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Sommerhut aus Papier basteln - Anleitung und Schablonen

Ich weiß nicht, ob es an mei­nem Wohn­ort im deut­schen Mit­tel­ge­bir­ge liegt, kann es je­doch sein, dass das Wet­ter im­mer un­be­stän­di­ger wird? Mor­gens noch Win­ter­ja­cke und Nach­mit­tags Bi­ki­ni, zu­min­dest bis An­fang Juni. Ist dann auf den ei­si­gen Win­ter di­rekt der Hoch­som­mer ge­folgt, be­kom­me ich im­mer die Kri­se. Egal, wo­hin man sieht, über­all rote Ge­sich­ter, Schul­tern und De­kol­le­tés. Mei­ne Oma trug im Gar­ten im­mer Hut, schon von Kin­des­bei­nen an, wie sie sag­te. Ge­ne­rell schütz­ten sich die Men­schen vor 70 Jah­ren mehr vor der Son­ne, ob­wohl die UV-Strahlung bei Wei­tem nicht so stark war wie ge­gen­wär­tig. Über­füll­te Frei­bä­der, Lie­ge­wie­sen und Strän­de, ob­wohl wir ei­gent­lich über­haupt nicht mehr die di­rek­te Son­ne su­chen soll­ten.

Sie soll­ten sich nicht in die pral­le Son­ne le­gen - am bes­ten über­haupt nicht mehr.

Förs­t­erling, Hel­mut: Son­ne strahlt im­mer ag­gres­si­ver. nw.de (06/2015).

Bild von gelbem Sommerhut aus PapierSon­nen­creme mit Licht­schutz­fak­tor 50 und Ti­tan­di­oxid? Heut­zu­ta­ge im Som­mer fast schon ein Must-have wo­bei, wuss­ten Sie, dass die­se auch nur die Dau­er bis zum Son­nen­brand ver­län­gert und die­sen nicht ver­hin­dert? Dem­entspre­chend schützt Son­nen­creme auch nicht vor Haut­krebs, son­dern ver­län­gert eben­falls nur die Dau­er des Aus­bre­chens.

Eine Un­ter­su­chung der Uni­ver­si­tät Man­ches­ter zeigt, dass auch Son­nen­creme mit ho­hem Licht­schutz­fak­tor nicht vor dem be­son­ders ag­gres­si­ven schwar­zen Haut­krebs schüt­zen kann.

Moß­bur­ger, Tho­mas: Nicht ge­nü­gend Schutz: Son­nen­creme kann schwar­zen Haut­krebs nicht ver­hin­dern. focus.de (06/2015)

Omi hat­te, wie auch das Bun­des­amt für Strah­len­schutz be­stä­tigt, wie­der­ein­mal recht, nur ein Hut und Klei­dung schützt vor Son­nen­brand und den Fol­gen da­von.

Der bes­te und ein­fachs­te Schutz ist durch Klei­dung und eine Kopf­be­de­ckung zu er­rei­chen.

BfS: Wie schüt­ze ich mich vor UV-Strahlung? bfs.de (06/2015).

Bild von zwei selbstgebastelten Sommerhüten aus Papier
Aus die­sem Grund habe ich ei­nen Som­mer­hut aus Pa­pier ent­wor­fen. Der luf­tig, leich­te Hut ist 17 Zen­ti­me­ter breit und 5 Zen­ti­me­ter hoch. Der klei­ne und sta­bi­le Pa­pier­hut bie­tet da­bei un­zäh­li­ge Mög­lich­kei­ten. Ich habe bei­spiels­wei­se ein blau­es Unisex-Modell mit Wind­rä­dern ge­bas­telt.

Bild von Papierhüten für den SommerMit­hil­fe der Quilling-Technik habe ich au­ßer­dem ei­nen fe­mi­ni­nen und flo­ra­len Som­mer­hut ent­wi­ckelt, der auch beim bri­ti­schen Roy­al As­cot ein Hin­gu­cker wäre. Die Grö­ße des Hu­tes hängt mit dem von mir vor­ge­se­he­nen Ver­wen­dungs­zweck zu­sam­men. Der Som­mer­hut passt näm­lich per­fekt auf ei­nen Dessert-Teller. Da­mit de­cke ich auf Grill­par­tys im­mer mei­ne Erd­beer­küch­lein aus Mürb­teig ab und bie­te da­mit zu­gleich eine schi­cke Tisch­de­ko­ra­ti­on. Die Idee klei­ne Tel­ler ab­zu­de­cken habe ich mir 2008 in Maz­z­an­ta ab­ge­schaut. Dort schütz­te man die Pan­na cot­ta mit klei­nen Koch­müt­zen.

