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Adventstablett aus Papier basteln

Jedes Jahr Ende November ist der erste Advent. An diesem Tag beginnt nicht nur das christliche Kirchenjahr, sondern es starten auch die Vorbereitungen zum Weihnachtsfest. Ein besonders schöner Brauch ist der Adventskranz mit vier Kerzen, von denen eine am ersten Advent das erste Mal angezündet wird. Wie es der Name suggeriert ist der Adventskranz rund, was mit einer biblischen Symbolik zu tun hat. Ein runder Kreis erinnert an eine Krone, wie die Dornenkrone Jesu aber auch an die Heiligen drei Könige. Des Weiteren soll der runde Kranz die Ewigkeit Gottes symbolisieren.

The wreath itself is round, a circle. This reminds us of the crowns worn by kings and of crowns  […]. The wreath, again, is circular and this is a symbol of the eternity of God […].

Wood, James J.: The Many Symbols of the Advent Wreath. theadventboston.org (11/2015).

Bild von kleinem Adventstablett mit vier Kerzen aus PapierEine Abwandlung des Adventskranzes ist das Adventstablett (englisch Advent tray). Solch ein Tablett entdeckte ich im Dezember 2009 in Rotterdam. Im Speisesaal meines Hotels stand auf jedem Esstisch ein Adventstablett aus Holz. Das war noch vor der großen Säkularisierungswelle, als es in der Adventszeit auf den Straßen Hollands noch aussah wie im Alpenvorland.

Bild von weihnachtlichem Adventstablett mit brennenden TeelichternZwar nicht so symbolträchtig wie ein Kranz, funktioniert das Adventstablett nach dem gleichen Prinzip, an jedem Adventssonntag wird eine Teelichtkerze angezündet. Die Kerzenhalter sind dabei unterschiedlich hoch. In Zeiten von kleinen, eckigen IKEA-Möbeln und Einzimmerappartements ist so ein Adventstablett auch äußerst praktisch. Außerdem hat ein Tablett immer etwas Edles an sich und wird damit dem Anlass gerecht. Das Silbertablett (englisch tray/salver) setzte sich im Zeitalter des Barocks durch und wurde schließlich nur zur Bewirtung von Royalisten verwendet.

Originally, use of the salver signified that the food and drink served upon it was fit to consume by royalty […].

Koch, Bryan: Salvers. ehow.com (11/2015).

Für diese Adventszeit habe ich mir ein Adventstablett aus Papier gebastelt. Neben den vier Kerzen verfügt es über Christbäume und Kunstschnee als Zierde.

Bild von Adventstablett aus Papier von Fine Art Künstlerin DAoCFrEak

Das quaderförmige Tablett ist 28 Zentimeter lang und 12 Zentimeter breit. Gemessen am höchsten Kerzenständer erreicht es eine Höhe von 12,5 Zentimetern. Im folgenden Artikel erfahren Sie, wie ich dieses weihnachtliche Bastelmotiv hergestellt habe und bekommen außerdem die Schablonen zum Nachbasteln.

Kerzenständer sind austauschbar

Bild vom Grundgerüst des PapierkerzenständersAls Basismaterial verwendete ich Tonpapier in drei unterschiedlichen Farben. Hinzukamen Goldfolie und weiße Watte. Als weitere Verzierungen nahm ich braune Stempelfarbe, einen Rentierstempel und goldene Glitzersternchen zur Hilfe. Als Werkzeuge sollten Sie sich eine Schere, ein Bastelmesser, flüssigen Kleber, Falzbeil und Lineal sowie meine DIN A4 Bastelschablonen (#1 /#2 /#3 /#4 /#5 /#6 /#7 /#8 /#9 /#10) zurechtlegen.

Die vier Kerzenständer sind zwar unterschiedlich groß, sie werden jedoch alle nach demselben Prinzip angefertigt.

Bild vom Bestempeln des Kerzenständers

Auf den Schablonen #1 – #4 befindet sich das Grundgerüst für jeweils einen Kerzenständer. Die Elemente der Schablonen habe ich aus hellbraunem Tonpapier angefertigt und anschließend die Knick- und Klebelinien mithilfe des Falzbeils und Lineals gefalzt. Darauffolgend habe ich die vier präparierten Einzelteile großzügig mit einem braunen Rentier bestempelt.

