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Washi Papier - Spezialpapier aus Japan

Wa­shi be­deu­tet über­setzt so viel wie al­tes Ja­pan Pa­pier und ist eine hand­ge­schöpf­te Pa­pier­sor­te. Die­ses Spe­zi­al­pa­pier ist auf­grund der viel­sei­ti­gen Ein­satz­ge­bie­te und der auf­wen­di­gen Her­stel­lung, wel­che bis ins 8. Jahr­hun­dert zu­rück­geht, welt­weit be­liebt. Hier er­fah­ren Sie zum ei­nen wie gut Wa­shi Pa­pier für Bast­ler ge­eig­net ist und zum an­de­ren, wie der edle Werk­stoff her­ge­stellt wird. Au­ßer­dem er­zäh­le ich Ih­nen ei­ni­ges über die Be­son­der­hei­ten des po­pu­lä­ren ja­pa­ni­schen Pa­piers und zu wel­chen Prei­sen es ge­han­delt wird.

Washi muss aus Japan kommen

Weiße japanische Winkekatze aus Washi PapierWa­shi darf sich nur hand­ge­schöpf­tes Pa­pier nen­nen, wel­ches aus Ja­pan kommt und nach tra­di­tio­nel­ler Her­stel­lung ge­fer­tigt wur­de. Da­bei ist Wa­shi nicht gleich Wa­shi, denn es gibt drei un­ter­schied­li­che Aus­gangs­ma­te­ria­li­en. Wa­shi wird aus Mit­su­ma­ta (Sei­del­bast­ge­wächs), aus Kozo (Maul­beer­baum­rin­de) oder aus Gam­pi (mal­ven­ar­ti­ges Sei­del­bast­ge­wächs) her­ge­stellt.

  • Je nach ver­wen­de­tem Roh­stoff be­kommt das Wa­shi an­de­re Ei­gen­schaf­ten.
  • So gilt Gam­pi mit sei­nen fünf Mil­li­me­ter lan­gen Fa­sern als das teu­ers­te Wa­shi auf dem Markt. Dies liegt zum ei­nen dar­an, dass es das dünns­te Wa­shi ist und zum an­de­ren sieht es be­son­ders sei­dig aus.
  • Da­ge­gen ist Wa­shi aus Mit­su­ma­ta am weichs­ten. Dies liegt vor al­lem an den sehr kur­zen Fa­sern. Auf­grund der Be­schaf­fen­heit ist Mit­su­ma­ta auch gro­ßer Be­stand­teil von ja­pa­ni­schen Bank­no­ten.
  • Wa­shi aus Kozo ist dem uns­ri­gen hand­ge­schöpf­ten Pa­pier am ähn­lichs­ten. Die sehr lan­gen Fa­sern ma­chen es be­son­ders wi­der­stands­fä­hig. Am meis­ten wur­de frü­her Kozo Wa­shi zum Be­schrei­ben be­nutzt aber auch zum Be­span­nen von La­ter­nen oder Fä­chern.

Traditionelle Herstellung von Washi

Gemusterte, pinkfarbene Blume aus Washi PapierEgal, aus wel­chem Aus­gangs­ma­te­ri­al das Wa­shi be­steht, die tra­di­tio­nel­le Her­stel­lung ist im­mer gleich. Die Pflan­zen wer­den zu Be­ginn des Win­ters ge­schnit­ten, die Zwei­ge ent­fernt und ge­bün­delt. An­schlie­ßend wird mit Was­ser­dampf die Rin­de ge­lo­ckert und mit Mes­sern ab­ge­zo­gen. Der dar­aus ent­ste­hen­de Rin­den­bast wird in Holz­aschen­lau­ge ge­kocht und da­nach ge­wäs­sert. Der nas­se Bast wird da­nach mit Höl­zern ge­schla­gen, so ent­steht der Fa­ser­brei.

