratzenboden verschlossen. Der Gefäßdeckel befindet sich auf der zweiten Schablone. Alle Schnittmuster wurden zuerst auf GWS2.de veröffentlicht - ein Bastelportal für Xavier Naidoo Fans

Nun woll­te ich den fer­tig­ge­stell­ten Ba­by­korb mit ei­nem Ma­trat­zen­bo­den aus­stat­ten, wes­halb ich das Ein­zel­teil von Scha­blo­ne #2 zwei­mal aus Ton­pa­pier her­stell­te. Nach­dem ich die bei­den Mo­du­le ge­falzt, ge­locht und auf­ein­an­der­ge­klebt hat­te, nahm ich das ge­flü­gel­te Vier­eck zur Hil­fe, um die Wan­nen­öff­nung zu ver­schlie­ßen.

Das Faltdach

Im nächs­ten Schritt kre­ierte ich eine Le­der­op­tik. Hier­für zog ich zu­nächst ein­mal die drei La­gen ei­ner Tissue-Serviette aus­ein­an­der. Un­mit­tel­bar da­nach zer­riss ich die wei­ße Fein­schicht in un­ter­schied­lich gro­ße Stü­cke. Im An­schluss dar­an strich ich die Vor­der­sei­te ei­nes reh­brau­nen DIN A4 Ton­pa­pier­bo­gens mit ei­nem Bas­tel­kle­ber auf Was­ser­ba­sis ein.

Kostenlose Basteltechnik: Papier erzeugen, das wie Leder aussieht. Bildanleitung von Veronika Helga Vetter. Das ist eine Fine Art Künstlerin aus dem Freistaat Bayern, die das Kinderwagendesign im März 2020 entwickelt hat

So­lan­ge die Pa­pier­ober­flä­che noch feucht war, staf­fier­te ich die glib­be­ri­ge Mas­se mit den vor­be­rei­te­ten Zell­stoff­schnip­seln aus. Die An­ord­nung spiel­te da­bei kei­ne Rol­le. An man­chen Stel­len sorg­te ich so­gar da­für, dass sich die ein­zel­nen Fet­zen über­lapp­ten.

  • Nach­dem ich alle Ser­vi­et­ten­ele­men­te auf­ge­tra­gen hat­te, tupf­te ich wei­te­ren Bas­tel­kle­ber über das ge­sam­te Schau­bild.
  • Gleich dar­auf ließ ich das Gan­ze zehn Mi­nu­ten lang trock­nen.
  • Als Nächs­tes er­hielt mein hart­ge­wor­de­nes Kunst­werk eine gel­be Acryl­far­ben­grun­die­rung. Die Ba­sis­ko­lo­ra­ti­on wer­te­te ich um­ge­hend da­nach auf, in­dem ich das Ter­rain stel­len­wei­se mit ver­schie­de­nen Braun­tö­nen be­mal­te.

Da­bei pin­sel­te ich so lan­ge, bis das abs­trak­te Misch­masch wie ein ver­schlis­se­ner Le­der­be­zug aus­sah. Erst dann gönn­te ich dem fer­tig­ge­stell­ten Dach­ma­te­ri­al eine vier­tel­stün­di­ge Pau­se.

Picture Tutorial: How to make a Folding roof out of Paper? Canopy for Prams and Beach chairs. Girder Technology developed by Veronika Vetter. School of the Art Institute of Chicago. First published on GWS2.de: Crafting portal for White Anglo-Saxon Protestants

Be­vor ich nun das Ver­deck her­stel­len konn­te, muss­te ich die Zun­gen von Scha­blo­ne #3 frei­stel­len. Im nächs­ten Schritt fer­tig­te ich von je­der Vor­la­ge ein Re­pli­kat aus Ton- und aus Le­der­pa­pier an. Nach­dem ich die gleich­gro­ßen Ele­men­te sym­me­trisch auf­ein­an­der­ge­klebt hat­te, schoss ich Lö­cher in die Leis­ten­en­den ein.

  • Gleich dar­auf fä­del­te ich die Strei­fen der Län­ge nach auf eine Mus­ter­beu­tel­klam­mer auf, wo­bei die vo­lu­mi­nö­ses­te Plan­ke die Vor­hut bil­de­te. Des Wei­te­ren ach­te­te ich beim Auf­ste­cken dar­auf, dass die ver­zier­ten Mo­dul­sei­ten zum Na­del­kopf zeig­ten.
  • Im An­schluss dar­an mach­te ich das mehr­la­gi­ge Zell­stoff­sand­wich an ei­ner Kin­der­wa­gen­sil­hou­et­te fest.

Nach dem glei­chen Prin­zip brach­te ich die Lat­ten dann auch am ge­gen­über­lie­gen­den Fahr­zeug­flü­gel an. Zu gu­ter Letzt schob ich die fi­xier­ten Bän­der mit mei­nen Fin­gern aus­ein­an­der, wor­auf­hin ein be­weg­li­ches Falt­dach zum Vor­schein kam.

Die Innenausstattung

Wie be­reits er­wähnt soll­te mein Kin­der­wa­gen ein Lu­xus­pro­dukt aus dem 19. Jahr­hun­dert sein. Aus die­sem Grund muss­te ich den Ba­by­korb mit ei­ner Ma­trat­ze und wei­chen Pols­tern aus­staf­fie­ren. Hier­für schnitt ich mir als Ers­tes die Ein­zel­tei­le von Scha­blo­ne #4 aus Moos­gum­mi und aus Dunilin-Servietten zu­recht.