Bild von vier Kerzenständer mit RentierenWeiter habe ich die vier Grundgerüste mit sich selbst zu jeweils einem Zylinder verklebt. Die dreidimensionalen Kerzenständer sind oben noch geöffnet und in der Mitte hohl. Tipp: Ich habe den hohlen Innenraum mit feinem Dekosand aufgefüllt, dadurch wird das Adventstablett noch stabiler. Die vier Kerzenständer habe ich nun mit vier Kerzenhaltern gekrönt.

Kerzenhalter für Teelichter sind genormt

Bild von Elementen für den KerzenhalterDie Kerzenhalter für die Kerzenständer sind alle gleichgroß. Die Einzelteile dafür befinden sich auf Schablone #5. Die Öffnung ist dabei so groß, dass ein handelsübliches Teelicht, egal, ob elektrisch oder aus Wachs hineinpasst. Zunächst habe ich die Kerzenständer mit dem kleinen, geschlossenen Quadrat der Schablone #5 verschlossen. Wichtig: Die Klebelaschen dieses Elements schließen mit den oberen Rändern des Kerzenständers ab.

Danach baute ich die kleinen Schachteln für die Teelichter zusammen. Dafür klebte ich die kleinen Quadrate mit der Aussparung auf die Rückseite der größten Elemente. Durch diese kleinen Hilfsmittel werden die Teelichter später weiter fixiert und stehen sicher in den vier Kerzenhaltern. Nachdem ich die größten Elemente, die ich übrigens aus einem weihnachtlich bedruckten Tonpapier anfertigte, gefalzt hatte, habe ich das Ganze mit sich selbst zu Schachteln verklebt.

  • Auf Schablone #5 befindet sich des Weiteren noch eine Zierleiste für diese Schachteln. Diese habe ich viermal aus dunkelbraunem Tonpapier angefertigt und einmal rund um die quadratischen Kerzenschachteln geklebt. Optional: Ich besprühte die vier Zierleisten vorher noch mit Acryllack.

Adventstablett mit vier Weihnachtsbäumen

Bild vom Grundgerüst des AdventstablettsNach den Kerzenständern bastelte ich das Tablett, die Einzelteile dafür befinden sich auf den Schablonen #6 – #8. Für die Oberseite des Adventstabletts fertigte ich das Element von Schablone #7 in einer Kontrastfarbe an und klebte es auf eines der Elemente von Schablone #6. Danach klebte ich das quaderförmige Teil von Schablone #8 darüber. Durch diesen Trick hat die Oberseite automatisch eine schöne und symmetrische Zierleiste bekommen.

Mein Adventstablett ist mit vier Weihnachtsbäumen verziert, diese befinden sich auf Schablone #9. Zuallererst klebte ich die zweidimensionalen Tonpapierbäume auf die Goldfolienbäume (siehe Schablone). Damit die Tannenbäume dreidimensional werden, schnitt ich ein Element von oben und das andere von unten ein. Zu guter Letzt habe ich die beiden Hälften zusammengesteckt und an einer beliebigen Stelle der Oberseite des Adventstabletts befestigt.

  • Dafür schnitt ich mir mithilfe eines Bastelmessers Einschnitte ein. Ich steckte die Bäume durch diese Einschnitte, knickte die Klebelaschen an der Unterseite um und klebte diese mit viel flüssigem Kleber fest.
  • Um die Klebelaschen zu kaschieren, klebte ich darauffolgend einfach das zweite Element von Schablone #6 darüber.

Erhöhtes Tablett durch besonderen Boden

Bild vom Zusammenkleben des Adventstabletts aus PapierFür den Betrachter steht mein Adventstablett aus Papier 1,5 Zentimeter in der Luft. Dies liegt am besonderen Boden, der sich auf Schablone #10 befindet. Dieses Element habe ich aus dunkelbraunem Tonpapier angefertigt, gefalzt und mit sich selbst zur Schachtel verklebt. Auf diesen Boden klebte ich anschließend meine Oberseite mit den Weihnachtsbäumen.