  • Der Fa­ser­brei wird im An­schluss wie­der in kla­rem Was­ser ge­kocht. Als Bin­de­mit­tel wird Neri hin­zu­ge­ge­ben. Das ist eine kleb­ri­ge Sub­stanz aus der Wur­zel des Tororo-aoi.
  • Der Roh­stoff wird fol­gend mit ei­nem Bam­bus­sieb ge­schöpft und als Pa­pier­bo­gen auf ei­nen Sta­pel ge­legt. Durch leich­tes Pres­sen wird da­nach ein Groß­teil der Feuch­tig­keit ent­fernt.
  • Ab­schlie­ßend wird je­der Bo­gen ein­zeln, wie eine Fah­ne, an der Wand auf­ge­han­gen und ge­bürs­tet. Des­halb gibt es Wa­shi auch mit ver­schie­de­nen Mus­tern (Blu­men, Rau­ten, etc.). Au­ßer­dem ist da­durch eine Sei­te des Pa­piers im­mer glatt und die an­de­re rau.

Es gibt auch Wa­shi Sor­ten, bei de­nen die un­ter­schied­li­chen Fa­sern von Gam­pi, Kozo und Mit­su­ma­ta ge­mischt wur­den. Wa­shi darf sich je­doch nur Wa­shi nen­nen, wenn min­des­tens 90% der Fa­sern aus die­sen drei Roh­stof­fen be­stehen.

Washi ist nicht Washi-Tape - oder?

Auf­grund des Na­mens, wird das hand­ge­schöpf­te, tra­di­tio­nel­le Wa­shi oft mit dem in­dus­tri­ell ge­fer­tig­tem Washi-Tape gleich­ge­setzt.

Washi Tape verziert eine Karte

Washi-Tapes sind be­druck­te Kle­be­bän­der aus ja­pa­ni­schem Reis­pa­pier.

Ray­her Hob­by GmbH: Washi-Tapes. rayher-hobby-shop.de (10/2014).

Reis­pa­pier ist je­doch ein so­ge­nann­tes Pseu­do­pa­pier bzw. Na­tur­pa­pier, wel­ches aus dem Mark des Reis­bau­mes ge­won­nen wird.

An­de­re Quel­len be­schrei­ben Washi-Tapes als Wei­ter­ent­wick­lung von Wa­shi:

[...] „Mas­king Tape“ (kurz MT ge­nannt), ein Ab­deck­kle­be­band aus Washi-Papier wie es bei­spiels­wei­se beim La­ckie­ren von Au­tos ein­ge­setzt wer­den kann.

Fen­ner, Gu­nar: Masking-Tape. japanwelt.de (10/2014).

Wir von GWS2.de fin­den, dass Washi-Tapes nichts mit Wa­shi zu tun ha­ben. Dies liegt na­tür­lich nicht nur an der Tat­sa­che, dass Washi-Tapes auch in Deutsch­land oder Chi­na her­ge­stellt wer­den. Zum Na­men kam das Band wahr­schein­lich, weil eine ja­pa­ni­sche Fir­ma es er­fun­den hat und sich in Wa­shi auch der Be­griff Pa­pier ver­birgt.

Ka­moi Pa­per, seit 1923 be­rühmt für sei­ne Flie­gen­fän­ger und Ab­deck­bän­der für In­dus­trie und Bau­ge­wer­be, be­gann vor rund drei Jah­ren mit der Pro­duk­ti­on von «mt mas­king­tape» [...].

IDC GmbH: Sto­ry of Masking-Tape. tapefactory.de (10/2014).

Basteln mit Washi

Bild von weißer Katze aus Washi

Die wei­che, glat­te Sei­te des Wa­shi Pa­piers lässt sich sehr gut be­ma­len oder mit Kle­ber be­strei­chen, um bei­spiels­wei­se Bas­tel­mo­ti­ve zu ver­klei­den. Die durch das Bürs­ten auf­ge­rau­te Sei­te, wel­che sich ein we­nig an­fühlt wie ein Ei­er­kar­ton, gibt ein schö­nes na­tür­li­ches Mus­ter. So hat un­se­re Win­ke­kat­ze hier au­to­ma­tisch ein schö­nes wei­ßes Fell­mus­ter er­hal­ten.