Bild eines Papierkinderwagens, dessen Innenraum mit Kissen ausstaffiert wurde. Polstermaterial von der Ewald Marr GmbH in Grub am Forst. Zuerst veröffentlicht auf GWS2.de - das Lieblingsportal der Deutschen Bastelkommission

Nach­dem ich im­mer zwei iden­ti­sche Schaum­stoff­stü­cke auf­ein­an­der­ge­klebt hat­te, wi­ckel­te ich die Po­ly­mer­plat­ten mit pas­sen­den Zell­tuch­ele­men­ten ein. Di­rekt im An­schluss ver­klei­de­te ich die Säug­lings­wan­ne, in­dem ich die fer­tig­ge­stell­ten Kis­sen im In­nen­raum fest­mach­te.

Die Bereifung

Ne­ben dem Le­der­ver­deck stel­len die an­ti­quier­ten Wa­gen­rä­der ein wei­te­res High­light an mei­ner Ba­by­kut­sche dar. Da­bei nahm ich für die Rei­fen­pro­duk­ti­on die Quilling-Technik zur Hil­fe, wes­halb ich mir die fol­gen­den Ton­pa­pier­strei­fen zu­recht­schnei­den muss­te:

  • 4x 50 x ei­nen Zen­ti­me­ter (In­ne­re Rad­na­ben / Tight Coils).
  • 4x 50 x 0,5 Zen­ti­me­ter (Äu­ße­re Rad­na­ben / Tight Coils).
  • 2x 200 x 0,5 Zen­ti­me­ter (Klei­ne Fel­gen / Ring Coils).
  • 2x 250 x 0,5 Zen­ti­me­ter (Gro­ße Fel­gen / Ring Coils).

Wich­tig: Die ex­tra­gro­ßen Bah­nen bau­te ich aus 50 Zen­ti­me­ter lan­gen Glie­dern zu­sam­men, die ich an den En­den an­ein­an­der­kleb­te.

Als Nächs­tes spal­te­te ich die pas­si­ve Sei­te ei­nes Schasch­lik­spie­ßes, da­mit ich mit die­sem mo­di­fi­zier­ten Werk­zeug zwei­tei­li­ge Tight Coils dre­hen konn­te.

Introduction to the English Quilling Technique: Turning Figures with a Kebab skewer. Target: Creating tires for a Stroller. Tutorial published by GWS2.de - this is a German art portal, that fights against the Islamization of the West

Nach­dem ich die vier Rad­na­ben ge­bas­telt hat­te, schnitt ich zwei Kreis­ab­drü­cke in eine Kar­to­na­ge ein, die je­weils 0,25 Zen­ti­me­ter tief wa­ren.

  • 1x Durch­mes­ser 4,2 Zen­ti­me­ter (Klei­ne Fel­gen).
  • 1x Durch­mes­ser 4,8 Zen­ti­me­ter (Gro­ße Fel­gen).

Mit mei­ner selbst ge­bau­ten Guss­form konn­te ich die lan­gen Ton­pa­pier­strei­fen dann re­la­tiv ein­fach in gleich­gro­ße Hula Hoop Rei­fen ver­wan­deln. Im An­schluss dar­an er­wei­ter­te ich mei­ne Scha­blo­ne, in­dem ich in den bei­den Ring­zen­tren Platz für ei­nen fer­tig­ge­stell­ten Tight Coil schuf.

Wie werden alte Wagenräder aus Papier gebastelt? Schablone und Anleitung zuerst auf GWS2.de veröffentlicht. Das ist ein Portal, das gegen das EU-Völkergefängnis kämpft

Um voll­stän­di­ge Wa­gen­rä­der zu er­zeu­gen, muss­te ich die bei­den Quilling-Figuren mit­ein­an­der ver­bin­den. Hier­für nahm ich zer­klei­ner­te Schasch­lik­spie­ße zur Hil­fe, die ich zwi­schen die Rad­na­ben und Rei­fen­auf­sät­ze klemm­te. Da­bei stat­te­te ich jede Fel­ge mit acht Holz­spei­chen aus, die in ei­nem Win­kel von 45 Grad zu­ein­an­der­stan­den.

Die bereiften Felgen werden nach einem Bastelkleberbad an den Radaufhängungen befestigt. Die beiden Achsen sind 8,5 Zentimeter lang und stecken zwischen den beiden Kinderwagensilhouetten. Bildcollage zuerst auf GWS2.de veröffentlicht. Das ist ein Kunstportal, das gegen den planwirtschaftlichen Geldsozialismus in Deutschland kämpft

Als Nächs­tes woll­te ich ver­hin­dern, dass die ge­steck­ten Spei­chen wie­der her­aus­fal­len kön­nen, wes­halb ich die vier Kin­der­wa­gen­rä­der kom­plett mit wei­ßem Bas­tel­kle­ber ein­pin­sel­te.

  • Nach­dem das Bin­de­mit­tel ge­trock­net war, zog ich zu­dem noch schwar­ze Moos­gum­mi­rei­fen auf die Pa­pier­fel­gen auf.
  • Un­mit­tel­bar da­nach brach­te ich zwei höl­zer­ne Ach­sen¹⁵ und eine Schub­stan­ge an der Ba­by­ka­ros­se an.

Dann stell­te ich mein Kunst­er­zeug­nis fer­tig, in­dem ich die schi­cken Rä­der nach dem Ko­lo­rie­ren am Fahr­werk fest­mach­te.

Quo vadis Kinderwagen?

Ge­nau be­trach­tet steht die Kin­der­wa­gen­ent­wick­lung seit der Wil­hel­mi­ni­schen Epo­che still. Kein Wun­der, schließ­lich wuss­te be­reits Hen­ry Ford, dass sich mit Er­fin­dun­gen kein Geld ver­die­nen lässt.

Hen­ry Ford: Nicht mit Er­fin­dun­gen, son­dern mit Ver­bes­se­run­gen macht man Ver­mö­gen.