Bild vom Aufkleben des Schnees aus WatteFür die letzte Dekoration klebte ich goldene Highlights auf die Christbäume und auf die Kerzenständer auf. Außerdem nahm ich Watte, zog diese auseinander und klebte sie ringsum die Kerzen auf den Boden des Adventstabletts als Schnee auf. Ganz zum Schluss befüllte ich meine Kerzenhalter noch mit jeweils einem Teelicht und stellte meine Kerzenständer in die Vertiefung des Tabletts, damit habe ich die quadratische Variante des Adventskranzes fertiggestellt.

Fazit

Bild von quadratischem Adventskranz mit vier TeelichternDas himmlische Adventstablett hat einen großen Vorteil. Meine Oma kaufte ihren Adventskranz immer beim Floristen. Darauf waren dann vier runde, meist rote Kerzen. Spätestens am dritten Advent war die erste Kerze weggebrannt. Natürlich gab es diese speziellen Kerzen nicht im Handel und so füllte meine Oma bis zum Weihnachtsfest den Kranz immer mit andersartigen Kerzen auf. Sie können sich vorstellen, dass in manchen Jahren ihr Kranz Mitte Dezember kunterbunt, wie ein gelungenes Integrationsmodell, aussah. Mit den Teelichtern passiert das nicht, einfach schnell austauschen und niemand hat etwas bemerkt.

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Beleuchteter Weihnachtsbaum – Bastelanleitung

Wer wie die Kelten und Germanen seinerzeit die Wälder um den Oceanus Germanicus besiedelte, der interessierte sich nicht für hebräische, vorderasiatische Geschichten. Dennoch hatten auch diese Heidenvölker nichts gegen einen Weihnachtsbaum einzuwenden. Zwischen dem 21. und dem 22. Dezember feierten die indigenen Bewohner Nordeuropas jährlich die Wintersonnenwende. Anlässlich der Feierlichkeiten nahmen sie grüne Nadelbäume mit in ihre Hütten, um die Rückkehr des Lebens nach dem Winter zu symbolisieren.

Dating back centuries before Christ, cultures brought evergreen trees, plants, and leaves into their homes upon the arrival of the winter solstice […].

CTH: Pagan Origins. christmastree.net (11/2015).

Bild vom beleuchteten Weihnachtsbaum auf einem Christkindlesmarkt. Szenerie gebastelt von Veronika Vetter (DAoCFrEak) Fine Art KünstlerinSelbstverständlich nannten die Heiden diese Bäume nicht Weihnachtsbäume. Auch die spirituellen Würdenträger dieser Völker fanden an diesem Baumkult ihren Gefallen. Als Druide oder Seher hatte man schließlich immer allerhand zu tun, um böse Geister und Dämonen fernzuhalten. Ein Baum, der selbst bei Minusgraden und Schnee trotzdem noch grünt, der musste ein Geschenk von Tyr/Smertrios sein. Wer also damals in der heutigen Adventszeit die Nähe zu Weihnachtsbäumen suchte, der konnte garantiert albtraumfrei schlafen.

Die Jahrhunderte der Christianisierung vergingen, der Hokuspokus hatte ein Ende und die Bedeutung des ehemals heidnischen Wunderbaums wechselte des Öfteren.

Collage von selbst gebasteltem Weihnachtsbaum aus Papier. Erstellt von Veronika Vetter (DAoCFrEak) Fine Art Künstlerin

Bis die Europäer wieder damit begannen, Nadelhölzer in der Adventszeit in ihre Stuben zu stellen, dauerte es mindestens bis in das 16. Jahrhundert.

Bild von Papierweihnachtsbaum mit goldenen WalnüssenSpätestens jedoch im Jahre 1605 in Straßburg, welches zu jener Zeit noch zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation gehörte, wurde der allererste Weihnachtsbaum mit goldenen Nüssen samt kandierten Orangenscheiben geschmückt und damit diese schöne Tradition gestartet. Daraufhin dauerte es nicht lange, bis die geschichtsträchtigen Bäume auch zum Leuchten gebracht wurden.