Sommerhut - Bastelanleitung

Bild von Papierelementen für den Sommerhut

Für das Grund­ge­rüst des Som­mer­hu­tes er­zie­len Sie das schöns­te Er­geb­nis, wenn Sie drei zu­ein­an­der­pas­sen­de Ton­pa­pier­far­ben wäh­len. Au­ßer­dem gar­nier­te ich das Gan­ze noch mit ei­nem spe­zi­el­len, de­ko­ra­ti­ven Edel­pa­pier und ei­nem Hut­band aus Krepp­pa­pier. Als Werk­zeu­ge nahm ich eine Sche­re, flüs­si­gen Kle­ber, ei­nen Eyelet-Setter, Falz­beil samt Li­ne­al, ei­nen lan­gen Schasch­lik­spieß (Quil­ling) und mei­ne DIN A4 Bas­tel­scha­blo­nen (#1 /#2 /#3 /#4 /#5 /#6) zur Hil­fe.

Bild vom beidseitigen Bekleben des Hutschirms

Zu­al­ler­erst fer­tig­te ich vier­mal das Ele­ment (Kro­ne) von Scha­blo­ne #1 aus zwei un­ter­schied­li­chen Ton­pa­pier­far­ben an. Nach dem Fal­zen der Knick- und Kle­be­l­i­ni­en kleb­te ich im­mer zwei un­ter­schied­lich far­bi­ge Tei­le auf­ein­an­der. Dies ver­stärkt zum ei­nen den Som­mer­hut und zum an­de­ren be­kommt die­ser gleich zwei Farb­ba­sics. Fol­gend fer­tig­te ich vier­mal die Krem­pe und zwei­mal den De­ckel (sie­he Scha­blo­ne #2) aus den­sel­ben Ton­pa­pier­far­ben wie die Kro­ne an.

Bild von Krone des SommerhutesAuch die­se Ele­men­te falz­te ich zu­nächst, kleb­te sie je­doch noch nicht auf­ein­an­der. Nun be­ginnt be­reits der Zu­sam­men­bau des Som­mer­hu­tes. Ich kleb­te die bei­den Ele­men­te der Kro­ne so zu­sam­men, dass es am Ende wie ein Gu­gel­hupf aus­sieht. Die Innen- und Au­ßen­sei­te des Pa­pier­ku­chens ver­schloss ich nun mit je­weils ei­nem farb­lich pas­sen­den De­ckel­ele­ment.

Einfache Verzierungen des Sommerhutes

Bild von Grundgerüst SommerhutWei­ter ver­klei­de­te ich die Un­ter­sei­te der Krem­pe mit den dazu pas­sen­den Tei­len von Scha­blo­ne #2. Da­mit ist der Som­mer­hut be­reits fer­tig­ge­stellt und kann nun wei­ter ver­ziert wer­den. Für eine mi­ni­ma­le De­ko­ra­ti­on des Hu­tes fin­den Sie auf Scha­blo­ne #3 dazu pas­sen­de Ele­men­te. Die lan­gen Strei­fen fer­tig­te ich aus Krepp­pa­pier an und ver­kleb­te die­se dann zu ei­nem 36 Zen­ti­me­ter lan­gen Stück.

Bild vom Verzieren des SommerhutesDie läng­li­chen Ele­men­te für die Hut­kro­ne sind bei mir aus ei­nem farb­lich pas­sen­den Edel­pa­pier, wel­ches die Kopf­be­de­ckung wei­ter auf­wer­tet. Die Zier­ele­men­te für die Krem­pe habe ich vor dem Auf­kle­ben noch mit un­ter­schied­lich gro­ßen Eyelet-Settern ein­ge­stanzt. Zu gu­ter Letzt habe ich das Hut­band aus dem Krepp­pa­pier ein­mal rund­her­um ge­klebt, und wie Sie se­hen, lässt sich so­mit ein Stan­dard­mo­dell ein­fach in ei­nen flip­pi­gen Pa­pier­hut ver­wan­deln.

