Im Jahre 2012 haben vor allem nordamerikanische Bastlerinnen die historische Buchbindetechnik Coptic Stitch bzw. Coptic Binding (dt. Koptische Naht bzw. Koptische Bindung) wieder entdeckt und über soziale Netzwerke in den deutschen Bastelraum verbreitet. Die Kopten sind angehörige der Koptischen Kirche, die zirka 200 vor Christus in Ägypten entstand. Anthropologisch gesehen gelten die Kopten als Nachfahren der alten Ägypter.
The Copts are the descendants of the ancient Egyptians.
Anbabola: History of the Coptic Orthodox Church. de.scribd.com (03/2015).

Die Kopten waren in geisteswissenschaftlicher Hinsicht ihren Zeitgenossen weit voraus. Sie sprechen auch heute teilweise noch die altägyptische Sprache, haben eine eigene Schrift entwickelt (coptic fonts), koptische Kunst war seinerzeit schon berühmt und währenddessen überall noch auf Schriftrollen geschrieben wurde, nähten die Kopten Papyrus zwischen zwei Holzeinbände und hatten damit auf das heutige Buchdesign großen Einfluss.
Coptic stitch binding produced codices, which was essentially sheets of paper stacked between wooden covers. [...] Early Coptic Books were written on papyrus.
Reinfeld, Fred: Coptic Bookbinding: Past, Present, and Future. just-book-binding.com (03/2015).
Wenn Sie also ein Buch selbst binden möchten, ist die altbewährte und künstlerisch sehr ansprechende Coptic Stitch Methode die beste Wahl.

Dabei ist nicht nur das Buchbinden selbst ein Erlebnis. Ich habe beispielsweise ein Coptic Stitch Buch, welches 17,5 Zentimeter hoch und 12 Zentimeter breit ist, mit einem Monstergesicht aus FIMO und Resin verziert.
Buch binden - wenig Material vonnöten
Für die Buchseiten verwendete ich 14 Seiten ganz gewöhnliches Tonpapier. Als Buchdeckel nahm ich zwei Stücke Kartonpapier zur Hilfe, die ich mit farblich passendem Tonpapier beklebte. Ansonsten kamen nur noch ein spitzes Dottingtool, zum Einstechen der Löcher, ein Lineal mit Bleistift, eine gewöhnliche Nähnadel und ein schwarzer Faden zum Einsatz. Zunächst faltete ich jede der 14 Seiten genau in der Mitte.

Im Anschluss legte ich immer zwei gefaltete Seiten, Rücken an Rücken, ineinander. Weiter nahm ich eine zusammengelegte Seite und setzte mir die Markierungen am Rücken, wo ich die Löcher haben möchte. Bei mir sind die Löcher, an jedem Buchende, bei 3 und bei 5 Zentimetern. Danach legte ich die nunmehr 7 Buchseiten aufeinander und übertrug meine Markierungen. Folgend stach ich mithilfe eines Dottingtools in jede Buchseite kleine Löcher ein.
- Für den Buchdeckel nahm ich mir zunächst ein Lineal und ging von der langen Kante 1,5 cm nach innen. Nun zog ich mir mit dem Bleistift eine Hilfslinie.
- Auf meine Hilfslinie übertrug ich nun die Lochmarkierungen der Seiten. Dazu legte ich eine Seite an der Hilfslinie an und markierte mir die Lochpunkte mit dem Bleistift.
- Mit dem spitzen Dottingtool stach ich nun kleine Löcher in den Buchdeckel. Anschließend wiederholte ich die Schritte mit dem zweiten Element.
Nun sind die Vorbereitungen abgeschlossen, das Zusammennähen des Buches kann beginnen.
Anleitung fürs Coptic Stitching
Zum Nähen des Buches verwendete ich eine Nadel mit doppeltem Faden. Dann nahm ich mir die erste Seite und einen Buchdeckel zur Hand. Ich klappte die Seite auf, wählte das äußere Loch rechts außen und stach mit der Nadel nach außen. Anschließend zog ich den Faden straff, bis dieser durch den kleinen Knoten im Inneren gebremst wird.
Als Nächstes befestigte ich den Deckel. Mit der Nadel stach ich von außen durch den Buchdeckel und führte den Faden links neben dem Verbindungsfaden, zwischen erster Seite und Deckel, vorbei (siehe Bild). Anschließend fixierte ich das Ganze, indem ich meine Nadel einmal um den Verbindungsfaden wickelte. Danach stach ich zurück in das erste Loch. Anschließend ging es weiter mit Loch 2. Bei diesem, wie auch bei den Löchern 3 und 4, wiederholte ich die Befestigungsschritte.
Aufgepasst: Angekommen am letzten Loch, wird nach dem Festnähen die Nadel samt Faden nicht mehr in die erste Seite zurückgestochen.
Jetzt werden nämlich alle Seiten nach dem gleichen Prinzip angenäht. Ich stach von Loch 4 der ersten Seite in das darüberliegende Loch der zweiten Seite. Im Anschluss führte ich den Faden am nächsten Loch wieder nach außen. Wie im Bild lenkte ich den Faden durch den unteren Faden und ging dann zurück in das Loch. Ich wiederholte diese Schritte nun mit allen weiteren Löchern sowie Seiten, ausgenommen der letzten Seite.