It was in 1605 in Strasbourg in Alsace, then in Germany, that a chronicler wrote (in old German) […].

H. Flippo & Sons Publishing Co., LLC: The German Christmas Tree. german-way.com (11/2015).

Bild von Nikolaus aus Schokolade, der aus einem grünen Papierweihnachtsbaum fälltWer derjenige war, der im 17. Jahrhundert auf die Idee kam, seinen Weihnachtsbaum als Erstes zu beleuchten, ist unbekannt. Aufgrund dessen, dass Glühbirnen jedoch erst 1890 auf den Markt kamen, mussten die gläubigen Christen als Leuchtmittel auf gewöhnliche Kerzen zurückgreifen. Um diese an den Zweigen des Baums zu befestigen, nahmen sie kurzerhand flüssiges Wachs oder Stecknadeln zur Hilfe.

Candles for the tree were glued with melted wax to a tree branch or attached by pins.

Bellis, Mary: The History of Christmas Lights. inventors.about.com (11/2015).

Bei diesen waghalsigen Provisorien kam es natürlich häufig zu Bränden. Trotzdem wurden erst 1890 Kerzenhalter für Christbäume erfunden, deren Nachfahren es auch heutzutage noch zu kaufen gibt.

Bild von Tannenbaum aus Papier von untenZeitgleich entstand die Massenproduktion von Lichterketten für Weihnachtsbäume. Diese waren jedoch so teuer, dass eine der wenigen Abnehmer dieser Beleuchtungen der britische Hof von Königin Victoria war. Die Normalbevölkerung verwendete auch weiterhin Kerzen und so brannten Bäume und Wohnstuben so oft, dass manche Versicherungen für diese Art von Schaden nicht mehr aufkommen wollten.

By 1908, insurance companies wouldn’t even pay for damages caused by Christmas tree fires.

Jacob, Chris: In the Beginning, There was Fire. gizmodo.com (11/2015).

Bild von zarten Weihnachtssternen, die den Papiertannenbaum zierenObwohl sich bis in die 1980er Jahre eine komplett elektrische Beleuchtung für Weihnachtsbäume durchgesetzt hatte, brannten weiterhin die Bäume. Grund dafür war, dass die leuchtenden Glasköpfe der elektrischen Kerzen bei günstigen Modellen so heiß wurden, dass trockene Bäume dadurch fast explosionsartig in Flammen aufgehen konnten.

Heute sind selbst importierte Weihnachtsbeleuchtungen aus der hintersten chinesischen Provinz Zhejiang so sicher, dass diese sogar mit Papier verwendet werden können. Deshalb habe ich einen dreidimensionalen, beleuchteten Weihnachtsbaum aus Papier gebastelt, dessen Anleitung und Schablonen ich Ihnen nun zur Verfügung stelle.

Bild vom beleuchteten Weihnachtsbaum aus Papier - gebastelt von Veronika Vetter (DAoCFrEak) Fine Art Künstlerin

Dieser dreistöckige, leuchtende Weihnachtsbaum ist 18 Zentimeter breit und 32 Zentimeter hoch (inklusive 3D-Stern). Die Papiertanne ist im Inneren hohl und kann jederzeit über den Baumstumpf geöffnet werden. Dadurch ist es möglich, Leuchtmaterial wie Lichterkugeln oder elektrische Teelichter im Geäst unsichtbar zu verstauen.

Bastelanleitung für Weihnachtsbaum

Bild vom Verstärken der einzelnen Elemente mit dunkelgrünem TonpapierMein Leuchtbaum besteht aus vier Papiersorten. Neben Tonpapier, Krepppapier und Transparentpapier, garnierte ich das Äußere des Baums zudem mit magentafarbenem Bananenpapier. Für die dezente Dekoration kamen außerdem drei Nagellackfarben und kleine selbst gefaltete Sterne zum Einsatz. Als Werkzeuge sollten Sie sich eine Schere, etwas flüssigen Kleber, ein Falzbeil samt eines Lineals, einen Eyelet-Setter und meine DIN A4 Bastelschablonen (#1 /#2 /#3 /#4 /#5 /#6 /#7 /#8) zurechtlegen.