Quilling-Blumen machen Hut zum Highlight

Bilder vom Drehen der Quilling-Blumen

Auf Scha­blo­ne #4 und #5 fin­den Sie die Ele­men­te für die Quilling-Blumen. Zu­nächst ver­län­ger­te ich auch hier mei­ne Ton­pa­pier­strei­fen. Ein Strei­fen muss 52 Zen­ti­me­ter lang sein. Die brei­ten Strei­fen sind die Blü­ten­blät­ter. Die­se schnitt ich über die kom­plet­te Län­ge mit­hil­fe ei­ner Sche­re ein. Pi mal Dau­men ge­nügt, die Ein­schnit­te müs­sen nicht gleich­groß sein. Wich­tig: Die Strei­fen für den Blü­ten­stem­pel sind im­mer gleich, nur die Grö­ße der Blü­ten­blät­ter un­ter­schei­det sich (sie­he Scha­blo­nen).

Bild von floralem Sommerhut aus PapierDar­auf fol­gend kleb­te ich ein Stück des schma­len Strei­fens auf den brei­ten. Mit ei­nem Schasch­lik­spieß be­gann ich nun da­mit, von schmal nach breit, die Blu­me auf­zu­dre­hen. Der of­fi­zi­el­le Name die­ser Quilling-Figur nennt sich Tight Coil. Am Ende setz­te ich ei­nen Trop­fen Kle­ber, da­mit die Blu­me fest zu­sam­men­hält, und zog den Holz­spieß her­aus. Ganz zum Schluss wölb­te ich die Blü­ten­blät­ter in eine Rich­tung und kleb­te mei­ne un­ter­schied­lich gro­ßen Blü­ten am Som­mer­hut fest.

  • Auf Scha­blo­ne #6 be­fin­den sich die Ein­zel­tei­le für die Wind­rä­der, falls Sie Ih­ren Hut lie­ber da­mit schmü­cken möch­ten. Nach dem Aus­schnei­den habe ich die­se ein­fach ge­knickt, ge­klebt und mit je­weils ei­nem gol­de­nen Schmuck­stein­chen ver­ziert.

Fazit

Der Som­mer­hut ist ein ein­fa­ches Bas­tel­mo­tiv, wel­ches mit schö­nem Ma­te­ri­al und aus­ge­fal­le­nen Tech­ni­ken zu ei­nem ech­ten Blick­fang wird.

Ei­gent­lich scha­de, dass Hüte, ob­wohl die­se so­wohl ge­sund­heits­för­dernd als auch ein schi­ckes Ac­ces­soire sind, nie im Trend lie­gen. Ja ich weiß, bei Zara, Es­prit und Co. gibt es die­se Hipster-Hüte aus Po­ly­es­ter, die schön fet­ti­ge Haa­re ma­chen, je­doch nur eine win­zi­ge Krem­pe ha­ben und des­halb das Ge­sicht nicht vor Son­ne schüt­zen.

Frei­wil­li­ge Fleiß­auf­ga­be zum Schluss. Ach­ten Sie bei Wer­bung für Son­nen­creme mal ge­nau auf die Be­klei­dung der Dar­stel­ler.

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Löwe basteln - Stecktier aus Papier

Mei­ne ers­ten Lö­wen sah ich als klei­nes Kind An­fang der 1990er Jah­re im Zir­kus. Da­mals wuss­te man es noch nicht bes­ser. Mei­ne letz­ten Lö­wen sah ich 1999 im Tier­park Hel­la­brunn. Wenn Sie die fürst­li­chen Tie­re noch ein­mal in der frei­en Na­tur be­stau­nen möch­ten, soll­ten Sie sich be­ei­len, denn es gibt nur noch 21000 Wild­kat­zen, die sich auf eine Flä­che ver­tei­len die so groß wie die Eu­ro­päi­sche Uni­on ist.

To­day, fe­wer than 21,000 re­main in all of Af­ri­ca.

Lutz, Wil­liam: Ba­sic Facts About Li­ons. defenders.org (06/2015).

Bild von Papierlöwen in der SeitenansichtAuch wenn es eu­ro­päi­sche Tier­schutz­or­ga­ni­sa­tio­nen sug­ge­rie­ren, ma­chen kön­nen wir mei­ner Mei­nung nach von hier aus nichts. Jähr­lich nimmt die Po­pu­la­ti­on der ma­jes­tä­ti­schen Vier­bei­ner ab. Denn ach so sou­ve­rä­ne Staa­ten wie Bots­wa­na wil­dern und ver­gif­ten Lö­wen, um ihre Acker­flä­chen zu ver­grö­ßern und wol­len nichts von Ver­ant­wor­tung für das Wild­tier­reich wis­sen.