  • Das hand­ge­schöpf­te Ja­pan­pa­pier lässt sich ge­nau­so mit­hil­fe ei­ner Sche­re oder ei­nes Bas­tel­mes­sers schnei­den, wie Sie es vom Drucker- oder Ton­pa­pier ge­wöhnt sind.
  • In Ja­pan wird Wa­shi auch als Ori­ga­mi­pa­pier ver­wen­det. Durch sei­ne Kon­sis­tenz ist das Pa­pier je­doch sehr stör­risch, wes­halb für die Fal­tun­gen im­mer ein Falz­beil ver­wen­det wird.
  • Egal, ob glat­te oder raue Sei­te, wei­ßes Wa­shi lässt sich mit al­len er­denk­li­chen Far­ben be­ma­len. Ob­wohl es was­ser­ab­wei­send ist, nimmt das Pa­pier auch Was­ser­far­ben her­vor­ra­gend auf.
  • Es gibt auch ge­färb­tes Wa­shi. In Rot, Schwarz oder Gelb las­sen sich die Pa­pier­bö­gen je­doch nicht mehr so gut be­ma­len.
Preise und Fazit

Auf­grund der auf­wen­di­gen Her­stel­lung und des Im­ports aus Ja­pan sind die Prei­se für Wa­shi sehr hoch. Ein DIN A3 Bo­gen Kozo Wa­shi Pa­pier kos­tet un­ge­fähr 3,00 Euro.

Auf­grund des ho­hen Prei­ses soll­ten Sie sich als Bast­ler also gut über­le­gen, wo­für Sie das Edel­pa­pier ein­set­zen möch­ten. In der Re­gel wird das hand­ge­schöpf­te Ja­pan­pa­pier zur Ver­klei­dung und Ver­ede­lung von Bas­tel­mo­ti­ven ver­wen­det, zum Bei­spiel um un­schö­ne Well­pap­pe da­hin­ter zu ver­ste­cken.

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Pa­pier ist ein hoch­wer­ti­ger Werk­stoff für des­sen Her­stel­lung Was­ser, Holz und En­er­gie von­nö­ten sind. Be­son­ders Men­schen, die ger­ne und viel bas­teln, lei­den des­halb oft­mals am schlech­ten Ge­wis­sen, wenn sie nach ge­ta­ner Ar­beit in den Pa­pier­korb bli­cken. Sie fra­gen sich was sie tun kön­nen, um mit ih­rer krea­ti­ven Ar­beit die Um­welt nicht un­nö­tig zu be­las­ten.

Ich bin er­neut im Mut­ter­schafts­ur­laub und bast­le in letz­ter Zeit viel mit mei­nen drei Kin­dern [...] Wie macht ihr das mit dem Pa­pier­ab­fall? Bei uns ist der stän­dig voll. [...] Kauft ihr nor­ma­les Pa­pier oder nur Öko­pa­pier?

Černá, Na­ta­lie: Zu viel Pa­pier­müll beim Bas­teln. E-Mail vom 22.05.2016.

Bild von Bastelpapier mit kleinen EulenNa­tür­lich sind sich des­sen auch die al­ler­meis­ten Pa­pier­her­stel­ler be­wusst und ver­se­hen ihre Pro­duk­te des­halb mit Um­welt­sie­geln. Doch wel­che die­ser Sie­gel ste­hen wirk­lich für den Um­welt­schutz und wel­che sind rei­ne Ver­kaufs­för­de­rung? Wann ge­hen Sie als Lieb­ha­ber der bil­den­den Küns­te mit ho­hem Pa­pier­ver­brauch wirk­lich ver­ant­wor­tungs­voll mit Ih­rem Ma­te­ri­al um und stimmt es, dass nur we­gen des deut­schen Bas­tel­booms der Re­gen­wald im Ama­zo­nas­ge­biet ge­ro­det wird?

Papier besteht nicht aus Tropenhölzern

Die tro­pi­schen Re­gen­wäl­der der Erde wer­den im­mer wei­ter ge­ro­det. Dies liegt je­doch nicht am Pa­pier­ver­brauch, son­dern um An­bau­flä­chen frei­zu­le­gen. In Süd­ame­ri­ka er­set­zen im­mer mehr So­ja­plan­ta­gen den Re­gen­wald, de­ren Früch­te für Bio­die­sel und Vieh­fut­ter be­nö­tigt wer­den.

In the nine sta­tes of the Bra­zi­li­an Ama­zon, the area un­der in­ten­si­ve me­cha­ni­zed agri­cul­tu­re grew by more than 3.6 mil­li­on hec­ta­res from 2001 to 2004. […] While soy­be­an of­fers gre­at eco­no­mic op­por­tu­nities for Bra­zil, huge me­cha­ni­zed, soy mo­no­cul­tures de­s­troy tro­pi­cal eco­sys­tems, ac­ce­le­ra­te cli­ma­te chan­ge […].