Bild vom Verzieren des Papierbaums mit NagellackDer Papierweihnachtsbaum besteht prinzipiell aus zwei unterschiedlich großen, fliegenden Untertassen und einem Indianer Wigwam. Zum Anfertigen der größten Untertasse für den Baumboden legte ich mir die Schablone #1 und #2 zurecht. Abgesehen von den kleinen Verkleidungselementen aus Bananenpapier und Transparentpapier (siehe Schablonen), fertigte ich alle Einzelteile einmal aus hellgrünem und einmal aus dunkelgrünem Tonpapier an.

Zur Verstärkung klebte ich im Anschluss immer zwei identische Elemente so aufeinander, dass sich die dunkelgrüne Seite später im Inneren des Baums befindet. Nachdem ich die Knick- und Klebelinien sämtlicher Einzelteile gefalzt hatte, durchsuchte ich meine alten Glossyboxen nach drei farblich harmonierenden Nagellackfarben. Damit dekorierte ich im nächsten Schritt die hellgrüne Außenseite des Baumbodens von Schablone #1.

Bild vom Verkleiden der ausgestanzten Löcher mit TransparentpapierHingegen den Kranz von Schablone #2 verzierte ich mit sieben kontrastreichen Bananenpapierflächen. Als Nächstes nahm ich meinen Eyelet-Setter und stanzte damit kleine Löcher in die Papierschichten. Durch diese Aussparungen soll am Ende das elektrische Licht schimmern. Hinweis: Die Anordnung der Löcher spielt keine Rolle, ich habe mich jedoch für ein durchgängiges, symmetrisches Muster entschieden. Außerdem löcherte ich nur schräge Flächen und nicht den geraden Boden.

Bild von Papieruntertasse mit orangefarbenen LöchernDamit mein Bäumchen auch in vielen verschiedenen Farben leuchtet, verkleidete ich die Löcher von innen mit Transparentpapier. Ich fertigte mir also mithilfe der beiden Vorlagen insgesamt 14 Transparentpapierstücke an, welche ich über die dunkelgrünen Lochinnenseiten beider Einzelteile klebte. Tipp: Besonders gut kommen warme Farbtöne wie Gelb, Orange und Rot.

Bild vom Zusammenkleben des Tannenbaumfundaments aus PapierDer Zusammenbau der größten Untertasse konnte darauffolgend endlich beginnen. Dazu stellte ich zunächst einmal das präparierte Element von Schablone #1 auf und verklebte es mit sich selbst. Danach wiederholte ich das Ganze mit dem Kranz und klebte diesen Stück für Stück an den oberen Klebelaschen des Baumbodens fest. Dadurch entstand automatisch eine Wölbung in der Mitte der Papieruntertasse.

Weihnachtsbaum steht auf einem Baumstumpf

Die unterste Ebene des beleuchteten Weihnachtsbaums war daraufhin fertiggestellt und sah ein wenig so aus wie ein kleines Raumschiff. An dessen Unterseite befestigte ich im nächsten Schritt den Baumstumpf von Schablone #3. Die beiden Elemente auf der Vorlage schnitt ich mir jeweils einmal aus hellbraunem und einmal aus dunkelbraunem Tonpapier zurecht. Zur Verstärkung klebte ich auch hier wieder zwei identische Einzelteile aufeinander, und zwar so, dass die dunkelbraune Seite nach außen zeigte.

Bild vom Baumstumpf und Deckel für den beleuchteten Papierweihnachtsbaum Anschließend falzte ich die Knick- und Klebelinien und klebte den siebeneckigen langen Streifen ringsum an den unteren Klebelaschen der Untertasse fest. Danach stellte ich das andere vorbereitete Element von Schablone #3 zu einer Kappe auf und verklebte es an den sieben Ecken mit sich selbst. Hinweis: Aufgrund der Größe und der Form passt diese Verschlusskappe perfekt über den Baumstumpf. Durch diesen simplen Mechanismus lässt sich das Bastelmotiv jederzeit von unten öffnen und schließen.