Die Haupt­grün­de für den Rück­gang sind groß­flä­chi­ge Le­bens­raumum­wand­lung, il­le­ga­le Jagd und Wil­de­rei.

WWF: Lö­wen – Eine Chan­ce für den Kö­nig. wwf.de (06/2015).

Bild von Löwen aus Papier
Ich habe ei­nen drei­di­men­sio­na­len Pa­pier­lö­wen zum Ste­cken aus 34 Ein­zel­tei­len ge­bas­telt, der 26 Zen­ti­me­ter lang und 11,5 Zen­ti­me­ter hoch ist. Mit­hil­fe mei­ner Scha­blo­nen ist es auch mit klei­nen Kin­dern ein Leich­tes, die männ­li­che und/oder weib­li­che Form die­ser Raub­tier­art nach­zu­bas­teln.

Löwe aus Papier basteln

Bild von Körperelementen des PapierlöwensFür das Steck­tier ver­wen­de­te ich Ton­pa­pier in den Far­ben Gelb, Dun­kel­gelb und Braun. Des Wei­te­ren kam gel­bes Struk­tur­pa­pier so­wie gel­ber Bast zum Ein­satz. Für die Ver­zie­rung des Lö­wen nahm ich klei­ne Kul­ler­au­gen und gel­be Schmuck­stei­ne zur Hil­fe. Als Werk­zeu­ge soll­ten Sie sich eine Sche­re, flüs­si­gen Kle­ber und mei­ne DIN A4 Bas­tel­scha­blo­nen (#1 /#2 /#3 /#4 /#5) zu­recht­le­gen.

Bild vom aufeinanderkleben der TonpapierstückeIch be­gann mit dem Kör­per des Lö­wen und da­mit mit Scha­blo­ne #1. Wich­tig: Die Gram­ma­tur des Ton­pa­piers ist sehr ge­ring, des­halb habe ich die Ein­zel­tei­le im­mer min­des­tens ein­mal ver­stärkt. Wenn Sie den Lö­wen bei­spiels­wei­se aus Ton­kar­ton bas­teln, ist dies nicht not­wen­dig. Das gro­ße Ele­ment mit dem Schwanz be­steht bei mir in der Mit­te aus ei­nem brau­nen Stück, wel­ches links und rechts mit je­weils ei­nem gel­ben Ele­ment ver­klei­det wur­de.

Bilder vom Ankleben des LöwenschwanzpuschelsDie an­de­ren bei­den Ele­men­te be­stehen aus je­weils ei­nem brau­nen und ei­nem gel­ben Ele­ment. Wich­tig: Die brau­ne Sei­te soll­te beim Ste­cken im­mer nach in­nen zei­gen. An das gro­ße Schwan­z­ele­ment kleb­te ich an­schlie­ßend ei­nen Pu­schel, den ich mir aus dem gel­ben Bast an­ge­fer­tigt habe. Sie soll­ten nun fünf Steck­tei­le vor sich lie­gen ha­ben, die­se kön­nen Sie jetzt ein­schnei­den (sie­he Scha­blo­ne #1).

Saftige Schulterstücke sorgen für Stabilität

Bild von Schulterstücken des PapierlöwenDie Quer­stre­ben, be­stehend aus Schul­ter, Hüf­te und Bauch des Lö­wen be­fin­den sich auf Scha­blo­ne #2. Die­se habe ich aus dun­kel­gel­bem Ton­pa­pier an­ge­fer­tigt und mit ei­nem gel­ben Struk­tur­pa­pier ver­stärkt. Nach dem Ein­schnei­den habe ich die Quer­stre­ben an das gro­ße Ele­ment mit dem Lö­wen­schwanz an­ge­steckt. Ach­tung: Die An­zahl der Ein­schnit­te ist un­ge­ra­de,

Bild von Bauchansicht des Papierlöwendies liegt dar­an, dass es am Ende so aus­se­hen soll als wür­de der Löwe ge­ra­de lau­fen. Als ich die vier Quer­stre­ben am Haupt­stück an­ge­bracht hat­te, nahm ich die an­de­ren, seit­li­chen Kör­per­tei­le und steck­te die­se eben­falls an Schul­ter, Hüf­te und Bauch fest. Nun habe ich die Bein­ele­men­te von Scha­blo­ne #3 an­ge­fer­tigt. Auch die­se be­stehen wie­der aus je­weils ei­nem brau­nen und ei­nem gel­ben Ton­pa­pier­ele­ment.