Tipp: Wechseln Sie den Faden stets im Inneren der Seite. Sie können diesen sowohl ganz leicht verknoten als auch ebenso nahtlos mit einem neuen Faden das Buchbinden fortführen.
Der zweite Buchdeckel wird zeitgleich mit der letzten Seite angenäht. Ich legte mir beide Teile griffbereit zur Hand. Die Nadel führte ich zunächst von außen durch den Buchdeckel, zog den Faden straff und wickelte die Nadel einmal unter dem Befestigungsfaden, zwischen vorletzter Seite und Deckel, hindurch. Erst danach stach ich durch das erste Loch der letzten Seite. Am nächsten Loch piekste ich wieder nach außen. Nun stellte ich die Verbindung zur unteren Seite her, wie ich dies bisher bei den anderen Seiten auch gemacht habe. Schließlich band ich den Buchdeckel an. Ich stach wieder von außen durch den Deckel, umwickelte den Faden und wiederholte die Technik bei den restlichen Löchern.
Letzte Handgriffe und Besonderheiten
Mit dem letzten Loch schloss ich mein Buch ab. Den Faden vernähte ich im Inneren am Loch der letzten Seite mit einem zweifachen Knoten. Am Ende schnitt ich den restlichen Faden knapp hinter dem kleinen Knoten ab. Beim Blättern in Ihrem Buch werden Sie feststellen, dass immer in der Mitte der vorab zusammengelegten Seiten der Faden von Loch zu Loch entlang läuft und diese fixiert. Wenn Sie sich Ihren Buchrücken genauer ansehen, werden Sie zudem bemerken, dass sich an den Seiten und in der Mitte ein einheitliches Muster abbildet.
Fazit
Verschiedene Bücher nach der geschichtsträchtigen Coptic Stitch Technik selbst zu binden hat mir sehr viel Spaß gemacht. Wenn man den Bogen einmal raus hat, geht das Nähen fast wie von selbst und wird zur Sucht. Wussten Sie, dass das älteste Buch auf europäischem Boden, welches nach dieser Methode gebunden wurde, aus dem Jahre 698 und ein englisches Kirchenbuch namens „St Cuthbert Gospel”, mit lateinischer Handschrift ist?
[...] very early European bindings to survive use the Coptic sewing technique, notably the St Cuthbert Gospel in the British Library (c. 698) [...]
Harrison, Julian: St Cuthbert Gospel Saved for the Nation. britishlibrary.typepad.co.uk (03/2015).
Im Unterrichtsfach „Handarbeit und Werken” habe ich als Kind in der Schule Nähen, Stricken und Häkeln gelernt. Warum nicht so etwas Natives und Nützliches wie das Binden von Büchern auf dem Lehrplan steht ist mir ein Rätsel.
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Im Beet stecken sechs große Karotten, die wie eine
Für das komplette Motiv verwendete ich Tonpapier in den Farben Braun, Orange, Grün, Grau, Weiß und Rosa. Außerdem kamen braune
Als Werkzeuge nahm ich einen Eyelet-Setter, Holzstäbchen, Magnetband, ein Stempelsieb, flüssigen Kleber, eine Schere, ein Bastelmesser, Falzbeil samt Lineal und meine DIN A4 Bastelschablonen (
Aus einem Element von Schablone #1 und einem Element von Schablone #2 stellte ich eine geschlossene Box her. Der untere Boden wird dabei nur eingesteckt und nicht geklebt. Somit haben Sie unter den Karotten noch ein Osterversteck und Ihre Kleinen müssen sozusagen im Möhrenbeet graben, um das Versteck zu finden. Die beiden Schachteln verklebte ich im Anschluss miteinander, damit ist die fruchtbare Erde des Karottenbeets bereits fertigstellt.
Als Basis für den Gartenzaun fertigte ich die Elemente von Schablone #3 und #4 aus braunem Tonpapier an. Ich falzte die Knick- und Klebelinien und stanzte zwei Löcher (siehe Schablone #4) mithilfe eines
Damit das Karottenbeet auch oben schön verkleidet ist, fertigte ich das große Element von Schablone #5 aus braunem Tonpapier an. Ich schnitt die sechs Löcher mithilfe eines Bastelmessers ein, falzte die Knick- und Klebelinien und klebte das Ganze zu einem Deckel. Diesen Deckel klebte ich folgend auf die sechslöchrige Erde des Karottenbeets.
Weiter fertigte ich die Graselemente von Schablone #6 aus grünem Tonpapier an. Ich schnitt die einzelnen Grashalme mit einer Schere ein und klebte die vier Teile in die Innenseite der Basis für den Gartenzaun, sodass nur die einzelnen Grashalme zu sehen sind. Das Gras verdeckt gleichzeitig das Magnetband. Nun bastelte ich den Gartenzaun. Die Basis dafür sind 8 Holzstäbchen á 11 Zentimeter lang.