Leuchtender Christbaum steigt zum Himmel empor

Mit dem Fertigstellen des Baumfundaments hatte ich den schwierigsten Teil des Bastelmotivs abgeschlossen.

  • Von nun an wiederholten sich die Schritte. Die zweite Untertasse bastelte ich nach genau dem gleichen Prinzip wie die erste. Die Vorlagen dafür befinden sich auf Schablone #4 und #5.

Bild vom Ankleben der Baumkrone auf den PapierchristbaumAuch das Spitzdach habe ich mithilfe von Schablone #6 und #7 haargenau so angefertigt wie die beiden Untertassen. Der einzige Unterschied bestand darin, dass ich das Element von Schablone #7 zu einem Kegel geformt und geklebt habe. Um meine Weihnachtsbaumform zu vollenden, klebte ich im letzten Schritt erst die mittlere Untertasse und dann das Indianer Wigwam mit viel flüssigem Kleber auf das Baumfundament.

Stern von Bethlehem auf den Weihnachtsbaum setzen

Alle drei Ebenen der sieben Seiten des Weihnachtsbaums dekorierte ich abschließend mit jeweils einem selbst gemachten 3D-Stern aus Papier. Diese schicken Sternchen bestehen aus einfachen Papierstreifen, die Sie auf Schablone #8 finden.

Collage von Anleitungsschritten zum Falten eines 3D-Sterns von Veronika Vetter (DAoCFrEak) Fine Art Künstlerin

Tipp: Für den ersten Stern sollten Sie mit dem größten Streifen für die Christbaumspitze beginnen.

  • Für einen Papierstern machte ich zunächst einen lockeren Knoten in das obere Drittel des Papierstreifens.

Bild vom Aufbauschen des 3D-SternsAnschließend knickte ich das kleine Ende, was oben überstand, über die Papierkante nach innen ein. Den langen Streifen wickelte ich nun so lange um das Grundgerüst, bis nur noch ein kleiner Rest übrig war. Das Papierende steckte ich unter die Papierwicklungen und fixierte damit meinen Stern ganz ohne Kleber. Das Ganze sah nun wie ein flaches Fünfeck aus. Zu guter Letzt bauschte ich dieses durch Druck von den Seiten auf, sodass ein dreidimensionaler Papierstern entstanden ist.

Bild vom Aufkleben kleiner Papiersterne auf magentafarbenes Bananenpapier

Den großen 3D-Stern klebte ich auf die Spitze meines Weihnachtsbaums. Die 21 kleinen Sternchen befestigte ich auf der Verzierung aus Bananenpapier. Wichtig: Die herausstehenden Kanten des Baums könnten nun noch unschöne Kleberänder aufweisen. Diese kaschierte ich, indem ich dünne Streifen aus grünem Krepppapier darüber klebte. Danach war mein beleuchteter Weihnachtsbaum einsatzbereit.

Fazit – wie leuchtet der Papierbaum richtig?

Bild von den Löchern des PapierweihnachtsbaumsMeinen fertigen Weihnachtsbaum beleuchtete ich mit einer elektrischen Lichterkette. Damit auch jedes der kleinen Transparentpapierlöcher im zarten Licht erstrahlte, fixierte ich die Kette. Tipp: Füllen Sie Ihren Baum mit gewöhnlicher Klarsichtfolie auf. Diese sorgt nicht nur dafür, dass die Lichterkette alle drei Ebenen des Tannenbaums gleichermaßen beleuchtet, sondern reflektiert das Licht zusätzlich.

Für das Basteln eines Exemplars habe ich ungefähr vier Stunden Bastelzeit benötigt. Übrigens, mein Bäumchen ist befüllt mit Naschereien auch das ideale Nikolausgeschenk.