World In­for­ma­ti­on Trans­fer, Inc.: Food For Thought – Soy­be­an End­an­gers Bra­zil Ama­zon Ra­in­fo­rest. worldinfo.org (07/2016).

Bild von Umweltsiegel - Weltpark Tropenwald - Kein Zellstoff aus den Tropen

Selbst wenn Sie Ve­ge­ta­ri­er sind und kein Auto be­sit­zen, könn­ten Sie trotz­dem mit­ver­ant­wort­lich für die Ro­dung des süd­ost­asia­ti­schen Re­gen­wal­des sein. Dies liegt je­doch eben­falls nicht an Ih­rem Pa­pier­ver­brauch. Egal, ob Müs­li, preis­wer­te Scho­ko­la­de aus dem Dis­coun­ter oder Kos­me­ti­ka, in un­zäh­li­gen Pro­duk­ten be­fin­det sich Palm­öl. Um den ho­hen Be­darf die­ses Roh­stoffs welt­weit zu de­cken, sub­sti­tu­ie­ren im­mer mehr Öl­pal­men­plan­ta­gen den tro­pi­schen Re­gen­wald in Ma­lay­sia und In­do­ne­si­en.

Die An­bau­flä­che für Öl­pal­men in In­do­ne­si­en wur­de in den letz­ten 30 Jah­ren kon­ti­nu­ier­lich ver­grö­ßert und zwar von 2.300 Qua­drat­ki­lo­me­tern im Jahr 1981 auf 90.000 Qua­drat­ki­lo­me­ter im Jahr 2015, bei ei­ner jähr­li­chen Wachs­tums­ra­te von zu­letzt 5 Pro­zent – Ten­denz stei­gend.

Deutsch­le, Tom: Palm­öl – das grü­ne Erd­öl. faszination-regenwald.de (07/2016).

Edel­höl­zer aus den Tro­pen wie Ma­ha­go­ni, Teak oder Pa­li­san­der fin­den bei der Pa­pier­her­stel­lung kei­ne Ver­wen­dung. Um­welt­sie­gel auf Pa­pier­pro­duk­ten mit dem Hin­weis, dass kein Tro­pen­holz ver­wen­det wur­de, sind dem­nach rei­ne Zier­de.

Holz unserer Bastelpapiere ist zertifiziert

Dass Bas­teln mit Pa­pier aus der Um­welt­per­spek­ti­ve trotz des Ver­zichts auf Tro­pen­höl­zer im­mer ein Kom­pro­miss ist, wird klar, wenn Sie sich die Hin­ter­grün­de zu den bei­den meist ver­wen­de­ten Um­welt­sie­geln an­se­hen.

Bild vom FSC-Siegel

Das welt­weit be­kann­tes­te Um­welt­sie­gel in Sa­chen Holz ist das FSC-Siegel (Fo­rest Ste­wardship Coun­cil). Un­ge­fähr 9% der Wald­flä­chen in Deutsch­land sind mit die­sem Sie­gel zer­ti­fi­ziert und ste­hen für die zehn Prin­zi­pi­en die­ser Or­ga­ni­sa­ti­on. Dar­un­ter zäh­len un­ter an­de­rem:

Die Wald­be­wirt­schaf­tung soll die bio­lo­gi­sche Viel­falt und die da­mit ver­bun­de­nen Wer­te, die Was­ser­res­sour­cen, die Bö­den so­wie ein­zig­ar­ti­ge und emp­find­li­che Öko­sys­te­me und Land­schaf­ten er­hal­ten und da­durch die öko­lo­gi­schen Funk­tio­nen und die Un­ver­sehrt­heit des Wal­des ge­währ­leis­ten.

Say­er, Uwe: Die Re­geln für den Wald. 10 Grund­sät­ze - welt­weit. fsc-deutschland.de (07/2016).

Das Fo­rest Ste­wardship Coun­cil ist je­doch kei­ne zen­tral ver­wal­te­te Or­ga­ni­sa­ti­on. In je­dem Land gibt es Zer­ti­fi­zie­rungs­stel­len. Wäh­rend­des­sen in Deutsch­land un­ter an­de­rem der zu­ver­läs­si­ge TÜV-SÜD das FSC-Siegel ver­leiht, kann es in an­de­ren Län­dern sein, dass das Um­welt­sie­gel ein­fach er­kauft wird. So konn­te IKEA bei­spiels­wei­se in Russ­land ei­nen FSC-Urwald ro­den.