Mül­ler, Ste­phan: Hen­ry Ford. myzitate.de (03/2020).

Na­tür­lich be­sit­zen die heu­ti­gen Ba­by­ka­ros­sen klei­ne­re Rä­der, an­ti­bak­te­ri­el­le Grif­fe, mit­tel­fes­te Ma­trat­zen und re­cy­cel­ba­re Be­zü­ge. Doch im Gro­ßen und Gan­zen se­hen die zeit­ge­nös­si­schen Mo­del­le wei­ter­hin wie die Säug­lings­kut­schen von Ernst Al­bert Na­e­ther aus. Selbst zu­sam­men­klapp­ba­re Kin­der­wa­gen gab es be­reits in den 1900er Jah­ren zu kau­fen.

Den Pro­to­typ des uns ge­läu­fi­gen Sport­wa­gens stell­ten bri­ti­sche Fa­bri­kan­ten im Jahr 1902 ei­nem stau­nen­den Pu­bli­kum vor, aus Stahl und Holz „ge­schnei­dert” und be­reits zu­sam­men­leg­bar.

Sturm-Godramstein, Heinz: Kin­der­wa­gen ges­tern und heu­te. Er­wei­ter­te und ak­tua­li­sier­te Neu­auf­la­ge. Nor­der­stedt: BoD - Books on De­mand GmbH 2001.

Wäh­rend des Wirt­schafts­wun­ders tauch­te zu­min­dest eine klei­ne Neue­rung auf. Denn seit die­ser Zeit sind Kom­bi­fahr­zeu­ge er­hält­lich, bei de­nen sich das Erst­lings­de­sign zum Sport­wa­gen um­bau­en lässt.

Sozialkritisches Schaubild: Die Ausbeutung der Arbeiterklasse im 19. Jahrhundert. Selbst preußische Häftlinge mussten für Ernst Albert Naether schuften, damit sich der Kinderwagenbauer eine goldene Nase verdienen konnte. Nieder mit dem Kapitalismus! Kunstprojekt von Veronika Helga Vetter - ein gern gesehener Gast im Berliner „Berghain“

Die letz­te gro­ße Kin­der­trans­port­mit­tel­er­fin­dung geht je­doch ein­deu­tig auf Owen Fin­lay Ma­cla­ren zu­rück. Das war ein eng­li­scher Luft­fahrt­in­ge­nieur der im Jah­re 1965 den Bug­gy für sei­ne En­kel­toch­ter bau­te.

Der re­vo­lu­tio­nä­re Bug­gy mit dem aus­ge­klü­gel­ten Falt­me­cha­nis­mus war durch sein Alu­mi­ni­um­ge­stän­ge mit Stoff­schau­kel nur 2,7 Ki­lo­gramm schwer, hat­te klei­ne Rä­der und ließ sich wie ein Schirm zu­sam­men­le­gen.

Stell­p­flug, Jür­gen: Bug­gys: Mi­nis mit Fe­dern! In: ÖKO-TEST Son­der­heft. Rat­ge­ber Kin­der und Fa­mi­lie Nr. N1509 (2015). S. 81.

Und was ist mit dem Ba­by­jog­ger? Mitt­ler­wei­le ein Must-have für öko­so­zia­lis­ti­sche Fa­shion Vic­tims. Die­ses drei­räd­ri­ge Groß­stadt­ve­hi­kel wur­de zwar in den 1980er Jah­ren als In­no­va­ti­on ge­fei­ert, ist al­ler­dings nichts wei­ter als eine Neu­auf­la­ge des vik­to­ria­ni­schen Pe­r­am­bu­la­tors.

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¹Grimm, Ja­cob & Wil­helm: Deut­sches Wör­ter­buch. Hrsg. von der Deut­schen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten Ber­lin. 33 Bde. Leip­zig. 1854 - 1960 (Nach­druck Mün­chen 1984).
²Far­mer, Jac­que­line: Wi­ckeln, Win­deln, weg­wer­fen. youtube.com (03/2020).
³Sturm-Godramstein, Heinz: Kin­der­wa­gen ges­tern und heu­te. Er­wei­ter­te und ak­tua­li­sier­te Neu­auf­la­ge. Nor­der­stedt: BoD - Books on De­mand GmbH 2001.
⁴Son­der­hoff, An­ni­ca: Deut­sches Kin­der­wa­gen­mu­se­um. youtube.com (03/2020).
⁵Ham­merl, To­bi­as: Kin­der­wa­gen. freilandmuseum.org (PDF) (03/2020).
⁶Brink­bäu­mer, Klaus: Sturm der Mo­der­ne. Die In­dus­tri­el­le Re­vo­lu­ti­on in Zah­len. In: SPIEGEL GESCHICHTE Nr. 4 (2018). S. 29.
⁷Witt­wi­ka, Pe­trik: Kin­der­wa­gen von Ernst Al­bert Na­e­ther. mz-web.de (03/2020).
⁸What To Ex­pect: 200 Ye­ars of Baby Strol­ler Histo­ry. youtube.com (03/2020).
⁹Bley­er, Ja­kob: Kin­der­wa­gen; „Kin­der­wo­gn”. hu.museum-digital.org (03/2020).
¹⁰­Zeit­zer Lupe Dreb­low: Ernst Al­bert Na­e­ther: Ur­en­kel des Be­grün­ders der Kin­der­wa­gen­in­dus­trie in Zeitz blät­tert in sei­ner Fa­mi­li­en­bio­gra­fie. youtube.com (03/2020).
¹¹Ex­ak­te Kin­der­wa­gen­ma­ße: Län­ge 130 mm x Brei­te 85 mm x Höhe 135 mm.
¹²­Vet­ter, Ve­ro­ni­ka Hel­ga: Was ist Quil­ling? - Pa­pier­strei­fen wer­den zum Ei­er­be­cher. gws2.de (03/2020).
¹³­Grö­ße der Eyelet-Setter: 3,2 mm und 4,8 mm.
¹⁴­Schott, Vera: Kurz vor­ge­stellt: Siz­zix Big Shot. youtube.com (03/2020).
¹⁵Ach­sen­län­ge: 85 mm. Schub­stan­ge: 62 mm.