Beine und wilde Löwenmähne des Stecktiers

Anstecken der Beine an den PapierlöwenJede Sei­te des Pa­pier­lö­wen be­steht aus zwei Vorder- und zwei Hin­ter­bei­nen. Nach dem Ein­schnei­den habe ich die ins­ge­samt acht Bein­ele­men­te an das ers­te und zwei­te Schul­ter­stück so­wie an die Hüf­te an­ge­steckt. An­mer­kung: Da­durch, dass ich die In­nen­sei­ten der Tei­le braun ge­stal­tet habe, sieht die Be­we­gung des Lö­wen noch rea­ler aus. Die vier Pfo­ten be­stehen je­weils aus ei­nem Stück Struk­tur­pa­pier. Nach An­brin­gung die­ser soll­te der Löwe be­reits sta­bil ste­hen kön­nen.

Bild von Löwenkopf aus PapierAuf Scha­blo­ne #4 be­fin­det sich das Ge­sicht des Lö­wen. Die bei­den Ele­men­te habe ich aus rei­nem Struk­tur­pa­pier an­ge­fer­tigt und zwi­schen den Kopf ein­ge­steckt. Um die­sen wei­ter zu ver­zie­ren, habe ich zwei Kul­ler­au­gen und Schmuck­stein­chen als Schnuf­fel auf­ge­klebt. Wenn Sie ei­nen weib­li­chen Lö­wen bas­teln möch­ten, ha­ben Sie die­sen da­mit fer­tig­ge­stellt.

Bilder von der Vorbereitung der PapierlöwenmähneFür ein männ­li­ches Ex­em­plar mit präch­ti­ger Mäh­ne, wie sei­ner­zeit Cla­rence aus Dakt­a­ri, be­nö­ti­gen Sie die Ele­men­te von Scha­blo­ne #5. Zu­nächst fer­tig­te ich den gro­ßen Kreis zwei­mal aus gel­bem Ton­pa­pier an, kleb­te die­sen zu­sam­men und schnitt ihn da­nach ein. Fol­gend schnitt ich mir die klei­nen Ele­men­te eben­falls aus gel­bem Ton­pa­pier zu­recht.

Bild vom Anstecken des LöwenmähneIm­mer zwi­schen zwei gleich­gro­ße Ele­men­te kleb­te ich dar­auf­fol­gend klei­ne Haar­bü­schel aus gel­bem Bast. Wei­ter steck­te ich den gel­ben Kreis an den Hals des Lö­wen. Rings­her­um be­fes­tig­te ich dar­an die zehn klei­nen Mäh­nen­stü­cke und voll­ende­te da­mit mein Pa­pier­steck­tier. Wie be­reits zu Be­ginn er­wähnt eig­net sich die­ser Pa­pier­lö­we per­fekt, um von Kin­dern ge­bas­telt zu wer­den, denn die Wahr­schein­lich­keit ei­nes Er­folgs­er­leb­nis­ses ist bei die­ser Bas­tel­form sehr hoch.

Fazit und Schuldfrage

Bild von Rückansicht PapierlöweFür die­sen schö­nen Lö­wen habe ich un­ge­fähr eine Bas­tel­zeit von zwei Stun­den be­nö­tigt. Be­son­ders gut ge­fällt mir ne­ben der Sta­bi­li­tät, auch dass die Pa­pier­kat­ze kein au­ßer­ge­wöhn­li­ches Bas­tel­ma­te­ri­al er­for­dert. Auf die Idee ei­nen Pa­pier­lö­wen zu ent­wer­fen kam ich durch die Do­ku­men­ta­ti­on „Der mit den Lö­wen spricht” von Ke­vin Ri­chard­son, die ich mit mei­nen Nich­ten an ei­nem Mai­sonn­tag ge­se­hen habe.

Ich weiß nicht, ob es nur mir so geht, aber ist Ih­nen viel­leicht auf­ge­fal­len, dass an so ziem­lich al­lem was auf der Welt pas­siert die Deut­schen und/oder die USA schuld sind?

Wenn die ame­ri­ka­ni­schen und afri­ka­ni­schen Re­gie­run­gen nicht bald Maß­nah­men er­grei­fen, [...] dann wer­den die Lö­wen [...] wahr­schein­lich lei­der aus­ster­ben.