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Sommerhut aus Papier basteln – Anleitung und Schablonen

Ich weiß nicht, ob es an meinem Wohnort im deutschen Mittelgebirge liegt, kann es jedoch sein, dass das Wetter immer unbeständiger wird? Morgens noch Winterjacke und Nachmittags Bikini, zumindest bis Anfang Juni. Ist dann auf den eisigen Winter direkt der Hochsommer gefolgt, bekomme ich immer die Krise. Egal, wohin man sieht, überall rote Gesichter, Schultern und Dekolletés. Meine Oma trug im Garten immer Hut, schon von Kindesbeinen an, wie sie sagte. Generell schützten sich die Menschen vor 70 Jahren mehr vor der Sonne, obwohl die UV-Strahlung bei Weitem nicht so stark war wie gegenwärtig. Überfüllte Freibäder, Liegewiesen und Strände, obwohl wir eigentlich überhaupt nicht mehr die direkte Sonne suchen sollten.

Sie sollten sich nicht in die pralle Sonne legen – am besten überhaupt nicht mehr.

Försterling, Helmut: Sonne strahlt immer aggressiver. nw.de (06/2015).

Bild von gelbem Sommerhut aus PapierSonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50 und Titandioxid? Heutzutage im Sommer fast schon ein Must-have wobei, wussten Sie, dass diese auch nur die Dauer bis zum Sonnenbrand verlängert und diesen nicht verhindert? Dementsprechend schützt Sonnencreme auch nicht vor Hautkrebs, sondern verlängert ebenfalls nur die Dauer des Ausbrechens.

Eine Untersuchung der Universität Manchester zeigt, dass auch Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor nicht vor dem besonders aggressiven schwarzen Hautkrebs schützen kann.

Moßburger, Thomas: Nicht genügend Schutz: Sonnencreme kann schwarzen Hautkrebs nicht verhindern. focus.de (06/2015)

Omi hatte, wie auch das Bundesamt für Strahlenschutz bestätigt, wiedereinmal recht, nur ein Hut und Kleidung schützt vor Sonnenbrand und den Folgen davon.

Der beste und einfachste Schutz ist durch Kleidung und eine Kopfbedeckung zu erreichen.

BfS: Wie schütze ich mich vor UV-Strahlung? bfs.de (06/2015).

Bild von zwei selbstgebastelten Sommerhüten aus Papier
Aus diesem Grund habe ich einen Sommerhut aus Papier entworfen. Der luftig, leichte Hut ist 17 Zentimeter breit und 5 Zentimeter hoch. Der kleine und stabile Papierhut bietet dabei unzählige Möglichkeiten. Ich habe beispielsweise ein blaues Unisex-Modell mit Windrädern gebastelt.

Bild von Papierhüten für den SommerMithilfe der Quilling-Technik habe ich außerdem einen femininen und floralen Sommerhut entwickelt, der auch beim britischen Royal Ascot ein Hingucker wäre. Die Größe des Hutes hängt mit dem von mir vorgesehenen Verwendungszweck zusammen. Der Sommerhut passt nämlich perfekt auf einen Dessert-Teller. Damit decke ich auf Grillpartys immer meine Erdbeerküchlein aus Mürbteig ab und biete damit zugleich eine schicke Tischdekoration. Die Idee kleine Teller abzudecken habe ich mir 2008 in Mazzanta abgeschaut. Dort schützte man die Panna cotta mit kleinen Kochmützen.

Sommerhut – Bastelanleitung

Bild von Papierelementen für den Sommerhut

Für das Grundgerüst des Sommerhutes erzielen Sie das schönste Ergebnis, wenn Sie drei zueinanderpassende Tonpapierfarben wählen. Außerdem garnierte ich das Ganze noch mit einem speziellen, dekorativen Edelpapier und einem Hutband aus Krepppapier. Als Werkzeuge nahm ich eine Schere, flüssigen Kleber, einen Eyelet-Setter, Falzbeil samt Lineal, einen langen Schaschlikspieß (Quilling) und meine DIN A4 Bastelschablonen (#1 /#2 /#3 /#4 /#5 /#6) zur Hilfe.

Bild vom beidseitigen Bekleben des Hutschirms

Zuallererst fertigte ich viermal das Element (Krone) von Schablone #1 aus zwei unterschiedlichen Tonpapierfarben an. Nach dem Falzen der Knick- und Klebelinien klebte ich immer zwei unterschiedlich farbige Teile aufeinander. Dies verstärkt zum einen den Sommerhut und zum anderen bekommt dieser gleich zwei Farbbasics. Folgend fertigte ich viermal die Krempe und zweimal den Deckel (siehe Schablone #2) aus denselben Tonpapierfarben wie die Krone an.