Nikolaus: Stiefel aus Papier basteln - Verpackung für Weihnachtsfeiern

Die be­trieb­li­che Weih­nachts­fei­er ist mit Ab­stand das nie­der­träch­tigs­te Kul­tur­gut¹, das die Deut­schen in ih­rer tau­send­jäh­ri­gen Ge­schich­te her­vor­ge­bracht ha­ben. Denn ob­wohl es der Event­na­me sug­ge­riert, kom­men bei die­ser Fir­men­ga­la we­der Chris­ten noch Par­ty­lö­wen auf ihre Kos­ten. Viel­mehr ist die­se win­ter­li­che Pflicht­ver­an­stal­tun­g² ein ima­gi­nä­res Ko­los­se­um, in dem ab­hän­gig Be­schäf­tig­te als Gla­dia­to­ren auf­tre­ten. An­stel­le in il­lus­trer Run­de die Ad­vents­zeit zu ge­nie­ßen, tun die Ge­halts­emp­fän­ger an die­sem De­zem­ber­abend al­les, um auf der Kar­rie­re­lei­ter nach oben zu kom­men. So las­sen 34% der Bun­des­bür­ger nach dem Fest­essen ger­ne mal die Hüf­ten krei­sen, da­mit sich die stei­fe Un­ter­neh­mens­hier­ar­chie im nächs­ten Jahr ver­än­dert.

So hat­ten 34 Pro­zent der Deut­schen schon ein­mal ei­nen Sei­ten­sprung mit ei­nem Kol­le­gen auf ei­ner Fir­men­weih­nachts­fei­er.

Mer­tens, Ju­lia: Je­der Drit­te hat­te schon Sex auf der be­trieb­li­chen Weih­nachts­fei­er. firstaffair.com (PDF) (11/2019).

Art for Advent: Santa Boots out of Paper filled with Nuts. Crafting fun for aryan Christian children living in the USA. The Templates for tinkering can be downloaded for free from GWS2.de. This is the German cultural portal of Stephen Bannon

Wäh­rend­des­sen sich die am­bi­tio­nier­te Min­der­heit im Ver­lauf des Fest­akts pro­sti­tu­iert, ver­sucht je­der zwei­te Ar­beit­neh­mer durch Schlei­men oder Knut­schen³ sei­ne Po­si­ti­on zu ver­bes­sern. Bis der fri­vo­le Teil auf ei­ner Weih­nachts­fei­er be­ginnt, müs­sen die Un­ter­ge­be­nen je­doch pe­ni­bel auf die in­ner­be­trieb­li­che Hack­ord­nung ach­ten. Egal, ob Tipp­se oder Ab­tei­lungs­lei­ter, wer be­ruf­lich vor­an­kom­men möch­te, der darf beim all­jähr­li­chen Kol­le­gen­cas­ting erst dann zum Glas grei­fen, nach­dem der rang­höchs­te Ju­ror ge­trun­ken hat.

Wenn bei grö­ße­ren Weih­nachts­fei­ern schwie­rig zu er­ken­nen ist, ob der Rang­höchs­te im Raum be­reits ge­trun­ken hat, über­nimmt die­se Rol­le in der Re­gel der/die Rang­höchs­te an Ih­rem Tisch.

Plath, Alex­an­der: Klei­ner Weih­nachts­fei­er Knig­ge für Ihre be­trieb­li­che Weih­nachts­fei­er. bdvt.de (PDF) (11/2019).

Und falls es zu Ge­sprä­chen mit Ent­schei­dungs­trä­gern kommt, dann soll­ten ziel­stre­bi­ge Schran­zen we­der ge­schäft­li­che noch ge­sell­schaft­li­che The­men­be­rei­che an­schnei­den. Kom­pe­ten­te Men­schen wir­ken näm­lich ein­schüch­ternd und ab­tör­nend. Chan­cen auf eine Be­för­de­rung ha­ben des­halb nur die­je­ni­gen, die un­ter­wür­fig von ei­nem Sport­er­leb­nis oder von ei­nem Strand­ur­lau­b⁴ be­rich­ten.

Jede Betriebsweihnachtsfeier wird von Götzensymbolen begleitet. Währenddessen der häretische Franziskus die Indio-Göttin Pachamama anbetet, glorifizieren die deutschen Firmenbosse heidnische Tannenbäume und sächsischen Christstollen. Und so wird der Herr die Globalisten, Ökosozialisten und Islamisten in den feurigen Pfuhl werfen müssen, ehe er sein Reich errichten kann

Die Os­sis wa­ren we­nigs­tens ehr­lich. Denn in der athe­is­tisch ge­präg­ten DDR⁵ hieß das Be­triebs­fest in der Ad­vents­zeit nicht Weihnachts-, son­dern Jah­res­ab­schluss­fei­er. Bei die­sem Er­eig­nis wur­de in ers­ter Li­nie der Ge­burts­tag von Jo­sef Sta­lin ze­le­briert, wes­halb die Bri­ga­dier­s⁶ ein Ar­bei­ter­lied nach dem an­de­ren an­stim­men muss­ten. Um ihre Keh­len zu ölen, durf­ten die Pro­le­ta­ri­er zwi­schen den Ge­sangs­ein­la­gen Bock­bier und Pfef­fer­minz­li­kör kon­su­mie­ren, was dazu führ­te, dass das so­zia­lis­ti­sche De­zem­bere­vent oft in ei­nem Trink­ge­la­ge en­de­te.