Dra­chen­kat­ze: Ster­ben die Lö­wen in der Wild­nis bald aus? kindersache.de (06/2015).

Es sind nie die an­säs­si­gen, schwarz­afri­ka­ni­schen Wil­de­rer und Bau­ern, wel­che für das Aus­ster­ben der Lö­wen ver­ant­wort­lich sind. Oder nie­mals die bra­si­lia­ni­schen In­dus­tri­el­len, die den Re­gen­wald ab­hol­zen, um Soja an­zu­bau­en oder die In­der, die den Gan­ges ver­seu­chen und sich da­mit selbst ih­rer Le­bens­grund­la­ge ent­zie­hen und die Na­tur un­wie­der­bring­lich zer­stö­ren. Al­lei­ne die­se drei Um­stän­de sind seit Jahr­zehn­ten be­kannt und trotz WWF, Green­peace und Co. hat sich die Lage mei­ner Mei­nung nach wohl eher ver­schlech­tert. Las­sen Sie sich also kein schlech­tes Ge­wis­sen ein­re­den, än­dern kön­nen Sie oh­ne­hin nichts. Oder wie se­hen Sie das?

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Decoupage - ein Basteltrend

Wer Ob­jek­te wie Mö­bel, Bil­der­rah­men oder Pappmaché-Figuren auf­wer­ten will, der greift zur Kunst- und Bas­tel­tech­nik De­cou­pa­ge (frz. dé­cou­pa­ge), was so viel wie das Aus­schnei­den be­deu­tet. Ziel da­bei ist es, ein Ob­jekt mit­hil­fe von Pa­pier, Lack und Kle­ber so zu ge­stal­ten, dass es aus­sieht, als wäre es neu be­malt wor­den. Wäh­rend­des­sen man hier­zu­lan­de schon froh war, im 12. Jahr­hun­dert mit dem Büt­ten­pa­pier über­haupt ei­nen Schreib­un­ter­grund zu ha­ben, wur­den in Chi­na be­reits Pa­ra­vents, La­ter­nen und Fens­ter mit De­cou­pa­ge de­ko­riert.

In fact, the histo­ry of de­cou­pa­ge can trace its roots to the twelfth cen­tu­ry in Chi­na. [...] The Chi­ne­se used the tech­ni­que to de­co­ra­te lan­terns and win­dows [...].

Bower, Lisa: Histo­ry of De­cou­pa­ge. life123.com (06/2015).

Bild von gelber Decoupage GiraffeÜber die Kauf­manns­re­pu­blik Ve­ne­dig er­reich­te die Tech­nik im frü­hen 18. Jahr­hun­dert Eu­ro­pa. Zwar auch von ita­lie­ni­schen Hand­wer­kern ver­wen­det (fio­ren­ti­na de­cou­pa­ge), wur­de die Kunst­tech­nik je­doch erst durch den fran­zö­si­schen Kö­nigs­hof von Kö­nig Lou­is XVI. das ers­te Mal zum Bas­tel­trend. Da­bei zer­schnit­ten die Hof­da­men rich­ti­ge Ge­mäl­de und setz­ten die­se auf Holz­kis­ten oder Pa­pier­fä­chern mit­hil­fe der De­cou­pa­ge Tech­nik neu zu­sam­men.

[...] the la­dies cut up ori­gi­nal pain­tings by Bou­ch­er, Wat­teau and Fra­go­nard in their quest for new de­co­ra­ti­ons for their de­cou­pa­ge fans, bo­xes or screens.

Az­z­ari­to, Amy: Past & Pre­sent: De­cou­pa­ge Histo­ry. designsponge.com (06/2015).

Bild von Decoupage Hund

Die Spit­ze des da­ma­li­gen Trends wur­de durch die be­kann­ten Kunst­wer­ke von Mary De­lany er­reicht. Un­ter der Schirm­herr­schaft der kunst- und pa­pier­be­geis­ter­ten Char­lot­te von Mecklenburg-Strelitz, ih­res Zei­chens Ehe­frau von Ge­or­ge III. und da­mit Kö­ni­gin von Eng­land, ent­stan­den eine Viel­zahl noch heu­te er­hal­te­ner Kunst­wer­ke wie „Aspho­dil Lil­ly” oder „Pas­si­flo­ra lau­rif­o­lia”.