Der Kahl­schlag in Ka­re­li­en ist mit dem Öko­la­bel der Bon­ner Fir­ma FSC In­ter­na­tio­nal Cen­ter GmbH zer­ti­fi­ziert.

Beh­rend, Rein­hard: Ikea: Wohnst du noch oder zer­störst du schon? regenwald.org (07/2016).

In­ter­na­tio­nal steht das FSC-Siegel stark in der Kri­tik. Web­sei­ten wie FSC-Watch be­haup­ten so­gar, dass die­ses Um­welt­sie­gel eine Li­zenz zum Geld­dru­cken sei.

The lack of trans­pa­ren­cy with which CoC cer­ti­fi­ca­ti­ons are con­duc­ted was al­ways go­ing to lead to pro­blems. Some ob­ser­vers, in­clu­ding tho­se who have been in­vol­ved in CoC cer­ti­fi­ca­ti­on, have de­scried the FSC sys­tems as a ‘li­cence to print mo­ney’ on the be­half of the cer­ti­fi­ca­ti­on com­pa­nies.

Coun­sell, Si­mon: For­mer FSC boss ad­mits core part of FSC sys­tem is a “myth”. fsc-watch.com (07/2016).

Auf Bas­tel­pro­duk­ten und Pa­pier aus Deutsch­land (STAEDTLER, URSUS, etc.) ist im­mer häu­fi­ger das PEFC-Siegel (Pro­gram­me for the En­dor­se­ment of Fo­rest Cer­ti­fi­ca­ti­on Sche­mes) zu fin­den. Die­ses Sie­gel tra­gen mehr als zwei Drit­tel der deut­schen Forst­be­trie­be, aus de­ren Holz auch das Pa­pier der deut­schen Her­stel­ler pro­du­ziert wird. Auch die­ses Um­welt­sie­gel folgt di­ver­sen Prin­zi­pi­en wie zum Bei­spiel:

Es wird nicht mehr Holz ge­schla­gen als nach­wächst.
Wo Bäu­me ge­fällt wur­den, wird auch wie­der auf­ge­fors­tet.

PEFC Deutsch­land e.V.: Ga­ran­tier­te Nach­hal­tig­keit. pefc.de (07/2016).

Sie kön­nen also si­cher­ge­hen, soll­ten Sie Pa­pier oder Bunt­stif­te mit dem PEFC-Siegel kau­fen, dass das Holz aus ei­ner nach­hal­ti­gen Forst­wirt­schaft stammt und nicht aus in­ter­na­tio­na­lem Raub­bau.

Hin­weis: Pa­pier mit dem PEFC-Siegel ist den­noch kein Öko­pa­pier. Wenn nicht aus­drück­lich de­kla­riert, ist es ge­bleicht und ent­hält eben­so kein Alt­pa­pier.

Wasser sparen durch richtige Papierwahl

Bild von Umweltsiegel mit Frosch für reines WasserWie Sie se­hen, ist es mög­lich mit der rich­ti­gen Pa­pier­wahl da­für zu sor­gen, dass trotz aus­gie­bi­gem Bas­tel­spaß kein Baum we­ni­ger auf der Erde exis­tiert. Doch, was ist mit dem Was­ser? Wuss­ten Sie, dass für die Her­stel­lung von nur ei­nem Ki­lo­gramm fri­schem Pa­pier un­ge­fähr sie­ben Li­ter sau­be­res Was­ser be­nö­tigt wer­den?

Da­ne­ben schlägt vor al­lem der Was­ser­ver­brauch bei der Pa­pier­her­stel­lung zu Bu­che. 7 Li­ter Was­ser wer­den für ein Ki­lo­gramm Pa­pier ver­braucht [...].

Blum­tritt, Jörg: Pa­pier und öko­lo­gi­sche Nach­hal­tig­keit. slow-media.net (07/2016).