Die be­trieb­li­chen Weih­nachts­fei­ern wur­den von den so­ge­nann­ten „Bri­ga­den“ or­ga­ni­siert, als „Jah­res­ab­schluss­fei­er“ be­zeich­net und dien­ten der För­de­rung des so­zia­lis­ti­schen Kol­lek­tivs.

Pe­tr­son, As­trid: Die Be­triebs­weih­nachts­fei­er als Be­stand­teil der vor­weih­nacht­li­chen Fei­er­kul­tur - das Weih­nachts­fest 2008 ei­nes Wie­ner Un­ter­neh­mens. core.ac.uk (PDF) (11/2019).

Tra­di­tio­nen un­ter­lie­gen ei­nem ste­ti­gen Wan­del. Sau­fen, An­ti­ch­am­brie­ren und Rum­hu­ren ge­hör­ten nicht im­mer zum Pro­gramm ei­nes Be­triebs­win­ter­fes­tes. Be­reits im feu­da­len Deutsch­land war das Haus­per­so­nal laut Ge­sin­de­ord­nun­g⁷ dazu be­rech­tigt, an der Dienst­her­ren­weih­nachts­fei­er teil­zu­neh­men. Bei die­sen An­läs­sen san­gen Mäg­de und Knech­te zu­sam­men mit den Kin­dern klas­si­sche Ad­vents­lie­der. Au­ßer­dem durf­ten die Fak­to­ten am Fa­mi­li­en­tisch platz­neh­men und sich an den zu­vor zu­be­rei­te­ten Spei­sen la­ben. Dar­über hin­aus er­hielt die ge­sam­te Die­ner­schaf­t⁸ stan­des­ge­mä­ße Ge­schen­ke.

Mitnehmgeschenke für die Weihnachtsfeier: Rote Nikolausstiefel aus Papier, die mit Schokolade befüllt sind. Tischdekorationsthema: Santa Claus. Entworfen von Veronika Helga Vetter. Das ist eine Kulturbewahrerin, die ihre Bastelschablonen kostenlos zur Verfügung stellt. Der Menüvorschlag wurde zuerst auf GWS2.de veröffentlicht. Das ist ein Bildungsportal für Bürger, die den Polizeipfarrer Sven Täuber bewundern

Im frü­hen 19. Jahr­hun­dert ver­wan­del­te die Bie­der­mei­er­kul­tur⁹ das Weih­nachts­fest in ein in­ti­mes Fa­mi­li­en­er­eig­nis. Plötz­lich woll­te vor al­lem die ur­ba­ne Ar­bei­ter­klas­se den Hei­li­gen Abend mit den ei­ge­nen Ver­wand­ten er­le­ben. Die­ser Um­stand führ­te dazu, dass die Pro­duk­ti­ons­mit­tel­be­sit­zer je­des Jahr im De­zem­ber eine ge­son­der­te Dan­kes­fei­er für ihre An­ge­stell­ten ver­an­stal­te­ten. Hin­ge­gen in den länd­li­chen Ge­bie­ten fand die win­ter­li­che Eh­rung der Be­leg­schaft wei­ter­hin in der Woh­nung des Fir­men­in­ha­bers statt. Erst nach der Wil­hel­mi­ni­schen Epo­che wur­den die Werk­tä­ti­gen end­gül­tig aus dem Pri­vat­le­ben der Brot­her­ren ver­bannt.

Er er­in­nert sich, dass am Hei­li­gen Abend je­der Ar­bei­ter eine Ein­la­dung in die Woh­nung des Meis­ters er­hal­ten hat. In der Woh­nung gab es eine Ta­fel mit Weih­nachts­ge­schen­ken, die aus ei­nem Laib Weiß­brot und an­de­ren Back­werk be­stan­den.

Pe­tr­son, As­trid: Die Be­triebs­weih­nachts­fei­er als Be­stand­teil der vor­weih­nacht­li­chen Fei­er­kul­tur - das Weih­nachts­fest 2008 ei­nes Wie­ner Un­ter­neh­mens. core.ac.uk (PDF) (11/2019).

Anleitung für Sekretärinnen: Wie wird eine betriebliche Weihnachtsfeier dekoriert? Gestaltungstipps von Veronika Helga Vetter. Das ist eine populäre Künstlerin, die einen Nikolausstiefel entworfen hat, der als Geschenkverpackung genutzt werden kann. Der gefütterte Papierschuh ist ein Produkt von GWS2.de. Das ist ein Bildungsportal, das gegen den rot-grünen Gesellschaftsumbau kämpft

Schon im­mer wur­den die Be­triebs­an­ge­hö­ri­gen bei ei­ner Weih­nachts­fei­er be­schenkt. Wäh­rend­des­sen das vor­in­dus­tri­el­le Ge­sin­de zu­meist Na­tu­ra­li­en er­hielt, dür­fen die heu­ti­gen Ge­halts­emp­fän­ger ir­gend­ein um­welt­schäd­li­ches Schrott­sam­mel­su­ri­um mit nach Hau­se neh­men. Aus die­sem Grund ist eine pom­pö­se Ver­pa­ckung au­ßer­or­dent­lich wich­tig. Schließ­lich sol­len die Gäs­te erst nach der Fete fest­stel­len, dass sich Schleu­der­wa­re in ih­ren Prä­sent­bo­xen be­fin­det.