Auf­grund von star­ken, me­di­en­wirk­sa­men Wer­be­kam­pa­gnen der Fir­men Dé­co­patch und Havo (Cre­all Dé­cou­pa­ge) wur­de im Jah­re 2008 der Bas­tel­trend im fran­zö­sisch­spra­chi­gen Raum wie­der­ge­bo­ren. Über die so­zia­len Platt­for­men You­Tube und Pin­te­rest ge­lang­te De­cou­pa­ge end­lich auch in den deutsch­spra­chi­gen Teil der EU und liegt seit 2014 voll im Trend. Im wei­te­ren Ar­ti­kel er­fah­ren Sie, was Sie für De­cou­pa­ge al­les be­nö­ti­gen und wie Sie vor­ge­hen müs­sen, um er­folg­reich die­se schö­ne Bas­tel­tech­nik an­zu­wen­den.

Bild von Tieren, die mit Decoupage verkleidet wurden

Decoupage - was brauche ich?

Be­vor Sie den Akt an Ih­rer Wand von Egon Schie­le zer­schnei­den, um da­mit Ihre Shabby-Chic-Kommode zu ver­klei­den, soll­ten Sie über den rich­ti­gen Kle­ber nach­den­ken.

Bild von Kleber und Lack der Firma Décopatch und PinselWäh­rend­des­sen pro­fes­sio­nel­le De­cou­pa­ge Künst­ler ih­ren Kle­ber aus Zu­cker, Mehl und vie­len wei­te­ren ge­hei­men Zu­ta­ten selbst zu­be­rei­ten, ist für Bast­ler ein in­dus­tri­ell her­ge­stell­ter De­cou­pa­ge Kle­ber zum Kau­fen, die bes­te Lö­sung. Egal, ob von Dé­co­patch, Cre­all Dé­cou­pa­ge oder CLÉOPÂTRE, 250 Mil­li­li­ter des sa­ti­nier­ten Kleb­stoff­lacks kos­ten zwi­schen 6,00 und 10,00 Euro. Bei al­len Pro­duk­ten ist die Ober­flä­che nach dem De­cou­pa­ge was­ser­ab­wei­send und kann ab­ge­schlif­fen, be­malt so­wie be­klebt wer­den. Als Werk­zeug be­nö­tig­ten Sie au­ßer­dem min­des­tens ei­nen Pin­sel. Am bes­ten eig­nen sich hier­für brei­te Synthetik-Pinsel mit kur­zen Bors­ten.

Papier für Decopage ist zweitranging

Bild von Decoupage PapierDas An­ge­bot von De­cou­pa­ge Pa­pier ist viel­sei­tig und un­über­schau­bar. Sie kön­nen sich je­doch vor­stel­len, dass die Künst­ler des 18. Jahr­hun­derts nicht über das hoch­wer­ti­ge Pa­pier der Post­mo­der­ne ver­fügt, und trotz­dem wun­der­schö­ne Er­zeug­nis­se her­vor­ge­bracht ha­ben. Un­se­re Er­fah­rung hat je­doch ge­zeigt, dass be­son­ders dün­nes Pa­pier, mit ei­ner ma­xi­ma­len Gram­ma­tur von 20 g/m² am bes­ten ge­eig­net ist.

Bild von Papier der Firma Décopatch in Rot

Soll­ten Sie sich für spe­zi­el­les De­cou­pa­ge Pa­pier der Her­stel­ler ent­schei­den, ge­nie­ßen Sie je­doch vie­le Vor­tei­le. Zum ei­nen ha­ben die Pa­pie­re zwei Sei­ten. Eine ist glän­zend, die an­de­re ist matt. Zum an­de­ren ist die­ses Pa­pier be­schich­tet, fühlt sich da­durch wachs­ar­tig an und ist be­son­ders reiß­fest. Au­ßer­dem pro­fi­tie­ren Sie na­tür­lich von un­ter­schied­li­chen Far­ben, Mus­tern und Mo­ti­ven. Da­für ist De­cou­pa­ge Pa­pier re­la­tiv teu­er, ein Satz mit 8 Blät­tern kos­tet zir­ka 3,00 Euro.