Bild von buntem BastelpapierNa­tür­lich lö­sen sich die Was­ser­men­gen nach der Pa­pier­her­stel­lung nicht ein­fach in Luft auf. Die Auf­be­rei­tung der Ab­wäs­ser ist je­doch äu­ßerst schwie­rig und en­er­gie­in­ten­siv. Zu­dem be­nö­tigt die Pro­duk­ti­on ei­ner Ton­ne Pa­pier un­ge­fähr 2500 Ki­lo­watt­stun­den En­er­gie, wel­che aber im­mer mehr aus re­ge­ne­ra­ti­ven Quel­len be­zo­gen wird. Die da­durch ent­ste­hen­den Mehr­kos­ten zah­len Sie als Ver­brau­cher beim Er­werb der Pro­duk­te mit.

Der Blaue Engel - Umweltschonung par excellence

Möch­ten Sie, dass bei Ih­ren Ma­te­ria­li­en we­ni­ger Was­ser und En­er­gie ver­braucht wird, dann soll­ten Sie auf das Um­welt­sie­gel „Der Blaue En­gel” ach­ten.

  • Es tra­gen nur Pro­duk­te den blau­en En­gel, wel­che zu 100% aus Re­cy­cling­pa­pier (5% To­le­ranz) be­stehen.
  • Die Her­stel­lung von Re­cy­cling­pa­pier be­darf nur ein Vier­tel der En­er­gie und die Hälf­te an Was­ser im Ver­gleich zu Frisch­pa­pier.
  • Wer das Um­welt­sie­gel „Der Blaue En­gel” be­an­tra­gen will, der muss des Wei­te­ren ei­nen mehr­sei­ti­gen An­trag aus­fül­len und klein­lichst ge­naue An­ga­ben zu den In­halts­stof­fen ma­chen. Au­ßer­dem müs­sen Zu­lie­fe­rer von bei­spiels­wei­se Kleb­stof­fen oder Dru­cker­schwär­ze eben­falls For­mu­la­re ein­rei­chen, da­mit das End­pro­dukt zum Tra­gen des blau­en En­gels zu­ge­las­sen wird.
  • Al­lei­ne die Be­an­tra­gung die­ses Um­welt­sie­gels kos­tet 250,00 Euro zzgl. Um­satz­steu­er. Zu­dem wird eine jähr­li­che Ge­bühr fäl­lig, wel­che sich nach dem Um­satz des Pro­duk­tes rich­tet.

Bei der Be­an­tra­gung des Blau­en En­gel er­hebt die Zei­chen­ver­ga­be­stel­le RAL gGmbH eine ein­ma­li­ge Be­ar­bei­tungs­ge­bühr von 250 EUR (zzgl. Um­satz­steu­er).

RAL gGmbH: Kos­ten des Blau­en En­gels / Ent­gelt­ord­nung. blauer-engel.de (07/2016).

  • Nach Über­prü­fung der An­trä­ge wird das End­pro­dukt ge­tes­tet und eine Jury ent­schei­det, ob es das Um­welt­sie­gel tra­gen darf.

Bild von zwei Tieren, die durch Umweltpapier geschützt werdenDas Um­welt­sie­gel „Der Blaue En­gel” ist also mit viel Bü­ro­kra­tie, ho­hen Auf­la­gen und Kos­ten ver­bun­den. Trotz­dem ha­ben schon mehr als 1500 Un­ter­neh­men ihre Pro­duk­te für die­ses Sie­gel an­ge­mel­det, da die Nach­fra­ge nach die­sen nach­hal­tig pro­du­zier­ten Er­zeug­nis­sen steigt und die Ver­brau­cher be­reit sind, da­für mehr zu be­zah­len.

Fazit und ein letzter Tipp

Ich hof­fe Sie wis­sen als um­welt­be­wuss­ter Pa­pier­ver­brau­cher nun an­hand der obi­gen In­for­ma­tio­nen, auf was Sie beim Kauf Ih­res Bas­tel­ma­te­ri­als ach­ten soll­ten. Am Ende müs­sen Sie selbst ent­schei­den, in­wie­weit sich Öko­pa­pier mit Ih­ren krea­ti­ven Vor­stel­lun­gen ver­ei­nen lässt.

Was Sie je­doch vor al­lem als Pa­pier­bast­ler im­mer ma­chen soll­ten, um ein Min­dest­maß an Um­welt­schutz zu be­trei­ben, ist Pa­pier vom Rest­müll zu tren­nen.