Bild von Krone des SommerhutesAuch diese Elemente falzte ich zunächst, klebte sie jedoch noch nicht aufeinander. Nun beginnt bereits der Zusammenbau des Sommerhutes. Ich klebte die beiden Elemente der Krone so zusammen, dass es am Ende wie ein Gugelhupf aussieht. Die Innen- und Außenseite des Papierkuchens verschloss ich nun mit jeweils einem farblich passenden Deckelelement.

Einfache Verzierungen des Sommerhutes

Bild von Grundgerüst SommerhutWeiter verkleidete ich die Unterseite der Krempe mit den dazu passenden Teilen von Schablone #2. Damit ist der Sommerhut bereits fertiggestellt und kann nun weiter verziert werden. Für eine minimale Dekoration des Hutes finden Sie auf Schablone #3 dazu passende Elemente. Die langen Streifen fertigte ich aus Krepppapier an und verklebte diese dann zu einem 36 Zentimeter langen Stück.

Bild vom Verzieren des SommerhutesDie länglichen Elemente für die Hutkrone sind bei mir aus einem farblich passenden Edelpapier, welches die Kopfbedeckung weiter aufwertet. Die Zierelemente für die Krempe habe ich vor dem Aufkleben noch mit unterschiedlich großen Eyelet-Settern eingestanzt. Zu guter Letzt habe ich das Hutband aus dem Krepppapier einmal rundherum geklebt, und wie Sie sehen, lässt sich somit ein Standardmodell einfach in einen flippigen Papierhut verwandeln.

Quilling-Blumen machen Hut zum Highlight

Bilder vom Drehen der Quilling-Blumen

Auf Schablone #4 und #5 finden Sie die Elemente für die Quilling-Blumen. Zunächst verlängerte ich auch hier meine Tonpapierstreifen. Ein Streifen muss 52 Zentimeter lang sein. Die breiten Streifen sind die Blütenblätter. Diese schnitt ich über die komplette Länge mithilfe einer Schere ein. Pi mal Daumen genügt, die Einschnitte müssen nicht gleichgroß sein. Wichtig: Die Streifen für den Blütenstempel sind immer gleich, nur die Größe der Blütenblätter unterscheidet sich (siehe Schablonen).

Bild von floralem Sommerhut aus PapierDarauf folgend klebte ich ein Stück des schmalen Streifens auf den breiten. Mit einem Schaschlikspieß begann ich nun damit, von schmal nach breit, die Blume aufzudrehen. Der offizielle Name dieser Quilling-Figur nennt sich Tight Coil. Am Ende setzte ich einen Tropfen Kleber, damit die Blume fest zusammenhält, und zog den Holzspieß heraus. Ganz zum Schluss wölbte ich die Blütenblätter in eine Richtung und klebte meine unterschiedlich großen Blüten am Sommerhut fest.

  • Auf Schablone #6 befinden sich die Einzelteile für die Windräder, falls Sie Ihren Hut lieber damit schmücken möchten. Nach dem Ausschneiden habe ich diese einfach geknickt, geklebt und mit jeweils einem goldenen Schmucksteinchen verziert.

Fazit

Der Sommerhut ist ein einfaches Bastelmotiv, welches mit schönem Material und ausgefallenen Techniken zu einem echten Blickfang wird.

Eigentlich schade, dass Hüte, obwohl diese sowohl gesundheitsfördernd als auch ein schickes Accessoire sind, nie im Trend liegen. Ja ich weiß, bei Zara, Esprit und Co. gibt es diese Hipster-Hüte aus Polyester, die schön fettige Haare machen, jedoch nur eine winzige Krempe haben und deshalb das Gesicht nicht vor Sonne schützen.

Freiwillige Fleißaufgabe zum Schluss. Achten Sie bei Werbung für Sonnencreme mal genau auf die Bekleidung der Darsteller.

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