Grundierung und Objekte

Bild von Tieren aus Pappmaché

Be­vor Sie Opas Ko­lo­ni­al­stil Ses­sel mit De­cou­pa­ge de­ko­rie­ren, soll­ten Sie die Bas­tel­tech­nik un­be­dingt vor­her aus­pro­bie­ren. Da­für gibt es bei­spiels­wei­se Tie­re aus Papp­ma­ché oder Holz für re­la­tiv we­nig Geld in gut sor­tier­ten Online-Shops für Bas­tel­be­darf zu kau­fen. Tipp: Wir ha­ben fest­ge­stellt, dass es bes­ser ist, vor dem De­cou­pa­ge das Ob­jekt zu grun­die­ren.

Bild vom Grundieren einer HolzgiraffeWir ha­ben da­bei be­son­ders gute Er­fah­run­gen mit Acryl­far­be ge­macht. Die Far­be spielt da­bei kei­ne Rol­le. Wich­tig: Bei we­ni­gen Pa­pier­schich­ten schim­mert die Un­ter­grund­far­be des Ob­jekts durch. Sie kön­nen also durch die Grun­die­rung das Er­schei­nungs­bild be­ein­flus­sen. Für Spar­füch­se ein wei­te­rer Tipp: Deck­weiß hat sich als Grun­die­rung eben­so gut be­währt.

Decoupage - auf geht’s

Bild von DecoupageZu­nächst zer­rei­ßen Sie das Pa­pier in klei­ne Stü­cke. Je klei­ner Ihr Ob­jekt, umso klei­ner soll­ten die Pa­pier­stü­cke sein. Da­nach be­strei­chen Sie die Stel­le auf Ih­rem Ob­jekt mit Kle­ber, neh­men mit dem glei­chen Pin­sel ein Stück Pa­pier auf und le­gen es auf die be­stri­che­ne Stel­le. Wei­ter neh­men Sie wie­der et­was Kle­ber auf und be­net­zen da­mit eben­falls die Ober­sei­te des Pa­pier­stücks. Die ein­zel­nen Stü­cke soll­ten sich im­mer et­was über­lap­pen.

Bild wie die Giraffe Decoupage Punkte bekommtNa­tür­lich kön­nen Sie un­ter­schied­li­che Pa­pier­sor­ten auf­ein­an­der­kle­ben. Hier­für soll­ten Sie je­doch Pha­sen­wei­se vor­ge­hen. Be­kle­ben Sie Ihr Ob­jekt mit ei­ner Schicht und las­sen Sie das Gan­ze zir­ka 20 Mi­nu­ten trock­nen. Da­nach tra­gen Sie die nächs­te Schicht auf usw. Ha­ben Sie Ihr Mo­tiv kom­plett mit De­cou­pa­ge de­ko­riert, las­sen Sie die­ses für 24 Stun­den gut aus­trock­nen.

Bild von Hund & Katze aus DecoupageAm nächs­ten Tag bie­tet sich für Sie dann die Ge­le­gen­heit, an Ih­rem Ob­jekt wei­te­re De­tails an­zu­brin­gen. Sie könn­ten es dann bei­spiels­wei­se mit Acryl- oder Was­ser­far­ben ak­zen­tu­ie­ren oder Plas­ti­k­el­e­men­te wie Au­gen oder Schmuck­stein­chen mit ge­wöhn­li­chem Kle­ber an­kle­ben. Und zum Schluss das Bes­te. Soll­te Ih­nen Ihre De­ko­ra­ti­on nicht mehr ge­fal­len, dann ver­zie­ren Sie das Ob­jekt mit De­cou­pa­ge ein­fach neu.

Trivia und Fazit

Mit De­cou­pa­ge ver­zier­te Ob­jek­te kön­nen mit ei­nem feuch­ten Tuch ge­rei­nigt wer­den. Das Ar­bei­ten mit den von uns ge­tes­te­ten Kle­bern war so gut wie ge­ruchs­los. Au­ßer­dem sind die Kle­ber auf Was­ser­ba­sis nicht to­xisch und säu­re­frei. Die be­kleb­ten Ob­jek­te füh­len sich sei­dig an und ha­ben ei­nen leich­ten Glanz.

Wir fin­den, De­cou­pa­ge ist eine sehr an­spruchs­vol­le Bas­tel­tech­nik mit der sich auch eher min­der­wer­ti­ge Ge­gen­stän­de fein auf­wer­ten las­sen. Ich mei­ne da­mit bei­spiels­wei­se Bil­der­rah­men aus Press­holz von IKEA. Die­se mit De­cou­pa­ge de­zent de­ko­riert und das Bild im In­ne­ren des Rah­mens wird hoch­wer­tig prä­sen­tiert.

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