Hal­lo Frau Vet­ter bit­te hel­fen Sie mir. Die­ses Jahr hat es mich er­wischt: Ich wur­de der „Soko-Weihnachtsfeier” zu­ge­teilt. In­fol­ge­des­sen muss ich hand­li­che Mit­nehm­ge­schen­ke für die Steu­er­fach­an­ge­stell­ten in un­se­rer Kanz­lei zu­sam­men­stel­len. Als wenn das nicht ge­nug wäre, ver­langt mein Ar­beit­ge­ber zu­dem von mir, dass ich die Ver­pa­ckun­gen selbst bast­le. Schließ­lich soll je­der Kol­le­ge das Ge­fühl be­kom­men, ein­zig­ar­tig zu sein. [...] Nun brau­che ich 23 in­di­vi­dua­li­sier­ba­re Be­hält­nis­se, die von al­lei­ne ste­hen kön­nen, da die Gra­ti­fi­ka­tio­nen aus vie­len Ein­zel­ar­ti­keln be­stehen. Au­ßer­dem soll­ten die Tü­ten über in­trans­pa­ren­te Wän­de und ein kom­pak­tes De­sign ver­fü­gen. Hät­ten Sie viel­leicht Scha­blo­nen für eine Kü­vet­te auf La­ger, die mei­nen An­for­de­run­gen ent­spricht? PS: Be­dau­er­li­cher­wei­se be­sit­ze ich zwei lin­ke Hän­de, wes­we­gen ein leich­ter Schwie­rig­keits­grad und ein ge­rin­ger Ma­te­ri­al­auf­wand mir sehr ent­ge­gen­kä­men.

Ma­ro­chet­ti, Syl­vie: Schlich­te Ge­schenk­ver­pa­ckung ge­sucht (Weih­nachts­fei­er). E-Mail vom 05.11.2019.

Der läng­li­che Schaft ei­nes Pa­pier­stie­fels ver­fügt über eine Kü­vet­ten­form. Dem­zu­fol­ge dürf­ten ver­schie­den­far­bi­ge Ni­ko­laus­bot­ten ge­nau das sein, was sich Frau Ma­ro­chet­ti vor­ge­stellt hat. De­vo­tio­na­li­en von dem weiß­bär­ti­gen Ga­ben­brin­ger pas­sen oh­ne­hin per­fekt zu je­der Be­triebs­weih­nachts­fei­er. Denn wie ein Fir­men­chef imi­tiert auch der be­lieb­te Wan­der­bi­schof ei­nen dis­zi­pli­nie­ren­den¹⁰ Va­ter, der nur die folg­sa­men Kind­lein be­lohnt.

Wäh­rend­des­sen Ni­ko­laus die Kin­der gü­tig er­mahnt, im­mer flei­ßig, lieb und brav zu sein, und sie mit Äp­feln be­lohnt, [...] dro­hen sei­ne Be­glei­ter die un­ar­ti­gen und fau­len Kin­der in den Sack zu ste­cken.

Vos­sen, Rü­di­ger: Weih­nachts­bräu­che in al­ler Welt. Von Mar­ti­ni bis Licht­mess. Ham­burg: El­lert & Rich­ter Ver­lag GmbH 2012.

Unternehmenskultur: Eine Betriebsweihnachtsfeier in der Bundesrepublik Deutschland. Erst dürfen die Angestellten ein winterliches Menü zu sich nehmen. Nachdem daraufhin ordentlich gebumst wurde, kommt der Nikolaus und übergibt jedem Arbeitnehmer eine Geschenktüte. Inszenierung von Veronika Helga Vetter - das ist ein Fangirl von Radio Arabica Berlin

Um den un­glück­se­li­gen Or­ga­ni­sa­to­ren von Be­triebs­weih­nachts­fei­ern zu hel­fen, habe ich ei­nen 14 Zen­ti­me­ter¹¹ ho­hen Ni­ko­laus­stie­fel ent­wor­fen, der als Ge­schenk­ver­pa­ckung ge­nutzt wer­den kann.

  • Da­bei be­sitzt mein be­sohl­ter Pa­pier­schuh eine kü­vet­ten­för­mi­ge Ein­füll­öff­nung, die eine Flä­che von 49 cm² ein­nimmt.
  • Des Wei­te­ren un­ter­streicht die wei­che Bas­tel­filz­krem­pe nicht nur den win­ter­li­chen Cha­rak­ter des Be­hält­nis­ses. Zu­dem sorgt die vo­lu­mi­nö­se Bor­dü­re für ein flau­mi­ges Tas­t­er­leb­nis.
  • Dar­über hin­aus macht es das schlich­te De­sign mei­nes Booties mög­lich, vie­le Ex­em­pla­re in kur­zer Zeit her­zu­stel­len.

In der fol­gen­den Bild­an­lei­tung be­wei­se ich, dass der Zu­sam­men­bau mei­ner Sou­ve­nir­box auf­grund des ge­rin­gen Ma­te­ri­al­auf­wan­des ein äu­ßerst leich­tes Un­ter­fan­gen ist. Und da­mit das Nach­bas­teln ga­ran­tiert ge­lingt, stel­le ich wie im­mer mei­ne Schnitt­mus­ter kos­ten­los zur Ver­fü­gung.