Die Pa­pier­ton­ne ist aus­schließ­lich für re­cy­cel­ba­re Stof­fe aus Pa­pier ge­dacht. Durch­schnitt­lich 60% des Pa­piers die­ser Müll­ton­ne, ge­rät in den Pro­duk­ti­ons­kreis­lauf von Alt­pa­pier.

Sa­scha: Wie Pa­pier rich­tig re­cy­celn? gws2.de (07/2016).

Pa­pier kann im bes­ten Fall näm­lich bis zu sie­ben Mal re­cy­celt wer­den, bis es nicht mehr für die Pa­pier­her­stel­lung ver­wen­det wer­den kann.

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Wie mit Alt­pa­pier Geld ver­die­nen?

Tonpapier - Grundbedarf für Bastler

Das täg­li­che Brot ei­nes Pa­pier­bast­lers ist de­fi­ni­tiv Ton­pa­pier, im eng­li­schen Sprach­raum als „con­struc­tion pa­per” bzw. „su­gar pa­per” be­kannt. Die­ser be­son­de­re Werk­stoff ist er­hält­lich in viel­fäl­ti­gen Far­ben, Gram­ma­tu­ren und Grö­ßen, ist des Wei­te­ren preis­wert und bringt alle Ei­gen­schaf­ten mit, wel­che zum Bas­teln be­nö­tigt wer­den.

Screenshot von Umfrage zu Lieblingspapier

In ei­ner Lang­zeit­um­fra­ge zwi­schen 2013 und 2014 ga­ben 46% un­se­rer Web­sei­ten­be­su­cher an, dass Ton­pa­pier zu ih­rem ab­so­lu­ten Lieb­lings­pa­pier ge­hört. War­um ist ge­ra­de die­ses Pa­pier so be­liebt? Wie wird es her­ge­stellt? Gibt es Un­ter­schie­de und wor­auf müs­sen Sie beim Kauf ach­ten? Die­sen Fra­gen bin ich nach­ge­gan­gen und wer­de die­se hier für Sie klä­ren.

Tonpapier trägt viele Namen

Bild von buntem TonpapierWenn Sie on­line in ei­nem Bas­tel­shop oder im Kauf­haus stö­bern, kann es sein, dass di­ckes und bun­tes Pa­pier als Ton­pa­pier, Ton­kar­ton oder so­gar Fo­to­kar­ton de­kla­riert ist. An­ders­wo heißt die­ses Pa­pier schlicht und ein­fach Bas­tel­pa­pier. Was sol­len Sie also neh­men? Es ist völ­lig egal, denn al­les ist das Glei­che! Wo­her der Name Ton­pa­pier ge­nau kommt, ist un­be­kannt, in die­sem Pa­pier be­fin­det sich na­tür­lich kein Ton. Even­tu­ell ist es eine Ab­lei­tung von Karton, es könn­te je­doch auch an dem getönten Pa­pier­brei bei der Her­stel­lung lie­gen.

Herstellung von Tonpapier

Wie be­reits er­wähnt ist Ton­pa­pier sehr preis­wert, dies liegt am ein­fa­chen Her­stel­lungs­ver­fah­ren:

  1. Für die Her­stel­lung des Zell­stoffs (engl. pulp) wer­den in ei­ner al­ka­li­schen Lö­sung fei­ne Holz­stü­cke, meist Fich­te oder Lär­che, ge­kocht.
  2. Dem Holz­brei wird nun sau­be­res, war­mes Was­ser und ein er­heb­li­cher An­teil an Alt­pa­pier hin­zu­ge­fügt. Der An­teil an Alt­pa­pier im Ton­pa­pier ist we­sent­lich hö­her als im nor­ma­len Dru­cker­pa­pier. Die­ses hat vor al­lem die Auf­ga­be den Zell­stoff­brei di­cker zu ma­chen.
  3. Da­mit sich die Fa­sern mit­ein­an­der ver­bin­den, wer­den die­se nun ge­quetscht. Die­ser Vor­gang nennt sich Gaut­schen und er­spart das Hin­zu­fü­gen von Kleb­stof­fen.
  4. Ton­pa­pier gibt es in min­des­tens 40 un­ter­schied­li­chen Far­ben. Dem Ge­misch aus Was­ser und Zell­stoff wird jetzt ein Farb­pig­ment hin­zu­ge­ben.
  5. Der Zell­stoff­brei wird nun auf ein Draht­för­der­band auf­ge­legt, wel­ches von bei­den Sei­ten mit war­mer Luft be­bla­sen wird, so­dass das Ton­pa­pier trock­nen kann.
  6. Am Ende wird das Ton­pa­pier auf gro­ße Rol­len auf­ge­rollt und kann an­schlie­ßend in die gän­gi­gen Grö­ßen ge­schnit­ten wer­den.