Auf jede der vier Seiten des Blumenbeets klebte ich zwei Holzstäbchen als Querträger auf. Die ausgestanzten Löcher verzierte ich außerdem mit Eyelets. Folgend zog ich durch die beiden Löcher ein grünes Satinband und knotete dieses fest. Somit lässt sich später das Karottenbeet wie eine
Zunächst verlängerte ich die drei Streifen der Schablone. Sie benötigen insgesamt zwei dieser langen Streifen. Die Konturen der einzelnen Latten verzierte ich mit brauner Stempelfarbe mithilfe eines Make-up Schwämmchens. Im Anschluss klebte ich die beiden langen Papierstreifen, einmal rund um das Karottenbeet, auf die Querträger aus Holz fest. Auf die lange Seite des Beetes klebte ich sechs Latten und auf die kurze Seite vier. Damit ist das Karottenbeet samt Gartenzaun fertiggestellt.
Das
Die Elemente für den Osterhasen befinden sich auf Schablone #9. Alle Elemente für den Körper fertigte ich aus grauem Tonpapier an. Die Verkleidung für Ohren, Nase und Pfoten sind aus rosafarbenem und die Zähne aus weißem Tonpapier angefertigt. Auf die Innenseite der Rückseite der Hasensilhouette klebte ich zum einen zwei Streifen Magnetband und zum anderen einen Streifen weißen Chenilledraht, mit einer Länge von 20 Zentimetern, auf.
An die Enden des Chenilledrahtes habe ich weiße Pompons geklebt, das sind die Pfoten des Hasen. Die Vorderseite des Osterhasen verkleidete ich mit weißer Watte. Die Augen habe ich mit einem Paper Pen 102 aufgemalt und mit schwarzen Perlen verziert. Ich klebte die beiden Hasensilhouetten zusammen und verschränkte die Arme des Hopplers. Ich befestigte, mithilfe des Magnetbandes, den Osterhasen am Gartenzaun und steckte eine kleine Karotte zwischen die Arme. Die Elemente für die kleine Karotte befinden sich auf Schablone #10. Diese wird genauso angefertigt wie ihre sechs großen Pendants.
Mein Schnuller aus Papier besteht aus zwei Teilen und ist dadurch zum Öffnen. So ist es möglich, im Sauger Geldgeschenke für die
Für einen Schnuller verwendete ich immer vier zusammenpassende Tonpapierfarben wie Rosa, Rot, Magenta und Weiß. Für die nötige Stabilität sorgen Wellpappe und
ein Eyelet-Setter, flüssiger Kleber, Lineal und Falzbeil, ein spitzes Dottingtool, ein Bastelmesser und meine DIN A4 Bastelschablonen (
Die beiden Elemente mit den Löchern, und den Zierstreifen fertigte ich aus gleichfarbigem Tonpapier an. Von den lochlosen Schmetterlingsteilen fertigte ich zwei aus weißem Tonpapier und zwei aus
Ich nahm das kurze Kegelelement, schob dieses durch die sechs Einschnitte des gelochten Schmetterlingsteils und klebte die Klebelaschen fest. Nun fertigte ich ein Papiersandwich an. Ich klebte zunächst ein weißes Tonpapierelement, gefolgt von zwei Wellpappenelementen darüber. Danach folgt wieder ein weißes Element aus Tonpapier und zu guter Letzt das zweite gelochte, farbige Schmetterlingsteil.
Wichtig ist, dass die einzelnen Lagen symmetrisch übereinander geklebt werden. Nun nahm ich den langen, farbigen Zierstreifen und klebte diesen über die Kante des Mundschmucks. Das Grundgerüst des Schnullers ist damit fertig und die beiden Teile sind bereits voll funktionstüchtig. Nun habe ich den Papierschnuller noch weiter verschönert.
Ich fertigte die Elemente von Schablone #3 an. Das verwendete Material steht neben den einzelnen Vorlagen. Auch hier habe ich wieder ein Papiersandwich gebaut. Ich klebte die acht kleinen Wellpappenelemente aufeinander und diese dann auf ein Stück
Auf meine Schnullerverzierung klebte ich nun noch das kleine, rundliche Element aus Tonpapier auf. Auf dieses Element schrieb ich ein Sprüchlein und verzierte es mit Dekosteinen. Die Schnullerverzierung klebte ich folgend auf das Schmetterlingsteil. Nun nahm ich ein spitzes Dottingtool zur Hand und stach damit zwei kleine Löcher, symmetrisch in die Seiten ein.
Ganz zum Schluss fertigte ich den Ring, mithilfe dessen man den Dutzl aus dem Mund des Babys zieht, aus Moosgummi an. Zunächst stach ich zwei Bastelpins durch eines der beiden Elemente. Um die Unterseite sauber zu verkleiden, klebte ich das zweite Element unter die Köpfe der Bastelpins. Zu guter Letzt bestrich ich die Drahtstücke mit Kleber, schob diese in die beiden Löcher ein und damit ist mein Schnuller aus Papier fertig.