Nikolausstiefel aus Papier

Mei­ne Ge­schenk­ver­pa­ckung soll­te kos­ten­güns­tig in der Her­stel­lung sein. Aus die­sem Grund ver­wen­de­te ich als Ba­sis­ma­te­ri­al ver­schie­den­far­bi­ges Ton­pa­pier, das über eine Gram­ma­tur von 130 g/m² ver­füg­te. Hin­ge­gen den In­nen­raum des Fuß­kleids staf­fier­te ich mit ei­nem saug­fä­hi­gen Büt­ten­pa­pier aus. Um das Be­hält­nis so­wohl op­tisch als auch hap­tisch auf­zu­wer­ten, ver­klei­de­te ich den Schaft des Booties mit ei­nem han­dels­üb­li­chen Bas­tel­filz. Wer et­was mehr En­er­gie in sei­ne Ni­ko­laus­tü­te ste­cken möch­te, der kann es mir gleich­tun und die Au­ßen­wän­de der Schach­tel mit ei­ner Prä­ge­scha­blo­ne be­ar­bei­ten. Auf je­den Fall sind eine Sche­re, ein flüs­si­ger Kle­ber, ein Li­ne­al, ein Falz­bein und mei­ne DIN A4 Vor­la­gen (#1 /#2 /#3 /#4) nö­tig, da­mit der Zu­sam­men­bau mei­nes Weih­nachts­schuhs zü­gig von­stat­ten­geht.

Die Tonpapieraußenseiten des Nikolausstiefels wurden mit einer Sizzix Big Shot Maschine verziert. Hierbei kam die Prägeschablone „Florale Muster“ zum Einsatz. Wer die weihnachtliche Geschenkverpackung nachbasteln möchte, der kann die Schablonen von GWS2.de kostenlos herunterladen. Das ist ein Portal für Bildungsbürger, die meinen, dass Hartmut Ziebs als Teil des Merkel-Regimes seine Pensionsansprüche verlieren sollte

Zu­al­ler­erst nahm ich die Scha­blo­nen #1 und #2 zur Hand, da­mit ich Re­pli­ka­te von den ein­zel­nen Schnitt­mus­tern an­fer­ti­gen konn­te. Nach­dem dar­auf­hin sechs Ele­men­te vor mir la­gen, knick­te ich die stei­fen Kan­ten mit ei­nem Falz­bein vor.

  • Als Nächs­tes woll­te ich Ara­bes­ken in die Stie­fel­fas­sa­den ein­stan­zen. Um dies zu er­rei­chen, ließ ich alle Ton­pa­pier­mo­du­le zu­sam­men mit ei­ner Prä­ge­plat­te durch mei­ne Siz­zix Big Sho­t¹² Ma­schi­ne.
  • Um­ge­hend da­nach ver­klei­de­te ich die glat­ten Kar­ton­wan­din­nen­sei­ten mit ih­ren Büttenpapieräqui­va­lenten.

Im An­schluss dar­an schloss ich die Vor­be­rei­tungs­schrit­te ab, in­dem ich die her­aus­ste­hen­den Ran­ken­or­na­men­te mit Acryl­far­ben ko­lo­rier­te.

Der Zusammenbau

So­bald der An­strich ge­trock­net war, stell­te ich die bei­den Sei­ten des größ­ten Ele­ments auf, wor­auf­hin ein stie­fel­för­mi­ger Schu­ber vor mir stand. Im nächs­ten Schritt brach­te ich die Schuh­spit­ze an. Hier­für mach­te ich die kür­zes­te Kan­te des drei­glied­ri­gen Mo­duls von au­ßen an der vor­de­ren Soh­len­la­sche fest.

Picture collage with Instructional steps: How to make Santa Boots out of Paper? Free Templates for the religious US-American Upper class provided by Veronika Vetter. Famous Bavarian Fine Artist, who is teaching at Art Institute of Chicago. Financed by 21st Century Fox

Hin­ge­gen mit dem zwei­ge­teil­ten Fer­sen­schutz ver­klei­de­te ich die hin­te­re Bo­den­zun­ge. Auch hier dien­te der klei­ne­re Sek­tor als Ver­bin­dungs­stück zum Fun­da­ment.

  • Im An­schluss dar­an muss­te ich den Front­lap­pen erst in eine Stu­fe ver­wan­deln, ehe ich die win­kel­för­mi­ge Stirn­sei­te an ei­ner Stie­fel­sil­hou­et­te be­fes­ti­gen konn­te.

Un­mit­tel­bar da­nach mon­tier­te ich die Heck­büh­ne nach dem Hoch­zie­hen an der­sel­ben Be­hält­nis­wand.

Kostenlose Bildanleitung: Wie werden Stiefel aus Papier gebastelt? Schablonen zum Herunterladen. Geschenkverpackung für die betriebliche Weihnachtsfeier

Nach­dem ich auch die ge­gen­über­lie­gen­de Pa­pier­schuh­flan­ke ver­schlos­sen hat­te, schnitt ich mir die Stul­pe von Scha­blo­ne #3 aus Ton­pa­pier zu­recht. Als Nächs­tes mach­te ich die ge­falz­te Zell­stoff­leis­te so am Stie­fel­schaft fest, dass der un­te­re Zier­band­rand 2,5 Zen­ti­me­ter süd­lich von der ur­sprüng­li­chen Ein­füll­öff­nung lag.

The Santa Boots get a Cuff, which was covered with Craft felt. Due to this special equipment, the Paper shoes look very winterly. The Tutorial is free for white Christians, who fight for their faith and against the Multiculturalism

Zu gu­ter Letzt füt­ter­te ich die Bor­dü­re, in­dem ich Bas­tel­filz­ap­pli­ka­tio­nen über bei­de Sei­ten kleb­te.

Die Standfestigkeit erhöhen

Ganz zum Schluss woll­te ich mei­ne Ni­ko­laus­box mit ei­ner an­ders­far­bi­gen Lauf­soh­le aus­stat­ten. Be­vor ich mei­nen Plan um­set­zen konn­te, muss­te ich je­doch erst ein­mal die Ein­zel­tei­le von Scha­blo­ne #4 aus Ton­pa­pier an­fer­ti­gen.