Tonpapier bietet perfekte Basteleigenschaften

Bild von Bastelarbeiten von Veronika Vetter (DAoCFrEak) aus Tonpapier

Wenn ich Ton­pa­pier sehe, den­ke ich ans Bas­teln. Dies hat fol­gen­de Grün­de:

  • Im Ge­gen­satz zum nor­ma­len Dru­cker­pa­pier ist Ton­pa­pier auch bei glei­cher Gram­ma­tur sta­bi­ler.
  • Trotz der Sta­bi­li­tät lässt es sich ge­nau­so gut mit al­len Schnei­de­werk­zeu­gen schnei­den.
  • Ton­pa­pier funk­tio­niert mit al­len Kleb­stof­fen, Pa­pier­sor­ten so­wie so­gar Le­der, Plas­tik und Tex­ti­li­en.

Bild von der großen Farbauswahl von TonpapierDie raue Ober­flä­chen­struk­tur von Ton­pa­pier macht es mög­lich, dass so gut wie alle Flüs­sig­kei­ten dar­auf haf­ten. Da­mit ist es leicht zu bes­tem­peln, zu be­dru­cken, zu be­ma­len und zu be­schrei­ben. Eben­so sind die Fal­t­ei­gen­schaf­ten von Ton­pa­pier her­vor­ra­gend. Ge­ne­rell ist es mög­lich, mit die­sem Pa­pier Ori­ga­mi zu fal­ten. Bei ei­ner hö­he­ren Gram­ma­tur kön­nen mit­hil­fe von Falz­beil und ei­nem Li­ne­al den­noch sau­be­re Knick­li­ni­en ge­bil­det wer­den.

Unsere Tipps für Ihren Tonpapier-Kauf

Bild von Tonpapierbögen buntBei Ton­pa­pier gilt die De­vi­se viel und groß ist güns­ti­ger als we­nig und klein. Se­hen Sie des­halb un­be­dingt da­von ab, Ein­zel­bö­gen zu kau­fen. Ein Ein­zel­bo­gen DIN A3 kos­tet in der Re­gel 1,50 Euro, ver­gli­chen mit ei­nem 500 Blatt Pa­ket, mit 10 Far­ben in DIN A4 für 10,50 Euro ist dies viel zu teu­er. Kau­fen Sie Ton­pa­pier auch nicht zu dünn. In un­se­ren Bas­tel­an­lei­tun­gen fin­den Sie zwei Gram­ma­tu­ren vor.

  • Meis­tens ver­wen­den wir 130 g/m². Die­se Stär­ke ist per­fekt für Bas­te­lei­en, wel­che im­mer noch fle­xi­bel sein sol­len. Für Mo­ti­ve, die be­son­ders sta­bil sein müs­sen, wie z. B. un­ser T-Rex Di­no­sau­ri­er sind 300 g/m² die bes­se­re Lö­sung.
  • Ein Nach­teil von güns­ti­gen Farb­sor­ti­men­ten ist, dass es Ton­pa­pier­far­ben gibt, wel­che Sie fast nie be­nut­zen. Die­se sta­peln sich mit der Zeit. Tipp: Ton­pa­pier funk­tio­niert auch als Papp­ma­ché oder als selbst ge­bas­tel­ter Brief­um­schlag.
Fazit

Wir ge­hen mit den meis­ten Teil­neh­mern un­se­rer Um­fra­ge d’accord, denn Ton­pa­pier ist auch un­ser Lieb­lings­pa­pier, des­halb be­stehen fast alle un­se­re Bas­tel­mo­ti­ve dar­aus. Möch­ten Sie mit dem Bas­teln an­fan­gen, ist die ers­te An­schaf­fung ne­ben Sche­re und Kle­ber ein aus­rei­chen­der und viel­sei­ti­ger Vor­rat an Ton­pa­pier.

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