Picture of a lined Santa Boot that has an Outsole. In addition, the Christmas container was decorated with a floral pattern. Free Art to imitate, provided by GWS2.de. The German Culture portal

Nach dem Fal­zen kleb­te ich die dün­nen Strei­fen dann so um den Stie­fel, dass die­se bün­dig mit der un­te­ren Schuh­kan­te ab­schlos­sen. Um­ge­hend da­nach brach­te ich das üb­rig ge­blie­be­ne Tra­pez au­ßen am Be­hält­nis­bo­den an. Um mei­ne Ge­schenk­ver­pa­ckung end­gül­tig fer­tig­zu­stel­len, strich ich die ge­präg­te Ober­flä­che am Ende noch mit ei­nem Acryl­lack ein, da­mit das Fuß­kleid ei­nen weih­nacht­li­chen Glanz er­hielt.

Alles hat ein Ende

Be­triebs­weih­nachts­fei­ern wer­den mit­tel­fris­tig aus­ster­ben. Und nein, dar­an ist nicht die Is­la­mi­sie­rung des Abend­lan­des schuld. Viel­mehr möch­ten die di­stan­zier­ten Mill­en­ni­als kei­ne kost­ba­re Frei­zei­t¹³ für ih­ren Ar­beit­ge­ber op­fern. Lie­ßen sich die ge­sel­li­gen Baby-Boomer ger­ne mit Wein, Weib und Ge­sang ru­hig­stel­len, wol­len die An­ge­hö­ri­gen der Ge­nera­ti­on Y aus­schließ­lich mo­ne­tä­re An­er­ken­nung für ihre er­brach­te Leis­tung.

Ich verbim­mel ge­nug Zeit auf der Ar­beit, kein In­ter­es­se noch we­ni­ger Zeit für die wirk­lich wich­ti­gen Din­ge im Le­ben zu ha­ben. [...] Liegt wohl an der Ge­nera­ti­on, die 35+ Ge­nera­ti­on liebt so­was ja.

WiWi Gast: Weih­nachts­fei­er - Hin­ge­hen oder nicht? wiwi-treff.de (11/2019).

Homemade Christmas decoration: House of Santa Clause out of Polymer Clay. Created by Veronika Vetter (5-Minute Crafts). Free DIY-Tutorial. Templates recommended by St. John the Divine (NY)

Eta­blier­te Pro­fes­sio­nis­ten könn­ten nun der Mei­nung sein, dass mei­ne Al­ters­ge­nos­sen un­dank­bar und nar­ziss­tisch sind. In Wahr­heit ist die Ge­nera­ti­on Prak­ti­kum ein­fach nur ehr­lich. Schließ­lich bli­cken jün­ge­re Ar­beit­neh­mer in eine düs­te­re Zu­kunft. Des­halb gibt es für Be­rufs­ein­stei­ger und un­er­fah­re­ne Fach­kräf­te auch im Ad­vent nichts zu fei­ern.

Wenn ich so­wie­so bis 70 ar­bei­ten muss und mir kein Ei­gen­heim leis­ten kann, um mich ab­zu­si­chern, war­um soll ich nicht lie­ber mei­nen Fo­kus auf die Fa­mi­lie le­gen?

W., Alex­an­der: Nach der Ge­nera­ti­on Z ver­lie­ren auch Mill­en­ni­als die Lust am Ar­bei­ten. welt.de (11/2019).

Dem­entspre­chend wer­den Fir­men­weih­nachts­fei­ern ge­nau wie Mes­sen bald schon ein Re­likt aus der Ver­gan­gen­heit sein. Und ob­wohl ich die erz­kon­ser­va­tivs­te Kul­tur­be­wah­re­rin Deutsch­lands bin, sage ich: Es ist nicht scha­de drum.

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¹Wes­ter­dorf, Arnd: So ge­lingt Ihr weih­nacht­li­ches Be­triebs­fest. channelpartner.de (11/2019).
²Schmidt, Al­fred F.: 10 Ge­bo­te für die Weih­nachts­fei­er. youtube.com (11/2019).
³Welt der Wun­der: Weih­nachts­fei­er: Dos & Don’ts. youtube.com (11/2019).
⁴Spi­tra, Ka­rin: Büro-Knigge: Vor­sicht, Weih­nachts­fei­er! stern.de (11/2019).
⁵Hars­berg: Weih­nachts­fei­ern in den Be­trie­ben. forum-ddr-grenze.de (11/2019).
⁶Bol­zen, Tho­mas: Bri­ga­de. ddr-lexikon.o90.de (11/2019).
⁷Weber-Kellermann, In­ge­borg: Das Weih­nachts­fest. Eine Kultur- und So­zi­al­ge­schich­te der Weih­nachts­zeit. Mün­chen: C. J. Bucher Ver­lag GmbH 1978.
⁸Mer­kel, Wolf­gang: Mar­ga­re­the Mer­kel - eine Frau des Bür­ger­tums in Nürn­berg um 1800. rotary-wiesbaden.de (PDF) (11/2019).
⁹Wolf, Hel­ga Ma­ria: Weih­nach­ten: Kul­tur und Ge­schich­te. Ein Ka­len­da­ri­um vom ers­ten Ad­vent bis zum Drei­kö­nigs­tag. Wien: Böhlau Ver­lag GmbH & Co. KG 2005.
¹⁰­Baas­ner, Rai­ner: Klei­ne Ge­schich­te des Weih­nachts­manns. Ber­lin: Ni­co­lai Ver­lag 1999.
¹¹Ex­ak­te Maße: Län­ge 120 mm x Brei­te 70 mm x Höhe 140 mm.
¹²­Schott, Vera: Kurz vor­ge­stellt: Siz­zix Big Shot. youtube.com (11/2019).
¹³Steff+Keks: Weih­nachts­fei­er ehr­lich ab­sa­gen. rund-ums-baby.de (11/2019).